Donnerstag, 14 Juni 2018 17:19

Feuchtwälder der gemäßigten Zone

(10.0) Allgemeines
(10.1) Sommergrüne Wälder
(10.2) Valdivianischer Regenwald
(10.3) Subantarktischer Südbuchenwald
(10.4) Koniferenwälder

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Allgemeines

Anschließend an die subtropischen, immergrünen Hartlaubwälder Mittelchiles breiten sich sommergrüne Südbuchenwälder aus. Diese werden gefolgt vom immergrünen Valdivianischen Regenwald. Weiter südlich treten wieder sommergrüne oder aber immergrüne Nothofagus-Wälder auf. Stellenweise gibt es Koniferen- oder Mischwälder. Diese Waldtypen kommen auch in Argentinien vor.

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Sommergrüne Wälder

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Roble (Nothofagus obliqua) © Diucón. Übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution 3.0 Unported-Lizenz

Bei bei einer mittleren Jahrestemperatur von 12°C und Jahresniederschlägen von, je nach Gegend, 1'000 bis 4'000 mm, herrschen sommergüne Südbuchen vor. In tieferen und wärmeren Lagen bis etwa 1000 m.ü.M. ist der Roble (Nothofagus obliqua) die Leitart, der eine Höhe von 40 m erreichen kann. Weiter südlich dominiert der niedrigere Raulí (N. procera).

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Valdivianischer immergüner Regenwald

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Valdivianischer Regenwald, Huilo-Huilo, Chile © F. Oberwemmer, Zoo Leipzig

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Valdivianischer Regenwald, Huilo-Huilo, Chile © F. Oberwemmer, Zoo Leipzig

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Valdivianischer Regenwald im Puyehue-Nationalpark, Chile © Tae Sandoval Murgan. Übernommen aus Flickr unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic-Lizenz

Südlich der sommergrünen Südbuchenwälder und unterhalb der Araukarienwälder erstreckt sich bis zum 47.- 49 südlichen Breitengrad der Valdivianische immergrüne Regenwald. Dieser ist auf der Ostseite der Anden nur inselartig zu finden, so in einem Teil des Nationalparks Nahuel Huapi. Viele Pflanzenarten gehören Familien an, die auch in den Regenwäldern Neuseelands und Tasmaniens sowie in Südafrika zu finden sind und als Beleg für die Existenz des Südkontinents Gondwana genommen werden.

Vegetation und Charakterpflanzen

Der Wald wird dominiert von Vertretern der Lorbeergewächse (Laurales), wie Laureliopsis philippiana, Laurelia sempervirens, von Scheinulmen (Eucryphia cordifolia), Tique (Berberidopsidales: Aextoxicon punctatum) sowie von Caldcluvia paniculata und Weinmannia trichosperma, die zu den Sauerkleeartigen gehören. Der Wald hat einen dichten Unterwuchs bestehend aus Bambus (Chusquea spp.), Chilenischer Rhabarber (Gunnera tinctoria) und Farnen (Lophosoria quadripinnata, Blechnum chilense).

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Typische Zootiere

Puma; Südpudu

Weitere Tierarten

Kampfuchs, Andenfuchs, Anden-Skunk (Conepatus chinga), Kleingrison (Galictis cuja), Nachtkatze (Leopardus guigna), Huemul (Hippocamelus bisulcus); Smaragdsittich (Enicognathus ferrugineus); Nasenfrosch (Rhinoderma darwinii).

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Subantarktische Südbuchenwald

Südbuchenwald (Nothofagus) auf Feuerland
Südbuchenwald (Nothofagus) auf Feuerland © Thomas Kauffels, Opel-Zoo, Kronberg

 

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Südbuchenwald im Torres-del-Paine-Nationalpark © Carlos Texidor Cadenas. Übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

Vegetation und Charakterpflanzen

Südlich des 49. Breitengrads nimmt die Regenmenge ab (Jahresniederschlag im Nationalpark Tierra del Fuego 700 mm), und es folgt auf den valdivianischen der Subantarktische Südbuchenwald oder Magellanwald, in dem im Osten sommergüne Nothofagus-Arten (N. antarctica, N. pumilio) dominieren, aber auch immergrüne Arten, wie Magellan-Südbuche (N. betuloides), Coihue-Südbuche (N. dombeyi) und Buchsblättrige Berberitze (Berberis microphylla) vorkommen bzw. im Westen vorherschen. Oberhalb der Baumgrenze, auf Feuerland bei etwa 600 m.ü.M., wächst hochandine Vegetation.

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Koniferenwälder

Chilenische Araukarien (Araucaria araucana) im Conguillío-Nationalpark, Chile
Chilenische Araukarien (Araucaria araucana) im Conguillío-Nationalpark. Foto:Tigre rayadi via Wikimedia Commons

 

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Araukarien (Araucaria araucana) im Parque Nacional Conguillio, Chile © lautaroj. Übernommen aus Flickr unter der Creative Commons Attribution 2.0 Generic-Lizenz

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Patagonische Zypressen (Fitzroya cupressoides) im Parque Nacional Alerce Costero, Chile © Sietecolores. Übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

Vegetation und Charakterpflanzen

In Höhenlagen von 600-1'700 m und bei einem Jahresniederschlag zwischen 1'000 und 4'500 mm wächst in den Südanden Chiles und Argentiniens ein Araukarienwald (Araucaria araucana), der zur Gewinnung von Zellulose, hauptsächlich für den japanischen Markt, rücksichtslos eingeschlagen wurde. Die Chilenische Araukarie gilt mittlerweile als gefährdet und ist in CITES-Anhang I aufgeführt. Die Samen der Chilenischen Araukarie sind ein wichtiger Nahrungsbestandteil für die Smaragdsittiche.

Die Chilezeder (Austrocedrus chilensis) gedeiht in Höhenlagen von 900 bis 1800 m und dringt weiter nach Norden vor als die Araukarie.

Nur inselartig, etwa auf Chiloe oder im argentinischen Nationalpark Los Alerces, kommt bis auf etwa 1'500 m Höhe in der Region die nach CITES Anhang I geschützte Patagonische Zypresse (Fitzroya cupressoides) vor, ein mächtiger, immergrüner Baum, der eine Höhe bis zu 50 Metern sowie Stammdurchmesser von 3-5 Metern erreichen kann. Die Art ist auf der Roten Liste als stark gefährdet klassiert, da vom ursprünglichen Verbreitungsgebiet nur noch etwa 15 % (ca. 200 km²) übrig geblieben sind.

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Typische Zootiere

PumaGuanakoSüdpuduSchopfkarakara

Weitere Tierarten

Andenfuchs, Kampfuchs, Südandenhirsch (Hippocamelus bisulcus), Magellan-Zwergreisratte (Oligoryzomys magellanicus), Patagonische Chinchillamäuse (Euneomys spp.), Anden-Feldmäuse (Abrothrix spp.), Kaninchenratte (Reithrodon auritus); Smaragdsittich (Enicognathus ferrugineus); Nasenfrosch (Rhinoderma darwinii)

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Bernardo O'Higgins-Nationalpark

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Südandenhirsche (Hippocamelus bisulcus) im Bernardo O'Higgins-Nationalpark © Hernán Amado, Proyecto Huemul

Chile, Regionen XI und XII (Aysén, Magallanes und Antártica)

Fläche 35'259 km², Höhe 0-3'607 m.ü.M.

Vegetation: Gletscher, Grasland, Valdivianischer und subpolarer Wald, letzterer mit Nothofagus betuloides, Nothofagus pumilio, Nothofagus antarctica und Drimys winteri.

Tierwelt: Eines der letzten Rückzugsgebiete des Südandenhirschs oder Huemuls (Hippocamelus bisulcus), Meerotter (Lontra felina), Kondor.

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Einige weitere Nationalparks und Schutzgebiete

Chile

  • Alerce-Andino-Nationalpark. Los-Lagos-Region. Seit 1982.393 km²
  • Alerce-Costero-Nationalpark. Los-Ríos-Region. 1987 Nationalmonument, seit 2012 Nationalpark. 139 km²
  • Corcovado-Nationalpark. Los-Lagos-Region. Seit 2005. 2'096 km².
  • Hornopirén-Nationalpark. Los Lagos-Region. Seit 1988. 482 km²
  • Nahuelbuta-Nationalpark. La-Araucanía-Region. Seit 1939. 68 km2
  • Puyehue-Nationalpark. Los Lagos Region. Seit 1941. 1'068 km2
  • Queulat-Nationalpark. Aysén-Region. Seit 1983. 1'541 km²
  • Torres-del-Paine-Nationalpark. Magallanes- und Antártica Chilena-Region: Seit 1959. 2'420 km²
  • Vicente-Pérez-Rosales-Nationalpark. Los-Lagos-Region. Seit 1926. 2'536 km²
  • Villarrica-Nationalpark. Araucanía- und Los-Ríos-Region. Seit 1940. 630 km²

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 17:15

Patagonisches Grasland

Allgemeines

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Patagonisches Grasland bei der Estancia Cerro Guido, Torres de Paine, Chile © Gonzalo Baeza. Übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution 3.0 Unported.Lizenz.

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Landschaft im Nationalapark Lihué-Calel, Provinz La Pampa, Argentinien. Bild: Claudio Elias, Gemeinfrei

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Ein Rudel Guanakos (Lama guanicoe) im Nationalpark Monte León, Provinz Santa Cruz, Argentinien © Killy Ridols. Übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic-Lizenz.

Patagonien ist durch weite Ebenen und Tafelberge ("Mesetas") charakterisiert. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt im Norden, 13, im Süden 6°C. Der Jahresniederschlag ist gering, je nach Gegend zwischen 120 und 500 mm. Das Patagonische Grasland setzt sich aus vier verschiedenen Vegetationstypen zusammen: Im subandinen Bereich dominieren Federgräser (Stipa spp.). Der zentrale Bereich, der bei der Halbinsel Valdés bis zum Atlantik reicht, ist sehr niederschlagsarm. Auch hier dominieren Stipa-Arten, die Bodenbedeckung liegt aber nur bei 30-40 %, d.h. es handelt sich um eine Halbwüste, und in abflusslosen Senken bilden sich Salzebenen mit Halophyten. Um den Golf von San Jorge, im Bereich der Provinzen Chubut und Santa Cruz, gedeihen vorab Schwingel (Festuca spp.) und Rispengräser (Poa spp.). Im Süden des Festlandes und auf Feuerland ist die Niederschlagsmenge mit bis zu 500 mm am höchsten. Hier wachsen neben Gräsern auch Zwergsträucher.

Patagonien ist sehr dünn besiedelt, aber es werden dort etwa 8 Millionen Schafe gehalten, die eine Konkurrenz für Guanakos und Darwin-Nandus darstellen. Die Bedeutung der Pelzjagd, die früher namentlich dem Graufuchs ) und der Kleinfleckkatze zusetzte, hat in den letzten Jahren abgenommen.

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Typische Zootiere

Kleinfleckkatze, Puma, Guanako, Grosse Mara, Braunborsten-Gürteltier.
Nandu, Darwin-Nandu, Schopfkarakara, Falkland-Karakara, Kanincheneule, Felsensittich.

Weitere Tierarten

Zwerggürteltier (Zaedyus pichiy), Andenfuchs, Kampfuchs, Anden-Skunk (Conepatus chinga), Patagonischer Skunk (C. humboldti), Kleingrison (Galictis cuja), Zwerggrison (Lyncodon patagonicus), Pampaskatze, Magellan-Zwergreisratte (Oligoryzomys magellanicus), Patagonische Chinchillamäuse (Euneomys spp.), Anden-Feldmäuse (Abrothrix spp.), Kaninchenratte (Reithrodon auritus), Zwergmeerschweinchen (Microcavia australis), Bergviscacha, Kammratten (Ctenomys spp.).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Halbinsel Valdés

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Guanako in der patagonischen Buschsteppe, Valdés-Halbinsel, Foto Eberhardt Travel

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Kolonie von Magellan-Pinguinen, Valdés-Halbinsel, Foto Claudio Elias

Naturschutzgebiete, Weltnaturerbe seit 1999
Fläche: 3'625 km²; Höhe: -35 - ca.  m. ü. M.
Jahresniederschlag:  1005 mm
Temperatur : im Winter unter 5°C (mittlere Mindesttemperatur im Juli 3.7°C), im Sommer bis zu 45 °C (mittlere Höchsttemperatur im Januar 23.3°C)

Vegetation: Karge Gras- und Buschsteppen, unterbrochen durch Salzseen.

Tierwelt: Die im restlichen Patagonien vielfach seltener werdenenden Kampfüchse, Guanakos, Große Maras und Darwin-Nandus sind häufig. Paarungs- und Wurfplätze von Mähnenrobbe und Südlichem Seeelefant. Saisonal viele Magellanpinguine (DRESSEN, 2011).

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Einige weitere Nationalparks und Schutzgebiete

Argentinien

  • Feuerland-Nationalpark (Tierra del Fuego PN). Provinz Tierra del Fuego. Seit 1960. 689 km²
  • Los-Glaciares-Nationalpark. Provinz Santa Cruz. Seit 1937. 7'269 km²
  • Monte-Leób-Nationalpark. Provinz Santa Cruz. Seit 2004. 240 km²

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 17:10

Wüsten und Halbwüsten

(8.0) Allgemeines
(8.1) Wüsten westlich der Anden
(8.2) Innerandine Wüsten - Puna

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Allgemeines

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Im Hochland von Nordchile, zwischen Calama und San Pedro de Atacama, Region II (Antofagasta) © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

Da der aus dem kühlen Humboldtstrom wenig Feuchtigkeit abdunstet und die hohen Anden die von Südosten her wehenden Passatwinde abhalten, fällt westlich der Anden im Bereich von Peru und Nordchile extrem wenig Niederschlag. Auch die innerandinen Hochebenen von Argentinien, Bolivien, Chile und Peru sind sehr trocken.

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Wüsten westlich der Anden

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Hasenmaus (Lagidium viscacia) in den Anden Nordchiles © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

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Guanakos (Lama guanicoe) in den Anden Nordchiles © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

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Kakteen in den Anden, östlich von Santiago de Chile © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kakteen in den Anden, östlich von Santiago de Chile © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

An der pazifischen Küste breiten sich deshalb zwischen dem 3. und 30. südlichen Breitengrad auf einer Länge von 3'550 km extrem trockene, tropisch-subtropische Wüsten aus, deren bekannteste die Atacama in Nordchile ist. Die Jahresniederschläge bleiben in weiten Gebieten unter 10 mm, gebietsweise fällt of jahrelang gar kein Regen. Die mittlere Temperatur ist mit 17-21°C relativ kühl. Allerdings bestehen enorme Tag-Nacht-Unterschiede: Während tagsüber das Thermometer auf 30°C klettern kann, liegen die Nachttemperaturen um den Nullpunkt.

Vegetation und Charakterpflanzen

In den ekuadorianischen, peruanischen und nordchilenischen Vorbergen wächst eine dürftige Vegetation aus Kräutern und xerophytischen Gehölzen. Ansonsten sind die unteren Bereiche meist vegetationslos. In der Nebelstufe gedeihen wurzellose Tillandsien. Auf den weiten Sandflächern der Atacama gibt es Bäume wie Mimosen (Prosopis tamarugo) und Chañar (Geoffroea decorticans) nur in Oasen. Ansonsten wachsen scheinbar nur Flechten und Erdkakteen. Nach einem der seltenen Regenfälle sprießen jedoch ephemere Kräuterfluren, die die Wüste in ein Blütenmeer verwandeln.

In den höheren Regionen können Sukkulenten ganzjährig existieren, d.h. es finden sich hier Kakteenwüsten mit Austrocactus, Copiapoa, Corryocactus, Cylindropuntia, Echinopsis, Eriosyce, Eulychnia, Maihueniopsis, Opuntia, Oreocereus, Trichocereus und vielen mehr. Nach Süden, wo das Klima mediterraner wird, schließt eine Zwergstrauch-Sukkulenten-Halbwüste an.

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Innerandine Wüsten - Puna

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Puna-Vegetation im chilenischen Altiplano, Region II (Antofagasta) © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

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Vikunjas im San Guillermo-Nationalpark, Argentinien © Paul Vogt, Laufenburg

Die Puna mit ihrer trockenen Hochgebirgsvegetation prägt den Bereich der zentralen Anden in 3'000 bis 5'000 m Höhe. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt knapp 2°C, wobei die Tag-Nacht-Schwankungen bei etwa 20°C liegen. Der Jahresniederschlag beträgt z. B. in San Pedro de Atacama nur 83 mm.

Vegetation und Charakterpflanzen

Die von Zentralperu bis zum bolivianischen Altiplano reichende Grassteppen-Puna weist eine Decke aus Büschel- und Horstgräsern (Stipa, Festuca, Calamagrostis) auf, die umso weiter auseinander stehen, je trockener das Klima ist. Die trockensten Bereiche der Hochkordilleren bis etwa 38° südlicher Breite sind weitgehend vegetationslos.

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Typische Zootiere

Brillenbär, Puma, Halsbandpekari, Vikunja, Guanako, Alpaka, Lama, Münstersches Meerschweinchen, Langschwanz-Chinchilla, DeguCoruro, Braunborsten-Gürteltier.

Darwin-Nandu, Chileflamingo, Jamesflamingo, Andenflamingo, Kondor, Rotrückenbussard, Schopfkarakara, Bergkarakara, Perutriel, Kanincheneule.

Weitere Tierarten

Anden-Borstengürteltier (Chaetophractus nationi), Andenfuchs, Andenhirsche (Hippocamelus antisensis, H. bisulcus), Bolivianische Großohrmaus (Aulacomys boliviensis), Bergviscacha. Puna-Steißhuhn (Tinamotis pentlandii), Punaibis (Plegadis ridgwayi), Andengans (Chloephaga melanoptera), Riesenblässhuhn (Fulica gigantea), Andensäbelschnäbler (Recurvirostra andina) und Andenmöwe (Chroicocephalus serranus).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

San Guillermo Nationalpark, Argentinien

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Vikunjas im San Guillermo-Nationalpark, Argentinien © Paul Vogt, Laufenburg

 

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Vikunjas im San Guillermo-Nationalpark, Argentinien © Paul Vogt, Laufenburg

 

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Puma im San Guillermo-Nationalpark, Argentinien © M.A. Escudero, Zaragoza

Bestehend als Provinzreservat seit 1972, als Teil eines UNESCO-Biosphärenreservats seit 1980, als Nationalpark seit 1998.
Fläche: Nationalpark 1'660 km², Biosphärenreservat 9'481 km²
Tiefster Punkt: ca. 2'100 m. ü. M.
Höchster Punkt: 6'380 m.ü.M.
Jahresniederschlag:
Temperatur:

Der Nationalpark San Guillermo liegt in der Provinz San Juan im Nordwesten Argentiniens. In ihm kommen drei Ökoregionen vor: Hochanden, Puna und Monte. Ein großer Teil des Parks ist mit vegetationsarmem Schotter bedeckt und weist keine permanenten Wasserläufe auf. In etwas feuchteren Gebieten gedeiht Steppe. Die Vegetation besteht aus verstreuten Zwergsträuchern der Gattungen Adesmia, Patrastrephia, Fabiana, Azorella und Ephedra, dazwischen Grasbüschel (Stipa, Calamagrostis, Festuca), Krautpflanzen wie Tragant (Astralagus), Kapuzinerkresse (Tropaeolum), Bienenweiden (Phacelia) und Eisenkräuter (Glandularia).

Der Park wurde hauptsächlich zum Schutz des Vikunjas geschaffen, das hier mit über 7'000 Individuen seine größte Population in Argentinien hat. An weiteren Tierarten kommen u. a. vor: Andenfuchs, Andenkatze (Leopardus jacobita), Puma, etwa 5'000 Guanakos, Nordandenhirsch (Hippocamelus bisulcus), Hasenmaus (Lagidium viscacia), Kurzschwanz-Chinchilla (Chinchilla chinchilla); Darwin-Nandu, Kondor.

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Lauca Nationalpark, Chile

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Grossohrmaus (Aulacomys boliviensis) im Lauca-Nationalpark, Chile © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

 

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Vikunjas (Vicugna vicugna) im Lauca-Nationalpark, Chile © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

 

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Vikunjas (Vicugna vicugna) im Lauca-Nationalpark, Chile © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

 

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Guanakos (Lama guanicoe) im Lauca-Nationalpark, Chile © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

Bestehend ab 1965 als Reserva forestal, seit 1970 als Nationalpark.
Fläche: 1'378 km²
Tiefster Punkt: ca. 3'200 m. ü. M.
Höchster Punkt: Volcán Parinacota (6'342 m.ü.M.)
Jahresniederschlag: ca. 280 mm
Temperatur: Tagestemperaturen 5-20°C, Nachttemperaturen bis -15°C

Der Lauca-Nationalpark liegt in der Region XV (Arica y Parinacota)ganz im Nordosten Chiles. Zusammen mit dem benachbarten, 2'000 km² großen Nationalen Vicuña-Reservat und dem 159 km² grossen Nationalen Monument und RAMSAR-Reservat "Salar de Surire" bildet der Park seit 1981 ein UNESCO-Biosphären-Reservat. Ferner grenzt er an den boliovianischen Nationalpark Sajama.

Die Topografie umfasst Präkordillere im Westen, Altiplano im Zentrum und Hochanden mit einer Reihe von über 6'000 m hohen  Vulkanen im Osten. Im Altplano liegen mehere Salzpfannen und Polstermoore, zur Hauptsache besteht er aber aus trockener Puna. In der Präkordillere findet sich Halbwüste.

Charakterpflanzen sind die horstbildende Schwingel Stipa sp. und Festuca orthophylla, Greiskräuter (Senecio sp.), der Doldenblütler Llareta (Azorella compacta), die Gehölze Queñoa und Queñoa de altura (Polylepis besseri, P. tarapacana) aus der Familie der Rosengewächse und das Nachtschattengewächs Tola (Fabiana densa).

Zur Tierwelt zählen u. a. Andenfuchs, Puma, Vikunja, Guanako, Nordandenhirsch (Hippocamelus bisulcus), Hasenmaus (Lagidium viscacia), Darwin-Nandu, Puna-Steißhuhn (Tinamotis pentlandii), Punaibis (Plegadis ridgwayi), Chileflamingo, Andengans (Chloephaga melanoptera), Riesenblässhuhn (Fulica gigantea), Andensäbelschnäbler (Recurvirostra andina) und Andenmöwe (Chroicocephalus serranus)

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Einige weitere Nationalparks und Schutzgebiete

Bolivien

  • Sajama-Nationalpark. Departement Oruro. Seit 1939. 1'002 km2. Cordillera occidental. Höchster Punkt Nevado Sajama (6'542 m.ü. M.)

Chile

  • Llullaillaco-Nationalpark. Region II (Antofagasta). Seit 1995. 2'687 km². Innerandine Wüste (Puna) mit Salzseen. in 3'500-8^739 m Höhe.
  • Morro-Moreno-Nationalpark. Regionen II/III (Antofagasta, Atacama). Seit 1985. 438 km². Küstenwüste Tocopilla.
  • Nevado-Tres-Cruces-Nationalpark. Region III (Atacama). Seit 1994.561 km². Innerandine Wüste mit Salzseen. Höchster Punkt 6'893 m. ü. M.
  • Pan-de-Azúcar-Nationalpark. Regionen II/III (Antofagasta, Atacama). Seit 1985. 438 km². Küstenwüste Taital und Halbwüste Sierra Vicuña Mackenna.
  • Volcán-Isluga-Nationalpark. Region I (Tarapacá). Seit 1967. 1'747 km². Innerandine Wüste in 2'100-5'550 m Höhe.

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 17:03

Hochanden, Paramo

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Anden, östlich von Santiago de Chile © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kondor in den Anden, östlich von Santiago de Chile © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Páramo-Vegetation im Cotopaxi-Nationapark, Ekuador © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

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Torres del Paine-Nationalpark, Chile © Valerie Merges, Layton, Utah

 

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Lauca-Nationalpark bei Putre, Chile. Der Bild-Vordergrund liegt auf etwa 3'700 m Höhe © Thomas Althaus, Detligen (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

 

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Viunja (Vicugna vicugna) im Lauca-Nationalpark © Thomas Althaus, Detligen (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

Allgemeines

Die Anden haben eine Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 7'500 km bei einer Breite von bis zu 600 km. Sie bestehen im Wesentlichen aus 2-3 Hauptketten (westliche, zentrale und östliche Kordillere), die in Peru und Bolivien weit auseinanderliegen und ein zentrales Hochland (Altiplano) umschließen Die nivale Stufe beginnt im zentralen Andenbereich bei etwa 4'800 Metern, in den subtropischen Anden Argentiniens erst bei 6'000 m. Dies ist nicht allein eine Frage der Temperatur, auch die Trockenheit verhindert bis zu dieser Höhe die Ausbildung von Ewigem Schnee. Nach Süden sinkt die Schneegrenze deutlich ab.

Vegetation und Charakterpflanzen

Als Páramo bezeichnet man die alpine Vegetation der Hochanden oberhalb der Baumgrenze zwischen ca. 3200 und 4.800 m.ü.M. in kühlem, feuchtem Klima (Temperaturen tags 12-15°C, nachts -2°C, ca. 800 mm Jahresniederschlag) vor. Die Páramo-Gebiete liegen im Bereich des Tropengürtels, zwischen 11º nördlicher und 8º südlicher Breite, d.h. in Venezuela, Kolumbien, Ekuador und Nord-Peru. Weiter südlich werden sie von der Puna abgelöst. Im Übergangsbereich zu den montanen Wäldern gedeihen noch bis 3 m hohe Sträucher.
    
Danach folgt geschlossenes Grasland mit Reitgras (Calamagrostis intermedia) das in trockeneren Gebieten mit Sandböden weitgehend durch Punagras (Stipa ichu) abgelöst wird. Je nach Gebiet treten Andenastern (Haplopappus spp.), Lobelien, Bromelien und Schopfrosetten (Espeletia spp., Halbsträucher aus der Familie der Astern) oder, in Mulden, Moore auf. Zwergbambus (Neurolepis = Chusquea aristata) bildet bis 4700 m ü. M. undurchdringliche Dickichte. Zu den Tierarten die sich an das Leben in großer Höhe angepasst haben, gehört der am Chimborazo bis auf 5'200 m vorkommende Ecuador-Andenkolibri, der nachts in eine Kältestarre verfällt, um Energie zu sparen.

Typische Zootiere

Brillenbär, Puma, Vikunja, Lama, Alpaka.
Kondor, Aguja, Rotrückenbussard, Schopfkarakara, Bergkarakara, Buntfalke.

Weitere Tierarten

Andenfuchs, Andenkatze (Leopardus jacobita), Bergtapir (Tapirus pinchaque), Andenhirsche (Hippocamelus antisensis, H. bisulcus), Nordpudu (Pudu mephistophiles), Bergviscacha.
Grauweihe (Circus cinereus), Aplomadofalke (Falco femoralis), Diademregenpfeifer (Phegornis mitchellii), Ecuador-Andenkolibri (Oreotrochilus chimborazo).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete*

Argentinien

  • Aconquija-Nationalpark. Provinz Tucuman. Seit 2018. 900 km².
  • El-Leoncito-Nationalpark. Provinz San Huan. Seit 2002. 897 km².
  • Lanín-Nationalpark. Provinz Neuquéen. Seit 1945. 113 km².
  • Los Cardones-Nationalpark. Provinz Salta. Seit 1996. 650 km².
  • Nahuel-Huapi-Nationalpark. Provinzen Río Negro und Neuquén. Seit 1934. 7'122 km².
  • San-Guillermo-Nationalpark. Provinz San Juan. Seit 1999. 1'660 km².

Bolivien

  • Área Natural de Manejo Integrado Apolobamba. Departement La Paz. Seit 1972. 4'827 km². Höchster Punkt: Chaupi Orco (6'044 m. ü. M.)
  • Sajama-Nationalpark. Departement Oruro. Seit 1939. 1'002 km². Cordillera occidental. Höchster Punkt: Vulkan Nevado Sajama (6'542 m. ü. M.)

Chile

  • Laguna-San-Rafael-Nationalpark. Region Aysén. Seit 1959. 17'420 km².  Höchster Punkt: Monte San Valentín (4'058 m. ü. M.)
  • Lauca-Nationalpark. Region Arica y Parinacota. Seit 1970. 1'379 km². Höchster Punkt: Volcán Parinacota (6'342 m. ü. M.)
  • Llullaillaco-Nationalpark. Region Antofagasta. Seit 1995. 2'687 km². Höchster Punkt: Llullaillaco (6'739 m. ü. M.)
  • Nevado-Tres-Cruces-Nationalpark. Region Atacama. Seit 1994. 591 km². Höchster Punkt:  Ojos del Salado, (6893 m. ü. M.)

Ekuador

  • Cayambe-Coca-Nationalpark. Imbabura-, Pichincha-, Sucumbíos- und Napo-Provinzen. Seit 1970. 4'031 km². Höchster Punkt: Volcán Cayambe (5'790 m. ü. M.)
  • Cotopaxi-Nationalpark. Cotopaxi-Provinz. Seit 1975. 334 km². Höchster Punkt: Volcán Cotopaxi (5'897 m. ü. M.)

Kolumbien

  • Sierra-Nevada-del-Cocuy-Nationalpark. Departemente Arauca, Boyacá und Casanare. Seit 1077. 3'060 km2. Höchster Punkt: Pan de Azúcar (5'120 m. ü. M.)

Peru

  • Huascarán-Nationalpark. Ancash-Region, in der Cordillera Blanca. Seit 1975. 3'400 km2. Höchster Punkt: Huascarán (6,768 m. ü. M.)

* Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 16:59

Trockensteppe, Dornbusch

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Die Monte-Strauchsteppe ist reich an Kakteen; Prov. Cordoba, Argentinien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Zwergmeerschweinchen im natürlichen Lebensraum. Prov. Córdoba, Argentinien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kanincheneule, Posadas de Qenti, Prov. Cordoba, Argentinien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Bronzekiebitz "Teru-teru" (Vanellus chilensis) bei Posadas de Qenti, Provinz Cordoba, Argentinien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Gabelschwanz-Königstyrann "Tijereta" (Tyrannus savana) bei Posadas de Qenti, Provinz Cordoba, Argentinien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Die Monte-Strauchsteppe erstreckt sich im Andenvorland über etwa 1200 km von der argentinischen Provinz Catamarca bis zur Mündung des Río Chubut. Sie verbindet die Puna im Norden mit der patagonischen Steppe im Süden. Mit einem Jahresniederschlag von nur 100 bis 250 mm ist das Klima dieser Region sehr trocken. Die meisten Niederschläge fallen im (südlichen) Sommer. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen zwischen 14 und 20 °C. Es werden zwei Ökoregionen unterschieden: im Norden der gebirgige Monte de Sierra y Bolsones mit einer Fläche von 117'100 km², ab der Provinz Mendoza der 353'310 km² abdeckende, flachere Monte de Llanuras y Mesetas.
        
Die Vegetation ist ziemlich einheitlich. Dornsträucher oder blattlose Rutensträucher verleihen der Strauchsteppe besonders in der Trockenzeit ein eintöniges Aussehen. Erst kurz vor der spärlichen Regenperiode blühen die Sträucher, Kakteen, diverse Opuntien und Kräuter.

Östlich an den Monte schließt der Chaco seco an, der aus Trockenwäldern, Savannen und Trockenbusch besteht und im südlichen Teil sukzessive in die Pampa übergeht.

Die Übergangszone von Chaco Seco bzw. Monte im Westen und der Pampa im Osten wird als Espinal bezeichnet. Es handelt sich um eine Dornsavanne.

Typische Zootiere

Kleinfleckkatze, Jaguarundi, Puma, HalsbandpekariGuanako, Mara, Zwergmara, Flachland-Viscacha,Südliches Kugelgürteltier.
Darwin-Nandu, Schopftinamu, Aguja, RotrückenbussardSchopfkarakara, Chimango (Milvago chimango), Bronzekiebitz, Kanincheneule. 
Argentinische Landschildkröte, Roter Teju, Schwarzweißer Teju, Südboa

Weitere Tierarten

Zwerggürteltier (Zaedyus pichiy), Kampfuchs, Pampasfuchs, Anden-Skunk (Conepatus chinga), Patagonischer Skunk (Conepatus humboldti), Kleingrison (Galictis cuja), Zwerggrison (Lyncodon patagonicus), Pampaskatze, Grauer Spiesshirsch, Zwergmeerschweinchen (Microcavia spp.), Kammratten (Ctenomys spp.). Gabelschwanz-Königstyrann (Tyrannus savana).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete*

Argentinien

  • El-Leoncito-Nationalpark. Provinz San Huan. Seit 2002. 897 km². Monte de Sierras y Bolsones
  • Lihué-Calel-Nationalpark. Provinz La Pampa. Seit 1976. 325 km². Monte de Llanuras y Mesetas
  • Los Cardones-Nationalpark. Provinz Salta. Seit 1996. 650 km². Monte de Sierras y Bolsones
  • Quebrada-del-Condorito-Nationalpark. Provinz Córdoba. Seit 1996. 373 km². Chaco seco - Sierras Pampeanas
  • San-Guillermo-Nationalpark. Provinz San Juan. Seit 1999. 1'660 km². Monte de Sierras y Bolsones
  • Sierra-de-las-Quijadas-Nationalpark. Provinz San Luís. Seit 1991. 735 km². Chaco seco - Monte  de Llanuras y Mesetas
  • Talampaya-Nationalpark. Provinz La Rioja. Provinz-Reservat seit 1975, Nationalpark seit 1997. 2'150 km². Chaco Seco - Monte de Sierras y Bolsones
  • Traslasierra-Nationalpark. Provinz Córdoba. Seit 2018. 1054 km². Chaco seco - Sierras Pampeanas

* Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 16:56

Grassteppe, Pampa

Allgemeines

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Töpfervögel (Furnarius rufus) mit Nest in der Pampa, Provinz Salto, Uruguay © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Nandus (Rhea americana) in der Pampa, Provinz Salto, Uruguay © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Rinder und Nandus (Rhea americana) weiden gemeinsam in der Pampa Uruguays © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Weidende Rinder in der Pampa Uruguays © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Grasland um den Rio de la Plata, die Pampa Argentiniens und Uruguays hat eine Ausdehnung von rund 500'000 km². Natürlicher Baumbewuchs fehlt wegen der häufigen Steppenbrände. Die mittleren Jahrestemperaturen liegen zwischen 14 und 17°C, die mittleren Tiefsttemperaturen im Juni/Juli bei 4-7°C, das mittlere Maximum im Januar bei 31°C, die Jahresniederschläge zwischen 600 und 1100 mm. Die natürliche Vegetation besteht aus Gräsern, die über einen Meter hoch werden können, namentlich Vertreter der Gattungen Stipa, Piptochaetium und Panicum. Allerdings wird die Pampa intensiv landwirtschaftlich genutzt. In Argentinien sind 60 % des Viehbestandes (= ca. 20 Millionen Rinder) und 80 % des Ackerlandes hier konzentriert. In Uruguay mit einer gesamten Landesfläche von nur 176'000 km² werden 11.7 Millionen Rinder und 9.7 Millionen Schafe gehalten.

Daher repräsentieren in beiden Ländern nur noch kleine Flächen den natürlichen Zustand. So hat z.B. in dem Gebiet, in dem eine der beiden letzten Pampashirschpopulationen Argentiniens lebt, der Anteil der naturbelassenen Flächen von 1985-2001 von 84% auf 37% abgenommen (DEMARIA et al., 2004).

Dementsprechend ist es um die Großtierfauna schlecht bestellt. Die Bestände der Spieß- und Pampashirsche nehmen ab, ebenso Pampas- und Kleinfleckkatze. Sumpfhirsch, Puma und Mähnenwolf sind in Uruguay vermutlich ausgestorben. Der eingebürgerte Europäische Feldhase erreicht dagegen Populationsdichten bis zu 100 Individuen / km² (DIETRICH, 1985).

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Typische Zootiere

Mähnenwolf, Kleinfleckkatze, Jaguarundi, Puma, Guanako, Wild-Meerschweinchen, Sumpf-Meerschweinchen, Große Mara Flachland-ViscachaBraun- und Weissborsten-Gürteltier .
Nandu, Halsbandtschaja, Koskorobaschwan, Schopfkarakara, Rotfußseriema, Bronzekiebitz, KanincheneuleGraukardinal (Paroaria coronata)

Weitere Tierarten

Zwerggürteltier (Zaedyus pichiy), Maikongfuchs, Pampasfuchs, Krabbenwaschbär, Anden-Skunk (Conepatus chinga), Kleingrison (Galictis cuja), Pampaskatze, Sumpfhirsch, Grauer Spießhirsch, Pampashirsch, Kaninchenratte (Reithrodon auritus), Kammratten (Ctenomys spp.).
Picuitäubchen (Columbina picui), Töpfervogel (Furnarius rufus), Schwefelmaskentyrann (Pitangus sulphuratus), Gabelschwanz-Königstyrann (Tyrannus savana), Campos-Spottdrossel (Mimus saturninus).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete*

Argentinien

  • Campos-del-Tuyú-Nationalpark. Provinz Buenos Aires. Seit 2009.30 km²
  • Ciervo-de-los-Pantanos-Nationalpark. Provinz Buenos Aires. Teilweise RAMSRA-Gebiet seit 2008, Nationalaprk seit 2018. 56 km²

Uruguay

  • Valle-del-Lunarejo-Nationalpark. Departement Rivera. Seit 2001. 293 km²
  • Meseta de Artigas. Departement Paysandú. Seit 2003. Nationales Monument.
  • Quebrada de los Cuervos. Departement Treinta y Tres. Seit 2008 Landschaftsschutzgebiet. 194 km²

* Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 16:51

Subtropische immergrüne Wälder

(4.0) Allgemeines
(4.1) Brasilianischer Araukarienwald
(4.2) Chilenische Hartlaubwälderlineblack1px

Allgemeines

Die Chilenische Hartlaubwälder umfassten ursprünglich 300'000 km². Davon sind 90'000 km² noch intakt und 9'167 km² stehen unter Schutz. Sie gelten, so wie andere "mediterrane" Lebensräume als Brennpunkt der Biodiversität. Die vergleichsweise artenärmeren Brasilianischen Araukarienwälder haben florengeschichtlich eine große Bedeutung, da sie eine Reliktform aus Gattungen von Gondwana darstellen.

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Brasilianischer Araukarienwald

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Araukarien im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais Brasilien © Webysther Nunes, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

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Araukarien (Araucaria angustifolia) im São-Joaquim-Nationalpark © Raphael Ribeiro Silva, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

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Lockerer Araukarienstand in Brasilien. Bild https://www.gardenia.net/plant/araucaria-angustifolia

Im südbrasilianischen Bergland gibt es in Höhenlagen von 400-1800 m immergrüne Wälder aus weitgehend reinen Araucaria angustifolia-Beständen. Das Klima ist subtropisch mit Jahresniederschlägen von 1'400-21500 mm und Jahresmitteltemperaturen zwischen 13 und 18°C. Im Norden sind die Temperaturen im Jahresverlauf relativ ausgeglichen, in den südlichen Teilen der Region sind die Jahreszeiten mit Extremtemperaturen von +35 °C und −12 °C ausgeprägter, und es kann im Winter durchaus zu Schneefällen kommen, besonders in den hoch gelegenen Gebieten, den Serras.

Die lokal "Pinho do Paraná" genannte, waldbildende Brasilianische Araukarie oder Brasilkiefer (Araucaria angustifolia) wird bis 33 m hoch, wobei alte Bäume bis etwa 25 m Stammhöhe astfrei sind. Sie hat eine flache, aus wenigen Ästen bestehende Krone mit schuppenartigen Nadeln. Sie ist meist zweihäusig getrenntgeschlechtig, seltener finden sich männliche und weibliche Blüten ah demselben Baum. Ursprünglich nahmen die Araukarienwälder eine Fläche von vermutlich 250'000 km² ein. Zu Beginn des 10.Jahrhunderts waren es noch rund 200'000 km². Davon blieben bis 1982 ganze 5'654 km² als naturbelassene Wälder übrig, dazu kamen noch etwa 900 km² Pflanzungen. Geschützte Araukarienwälder hat es z.B.  im Parque Nacional São Joaquím und im Parque Nacional das Aaraucárias.

Typische Zootiere

Schwarzer Brüllaffe, Gehaubter Kapuzineraffe (S. nigritus), Schwarzes Löwenäffchen, Waldhund, Nasenbär, Tayra, Ozelot, Margay, Zwergtigerkatze, Jaguarundi, Puma, Jaguar, Flachlandtapir, Weißbartpekari, Halsbandpekari, Azara-Aguti; Tiefland-Paka, Königsgeier, Schopfkarakara, Scharlachkopf, Prachtamazone, Taubenhalsamazone, Kappenblaurabe; Rokokokröte.

Weitere Tierarten

Spießhirsche (Mazama americana, M. gouazoubira, M. nana), Braunohrsittich (Pyrrhura frontalis)

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Chilenische Hartlaubwälder

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Hartlaubwald mit eingestreuten Honigpalmen (Jubaea chilensis). Nationalpark La Campana, Mittelchile © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)


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Hartlaubwald mit Honigpalmen (Jubaea chilensis) und Kakteen. Nationalpark La Campana, Mittelchile © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

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Hartlaubvegetation und Küstennebel im Nationalaprk Bosque de Fray Jorge © Pierre J-P Bachelot, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic-Lizenz

In Mittelchile gedeihen vom 31. bis 37. südlichen Breitengrad bei einer mittleren Jahrestemperatur von 13-15°C und Jahresniederschlägen von 350-1'500 mm verschiedene Waldtypen, die hauptsächlich aus immergrünen Hartlaubgehölzen bestehen und den Wäldern des Mittelmeerraums gleichen. Es kommen hier 3'429 Pflanzenarten vor, von denen 1'605 endemisch sind. Die Zahl der terrestrischen Wirbeltierarten liegt bei 335, davon sind 61 endemisch.

Vegetation und Charakterpflanzen

In der Nordhälfte des Gebiets dominiert auf der Küstenkordillere der zu den Monimiengewächsen gehörende, bis 15 m hohe Boldo (Peumus boldus), daneben kommen u.a. Litrebäume (Lithraea caustica) sowie Kageneckia-Sträucher aus der Familie der Rosengewächse vor. Zusammen mit den Hartlaubgewächsen bildet die bis 35 m hohe Honigpalme (Jubaea chilensis) kleine Haine.

In feuchteren Lagen treten andere Arten in den Vordergrund. An den dem Pazifik zugewandten Hängen gedeiht der nach dem bis 25 m hohen "Belloto del Norte" (Beilschmiedia miersii, Lauraceae) benannte Belloto-Wald. Während im Norden auch Kakteen vertreten sind, werden die Südbuchen (Nothofagus) umso häufiger, je weiter man nach Süden kommt, die Leitart ist aber auch hier ein Lorbeergewächs, der bis 20 m hohe Peumo (Cryptocarya alba).

Typische Zootiere

Puma, Guanako, Langschwanz-Chinchilla, Degu, Coruro, SüdpuduKondor, Schopfkarakara, Chile-Steisshuhn.

Weitere Tierarten

Kampfuchs, Andenfuchs, Anden-Skunk (Conepatus chinga), Kleingrison (Galictis cuja), Nachtkatze (Leopardus guigna); Smaragdsittich (Enicognathus ferrugineus).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete*

Brasilien

  • Aparados-da-Serra-National Park. Rio Grande do Sul und Santa Catarina. Seit 1959. 102 km²
  • Araucárias-Nationalpark. Santa Catarina. Seit 2005. 128 km²
  • São-Joaquim-Nationalpark. Santa Caterina. Seit 1961. 13 km²
  • Serra-Geral-Nationalpark. Rio Grande do Sul / Santa Catarina. Seit 1992. 173 km²

Chile

  • Bosque-de-Fray-Jorge-Nationalpark. Region IV (Coquimbo). Seit 1941, 100 km²
  • La-Campana-Nationalpark. Region V (Valparaíso). Seit 1967. 80 km²

*Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 16:46

Dornwälder und Savannen

(3.0) Allgemeines
(3.1) Caatinga
(3.2) Chaco seco
(3.3) Espinal

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Allgemeines

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Caatinga während der Regenzeit, Boa Vista im brasilianischen Bundesstaat Paraíba © Renalle Ruana Pessoa Ramos, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz.

Dornwälder und Dornstrauchsavannen sind in den mittleren Breiten Südamerikas - in Brasilien, Bolivien, Paraguay und Argentinien - anzutreffen. Sie charakterisieren nebst anderen Waldtypen die Caatinga, Teile des Chacos und die als Espinal bezeichnete Übergangszone zwischen Chaco bzw. Monte im Westen und der Pampa im Osten.

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Typische Zootiere

Schwarzer BrüllaffeWeissstirn- und Gehaubter Kapuzineraffe, Weißbüschel-, und Schwarzbüscheläffchen, Weisskopf-Büscheläffchen, Mähnenwolf, Waldhund, Nasenbär, Krabbenwaschbär, Ozelot, Margay, Zwergtigerkatze, Kleinfleckkatze, Jaguarundi, Puma, Jaguar, Flachlandtapir, Weißbartpekari, Halsbandpekari, Chaco-Pekari, Azara-Aguti, Wildmeerschweinchen, Felsen-Meerschweinchen, Zwergmara, Flachland-Viscacha, Großer Ameisenbär, Braunborsten-, Weißborsten- und Südliches Kugelgürteltier.

Nandu, Tataupatinamu, Truthahngeier, Königsgeier, Kondor, Wüstenbussard, Schopfkarakara, Rotfußseriema, Buntfalke, Schwarzfußseriema, Blaustirnamazone, Goldstirnsittich, Molinasittich, Nandaysittich, Mönchssittich, Lear-Ara, Hyazinthara, Spix-Ara, Zwergara, Goldnackenara, Rotrückenara, Virginia-Uhu, Chaco-Rotfusskauz, Brasilien-Sperlingskauz, Kanincheneule, Blauscheitelmotmot.

Schwarzweisser Teju, Boa, Schauer-Klapperschlange, Rokokokröte.

Weitere Tierarten

im Chaco: Riesengürteltier (Priodontes maximus), Nacktschwanzgürteltier (Cabassous chacoensis), Grauer Spiesshirsch

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Caatinga

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Caraibeira. Bundesstaat Bahía, Brasilien © Matthias Reinschmidt, Loro Parque

 

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Lear-Aras (Anodorhynchus leari) im natürlichen Lebensraum, der Caatinga Brasiliens © Matthias Reinschmidt, Loro Parque

 

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Felskessel, in dem Lear-Aras nisten. Serra Branca, Bahía, Brasilien © Matthias Reinschmidt, Loro Parque

Die Caatinga ist eine rund 700'000 km² große Ökoregion im Osten Brasiliens mit lichtem Wald und Savannen. Bedingt durch den Passat liegt der Jahresniederschlag bei nur 500-700 mm. Die Temperatur beträgt gleichmäßig 24-26°C.

Vegetation und Charakterpflanzen

Die Vegetation besteht hauptsächlich aus Dornwäldern, laubabwerfenden Trockenwäldern mit Kakteen und teilimmergrünen Trockenwäldern. Die Strauchschicht ist meist mit Kakteen durchsetzt. Die für die Caatinga typische Baumart ist der Juazeiro (Ziziphus juazeiro), ein immergrüner Kreuzdorn, ferner der laubabwerfende, stammsukkulente Flaschenbaum (Cavanillesia arborea).

In der Caatinga kommen verschiedene Palmenarten vor, die zum Teil wirtschaftlich genutzt werden. So die Babassu- (Attalea speciosa), Carnauba- (Copernicia prinifera), Macauba- (Acrocomia aculeata) und Tucúmpalme (Astrocaryum vulgare). Aus Artenschutzgründen besonders wichtig ist die Likuripalme (Syagrus coronata), weil deren ca. 2.5 cm großen Nüsse die Hauptkomponente (etwa 90 %) der Nahrung des Lear-Aras darstellen.

Tierwelt

In der Caatinga kommen 148 Säugetier- und 51 Vogelarten vor, ferner 154 Arten Reptilien und Amphibien, darunter der Breitschnauzenkaiman, sowie 240 Arten Fische.

 

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Chaco seco

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Chaco Seco bei El Pintado in der Chaco-Provinz Argentiniens © Valerio Pilar. Übernommen aus Flickr unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 generisch“ (US-amerikanisch).

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Chaco Seco, Agua Dulce, Nord-Paraguay. Bild: Peer V

 

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Chaco Seco, Palmar de las Islas, Nord-Paraguay. Bild: Peer V

Das größte Trockenwaldgebiet des Kontinents befindet sich im Chaco Seco. Es herrscht ein subtropisches Kontinentalklima mit einem Jahresniederschlag von 500-700 mm und mittleren Tagestemperaturen von 18ºC im Winter bis 23ºC im Sommer.

Vegetation und Charakterpflanzen

Hier gedeihen verschiedene hartholzige und alkaloidehaltige Quebrachobäume (Aspidosperma quebracho-blanco, Schinopsis spp.), der Mistol, ein dornbewehrter Verwandter der asiatischen Jujuben (Ziziphus mistol), Caesalpinien (Caesalpinia spp.), an sehr trockenen Standorten "Algarrobos" genannte Mimosen (Prosopis spp.) und stammsukkulenten Flaschenbäumen (Chorisia insignis), dazwischen Säulen- (Cereus) und Feigenkakteen (Opuntia).

Tierwelt

Der Chaco seco ist die Heimat des lokal "Tagua" genannten Chaco-Pekaris. Diese 1930 aufgrund von fossilen und subfossilen Knochen beschriebene und bereits ausgestorben geglaubte Art wurde 1974 wiederentdeckt.

 

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Espinal

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Espinal mit Prosopis, Geoffroea und Celtis im Parque Tau Bell Ville, Provinz Córdoba, Argentinien. Bild: Eduardo Quinteros

 

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Junge Palmen (Trithrinax campestris), im Vordergrund Geoffroea decorticans. Estancia 'Montes Grandes', Noetinger, Argentinien (Archivo: "Palmeritas en Noetinger").

 

Der Espinal ist die Fortsetzung des Chaco-Trockenwaldes in Argentinien. Zwischen dem Monte im Westen und der Pampa im Osten erstreckt er sich südsüdostwärts bis nach Bahía Blanca und zur Mündung des Río Negro in den Atlantik.

Vegetation und Charakterpflanzen

Die Vegetation des Espinals gleicht jener des Chacos. Dominierenden Baumarten sind dornenbewehrte Mimosen, die "Algarrobos" (Prosopis spp.), der Chañar (Geoffroea decorticans), wie die Mimosen eine Leguminose mit langen Dornen, die zu denKreuzdorngewächsen gehörenden "Jarillas" (Larrea spp.), die "Atamisque" (Atamisquea emarginata ), ein Kaperngewächs, Tala-Zürgelbaum (Celtis spinosa ), die Blaue Nadelpalme (Trithrinax campestris) etc.

Tierwelt

Pampasfuchs, Kleinfleckkatze, Jaguarundi, Puma, Jaguar, Guanako, Pampashirsch ,Wild-Meerschweinchen, Flachland-Viscacha etc.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Kaa-Iya del Gran Chaco-Nationalpark, Bolivien

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Santiago de Chiquitos, Kaa-Iya-Nationalpark. Bild RodrigoCeLy, www-gopixpic.com

 

 

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Attraktive Felsformationen im Kaa-Iya-NationalpPark. Bild: http://nicksadventuresbolivia.blogspot.com

 

 

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Blühender Zweig von Prosopis chilensis var.chilensis. Bild: Penarc. Gemeinfrei

 

 

03 Kaa Iya Nationalpark jaguar nicks
Jaguar (Panthera onca) im Kaa-Iya-NationalpPark. Bild: http://nicksadventuresbolivia.blogspot.com

Gegründet im September 1995
Fläche: Kernzone und Pufferzonen (Integrated Management areas)  3'441'000 ha t, also etwas mehr als ganz Nordrhein-Westfalen.
Höhe: 200-400, im Mittel ca. 300 m.ü.M.
Jahresniederschlag: ca. 700-800 (400-1400) mm, höhere Niederschläge im Norden als im Süden
Jahresdurchschnittstemperatur ca. 25°C

Zweck des Parks, der 22% des bolivianischen Chacos abdeckt, ist der Schutz der noch verbliebenen Trockenwälder in Bolivien, eines Bioms, das noch stärker bedroht ist als der tropische Regenwald.

Vegetation: Hauptsächlich niedriger Dornwald, dazwischen Sümpfe, Palmen- und Trockensavannen sowie Galeriewälder. Unter den charakteristischen Bäumen des Dornwaldes finden sich drei Quebracho-Arten (Schinopsis spp.), Verawood oder Lila Guayacán (Bulnesia sarmientoi), Schwarzer Guayacán (Izozogia nellii), Cuchi (Myracrodruon urundeuva), Cupesí-Mimose (Prosopis chilensis) und Mistol (Ziziphus mistol). Zu den häufigen Palmen zählen Copernicia alba und Trithrinax schizophylla. Im Park kommen mindestens vier für den Chaco endemische Kakteen (Monvillea ebenacantha, Echinopsis klingeriana, Frailea larae, Gymnocalycium izozogsii) und zwei endemische Orchideen (Oncidium bolivianense, O. morenoi) sowie zwei weitere endemische Pflanzen vor.

Tierwelt: Mindestens 69 Säugetierarten (ohne Fledertiere) leben im Park, darunter  Schwarzschwanz-Silberäffchen, Rotkehl-Nachtaffe, Schwarzer Brüllaffe, Kleinfleckkatze, Ozelot, Margay, Puma, Jaguarundi, Jaguar, Mähnenwolf, Südliches Kugelgürteltier, Sechsbindengürteltier, Großer Ameisenbär, Flachlandtapir, Chaco-Pekari, Halsbandpekari, Weißbartpekari, Guanako, Zwergmara. Er ist ein ornithologisch bedeutendes Gebiet (IBA BO035), in dem über 301 Vogelarten, u.a. Nandu, Moschusente, Glanzgans, Harpyie und Hellroter Ara vorkommen. Die Amphibien sind mit Arten aus mindestens vier, die Reptilien aus mindestens zehn Familien vertreten.

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Einige weitere Nationalparks und Schutzgebiete

Argentinien

  • Copo-Nationalpark. Seit 2000. 1'181 km². Chaco seco
  • El-Impenetrable-Nationalpark. Seit 2017. 1'289 km². Chaco seco

Brasilien

  • Catimbau-Nationalpark. Seit 2002. 623 km². Caatinga
  • Chapada-Diamantina-Nationalpark. Seit 1985. 1'520 km². Caatinga
  • Furna-Feia-Nationalpark. Seit 2012. 85 km². Caatinga
  • Serra-das-Confusões-Nationalpark. Seit 1998. 8'234 km². Caatinga
  • Sete-Cidades-Nationalpark. Seit 1961. 62 km². Caatinga
  • Ubajara-Nationalpark. Seit 1959. 62 km². Caatinga

Paraguay

  • Defensores-del-Chaco-Nationalpark. Seit 1975. 7'197 km². Chaco seco

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:22

Gewässer und Feuchtgebiete

Allgemeines

AS-11-Mangroven Lagunen im TrivandrumDistrikt BD
Mangroven im Trivandrum-Distrikt, Kerala, Indien © Barbara Dollinger, Zürich
Die wichtigsten Flusssysteme der Region sind jene von Indus, Ganges, Brahmaputra, Irrawaddy, Mekong, Jangtsekiang und Hwangho. Große natürliche Seen fehlen weitgehend. Die Fläche des Wular-Sees, des größten Sees Indiens variiert je nach Wasserstand zwischen 30 und 260 km², seine Tiefe beträgt maximal 14 m. Der größte See Südostasiens ist der Indawgyi-See in Myanmar, der ebenfalls eine Fläche von etwa 260 km² aufweist.

Typische Süßwasserfische in Zoos:

Prachtschmerle (Chromobotia macracanthus), Schwanenfeld-Barbe (Barbonymus (Barbodes) schwanenfeldii), Wetmore-Barbe (Hypsibarbus wetmorei), Siambarbe (Leptobarbus hoeveni), Keilfleckbärbling (Rasbora (= Trigonostigma) heteromorpha), Pangasius (Pangasianodon hypophthalmus = Pangasius sutchi), Indischer Glaswels (Kryptopterus minor), Sulawesi-Halbschnäbler (Nomorhamphus liemi), Indischer Zwergschlammspringer (Periophthalmus novemradiatus), Riesengurami (Osphronemus goramy), Mosaikfadenfisch (Trichogaster (=Trichopodus) leerii), Blauer Fadenfisch (T. (=Trichopodus) trichopterus), Mondscheinfadenfisch (T. (= Trichopodus) microlepis), Schützenfisch (Toxotes jaculatrix), Leopard-Schützenfisch (T. blythii), Küssender Gurami (Helostoma temminckii), Punkt-Schlangenkopf (Channa pleuropthalma).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Kuala Selangor-Naturpark

AS-8 kuala selangorMalayisia, 72 km  von Kuala Lumpur an der Mündung des Sungai Selangor gelegen.

324 ha.

Vegetation: Ursprünglich Mangrove, ist heute die Hälfte des Reservats von Sekundärwald bedeckt, in dem Würgefeigen (Ficus sp.) und Cordia dichotoma ein Baum aus der Familie der Boretschgewächse (Boraginaceae) dominieren. Am Boden gedeiht Mangrovenfarn, 95 ha sind nach wie vor Mangrovenwald mit 13 verschiedenen Arten.

Tierwelt: Javaneraffe und Silberner Haubenlangur (Trachypithecus cristatus), über 170 Vogelarten, darunter Sunda-Marabu. Schlammspringer, Winkerkrabben, Knallkrebse.

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Matang Mangrovenschutzgebiet

AS-8 kuala sepetang
Mangrovenwald im Matang-Schutzgebiet © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Bei Kuala Sepetang, Perak, Malaysia

Unterschutzstellung 1906, 43'502 ha. Jahresniederschlag 2'540-2'794 mm. Important Bird area MY 005.

Vegetation: Größter Mangrovenbestand auf der Malaiischen halbinsel mit sämtlichen Arten und Waldtypen. etwa 85 % der Fläche wird täglich überflutet.

Tierwelt: Javaneraffe, Glattotter (Lutrogale perspicillata), Zwergotter ,  Irrawaddy-Delphin (Orcaella brevirostris), Großer Tümmler. Milchstorch (Mycteria cinerea), Sunda-Marabu, Nachtreiher, Rotrückenreiher, Rotschenkel,Großer Brachvogel und viele weitere Limikolen. Das Reservat wird jährlich von 43'000 - 85'000 Zugvögeln aufgesucht. Kleine Population von Argusfasanen (Argusianus argus).

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Literatur und Internetquellen:

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:45

Philippinen

Allgemeines

Die Philippinen gehören zur indomalaiischen Inselwelt. Wie die Großen Sundainseln liegen sie diesseits der Wallace-Linie, die Fauna der beiden Inselgruppen weist aber deutliche Unterschiede und jeweils einen hohen Anteil an Endemiten auf. Die Philippinen gelten als Brennpunkt der Biodiversität. Von den 7'620 hier vorkommenden Pflanzen sind 5'832 endemisch. Bei den Säugetieren sind es 111 von 201 (55%), bei den Vögeln 183 von 556 (33%), bei den Reptilien 159 von 252 (63%), bei den Amphibien 65 von 84 (77%). Diese Vielfalt ist durch die fortgesetzte Zerstörung der Regenwälder gefährdet. Von ursprünglich. 92 % der natürlichen Pflanzengesellschaften sind nicht mehr intakt und lediglich 1.3 % stehen unter Schutz.

Für verschiedene gefährdete oder stark gefährdete Arten bestehen lokale Zuchtzentren des Philippines Biodiversity Conservation Program, die u.a. von Mitgliedzoos des VDZ, der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. und der Stiftung Artenschutz gefördert werden.

Typische Zootiere:

Javaneraffe, Zwergotter, Binturong , Bartschwein, Visayas-Pustelschwein, Prinz-Alfred-Hirsch, Calamian-Hirsch, Nördliche Riesenborkenratte; Schwarzschnabelstorch, Wollhalsstorch, Pracht-, Kuh- und Seidenreiher, Brauner Sichler, Schwarzkopfibis, Kragentaube, Grünflügeltaube, Bartlett-Dolchstichtaube, Luzon-Dolchstichtaube, Rotsteißkakadu, Beo, Bindenwaran, Mindanao- Bindenwaran, Mindorokrokodil, Leistenkrokodil, Kleine Dornschrecke.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Der Northwest Panay Peninsula Natural Park

AS-10 Duyong Panay invest
Regenwaldbedeckte Hügel bei Duyong, Nordwest-Panay. Bild: investinginparadise.wordpress.com
Insel Panay, Western Visayas

200 - 915 m.ü.M., 12'009 ha, davon 5'614 ha Waldschutzgebiet
ca. 200 cm Jahresniederschlag

Vegetation: Immergrüner Tiefland-Regenwald auf rund der Hälfte der Fläche mit Dipterocarpaceen als Leitarten, daneben auch Bambuswälder.

Tierwelt: Der Naturpark ist ein bedeutendes Vogelschutzgebiet (IBA PH060). Er beherbergt zahlreiche gefährdete oder stark gefährdete Arten, darunter Visayas-Bengalkatze (Prionailurus bengalensis rabori), Visayas-Pustelschwein (Sus cebifrons), Prinz Alfred-Hirsch (Rusa alfredi), Visayas-Borkenkletterer (Crateromys heaneyi); Tariktikhornvogel (Penelopides panini), Panay-Hornvogel (Aceros waldeni), Negros-Dolchstichtaube (Gallicomuba keayi), Weißbürzel-Kuckuckswürger (Coracina ostenta) und Manila-Papageiamadine (Erythrura viridifacies), ferner der erst 2001 beschriebene Panay-Waran (Varanus mabitang).

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Literatur: und Internetquellen:

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx