Donnerstag, 14 Juni 2018 14:41

HOFER, U., MONNEY, J.-C. & DUSEJ, G, (2001)

Die Reptilien der Schweiz : Verbreitung - Lebensräume - Schutz.

Les Reptiles de Suisse: Répartition, Habitats, Protection / I Rettili della Svizzera: Distribuzione, Habitat, Protezione.

xi + 202 Seiten; 90 Farbfotos, Verbreitungskarten für alle Arten.

Birkhäuser Verlag, Basel, Boston, Berlin. ISBN 3-7643-6245-6.

Inhalt:

Neben artübergreifenden Betrachtungen werden alle 15  einheimische Arten vorgestellt. Über 43'000 Einzelbeobachtungen von Schlangen und Echsen aus sieben Jahrzehnten machen diesen Atlas zur ersten umfassenden Darstellung der Repitilienfauna der Schweiz.

Freigegeben in H
Donnerstag, 14 Juni 2018 17:15

BAUR, B., BILLEN, W. & BURCKHARDT, D. (2008)

Vielfalt zwischen den Gehegen: wildlebende Tiere und Pflanzen im Zoo Basel.

Monographien der Entomologischen Gesellschaft Basel Vol. 3, 462 Seiten. ISBN 3-9522647-2-5.

Verlagstext:

Der Zoo Basel ist ein Begegnungsort von Menschen und exotischen Tieren. Die Besucher erhalten Einblicke in die faszinierenden Lebensweisen der Tiere und werden über die Bedrohung der Arten informiert. Der Zoo bietet zudem mit naturnah gestalteten Flächen, welche die einzelnen Anlagen von Besuchern trennen, vielfältige Lebensräume für wildlebende Pflanzen und Kleintiere an. In einer drei Jahre dauernden Untersuchung erfassten Botaniker und Zoologen die Vielfalt der ‹zwischen den Gehegen› vorkommenden Arten. Das Ergebnis erstaunt selbst die Fachleute. Über 3100 Arten von Pilzen, Pflanzen, wirbellosen Tieren, Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugern wurden ‹zwischen den Gehegen› im Basler Zoo gefunden. Das reich illustrierte Buch stellt diese Untersuchung vor. Die verschiedenen Organismengruppen werden einzeln besprochen und spezielle Arten werden ausführlich behandelt. Auch die interessante Geschichte über die Entwicklung des Gartens wird beschrieben.

Das Buch stellt eine Seite des Zoos vor, welche normalerweise von Besuchern kaum wahrgenommen wird. Es regt zum genauen Beobachten der Natur ‹zwischen den Gehegen› beim nächsten Zolli-Besuch an.

Freigegeben in B
Montag, 21 Januar 2013 14:51

Projekt Storch Schweiz

 

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Storchenpaar auf Dachhorst in Altreu © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Baumhorste im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Jungstörche im Horst im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Baumhorste im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Störche auf Horst im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

1948 initiierte der Solothurner Lehrer Max Bloesch ein Programm für die Wiederansiedlung des Weißstorchs, wozu er in Altreu bei Solothurn eine Storchenstation gründete, die er mit Störchen aus Algerien bevölkerte. 1960 kam es zur ersten Freibrut in Altreu, ab 1966 wurden weitere Storchenstationen gegründet, und 2019 gab es in der Schweiz wieder 566 Storchen-Brutpaare, wovon 394 Junge aufzogen. Zoologische Gärten spielen eine bedeutende Rolle für den Erfolg des Wiederansiedlungsprogramms.

Im Jahr 1977 gesellte sich ein wildes Storchenpaar aus dem Wiederansiedlungsprogramm zu den kupierten Störchen des Tierparks Lange Erlen in Basel, baute einen Horst auf einem Baum und zog erfolgreich zwei Junge groß. 1979 tauchte das erste wilde Brutpaar im damaligen Vogelpark Silberweide in Mönchaltorf bei Zürich auf, 1982 geschah dasselbe im Zoo Basel und 1992 schließlich im Zoo Zürich. Die Parklandschaften der Zoos mit ihren zahlreichen hohen, alten Bäumen erwies sich als ideales Brutgebiet, die Störche bedienten sich mit Futter, das ihren Zoovettern angeboten wurde, und fanden problemlos weitere Futterquellen auf umliegendem Landwirtschaftsgebiet. 

Bis zum Jahr 2021 wuchsen die Storchenkolonien in den Zoos auf bis zu 39 Paaren im Zoo Basel, bis zu 27 in den Langen Erlen und bis zu 22 Paaren im Zoo Zürich. Alles in allem waren bis dahin mehr als 1'300 Jungstörche im Zoo Basel, mehr als 701 in den Langen Erlen und mehr als 488 im Zoo Zürich ausgeflogen. Weitere regelmäßig besetzte Horste befinden sich bei Knie's Kinderzoo in Rapperswil und im ehemaligen Tierpark Silberweide bei Mönchaltorf ZH, ferner im grenznahen Vogelpark Steinen bei Lörrach, im Tierpark Mundenhof in Freiburg im Breisgau und im Zoo Mülhausen im Elsass. 

Der Bruterfolg in den Zoos ist deutlich höher als der schweizerische Durchschnitt, was zumindest teilweise auf das günstige Klima der in der Oberrheinischen Tiefebene gelegenen Stadt Basel bedingt ist. 

Die Zoos verzichten mittlerweile darauf, Störche flugunfähig zu machen und es wird ihnen auch kein Futter mehr angeboten. Ein hoher Prozentsatz der Vögel wandert auf der Westroute bis Spanien und Nordafrika, relativ wenige setzen den Flug über die Sahara bis nach Westafrika fort. So konnte z.B. ein im Juni 2015 besenderter Jungstorch bis nach Timbuktu (Mali) verfolgt werden, wo der Sender am 17. Oktober 2015 verstummte.

Die Storchenstation Altreu, in der zeitweilig auch Waldrappen und Schwarzstörche gehalten wurden, wurde mittlerweile zu einem Informationszentrum umgebaut. 2021 nisteten auf den Dächern des Weilers Altreu 59 Brutpaare, die zusammen 73 Jungvögel hochbrachten.

Literatur:

  1. BLOESCH, M. (1990)
  2. Jahresberichte von Storch Schweiz - Cigogne suisse

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Montag, 21 Januar 2013 14:49

Was lebt in der Benjeshecke?

 

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Noch kahle Benjeshecke im Kängurugehege des Tierparks Hellabrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Das nach dem Landschaftsgärtner Hermann Benjes benannte Benjesheckensystem (aus Ästen, Zweigen und Gestrüpp aufgeschichtete Barrieren) wurde 1991 erstmals in einem Zoo im Tierpark Hellabrunn eingeführt. Es hat sich als Flurbelebungskonzept und als strukturelle Bereicherung im Sinne einer Haltungsoptimierung bestens bewährt. Wegbereiter für die nicht unterpflanzte Hecke ist die Brennnessel vermutlich als Humusfänger und Biodünger, der eine Vielzahl von diversen Kräutern, Feldgehölzen und Bäumen folgen. Einen schnellen Erfolg bringt das Unterpflanzen mit früchtetragenden Sträuchern  und Bäumen (Heckenrose, Vogelbeere, Holunder, Kornelkirsche etc.). Wichtig ist dann die ständige Kontrolle und Abdeckung des Wurzelbereiches, um dort den Verbiss zu vermeiden.

Benjeshecken sind ein ebenso umweltfreundliches wie kostenloses Mittel, das im Besucherbereich anstatt hässlicher Zäune als Wegebegrenzung eingesetzt werden kann.

Das Benjesheckensystem empfiehlt sich innerhalb wie außerhalb von Gehegen zum nachhaltigen Schutz einheimischer Arten, z.B. von Ringelnatter, Mauswiesel, Zaunkönig, Bockkäfer. In Hellabrunn hat es entscheidend zur Nachzucht von freifliegenden Eisvögeln und zum Wachstum der Bestände von Ringelnatter, Mauswiesel und Zaunkönig beigetragen.

Darüber, wie Benjeshecken angelegt werden, gibt es im Internet zahlreiche Anleitungen.

Literatur:

  1. HALLER-PROBST, M. & WIESNER, H. (1999)

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Freigegeben in Heckenpflanzen
Montag, 21 Januar 2013 14:46

Tiergarten Nürnberg und der Reichswald

Im Jahr 1992 verabschiedete die Europäische Gemeinschaft die Richtlinie 92/43/EWG "Flora-Fauna-Habitat"; in deren Anhängen diejenigen seltenen Tier- und Pflanzenarten sowie bedrohten Lebensraumtypen genannt werden, für welche die Mitgliedstaaten Schutzgebiete (FFH-Gebiete) ausweisen müssen. Zusammen mit der bereits 1979 erlassenen Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG) und ihren Vogelschutzgebieten (SPA-Gebiete) bilden sie das Projekt "Natura 2000" - ein länderübergreifendes Netz von Schutzgebieten.
        
In diesem Zusammenhang starteten 2006 starteten die Ämter für Landwirtschaft und Forsten Roth und Fürth die Managementplanung für ein Fauna- Flora- Habitat- Gebiet (FFH) "Tiergarten Nürnberg mit Schmausenbuck". Die Auftaktveranstaltung fand im Naturkundehaus des Tiergartens statt.

Beim insgesamt 613 ha großen FFH-Gebiet Tiergarten Nürnberg mit Schmausenbuck handelt es sich überwiegend um einen mit alten Eichen durchsetzten Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) von hohem ökologischem Wert (Waldanteil 93%). Namensgebend und typisch für diesen Lebensraum ist in der Krautschicht die Weiße Hainsimse (Luzula luzuloides), ein eher unscheinbares Sauergras mit weißlichem Blütenstand. Charakteristische Pflanzenarten sind Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella) und Drahtschmiele (Deschampsia flexuosa).

Ein kleiner Teil des Schutzgebiets wird von Erlen-Eschen-Auenwäldern (Alno-Padion) mit Schwarzerle (Alnus glutinosa) und Esche (Fraxinus excelsior) eingenommen. Charakterart in der Krautschicht ist die Hain-Sternmiere (Stellaria nemorum). Der Wald kann allgemein sehr artenreich sein, so kommen als typische Begleiter der Hain-Sternmiere in der Krautschicht fast immer Wald-Ziest (Stachys sylvatica), Echte Nelkenwurz (Geum urbanum), Scharbockskraut (Ficaria verna), Moschuskraut (Adoxa moschatellina), Kriechender Günsel (Ajuga reptans), Große Brennnessel (Urtica dioica) und Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus) sowie die Süßgräser Phalaris arudinacea und Elymus caninus hinzu.  Über basenreichem Untergrund wachsen in der Krautschicht immer auch Arten der frischen Waldmeister-Buchenwälder wie Bärlauch (Allium ursinum), Bingelkraut (Mercuralis perennis) oder Ähriges Christophskraut (Actaea spicata).

Die Baumhöhlen der alten Eichen bilden Quartiere für besonders gefährdete waldbewohnende Fledermausarten. So kann man hier neben der FFH-Art Bechsteinfledermaus auch das Braune Langohr, Wasser- und Fransenfledermaus sowie die erst 1996 als eigene Art entdeckte Mückenfledermaus entdecken. Mit viel Glück kann man neben der FFH-Art Hirschkäfer auch den fast schon ausgestorbenen Juchtenkäfer, auch Eremit genannt, beobachten, der in den Mulmhöhlen sehr alter Laubbäume lebt.

Eine Vielzahl anderer Insekten sowie Vögel (v.a. Spechte, Eulen und andere Höhlenbrüter) und viele Pilzarten sind ebenfalls auf den Strukturreichtum des Gebietes mit einem hohen Anteil alter und abgestorbener Bäume angewiesen. Die Offenlandbereiche werden im Wesentlichen von den ehemaligen Sandsteinbrüchen der Stadt Nürnberg geprägt, in denen jetzt ein Großteil der Freilandgehege des Tiergartens untergebracht ist und an derfen Wänden z. B. Hasenlattich (Prenanthes purpurea) und Hexenkraut (Circaea lutetiana) gedeihen.

Literatur und Internetquellen:

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Freigegeben in Krautige Waldpflanzen
Donnerstag, 14 Juni 2018 07:48

FFH

Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen. Englisch: Council Directive 92/43/EEC on the Conservation of natural habitats and of wild fauna and flora.

Kurzbezeichnung im deutschen Sprachraum: FFH-Richtlinie, abgeleitet von ‚Fauna‘ (Tiere), ‚Flora‘ (Pflanzen) und ‚Habitat‘ (Lebensraum)

Die FFH-Richtlinie ist ein Instrument zur Umsetzung des Berner Übereinkommens des Europarates über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume. Auf ihrer Grundlage wurde ein Netz von Schutzgebieten errichtet, das Natura 2000 genannt wird.

Zur Richtlinie gehören fünf Anhänge:

ANHANG I
Natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen

ANHANG II
Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen

ANHANG III
Kriterien zur auswahl der Gebiete, die als Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung bestimmt und als besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden könnten

ANHANG IV
Streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse

ANHANG V
Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, deren entnahme aus der Natur und Nutzung Gegenstand von Verwaltungsmassnahmen sein könnten

Freigegeben in F
Donnerstag, 14 Juni 2018 14:05

Gewässer und Feuchtgebiete

(10.6.0) Allgemeines
(10.6.1) Fließgewässer
   

(10.6.2) Stehende Gewässer

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Allgemeines

SAF 10 0 0 map
(1) Olifants, (1A) Hantam, (1B) Doring, (2) Breede/Breë, (2A) Riviersonderend, 3 Gourits, (3A) Touws, (3B) Groot, (3C) Gamka, (3D), Olifants (Oudtshorn), (4) Groot, 5 Sondags/Sundays, 6 Groot Vis/Great Fish, 7 Berg; (A) Onder Langvlei, (B) Langvlei, (C) Rondevlei (D) Swartvlei, (E) Groenvlei, (F) Knysna Lagoon, (G) Rocher Pan, (H) die Vleis von Kapstadt

In einer Region mit relativ geringen Niederschlägen und einer wachsenden Bevölkerung ist Wasser ein kostbares Gut. Um eine nachhaltige und umweltverträgliche Bewirtschaftung sicherzustellen, wurde Südafrika in "Water Management Areas" aufgeteilt, die sich an den Einzugsgebieten größerer Flüsse orientieren. in der Kapregion gibt es deren fünf: Berg, Breede, Gouritz, Olifants-Doorn und Fish bis Tsitsikamma.

Um den Wasserbedarf von Bevölkerung und Landwirtschaft zu decken, wurden Flüsse und Bäche vielfach aufgestaut, so etwa der Olifants bei Clanwilliam zum Bulshoek Dam und Clanwilliam Dam. Größere natürlicherweise stehende Gewässer gibt es nur an der Küste. Von Bedeutung sind namentlich das Nationale Seengebiet von Wilderness, der Verlorevlei und Rocher Pan an der Westküste und die Vleis nördlich und südlich von Kapstadt.

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Fließgewässer

Berg Rivier

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Rosapelikane (Pelecanus onocrotalus) und Graureiher (Ardea cinerea) im Berg Rivier nahe der Mündung bei Velddrif, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Marschwiese am Berg Rivier nahe der Mündung bei Velddrif, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Hartlaubmöwe (Larus (= Chroicocephalus) hartlaubii am Berg Rivier bei Velddrif, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Waffenkiebitz (Vanellus armatus) im Berg Rivier bei Velddrif, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Berg Rivier oder Great Berg River entspringt in den Frankenstein-Bergen südlich von Franschhoek und mündet bei Velddrif in den Atlantik. Er hat eine Länge von 294 km, 6 Staustufen und ein Einzugsgebiet von etwa 7'700 km².

Vegetation: Nebst kommerziell genutzten Salzpfannen gibt es in der Schwemmebene sieben verschiedene Typen von Feuchtgebieten mit unterschiedlicher Flora: temporäre Gewässer, Schilfried, Seggenried, Salzmarsch, Halophyten-Schwemmebene, trockene (xeric) Schwemmebene und Gezeiten-Schlickwatt.

Tierwelt: Vor der Besiedlung des Kaps durch die Europäer lebten im Berg Rivier viele Flusspferde. Ab 1600 nahmen die Bestände wegen starker Bejagung ab. 1840 berichtet Cpt. CORNWALLIS HARRIS dass die Art in der Kapkolonie ausgestorben sei, bis auf ein Tier im Berg Rivier, das unter dem Schutz der Regierung stehe. 1869 wurde aber auch dieses allerletzte Flusspferd erlegt.

Die Mündung und Schwemmebene bei Velddrif sind ein bedeutendes Vogeschutzgebiet (IBA ZA083), in dem bisher über 250 Vogelarten nachgewiesen, und im Dezember schon über 46'000 Wasservögel gezählt wurden. Im Berg kommen verschiedene in der Kap-Region endemische Fische vor, so die Kap-Barbe (Barbus andrewi) und der Berg River Redfin (Pseudobarbus burgi), die beide stark gefährdet sind, und die Kap-Galaxie (Galaxias zebratus, Data deficient), Grund für die Gefährdung dieser Endemiten sind eingesetzte gebietsfremde Fischarten, wie Schwarzbarsch (Micropterus dolomieu) und Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss).

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Breede Rivier

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Breede Rivier im Bereich des Buntbock-Nationalparks, Lebensraum des Kapotters (Aonyx capensis), Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Breede Rivier im Bereich des Buntbock-Nationalparks, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Breede oder Breë Rivier entspringt in der Nähe von Ceres und mündet, nachdem er den Buntbock-Nationalpark durchflossen hat, beim Kap Infanta in den Indischen Ozean. Er ist 337 km lang und hat ein Einzugsgebiet von 12.384 km², in dem sich 13 größere Stauseen befinden.

Tierwelt: Im Breede kommen u.a. der Kap-Fingerotter, die stark gefährdete Kap-Barbe (Barbus andrewi), die Kap-Galaxie (Galaxias zebratus), der Kap-Buschfisch (Sandelia capensis, beide Data deficient) und der unmittelbar vom Aussterben bedrohte Pseudobarbus burchelli vor, im Unterlauf das Silberflossenblatt (Monodactylus falciformis). Zur Freude der Fischer wurden Karpfen und Forellenbarsche (Micropterus salmoides) angesiedelt. Ornithologisch Interessierte können häufig Schwarzenten und im Schilf Oryxweber  beobachten.

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Stehende Gewässer (Schutzgebiete)

Nationales Seengebiet Wilderness

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Enten und Kammblässhühner (Fulica cristata) auf dem Rondevlei, Garden Route- (Wilderness-)Nationalpark, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Der Langvlei bei Wilderness, Garden Route-Nationalpark, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Swartvlei bei Niedrigwasser, Garden Route- (Wilderness-)Nationalpark, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Riedscharben (Phalacrocorax africanus) im Rondevlei, Garden Route- (Wilderness-)Nationalpark, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Die Seen bei Wilderness wurden 1983 als Nationales Seen-Gebiet unter Schutz gestellt und bildeten später einen Nationalpark, der 2009 mit dem Tsitsikamma Nationalpark, dem Knysna National Lake Area und weiteren Flächen zum Garden Route National Park zusammengelegt wurde. Von West nach Ost handelt es sich um den Eilandvlei (143 ha), Langvlei (216 ha) und Rondevlei (130 ha), die miteinander verbunden und über den Serpentinenkanal mit dem Touw River sowie über dessen nur zeitweilig offene Mündung mit dem Indischen Ozean verbunden sind. Gespiesen werden sie vom Duiwe River sowie, bei verlegter Mündung, vom Touw River.

Es folgt nach Osten der Swartvlei (880 ha), der über drei Zuflüsse und bei Sedgefield über einen eigenen, ebenfalls oft durch Sandmassen verlegten Abfluss in den Ozean verfügt, und der Groenvlei (248 ha), der durch Dünen permanent von der See getrennt ist. Mit Ausnahme des Swartvleis, der eine maximale Tiefe von 18 m erreicht, handelt es sich um typische Flachseen mit maximalen Tiefen von 3 bis 6.5 m. Da bei Flut und offenen Mündungen Seewasser einfließen kann, ist das Wasser mehr oder weniger brackig, Am tiefsten ist der Salzgehalt beim Groenvlei.

Tierwelt: Auf der 33 Arten umfassenden Säugetierliste stehen u.a. Kap-Fingerotter, Sumpfmanguste (Atilax paludinosus), Buschbock, Buschschwein (Potamochoerus porcus) und Vleiratte (Otomys irroratus). Das Seengebiet ist bedeutend für den Vogelschutz (IBA ZA 093). Es wurden schon über 270 Arten nachgewiesen, darunter viele europäische Wasservögel, die hier überwintern. Im 200-300 ha großen Mündungskanal des Swartvleis lebt das nur 5 bis 11 cm lange Knysna-Seepferdchen (Hippocampus capensis), eine stark gefährdete Art, die ansonsten nur noch in der Lagune von Knysna und der Mündung des Keurbooms River vorkommt.

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Rocher Pan-Naturschutzgebiet

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Rocher Pan mit Weißbrustkormoranen (Phalacrocorax carbo lucidus), Flamingos (Phoenicopterus ruber roseus) und Straußen (Struthio camelus), Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus) in der Rocher Pan, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) in der Rocher Pan, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Rochers Pan-Naturschutzgebiet an der Westküste umfasst 914 ha Strandveld und Busch sowie einen 6 km langen und maximal 2 m tiefen Flachsee, der im 19. Jahrhundert durch den Stau des kleinen Papkuils Riviers entstanden ist. Dieser fällt in der Regel von März bis Juni trocken. Wenn er voll ist, hat er eine Fläche von 110 ha. Die Kombination von Flachsee, Sumpf, mit Busch und Fynbos bestandenem Land und Sandstrand ergibt wertvollen Lebensraum für die unterschiedlichsten Vogelarten. Das Gebiet wurde deshalb 1967 unter Schutz gestellt und 1988 durch ein Meeresreservat ergänzt.

Tierwelt: Bisher wurden 183 Vogelarten nachgewiesen, darunter über 70 Arten Wasservögel, einschließlich Zwergtaucher, fünf Kormoranarten, Schlangenhalsvogel, Rosapelikan, neun Reiher und zwei Ibisarten, Afrikanischer Löffler, Weißstorch, Zwerg- und Rosaflamingo. Ferner kommen u.a. Kapente, Rotschnabelente, Gelbschnabelente und Sporngans sowie Teichhuhn, Kammblässhuhn (Fulica cristata), PurpurhuhnStelzenläufer und Säbelschnäbler vor. Rocher Pan ist eines der wichtigsten Brut- und Mausergebiete der Kap-Löffelente (Anas smithii) und eine Zuflucht für den potenziell gefährdeten Schwarzen Austernfischer ( Himantopus moquini).

 

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Die Vleis von Kapstadt

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Das Rondevlei-Vogelschutzgebiet in den Cape Flats, im Hintergrund der Tafelberg, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Rondevlei-Vogelschutzgebiet mit Rosapelikanen, Heiligen Ibissen, Weißbrustkormoranen, Nilgans und Waffenkiebitz, Cape Flats, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Rosaflamingos (Phoenicopterus ruber roseus) in der Kläranlage Strandfontein, Cape Flats, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Die Vleis von Kapstadt befinden sich in den "Cape Flats", der Ebene zwischen Kapstadt und der False Bay. Es handelt sich um vier Flachseen: den Rondevlei (Naturschutzgebiet 220 ha), den im Mittel 1.9 m tiefen, 256 ha große Zeekoevlei (Naturschutzgebiet), den Zandvlei im 2015 auf 220 ha erweiterten Zandvlei Estuary Nature Reserve, das nun auch die Mündungsgebiete von Westlake-, Keysers- und Sand-River umfasst, und den stark beeinträchtigte Princess Vlei. Dazu kommen einige kleinere Weiher und die ausgedehnte Kläranlage von Strandfontein (ca. 330 ha Wasserfläche). Ferner gibt es nördlich der Stadt, an der Tafelbucht, den Rietvlei im 663 ha grossen Rietvlei-Naturschutzgebiet.

Tierwelt: Die Vleis sind nicht nur ein bedeutender Lebensraum für Wasservögel (IBA ZA 095), bisher wurden rund 230 Vogelarten nachgewiesen, sondern beherbergen auch die endemische, stark gefährdete Westliche Leopardkröte (Amietophrynus pantherinus) und die gefährdete Weiße Steinbrasse (Lithognathus lithognathus) ferner diverse andere Fisch- und Amphibienarten, etwa ein Dutzend Reptilienarten und rund 20 Säugetierarten, darunter Kap-Fingerotter, Sumpfmanguste, Kapstrandgräber (Bathyergus suillus) und eingeführte Flusspferde. 

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Literatur und Internet-Quellen

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Freigegeben in Kapregion
Donnerstag, 14 Juni 2018 14:00

Immergrüne Feuchtwälder

 

 

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Karte der Gebiete, die mit Textbeiträgen oder Fotos vorgestellt werden: (1) Tsitsikamma-NP, (a) Seaview-GamePark, (b) Settlers-Park

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Tsitsikamma-Wald, Garden Route-Nationalpark, West-/Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Wald und Waldweiher im Settlers Park, Port Elizabeth, Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Grauducker (Sylvicapra grimmia), Alexandria-Küstenwald, Seaview, Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF-10-5-03 cyathea capensistsitsikamma
Wald-Baumfarne, Bosboomvaring (Cyathea capensis), Tsitsikamma, Garden Route-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Tsitsikamma-Wald, Garden Route-Nationalpark, West-/Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Bärenpavian (Papio ursinus, Tsitsikamma-Wald, Garden Route-Nationalpark, West-/Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kapmanguste (Galerella pulverulenta), Tsitsikamma, Garden Route-Nationalpark, West-/Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

An wind- und feuergeschützten Standorten gedeihen auf tiefgründigen, fruchtbaren in Böden in Küstennähe immergrüne Wälder, die als "afromontane Wälder" bezeichnet werden, auch wenn sie gebietsweise bis auf Seehöhe hinunter reichen und selten über 1'000 m hinauf gehen. Sie benötigen einen einigermaßen regelmäßig verteilten Jahresniederschlag von mindestens 800 mm. Gemäßigte immergrüne Wälder kommen fragmentiert von der Ostseite des Tafelbergs bis ins Ostkap hinein vor, wonach sie von subtropischen Feuchtwäldern abgelöst werden.

Der Alexandria-Küstenwald liegt zwischen dem Sundays und dem Bushmans River im Ostkap, also außerhalb der floristischen Kapregion, hat aber isolierte Ausläufer Richtung Westen, südlich und westlich von Port Elizabeth, so im Island Nature Reserve (480 ha), im Maitland Nature Reserve (250 ha) und im Settlers Park (54 ha). Diese Waldstücke mit Gelbholz- (Afrocarpus falcatus), Milksapote- (Sideroxylon inerme, White Milkwood) und Korallenbäumen (Erythrina) bilden ein kleinräumiges Mosaik mit Busch (Thicket) und Küsten-Fynbos. Dementsprechend ist die Biodiversität in diesem Küstenabschnitt sehr hoch.
        
Die ausgedehntesten Wälder der Kapregion, die "Indigenous Forests" von Knysna und Tsitsikamma mit einer Fläche von über 60'000 ha wurden seit dem 18. Jahrhundert und zum Teil bis heute forstwirtschaftlich genutzt. Sie befinden sich in der relativ regenreichen (1'000-1'200 mm) Gegend des heutigen Gartenroute-Nationalparks auf einer Höhe von 5 bis 1'220, im Mittel 240 m. Die Artenvielfalt dieser Wälder ist mit 450 Arten relativ gering. 180 Arten sind Gehölzpflanzen. Gebietsweise wurde der einheimische Wald abgeholzt und durch Kiefern- und Eukalyptus-Pflanzungen

Vegetation und Charakterpflanzen

Die über 30 m, in Ausnahmefällen bis 60 m hoch werdenden Gelbholzbäume (Afrocarpus falcatus und latifolius) beeindrucken als "Big Trees", die über das 15-30 m hohe Kronendach hinausragen. Andere typische Arten sind z.B. der Afrikanische Zürgelbaum (Celtis africana, White Stinkwood), Milchsapote, Kap-Kastanie (Calodendrum capense), Kerzenbaum (Pterocelastrus tricuspidatus), und Assegai (Curtisia spp.).

Tierwelt

Im 18. und 19. Jahrhundert lebten noch viele Elefanten und Kaffernbüffel in der Gegend, die sich allmählich in die Wälder zurückzogen, um dem Druck von Bejagung und Landwirtschaft zu entgehen. Trotzdem wurde 1883 der letzte Büffel abgeschossen. Von den etwa 500 Elefanten, die es noch in den 1860er Jahren gab, überlebten 1920 ganze zwölf und um 1990 waren noch vier Tiere bekannt. Obwohl eine Bestandesstützung mit Elefanten aus dem Krüger-Nationalpark missglückte, lebt heute nach wie vor eine kleine Population in den schwer zugänglichen Wäldern.
        
Auf der Säugetierliste stehen ferner u.a. Grüne Meerkatze, Bärenpavian, Honigdachs, Großfleck-Ginsterkatze, Kapmanguste (Herpestes pulverulentus), Leopard, Buschschwein (Potamochoerus larvatus), Buschbock, Rot- und Blauducker. Ornithologisch bemerkenswert sind Goldrücken- (Mesopicos griseocephalus) und Knysnaspecht (Campethera notata), Federhelmturako (Tauraco corythaix), Goldkuckuck (Chrysococcyx cupreus) und Narinatrogon (Apaloderma narina).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Tsitsikamma-Sektion des Garden Route-Nationalparks

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Der immergrüne Feuchtwald reicht bis unmittelbar an die Küste. Ottertrail,Garden Route-NP, West-/Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Mit Farnen bestandener Waldboden, Tsitsikamma-Wald, Garden Route-Nationalpark, West-/Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF-10-5-09 tsitsikamma dassie
Klippschliefer (Procavia capensis), Stormsriver Restcamp, Garden Route-NP, West-/Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Orchidee im Tsitsikammawald, Garden Route-Nationalpark, West-/Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Als Tsitsikamma-Nationalpark 1964 eröffnet. Seit 2009 zusammen mit dem Tsitsikamma-Staatswald-Reservat Bestandteil des Garden Route-Nationalparks.
Fläche: 29'838 + Staatswald 500 ha, insgesamt deckt der Garden Route NP etwa 60'500 ha immergrünen Feuchtwald ab; Höhe 0 - ca. 300 m.ü.M.

Charakterpflanzen: Outeniqua-Gelbholz (Afrocarpus falcatus), darunter der rund 800 Jahre alte "Big Tree" mit einer Höhe von 37 m und einem Stammumgfang von 8.5 m, Afrikanischer Zürgelbaum, Milchsapote, Kap-Kastanie, Kerzenbaum und Assegai.

Tierwelt: Nebst den oben erwähnten Arten sind die auf kurze Distanz zu beobachtenden Klippschliefer bemerkenswert. Ferner kommt der Kap-Fingerotter vor. Tsitsikamma ist ein ornithologisch bedeutendes Gebiet (IBA ZA077). Hier seien erwähnt: Kronenadler (Stephanoaetus coronatus), Mohrenhabicht (Accipiter melanoleucus), Afrika-Habicht (Accipiter tachiro), Bergbussard (Buteo oreophilus), Mohrenweihe (Circus maurus), Kapfrankolin (Francolinus capensis), Afrika-Waldkauz (Strix woodfordii), Zimttaube (Columba larvata), Halbmondtaube (Streptopelia semitorquata), Geierrabe (Corvus albicollis).

Weitere Schutzgebiete mit u.a. Immergrünem Feuchtwald:

Boosmansbos Wilderness Area, De Mond NR, Diepwalle State Forest, Fernkloof NR, Garcia State Forest, Gamkaberg NR, Goukamma NR, Gouna State Forest, Groot Winterhoek Wilderness Area, Grootvadersbosch NR, Helderberg NR, Island NR (Seaview), Jonkershoek NR, Keurbooms River NR, Kogelberg NR, Maitland NR, Marloth NR, Salmonsdam NR, Settlers Park, Tafelberg-Nationalpark, Tsitsikamma-Nationalpark, van Stadens Wild Flower Reserve

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Literatur und Internet-Quellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 13:55

Karoo

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Anysberg-Naturschutzgebiet, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Das Tal des Gamkaflusses bei Calitzdorp, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Meiringspoort-Pass und -schlucht verbinden die Kleine mit der Großen Karoo Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kap-Aloe (Aloe ferox), Kleinkaroo, Westkap, Südafrika © Peter Dollingr, VDZ

 

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Kap-Bergzebras (Equus z.zebra) im Gamkaberg-Naturschutzgebiet, Westkap, Südafrika. Quelle: www.safarinow.org

 

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Straußenfarm bei Oudtshoorn, Westkap, Südafrika © Peter Dollingr, VDZ

 

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Subadulte Farmstrauße, Swartberg, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office BernZ

Allgemeines

Die Karoo ist innerhalb der Palaeotropis das Nachbarbiom der Kapregion. Sukkulenten- und Namakaroo werden deshalb primär unter Wüsten und Halbwüsten im Südlichen Afrika abgehandelt. Es gibt aber auch im Bereich der Kapflora Gebiete, wo Karoo-Vegetation auftritt. Dies betrifft insbesondere die Kleinkaroo und die Fortsetzung des westlichen Strandvelds und des Zederbergs Richtung Norden.

Vegetation und Charakterpflanzen

Die Karoovegetation der Kapregion gehört zur Sukkulentenkaroo, wobei unterschieden wird zwischen dem "Karoo Broken Veld", das hauptsächlich im Bereich der Kleinkaroo um Oudtshoorn und Ladismith vorkommt und von der Großen Karoo durch den Swartberg abgetrennt ist, und im Nordwesten der "Vygie Karoo", so genannt wegen der Dominanz der auf Afrikans "Vygies" genannten Mittagsblumen (Aizoaceae bzw. Mesembryanthemaceae).  Nebst den "Vygies" (Antimima, Conophytum, Drosanthemum, Ruschia etc.) sind verschiedene andere Sukkulenten häufig so Aloe, Crassula, Euphorbia und Haworthia, ebenso kleine Büsche, namentlich aus der Familie der Körbchenblütler, wie der Kapokbusch (Eriocephalus), Schafbusch (Pentzia) und Blaubusch (Pteronia). Unter den spärlichen Bäumen dominieren Euclea undulata, ein Ebenholzgewächs, und Pappea capensis aus der Familie der Seifenbaumgewächse.

Tierwelt

Ab 1860 wurden in der Klein-Karoo Strauße zur Federproduktion auf Farmen gehalten. Die Stadt Oudtshoorn wurde zum Zentrum einer sich ab 1870 explosionsartig entwickelnden Straußenindustrie. Der Federboom erreichte seinen Höhepunkt 1913 und brach mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die südafrikanische Straußenzucht dank der Ausrichtung auf die Produktion von Leder in kleinerem Umfang überleben. Ab 1980 wurde Straußenfleisch zum Hauptexportartikel, was nebst dem Tourismus der südafrikanischen Straußenhaltung eine neue Blüte bescherte.
        
Von der ursprünglichen Großtierfauna ist wenig übriggeblieben. In der Klein-Karoo weiden heute vorab Schafe und Strauße. Nur in den Bergen haben Leopard, Karakal, Schabrackenschakal, Erdwolf, Honigdachs, Bärenpavian, kleinere Antilopen und punktuell Bergzebra überlebt. In den Reservaten wurden einzelne Arten wiederangesiedelt. An Antilopen sind heute anzutreffen: Elenantilope, Grosser KuduSüdafrikanische Kuhantilope, Rehantilope, Klippspringer, Kap-Greisbock, Steinböckchen, Springbock, Grauducker. Ornithologische Spezialitäten sind Karoolerche (Calendulauda albescens), Karoo-Heckensänger (Tychaedon coryphoeus), Rotohrsänger  (Malcorus pectoralis), Bleichschmätzer (Emarginata schlegelii), Layard-Grasmücke (Sylvia layardi), Karoo-Prinie (Prinia maculosa) und Rußnektarvogel (Cinnyris fuscus). Eine charakteristische Reptilienart ist das Karoo-Zwergchamäleon (Bradypodion karrooicum). An Schlangen gibt es  u.a. Kapkobra, Puffotter, Boomslang (Dispholidus typus), Braune Hausschlange (Boaedon capensis) und Gefleckte Harlekinschlange (Homoroselaps lacteus).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

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Gamkaberg-Naturschutzgebiet, Westkap, Südafrika. Foto Winfried Bruenken, Amrum
Einen Nationalpark gibt es in der Klein-Karoo nicht. Schutzgebiete: A.S. Le Roux NR, Anysberg NR (IBA ZA087), Aquila Private Game Reserve, Bosch Luys Kloof Private NR (Ladismith), Gamkaberg NR, Gamkapoort NR, Gamkaskloof NR (Die Hel), Greylands Private NR (Oudtshoorn), Hantam National Botanical Garden, Kanaland Private NR (Barrydale), Kamanassie NR, Montagu Mountain NR, Noukloof NR, Ortmansgat Private NR, Outeniqua NR, Swartberg NR (IBA ZA085).

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Literatur und Internet-Quellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 13:51

Grasland-Fynbos

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Zuurberg, Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Protee (Protea sp.), Zuurberg, Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

In Ebenen und tieferen Gebirgslagen im Osten der Kapregion, wo der Jahresniederschlag unter 600-800 mm liegt, aber sommerliche Niederschläge auftreten, tritt auf einer Fläche von ungefähr 6'500 km² anstelle des echten Fynbos der Grasland-Fynbos (Grassy Fynbos, False Fynbos) auf, bei dem die Kap-Riedgräser (Restionaceae) durch Süßgräser (Poaceae) ersetzt werden.

Vegetation und Charakterpflanzen

Dieser Vegetationstyp bevorzugt feinsandige, relativ fruchtbare Böden, die aus Sandstein oder Quarzit enstanden sind. Etwa 3% des Grasland-Fynbos wurden durch Beweidung oder häufiges Abbrennen zerstört, d.h. in Grasland umgewandelt. Etwa 16 % stehen unter Schutz. Das Artenspektrum ist abhängig von den Niederschlägen, die im Inland und den Nordhängen der Berge tiefer, an der Küste und den Südhängen höher sind. An der Küste ist der Grasland-Fynbos oft durchsetzt mit Buschland (Thicket). Da die vorkommenden Süßgräser feiner texturiert sind als die Kap-Riedgräser, treten Feuer häufiger auf als im Berg-Fynbos.

Die Grasdecke besteht namentlich aus Arten der Gattungen Themeda, Brachiaria, Diheteropogon, Disparago, Eragrostis, Helichrysum, Heteropogon, Selago und Tristachya. Die Proteen sind mit 30 Arten vertreten, wovon zwei endemische. Ferner kommen häufig nicht zu den Proteen gehördene, kleinblättrige Sträucher, Sukkulenten, wie Aloe spp. und Kräuter mit haarigen Blättern vor.

Tierwelt

Bärenpavian, Erdwolf, Karakal, Smith-Rothase (Pronolagus rupestris), Klippschliefer, Kap-Bergzebra, Grosser Kudu, Bergriedbock, Rehantilope (Pelea capreolus), Klippspringer, Blauducker. Zu den typischen Vögeln gehören Rotflügelfrankolin (Scleroptila levaillantii), Mohrenweihe (Circus maurus), Kap-Graseule (Tyto capensis), Rotnackenlerche (Mirafra africana), Goldbrust-Nektarvogel (Anthobaphes violacea), Kap-Honigvogel (Promerops cafer) und Afrikanischer Grassänger (Sphenoeacus afer)

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Zuurberg-Sektion des Addo-Nationalparks

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Lage der Zuurberg-Sektion des Addo-Elefanten-Nationalparks

 

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Zuurberg. Quelle: www,mountainevents.co.za

 

Teilweise Unterschutzstellung bereits 1896, von der Nationalparkbehörde 1985 übernommen, seit 1995 Teil des Addo-Nationalparks.
Fläche: ca 35'000 ha. Höhe: 250-970 m.ü.M.
Jahresniederschlag 489 - 722 mm
Temperatur (Zuurberg Mountain Village): min. Monatsmittel ca 5°C, max. Monatsmittel CA. 22°C

Vegetation: Grasland-Fynbos ist mit ca. 12'000 ha das wichtigste Biom des Zuurbergs, der auf Quarzit- und auf Schieferböden gedeiht. Daneben gibt es Valley Bushveld, Grasland, Afromontanen Wald und Berg-Fynbos.

Tierwelt: Bärenpavian (Papio ursinus), Erdwolf, Smith-Rothase (Pronolagus rupestris), Grosser Kudu, Bergriedbock, Blauducker. 1992 wurden Kap-Bergzebras wiederangesiedelt, später auch Kuhantilopen. Die Wiederansiedlung von Elenantilopen ist geplant.

Weitere Schutzgebiete

Baviaanskloof Wilderness (IBA ZA072), Groendal Wilderness, Kouga Wilderness (IBA ZA072), Vaalkloof NR

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Literatur und Internet-Quellen

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx