Samstag, 10 Oktober 2020 07:45

Fließgewässer

(9.0) Allgemeines
(9.1) Seen und Stauhaltungen

(9.2) Fließgewässer
(9.2.1) Forellenregion
(9.2.2) Äschenregion
(9.2.3) Barbenregion
(9.2.4) Brachsenregion
(9.2.5) Kaulbarsch-Flunder-Region

(9.3) Flachseen
(9.4) Kleingewässer
(9.5) Feuchtgebiete

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Fließgewässer Fliessgewässer

Das Schema der Fischregionen ist an Fließgewässern Deutschlands und Belgiens erarbeitet worden und hat für andere Regionen nur beschränkte Gültigkeit. Als Folge der vielen Stauhaltungen sind die einzelnen Regionen nicht mehr so klar getrennt wie früher

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Forellenregion

EUR-09-02-01 gasterenbach
Gasterenbach, ca.1380 m.ü.M, Berner Oberland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09-02-01 schwarzwasser
Schwarzwasser, 580 m.ü.M., Naturschutzgebiet Schwarzwasser-Sensegraben, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 09 02 tarn PD1
Die Gorges du Tarn bei Castelbouc, Forellenregion in Südfrankreich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Quellgebiet von Gebirgsbächen in Höhenlagen von bis zu über 2000 m.ü.M., von Gebirgsflüssen oder von klaren Wiesenbächen in tieferen Lagen und die oberen Bereiche dieser Gewässer. Starkes Gefälle von 4.5-50 ‰, Gewässerbreite 1 bis etwa 25 m, Wasser kühl, im Sommer je nach Höhenlage bis 10˚C oder etwas darüber, sauerstoffreich und, außer während der Schneeschmelze, klar. Der Boden besteht überwiegend aus Fels, Geröll oder grobem Kies.

Tierwelt:

Bachforelle (Salmo trutta f. fario), Groppe, der aus Nordamerika eingeführte Bachsaibling, in tieferen Lagen auch Elritze, Schmerle , Gründling (Gobio gobio), Laube, Steinbeißer (Cobitis taenia) und Bachneunauge (Lampreta planeri).

Wasseramsel, Berg- und Bachstelze (Motacilla cinerea, M. alba).

Der südfranzösische Tarn, der in den Cevennen entspringt und in die Garonne mündet, ist mit einem mittleren Gefälle von etwa 4 ‰  ein Forellen- und Äschengewässer, in dem man weitgehend auf dieselben Arten wie in Mitteleuropa (Forelle, Äsche, Elritze, Gründling, Groppe, Hasel, Döbel) trifft. In den ruhigeren Flussabschnitten im Unterlauf tritt anstelle der Flussbarbe die Forellenbarbe (Barbus meridionalis).

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Äschenregion

EUR-09-02-02 aare aeschen
Aare bei Rubigen, ca. 515 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09-02-02 aeschenregion niederried
Aare beim Zusammenfluss mit der Saane, 463 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Abschnitt unterhalb der Forellenregion. Die Gewässer sind breiter, bis zu etwa 100 m, das Gefälle weniger stark (1.25-7.5 ‰) und das Wasser etwas weniger kalt, im Sommer selten über 15ºC. Der Boden besteht hauptsächlich aus grobem oder feinerem Kies, stellenweise hat es Wasserpflanzen, die Unterschlupf und Nahrung für Insektenlarven und Kleinkrebschen bieten.

Tierwelt

Charakterfisch ist die Äsche (Thymallus thymallus), daneben hat es Fische der Forellenregion, die aus Nordamerika eingeführte Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss), in tieferen Lagen auch Huchen bzw. Lachs (Salmo salar), Nase, Alet, Quappe (Lota lota), Hecht und Rapfen (Aspius aspius).

Gänsesäger, Wasseramsel, Berg- und Bachstelze (Motacilla cinerea, M. alba)

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Barbenregion

EUR-09-02-03 alte aare
Alte Aare bei Safnern, 425 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 09 02 04 aare bueren
Aare bei Büren, ca. 424 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Der Abschnitt unterhalb der Äschenregion. Der Bach ist hier zum Fluss geworden. Das Wasser ist immer noch relativ schnellfließend und sauerstoffreich, weist ein geringes Gefälle von 0.33-3 ‰ und in der warmen Jahreszeit Temperaturen von über 15˚C auf. Der Bestand an Wasserpflanzen hat zugenommen und oft hat es einen Schilfgürtel entlang den Ufern. Der Boden besteht aus grobkörnigem Sand oder Kies.

Tierwelt:

Charakterfisch ist die Flussbarbe (Barbus barbus), daneben leben hier Fische der Forellenregion sowie Rotauge (Plötze, Schwale) und Rotfeder, Schneider, Aal, Flussbarsch, Nase, Zander, Streber, Roi du Doubs (Zingel asper) und andere Barscharten.

Gänsesäger, Eisvogel, Wasseramsel, Berg- und Bachstelze (Motacilla cinerea, M. alba)

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Brachsenregion

EUR 09 02 05 rhone pont saint esprit
Rhône bei Pont-Saint-Esprit ca. 35 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09-02-04 vechte PD
Vechte bei Nordhorn, ca. 15 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Hier, im Unterlauf des Flusses, fließt das Wasser langsamer in einem ziemlich gleichmäßig tiefen Gerinne. Das Gefälle beträgt bis zu 1 ‰. Das Wasser ist of trübe, kann im Sommer wärmer als 20˚C werden, im Winter aber gefrieren. Der Sauerstoffgehalt in Nähe des sandigen oder schlammigen Bodens ist eher tief. Die Ufer sind stark bewachsen und dienen vielen Fischen als Kinderstube. Insgesamt ist dies die fischreichste Region eines Flusses.

Tierwelt

Charakterfisch ist der Brachsen (Abramis brama), daneben gibt es viele andere Karpfenfische, wie z.B. den Karpfen selbst, die Schleie, die Karausche, das Rotauge, die Rotfeder, die Laube, die Blicke oder die ZiegeFlussbarsch und Zander gedeihen hier besser als in der Barbenregionen. Auch der größte Raubfisch unseres Süßwassers, der Wels, findet sich hier, und früher war die Region das Laichgebiet von Stör und Maifisch.

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Kaulbarsch-Flunder-Region

EUR-09 Elbe bei Glückstadt
Graugänse an der Elbe bei Glückstadt, 0 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09 elbe bei brokdorf
Elbe bei Brokdorf , 0 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09-02-05 brackwasser pt rhone
Silberreiher (Casmerodius albus) in der Kleinen Rhone bei Les Stes. Maries-de-la-Mer, ca. Mittelmeerhöhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09-02-05 brackwasser pt rhone2
Mittelmeer-Silbermöwen (Larus cachinnans) in der Kleinen Kleine Rhone bei Les Stes. Maries-de-la-Mer, ca. Mittelmeerhöhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Brackwasserbereich der Mündungsgebiete wird auch als Kaulbarsch-Flunder-Region bezeichnet. Sie hat kein Gefälle und ist charakterisiert durch wechselnde Wasserführung und schwankenden Sauerstoff- und Salzgehalt bedingt durch die Wirkung der Gezeiten. Im Sommer wird das Wasser 20 und mehr °C warm. Der Untergrund kann aus feinem Sand, Kies oder Schlamm bestehen. Zu dieser Region gehören Tidenflüsse wie die Elbe ab dem Wehr Geesthacht, die Stör ab Kellinghusen, die Oste ab Bremervörde, die Weser ab Hastedt, die Hunte unterhalb von Oldenburg, die Ems ab Herbrum, der Unterlauf des Rheins, und der Eider.

Tierwelt:

Früher war der Europäische Stör von großer Bedeutung für die Fischerei in den Unterläufen der europäischen Flüsse, etwa bis in die 1930erJahre in der Elbe, wo er heute ausgestorben ist. Im Rhein verschwand er in den 1940/50er-Jahren, und in der der Eider, erlosch der letzte autochthone Störbestand Deutschlands 1969. Den letzten natürlichen Restbestand des Europäischen Störs gibt es im Gironde-Garonne-Dordogne-Gebiet in Frankreich. Seit einigen Jahre laufen Programme zur Wiederansiedlung der Art in Elbe und Oder.

In der Kaulbarsch-Flunder-Region finden sich heute, neben den namengebenden Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua) und Flunder (Platichthys flesus), Arten der Brachsenregion sowie Stichlinge (Gasterosteus aculeatus, Pungitius pungitius) und Meeräschen.

In der entsprechenden Region der Rhone gibt es neben Wels, Zander, Hecht, Aal, StichlingMaifisch und Meeräsche auch Seenadel (Syngnathus abaster), Wolfsbarsch, Sardine (Sardina pilchardus), GeißbrasseGoldbrasse und Seezunge (Solea solea).

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Literatur und Internetquellen

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Samstag, 10 Oktober 2020 07:45

Seen und Stauhaltungen

(9.0) Allgemeines
(9.1) Seen und Stauhaltungen
(9.1.1) Hochgebirgsseen
(9.1.2) Bergseen
(9.1.3) Seen der mittleren Höhenlagen
(9.1.4) Tieflandseen
(9.1.5) Altwasser
(9.1.6) Stauhaltungen
(9.2) Fließgewässer
(9.3) Flachseen
(9.4) Kleingewässer
(9.5) Feuchtgebiete

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Seen und Stauhaltungen

EUR 09 00 spiez PD1
Blesshüher (Fulica atra), Reiherenten (Aythya fuligula) und Gänsesäger (Mergus merganser) im Botshafen von Spiez am Thunersee © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Seen sind stehende Gewässer, die mindestens 10 m tief sind, in denen das Wasser geschichtet ist und die über eine durch eine gleichmäßig kühle Wassertemperatur gekennzeichnete Tiefenzone verfügen, in der keine Wasserpflanzen gedeihen können. Stauseen sind künstlich angelegte Wasserspeicher, in denen der Wasserstand starken Schwankungen unterworfen sein kann. Je nach Art der Bewirtschaftung sind sie als Lebensraum für Fische mehr oder weniger geeignet.

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Hochgebirgsseen

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Triebtensee 2365 m.ü.M., im Hintergrund Oberaar-Stausee, 2303 m.ü.M. Berner Oberland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Hochgebirgsseen liegen oft in 2000 m Höhe und darüber. Sie sind meistens während 6-9 Monaten mit Eis und Schnee bedeckt. Bevölkert werden sie, soweit sie für Fische erreichbar sind oder diese vom Menschen eingesetzt wurden, von Bachforelle, Groppe, Seesaibling und Elritze. In der aus 23 Einzelseen bestehenden Seenplatte von Macun im Schweizer Nationalpark leben Elritzen sowie ursprünglich eingesetzte Forellen und Kanadische Seesaiblinge auf über 2600 m Höhe. Sie ernähren sich von Zuckmückenlarven, Erbsenmuscheln, Land- und Wasserkäfern sowie Anflugnahrung.

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Bergseen

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Silsersee, 1797 m.ü.M., Tiefe 71 m. Oberengadin, Kt. Graubünden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Die tiefer gelegenen Bergseen entsprechen als Lebensraum in etwa der Forellen und Äschenregion. Zusätzlich zu den in Hochgebirgsseen anzutreffenden Fischarten vermögen sich unterhalb von 2000 m.ü.M. auch die Äsche und die Bartgrundel zu halten. In manche Bergseen eingesetzt wurden die aus Nordamerika stammende Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) und der Kanadische Seesaibling.

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Seen der mittleren Höhenlagen

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Stockenten (Anas platyrhynchos) am Starnbergersee, 584 m.ü.M., Tiefe 127 m. Bayern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 09 00 brienzersee PD1
Personenschiffahrt auf dem Brienzersee im Berner Oberland, 564 m. ü. M., Tiefe 261 m © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 09 00 worthersee PD1
Der Wörthersee, 439 m.ü.M., Tiefe 85 m, ist einer der wärmsten Alpenseen Österreichs © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09-01-03 champspittet
Silberreiher (Casmerodius albus) bei Champs-Pittet, Neuenburgersee, 429 m ü. M., Tiefe 152 m. Kt. Waadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09-01-03 Lago maggiore
Lago Maggiore mit Isola di Brissago von Ronco aus. Kt. Tessin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09 lago di como
Lago di Como mit Halbinsel von Bellagio Lombardei, Italien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

In den tieferen Lagen der Alpen, im Alpenvorland und im Schweizer Mittelland gibt es eine Reihe recht tiefer Seen, so z.B. in Österreich: Zeller, Millstätter, Ossiacher, Mond- und Wörthersee; in Bayern: Starnberger, Ammer- und Chiemsee; in der Schweiz: Thuner-, Vierwaldstätter-, Neuenburger-, Zürich- und Genfersee und schließlich das "Schwäbische Meer", der trinationale Bodensee. Diese Seen sind durch relativ kaltes, sauerstoffreiches Wasser charakterisiert.

Tabelle: Seen der mittleren Höhenlagen

Tierwelt:

Im meist schmalen Uferbereich der Alpen- und Voralpenseen leben BarscheHechte und verschiedene Weißfische. Im Freiwasserbereich dominieren die verschiedenen, oft für einzelne Seen spezifischen Felchen. Ferner hat es Seeforellen (Salmo trutta lacustris), Seesaiblinge und Äschen. In Seen unter etwa 450 m Höhe nimmt die wirtschaftliche Bedeutung des - am Bodensee "Kretzer" genannten - Flussbarschs zu. Diese Seen sind mit die wichtigsten Überwinterungsgebiete für Enten aus Skandinavien und Sibirien. Allein in der Schweiz überwintern 147'000 Tafel- und 176'000 Reiherenten.

Seen südlich der Alpen

Die auf etwas geringerer Höhe (z.B. Lago d'Orta 290 m.ü.M., Lago Maggiore 193 m.ü.M., Gardasee 65 m.ü.M.) liegenden Seen des südlichen Alpenrandes sind zumeist sehr tief (Lago di Como bis 425 m, Lago Maggiore bis 372 m, Gardasee bis 346 m). Im Sommer erwärmt sich das Oberflächenwasser deutlich stärker als das Tiefenwasser. Es kann ohne weiteres 20°C erreichen, währenddem das "Hypolimnion" des Sees homogen 4°C kühl bleibt. Dadurch wird der Wasseraustausch zwischen unteren und oberen Schichten im Sommer unterbunden.

Tierwelt:

Die südlichen Alpenrandseen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Fischfauna deutlich von jenen nördlich der Alpen. Die Felchen fehlen, soweit sie nicht vom Menschen eingesetzt wurden. Andererseits lebt hier mit der Cagnetta (Salaria fluviatilis) ein Schleimfisch, den man eher im Meer, sowie der Ghiozzo eine Grundel, die man eher in der Brackwasserzone erwarten würde. Viele Gattungen sind durch mittelmeertypische anstelle der bei uns heimischen Arten vertreten. Der auf 850 m Höhe gelegene Prespasee, ein Grenzgewässer Griechenlands, Albaniens und Nordmazedoniens beherbergt die europaweit größte Brutkolonie des Krauskopfpelikans.

Tabelle Fische nördlich und südlich der Alpen

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Tieflandseen

EUR-09-01-04 neuruppin
Ruppiner See, 36,5 m.ü.M., max. Tiefe 23 m. Brandenburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

In Deutschland befinden sich die Tieflandseen hauptsächlich in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg. Der größte See der Mecklenburger Seenplatte ist die auf 62 m.ü.M. gelegene Müritz mit einer Fläche von 11'260 ha, einer maximalen Tiefe von 31 und einer mittleren Tiefe von 6.5 m. Nebst einigen weiteren größeren Seen handelt es sich meist um Kleinseen mit einer Wassertiefe von unter 10 m. In den tieferen Seen ist die Kleine Maräne (Coregonus albula) der wichtigste Fisch der Freiwasserzone. In den meist breiten, bewachsenen Uferzonen leben Hecht, Flussbarsch, Brachsen und verschiedene andere Karpfenfische.

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Altwasser

EUR-09-01-05 altwasser häftli3
Aare-Altwasser, Naturschutzgebiet Häftli, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Altwasser sind durch natürliche Ursachen oder wasserbauliche Massnahmen abgetrennte Nebenarme eines Flusses mit stehendem Wasser. Sie befinden sich oft in sumpfigen Auen, sind stark mit Wasserpflanzen bewachsen und wegen ihrer relativ geringen Ausdehnung und geringen Tiefe am ehesten mit einem Kleinsee vergleichbar.

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Stauhaltungen

EUR-09-01-06 wohlensee schwan
Höckerschwan im Wohlensee (Stauhaltung der Aare), 481 m.ü.M. Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Mittellauf vieler Flüsse wird mittels Niederdruckkraftwerken zur Elektrizitätsgewinnung genutzt. Dadurch entstehen in der Barbenregion langgestreckte langsam fliessende Gewässer mit einer Tiefe von bis zu 15 m, deren Biozönosen jenen der Brachsenregion entsprechen, wobei das Artenspektrum sehr groß sein kann (Beispiel Wohlensee bei Bern: Bachforelle , Regenbogenforelle, Bachsaibling, Felchen, Flussbarsch, Hecht, Trüsche, Flussbarbe, Alet, Karpfen, Schleie , Brachse, Rotauge, Rotfeder, Hasel).

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 11 Juni 2020 09:26

Andere Feld- und Wiesenblumen

 

Allgemeines

Auf diesem Blatt sind auch Pflanzen aufgeführt, die an Ruderalstandorten wie Wegrändern, Kiesgruben etc. gedeihen.

 

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Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

APIACEAE anthriscus sylvestris agroscope PD1
Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

APIACEAE anthriscus sylvestris agroscope PD2
Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris), Blüten im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Apioideae
Tribus: Scandiceae

Wiesen-Kerbel

Anthriscus sylvestris

Verbreitung: Europa und Asien in mehreren Unterarten.

Standorte: Tal- und Bergfettwiesen; vom Tiefland bis in die subalpine Stufe.

Blütezeit: April-August.

Der Wiesen-Kerbel ist zwei- oder mehrjährig. Er erreicht eine Höhe von 50-150 cm. Er hat eine Wurzelrübe. Seine kleinen weißen Blüten stehen in Dolden, seine Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert und sein gefurchter Stengel ist hohl. Die schwarzen Früchte sind 6-10 mm lang und haben einen 1-2 mm langen, zehnrippigen «Schnabel» [3; 4; 5].

Die Blätter des Wiesenkerbels werden zwar von Nutztieren gefressen, sind aber im Heu unerwünscht, weil sie bröckeln, und der Stengel ist wertlos. Es wird deshalb versucht, die Art z. B. durch Frühjahrsweide, Walzen, frühes Mähen oder geringere Düngung zurückzudrängen [7].

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Ordnung: Raublattartige (Boraginales)
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)

BORAGINACEAE symphytum officinale bannholz PD2
Echter Beinwell (Symphytum officinale) im Mai, am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BORAGINACEAE symphytum officinale bannholz PD1
Echter Beinwell (Symphytum officinale) im Mai, am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Boraginoideae
Tribus: Boragineae

Echter Beinwell

Symphytum officinale

Verbreitung: Gemäßigte Zonen Europas und Asiens in mehreren Unterarten.

Standorte: Feuchte Wiesen, Wegränder und Gräben; vom Tiefland bis in die montane Stufe.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Blütezeit: Mai-August.

Der Beinwell ist eine mehrjährige, horstig aufrecht wachsende Staude, die eine Höhe von 50-80 (40-120) cm und eine Breite von etwa 30-40 cm erreicht. Er hat eine bis zu 50 cm lange Hauptwurzel mit braun-schwarzer Schale, die innen weiß und schleimig ist. Die ovalen Blätter sind gestielt, spitz zulaufend, grob-lanzettlich und werden unten am Stengel bis zu 25 cm lang. Sie sind beidseitig mit borstigen Haaren bedeckt und haben auf der Unterseite deutlich ausgebildete und stark verästelte Blattnerven.  Die glockenförmigen, 2 cm langen Blüten hängen in traubenartige Blütenständen. Sie können weißlich, rosa, violett oder purpurfarben sein. Wegen der etwas engen und verwinkelten Blütenform können sie nur von Hummeln mit langem Rüssel bestäubt werden. Es werden Klausenfrüchte ausgebildet, die bei Reife in eiförmige Teilfrüchte (Klausen), zerfallen [3; 4; 5].

Der Echte Beinwell enthält Pyrrolizidinalkaloide und gilt als schwach giftig. Bestimmend für den toxischen Effekt ist die totale Aufnahme der Pyrrolizidinalkaloide, egal über welchen Zeitraum. Die chronische Aufnahme kann zu Konditionsverlust infolge einer Leberschädigung führen [2]. Der Beinwell wurde traditionell als Heilmittel eingesetzt. Sein deutscher Name rührt daher, dass man die schmerz- und entzündungshemmenden Eigenschaften der Pflanze bei Knochenbrüchen, Prellungen und Blutergüssen nutzte [5].

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BORAGINACEAE Echium vulgare bannholz PD2
Blauer Natternkopf (Echium vulgare),im Juni am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BORAGINACEAE Echium vulgare bannholz PD3
Blauer Natternkopf (Echium vulgare), im Juni am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BORAGINACEAE echium vulgare bannholz PD1
Blauer Natternkopf (Echium vulgare), Ende Juli am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Boraginoideae
Tribus: Lithospermeae

Blauer Natternkopf

Echium vulgare

Verbreitung: Ursprünglich Mittelmeerraum bis Westasien, heute auch in Mitteleuropa weit verbreitet.

Standorte: Trockene oder halbtrockene, magere Standorte wie Kiesgruben, Wegränder, Schuttplätze vom Tiefland bis in die subalpine Stufe.

Blütezeit: Juni-September (Mai-Oktober).

Der Gewöhnliche Natternkopf ist eine 30-90 (25-150) cm hohe und 40-60 cm breite, zwei- oder mehrjährige Staude mit tiefreichender Pfahlwurzel und steifen Borsten an Stengeln und Blättern. Die Blätter sind schmal-lanzettlich und bilden im ersten Jahr eine grundständige Rosette, im zweiten Jahr entwickelt sich ein aufrechter, beblätterter Stiel. Der ährenartige Blütenstand ist lang zylindrisch. Die trichterförmigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kronblätter sind 15 bis 22 Millimeter lang, zuerst rosafarben bis violett, später färben sie sich blau. Die Staubblätter sind ungleich lang und ragen weit aus der Krone heraus. Die Früchte sind Spaltfrüchte die in vier kleine, glatte Teilfrüchte zerfallen. Der Natternkopf ist eine sehr gute Bienenweide und wird gerne von Schwebfliegen und Schmetterlingen besucht. [3; 4; 5; 6].

Der Natternkopf gilt aufgrund seines Gehalts an Pyrrolizidinalkaloiden als giftig, andererseits wird er in der Volksmedizin als Heilmittel eingesetzt und der gelegentliche Verzehr von Blättern oder Blüten wird als unbedenklich erachtet. Die akute Aufnahme kann zu Irritationen der gastrointestinalen Schleimhaut führen, die chronische zu Konditionsverlust infolge einer Leberschädigung. In den Vormägen von Wiederkäuern werden die Alkaloide partiell entgiftet [2; 6].

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Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)

CAYOPHYLLACEAE dianthus sylvestris agroscope PD1
Stein-Nelke (Dianthus sylvestris), Blüten im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CAYOPHYLLACEAE dianthus sylvestris agroscope PD2
Stein-Nelke (Dianthus sylvestris), Blüten im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CAYOPHYLLACEAE dianthus sylvestris agroscope PD3
Stein-Nelken (Dianthus sylvestris) im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Caryophylloideae
Tribus: Caryophylleae

Stein-Nelke

Dianthus sylvestris

Verbreitung: Europa, Zentral- und Westasien.

Standorte: Fettwiesen, Halbtrockenrasen, Gebüsche, Steinbrüche, Felsen und Wegränder vom Tiefland bis in die Subalpine, stellenweise alpine Stufe.

Blütezeit: Mai-Juli (-September).

Die Steinnelke ist eine mehrjährige, 10-30 cm hohe Staude mit einfachem oder oben verzweigtem Stengel und am Grund mit dicht stehenden sterilen Rosetten. Sie ist ein Hemikryptophyt, d. h. ihre Überwinterungsknospe befindet sich auf der Erdoberfläche. Ihre Blätter sind schmal-lineal und gekielt. Die kaum duftenden Blüten sitzen einzeln am Ende der Stengel und Zweige. Der röhrenförmige Kelch ist 15-20 mm lang. Er besteht aus fünf Kelchblättern. Die Kronblätter sind rosa, ihr ausgebreiteter Teil ist 8-15 mm lang, kahl und vorn gezähnt. Es werden Kapselfrüchte gebildet. Die Kapsel ist etwa so lang wie der Kelch und öffnet sich mit 4 Zähnen [3; 4].

Die Steinnelke ist eine wichtige Nahrungsquelle für Raupen und erwachsene Nelkeneulen-Falter (Hadena spp.), die regional durch den Verlust an Magerrasen gefährdet sind. Die Falter legen ihre Eier in den Knospen der Nelken ab [11].

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CARYOPHYLLACEAE silene alba bannholz PD2
Weiße Lichtnelke (Silene dioica) im Juni am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

CARYOPHYLLACEAE silene alba bannholz PD1
Weiße Lichtnelke (Silene dioica) im Juni am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Caryophylloideae

Weiße Lichtnelke

Silene latifolia subsp. alba= Silene pratensis

Verbreitung: Eurasien und Nordafrika, eingeschleppt in Nordamerika, Australien und Neuseeland.

Standorte: Feuchte Wiesen, Hochstaudenfluren; vom Tiefland bis in die subalpine, stellenweise alpine Stufe.

Blütezeit: Juni bis September.

Die Weiße Lichtnelke ist unter verschiedenen Synonymen bekannt: Silene alba, s. arvensis, S. latifolia, S. pratensis und weitere. Sie wird bisweilen auch in die Gattungen Lychnis oder Melandrium gestellt. Sie ist eine tiefwurzelnde, ein- bis zweijährige Halbrosettenpflanze, die 30-120 cm hoch wird. Sie ist zwei- oder dreihäusig, d.h. es gibt Exemplare nur mit weiblichen, nur mit männlichen oder solche mit zwittrigen Blüten. Die Blüten sind nachmittags und in der Nacht geöffnet. Sie verströmen dann einen angenehmen Duft, mit dem sie Nachtfalter anlocken. Die 25-35 mm langen Kronblätter sind weiß, der Kelch ist 13-20 mm lang, grün oder rötlich, bei den männlichen Blüten zylindrisch und 10nervig, bei den weiblichen eiförmig und 20nervig. Im Übrigen hat die Art Ähnlichkeit mit der Roten Lichtnelke, ist aber kürzer behaart [3; 4; 12].

Die Wuzel enthält Saponine. Sie wurde daher früher als Seife genutzt, wobei sie zeitweise das Seifenkraut (Saponaria officinalis) ersetzte. Ferner findet die Pflanze Anwendung in der Volksmedizin. Abkochungen aus Wurzeln oder Kraut werden als Waschung oder Umschlag gegen Hautkrankheiten eimgesetzt. Wurzeltee soll gegen Husten und andere Gebresten helfen [12].

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CARYOPHYLLACEAE silene dioica auried PD1
Rote Lichtnelke (Silene dioica) im Mai, Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Caryophylloideae

Rote Lichtnelke

Silene dioica

Verbreitung: Eurasien.

Standorte: Feuchte Wiesen, Hochstaudenfluren; vom Tiefland bis in die subalpine, stellenweise alpine Stufe.

Blütezeit: April bis September.

Die Rote Lichtnelke ist eine ziemlich dicht und lang behaarte, zwei- oder mehrjährige krautige Pflanze mit grundständigen Blattrosetten und gegenständigen Stengelblättern, die 30-90 cm hoch wird. Sie ist meist zweihäusig getrenntgeschlechtig. Die fünfzähligen, geruchlosen Blüten sind nur am Tag geöffnet. Die 15-25 mm langen Kronblätter sind rot, der meist rötliche Kelch ist 10-13 mm lang. Die Kapselfrüchte sind 10-13 mm lang und öffnen sich mit 10 Zähnen [3; 4; 12].

In der Volksheilkunde wurde der zerstoßene Samen als Brei zur Behandlung von Schlangen-Bissen eingesetzt. Die Blüten werden wie die Bachblüten zu einer Essenz verarbeitet, die helfen soll, die Entschlusskraft zu stärken. Die Wuzel enthält Saponine. Sie wurde daher früher als Seife genutzt. Die Art wird als Gartenpflanze kultiviert [12].

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CARYOPHYLLACEAE silene flos cuculi agroscope PD1
Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi), Blüten im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

CARYOPHYLLACEAE silene flos cuculi agroscope PD2
Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Caryophylloideae

Kuckucks-Lichtnelke

Silene flos-cuculi

Verbreitung: Europa, Sibirien. Eingeschleppt nach Nordamerika und Japan.

Standorte: Feuchte Wiesen, Flachmoore; vom Tiefland bis in die kolline und montane, stellenweise subalpine Stufe.

Blütezeit: Mai bis August.

Die Kuckucks-Lichtnelke ist eine ausdauernde Krautflanze. Sie wird 30-90 cm hoch. Die schmal-lanzettlichen bis spatelförmigen Blätter bilden eine grundständigen Rosette. Die unverzweigten Stengel sind fast kahl, die gegenständigen Stengelblätter sind lanzettlich geformt. Die Blütenstände sind rispig. Die Blüten weisen 5 zu einer Kelchröhre verschmolzene Kelchblätter und 5 lebhaft rosa, 15-25 mm lange, tief vierteilige Kronblätter mit schmalen Zipfeln und mit ca. 3 mm hohem, zweiteiligem Nebenkrönchen auf [3; 4].

Die Kuckucks-Lichtnelke wird als Gartenstaude kultiviert. Neben rosafarbenen gibt es auch weiß blühenden Sorten und neben normalgroßen auch Zwergformen [5]. 

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Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)

DIPSACALES dipsacus fullonum bannholz PD1
Wilde Karde (Dipsacus fullonum), Ende Juli am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Kardengewächse (Dipsacoideae)

Wilde Karde

Dipsacus fullonum

Verbreitung: Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten, aber seit Jahrhunderten auch in Mitteleuropa verbreitet.

Standorte: Sonnige Feuchtfluren, Dämme, Wegränder, Ufer, Brachen vom Tiefland bis zur montanen Stufe, vorzugsweise auf Lehmböden.

Blütezeit: (Juni-) Juli-August.

Die Wilde Karde ist eine zweijährige, mit 1-5 mm langen Stacheln bewehrte, winterharte Staude, die eine Höhe bis zu 2 m erreichen kann. Das Laub setzt sich aus schmal lanzettlichen, , paarweise tütenförmig verwachsenen Stengelblättern und breiteren Grundblättern zusammen, die zu einer Rosette angeordneten sind, in der sich nach Regen Wasser ansammelt. Die blauvioletten Blüten sitzen endständig an langen Stielen. Die zapfen- bis kolbenförmigen Blütenköpfe sind 3-8 cm lang und bestehen aus winzigen Einzelblüten, die von markanten und stacheligen, bogig aufgerichteten Hüllblättern umgeben sind. Nach erfolgreicher Befruchtung entwickeln sich aus den befruchteten Blüten kolbenförmige Fruchtstände mit vielen kleinen Nussfrüchten, die den ganzen Winter über an der Pflanze haften [3; 4; 5; 6].

Die Wilde Karde ist eine bedeutende Nahrungspflanze für Dompfaff und Distelfink und für langrüsselige Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge. Sie enthält verschiedene pharmakologische Wirkstoffe wie Glykoside und Terpene, gilt aber nicht als giftig. Sie spielt in der Naturheilkunde eine wichtige Rolle, obwohl es keine wissenschaftlichen Belege für ihre Heilwirkung gibt. Aus der Wurzel werden Extrakte, Tinkturen und Tees hergestellt, die bei allerlei Beschwerden helfen sollen.  Die stacheligen Blütenköpfe wurden früher  zum Aufrauhen von Wollstoffen benutzt [5; 6].

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DIPSACALES knautia arvensis auried PD1
Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) Blüte im Mai im Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

DIPSACACEAE knautia arvensis agroscope PD1
Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) im Mai, Agroscope-Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Kardengewächse (Dipsacoideae)

Acker-Witwenblume

Knautia arvensis

Verbreitung: Europa, Westasien.

Standorte: Wiesen, Raine, Wegränder; vom Tiefland bis in die kolline-montane, stellenweise subalpine Stufe. Vollsonnige Standorte werden bevorzugt, jedoch gedeiht die Pflanze auch an hellen, halbschattigen Plätzen.

Blütezeit: Mai-September.

Die Acker-Witwenblume ist eine sommergrüne Krautpflanze, die dank eines Rhizoms über mehrere Jahre ausdauern kann. Sie wird 30-100 cm hoch und hat ungleich lange, borstige Haare mit oder ohne Drüsen. Die unteren, in einer Rosette angeordneten Blätter sind lanzettlich und meist ungeteilt, die oberen meist fiederteilig. Die behaarten, leicht gewölbten, köpfchenförmigen Blütenstände haben einen Durchmesser von 2-4 cm und enthalten bis zu 50 blau- bis rotviolette Blüten [3; 4; 8].

Die verwandte, aus dem Balkan stammende Purpur-Witwenblume (Knautia macedonica) wird als Zierstaude in Gärten kultiviert [5].

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Ordnung: Storchschnabelartige (Geraniales)
Familie: Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)

GERANIACEAE geranium pratense bannholz PD1
Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense), Blüte im Juni, am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

GERANIACEAE geranium pratense bannholz PD2
Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense) im Juni, am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

GERANIACEAE geranium pratense bannholz PD3
Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense) im Juni, am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Wiesen-Storchschnabel

Geranium pratense

Verbreitung: Eurasien.

Standorte: Fettwiesen, Staudenfluren; vom Tiefland bis in die kolline, stellenweise montane Stufe.

Blütezeit: Juni-Juli.

Der Wiesen-Storchschnabel ist eine mehrjährige, sommergrüne, horstbildende Halbrosettenpflanze, die eine Höhe von ca. 40-70(-80) cm und eine Breite von 40-50 cm erreicht. Er ist ein Hemikryptophyt (d h. seine Überdauerungsknospen liegen auf der Erdoberfläche), der dem Wald-Storchschnabel ähnelt, aber seine gegenständigen, gestielten, bis 20 cm langen Blätter sind tiefer geteilt und haben längeren Endzipfel. Am Stengel und an den Blattstielen befinden sich abwärts gerichtete Haare, insbesondere der obere Teil sowie die Blütenstiele sind drüsig behaart. Die meisten Pflanzen sind zwittrig, es gibt aber auch rein weibliche. Die paarweise angeordneten Blüten sind blauviolett, ihre Stiele sind nach dem Blühen abwärts gerichtet, zur Fruchtzeit aber wieder aufrecht. Die Frücht sin 30 bis 37 mcm lang und haben dicht mit Drüsenhaaren besetzte Fruchtklappen. Die Samen liegen lose im becherförmigen unteren Teil des Fruchtfachs. Wenn sich die Fruchtfächer von der Mittelsäule ab,lösen werden die Samen katapultartig bis über 2 m fortgeschleudert [3; 4; 5; 6].

Der Wiesen-Storchenschnabel wurde als Gartenpflanze kultiviert, mittlerweile gibt es rosaviolett, zartrosa und weiß blühende sowie gefüllte Sorten. Die gefüllten Sorten sind allerdings steril. Er ist nicht giftig. Storchschnäbel werden aber wegen ihres unangenehmen Geruchs auf der Weide kaum verbissen und sind als Futter unbeliebt. Bei der Heuernte zerbröseln sie stark [5; 7].

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GERANIACEAE geranium pyrenaicum lfeld PD1
Pyrenäen-Storchschnabel (Geranium pyrenaicum), Blüten im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

GERANIACEAE geranium pyrenaicum lfeld PD2
Pyrenäen-Storchschnabel (Geranium pyrenaicum) im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

GERANIACEAE geranium pyrenaicum juraparc PD1
Pyrenäen-Storchschnabel (Geranium pyrenaicum) im Juni im JuraParc Mont d'Orzeires © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Pyrenäen-Storchschnabel

Geranium pyrenaicum

Verbreitung: Ursprünglich Südeuropa und Kaukasus, in Mitteleuropa eingebürgert.

Standorte: Wiesen, Gebüsche, Schuttplätze; vom Tiefland bis in die kolline-montane, stellenweise subalpine Stufe.

Blütezeit: Mai-August.

Der Pyrenäen-Storchschnabel ist eine zweijährige oder ausdauernde, 20-60 cm hohe Krautpflanze. Die Stengel sind meist gabelig verzweigt, die bis über die Mitte fünf- bis neunteilige Blätter sind im Umriss rundlich und haben einen Durchmesser von 3-7 cm. Die hellvioletten Blüten sitzen zu zweit auf langen Stielen [3; 4].

Der Pyrenäen-Storchenschnabel wurde als Gartenpflanze kultiviert, mittlerweile gibt es Sorten mit unterschiedlichen Blütenfarben, wobei es sich oft um Kreuzungen mit Geranium versicolor handelt, die auch unter der Bezeichnung Geranium x oxonianum angeboten werden [5].

Storchschnäbel werden wegen ihres unangenehmen Geruchs auf der Weide kaum verbissen und sind als Futter unbeliebt. Bei der Heuernte zerbröseln sie stark [7].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

LAMIACEAE ajuga reptans juraparc PD2
Kriechender Günsel (Ajuga reptans) im Juni im JuraParc Mont d'Orzeires © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

LAMIACEAE ajuga reptans bannholz PD1
Rosafarbener Kriechender Günsel (Ajuga reptans), Ende Juli am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

LAMIACEAE ajuga reptans juraparc PD1
Kriechender Günsel (Ajuga reptans) im Juni im JuraParc Mont d'Orzeires © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Ajugoideae

Kriechender Günsel

Ajuga reptans

Verbreitung: Europa, Nordafrika und Naher Osten. Eingebürgert in Nordamerika.

Standorte: Wiesen und Wälder vom Tiefland bis in die subalpine, stellenweise alpine Stufe. Gerne an halbschattigen, feuchten Stellen.

Blütezeit: April-Juni (-Juli).

Der Kriechende Günsel ist eine 15-20 (10-30) cm hohe und 20-25 cm breite, immergrüne, ausdauernde Staude mit einem Rhizom und beblätterten Ausläufern, die einen Teppich bilden. Seine Stengel sind meist auf 2 Seiten behaart, die Blätter sind metallisch glänzend. Er hat auffällige, bis zu 20 cm lange Blütenstände, in denen die meist violett-blau, gelegentlich auch rosa gefärbten Blüten in mehreren Etagen quirlartig übereinander stehen. Die Oberlippe der Blüten ist kurz und gerade, die dreiteilige Unterlippe ist stets viel länger. Als Früchte werden kleine Nüsschen ausgebildet [3; 4; 5; 10].

Der Kriechende Günsel ist eine Gartenpflanze, die als Bodendecker eingesetzt wird und von der es mehrere kultivierte Sorten mit unterschiedlichen Laub- und Blütenfarben gibt. In der Volksmedizin wird er als Heilpflanze verwendet, der u. a. leicht schmerzstillende und wundheilende Eigenschaften nachgesagt werden [5].

 

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LAMIACEAE salvia pratensis agroscope PD1
Wiesensalbei, Blüte im Mai, Agroscope-Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

LAMIACEAE salvia pratensis agroscope PD2
Wiesensalbei, Blüte im Mai, Agroscope-Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

LAMIACEAE salvia pratensis agroscope PD3
Wiesensalbei, Blüte im Mai, Agroscope-Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Nepetoideae

Wiesensalbei

Salvia pratensis

Verbreitung: Europa (ursprünglich Mittelmeerraum), Kleinasien, eingeführt in Nordamerika.

Standorte: Trockenwiesen, sonnige Raine; vom Tiefland bis in die montane (Subalpine) Stufe.

Blütezeit: Mai bis August.

Der Wiesensalbei ist eine mehrjährige Schaftpflanze, deren Wuzel bis zu einem Meter tief ins Erdreich vordringt. Er wird 30-60 cm hoch, ist verzweigt und mehr oder weniger behaart. Seine runzeligen Blätter sind grundständig und lang gestielt. Die blauen Blüten sitzen in zahlreichen locker stehenden, wenigblütigen quirligen Teilblütenständen; sie haben eine hohe, helmartig gewölbte Oberlippe und eine dreiteilige Unterlippe [3; 4].

Der Wiesensalbei enthält Mono- und Diterpene. Er gilt als schwach giftig. Junge Blätter können zum Würzen von Speisen verwendet werden. Auf der Weide wird er kaum gefressen. Er ist eine gute Futterpflanze für Hummeln, die auch seine hauptsächlichen Bestäuber sind [2].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)

SCROPHULARIACEAE rhinanthus alectorolophus agroscope PD1
Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectorolopus), Blüten im Mai, Agroscope-Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

SCROPHULARIACEAE rhinanthus alectorolophus agroscope PD2
Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectorolopus) im Mai, Agroscope-Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

LAMIAL Rhinanthus alectorolopus agroscope PD3
Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectorolopus) im Mai, Agroscope-Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Rhinantheae

Zottiger Klappertopf

Rhinanthus alectorolophus

Verbreitung: Europa, Asien, Nordamerika.

Standorte: Wiesen, Getreideäcker; vom Tiefland bis in die kolline-subalpine, stellenweise alpine Stufe.

Blütezeit: Mai-August.

Der Zottige Klappertopf ist ein einjähriges, dicht behaartes Kraut, das  10-70 cm hoch wird. Die Blüte hat eine zweilippige, gelbe, ca. 18-22 mm lange, Krone, der zur Fruchtzeit vergrößerte, bauchige Blütenkelch ist zottig behaart [3; 4]. 

Es handelt sich um einen einjährigen Halbparasiten, der zu einer eingeschränkten Photosynthese fähig ist, zusätzlich aber Wasser und Nährstoffe aus den Wurzeln von Süßgräsern und auch Krautpflanzen bezieht. Der  Parasitismus schwächt die Gräser, was zu einer Minderung des Ertrags führen kann. Sind  kaum mehr Gräser vorhanden, sinkt der Klappertopfanteil im Bestand und die Gräser kommen wieder vermehrt auf, bis der Klappertopf wieder zunimmt. Der Klappertopf enthält das Iridoid-Glykosid Aucubin und ist in frischem Zustand leicht giftig. Aufgrund der Ertragseinbußen und der Giftigkeit ist er  bei den Landwirten unbeliebt und zu seiner Bekämpfung werden z.B. früher Schnitt, kräftige Düngung oder der Einsatz von Kalkstickstoff empfohlen. Andererseits ist er eine hervorragende Futterpflanze für Hummeln, Honig­bienen und Schmetterlinge [1; 2; 7].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

PLANTAGINACEAE linaria vulgaris lfeld PD3
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris), Blüte im Juli, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

PLANTAGINACEAE linaria vulgaris lfeld PD2
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris), Blüten im Juli, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

PLANTAGINACEAE linaria vulgaris lfeld PD4
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris), Fruchtkapseln im September, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

PLANTAGINACEAE linaria vulgaris lfeld PD1
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris), im Juli, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Tribus: Antirrhineae

Echtes Leinkraut

Linaria vulgaris

Verbreitung: Europa bis Zentralasien, in Nordamerika eingeführt.

Standorte: Wegränder, Bahndämme, Schuttplätze, vom Tiefland bis in die montane (subalpine) Stufe.

Blütezeit: Juni-September.

Das Echte Leinkraut ist eine ausdauernde Staude, die eine Höhe von 20-40 (-80) cm erreicht. Die Stengel sind einfach oder am Grund und im Bereich des Blütenstands verzweigt, dicht beblättert, im Blütenstand oft drüsenhaarig, ansonsten kahl. Die im oberen Bereich der Pflanze  wechselständigen, graugrünen Blätter sind 2-4 cm lang, ungestielt, lineal-lanzettlich mit nach unten gerolltem Rand. Jeweils 5-30 zwittrige Blüten stehen in dichten endständigen Trauben. Ihre Krone ist zweilippig, hellgelb mit orangegelbem Gaumen, trichterförmiger Kronröhre und langem, spitzem, gebogenem Sporn. Ohne Sporn ist sie bis ca. 2 cm lang, der Sporn ist ca. 2/3 so lang wie die übrige Krone. Die eiförmig-kugeligen Kapselfrüchte sind 7-8 (5-11) mm lang und haben einen Durchmesser von 5-7 mm. Die Fruchtreife erfolgt zwischen Juli und September. Die pro Pflanze bis zu 32'000 Samen sind 2-3 mm lang und breit geflügelt. Die Ausbreitung erfolgt über Tiere (z. B. Ameisen) oder den Wind [3; 4; 6].

Die Raupen der Möndcheneule (Noctuidae: Calophasia lunula), deren Bestände mangels geeigneter Lebensräume laufend abnehmen, leben vorzugsweise am Echten Leinkraut [11].

Das Leinkraut enthält das Glykosid Linarin, Gummi, organische Säuren, Ameisensäure, Gerbsäure, Apfelsäure und Zitronensäure. Es wird als Salbe in der Pflanzenheilkunde sowie in der Homöopathie eingesetzt. Blätter, Blüten und Samen sind essbar [6; 12].

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PLANTAGINACEAE plantago lanceolata lfeld PD4
Spitzwegerich (Plantago lanceolata), Blüte im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PLANTAGINACEAE plantago lanceolata lfeld PD1
Spitzwegerich (Plantago lanceolata) im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Tribus: Plantagineae

Spitzwegerich

Plantago lanceolata

Verbreitung: Europa, auf anderen Kontinenten eingeführt.

Standorte: Fettwiesen und -weiden, Wegränder.

Blütezeit: April-September.

Der Spitzwegerich wird 10-40 cm hoch. Er ist eine mehrjährige Schaftpflanze, d.h. er besitzt eine senkrechte Wurzel, an deren Schaft er sich nach der Überwinterung erneuert. Die Blüten sitzen als 1-4 cm lange Ähren am Ende von blattlosen Stengeln, die langen, schmalen Laubblätter bilden eine grundständige Rosette [3; 4].

Der Spitzwegerich enthält Iridoid-Glykoside, Saponin und andere pharmakologisch wirksame Substanzen, die reizmildernd und  hustenlösend sind. Die Blätter des Spitzwegerichs werden zu diesem Zweck zu Tee, Sirup oder Bonbons verarbeitet [2; 6].

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LAMIAL veronica chamaedrys auried PD1
Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys), Blüten im Mai im Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

LAMIAL veronica chamaedrys auried PD2
Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys) im Mai im Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Tribus: Veroniceae

Gamander-Ehrenpreis

Veronica chamaedrys

Verbreitung: Europa, Asien, eingeführt in Nordamerika.

Standorte: Wiesen, lichte Wälder; vom Tiefland bis in die subalpine Stufe.

Blütezeit: April-August.

Der Gamander-Ehrenpreis ist eine ein- oder mehrjährige Pflanze, deren Erneuerungsknospen über der Erde liegt. Er wird 10-30 cm hoch und hat meist unverzweigte aufsteigende, Stengel. Die Blüten sind vierstrahlig, mit himmelblauen Kronblättern mit weißem Schlund. Sie sind in vielblütigen, lockeren Trauben angeordnet. Die Pflanze enthält das entzündungshemmend wirkende Iridoid-Glykosid Aucubin [3; 4].

Blütenknospen, Blüten, Triebe und Blätter der Ehrenpreis-Arten sind essbar [6].

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Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)

Euphorbia cyparissa auried PD2
Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias), Blüten im Mai im Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Euphorbia cyparissa auried PD1
Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) im Mai im Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Euphorbioideae
Tribus: Euphorbieae

Zypressen-Wolfsmilch

Euphorbia cyparissias

Verbreitung: Europa, Kleinasien.

Standorte: Magerwiesen, Weiden, Wegränder; vom Tiefland bis in die alpine Stufe.

Blütezeit: April-Juni.

Die Zypressen-Wolfsmilch ist eine mehrjährige Pflanze. Sie wird 15-50 cm hoch. Ihre gelbgrünen Blüten stehen in Scheindolden. Sie weist zahlreiche, unten verholzte Stengel auf und hat unter dem Blütenstand nichtblühende Seitentriebe. Die linealen, 15-30 mm langen Blätter sind nur 2-3 mm breit und verleihen den Seitentrieben ein tannenwedel- oder zypressenartige Aussehen [3; 4].

Alle Pflanzenteile sind stark giftig. Die Hauptwirkstoffe sind Diterpen-Ester, die u.a. stark irritierend auf die Haut und Schleimhäute wirken und bei Wiederkäuern zu schweren klinischen Symptomen führen können, auch wenn die Pflanze vor dem Verfüttern getrocknet wurde [2].

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Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)

MYRTALES oenothera biennis zrh PD1
Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) im September im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MYRTALES oenothera biennis zrh PD2
Blüten der Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) im September im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MYRTALES oenothera biennis zrh PD3
Knospen, Blüten und junge Früchte der Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) im September im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Onagroideae
Tribus: Onagreae

Gewöhnliche Nachtkerze

Oenothera biennis

Verbreitung: Ursprünglich Nordamerika, zu Beginn des 17. Jahrhunderts nach Europa eingeführt und in Gärten und Parks als Zier- und Gemüsepflanze kultiviert. Im Lauf der Zeit verwildert und nun fast im gesamten europäischen Raum verbreitet.

Standorte: Straßenränder, Ufer, Ödland vom Tiefland bis in die kolline Stufe.

Blütezeit: Juni-September.

Die Gewöhnliche Nachtkerze ist eine in der Regel zweijährige Staude, die im ersten Jahr eine auf dem Boden aufliegende Blattrosette ausbildet und im zweiten Jahr eine Höhe von 100-200 cm erreichen kann. Die Stengel sind einfach oder wenig verzweigt, drüsig behaart und kantig. Die lanzettlichen Blätter werden bis 15 cm lang. Sie haben einen glatten oder gezähnten Rand, die unteren sind gestielt, die oberen sitzend. Die vierzähligen, gelben Blüten stehen einzeln in einem endständigen rispigen Blütenstand [3; 4; 5].

Erst bei einsetzender Dämmerung entfalten sich de Blüten und öffnen ihre Staubbeutel. Sie bleiben die ganze Nacht und den nächsten Tag über geöffnet, schließen sich dann und welken. Die Bestäubung erfolgt während der Nacht, wenn die Pflanze mit ihrem Duft Nachtfalter anlockt. Die Nachkerze ist eine der Nahrungspflanzen der Raupen des Nachtkerzen-Schwärmers (Proserpinus proserpina) [5; 11].

Die möhrenähnliche Pflahlwurzel ist essbar. Aus den Samen kann ein Öl gewonnen werden, das in der Naturheilkunde eingesetzt wird [5].

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Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie:Mohngewächse (Papaveraceae)

PAPAVERACEAE chelidonium majus bannholz PD1
Schöllkraut (Chelidonium majus) im Mai, am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PAPAVERACEAE chelidonium majus bannholz PD2
Schöllkraut (Chelidonium majus) im Mai, am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Papaveroideae

Schöllkraut

Chelidonium majus

Verbreitung: Europa und Asien, eingeführt in Nordamerika.

Standorte: Hecken, Msuern, Ruderalstandorte; vom Tiefland bis in die montane Stufe.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Blütezeit: April-September.

Das Schöllkraut ist eine ausdauernde, flachwurzelnde und büschelbildende Staude, die aufrecht und verzweigt bis auf eine Höhe von 30-80 cm wächst. Bei schlechtem Wetter schließt sie die Blüten und senkt ihre Stiele ab. Die Pflanze entwickelt ein weit verzweigtes und sehr flächiges Rhizom. Die wechselständigen Laubblätter sind am Rand eingekerbt, ähnlich wie bei Eichenlaub. Die Blattspreite ist grau-grün, unterseits etwas heller, und ist mit einem Wachsfilm überzogen, von dem Regenwasser abperlt. Bei Verletzungen tritt aus Blättern und Stengeln ein stark färbender orangegelber Milchsaft aus. Die vierzähligen Blüten sind gelb. Sie werden durch Insekten bestäubt. Es werden bis zu 5 cm langen Fruchtschoten gebildet, welche die schwarzen, nur knapp 1 mm kleinen Samen enthalten. Angelockt durch einen angehängten Öltropfen (Elaiosom) werden diese gerne von Ameisen eingesammelt und in der Umgebung verteilt [3; 4; 5].

Das Schöllkraut ist stark giftig, wegen des unangenehmen Geschmacks der Pflanze sind Vergiftungsfälle aber selten. Hauptwirkstoffe sind Isoquinolin-Alkaloide im bitteren Milchsaft. Nach Aufnahme kann es zu Symptomen wie Polyurie, Benommenheit, Herzrhythmusstörungen, Schock, Gastroenteritis, Krämpfen, Bradykardie oder Hypotonie kommen [2].

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PAPAVERACEAE papaver rhoeas bannholz PD1
Klatschmohn (Papaver rhoeas) im Mai, am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

PAPAVERACEAE papaver rhoeas lfeld PD1
Klatschmohn (Papaver rhoeas), Anfang Juni mit Blütenknospen, Blüten und Fruchtkapseln, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

PAPAVERACEAE papaver rhoeas lfeld PD2
Klatschmohn (Papaver rhoeas) mit Fruchtkapseln im Juni, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

PAPAVERACEAE papaver rhoeas bannholz PD2
Klatschmohn (Papaver rhoeas) im Juni, am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Papaveroideaee

Klatschmohn

Papaver rhoeas

Verbreitung: Ursprünglich wohl Europa, Westasien und Nordafrika. Heute durch den Ackerbau weltweit verschleppt.

Standorte: Getreidefelder, Äcker, Schuttplätze; vom Tiefland bis in die subalpine Stufe, vorzugsweise auf sandigen, kalkhaltigen und trockenen bis mäßig trockenen Böden. Als typische Ackerwildpflanze wuchs er früher in großen Beständen auf Getreidefeldern), wo er zusammen mit der blauen Kornblume (Cyanus segetum) schöne Farbakzente setzte. Heute wird er in Mitteleuropa meistens durch den Einsatz verschiedener Herbizide kurzgehalten.

Blütezeit: Mai-September.

Der Klatschmohn ist eine einjährige, aufrecht wachsende und Milchsaft führende krautige Pflanze, die eine Höhe von 30-70 cm erreicht. Der Stengel sind einfach oder verzweigt, beblättert und behaart. Die wechselständigen Blätter sind ein- bis zweifach gefiedert, sie haben einen deutlich gezähnten Rand und fühlen sich aufgrund der borstigen Behaarung rauh an. Die endständig an den Stielen sitzenden Schalenblüten haben auffällige, hauchdünne, rote Kronblätter. Diese sind meist 2-4 cm lang und haben am Grund oft einen schwarzen Fleck. Selten gibt es bei der Wildform auch rosafarbene oder weiße Blüten. Die Pflanze entwickelt nach der Blüte eiförmige Porenkapseln, die 10-20'000 kleine, schwarze Samen enthalten [3; 4; 5].

Der Klatschmohn ist giftig. Er enthält als Hauptalkaloid das Rhoeadin, eine dem Opium nahestehende Substanz, deren Giftwirkung umstritten ist, sowie cyanogene Glykoside, deren Toxizität auch im Dürrfutter erhalten bleibt. Vergiftungsfälle ereignen sich, wenn der Klatschmohn-Anteil im Futter 10% übersteigt. Symptome sind stundenlange Erregung bis Raserei, Krämpfe, Dyspnoe, Diarrhoe, Tympanie, eventuell mehrtägiges Festliegen und Hautanästhesie. Vergiftungsfälle sind bei Wiederkäuern, Pferden und Schweinen bekannt. Todesfälle sind selten [1].

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Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)

RANUNCULACEAE ranunculus repens lfeld PD1
Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens), Blüten im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

RANUNCULACEAE ranunculus repens auried PD2
Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens) im Mai im Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Ranunculeae

Kriechender Hahnenfuß

Ranunculus repens

Verbreitung: Europa, Asien, Nordafrika; eingeführt u.a. in Nordamerika, Australien, Neuseeland und Antarktis.

Standorte: Ruderalpflanze auf Äckern, Wegrändern, Schuttstellen; auf feuchtem, lehmigem Boden; vom Tiefland bis in die subalpine Stufe.

Blütezeit: Mai-September.

Der Kriechende Hahnenfuß wird 10-50 cm hoch. Er hat lange, oberirdische Ausläufer, seine fünfstrahligen, gelben Blüten haben einen  Durchmesser von 20-30 mm, die grundständigen Blätter sind dreizählig mit gestielten, dreiteiligen Abschnitten. Er enthält in geringer Konzentration des Glykosid Ranunculin und gilt als nur schwach giftig [2; 3; 4].

Futterbaulich wird Kriechender Hahnenfuß bei Bestandsanteilen von bis zu 20 % als mittelwertig bis gut beurteilt. Sein Vorkommen bewirkt allerdings einen lückigen Graswuchs. Zur Eindämmung des Bestands werden Beweiden in Verbindung mit Übersaaten, weniger Düngen, Verhindern der Samenbildung durch Frühschnitt und die Anwendung von Kalkstickstoff empfohlen [7].

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Literatur und Internetquellen:

  1. APPENZELL AUSSERRHODEN: MERKBLATT KLAPPERTOPF IN BFF-FlLÄCHEN
  2. CLINI TOX
  3. INFO FLORA
  4. LAUBER, K. & WAGNER, G. (1991)
  5. MEIN SCHÖNER GARTEN
  6. PFLANZEN-VIELFALT
  7. GRÜNLAND ONLINE
  8. GARTENLEXIKON
  9. GARTEN-WISSEN
  10. HORTIPEDIA
  11. PYRGUS.DE
  12. KRÄUTERLEXIKON

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Donnerstag, 11 Juni 2020 09:26

Schmetterlingsblütler auf Feld- und Wiese

 

Allgemeines

Auf diesem Blatt sind auch Pflanzen aufgeführt, die an Ruderalstandorten wie Wegrändern, Kiesgruben etc. gedeihen.

 

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FABACEAE onobrychis viciifolia agroscope PD1
Futter-Esparsette (Onobrychis viciifolia), Blüten im Mai, Agroscope Campus, Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACEAE onobrychis viciifolia agroscope PD2
Futter-Esparsette (Onobrychis viciifolia) im Mai, Agroscope Campus, Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACEAE onobrychis viciifolia agroscope PD3
Futter-Esparsette (Onobrychis viciifolia) im Mai, Agroscope Campus, Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Hedysareae

Futter-Esparsette

Onobrychis viciifolia

Verbreitung: Ursprünglich Mittelmeerraum und Südost-Europa bis Zentralasien. In Mitteleuropa seit Jahrhunderten eingebürgert und seit dem 18. Jahrhundert als Futterpflanze angebaut. In Nordamerika eingebürgert.

Standorte: Sonnige Kalk-Magerrasen, Halbtrockenrasen, lichte Trockengebüsche, Wegränder und Böschungen vom Tiefland bis zur montanen, stellenweise subalpinen Stufe. Vorzugsweise auf warmen, kalkreichen, mäßig trockenen, tiefgründigen Lehm- und Lößböden.

Blütezeit: Mai-August.

Die Futter-Esparsette ist eine ausdauernde krautige,30-70(-90) cm hohe, tiefwurzelnde Staude mit aufrechtem oder aufsteigendem Stengel und wechselständig angeordneten Laubblättern. Die Blätter sind gestielt und mit 6-14 Fiederpaaren unpaarig gefiedert. Die Teilblätter sind  15-25 mm lang, 4-9 mm breit, oval und kurz gestielt. Die 10-14 mm langen, rosafarbenen, dunkel gestreiften Blüten sitzen in langen, aufrechten, ährigen Trauben. Die fünf Kelchblätter sind wollig behaart.  Die Kronblätter stehen in der typischen Form der Schmetterlingsblüte zusammen Der Flügel der Krone ist bedeutend kürzer als der Kelch. Die eiförmigen, meist einsamigen Hülsenfrüchte sind 6-8 mm lang. Sie haben dicke, 0.5-1 mm langen Zähne, die im Fell von an Tieren hängenbleiben und so für die Ausbreitung der Art sorgen [3; 4; 6].

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FABACEAE anthyllis vulneraria agroscope PD1
Echter Wundklee (Anthyllis vulneraria) im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

FABACEAE anthyllis vulneraria agroscope PD2
Echter Wundklee (Anthyllis vulneraria), Blüten im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

FABACEAE anthyllis vulneraria agroscope PD3
Echter Wundklee (Anthyllis vulneraria), Blüten im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Loteae

Echter Wundklee

Anthyllis vulneraria

Verbreitung: Europa, Nordwestafrika.

Standorte: Trockenwiesen, Halbtrockenwiesen, lichte Wälder; in mehreren Unterarten vom Tiefland bis in die kollin-montane, stellenweise subalpine Stufe.

Blütezeit: Mai-September.

Der Wundklee ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die 5-60 cm hoch wird Er hat ein kurzes Rhizom und aufsteigende oder aufrechte Stengel. Seine Blätter sind unpaarig gefiedert, mit 1-5 Fiederpaaren. Die gelben Blüten stehen in dichten, kopfigen Blütenständen [3; 4].

Junge Triebspitzen sind essbar. Wundklee enthält Saponine und Gerbstoffe und wurde deshalb früher zur Behandlung von Wunden und Geschwüren eingesetzt [6].

Vom Wundklee gibt es mehrere Unterarten, so z.B. den als Gartenpflanze kultivierten Roten Wundklee (Anthyllis vulneraria ssp. coccinea) oder den weitgehend auf die subalpine und alpine Höhenstufe beschränkten Alpen-Wundklee (Anthyllis vulneraria subsp. alpestris) [3; 5].

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Ordnung: Schmetterlingsblütenartigen (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

FABACEAE lotus corniculatus agroscope PD1
Hornklee (Lotus corniculatus), Blüte im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACEAE lotus corniculatus agroscope PD2
Hornklee (Lotus corniculatus) im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Loteae

Gewöhnlicher Hornklee

Lotus corniculatus

Verbreitung: Europa, West- und Zentralasien.

Standorte: Fettwiesen, Weiden, Trockenrasen, Föhrenwälder, Wegränder vom Tiefland bis in die alpine Stufe.

Blütezeit: Mai-Juli.

Der Hornklee ist eine Sammelart, die bei uns in vier Kleinarten vorkommt. Er ist eine 5-30(-40) cm hohe, aufsteigend bis aufrechte, mehrjährige Staude, deren Überwinterungsknospe sich auf der Erdoberfläche befindet  (Hemikryptophyt). Stengel und Blätter sind je nach Kleinart kahl (corniculatus) bis lang und dicht abstehend behaart (hirsutus). Die Blätter bestehen aus 5 bis 2 cm langen Teilblättern. Die Blüten stehen zu 2-8 in  Dolden. Die Farbe der 15 mm langen Blütenkrone ist gelb, außen oft rötlich [3; 4; 6].

Der Hornklee ist eine gute Bienenweide. Er dient auch als Futterpflanze. Die Pflanze enthält Cyanwasserstoffe, allerdings in so geringer Konzentration, dass sie für Säugetiere nicht schädlich ist. Sie wird als Tee in der Volksmedizin eingesetzt und soll krampflösend und beruhigend wirken [6; 11].

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FABACEAE medicago lupulina auried PD2
Hopfenklee (Medicago lupulina) im Mai, Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACEAE medicago lupulina auried PD1
Hopfenklee (Medicago lupulina) im Mai, Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Trifolieae

Hopfenklee

Medicago lupulina

Verbreitung: Europa und Asien in mehreren Varietäten.

Standorte: Wiesen, Wegränder, Ruderalstandorte; vom Tiefland bis in die montane, stellenweise subalpine Stufe.

Blütezeit: Mai-Sptember.

Der Hopfenklee ist ein- oder zweijährige krautige Pflanze, die 10-30(-70) cm hoch werden kann. Die kantigen Stengel sind niederliegenden bis aufrecht. Die wechselständigen Blätter sind, wie bei Klee-Arten üblich, dreizählig. Die Teilblätter sind verkehrt-eiförmig, vorn gezähnelt und mehr oder weniger behaart. Die ca. 2-4 mm langen gelben Blüten stehen in dichten, 10-50-blütigen Köpfchen. Ihre Krone fällt nach dem Blühen ab. Die nieren- oder sichelförmigen Früchte haben einen Durchmesser 1.5-3 mm und sind ohne Stacheln [3; 4].

Der Hopfenklee enthält Phytoöstrogene, Saponine und  blähende Proteine. Er kann in Ausnahmefällen giftig sein und z.B. schaumige Gärung im Pansen oder Fotodermatitis verursachen. Die Phytoöstrogene können zu Fruchtbarkeitsstörungen führen [2].

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FABACEAE trifolium pratense lfeld PD2
Rotklee (Trifolium pratense), Blüte im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

FABACEAE trifolium pratense lfeld PD1
Rotklee (Trifolium pratense) im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

FABACEAE trifolium pratense bannholz PD1
Rotklee (Trifolium pratense) im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Trifolieae

Rot- oder Wiesenklee

Trifolium pratense

Verbreitung: Europa, Asien.

Standorte: Fettwiesen und -weiden, Wegränder, auch kultiviert.

Blütezeit: April-September.

Der Rot- oder Wiesenklee wird 15-40(-80) cm hoch. Er ist oft verzweigt, mit grundständiger Blattrosette und dreizähligen ovalen Blättern. Er ist eine mehrjährige Schaftpflanze, d.h. er besitzt eine senkrechte Wurzel, an deren Schaft er sich nach der Überwinterung erneuert. Die violetten Blüten stehen in vielblütigen, ei- bis kugelförmigen, ährigen Blütenständen [3; 4; 5 ].

In Mitteleuropa gibt es drei Unterarten, nebst der Nominatform den Berg-Rotklee (Trifolium pratense subsp. nivale) mit gelblich- oder rötlich-weißen Blüten und den Küsten-Rotklee (Trifolium pratense subsp. maritimum) [3; 9].

Der Rotklee entält verschiedene pharmakologisch wirksame Substanzen wie Phytoöstrogene, cyanogene Glykoside, photosensibilisierende Stoffe und Alkaloide. Er ist jedoch eine gute Futterpflanze, die nur selten in Abhängigkeit von der Jahreszeit, der Witterung und der verfütterten Menge zu Schäden führt [2].

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FABACEAE trifolium repens lfeld PD1
Weißklee (Trifolium repens) im Mai, Schulgarten Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACEAE trifolium repens lfeld PD2
Weißklee (Trifolium repens) im Mai, Schulgarten Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Trifolieae

Weißklee

Trifolium repens

Verbreitung: Europa, Nordafrika, West- und Zentralasien in zwei Unterarten.

Standorte: Wiesen, Weiden, Gartenrasen, Wegränder, Ruderalstandorte; vom Tiefland bis in die subalpine, stellenweise alpine  Stufe.

Blütezeit: Mai-September.

Wie die Artbezeichnung "repens" angibt, hat der 5-20 cm hohe Weißklee einen kriechenden Stengel. Dieser ist oft verzweigt und wurzelt an den Knoten. Die Laubblätter sind dreizählig, die bis 4 cm langen Teilblätter sind breit verkehrt-eiförmig, fein gezähnt, kahl und haben, meist eine helle Zeichnung. Die Blüten sind weiß, manchmal gelblich oder rötlich, deutlich gestielt, nach dem Blühen bräunlich und herabgeschlagen. Sie stehen in kugeligen, auf langen, aufrechten Stielen stehenden Blütenständen mit Durchmessern von ca. 15-25 mm  [3; 4].

Weißklee gilt bei vielen Hobbygärtnern als Rasenunkraut. Er ist insbesondere deshalb unpopulär, weil seine Blüten zahlreiche Hummeln und Bienen anlocken, was dann bei barfuß laufenden Gartennutzern zu Stichen führen kann [5].

Der Weißklee entält verschiedene pharmakologisch wirksame Substanzen wie Phytoöstrogene, cyanogene Glykoside, photosensibilisierende Stoffe und Alkaloide. Er ist jedoch eine gute Futterpflanze, die nur selten in Abhängigkeit von der Jahreszeit, der Witterung und der verfütterten Menge zu Schäden führt [2].

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Literatur und Internetquellen:

  1. APPENZELL AUSSERRHODEN: MERKBLATT KLAPPERTOPF IN BFF-FlLÄCHEN
  2. CLINI TOX
  3. INFO FLORA
  4. LAUBER, K. & WAGNER, G. (1991)
  5. MEIN SCHÖNER GARTEN
  6. PFLANZEN-VIELFALT
  7. GRÜNLAND ONLINE
  8. GARTENLEXIKON
  9. GARTEN-WISSEN
  10. HORTIPEDIA
  11. PYRGUS.DE

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Samstag, 06 Juni 2020 14:27

Makaronesische Sukkulenten

 

Allgemeines

Makaronesien ist ein in der Mitte des 19. Jahrhunderts von dem englischen Botaniker Philip Barker WEBB eingeführte Sammelbegriff für die im östlichen Zentralatlantik liegenden Inselgruppen. Dazu gehören die Azoren, Madeira mit den Sebaldinen, die Kanaren und die Kapverden. Die Region bildet ein eigenständiges Florengebiet, das durch eine hohe Zahl endemischer Arten und den in höheren Bergregionen vorkommenden Lorbeerwald gekennzeichnet ist. Im Ganzen leben auf den verschiedenen Inselgruppen gegen 800 endemische Gefäßpflanzen. Insbesondere befinden sich hier die Mannigfaltigkeitszentren der Gattungen Echium mit 24 und Aeonium mit 35 Arten.

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Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)

ASPARAGALES Asparagaceae dracaena draco tenerife PD1
Kanarischer Drachenbaum (Dracaena draco) auf Tenerife © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

LILIACEAE Dracaena draco Porquerolles1
Kanarischer Drachenbaum (Dracaena draco) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

LILIACEAE Dracaena draco Porquerolles2
Kanarischer Drachenbaum (Dracaena draco) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Nolinoideae

Kanarischer Drachenbaum

Dracaena draco

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Nordafrikanisch-makaronesischer Endemit: Kanarische Inseln, Kapverdische Inseln, Madeira und Marokko.

Es gibt 2 Unterarten, die Nominatform auf den Kanaren, Madeira und den Kapverden und Dracaena draco subsp. ajgal in Marokko.

Der Kanarische Drachenbaum wächst baumförmig und kann eine Wuchshöhe bis gegen 20 m erreichen. Der älteste Baum der Kanaren ist etwa 16 m hoch und hat einen Umfang von etwa 6 m. Junge Bäume haben einen dicken, grauen Stamm und sind noch unverzweigt. Ältere können auf Höhe jedes alten Blattansatzes neue Seitentriebe bilden. Die schwertförmigen, 50-60 cm langen, grünen bis blaugrünen Laubblätter stehen in einem Schopf jeweils am Ende eines Astes. Von Mai bis August bildet der Kanarische Drachenbaum winzige grünlich-weiße Blüten aus, die in großen Rispen stehen. Nach der Blüte entwickeln sich kugelige, etwa 1 cm große Früchte (Beeren), die orange gefärbt sind.

Bei Verletzungen des Stammes tritt ein farbloser Saft aus, der an der Luft zu einem dunkelroten, „Drachenblut“ genannten Harz gerinnt, das in der Volksmedizin eingesetzt wurde und auch für Lacke und Polituren verwendet wird. Der Drachenbaum wird als leicht giftig eingestuft, weil er in allen Pflanzenteilen Saponine enthält. Die Art gilt in der Natur als gefährdet (Rote Liste VULNERABLE), wird jedoch häufig als Zierpflanze angepflanzt [2; 3; 5; 6; 7].

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Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)

EUPHORBIACEAE Euphorbia atropurpurea BGB PD1
Dunkelpurpurrote Wolfsmilch (Euphorbia atropurpurea) im Botanischen Garten Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Euphorbioideae
Tribus: Euphorbieae
Untertribus: Euphorbiinae

Dunkelpurpurrote Wolfsmilch

Euphorbia atropurpurea

CITES: Die Art fällt unter Anhang II.

Verbreitung: Kanarische Inseln. Teneriffa in Höhenlagen von 300-1'200 m.

Winterhärte: Euphorbia atropurpurea ist nicht winterhart und erträgt keine Minustemperaturen. Sie sollte im Winter bei mindestens 10°C gehalten werden.

Euphorbia atropurpurea ist ein kandelaberförmig wachsender, bis 150-200 cm hoher Strauch. Seine dicht mit Blattnarben bedeckten, sukkulenten Zweige sind zimtbraun und stachellos. An ihren Enden bilden die bis 15 cm langen, ungestielten, blaugrünen Blätter Rosetten. Die Blütenstände sind enständige Trugdolden. Die Blüten weisen ein Paar dunkel purpurn gefärbte und 1 cm breite Hochblätter auf. Die Früchte sind rote Kapselfrüchte mit jeweils drei Samen [10].

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BORAGINACEAE Aeonium fastuosum Porquerolles1
Madeira-Natternkopf (Echium candicans) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

BORAGINACEAE Aeonium fastuosum Porquerolles2
Madeira-Natternkopf (Echium candicans) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Boraginoideae
Tribus: Lithospermeae

Madeira-Natternkopf

Echium candicans

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Ursprünglich ausschließlich auf Madeira in Höhenlagen von 800-1'500 m. Heute verwilder und invasiv in vielen Regionen mit ähnlichem Klima.

Winterhärte: Echium candicans ist nicht winterhart, die Umgebungstemperatur sollte nicht unter 5-7ºC fallen.

Der Madeira-Natternkopf ist ein 1 bis 2 m hoher und etwa gleich breiter, kandelaberartig wachsender Strauch mit endständigen, samtweich behaarten, graugrünen Laubblättern, die in Quirlen zusammenstehen. Seine  blauen bis violetten Blüten stehen in 15-20 cm langen, bisweilen längeren, kerzenförmigen Blütenständen [11].

In der Roten Liste der IUCN konnte die Art aufgrund mangelhafter Daten keiner Gefährdungskategorie zugeordnet werden [6].

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BORAGINACEAE Aeonium arboreum sanary PD1
Baum-Dachwurz (Aeonium arboreum) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

BORAGINACEAE Aeonium arboreum sanary PD2
Baum-Dachwurz (Aeonium arboreum) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Hauswurze (Sempervivoideae)

Baum-Dachwurz

Aeonium arboreum

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Kanarische Inseln: in Höhenlagen von 200-1'500 m.

Winterhärte: Aeonium arboreum ist nicht winterhart und erträgt keine Minustemperaturen.

Aeonium arboreum ist ein wenig verzweigter Halbstrauch der eine Höhe von 1-2 m erreichen kann. Die Blätter stehen am Ende der Triebe in dichten Rosetten, die einen Durchmesser von ca. 20 cm haben. Die spatelförmigen, stumpfen Blätter besitzen eine kurze Spitze. Sie sind grün und hell bewimpert. Es gibt auch Sorten mit panaschierten Blättern. Im Frühjahr und Sommer erscheinen aus der Rosettenmitte zahlreiche goldgelbe, kleine Blüten, die in 25-30 cm langen Rispen stehen. Der Blütenstand saugt die Rosettenblätter nach und nach aus [1; 4; 5].

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BORAGINACEAE Aeonium haworthii sanary PD1
Windrad-Dachwurz (Aeonium haworthii) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

BORAGINACEAE Aeonium haworthii sanary PD2
Windrad-Dachwurz (Aeonium haworthii) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Hauswurze (Sempervivoideae)

Windrad-Dachwurz

Aeonium haworthii

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Kanarische Inseln: Teneriffa, im nördlichen Teil der Insel bis auf eine Höhe von 1'000 m.

Winterhärte: Aeonium haworthii ist nicht winterhart.

Die Windrad-Drachnwurz wächst als mehrjähriger, dicht verzweigter Kleinstrauch mit einer Höhe bis zu 60 cm, gehört also zu den kleineren Aeonium-Arten. Ihre zähen, holzigen Triebe tragen an der Spitze Rosetten mit Durchmessern von nur 6-8 cm. Diese bestehen aus dicken, erst gleichmäßig breiten, dann plätzlich zugespitzten, blaugrauen Blättern mit rötlichbraunen Rändern. Die weißen oder cremegelben Blüten haben manchmal einen rosaroten Schimmer [4; 9].

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SAXIFRAGALES Crassulaceae aeonium urbicum sanary PD2
Dachwurz (Aeonium urbicum) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

SAXIFRAGALES Crassulaceae aeonium urbicum sanary PD1
Dachwurz (Aeonium urbicum) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Hauswurze (Sempervivoideae)

Dachwurz

Aeonium urbicum

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Kanarische Inseln: Teneriffa bis auf eine Höhe von 1'900 m.

Winterhärte: Aeonium urbicum ist nicht winterhart und erträgt keine Minustemperaturen. Vorzugstemperatur im Sommer 18-23°C, im Winter 10-15°C.

Bei der Dachwurz handelt sich um einen Blattrosetten bildenden unverzweigten oder wenig verzweigten, bis 2 m hohen Halbstrauch und somit um eine der größten Aeonium-Arten. Die Blattrosetten erreichen Durchmesser bis zu 50 cm. Der Blütenstand ist bis gegen 90 cm hoch. Die Blüten sind weiß oder rosa [10]. Die Art wurde ursprünglich als "Sempervivum urbicum" beschrieben. Auch als deutsche Namen werden die ansonsten für die bei uns heimischen Sempervivum verwendeten Bezeichungen Haus- oder Dachwurz angegeben.

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Literatur und Internetquellen:

  1.  CHAPMAN, P. & MARTIN, M. (1982)
  2. CLINI TOX
  3. GARTEN-LEXIKON
  4. HERBEL, D. (1978)
  5. MEIN SCHÖNER GARTEN
  6. ROTE LISTE DER IUCN
  7. ROWLEY, G. (1979)
  8. VAN WYK, B.-E. & SMITH, G. (1996)
  9. WEST, O. (1974/1992)
  10. WORLD OF SUCCULENTS
  11. FLORA-TOSKANA

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Freigegeben in Sukkulenten
Dienstag, 19 Mai 2020 08:08

Tropenwald im Zoo

TROPENWALD masoala zuerich PD1
"Masoa kély", Klein-Masoala im Zoo Zürich finanziert teilweise den Betrieb des Masoala-Nationalparks in Madagaskar © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

TROPENWALD jungletrek kerzers PD1
Der "Jungle Trek" im Papiliorama Kerzers zeigt Pflanzen des 400 km² großen Shipstern-Reservat in Belize, das vom Papiliorama betrieben wird © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

TROPENWALD suedostasien koeln PD1
Ein Wasserfall belebt das südostasiatische Regenwaldhaus im Kölner Zoo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

TROPENWALD suedamerika krefeld PD1
Weißkopfsaki (Pithecia pithecia) im Südamerikanischen Regenwald des Krefelder Zoos © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

TROPENWALD amazonas stuttgart PD1
Pflanzenreichtum und Wasserfall im Amazonienhaus der Stuttgarter Wilhelma © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

TROPENWALD montpellier PD1
Grauflügel-Trompetervogel (Psophia crepitans) und Kunstfels-Dekoration in der Serre amazonienne des Zoos von Montpellier © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

TROPENWALD pierelatte PD1
Urwaldfluss in der Ferme aux Crocodiles in Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

TROPENWALD alaris sassnitz PD1
Niedrige Pflanzen dominieren das Schmetterlingshaus "Alaris" in Sassnitz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Viele Zoos verfügen über "Tropen-" oder "Urwaldhallen", in denen Tiere und Pflanzen aus den Feuchtwäldern der Äquatorregion gezeigt werden. Einige Zoos haben Landschaften aus Kunstfels eingebaut, was aber bei dichtem Pflanzenwuchs kaum nötig ist, sodass andere darauf verzichten. In jedem Fall unverzichtbar sind aber Wasserfälle und offene Wasserflächen die nicht nur das Bild eines von hohen Niederschlägen geprägten Lebensraums vervollständigen, sondern auch für die nötige Luftfeuchte von mindestens 70% sorgen.

Die Besucherwege sind in aller Regel schmal und nach dem Immersionsprinzip [2] nicht oder nur stellenweise  durch Zäune oder Geländer von der Umgebung abgetrennt. Die meisten Tiere laufen oder fliegen frei in der ganzen Halle. Wo Gehege erforderlich sind, sind die Absperrungen so diskret wie möglich gestaltet, sodass die Besucher den Eindruck gewinnen, sie  befänden sich wirklich im Urwald.

Manche dieser Ausstellungen wollen einen Eindruck von einem bestimmten Reservat vermitteln, so z.B. der seit 2003 für Besucher zugängliche, eng mit einem langfristigen Naturschutzprojekt des Zoos in Madagaskar verknüpfte, 11'000 m² große und 35 m hohe Masoala-Regenwald des Zoo Zürich [1; 7]. Dem gleichen Zweck dient der 2008 eröffnete "Jungle Trek" im Papiliorama Kerzers, der dem vom Park betriebenen, inzwischen 400 km² großen Reservat Shipstern in Belize gewidmet ist. Diese beide Tropenhallen verfügen auch über einen  Baumkronenweg.

Andere Tropenwaldhäuser fokussieren auf eine bestimmte Region, wie z.B. das  "Borneohaus" des Tiergartens Schönbrunn (Eröffnungsjahr 2002) mit über 1'000 m² Grundfläche [5] oder das Urwaldhaus des Kölner Zoos (Eröffnungsjahr 2000) mit einer 17 m hohen und 1'250 m² großen Freiflughalle [4]. Beide präsentieren Ausschnitte aus dem Regenwald Südostasiens und ermöglichen Einblicke von verschiedenen Niveaus.

Beliebt sind Häuser, die sich der neotropischen Fauna und Flora widmen. Beispiele dafür sind der 1998 eröffnete Kuppelbau des Regenwaldhauses des Krefelder Zoos, das im Jahr 2000 mit 2'000 Pflanzen und verschiedenen Tieren dem Publikum übergebene, 1'200 m² Grundfläche aufweisende Amazonienhaus der Stuttgarter Wilhelma oder die seit 2007 bestehende, 2'600 m² große und 14,5 m hohe, auf zwei Geschoßen erlebbare "Serre amazonienne" des Städtischen Zoos von Montpellier, in der nebst relativ wenigen Tieren gegen 3'500 neotropische Pflanzen zu bewundern sind.

Auch eine Spezialisierung auf eine bestimmte, überwiegend in den Tropen vorkommende Tiergruppe gibt es, so z.B. der riesige, 8'000 m² unfassende Hallenkomplex der Ferme aux Crocodiles in Pierrelatte, in dem auch über 600 verschiedene Arten und Varietäten von Tropenpflanzen gezeigt werden. Auch Menschenaffenhäuser sind bisweilen reichlich mit Tropenwaldpflanzen bestückt, wobei in Anbetracht der großen Anziehungskraft der Tiere die Flora hier nur eine Nebenrolle spielt.

Einen Sonderfall stellen seit den 1970er-Jahren die ab 2001 in einem eigenen Verband (IABES) organisierten Schmetterlingshäuser dar, von denen es in Deutschland mittlerweile etwa 25 gibt, in Österreich 2, und in der Schweiz, dem Elsass und in Luxemburg je eines. Die meisten davon sind selbständige Einrichtungen oder werden im Rahmen eines Botanischen Garten betrieben. Das Besondere an ihnen ist, dass mit Rücksicht auf die Bedürfnisse ihrer Bewohner Schatten verbreitende Tropenbäume nur sehr begrenzt vorhanden sein dürfen, womit sich der Pflanzenbesatz weitgehend auf reichlich blühende Sträucher und Stauden beschränkt.

Wieder andere Tropenhallen zeigen Tiere und Pflanzen aus verschiedenen Kontinenten, wie etwa das Leipziger Gondwanaland, das seit 2001 dazu einlädt, auf 16'500 m² drei Kontinente unter einem Dach zu entdecken, das mit einem finanziellen Aufwand von 21 Millionen Euro aus einem Schwimmbad umgebaute und 2015 eröffnete Exotenhaus des Karlsruher Zoos [6], oder der bereits seit 1988 bestehende Burgers Bush in Arnheim [3], in Europa die bahnbrechende Einrichtung mit einer Grundfläche von 14'250 m² und einer Höhe von 20 m. Im Idealfall sind innerhalb eines solchen Hauses die Pflanzen nach phytogeographischen Gesichtspunkten gruppiert, was natürlich die gehaltenen Vögel nicht daran hindert, die ganze Halle zu befliegen. Der normale Besucher merkt das nicht, peinlich wird es nur, wenn Naturfilmer anstatt in die Tropen zu reisen, nach Arnheim zu Burgers Bush gehen und dort ihre Vögel aus Neuguinea dabei filmen, wie sie auf Pflanzen aus Südamerika sitzen ...

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Literatur und Internetquellen:

  1. GRAF, R. (2005)
  2. SALZERT, W. (2010)
  3. ZOOLEX GALLERY: BURGERS BUSH
  4. ZOOLEX GALLERY: KÖLNER ZOO - DER REGENWALD
  5. ZOOLEX GALLERY: TIERGARTEN SCHÖNBRUNN - REGENWALDHAUS
  6. ZOOLEX GALLERY: ZOO KARLSRUHE EXOTENHAUS - FREIFLUGHALLE
  7. ZOOLEX GALLERY: ZOO ZÜRICH - MASOALA RAINFOREST
  8. INTERNET-AUFTRITTE DER GENANNTEN ZOOS

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Freigegeben in Tropenwaldpflanzen
Dienstag, 12 Mai 2020 07:48

Pflanzen im Bauerngarten

Allgemeines

In Bauergärten werden Obst, Gemüse, Küchen- und Heilkräuter sowie Zierpflanzen gepflegt. Diese bieten viele Möglichkeiten für die Zoopädagogik, um Themen wie z. B. Genetik, Biodiversität oder Ernährung abzuhandeln. Die hier präsentierte Auswahl ist einstweilen noch etwas kümmerlich, Ergänzungen sind geplant.

 

Zierstauden

Küchen- und Heilkräuter

Gemüse und andere Nahrungspflanzen

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Zierstauden

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Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)

ASTERACEAE rudbeckia fulgida kuernbach PD1
Leuchtender Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) im August im Museumsdorf Kürnbach, Bad Schussenried © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Heliantheae

Leuchtender Sonnenhut

Rudbeckia fulgida

Herkunft: Östliche Vereinigte Staaten.

Standorte: Die Wildform lebt in feuchten, lichten Wäldern, Seggenwiesen und diversen Feuchtgebieten. Im Garten bevorzugen die Stauden einen einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf frischen Böden. Das Substrat sollte sandig-tonig sein. Sie ertragen Temperaturen bis -35°C.

Blütezeit: August-Oktober.

Der Leuchtender Sonnenhut ist eine aufrechte, horstbildende, buschige, (45-) 60-100 cm hohe Staude. Seine Stengel sind verzweigt und haben dunkelgrüne, breit lanzettliche bis ovale Blätter mit rauher, leicht behaarter Oberfläche, die in der Regel grob gezähnt sind. Die körbchenförmigen Blütenstände befinden sich einzeln oder zu mehreren am Ende der Stengel. Sie bestehen aus 50 bis über 500 schwarzbraunen Röhrenblüten und 10-15 gelben bis orangefarbenen, bis 4 cm langen Zungenblüten. Der Blütenstandsboden ist hochgewölbt. Die Pflanzen entwickeln einsamige, ca. 2-4 mm große Schließfrüchte (Achänen) mit kurzen, krönchenförmigen angeordneten Härchen (Pappus) am oberen Ende. Es gibt mehrere Zuchtsorten [3; 6].

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ASTERACAEAE tagetes tenuifolia eriswil erlen PD2
Schmalblättrige Studentenblume (Tagetes tenuifolia) "Goldlgelbe von Eriswil", im Juni im Bauerngarten des Tierparks Lange Erlen, Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Tageteae

Schmalblättrige Studentenblume

Tagetes tenuifolia

Herkunft: Mittelamerika von Mexiko bis Costa Rica.

Standorte: Flussufer.

Blütezeit: Juni-Oktober.

Die auch Gewürz-Tagetes genannte Schmalblättrige Studentenblume ist eine einjährige, buschige Staude, die eine Höhe von 20-70 cm erreicht. Ihre natürlicherweise gelb-orangen, fünfzähligen Blüten haben einen Durchmesser von ca. 25 mm und sind im Gegensatz zu jenen der Aufrechten Studentenblume (Tagetes erecta) wohlriechend. Blüten und Blätter sind essbar. Es gibt mehrere Zuchtsorten, die in verschiedenen Gelb-, Orange- und Rottönen blühen [6].

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Ordnung: Raublattartige (Boraginales)
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)

BORAGINACEAE brunnera macrophylla PD2
Großblättriges Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla), Blüten, Anfang Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

BORAGINACEAE brunnera macrophylla PD1
Großblättriges Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla), Anfang Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

BORAGINACEAE brunnera macrophylla PD3
Großblättriges Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla), Blätter, Anfang Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Boraginoideae
Tribus: Boragineae

Großblättriges Kaukasusvergissmeinnicht

Brunnera macrophylla

Herkunft: Kaukasus.

Standorte: Die Wildform lebt in und am Rand von Eichen- und Fichtenwäldern und an Berghängen von der kollinen bis zur subalpinen Stufe. Im Garten bevorzugen die Stauden einen halbschattigen bis schattigen Standort auf feuchten Böden. Das Substrat sollte sandig-lehmig oder sandig-tonig sein und einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 aufweisen. Sie ertragen Temperaturen bis -40°C.

Blütezeit: April-Mai.

Das Großblättrige Kaukasus-Vergissmeinnicht  ist eine relativ schnellwüchsige, sommergrüne und Rhizome bildende Staude mit buschigem Wuchs, die 40-50 cm hoch und 60 -100 cm breit wird. Die einfachen, dunkelgrünen, sich im Herbst gelb verfärbenden, weich behaarten Blätter sind wechselständig angeordnet, die unteren sind herzförmig, 5-20 cm lang, gestielt, die oberen eiförmig, sitzend. Die Blüten stehen in endständigen Rispen. Sie sind 2-7 mm lang gestielt und ohne Tragblätter. Die Krone ist blau, mit einer ca. 1 mm langen Röhre und ausgebreitetem, fünfteiligem Saum von 4-9 mm, Durchmesser. Die braunen Teilfrüchte sind länglich-eiförmig, kahl, an der Basis mit kragenartigem Ring. Neben der Wildform und Zuchtsorten mit hellblauen Blüten gibt es auch weiß blühende und  buntlaubige Sorten [3; 4; 6].

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Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)

BRASSICACEAE hesperis matronalis bannholz PD1
Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) im Mai, verwildert am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BRASSICACEAE hesperis matronalis bannholz PD2
Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) im Mai, verwildert am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BRASSICACEAE hesperis matronalis auried PD1
Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) im Mai, verwildert im Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Gewöhnliche Nachtviole

Hesperis matronalis

Herkunft: Ursprünglich Südosteuropa und Westasien. Heute in weiten Teilen europas eingebürgert.

Standorte: Die Wildform lebt in Gebüschen,an Flussufern und auf Schuttplätzen vom Tiefland bis zur montanen Stufe. Im Garten bevorzugen die Pflanzen absonnige bis halbschattige Standorte auf gut durchlässigen, Humus- und nährstoffreichen Böden.

Blütezeit: Mai-Juli.

Die Nachtviole ist eine kurzlebige, bzw. ein- bis zweijährige, sehr dicht und aufrecht wachsende Staude, die eine Höhe von 40-50 (30-80) cm und eine Breite von 30-50 cm erreicht. Sie bildet im ersten Jahr eine Blattrosette und im zweiten Jahr einen langen Blütenstengel. Der Stengel ist oft verzweigt und mit einfachen oder zweistrahligen, borstenförmigen Haaren bedeckt. Die grundständigen Blätter sind eiförmig bis lanzettlich, kurz gestielt, bis 15 cm lang, fein gezähnt bis fast ganzrandig. Die zahlreichen, sitzenden Stengelblätter werden nach oben hin kleiner. Die Blüten sind violett, lila oder weiss mit vier 2-3 cm langen Kronblättern. Die Früchte sind 3-10 cm lang und bis zu 3 mm dick. Sie befinden sich auf 1-2 cm langen, aufrecht abstehenden Stielen [4; 5; 6].

Die wohlriechende und hübsch blühende Nachviole wird seit über 500 Jahren kultiviert und hat vor allem im Bauerngarten eine lange Tradition. Früher wurde sie häufig als harn- und schweißtreibende Heilpflanze verwendet. Die Blüten sind zumindest in kleinen Mengen essbar und eignen sich roh oder gezuckert als ausgefallene Dekoration für Süßspeisen [6].

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Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae)

SAXIFRAGALES paeonia officinalis lfeld PD1
Garten-Pfingstrose (Paeonia officinalis), sich öffnende Blütenknospe im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAXIFRAGALES paeonia officinalis lfeld PD2
Garten-Pfingstrose (Paeonia officinalis),Blüte, Ende Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Gemeine oder Garten-Pfingstrose

Paeonia officinalis

Herkunft: Süd- und Südosteuropa von der Iberischen Halbinsel bis zum Kaukasus, Türkei. In der Schweiz im Tessin.

Standorte: Die Wildform lebt an kalkreiche Hängen, auf Trockenwiesen und in lichtem Wald vom Tiefland (in Italien ab etwa 100 m Höhe) bis zur subalpinen Stufe. Im Garten bevorzugen die Stauden einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf feuchten Böden. Das Substrat sollte sandig-lehmig oder sandig-tonig sowie vergleichsweise nährstoffreich sein und einen pH-Wert zwischen 8 und 10 aufweisen. Sie ertragen Temperaturen bis -23°C.

Blütezeit: Mai-Juni.

Die Garten-Pfingstrose ist eine sommergrüne Staude mit buschigem Wuchs, die 60-70 (-100) cm hoch wird. Die Stengel sind unverzweigt, die sehr großen, gefingerten, mittelgrünen Blätter sind wechselständig angeordnet. Die elliptischen Fiederblättchen sind gestielt und fiederteilig. Die angenehm duftenden Blüten weisen 5 grüne bis rote Kelchblätter und 5-10, rote, ovale, 4-8 cm lange Kronblätter auf. Die Staubblätter sind zahlreich, an der Basis in einen Nektarring verwachsen. Es werden 2-3 Fruchtknoten gebildet. Die mehrsamigen Balgfrüchte sind bis 5 cm lang und weißfilzig behaart [3; 4].

Pfingstrosen werden je nach Quelle als ungiftig oder wegen der in ihnen enthaltenen Alkaloide und Glykoside als für den Menschen schwach giftig beschrieben. Bei Hunden und Katzen soll es durch Blüten und Blätter zu klinischen Symptomen kommen, die Wurzeln führen bei Kleinnagern zu schweren Vergiftumgen oder zum Tod. Huftiere meiden Pfingtstrosen in der Regel, allenfalls kann es zu leichten Symptomen kommen. Päonien werden seit Jahrtausenden in der traditionellen chinesischen Medizin gegen eine Vielzahl von Beschwerden wie Gicht angewandt. Auch in Europa und in anderen Teilen Asiens wurden sie in der Volksheilkunde eingesetzt [1; 2].

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Küchen- und Heilkräuter

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Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

ASPARAGALES allium schoenoprasum lfeld PD1
Schnittlauch (Allium schoenoprasum) im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASPARAGALES allium schoenoprasum lfeld PD2
Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Blüten im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASPARAGALES allium schoenoprasum lfeld PD3
Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Blütenknospen im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASPARAGALES allium schoenoprasum papiliorama PD1
Kleine Füchse (Aglais urticae) besuchen Schnittlauchblüten (Allium schoenoprasum) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Lauchgewächse (Allioideae)
Tribus: Allieae

Schnittlauch

Allium schoenoprasum

Herkunft: Eurasien, Nordamerika.

Standorte: Die Wildform lebt auf feuchten Wiesen, in Flachmooren und an Bachufern von der kollinen bis zur alpinen Stufe. Im Garten bevorzugen die Stauden einen sonnigen Standort auf trockenen bis frischen Böden. Das Substrat sollte sandig-lehmig, kiesig-lehmig oder sandig-tonig sein und einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 aufweisen. Sie ertragen Temperaturen bis -29°C.

Blütezeit: Mai-August.

Schnittlauch ist eine relativ schnellwüchsige und langlebige sommergrün Zwiebelpflanze, die 10-40 cm hoch und 10- 30 cm breit wird. Die länglichen Zwiebeln sind von Häuten umgeben. Die Stengel sind nur am Grund beblättert. Die Blätter sind röhrig, rund und glatt. Die Blütenstände sind kugelig, dicht, ohne Brutzwiebeln. Sie werden von den Hüllblättern nicht überragt. Die Blütenstiele sind kürzer als die Perigonblätter, diese sind lebhaft rosa bis rotviolett gefärbt, 8-15 mm lang, zugespitzt, zusammenneigend und werden von den Staubblättern nicht überragt. Die Fruchtkapsen sind meist sechssamig. Im Sommer tragen die Pflanzen braune fachspaltige Kapselfrüchte. Es gibt violett-, rot-, rosa-, weiß- und mehrfarbig blühende Kultursorten [3; 4; 5; 6].

Aufgrund seines Gehalts an die Magenschleimhaut und Erythrozyten angreifenden schwefelhaltigen, nicht-proteinogene Aminosäuren wird Schnittlauch wie andere Allium-Arten als giftig eingestuft, faktisch ist die seit dem Mittelalter als Gewürz kultivierte Pflanze jedoch unbedenklich. Sie ist auch eine willkommene Nektarquelle für Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere Insekten [1; 6]

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BORAGINACEAE borago officinalis bannholz PD1
Borretsch (Borago officinalis), Blüten, im Mai, verwildert am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BORAGINACEAE borago officinalis bannholz PD2
Borretsch (Borago officinalis) im Mai, verwildert am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BORAGINACEAE borago officinalis bannholz PD3
Borretsch (Borago officinalis) im Mai, verwildert am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Boraginoideae
Tribus: Boragineae

Borretsch

Borago officinalis

Herkunft: Süd- und Osteuropa, Nordafrika, Naher Osten. Eingeschleppt in Nord- und Südamerika, Australien, Neuseeland sowie auf den Azoren und Kanaren. In Mitteleuropa stellenweise verwildert.

Standorte: Die Wildform lebt in Weinbergen, auf Schuttplätzen und Brachen vom Tiefland bis zur montanen Stufe. Im Garten bevorzugen die Stauden einen sonnigen bis halbschattigen Standort und stellen keine besonderen Ansprüche an den Boden. Sie ertragen Temperaturen bis -20°C.

Blütezeit: Mai-August.

Der auch "Gurkenkraut" genannte Borretsch ist eine einjährige, horstbildende Krautpflanze, die eine Höhe von 20-70(-100) cm erreicht. Der fleischige Stengel ist mit steifen, stechenden Haaren besetzt. Die Blätter sind lanzettlich, mit gewelltem, unregelmässig gezähntem Rand, ihre Spreite verschmälert sich plötzlich in einen geflügelten Stiel. Die  rosettenförmig angeordneten unteren Blätter sind bis 10-15 cm lang. Der doldenartige Blütenstand ist oft weit ausladend. Die Blütenkronen sind himmelblau, seltener lila, mit kurzer Röhre und 5 flach ausgebreiteten, fein zugespitzten Zipfeln. Sie haben einen Durchmesser von 2-3 cm. Die von weißen Schlundschuppen umgebenen Staubgefäße sind dunkelblau. Die ca. 1,5 cm langen Kelchzipfel sind schmal-lanzettlich. Es werden etwa fünf Millimeter große und dunkelbraune Klausenfrüchte gebildet [4; 5; 6].

Blüten und junge Blätter können gegessen werden. Ein Übermaß ist jedoch zu vermeiden, denn Borretsch enthält viele Gerbsäuren, Saponine und Schleimstoffe. Wegen dieser Inhaltsstoffe fand er auch Anwendung in der Volksmedizin [6].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

LAMIACEAE salvia officinalis PD1
Echter Salbei (Salvia officinalis) im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

LAMIACEAE salvia officinalis PD2
Echter Salbei (Salvia officinalis), Blattunterseite, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Nepetoideae
Tribus: Mentheae

Echter Salbei

Salvia officinalis

Herkunft: Algerien und Südliches Europa bis zur Schweiz, hier vor allem im Wallis, entlang des Genfersees und im Genfer Becken verbreitet.

Standorte: Die Wildform besiedelt Trockenwiesen und Felsensteppen vom Tiefland bis zur kollinen Stufe. Im Garten bevorzugen die Stauden einen sonnigen Standort auf trockenen bis frischen Böden. Das Substrat sollte lehmig, sandig-lehmig oder sandig-tonig sein und einen pH-Wert zwischen 8 und 10 aufweisen. Sie ertragen Temperaturen bis -18°C.

Blütezeit: Mai-Juli.

Der Echte Salbei ist ein ausdauernder, immergrüner, buschig wachsender 50-80 (30-100) cm hoher und 60-100 cm breiter Halbstrauch, der stark aromatisch riecht. Die Stengel älterer Pflanzen sind am Grund holzig. Die einfachen, silbrig-grauen Blätter sind gegenständig angeordnet. Sie sind elliptisch, gekerbt und gestielt, haben eine filzige Oberfläche und einen meist einen fein und stumpf gezähnten Rand. Die hellpurpurnen oder violetten Blüten stehen in meist lockeren quirligen Teilblütenständen. Die Tragblätter sind eiförmig bis lanzettlich, kürzer als der Kelch und fallen oft früh ab. Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich braune Klausenfrüchte [3; 4; 5, 6].

Der Echte Salbei dient nicht nur als Gewürz, sondern wird auch bei vielen Beschwerden als Heilpflanze mit innerlichen und äußerlichen Applikationen eingesetzt. Er enthält ätherisches Öl mit Mono- und Diterpenen, darunter das neurotoxische Thujon, weshalb er als leicht toxisch eingestuft wird. Die chronische Aufnahme kann bei Pflanzenfressern zu einer Reizung der Schleimhäute des Magen-Darm-traktes führen, was sich mit einer gesteigerten Salivation, Abdominalschmerzen und Diarrhoe äussern kann [1; 6].

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Gemüse und andere Nahrungspflanzen

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Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)

CARYOPHYLLALES polygonaceae fagopyrum esculentum ballenberg PD1
Buchweizen (Fagopyrum esculentum), Blüte im Juni im Schweizerischen Freilichtmuseum Basllenberg, Bienzwiler, Berner Oberland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

CARYOPHYLLALES polygonaceae fagopyrum esculentum ballenberg PD2
Buchweizen (Fagopyrum esculentum) im Juni im Schweizerischen Freilichtmuseum Basllenberg, Bienzwiler, Berner Oberland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Cucurbitoideae 

Buchweizen

Fagopyrum esculentum

Herkunft: Die Wildform stammt aus Zentral- bis Ostasien. In vielen Ländern kultiviert und manchenorts verwildert.

Standorte: Sonnig bis halbschattig, gerne auf leicht sauren Böden.

Blütezeit: Juli-Oktober.

Der Buchweizen ist ein sogenanntes Pseudogetreide: Er wird ähnlich wie Getreide verwendet,  gehört aber nicht zur Familie der Süßgräser (Poaceae), sondern ist eine einjährige, krautige Pflanze. Die eher schwachen Faserwurzeln reichen bis zu einem Meter tief, wurzeln aber auch gern oberflächlich. An den rot überlaufenen, 50 bis 70 Zentimeter hohen und stark verzweigten Stängeln sitzen herzförmige, ganzrandige Blätter. Ab Juni erscheinen in den Achseln der Hochblätter zahlreiche, in lockeren Trauben stehende, kleine weiße oder rötliche Blüten. Diese locken zahlreiche Insekten an, von denen sie bestäubt werden. Aus den Blüten reifen anschließend essbare, braune, nussähnliche Früchte heran [6].

Buchweizen enthält Rutin, Cyanidin, Leucocyanidin, Chlorogensäure und Fagopyrin. Die jungen Blüten und Samenschalen gelten als stark giftig. Weiße und hellhäutige Tiere, namentlich Pferde und Schafe, werden nach Aufnahme von Fagopyrin lichtempfindlich und können an ungeschützten Hautpartien schlecht heilende Dermatitiden entwickeln. Aus dem Buchweizenmehl werden glutenfreie Pfannkuchen, Grütze oder Fladenbrote, in Graubünden und in der Lombardei Pizokels bzw. Pizzoccheri, in Frankreich Galettes und in Japan Soba-Nudeln hergestellt. In der Naturheilkunde wird Buchweizen wegen seines Gehalts an Rutin bei Venenerkrankungen eingesetzt [1; 6]

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Ordnung: Kürbisartige (Cucurbitales)
Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

CUCURBITACAEAE cucurbita pepo var giromontiina goldenbutter erlen PD1
Zucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina) im Juni im Bauerngarten des Tierparks Lange Erlen, Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

CUCURBITACAEAE cucurbita pepo wien elefant dZupanc
Elefantenkalb mit ausgehöhltem Gartenkürbis (Cucurbita pepo) im Tiergarten Schönbrunn © Tiergarten Schönbrunn / D. Zupanc (Pressefoto)

 

CUCURBITACAEAE cucurbita pepo hann eisbär
Eisbär mit Gartenkürbis (Cucurbita pepo) als Spielzeug und Beschäftigungsfutter im ErlebnisZoo Hannover © Zoo Hannover (Pressefoto)

 

CUCURBITACAEAE cucurbita pepo bremerhaven waschbaer
Ausgehöhlter Gartenkürbis (Cucurbita pepo) zur Beschäftigung von Waschbären im Zoo am Meer, Bremerhaven © Zoo am Meer (Pressefoto)

Unterfamilie: Cucurbitoideae
Tribus: Cucurbiteae

Gartenkürbis

Cucurbita pepo

Herkunft: Mittel- und Ostasien. Gelangte um 1400 über Russland und die Türkei nach Europa.

Standorte: Gartenkürbisse sind sehr frostempfindlich. Sie gedeihen am besten in Kompostbeeten oder auf Komposthaufen.

Blütezeit: Juni-August.

Der Gartenkürbis ist eine von fünf Kürbisarten, die kultiviert worden sind. Es handelt sich um eine einjährige krautige Pflanze, die kletternd oder kriechend wächst, sich mittels Ranken festklammern und eine Ausdehnung bis zu 10 m erreichen kann. Sie hat sehr große, etwas gelappte, einfache Laubblätter mit herzförmiger Spreite und langem Stil. Die Pflanze ist ist einhäusig getrenntgeschlechtig. Die am Vormittag geöffneten Trichterblüten haben eine goldgelbe Krone mit einem Durchmesser von 7-10 cm. Die Kronröhre der männlichen Blüten ist becherförmig und mit Zipfeln versehen. Bei den aus den befruchteten weiblichen Blüten entstehenden Früchten handelt es sich um Panzerbeeren, deren Außenhaut im vollreifen Zustand mehr oder weniger stark verholzt [6; 7].

Der Gartenkürbis ist sehr vielgestaltig. Er hat mehrere Unterarten und Varietäten gebildet, aus denen die unterschiedlichsten Kultursorten mit tennisballgroßen bis 60 kg schweren Früchten herausgezüchtet wurden, so b.B. Zucchetti, Patisson, Spaghettikürbis, Halloweenkürbis, Steirischer Ölkürbis und Zierkürbisse. Letztere sind oft mehrfarbig und haben zum Teil recht bizarre Formen [7].

Fruchtfleisch und Samen der Kürbisse sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Vom Kürbis werden sowohl die nussig schmeckenden Samen, als auch das Fruchtfleisch als Nahrungsmittel genutzt. Aus den Samen mancher Sorten wird ein Öl gepresst. Die  Samen vor allem von weichschaligen Ölkürbiskultivaren finden in der Volksmedizin bei verschiedenen Indikationen. Halloween-Kürbisse sind zum Aushöhlen für Laternen geeignet. Zierkürbisse dienen Dekorationszwecken. Im Zoo wrden Kürbisse als Spielzeug oder Beschäftigungsfutter eingesetzt [6; 7].

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Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

FABACAEAE phaseolus vulgaris var nana erlen PD1
Buschbohne (Phaseolus vulgaris var. nana), im Juni im Bauerngarten des Tierparks Lange Erlen, Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACAEAE phaseolus vulgaris var nana erlen PD2
Buschbohne (Phaseolus vulgaris var. nana), Blüte im Juni im Bauerngarten des Tierparks Lange Erlen, Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus:  Phaseoleae

Gartenbohne

Phaseolus vulgaris

Herkunft: Die mutmaßliche Stammform der Gartenbohne, Phaseolus aborigineus, ist von den südlichen USA über Mittelamerika und die Andenkette bis nach Nordchile verbreitet. Im 16. Jahrhundert wurden die Gartenbohne das erste Mal in Europa nachgewiesen.

Standorte: Sonnige und warme Stadorte. Kühle Witterung und Wind hemmen das Wachstum. Mittelschwere und leichtere Böden sind am besten geeignet.

Blütezeit: Juni-September.

Die Gartenbohne ist eine einjährige, linkswindende Kletterpflanze die je nach Sorte eine Höhe von bis zu 400 cm erreicht. Stangenbohnen (var. communis) benötigen eine Kletterhilfe. Die im 19. Jahrhundert gezüchteten Buschbohnen (var. nana) werden dagegen nur 30-50 cm hoch. An den Wurzeln sitzen stickstoffbindende Wurzelknöllchen. Der Stengel ist verzweigt, die dreizähligen Blätter sind gestielt und bestehen aus breiten, eirunden und zugespitzten Teilblättchen. Die Schmetterlingsblüten können weiß, gelblich oder violett gefärbt sein und stehen in wenigblütigen Trauben. Als Frucht entwickelt sich je nach Sorte eine grüne, gelbe, blaue, gestreifte oder marmorierte Schote die zwischen 10 und 30 Zentimeter lang ist und 2 bis 8 Samen (Bohnen) enthält [6; 7].

Die Gartenbohne enthält Lectine, Trypsininhibitoren, Tannine und cyanogene Glykoside. Die ganze Pflanze ist stark giftig, namentlich die Samen. Beim Schwein treten Vergiftungserscheinungen wie Fressunlust, hämorrhagische Gastroenteritis, tonisch-klonische Krämpfe etc. nach der Aufnahme von 300 g rohen Gartenbohnen pro Tag auf, beim Rind nach Aufnahme von 500 g. Störungen sind aber schon bei viel geringeren Dosen wahrscheinlich. Durch Kochen werden die Gifte zerstört. Die Schoten sind reich an Kohlenhydraten, an Vitaminen der B-Gruppe und sie sind wertvolle Lieferanten für die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Calcium, Eisen und Kupfer. Weiterhin enthalten sie sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere Flavonoide, die krebsvorbeugend und antimikrobiell wirken sollen [1; 7].

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Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)

SOLANACAEAE solanum tuberosum blaue st galler erlen PD1
Kartoffel (Solanum tuberosusm) "Blaue St. Galler", im Juni im Bauerngarten des Tierparks Lange Erlen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SOLANACAEAE solanum tuberosum ackersegen erlen PD1
Kartoffel (Solanum tuberosum), "Ackersegen", Blüten im Juni im Bauergnarten des Tierparks Lange Erlen Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SOLANACAEAE solanum tuberosum ackersegen erlen PD2
Kartoffel (Solanum tuberosum), "Ackersegen", Blüten im Juni im Bauergnarten des Tierparks Lange Erlen Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Solanoideae
Tribus: Solaneae

Kartoffel

Solanum tuberosum

Herkunft: Die Ausgangsformen der heutigen kultivierten Kartoffeln stammen aus dem Andenraum Südamerikas. Nach Europa wurde sie 1573 erstmals eingeführt. Wegen ihrer attraktiven Blüten wurde sie bei uns zunächst nur als Zierpflanze angebaut. Der großflächige Anbau als Nahrungspflanze erfolgte in Deutschland erst ab dem 18. Jahrhundert. Dazu hat wesentlich der preußische König Friedrich der Große beigetragen, der den Wert der Kartoffel als Grundnahrungsmittel für seine Soldaten erkannte und ihren Anbau förderte.

Standorte: Die Kartoffel bevorzugt sandig-lehmige Böden mit einem schwach sauren pH-Wert von 5 bis 6 aufweist. Das Substrat sollte humusreich und frei von störenden Bodenhindernissen sein, damit die Knollen ungestört wachsen können.

Blütezeit: April-Juli.

Die Kartoffel ist eine aufrecht und bis zu einem Meter hoch wachsende krautige Pflanze. An den oberirdischen Laubtrieben mit gefiederten Blättern erscheinen weiße, rosafarbene oder violette fünfzählige Blüten mit gelben Staubbeuteln, aus denen kirschgroße, grüne und ungenießbare Beeren entstehen. Unterirdisch bilden sich Knollen, die durch Tragfäden mit den Wurzelsprossen verbunden sind und als Nährstoffspeicher dienen. Je nach Sorte variieren Knollenform und Farbe des Fruchtfleisches [6].

Darüber, ob die Kartoffel ein Gemüse sei oder nicht, lässt sich trefflich streiten. Die Weltgesundheits-Organisation sagt: „Kartoffeln, Süßkartoffeln und andere stärkehaltige Knollen zählen nicht als Obst oder Gemüse", was aber den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt nicht daran hinderte, die Kartoffel 2003 zum Gemüse des Jahres auszurufen [8].

Die Kartoffel ist giftig, weil sie steroidale Glycoalkaloide und verschiedene Glykoside enthält. Keine Vergiftungen ergeben sich durch einwandfreie Knollen, deren Solaningehalt etwa bei 7 mg/100g Frischgewicht liegt. Knollen mit mehr als 10-20 mg Alkaloid/100g Frischgewicht können zu gesundheitlichen Schäden führen. Die letale Dosis beträgt beim Schaf 250 mg, beim Kaninchen 20-30 mg Solanidin/kg Körpergewicht. Vergiftungssymptome nach Aufnahme von Kartoffelkraut sind beim Rind Anorexie und Obstipation, dann Diarrhoe, Kolik, Speichelfluss, Apathie, Somnolenz, Kollaps, erweiterte Pupillen, geschwollene Augenlider; Hautekzeme besonders an den Beinen, Krämpfe, Lähmung, Anämie und letztlich Tod durch Atemlähmung [1].

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Literatur und Internetquellen:

  1. CLINI TOX
  2. GARTENLEXIKON
  3. HORTIPEDIA
  4. INFO FLORA
  5. LAUBER, K. & WAGNER, G. (1991) 
  6. MEIN SCHÖNER GARTEN
  7. PFLANZEN-LEXIKON
  8. NUTZPFLANZENVIELFALT

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Freigegeben in Gartenpflanzen
Mittwoch, 06 Mai 2020 15:39

Waldblumen

 

Allgemeines

Auf diesem Blatt werden nur in Mitteleuropa vorkommende Arten vorgestellt

 

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Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie:  Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

AMARYLL allium ursinum lfeld PD3
Bärlauch (Allium ursinum), Anfang Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

AMARYLL allium ursinum lfeld PD2
Bärlauch (Allium ursinum), Anfang Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

AMARYLLIDACEAE allium ursinum steinhoelzli PD1
Bärlauch (Allium ursinum) im Steinhölzliwald, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Lauchgewächse (Allioideae)
Tribus: Allieae

Bärlauch

Allium ursinum

Verbreitung: Europa und Kleinasien, fehlt in Teilen des Mittelmeerraums und in der ungarischen Tiefebene.

Standorte: Bevorzugt werden halbschattige Standorte auf trockenen bis frischen Böden. Flächendeckend im Aronstab-Buchenwald (Aro-Fagetum). Die Pflanzen ertragen Temperaturen bis -29°C.

Blütezeit: April-Mai.

Der Bärlauch ist eine ausdauernde, sommergrüne Zwiebelpflanze, die eine Wuchshöhe von etwa 20-30 (15-40) cm erreicht. Die sehr schlanke, längliche von Häuten umgebene Zwiebel wird aus den Ansätzen der beiden Laubblätter gebildet und ist 2-4, selten bis 6 cm lang. Die einfachen, grundständigen Blätter sind dunkelgrün, lineal und ganzrandig, gestielt und parallelnervig. Die sechszähligen, weißen und radförmig Blüten sind in Dolden angeordnet. Die Pflanzen bilden fachspaltige, meist sechssamige Kapselfrüchte[2; 3; 4; 6; 11]

Bärlauch enthält schwefelhaltige, nicht-proteinogene Aminosäuren, welche  die Schleimhaut des Magen-Darmtrakts reizen, was sich in Erbrechen und Durchfall äußert. Der Haupteffekt ist aber die oxidative Denaturierung des Hämoglobins, was zu einer hämolytischen Anämie führen kann. In der Praxis braucht es aber wohl große Mengen, bis es zu Vergiftungen kommt, denn die grünen Blätter des Bärlauchs können in der Küche wie Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch und Lauch als Gemüse verwendet, zu Pesto verarbeitet und gegessen werden. In der Volksmedizin wird Bärlauch als Heilpflanze eingesetzt, mit der u. a. Bluthochdruck, Herzinfarkten und Schlaganfällen vorgebeugt werden soll [1; 4]

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Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie:  Spargelgewächse (Asparagaceae)

ASPARAGALES convallaria majalis lfeld PD2
Maiglöckchen (Convallaria majalis), Anfang Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASPARAGALES convallaria majalis lfeld PD1
Maiglöckchen (Convallaria majalis), Anfang Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Nolinoideae

Maiglöckchen

Convallaria majalis

Verbreitung: Europa, fehlt im Hohen Norden, Teilen des Mittelmeergebiets und ausgesprochenen Grasländern wie der ungarischen Tiefebene und den Steppen nördlich des Schwarzen Meers. Isoliertes Vorkommen im Kaukasus. Eingebürgert im Osten der USA.

Standorte: Wälder, Bergwiesen, Geröllhalden vom Tiefland bis zur subalpinen, stellenweise alpinen Stufe. Das Maiglöckchen ist eine Charakterpflanze des Weißseggen- und des Linden-Buchenwalds. Bevorzugt werden halbschattigen bis schattigen Standorte auf feuchten Böden. Das Substrat sollte lehmig oder lehmig-tonig sein. Die Pflanzen ertragen Temperaturen bis -40°C.

Blütezeit: Mai.

Das Maiglöckchen ist eine mehrjährige, Rhizome bildende Staude, die vergleichsweise langsam wächst. Sie hat einen 10-25 (-30) cm hohen, aufrechten Stengel, der von zwei übereinander stehenden, breit-lanzettlichen, bis 10 cm breiten und 20 cm langen Laubblättern scheidig umfasst wird. Die Blätter nehmen im Herbst eine attraktive gelbe Färbung an. Die Blüten sitzen nickend in einer 5-10-blütigen, endständigen, langgestielten, einseitswendigen Traube. Sie haben 6 weiße Perigonblätter, die zu einer halbkugeligen Glocke mit einem Durchmesser von 5-10 mm und nach außen gebogenen Zipfeln verwachsen sind, und 6 Staubblätter. Die Frucht ist eine dreifächerige, vielsamige, leuchtend rote Beere [2; 3; 4; 8; 10].

Das Maiglöckchen enthält Herzglykoside und toxische Aminosäuren. Es ist in allen Teilen giftig. Zu Vergiftungen kommt es namentlich durch die Blätter. Vergiftungsfälle sind u.a. bei Schwein, Kaninchen, Geflügel, Hund und Katze bekannt. Die Beeren haben sich beim Menschen als wenig giftig erwiesen [1].

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LILIACEAE polygonatum multiflorum steinhoelzli PD1
Vielblütiges Salomonssiegel (Polygonatum multiflorum), Anfang Mai, Steinhölzliwald, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

LILIACEAE polygonatum multiflorum steinhoelzli PD2
Vielblütiges Salomonssiegel (Polygonatum multiflorum), Anfang Mai, Steinhölzliwald, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

LILIACEAE polygonatum multiflorum auwald belp PD1
Vielblütiges Salomonssiegel (Polygonatum multiflorum) mit noch unreifen Früchten, Ende Mai, Auwald, Belp BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Nolinoideae

Vielblütiges Salomonssiegel

Polygonatum multiflorum

Verbreitung: Gemäßigte Zonen Eurasiens und Nordamerikas.

Standorte: Halbschattige bis schattige, mäßig feuchte bis feuchte Standorte in Wäldern und Gebüschen vom Tiefland bis in die montane Stufe. Das Salomonssiegel ist eine Charakterart des Waldmeister-Buchenwalds (Galio odorati-Fagetum) und ist auch häufig in Eichen- und Nadel-Mischwald-Gesellschaften.

Blütezeit: Mai-Juni (-Juli).

Die Vielblütige Weißwurz bzw. das Vielblütige Salomonssiegel ist eine sommergrüne, ausdauernde, 30-60 (-80) cm hohe und 20-30 cm breite Staude, die sich über Rhizome ausbreitet. Diese sind knotig verdickt, auffällig weiß und gaben der Pflanze einen ihrer deutschen Namen. Der Stengel ist überhängend, unverzweigt und bis zur Spitze zweizeilig beblättert. Die 10-15 cm langen Blätter sind wechselständig, eiförmig oder breit-lanzettlich. Die Blüten hängen in 2-5-blütigen, Trauben in den Blattwinkeln. Sie haben 6 zu einer Röhre verwachsene, 1-2 cm lange, über dem Fruchtknoten verengte, weisse und in grünlichen Zipfeln endende Perigonblätter und 6 Staubblätter mit flaumig behaarten Staubfäden. Die Früchte sind dunkelblaue bis schwarze, dreifächerige, vielsamige Beeren mit einem Durchmesser von 8 (7-9) mm. Es gibt verschiedene Kultursorten, von denen manche zweifarbiges, grün-weiß gestreiftes Laub aufweisen [2; 3; 4; 5; 10]

Die ganze Pflanze ist leicht giftig, vor allem die sehr süßen Beeren enthalten Steroid-Saponine, die wegen ihrer desinfizierenden Wirkung zur Wundheilung eingesetzt werden können, und andere Giftstoffe wie Chelidonsäure und Glykoside. Bei Tieren gehen Vergiftungen mit Erbrechen, Durchfall und Koliken einher [1; 4].

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Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)

CAMPANULACEAE Phyteuma spicatum steinhoelzli PD1
Ährige Rapunzel (Phyteuma spicatum) anfangs Mai im Steinhölzliwald, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

CAMPANULACEAE Phyteuma spicatum steinhoelzli PD2
Ährige Rapunzel (Phyteuma spicatum) anfangs Mai im Steinhölzliwald, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Campanuloideae

Ährige Rapunzel oder Weiße Teufelskralle

Phyteuma spicatum

Verbreitung: Mitteleuropa, in Nordwest-Deutschland selten bis fehlend.

Standorte: Wälder, Hochstaudenfluren und Bergwiesen vom Tiefland bis in die subalpine, stellenweise alpine Stufe. Vorzugsweise im Waldmeister-Buchenwald (Galio odorati-Fagetum) und Eschen-Mischwald (Ulmo-Fraxinetum literosum).

Blütezeit: Mai-Juni (-Juli).

Die Ährige Teufelskralle ist eine ausdauernde, 30-70 (20-80) cm hohe Staude. Ihr Stengel ist aufrecht und kahl. Die grundständigen Blätter sind herzförmig, langgestielt, unregelmässig doppelt gezähnt, oft dunkel gefleckt. Die Stengelblätter sind kleiner, die obersten schmal-lanzettlich, sitzend. Die grünlichen oder weißen bis gelblichen, selten blauen zwittrigen Blüten stehen in einer dichten, zunächst eiförmigen, später zylindrischen, 6-20 cm langen Ähre. Sie sind fünfzählig. Die Kronblätter sind zu einer ca. 10-15 mm lange Kronröhre verwachsen und sind vor dem Aufblühen nach oben gekrümmt. Die Hüllblätter sind schmal-lanzettlich und kürzer als die Ähre. Die zweifächrige Kapselfrucht öffnet sich am oberen Ende mit zwei Poren, durch welche die winzigen Samen entlassen werden. Die dürren Griffel dienen als Widerhaken, mit denen die Früchte im Fell von Tieren hängenbleiben und die Samen so verbreitet werden [2; 3; 5; 10]

Die jungen Blätter und die Wurzelrüben sind essbar und werden als Wildgemüse konsumiert [5].

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Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)

BRASSICACEAE alliaria petiolata bannholz PD1
Knoblauchhederich (Alliaria petiolata) Im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BRASSICACEAE alliaria petiolata bannholz PD2
Knoblauchhederich (Alliaria petiolata) Im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BRASSICACEAE alliaria petiolata bannholz PD3
Knoblauchhederich (Alliaria petiolata) Im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Tribus: Thlaspideae

Knoblauchhederich, Knoblauchsrauke

Alliaria petiolata

Verbreitung: Europa, West- und Zentralasien bis China und Indien, Nordafrika.

Standorte: Laubwälder, Gebüsche und Ruderalstandorte vom Tiefland bis zur montanen Stufe. Häufig in Weichholz-Auenwäldern.

Winterhärtezone 6 (erträgt bis -20ºC).

Blütezeit: April-Juni.

Der Knoblauchhederich wächst als zweijährige, krautige Pflanze bis zu einer Höhe von 20-90 (-100) cm. Aus einer langen Pfahlwurzel treibt im ersten Jahr eine Rosette aus langestielten, dunkelgrünen, herz- bis nierenförmigen Blättern und ein vierkantiger, schwach behaarter Stengel. Im zeitigen Frühjahr des zweiten Jahres schiebt sich der Blütentrieb mit helleren, gezackten Blättern hervor. Die Blätter riechen beim Zerreiben nach Knoblauch.  Die weißen Blüten stehen in endständigen, traubigen Blütenständen. Ihre 4 weißen Kronblätter sind 4-6 mm lang. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich 3-6 mm lange, dünne, erst grüne, dann bräunliche Schoten. Diese platzen bei Reife und setzen kleine, schwarzbraune Samen frei. Mit der Samenreife im Mai bis Juni stirbt die Pflanze ab [2; 3; 4].

In früheren Jahrhunderten war der Knoblauchhederich eine wichtige Nutzpflanze, da er im Gegensatz zu anderen Gemüsepflanzen bereits im März erntereif ist. Weil seine Blätter nach Knoblauch und Pfeffer schmecken, wurden sie im Mittelalter auch häufig als Ersatz für den teuren und raren Pfeffer verwendet [4].

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Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)

PRIMULACEAE primula elatior gantrisch PD1
Waldprimel (Primula elatior) im Gantrischgebiet, BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PRIMULACEAE primula elatior ettiswil PD1
Waldprimel (Primula elatior) im April im Naturlehrgebiet Buchwald, Ettiswil LU © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Primuloideae

Hohe oder Wald-Schlüsselblume

Primula elatior

Verbreitung: Europa und Westasien bis Iran.

Standorte: Halbschattige Standorte auf feuchten Wiesen, Wäldern und Gebüschen vom Tiefland bis in die subalpine, stellenweise alpine Stufe. Typische Art für den Lungenkraut-, Aronstab- und Ahorn-Buchenwald, den Ahorn- und Traubenkirschen Eschenwald, den Eschen-Mischwald und den Hochstauden Tannen-Fichtenwald.

Blütezeit: März-Mai.

Die Hohe Schlüsselblume ist eine mehrjährige, krautige kleine, 10-25 (-30) cm hohe Staude. Die bis zu 20 cm langen, runzeligen Laubblätter bilden eine grundständige Rosette. Sie sind auf beiden Seiten behaart und ihr Rand ist fein gezähnt. Sie trägt an aufrecht stehenden, kahlen Stengeln Dolden mit 2 bis 12 hell-gelben, trichterförmigen Blüten mit eng anliegendem Kelch und fünf Zipfeln. Die zylindrisch geformten Kapselfrüchte sind 10-15 mm lang und damit meist deutlich länger als der Kelch [2; 3; 5; 7; 10]

Die Pflanze dient den Raupen des gefährdeten Schlüsselblumen-Würfelfalters (Hamearis lucina) als Futterpflanze, ihre Blüten werden von langrüsseligen Hummeln und verschiedenen Schmetterlingen aufgesucht [9]. Sie enthält einige pharmakologisch wirksame Stoffe. Sie ist für den Menschen ungiftig und wird volksmedizinisch und medizinisch genutzt, insbesondere wird aus den Blüten und Wurzeln der ein Heiltee hergestellt, der schleimlösend wirken soll [5; 7].

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Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)

GENTIANALES Rubiaceae galium odoratum NMS1
Waldmeister (Galium odoratum) im Juni © Tierpark Neumünster

 

GENTIANALES Rubiaceae galium odoratum NMS3
Waldmeister (Galium odoratum) im Juni © Tierpark Neumünster

 

GENTIANALES Rubiaceae galium odoratum NMS2
Waldmeister (Galium odoratum) im Juni © Tierpark Neumünster

 

Unterfamilie: Rubioideae
Tribus: Rubieae

Waldmeister

Galium odoratum

Verbreitung: Eurasien und Nordafrika, eingebürgert in Nordamerika.

Standorte: Wälder, besonders Buchenhaine (Galio odorati-Fagetum) vom Tiefland bis zur montanen, stellenweise subalpinen Stufe.

Blütezeit: April-Juni.

Der Waldmeister ist eine duftende, ausdauernde krautige Pflanze, die eine Höhe von 10-30 cm erreicht und über ein Rhizom verfügt, mit dem sie sich auch vegetativ vermehren kann. Die Stengel sind unverzweigt, an den Knoten behaart, sonst kahl. Die lanzettlichen, 2-4 cm langen Blätter stehen zu 6-8(-10) in Quirlen. Der Blütenstand ist locker doldenrispig, mit wenigblütigen Teilblütenständen. Die weiße Blütenkrone ist weit-trichterförmig, mit ca. 1 mm langer Röhre und spitzen Zipfeln. Sie hat einen Durchmesser von 4-6 mm. Die Früchte reifen von Juni bis September aus. Die nur 2-3 mm großen, runden Teilfrüchte sind mit langen, hakigen Borsten versehen, welche sich als Klettfrüchte an Fell, Kleidung und Gefieder festhalten können. So werden die Samen über weite Strecken verbreitet. [2; 3; 4].

Bestäubt wird der Waldmeister vor allem durch Bienen und einige Blatt- und Labkrautspanner-Arten (Geometridae) [4; 9].

Waldmeister enthält Cumarin (etwa 1 % der Trockenmasse), das bei Überdosierung zu Schwindel und Kopfschmerzen bis hin zu Leberschäden führen kann. In niedrigen Dosen hingegen wirkt Waldmeister entzündungshemmend, krampflösend, gefäßerweiternd und beruhigend und findet daher Verwendung in der Volksmedizin und Homöopathie [4].

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Ordnung: Storchschnabelartige (Geraniales)
Familie: Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)

GERANIACEAE geranium robertianum bannholz PD1
Ruprechtskraut (Geranium robertianum) im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

GERANIACEAE geranium robertianum bannholz PD2
Ruprechtskraut (Geranium robertianum) im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

GERANIACEAE geranium robertianum bannholz PD3
Ruprechtskraut (Geranium robertianum) im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ruprechtskraut

Geranium robertianum

Verbreitung: Eurasien und Nordamerika.

Standorte: Hecken, Mauern, Schuttplätze, Schluchtwälder  (Tilio-Acerion) und Hartholzauen (Alno-Ulmion), in Mitteleuropa hauptsächlich der kollinen und montanen, stellenweise subalpinen Stufe.

Blütezeit: Mai-Juli.

Das Ruprechtskraut oder der Stinkende Storchschnabel eine stark und unregelmäßig verzweigte, einjährige Pflanze oder zweijährige Halbrosettenpflanze, die eine Höhe von (10-)20-50 cm erreicht und über Blattgelenke verfügt, mittels derer sie ihre Blätter zum größten Lichteinfall hin ausrichten kann. Die Blätter und Stengel  sind meist weich behaart. Die gestielten, ca. 4 cm langen Blätter sind 3-5 teilig handförmig gelappt. Bei felsigen Standorten dienen die Blattstiele der unteren Blätter als Spreizklimmer, die die Pflanze auf dem Substrat abstützen.  Die radiärsymmetrisch fünfzähligen Blüten stehen paarweise. Sie sind zwittrig, wobei in der Regel die Staubbeutel vor den Fruchtblättern reifen, damit eine Selbstbestäubung ausgeschlossen wird. Die Kronblätter sind rosafarben, die Staubbeutel violett [2; 3; 4; 5].

Die Blüten werden gerne vom Alpen-Perlmuttfalter (Boloria thore) und dem Schwarzfleckigen Golddickkopffalter (Carterocephalus silvicola) aufgesucht [9].

Alle Pflanzenteile enthalten herb riechende ätherische Öle, deren Duft oft als unangenehm empfunden wird In der Volksheilkunde kam das Ruprechtskraut bei vielerlei Beschwerden als Tee, Tinktur oder Frischsaft zum Einsatz.  Die Blüten und Knospen werden als gewürzartige Beigabe für Salate und Gemüse genutzt [4; 5; 11].

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GERANIACEAE geranium sylvaticum auried PD1
Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum) im Mai, Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

GERANIACEAE geranium sylvaticum auried PD2
Von Insekten besuchte Blüte des Wald-Storchschnabels (Geranium sylvaticum) im Mai, Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

GERANIACEAE geranium sylvaticum agroscope PD3
Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum) im Mai, angepflanzt im Agroscope Campus, Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

GERANIACEAE geranium sylvaticum agroscope PD2
Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum) im Mai, angepflanzt im Agroscope Campus, Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Wald-Storchschnabel

Geranium sylvaticum

Verbreitung: Europa bis Westsibirien.

Standorte: Vorzugsweise halbschattige bis schattige Plätze auf Wiesen, Weiden, Hochstaudenfluren und an Waldrändern, Wälder, namentlich Tannen-Buchenwald (Abieti-Fagenion) und Ahorn-Buchenwald (Aceri-Fagetum), sowie Gebüsche, in Mitteleuropa hauptsächlich der montanen und subalpin, stellenweise alpinen Stufe, im Norden seines Areals auch im Tiefland.

Blütezeit: Mai-Juli.

Der Wald-Storchschnabel ist eine mehrjährige, horstartige Staude mit dickem Wurzelstock, deren Erneuerungsknospe auf dem Boden liegt (Hemikryptophyt). Die oberirdischen Pflanzenteile sind mit Drüsenhaaren ausgestattet, die bei Berührung einen ätherischen Duft verströmen. Er erreicht eine Höhe von 30-60 cm. Seine Stengel sind meist gabelig verzweigt. Die handförmigen, 6-15 cm breiten Blätter sitzen gegenständig an den Trieben, besitzen ein kräftiges Grün und sind fiederspaltig gelappt. Ihre Blattzipfel sind eingeschnitten und der Rand gesägt. Die fünfzähligen, bis zu dreieinhalb Zentimeter großen, rotvioletten Blüten stehen meist zu zweit am Ende der Blütenstiele. Die ca. 25-35 mm langen Früchte haben eine storchschnabelähnliche Gestalt. Bei Samenreife öffnen sich die Kapseln oft explosionsartig und schleudern die Samen weit heraus. Es gibt Kulturformen u.a. mit weißen Blüten [3; 4; 5; 10].

Der Gelbgefleckte Mohrenfalter (Erebia manto) legt seine Eier am Waldstorchenschnabel ab und die Blüten werden häufig vom Alpen-Perlmuttfalter (Boloria thore) aufgesucht [9].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

PLANTAGINACEAE digitalis purpurea messel PD1
Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) im Juni, Welterbe Grube Messel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PLANTAGINACEAE digitalis purpurea messel PD3
Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) im Juni, teilweise mit weißen Blüten, Welterbe Grube Messel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PLANTAGINACEAE digitalis purpurea messel PD2
Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) im Juni, Welterbe Grube Messel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Tribus: Digitalideae

Roter Fingerhut

Digitalis purpurea

Verbreitung: Europa, Nordafrika, in Südamerika gebietsweise eingeschleppt.

Standorte: Lichte Wälder, Kahlschläge, Waldwege, vor allem der kollinen und montanen Stufe bis auf eine Höhe von etwa 1'000 m.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Blütezeit: Juni-September.

Der Rote Fingerhut ist eine wintergrüne, zweijährige Staude, die im ersten Jahr lediglich eine Blattrosette bildet und im zweiten Jahr eine Höhe von 40-150 cm und eine Breite von 30 cm erreicht. Ihr  unverzweigter Stengel und die Blattunterseiten sind graufilzig. Die Blätter sind runzelig, eiförmig, unregelmässig fein und stumpf gezähnt, die unteren lang gestielt, die oberen sitzend. Die kurz gestielten Blüten stehen in einer langen Traube. Die Blütenkronen sind bauchig erweitert, 35-50 mm lang, hellpurpurn, selten weiss, innen mit dunkelroten, weiss umrandeten Flecken, außen kahl, innen bärtig. Der Kelchzipfel ist oval. Die zahlreiche winzige Samen enthaltende Fruchtkapsel hat drüsige Haare und öffnet sich mit 2 Klappen [2; 4].

Der Rote Fingerhut ist sehr stark giftig. Er enthält primäre, herzaktive Glykoside und deren Derivate, Steroidsaponine, Gerbstoffe, Flavonderivate und andere Stoffe. Trocknen, Lagern oder Kochen inaktiviert diese Toxine nicht. Die Aufnahme von Pflanzenmaterial führt zu Erbrechen, blutig-wässriger Diarrhoe, Dyspnoe, Benommenheit, Bradykardie, Herzrhythmusstörungen, Taumeln, Tremor, Konvulsionen und schliesslich zum Tod durch Herzstillstand. Die tödliche Dosis bei peroraler Aufnahme ist beim Hund 5 g trockene Blätter, beim Pferd 25 g trockene oder 100-200 g frische Blätter und beim Rind 150-200 g trockene Blätter [1].

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Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Germergewächse (Melanthiaceae)

MELANTHIACEAE paris quadrifolia steinhoelzli PD1
Vierblättrige Einbeere (Paris quadrfolia) anfangs Mai im Steinhölzliwald, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

Tribus: Parideae

Vierblättrige Einbeere

Paris quadrifolia

Verbreitung: Europa, West- und Zentralasien.

Standorte: Feuchte Stellen in Wäldern vom Tiefland bis zur montanen, stellenweise subalpinen Stufe. Vorzugsweise im Waldmeister- und Aronstab-Buchenwald sowie im Ahorn-Eschenwald und Eschenmischwald.

Blütezeit: Mai-Juni.

Die Vierblättrige Einbeere ist eine ausdauernde Staude, die etwa 10-30 cm hoch wird. Die Wurzel ist als waagrechtes bzw. kriechendes Rhizom ausgebildet. Oben an einem Stengel stehen 4 (selten 5 oder 6) einfache und ganzrandige Blätter in einem Quirl und nur eine endständige, grüne Blüte mit meist je 4 freien äußeren und inneren Perigonblättern. Vier Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen und es sind vier langlebige Narben vorhanden. Die Früchte sind vierfächrige, vielsamige, blauschwarze, heidelbeerähnliche Beeren, die einzeln stehen und einen Durchmesser von bis zu 1 cm erreichen [1; 3; 5; 10].

Die Einbeere wurde früher in der Volksmedizin als "Pestbeere" gegen ansteckende Krankheiten angewandt. Das Rhizome von Einbeeren werden auch heute in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Die Pflanzen enthalten örtlich reizende Steroid-Saponine sowie Glykoside. Alle Pflanzenteile sind für den Menschen mäßig, für Krebse, Insekten und Fische stark giftig. Beim Hund kann die Aufnahme zu Lähmungserscheinungen führen. Vergiftungserscheinungen sind auch beim Geflügel und experimentell vom Pferd bekannt [1; 5].

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Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Ranunculaceae

RANUNCULACEAE anemone nemorosa steinhoelzli PD2
Buschwindröschen), Ende März im Steinhölzliwald, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

RANUNCULACEAE anemone nemorosa ettiswil PD1
Buschwindröschen) im April im Naturlehrgebiet Ettiswil LU © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

RANUNCULACEAE anemone nemorosa steinhoelzli PD1
Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Ende März im Steinhölzliwald, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus:  Anemoneae

Buschwindröschen

Anemone nemorosa

Verbreitung: West- und Mitteleuropa, teilweise Asien.

Standorte: Wälder, Baumgärten und Wiesen vom Tiefland bis in die montane, stellenweise subalpine Stufe. Vorzugsweise im Waldmeister-Buchenwald (Galio odorati-Fagetum), auch in anderen Buchenwaldtypen und Eschen-Mischwäldern.

Blütezeit: (Februar-) März-Mai.

Das Buschwindröschen ist ein 10-25 cm hoher, ausdauernder krautig wachsender Geophyt, der nach der Blüte seine oberirdischen Teile einzieht, währenddem die unterirdischen Rhizome als Speicher- und Überlebensorgane fungieren. Sein Stengel weist im obersten Drittel einen Quirl von 3 gestielten, dreiteiligen, grob gezähnten Hochblättern auf. Die aus 6-8(-12) kahlen, weißen, außen oft rosafarbenen Blumenblättern, zahlreichen Staub- und Fruchtblättern zusammengesetzten, meist einzeln stehenden Blüten haben einen Durchmesser von 2-3 cm. In einer Sammelfrucht entwickeln sich kleine, einsamige Nüsschen, die dicht kurz und borstig behaart sind. Neben der Wildform gibt es auch vom Buschwindröschen einige Zuchtsorten, die teilweise andere Blütenfarben haben und zum Teil auch gefüllt sind [2; 3; 4; 6; 7].

Wegen seines Gehalts an Protoanemonin, einem Haut- und Schleimhäute reizenden glykosidiertem Lakton, das aber beim Trocknen der Pflanze zerfällt, ist das Buschwindröschen giftig und kann bei Aufnahme in großen Mengen bei Pflanzenfressern zu klinischen Sympromen führen [1].

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RANUNCULACEAE helleborus foetidus agroscope PD1
Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) im Mai, angepflanzt auf dem Agroscope Campus, Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

RANUNCULACEAE helleborus foetidus agroscope PD2
Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) im Mai, angepflanzt auf dem Agroscope Campus, Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Helleboreae

Stinkende Nieswurz

Helleborus foetidus

Verbreitung: Südwest- bis Mitteleuropa.

Standorte: Auf Kalkböden in Wäldern und buschigen Hängen vom Tiefland bis zur montanen Stufe. Vorzugsweise an sonnigen bis halbschattigen Standorten an feuchten Stellen. Die Stinkende Nieswurz ist eine typische Art des Lungenkraut-, des Weißseggen- und des Linden-Zahnwurz-Buchenwalds soweie des Ahorn-Sommerlindenwalds. Die Pflanzen ertragen Temperaturen bis -23°C.

Blütezeit: (Februar-) März-April.

Die Stinkende Nieswurz ist ein immergrüner, buschig wachsender 30-60(-80) cm hoher und 40-50 cm breiter Halbstrauch. Die Stengel sind dicht beblättert und vielblütig. Die überwinternden unteren Blätter sind fußförmig geteilt, die mittleren nur an der Spitze geteilt, die obersten ungeteilt und ganzrandig oval. Die duftenden Blüten sind hängend, grün, mit 5 zusammenneigenden, ca. 2 cm langen, oft rot berandeten Blumenblättern (eigentlich Kelchblätter), welche 5-15 trichterförmige Honigblätter, zahlreiche Staubblätter und 3-8 Fruchtknoten umschließen. Aus den bestäubten Blüten bilden sich jeweils 2-3 Balgfrüchte [2; 3; 8; 10].

Wegen ihres Gehalts an Protoanemonin, einem Haut- und Schleimhäute reizenden glykosidiertem Lakton, das aber beim Trocknen der Pflanze zerfällt, sowie Steroid-Saponinen ist die Stinkende Nieswurz giftig. Die Letaldosis liegt für Rinder bei 250 g, für Schwein und Hund bei 4-8 g frischen Wurzeln, für Schafe und Ziegen bei 10-12 g Frischpflanzen. Der Tod tritt meist nach 3-4 Tagen ein. Bereits 8-10 g frische Wurzeln können bei Pferd und Rind zu klinischen Symptomen führen [1]. 

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RANUNCULACEAE ficaria verna ettiswil PD1
Scharbockskraut (Ficaria verna) im April im Naturlehrgebiet Ettiswil LU © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Ranunculeae

Scharbockskraut

Ficaria verna

Verbreitung: Europa, Kleinasien, Nordafrika (in mehreren Unterarten).

Standorte: Feuchtwiesen, feuchte, lichte Laubwälder, Auenwälder, Hecken, Gebüsche und Baumgärten vom Tiefland bis in die montane, stellenweise subalpine Stufe. Eine typische Art des Lerchensporn-Ahornwalds, des Eschenmischwalds und von Trauben- und Flaumeichenwäldern. Die Pflanzen ertragen Temperaturen bis -29°C.

Blütezeit: März-April (-Mai).

Das Scharbockskraut ist ein 10-35 cm hoher, ausdauernder krautig wachsender Geophyt, der nach der Blüte seine oberirdischen Teile einzieht, währenddem die unterirdischen Rhizome als Speicher- und Überlebensorgane fungieren. Die Stengel sind niederliegend, in den unteren Blattwinkeln entwickeln sie nach der Blütezeit kugelige Brutknöllchen, sogenannte Bulbillen, mittels derer sich die mitteleuropäische Unterart fast ausschließlich vermehrt. Die Blätter sind rundlich bis herzförmig, die unteren ausgeschweift-gezähnt, die oberen eckig. Die Blüten sind goldgelb, mit 8-12 Kronblättern und meist 3 Kelchblättern. Die Früchte (Nüsschen) sind bei uns für die Fortpflanzung unbedeutend. Es gibt eine ganze Reihe von Zuchtsorten, die eine abweichende Blütenfarbe in Orange oder Weiß oder gefüllte Blüten haben [2; 3; 7; 8; 10].

Das Scharbockskraut gilt als schwach giftig, denn alle Teile der Pflanze enthalten Protoanemonin, insbesondere der Wurzelstock und die Brutknospen. Blätter können vor der Blütezeit genossen werden. Sie enthalten viel Vitamin C und wurden früher zur Vorbeugung und Heilung von Skorbut eingesetzt, daher der deutsche Name "Scharbockskraut" [1; 7].

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Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

ROSACEAE fragaria vesca bannholz PD1
Walderdbeere (Fragaria vesca) im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

ROSACEAE fragaria vesca bannholz PD2
Walderdbeere (Fragaria vesca) im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Rosoideae

Wald- oder Monatserdbeere

Fragaria vesca

Verbreitung: Europa, Asien.

Standorte: Feuchte Stellen in Wäldern vom Tiefland bis zur  subalpinen Stufe. Häufig in Lindenmischwäldern und Eichen-Hagenbuchenwäldern.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Blütezeit: April-Juni.

Die Walderdbeere ist eine mehrjährige, krautig wachsende Staude mit langen oberirdischen Ausläufern. Sie erreicht eine Höhe von 5-25 cm. Ihr Wuchs ähnelt dem der Gartenerdbeere, sie ist jedoch im Vergleich deutlich kleiner. Sie ist stark ausläuferbildend, weshalb sie im Wald oft in dichten Matten wächst. Die wintergrünen, grundständigen, Blätter sind langgestielt und dreiteilig. Die Teilblätter sind 2-5 cm lang, verkehrt-eiförmig, am Grund keilförmig und gezähnt. Die zwittrigen Blüten bestehen aus fünf weißen Kronblättern und in der Mitte aus gelben Staubblättern. Sie haben einen Durchmesser von ca. 10-18 mm und stehen in wenigblütigen, doldigen Blütenständen. Die Blütenstiele haben aufrechte oder anliegende Haare. Die Frucht ist eine rote, fleischige, süsse Scheinbeere. Der Kelch ist an der reifen Frucht abstehend und reißt nicht mit dieser ab [2; 3; 4].

Die Walderdbeere wurde über viele Jahrhunderte zu Speisezwecken und als Heilpflanze kultiviert, wurde dann aber im 18. Jahrhundert durch die aus der Kreuzung zweier amerikanischer Erdbeer-Arten entstandene, großfruchtige Gartenerdbeere schlagartig verdrängt. In jüngerer Zeit erlebte sie als Zuchtgrundlage für verschiedene Sorten der kleinen, aber sehr schmackhaften Monatserdbeere einen Aufschwung [4].

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Literatur und Internetquellen:

  1. CLINI TOX
  2. INFO FLORA
  3. LAUBER, K. & WAGNER, G. (1991)
  4. MEIN SCHÖNER GARTEN
  5. PFLANZEN-VIELFALT
  6. GARTENLEXIKON
  7. GARTEN-WISSEN
  8. HORTIPEDIA
  9. PYRGUS.DE
  10. STEIGER, P. (1994)
  11. KRÄUTERLEXIKON

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Freigegeben in Krautige Waldpflanzen
Mittwoch, 06 Mai 2020 15:36

Asternartige auf Feld und Wiese

 

Allgemeines

Auf diesem Blatt sind auch Pflanzen aufgeführt, die an Ruderalstandorten wie Wegrändern, Kiesgruben etc. gedeihen.

 

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Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie:  Korbblütler (Asteraceae)

ASTERACEAE achillea millefolium agroscope PD3
Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium), Blüten im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASTERACEAE achillea millefolium agroscope PD1
Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASTERACEAE achillea millefolium sauvabelin PD1
Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium), Blüten im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae

Gewöhnliche Schafgarbe

Achillea millefolium

Verbreitung: Eurasien, eingebürgert in Australien und Neuseeland.

Standorte: Sonnige Wiesen, Weiden, Wegränder, Schuttplätze mit eher trockenen Böden vom Tiefland bis zur subalpinen, stellenweise alpinen Stufe. Die Pflanze erträgt Temperaturen bis -45ºC.

Blütezeit: Mai-September.

Die Gewöhnliche Schafgarbe bildet eine Artgruppe, die zahlreiche Kleinarten umfasst. Sie ist eine ausdauernde, 20-80(-120) cm hohe und (40-)60-100 cm breite Staude. Ihre Überwinterungsknospen liegen auf oder über der Erde. Die grundständigen Blätter sind ca. 15-35 mm breit. Am Stengel befinden sich wechselständig angeordnete, einfache, mittelgrüne Blätter. Diese sind lanzettlich, fiederschnittig, haben eine glatte bis filzige Oberfläche und nehmen im Herbst eine attraktive gelbe Färbung an. Die vielzähligen, in Schirmtrauben angeordneten Zungenblüten sind weiss, seltener rosa und verströmen einen angenehmen Duft. Die Früchte sind 1.5-2 mm lange Kapselfrüchte [3; 4; 10].

Die Raupen des Schafgarben-Blütenspanners und des Smaragd-Grünspanners (Geometridae: Eupithecia icterata und Thetidia smaragdaria) leben an den Blättern, Blüten und Früchten der Schafgarbe [11].

Die Gewöhnliche Schafgarbe ist nicht nur eine dekorative Wildstaude für den Garten von der es mehrere Kultursorten mit unterschiedlichen Blütenfarben gibt, sondern findet auch als Heilpflanze Verwendung. Sie gilt nicht als Giftpflanze, obwohl sie etwas Blausäure enthält, weshalb ihr Anteil Anteil im Futter etwa 10% nicht übersteigen sollte [2; 5].

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ASTERACEAE anthemis tinctoria bannholz PD2
Färberkamille (Anthemis tinctoria), im Juni am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASTERACEAE anthemis tinctoria bannholz PD1
Färberkamille (Anthemis tinctoria), Ende Juli am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASTERACEAE anthemis tinctoria bannholz PD3
Färberkamille (Anthemis tinctoria) im Juni am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae

Färberkamille

Anthemis tinctoria

Verbreitung: Europa, West- und Zentralasien, eingebürgert auf den Kanaren, Tasmanien und Nordamerika.

Standorte: Die Färberkamille ist kalkliebend. Sie bevorzugt sonnige Standorte auf Trockenrasen, Äckern, an Wegrändern und auf Ödland der kollinen und montanen, stellenweise subalpinen Stufe und erträgt Temperaturen bis -23°C.

Blütezeit: Juni-September.

Die Färberkamille ist eine sommergrüne, in der oberen Hälfte graufilzig behaarte, vergleichsweise kurzlebigen Staude mit buschigem Wuchs. Sie wird 30-60 (20-90) cm hoch, 45-50 cm breit und ist oben meist verzweigt. Die wechselständig angeordneten Blätter sind ungestielt, verkehrt eilanzettlich und fiederschnittig. Die Blütenköpfe stehen einzeln. Sie haben einen Durchmesser von ca. 25-40 mm. Die Zungenblüten sind goldgelb, ausgebreitet, die Röhrenblüten dunkler gelb. Der Blütenboden ist halbkugelig. Die Früchte sind einsamige Schließfrüchte (Achänen) ohne Flugschirm. Sie werden 2-3 mm lang. Neben der gelb blühenden Wildform gibt es auch Sorten mit cremeweißen, blassgelben oder zweifarbigen Blüten [3; 4; 5; 10]. 

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ASTERACEAE buphthalmum salicifolium bannholz PD1
Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium), im Juni am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASTERACEAE buphthalmum salicifolium bannholz PD2
Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium) im Juni am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASTERACEAE buphthalmum salicifolium bannholz PD3
Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium) im Juni am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae

Ochsenauge

Buphthalmum salicifolium

Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa.

Standorte: Das Ochsenauge ist kalkliebend. Es kommt an sonnigen Standorten auf Trockenrasen und lockeren Wäldern der kollinen bis subalpinen Stufe vor.

Blütezeit: Juni-September.

Das Ochsenauge ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Höhe von etwa 30-50 (20-60) cm erreicht. Der aufrechte, meist verzweigte Stengel ist mit abstehenden kurzen Haaren bedeckt oder fast kahl. Die Laubblätter haben eine lanzettliche, ganzrandige oder fein gezähnte Spreite. Sie sind zerstreut behaart, die unteren in einen langen Stiel auslaufend, die oberen sitzend. Die Blütenköpfe befinden sich einzeln oder zu wenigen am Ende der Zweige. Röhren- und Zungenblüten sind gelb. Die strahlig ausgebreiteten Zungenblüten sind 2-3 mm breit und 11-16 mm lang. Die Früchte werden 3-4 mm lang, sie haben einen sehr kurzen Haarkelch (Pappus), die äusseren sind dreikantig-geflügelt [3; 4].

Das Ochsenauge ist eine beliebte Saugpflanze des Kreuzdorn-Zipfelfalters (Lycaenidae: Satyrium spini) [11].

Es enthält ätherische Öle und wird wie Arnika in der Volksmedizin verwendet .

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ASTERACEAE leucanthemum vulgare lfeld PD3
Wiesenmargerite (Leucanthemum vulgare), Blütenstand im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASTERACEAE leucanthemum vulgare lfeld PD1
Wiesenmargerite (Leucanthemum vulgare) im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASTERACEAE leucanthemum vulgare lfeld PD2
Wiesenmargerite (Leucanthemum vulgare) im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae

Wiesenmargerite

Leucanthemum vulgare s. l.

Verbreitung: Europa. Urspüngliche Verbreitung unklar, ev. Nordafrika.

Standorte: Magerwiesen, Fettwiesen, Weiden, Schuttplätze, vom Tiefland bis in die kolline und subalpine, stellenweise alpine Stufe.

Blütezeit: Mai-Oktober.

Es gibt mehrere Formen der Wiesenmargerite, die heute als Gruppe eigenständiger Arten aufgefasst werden. In der Schweiz kommen fünf Arten vor: die weitverbreiteten Gemeine Margerite (L. vulgare s. str.) und Berg-Margerite (L. adustum) sowie die auf kleine Vorkommen beschränkten L. gaudinii, L. heterophyllum und L. praecox) [3].

Die Wiesen-Margerite ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die eine Höhe von 10-80 cm erreicht. Sie hat einfache oder verzweigte Stengel, die kahl oder beblättert sind. Die Blütenstand sitzen einzeln am Ende der Zweige. Sie sind körbchenförmig, haben einen durchmesser von 2-7 cm und bestehend aus zahlreichen gelben Röhrenblüten und weißen Zungenblüten [3; 4].

Die Wiesenmargerite ist eine beliebte Zierpflanze. Sie ist nicht giftig, kann jedoch Allergien auslösen.

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ASTERACEAE matricaria chamomilla niederbottigen PD1
Echte Kamille (Matricaria chamomilla), Niederbottigen-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASTERACEAE matricaria chamomilla agroscope PD1
Echte Kamille (Matricaria chamomilla) im Mai Agroscope-Campus, Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae

Echte Kamille

Matricaria chamomilla

Verbreitung: Ursprünglich vermutlich östlicher Mittelmeerraum, heute ganz Europa, eingebürgert in Nord- und Südamerika und in Australien.

Standorte: Äcker, Ödland, Wegränder; vom Tiefland bis in die kolline und subalpine Stufe.

Blütezeit: Mai-September.

Die Echte Kamille ist eine 15-40 cm hohe, einjährige, kahle, stark aromatische Pflanze. Sie hat gefiederte Blätter mit linealen Zipfeln. Die Blüten stehen in Körbchen mit 15-25 mm Durchmesser. Die Röhrenblüten sind gelb, die 5-10 mm langen Zungenblüten weiß [3; 4].

Die Blüten enthalten Kamillenöl, ein ätherisches Öl mit verschiedenen pharamakologisch wirksamen Substanzen. Gebietsweise wird die Kamille deshalb kultiviert. Die Blütenköpfchen werden gesammelt und getrocknet oder das Öl wird durch Wasserdampfdestillation aus den frischen oder getrockneten Blütenköpfchen der Kamille gewonnen. Der Einsatz als Heilmittel erfolgt in Form von Tee, Pulver in Tabletten, Dragées und Salben, als Flüssig- und Trockenextrakte, Rektalgel und Tinktur. In der traditionellen  Human- und Veterinärmedizin gibt es verschiedene innerliche oder äußerliche Anwendungen etwa bei Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes, infizierten Wunden und Hautentzündungen oder als Dampfinhalation bei Erkrankungen des Respirationstrakts [2].

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ASTERACEAE tanacetum vulgare lfeld PD1
Rainfarn (Tanacetum vulgare), Blüten im Juli, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASTERACEAE tanacetum vulgare lfeld PD2
Rainfarn (Tanacetum vulgare) im Juli, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASTERACEAE tanacetum vulgare lfeld PD3
Rainfarn (Tanacetum vulgare), Fruchtstönde im September, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae

Rainfarn

Tanacetum vulgare

Verbreitung: Eurasien, eingebürgert den gemäßigten Klimazonen der anderen Erdteile.

Standorte: Wegränder, Unkrautfluren, Schuttplätze, Dämme, Waldlichtungen, Gewässerufer; vom Tiefland bis in die monatne (subalpine) Stufe.

Blütezeit: Juni-September.

Der Rainfarn ist eine stark wuchernde, ausdauernde Staude, die eine Höhe von 40-120 (30-130) cm erreicht. Ihre Stengel sind nur oben verzweigt. Die stark duftenden Blätter sind dunkelgrün, wechselständig und fiederschnittig, jederseits mit 7-15 schmal-lanzettlichen, eingeschnitten-gezähnten Abschnitten. Die goldgelben, aus etwa 100 zwittrigen Röhrenblüten bestehenden Blütenköpfe stehen in dichten, doldigen Rispen. Sie haben einen Durchmesser ca. 1 cm. Zungenblüten fehlen. Die Hüllblätter sind hell berandet. Die Früchte werden 1.5-2 mm lang. Sie sind meist 5kantig haben einen kurzen, gezähnten Rand und in der Regel keinen Pappus. Der Rainfarm bildet ein Rhizom, das bis 90 cm tief wurzelt [3; 4; 6].

Der Rainfarn ist giftig. Die ganze Pflanze enthält stark riechende ätherische Öle (Campher, Borneol, Thujon) und Bitterstoffe. Bei Rindern kann es zu Benommenheit, Taumeln, Kaukrämpfen, Nystagmus, Miosis, Erblindung, Schleimhautreizung, Nieren- und Leberschäden kommen. Milch und Milchprodukte nehmen einen intensiven Geruch und bitteren Geschmack an. Beim Menschen wurde Rainfarn früher in kleinen Mengen bei Wurmerkrankungen (besonders bei Maden- und Spulwürmern) eingesetzt. Verbreitet war auch seine Verwendung gegen Ungeziefer. Eine Waschung sollte Flöhe und Kopfläuse vertreiben. Als Breiumschlag soll Rainfarn bei Quetschungen, Rheuma und Krampfadern helfen. Eine neuere Studie zeigt, dass Rainfarnextrakte in vitro Herpesviren hemmen [2; 6].

Die Raupen des Eulenfalters (Noctuidae) Eucarta virgo leben an Rainfarn [11].

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ASTERACEAE bellis perennis lfeld PD1
Gänseblümchen, Maßliebchen (Bellis perennis) Blüten im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASTERACEAE bellis perennis lfeld PD2
Gänseblümchen, Maßliebchen (Bellis perennis) Im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Astereae

Gänseblümchen, Maßliebchen

Bellis perennis

Verbreitung: Ursprünglich Mittelmeerraum, heute auch im übrigen Europa, angesiedelt oder eingeschleppt in u.a. Nord- und Südamerika, Australien, Neuseeland, China.

Standorte: Wiesen, Weiden, Rasen; vom Tiefland bis in die kolline und subalpine, gebietsweise alpine Stufe.

Blütezeit: Februar-November.

Das Gänseblümchen ist dank seines Rhizoms eine ausdauernde, krautige Pflanze, die 5-15 cm hoch wird. Die Laubblätter stehen in einer dichten, grundständigen Rosette zusammen. Die Stengel sind blattlos, unverzweigt und enden in einem einköpfigen Blütenstand. Die Blütenköpfe haben einen Durchmesser von 10-30 mm und bestehen aus zahlreichen gelben Röhrenblüten und weißen, außen oft roten Zungenblüten [3; 4].

Bellis perennis-Hybriden sind Zuchtsorten auf der Basis des in Mitteleuropa heimischen gewöhnlichen Gänseblümchens. Sie werden mit 15 bis 30 Zentimetern deutlich größer als die Wildform und haben eine auffällige, große, doch kompakte Blüte. Die meisten der im Handel angebotenen Sorten sind ein- oder zweijährig. Die gefüllten oder ungefüllten Blütenbälle sind rosafarben, rot, purpur, weiß oder zweifarbig [5].

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ASTERACEAE arctium lappa bannholz PD1
Große Klette (Arctium lappa), Ende Juli am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae

Große Klette

Arctium lappa

Verbreitung: Eurasien.

Standorte: Sonnige Weg- und Heckenränder und Ruderalflächen vom Tiefland bis in die montane, stellenweise subalpine Stufe.

Blütezeit: Juli-September.

Die Große Klette ist eine zweijährige, bis zu 150 cm hohe Staude, die eine allmählich verholzende Pfahlwurze ausbildet. Die vierkantigen Stengel sind behaart. Die ovalen bis herzförmigen Laubblätter werden bis zu 50 cm lang. Im Sommer erscheinen die großen, kugelförmigen Blütenkörbe. Die Blüten sind rötlich bis purpurn gefärbt. Die Fruchtstände bilden klebrige Widerhaken, die an vorbeistreichenden Tieren hängenbleiben, die so für die Ausbreitung der Samen sorgen. Die Wurzel enthält medizinisch wirksame Inhaltsstoffe, neben Gerb- und Schleimstoffen sowie ätherischen Ölen vor allem sehr viel Inulin. Aus getrockneten Wurzelstückchen lässt sich ein Tee aufbrühen, der die Gallenfunktion anregen und das Blut reinigen soll [3; 4; 9].

In den markhaltigen Stengeln der Großen Klette leben die Raupen der Kletten-Eule (Noctuidae: Gortyna flavago) [11].

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ASTERACEAE centaurea jacea sauvabelin PD1
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Blüte im JUni, Parc animalier de Sauvabelin, Lausanne © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASTERACEAE centaurea jacea sauvabelin PD2
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) im Juni, Blüte wird von Biene besucht © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASTERACEAE centaurea jacea auried PD1
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) im Mai, Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASTERACEAE centaurea jacea agroscope PD3
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) im Mai, Agroscope Campus Liebefeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae

Wiesen-Flockenblume

Centaurea jacea

Verbreitung: Eurasien.

Standorte: Sonnige Wiesen, Weiden, Trockenhänge und Wegränder vom Tiefland bis in die subalpine Stufe. Die Pflanze erträgt Temperaturen bis -23ºC.

Blütezeit: Juni-September (-Oktober).

Die Wiesen-Flockenblume ist eine horstartig wachsende, 30-60 cm hohe, selten höhere (-150 cm) und 30-40 cm breite, sommergrüne Staude. Ihre Stengel sind einfach oder nur oberhalb der Mitte verzweigt. Ihre Blätter sind dunkelgrün und einfach. Sie sind verkehrt eilanzettlich und schwach gezähnt. Am Ende der Stengel befinden sich die 2-4 cm großen Blütenkörbchen, die aus bis zu 100 zarten Röhrenblüten bestehen und einen "flockigen" Charakter haben. Die Blütenfarbe variiert zwischen Mauve, Lila und Violett. Die Früchte sind Kapselfrüchte (Achänen) ohne Flugschirm [3; 4; 5; 10].

Die Wiesen-Flockenblume ist eine gute Futterpflanze für Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und einige Schmetterlingsarten. Die Raupen des Flockenblumen-Grünwidderchens (Zygaenidae: Adscita globulariae) sowie von Adscita notata leben auf ihr. Sie wird gerne in Natur- und Bauerngärten angepflanzt. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Hybriden zwischen Centaurea jacea und anderen Arten der Gattung. Dabei ist nicht immer ersichtlich, welche Elternarten an der Kreuzung der beteiligt waren [5; 11].

Die bitteren  Blätter und die Triebspitzen wurden früher als Hopfenersatz beim Bierbrauen verwendet. Die Blüten eigenen sich frisch oder getrocknet als essbare Streudekoration. Aus den Blättern kann ein Extrakt gewonnen werden, der bei Augen- und Lidrandentzündungen helfen soll. Die Bitterstoffe der Wurzel werden als harntreibend, verdauungsfördernd und allgemein stärkend beschrieben [6].

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ASTERACEAE crepis biennis auried PD1
Wiesenpippau (Crepis biennis) Blüte im Mai im Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASTERACEAE crepis biennis auried PD2
Wiesenpippau (Crepis biennis) Blüte im Mai im Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae

Wiesenpippau

Crepis biennis

Verbreitung: Europa, in Nordamerika eingeschleppt.

Standorte: Fettwiesen; vom Tiefland bis zur kollinen und montanen, stellenweise subalpinen Stufe.

Blütezeit: Mai-Juli.

Der Wiesen-Pippau ist eine tiefwurzelnde, zweijährige milchsaftführende Halbrosettenpflanze. Er wird 30-100 cm hoch. Die Stengel sind verzweigt und vielköpfig. Die Blätter sind buchtig gezähnt bis fiederteilig, die oberen sitzend und etwas umfassend, behaart, die unteren in den geflügelten Stiel verschmälert. Die Blüten sind gelb, die Blütenköpfe bilden eine lockere, doldige Rispe [3; 4].

Der Wiesen-Pippau ist eine wichtige Nahrungspflanze für die Raupen der Hasenlatticheule (Noctuidae: Hecatera bicolorata) und eine bedeutende Saugpflanze für erwachsene Eschen-Scheckenfalter (Nymphalidae: Euphydryas maturna) [11].

Die Deutsche Bezeichnung "Pippau" ist slawischen Ursprungs und wurde ursprünglich für den Löwenzahn verwendet.

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ASTERACEAE taraxacum lfeld PD2
Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum offivinale = T. sect. Ruderalia), Blüte im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASTERACEAE taraxacum lfeld PD1
Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum offivinale = T. sect. Ruderalia) im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASTERACEAE taraxacum pusteblume lfeld PD1
Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum offivinale = T. sect. Ruderalia), "Pusteblume" im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae

Gewöhnlicher Löwenzahn

Taraxacum officinale = T. sect. Ruderalia

Verbreitung: Europa, Westasien, nach Nordamerika und in andere Weltgegenden verschleppt.

Standorte: Fettwiesen, Wegränder, Äcker; vom Tiefland bis in die kolline und subalpine, stellenweise alpine Stufe.

Blütezeit: Hauptsächlich April-Mai, aber auch bis in den Oktober.

Der Löwenzahn ist dank seiner langen, fleischigen Pfahlwurzel eine ausdauernde Krautpflanze, Er wird 10-30(-60) cm hoch und enthält in allen Teilen einen weißen Milchsaft. Seine meist tief geteilten Blätter stehen dicht in einer grundständigen Rosette. Die Blütenstandsstiele sind blattlose, hohle Röhren. Die Blütenstände sind Scheinblüten mit einem Durchmesser von ca. 3-5 cm, in denen zahlreiche gelbe Zungenblüten zu einem tellerförmigen Körbchen  zusammengefasst sind. Die Hüllen der verblühten Einzelblüten trocknen ein und werden abgestoßenen. Die schlanken, tonnenförmigen, hellbraunen Früchte sind mit haarigen Flugschirmen ausgestattet  und werden durch den Wind ausgebreitet. Der Löwenzahn wird daher umgangssprachlich auch als Pusteblume bezeichnet [3; 4].

Der Löwenzahn gilt bis zu einem Anteil von 25-30% in Grünfutter und Silage als wertvolle Futterpflanze, im Heu zerbröselt er stark, weshalb ein Anteil von über 10-20% unerwünscht ist. Der Bestand kann durch Beweiden in Verbindung mit Übersaaten und Verätzen mit Kalkstickstoff eingedämmt werden [2; 7].

Löwenzahn enthält pharmakologisch wirksame Substanzen mit diuretischer, choleretischer, entzündungshemmender, antidiabetische, hepatoprotektiver, gerinnungshemmender, antioxidativer und bifidogener Wirkung [2]. Junge Löwenzahnblätter sind regional als Salat (Salade de dent-de-lion) beliebt.

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ASTERACEAE tragopogon orientalis bannholz PD2
Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) im Mai, am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASTERACEAE tragopogon orientalis bannholz PD1
Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) im Mai, am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae

Wiesen-Bocksbart

Tragopogon pratensis

Verbreitung: Europa und Asien in mehreren Unterarten, fehlt jedoch im Norden weitgehend. Eingeschleppt in Nordamerika, Neuseeland, Argentinien und auf Hispaniola.

Standorte: Tal- und Bergfettwiesen; vom Tiefland bis in die montane, stellenweise subalpine Stufe.

Blütezeit: Mai-Juli.

Der Wiesen-Bocksbart ist eine meist zweijährige, krautige, Milchsaft führende Pflanze, die eine Höhe von 30-70 cm erreicht. Seine Wurzel ist eine möhrenartige Pfahlwurzel. Der Stengel ist meist wenig verzweigt und innen hohl. Die Blätter sind schmal-lanzettlich, lang zugespitzt, direkt am Stengel sitzend und diesen umfassend. Die Blütenköpfe sitzen einzeln am Ende der Zweige. Sie haben meist 8 Hüllblätter, die zur Blütezeit 25-30 mm, später bis 45 mm lang sind. Die Blüten sind goldgelb, zungenförmig und kürzer bis etwas länger als die Hülle. Die 10-25 mm langen Früchte sind geschnäbeltund haben bräunlich-weiße, federig-verflochtene Pappusborsten [3; 4].

Der Wiesen-Bocksbart ist ungiftig und wurde früher als Gemüse verwendet. Die verwandte Art Tragopogon porrifolius ist als "Haferwurzel" bekannt und wurde ab dem 16. Jahrhundert im mitteleuropäischen Raum als Gemüsepflanze kultiviert [5].

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Literatur und Internetquellen:

  1. APPENZELL AUSSERRHODEN: MERKBLATT KLAPPERTOPF IN BFF-FlLÄCHEN
  2. CLINI TOX
  3. INFO FLORA
  4. LAUBER, K. & WAGNER, G. (1991)
  5. MEIN SCHÖNER GARTEN
  6. PFLANZEN-VIELFALT
  7. GRÜNLAND ONLINE
  8. GARTENLEXIKON
  9. GARTEN-WISSEN
  10. HORTIPEDIA
  11. PYRGUS.DE

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Samstag, 02 Mai 2020 15:04

Einheimische Sträucher

Allgemeines

Sträucher sind ausdauernde Gehölzpflanzen, die keinen Stamm als Hauptachse haben  sondern regelmäßig Stämme aus bodennahen Knospen bilden. Sie können bodendeckend wachsen oder mehrere aufrechte Stämme haben, von denen Verzweigungen ausgehen, an denen sich Blätter oder Nadeln befinden. Sie können laubabwerfend, halbimmergrün oder immergrün sein. Strauchartig wachsende Koniferen werden nicht hier, sondern bei den Nadelhölzern abgehandelt und auch Zwerg- oder Halbsträucher ( z.B. Lavendel, Stinkende Nieswurz) sind auf dieser Seite nicht berücksichtigt.

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Ordnung: Buchsbaumartige (Buxales)
Familie: Buchsbaumgewächse (Buxaceae)

BUXAL Buxus sempervirens lfeld PD1
Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens), Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BUXACEAE buxus sempervirens bannholz PD2
Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens), im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BUXACEAE buxus sempervirens bannholz PD1
Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens), Früchte, im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BELiebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Gewöhnlicher Buchsbaum

Buxus sempervirens

Verbreitung: Südliches Europa, Nordafrika, Naher und Mittlerer Osten bis Iran. Vorkommen in Mitteleuropa dürften auf Anpflanzungen durch die Römer zurückgehen.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Wuchsklasse 3: 4-5 m hoch.

Der Gewöhnliche Buchsbaum ist ein sehr langsam wachsender, immergrüner Strauch oder, in warmen Klimaten, kleiner Baum mit kleinen Blättern und Blüten. Standorte sind bei uns Wälder und buschige Hänge, in milden Lagen. Er blüht von März-April, ist einhäusig getrenntgeschlechtlich und bildet Kapselfrüchte. Für manche Säugetier- und Vogelarten ist er hoch giftig und sollte daher nur außer Reichweite von Equiden und anderen Pflanzenfressern oder von Psittaziden geduldet werden. Die Blüten des Buchsbaums sind reich an Nektar und Pollen und werden daher gern von Bienen und Fliegen aufgesucht, zumal die Blüte früh im Jahr beginnt. Die Samen werden von Ameisen gesammelt [1; 4; 5; 6; 7; 8; 10].

Mit Buchs eingefasste Beete sind charakteristisch für Bauerngärten.

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Ordnung: Hartriegelartige (Cornales)
Familie: Hartriegelgewächse (Cornaceae)

CORNAL cornus mas nl teun spaans
Kornelkirsche (Cornus mas), Ende August in Rijswijk NL © Teun Spaans, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

CORNAL cornus mas lfeld PD1
Kornelkirsche (Cornus mas), Blätter im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Kornelkirsche

Cornus mas

Verbreitung: Zentral- und Südeuropa. In der Schweiz nur südlich der Alpen In der Region Basel, am Genfersee und im Rhonetal heimisch.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 3: Bis 5-8 m hoch.

Die Kornelkirsche ist ein langsam wachsender, sommergrüner Strauch oder rundkroniger Kleinbaum mit früher Blüte und rotem Herbstlaub. Ihre Blätter sind breit-lanzettlich, bis 8 cm lang, ganzrandig, mit meist 4 Paaren von bogig verlaufenden Seitennerven. Die nektar- und pollenreichen gelben Blüten sind neben der Salweide erste Nahrung des Jahres für Honig- und Wildbienen. Auch Fliegen und Käfer, wie z.B. der Flache Glanzkäfer (Epuraea depressa) nutzen Pollen und Nektar. Die roten Früchte werden von Vogelarten wie Kleiber, Kernbeißer, Gimpel und Eichelhäher sowie von Kleinsäugern wie Haselmaus und Siebenschläfer gefressen, und Wiederkäuer tun sich an den Blättern gütlich [1; 5; 6; 8; 10].

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CORNAL cornus sanguinea TPBern PD1
Roter Hornstrauch (Cornus sanguinea) in Blüte, anfangs Juni im Tierpark Dählhölzli, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CORNAL cornus sanguinea steinhoelzli PD1
Roter Hornstrauch (Cornus sanguinea) in Blütem im Mai, Steinhölzliwald, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CORNAL cornus sanguinea steinhoelzli PD2
Roter Hornstrauch (Cornus sanguinea) Blüte im Mai, Steinhölzliwald, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Roter Hartriegel, Roter Hornstrauch

Cornus sanguinea

Verbreitung: Europa, Kleinasien.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 3: In Mitteleuropa 3-4 m hoch, in Südeuropa bis 6 m.

Der Rote Hartriegel ist ein mäßig rasch wachsender, sommergrüner Strauch, in wärmeren Klimaten auch Kleinbaum mit weißen Blütendolden und dunkelrotem Herbstlaub, der sich auch durch Ausläufer vermehrt. Seine Blätter sind gegenständig, oval oder breit-lanzettlich, ganzrandig, beidseits grün (im Herbst rot), 4-8 cm lang, mit 3-4(-5) Paaren bogig verlaufender Seitennerven. Die Blüten sind vierzählig, haben einen Durchmesser von ca. 1 cm und stehen zu 20-100 in ausgebreiteten, doldigen Blütenständen. Blütezeit ist im Mai. Die blauschwarzen, kugeligen Früchte haben einen Durchmesser von 6-8 mm. Sie sind roh ungenießbar, jedoch nicht giftig [1; 6; 8].

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Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)

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Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) im Zoo Amnéville in Blüte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ADOXACEAE sambucus nigra dessau PD1
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Blüte, Ende Mai im Tierpark Dessau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ADOXACEAE sambucus nigra amneville PD1
Blühender Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) im Zoo d'Amnéville © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ADOXACEAE sambucus nigra TPBern PD1
Blühender Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) im Wildschweingehege des Tierparks Dählhölzli, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Schwarzer Holunder

Sambucus nigra

Verbreitung: Europa, Nordafrika, Westasien.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Wuchsklasse 3: Bis 10 m hoch.

Der Schwarze Holunder ist ein rasch wachsender sommergrüner Strauch oder Kleinbaum mit ausladender Krone, der auch an sehr schattigen Standorten gedeiht. Seine duftenden, in Schirmrispen stehenden Blüten sind weiß, das Herbstlaub ist gelb. Blütezeit ist Mai-Juni. Der Holunder ist für zahlreiche Säugetierarten leicht giftig. Wegen des unangenehmen Geruchs ihrer Blätter wird die Art aber von Pflanzenfressern meist gemieden. Bei Vögeln, die unreife Beeren, frische Blätter oder Rinde gefressen haben, kommt es zu Verdauungsstörungen, Erbrechen und bei entsprechender Giftaufnahme auch zum Tod. Für die Vogelwelt ist sie nach der Vogelbeere die wichtigste einheimische Futterpflanze. Insgesamt nutzen mindestens 62 Vogelarten, z. B. Drosseln, Rotkehlchen, Finken, Eichelhäher, Elstern und weitere, und 8 verschiedene Säugetiere die im August-September reifen blauschwarzen Beeren als Nahrungsquelle. Nebst den Früchten werden auch die Blätter von zahlreichen Insekten begangen. Die Blüten stellen im Frühjahr eine wichtige Bienennahrung dar. Mit seiner mässig dichten Kronenform dient der Holunder zudem zahlreichen Vogelarten als Nistplatz und Versteck [1; 2; 4; 5; 6; 8].

Holunderblüten werden zur Herstellung von Sirup verwendet. Aus den Beeren wird Saft gewonnen, der als solcher vermarktet oder zu Gelee, Latwerge und weiteren Produkten verarbeitet wird. Zum Frischverzehr sind die Früchte allerdings nicht geeignet, denn das enthaltene Sambunigrin, ein cyanogenes Glykosid, und andere schwache Giftstoffe wie Chlorogensäure und Saponine können auch dem menschlichen Verdauungstrakt ziemliche Probleme bereiten. Erst beim Erhitzen werden die Substanzen zersetzt. Die Holunderprodukte werden nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch in der Volksmedizin eingesetzt, namentlich bei Erkältungskrankheiten [2; 9; 11; 13].

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11 3 10 0 viburnum lantana N PD
Wolliger Schneeball (Viburnum lantana) im Tiergarten Nürnberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Wolliger Schneeball

Viburnum lantana

Verbreitung: Zentral- und Südeuropa, Westasien, Nordafrika.

Winterhärtezone 3 (erträgt bis -36ºC).

Wuchsklasse 3: Bis 5 m hoch.

Der Wollige Schneeball ist ein mäßig rasch wachsender, sommergrüner Strauch mit aufrechtem Wuchs, der trockenwarme Böden liebt. Seine in Schirmrispen stehenden Blüten sind weiß, die reifen Früchte rotschwarz, das Herbstlaub rot. Blütezeit ist im Mai-Juni, die im September-Oktober reifen Früchte werden z.B. von Rotschwänzen, Rotkehlchen und Drosseln gefressen. Ausschließlich auf Sträuchern der Gattung Viburnum lebt der Schneeballblattkäfer (Pyrrhalta viburni). Der Wollige Schneeball enthält in den unreifen Beeren, den Blättern und in der Rinde giftig wirkende Glykoside und ist z.B. für Pferde leicht giftig [1; 4; 5; 6; 8; 11].

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11 3 10 0 viburnum opulus Lfeld PD
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus), Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Gewöhnlicher Schneeball

Viburnum opulus

Verbreitung: Ursprünglich Südosteuropa.

Winterhärtezone 3 (erträgt bis -36ºC).

Wuchsklasse 3: Bis 4 m hoch.

Der Gewöhnliche Schneeball ist ein mäßig rasch wachsender Strauch mit weißen Blütendolden, drei- bis fünflappigen Blättern und dunkelrotem Herbstlaub, der hauptsächlich auf feuchten bis nassen Böden in Auwäldern, Laub- und Laubmischwäldern sowie an Bachrändern gedeiht. Blütezeit ist bei uns von Mai bis Juni (-August). Seine kugeligen, roten Steinfrüchte bilden eine wichtige Nahrungsquelle für Drosseln, Rotkehlchen, Finken, Elstern und weitere Vogelarten. Ausschließlich auf Sträuchern der Gattung Viburnum lebt der Schneeballblattkäfer (Pyrrhalta viburni). Der Gewöhnliche Schneeball enthält in den unreifen Beeren, den Blättern und in der Rinde giftig wirkende Glykoside und ist z.B. für Pferde leicht giftig. [1; 4; 5; 6; 8; 11].

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Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)

DIPSACALES lonicera caprifolium bannholz PD1
Echtes Geißblatt (Lonicera caprifolium), Blüten im Juni am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

DIPSACALES lonicera caprifolium bannholz PD2
Echtes Geißblatt (Lonicera caprifolium) im Juni am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Echtes Geißblatt, Jelängerjelieber

Sambucus nigra

Verbreitung: Europa, Nordafrika, Westasien.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Wuchsklasse 3: 2 m, an Kletterhilfen bis 10 m hoch.

Das Echte Geißblatt ist eine sommergrüne rechtswindende, verholzende Kletterpflanze. Die Rinde ihrer hohlen Zweige ist anfangs abstehend behaart, später verkahlend und weißlich bereift. Die oberen der einfachen, gegenständigen Laubblätter haben keinen Stiel, sondern sind paarweise am Zweig breit zusammengewachsen werden 4-8, selten bis 10 cm lang. Die bis zu 12 Blüten umfassenden quirligen Blütenstände befinden sich am Ende der Zweige. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig, trompetenförmig, gelblich bis weiß und oft rötlich überlaufen. Sie duften stark. Die Früchte sind leuchtend rote Beeren mit einem Durchmesser von ca. 8 mm. [6; 9; 10].

Für Menschen sind die Früchte aller Lonicera-Arten giftig. Sie enthalten den Bitterstoff Xylostein, Saponin, Spuren von Alkaloiden und cyanogenen Glykosiden [12; 913].

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Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

11 3 10 0 cytisus N PD
Besenginster (Cytisus scoparius) im Tiergarten Nürnberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

FABACEAE cytisus scoparius bannholz PD3
Besenginster (Cytisus scoparius) im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

FABACEAE cytisus scoparius bannholz PD2
Besenginster (Cytisus scoparius) im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

FABACEAE cytisus scoparius bannholz PD1
Besenginster (Cytisus scoparius) im Mai am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Besenginster

Cytisus scoparius

Verbreitung: Europa, Nordafrika, Kanaren. Andernorts eingebürgert und invasiv, z.B. in Indien, Südamerika, dem westlichen Nordamerika, Australien, Neuseeland. In Deutschland ist er relativ weit verbreitet. In der Schweiz liegt die Hauptverbreitung im Tessin, nördlich der Alpen gibt es nur punktuelle Vorkommen.

Winterhärtezone 6 (ertragen bis -15, mit Schutz bis -20ºC).

Wuchsklasse 1: Meist 1-2, selten bis 3 m hoch.

Der Besenginster ist ein winterkahler, bisweilen auch sommerkahler Strauch mit dicht stehenden Zweigen und dekorativen gelben Blüten aus denen Hülsenfrüchte entstehen. Er wächst auf kalkarmen, sandigen Böden, hauptsächlich auf Trockenrasen, in lichten Wäldern, Heiden und an Felshängen. Blütezeit ist im Mai-Juni, die in 6 cm lange Hülsen verpackten Samen sind im August-September reif. Die ganze Pflanze und besonders die Samen sind für den Menschen, für Pferde, vor allem aber für Schafe, ferner für Hunde, Katzen, Hasen, Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen sowie für Vögel und Fische giftig. Besenginster und Echter Ginster (Genista spp.) sind Pollenlieferanten, die von Hummeln oder großen Bienen bestäubt aber auch von kleineren Bienen und pollensammelnden Käfern besucht werden und deren Saft Nahrung der Ginsterzikade (Gargara genistae) ist [1; 6; 8; 9; 10; 11].

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Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Birkengewächse (Betulaceae)

FAGAL corylus avellana lfeld PD1
Hasel (Corylus avellana), Blatt im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

11 3 10 0 corylus maxima PD
Lambertshasel (Corylus maxima) mit männlichen Blütenkätzchen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Hasel und Lambertshasel

Corylus avellana und Corylus maxima

Verbreitung: C. avellana: Europa, Nordafrika und Westasien, vom Tiefland bis in die subalpine Stufe.
C. maxima: Ursprünglich Balkan, Hauptangebiete in der Türkei.

Winterhärtezone 3 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 3: Meist 3-3.5 m hoch, C. maxima 6-10 m.

Die Hasel ist ein rasch wachsender breit ausladender und vielstämmiger sommergrüner Großstrauch mit gelbem Herbstlaub. Sie ist einhäusig getrenntgeschlechtig, hat also männliche und weibliche Blüten. Blütezeit ist von Februar bis April. Die weiblichen Blütenstände sind unauffällig, die männlichen bilden bis 10 cm lange, gelbe oder rote Kätzchen. Sie ist als Frühblüher ein wichtiger Pollenlieferant für Honigbienen und ihre Nüsse dienen im Herbst und Winter den Eichhörnchen, Haselmäusen, Schläfern, Mäusen, Kleibern und Eichelhähern als Nahrung. Die nahe verwandte Lambertshasel (Corylus maxima) von der türkischen Schwarzmeerküste, von der die meisten im Handel befindlichen Haselnüsse stammen, erfüllt in ökologischer Hinsicht denselben Zweck [1; 5; 6; 8; 10].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Ölbaumgewächse (Oleaceae)

LAMIAL ligustrum vulgare Belpau PD1
Blühender Liguster (Ligustrum vulgare), anfangs Juni, Waldreservat "Obere Belpau", Belp BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

LAMIAL ligustrum vulgare Belpau PD2
Blühender Liguster (Ligustrum vulgare), anfangs Juni, Waldreservat "Obere Belpau", Belp BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

LAMIAL ligustrum vulgare lfeld PD1
Ligusterhecke (Ligustrum vulgare) in Wohnquartier, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

LAMIAL ligustrum vulgare lfeld PD2
Liguster (Ligustrum vulgare), Blätter, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Gewöhnlicher Liguster

Ligustrum vulgare

Verbreitung: Europa, Nordwestafrika und Westasien bis zum Iran.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Wuchsklasse 3: 1.5-4 m hoch.

Der Liguster ist ein mäßig rasch wachsender, dichtwüchsiger, halbimmergrüner Strauch, der seine kleinen, glattrandigen, ledrigen Blätter erst gegen das Frühjahr abwirft. Er ist wärme- und kalkliebend und gedeiht sowohl auf trockenen wie feuchten, alkalischen bis neutralen, humusreichen Böden. Wie die meisten Ölbaumgewächse ist er sehr robust und erträgt auch mehrwöchige Dürrephasen. Der Standort ist im Idealfall sonnig, kann aber auch schattig sein. In extremen Schattenlagen neigen Ligusterhecken allerdings zum Verkahlen. Seine weißen, aufrecht stehenden, traubigen Blüten werden von verschiedenen Schmetterlingsarten aufgesucht und sind Pollenlieferanten für Honig- (Apis mellifera), Sand- (Andrena spp.) und Furchenbienen (Lasioglossum spp.). Die Blätter sind Nahrung nicht nur für die Raupen des Ligusterschwärmers (Sphinx ligustri) und der Ligustereule (Craniophora ligustri), sondern auch des Totenkopfschwärmers und weiterer Schmetterlingsarten, und die schwarzen, für den Menschen - ebenso wie Laub und Rinde - leicht giftigen Beeren werden von über 20 Vogelarten, darunter z. B. Drosseln, Rotkehlchen, Finken, Eichelhäher, Elstern, und mehreren Kleinsäugerarten verzehrt [1; 4; 6; 8; 9].

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LAMIAL syringa vulgaris lfeld PD1
Gewöhnlicher Flieder (Syringa vulgaris), Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

LAMIAL syringa vulgaris reynou PD1
Gewöhnlicher Flieder (Syringa vulgaris) im Parc Zoo du Reynou © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Gewöhnlicher Flieder

Syringa vulgaris

Verbreitung: Südosteuropa und Vorderasien. Eingebürgert in weiteren Ländern Europas sowie in Teilen Nordamerikas und Asiens.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 3: 4-6 (3-7) m hoch.

Der Gewöhnliche Flieder ist ein bei uns in Gärten weit verbreiterter Großstrauch, der gebietsweise verwildert ist und zum Teil als invasiv betrachtet wird. Die ersten Exemplare  gelangten 1560 vom damaligen Konstantinopel nach Wien. Ende des 16. Jahrhunderts tauchte die Art in Frankreich auf und wurde von dort aus in andere mitteleuropäische Länder verbreitet. Mitte des 19.Jahrhunderts gelang die Züchtung der ersten Hybridformen. Damit begann der Einzug des Edelflieders als Zierstrauch in den Hobbygärten [12].

In Deutschland ist der Gemeine Flieder verwildert und wird daher in der Managementliste invasiver Arten aufgeführt, für die das Bundesamt für Naturschutz prüft, welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern [12].

Blütezeit ist Mai-Juni oder Juli. Die bei der Wildform violett-/lilafarbenen, in 10-20 cm langen Rispen angeordneten Blüten duften stark. Bei Kulturformen gibt es auch blaue, weiße oder rosafarbene Blüten. Die kleinen, braunen Kapselfrüchte sind im September-Oktober reif. Eine Vermehrung ist auch durch Wurzelausläufer möglich. Der Flieder ist als Nahrungsquelle für Insekten von geringem Interesse. Sein dichtbeblättertes Geäst dient vielen Vögeln als Nistplatz [1; 9].

Siehe auch Mediterrane Laubbäume.

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Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Berberitzengewächse (Berberidaceae)

11 3 10 0 berberitze N PD1
Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) im Tiergarten Nütrnberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

RANUNC berberis vulgaris Lfeld PD3
Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) Anfang Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

RANUNC berberis vulgaris Lfeld PD4
Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) mit reifen Früchten im September, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Gewöhnliche Berberitze oder Sauerdorn

Berberis vulgaris

Verbreitung: Europa und Westasien bis zum Iran.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 3: 1-3 m hoch.

Die Berberitze ist ein langsam wachsender, sommergrüner Strauch, der mit Blattdornen bewehrt ist. Bevorzugte Standorte sind felsige Orte der kollinen bis subalpinen Stufe. Ihre Blätter haben einen gezähnten Rand und werden im Herbst tiefrot. Ihre kleinen Blüten sind gelb, die Bestäubung erfolgt durch Insekten, bleiben diese aus, kommt es zur Selbstbestäubung. Die roten Beeren bilden ab August eine wichtige Nahrungsquelle für Drosseln, Rotkehlchen, Finken, Eichelhäher, Elstern und weitere Vogelarten. Mit Ausnahme der Beeren ist die ganze Pflanze giftig, besonders die Wurzelrinde ist stark alkaloidhaltig [1; 4; 6; 8; 11].

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Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Ölweidengewächse (Elaeagnaceae)

11 3 10 0 sanddorn N PD
Sanddorn (Elaeagnaceae: Hippophaë rhamnoides) im Tiergarten Nürnberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ROSALES ELAEAGNACEAe hippophae rhamnoides beere ruelzh PD1
Sanddorn (Elaeagnaceae: Hippophaë rhamnoides) in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ROSALES ELAEAGNACEAe hippophae rhamnoides beere zrh PD1
Sanddorn (Elaeagnaceae: Hippophaë rhamnoides) mit Früchten im September, Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Sanddorn

Hippophaë rhamnoides

Verbreitung: Europa und Asien. Verbreitungsschwrepunkte in der Schweiz: Genferbecken, Rhône- und Aaretal.

Winterhärtezone 3 (erträgt bis -36ºC).

Wuchsklasse 3: Bis 9 m hoch.

Der Sanddorn ist ein mäßig rasch wachsender, winterkahler Dornstrauch mit dichtem Geäst, graugrünen Blättern, bedornten Kurztrieben und blassgelbem Herbstlaub, der vorzugsweise auf trockenwarmen Kiesböden wächst. Er blüht vor dem Laubaustrieb von März bis Mai. Er ist zweihäusig. Für zuverlässigen Ertrag sollten für bis zu fünf weibliche Sträucher mindestens ein männliches Exemplar als Pollenspender gepflanzt werden.Seine 6-8 mm langen, ovalen Schein-Steinfrüchte sind orangerot bis gelb und enthalten viel Vitamin C. Während des Winters stellen sie für Vögel eine bedeutende Nahrungsquelle dar. Regional wird aus den Sanddornfrüchten Saft gewonnen, der entweder als solcher vermarktet oder zu Sanddorn-Likör, Süßigkeiten, Brotaufstrichen oder Kosmetika weiter verarbeitet wird. Aus dem Fruchtfleisch oder den Kernen können ferner Öle hergestellt werden, denen eine gesundheitsfördernde bzw. heilende Wirkung nachgesagt wird [1; 2; 5; 6; 8; 10].

Für die Raupen des Sanddornschwärmers (Sphingidae: Hyles hippophaes), einer in Mitteleuropa seltenen, nach Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU streng zu schützende Nachtfalterart ist der Sanddorn die wichtigste Futterpflanze. Regional ist er auch für den Idas-Bläuling (Lycaenidae Polyommatus idas) von Bedeutung [14].

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Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

11 3 10 0 amelanchier ovalis nordhorn PD
Felsenbirne (Amelanchier ovalis) im Tierpark Nordhorn © Peter Dollinger

ROSAL amelanchier ovalis nuernberg PD1
Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis), Blätter, im Tiergarten Nürnberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Gewöhnliche Felsenbirne

Amelanchier ovalis

Verbreitung: Mittel-, Süd- und Osteuropa, Nordafrika, Vorderasien. Verbreitungsschwerpunkte in der Schweiz sind der Jura und das Wallis.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Wuchsklasse 3: 1-4 m hoch.

Die Gewöhnliche Felsenbirne ist ein langsam wachsender, dornenloser, sommergrüner, reich verzweigter und dichtkroniger Strauch. Sie gedeiht am besten auf besonnten, trockenen und steinigen Böden. Bevorzugte Standorte sind felsige Berghänge der kollinen und subalpinen Stufe. Sie hat weiße Blüten und blauschwarze Apfelfrüchte. Sie ist eine wichtige Futterpflanzen für mehrere Schmetterlingsarten, darunter der in Deutschland potenziell gefährdete Grüne Zipfelfalter (Callophrys rubi), der gefährdete Obsthain-Blütenspanner (Eupithecia insigniata) und das in Mitteleuropa nur selten und lokalisiert vorkommenden Trauerwidderchen (Aglaope infausta). Sie ist auch von Bedeutung als Bienenweide und ihre Früchte dienen zahlreichen Vögeln,z. B. Drosseln, Rotkehlchen, Finken, Eichelhäher, Elstern und weiteren Arten sowie Kleinsäugern als Nahrung. Samen und Blätter sind für den Menschen leicht giftig, die Früchte können roh genossen, getrocknet oder zu Konfitüre, Likör oder Gelee verarbeitet werden [1; 4; 5; 6; 8; 10].

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11 3 10 0 crataegus monogyna bluete PD
Blühender Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ROSAL crataegus monogyna auried PD1
Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna) Früchte, Naturschutzgebiet Auried, Kanton Freiburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Eingriffeliger Weißdorn

Crataegus monogyna

Verbreitung: Europa, Nordafrika, Westasien bis Afghanistan. Verbreitungsschwerpunkte in der Schweiz: Mittelland, Jura, Rhônetal.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 3 (2): 2-6m hoch, selten bis 12 m.

Der Eingriffelige Weißdorn ist ein mäßig rasch wachsender, winterkahler; Strauch oder kleiner Baum mit dornenbewehrten Ästen und dichter Krone. Er ist kalkliebend und gedeiht gut auf nährstoffreichen, eher trockenen Böden. Im Mai und Juni dienen seine weißen Blüten als Bienenweide, im Winter sind seine 8–10 mm langen, roten, fleischigen Steinfrüchte eine wichtige Nahrungsquelle für Drosseln, Rotkehlchen, Finken, Eichelhäher, Elstern und weitere Vogelarten. Wegen ihrer dichten Verzweigung und ihen Dornen sind Weißdornhecken schwer zugänglich und ein idealer Brutplatz für viele Heckenbrüter. Der Neuntöter nutzt die Dornen, um seine Beute aufzuspießen. Die Art dient den Raupen zahlreicher Schmetterlingsarten, z. B. des Segelfalters (Iphiclides podalirius), der Kupferglucke (Gastropacha quercifolia), des des Baum-Weißlings (Aporia crataegi), des Gelbspanners (Opisthograptis luteolata) oder des Goldafters (Euproctis chrysorrhoea) als Futterpflanze. Weißdorne sind anfällig für Feuerbrand und sollte nicht in der Nähe von Obstbäumen gepflanzt werden. Den Früchten wird eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Sie können roh gegessen oder zu Marmeladen und Gelees sowie Likören oder Tees verarbeitet werden [1; 4; 5; 6; 8; 10; 14].

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11 3 10 0 schwarzdorn N PD
Schwarzdorn (Prunus spinosa) im Tiergarten Nürnberg @ Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ROSAL prunus spinosa nuernberg PD2
Schwarzdorn (Prunus spinosa) im Tiergarten Nürnberg @ Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Schwarz- oder Schlehdorn

Prunus spinosa

Verbreitung: Europa, Nordafrika, Westasien.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 3: Bis 3-4(-6) m hoch.

Der langsam wachsende, winterkahle, dornenreiche Schwarz- oder Schlehdorn wächst als Strauch oder als kleiner, oft mehrstämmiger Baum. Blütezeit ist der April. Seine Blüten sind weiß, seine im September-Oktober reifen Steinfrüchte blauschwarz, und das Herbstlaub ist gelb. Er kann sich auch durch Ausläufer vermehren. Er ist von großer Bedeutung für etliche Wildbienen und Schmetterlinge. So nutzen z.B. das Tagpfauenauge (Aglais io) den Nektar, die Raupen des gefährdeten Grauen Laubholz-Dickleibspanners (Lycia pomonaria), des Gelbspanner (Opisthograptis luteolata), des Gebüsch-Grünspanners (Hemithea aestivaria) des stark gefährdeten Schwalbenwurz-Kleinspanners (Scopula umbelaria), der vom Aussterben bedrohte Hecken-Wollafter (Eriogaster catax) oder des Segelfalters (Iphiclides podalirius) die Blätter. Eine Rüsselkäferart, der Schlehen-Blütenstecher (Anthonomus rufus), lebt als einzige mitteleuropäische Käferart ausschließlich auf der Schlehe, und verschiedene andere Käferarten nutzen Blüten, Blätter, Schlehen oder das Holz. Der Schlehdorn ist auch ein wichtiges Brutgehölz für Vögel, die Schlehen werden von etwa 20 Vogelarten gefressen und die Dornen dienen dem Neuntöter zum Aufspießen von Beutetieren. Aus den Schlehen kann Saft gewonnen werden, der zu Gelee, Likör etc. verarbeitet und in der Volksmedizin bei Entzündungen von Hals oder Zahnfleisch und zum Entwässern eingesetzt werden kann [1; 5; 6; 8; 14].

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Hundsrose (Rosa canina) in Blüte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ROSACEAE rosa canina auried PD1
Hundsrose (Rosa canina), Blüte im Mai, Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ROSAL rosa canina lfeld PD1
Hundsrose (Rosa canina) in Blüte, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Hagebutten der Hundsrose (Rosa canina) im Tiergehege Mundenhof, Freiburg i.Br. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Hundsrose

Rosa canina

Verbreitung: Europa, Nordwestafrika, Westasien und isoliertes Teilareal in Zentralasien. Angesiedelt in Nordafrika.

Winterhärtezone 3 (erträgt bis -36ºC).

Wuchsklasse 2: Als Strauch 2-3 (-4) m hoch, als Kletterpflanze bis 6 m.

Die Hunds-Rose ist eine von rund 14 in Mitteleuropa heimischen Rosenarten. Sie wächst als winterkahler, lockerer, mit Stacheln bewehrter Strauch mit langen, bogig überhängende Ästen und Zweigen oder als Kletterpflanze. Ihr Herbstlaub ist gelb. Sie gedeiht am bestan auf trockenen, warmen Böden. Sie wird von Heckenbrütern als Nistplatz genutzt. Die von ihren weißen oder rosafarbenen Blüten angelockten Insekten dienen von Mai bis August zahlreichen Vogelarten als Nahrung. Ihre Hagebutten genannten roten Nussfrüchte reifen im September und Oktober. Sie sind während des Winters eine wichtige Nahrungsquelle für Drosseln, Rotkehlchen, Finken, Eichelhäher, Elstern und weiteren Vogelarten.

Regional, etwa in der Nordwestschweiz, wird aus den Hagebutten "Buttenmost", ein rohes Mus gewonnen, das hauptsächlich zu Konfitüre weiterverarbeitet wird. Wer nicht aus einer solchen Region stammt, kennt das "Mus" zumindest als Brotaufstrich des "Tapferen Schneiderleins" der Gebrüder Grimm: "An einem Sommermorgen sass ein Schneiderlein auf seinem Tisch am Fenster, war guter Dinge und nähte aus Leibeskräften. Da kam eine Bauersfrau die Strasse herab und rief: "Gut Mus feil! Gut Mus feil!" Das klang dem Schneiderlein lieblich in die Ohren, er steckte sein zartes Haupt zum Fenster hinaus und rief: "Hier herauf, liebe Frau, hier wird sie ihre Ware los." ...." [1; 3; 4; 6; 8].

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ROSALES Rosaceae rubus idaeus belpau PD1
Himbeere (Rubus idaeus) anfangs Juni, Waldreservat "Obere Belpau", Belp BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ROSALES Rosaceae rubus idaeus TPBern PD1
Himbeere, anfangs Juni im Tierpark Dählhölzli, Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Himbere

Rubus idaeus

Verbreitung: Kühle und gemäßigte Zonen Europas und Westasiens vom Tiefland bis zur subalpinen Stufe, im Mittelmeerraum  nur noch in montanen bis subalpinen Lagen.

Winterhärtezone 3 (erträgt bis -36ºC).

Wuchsklasse 2: Als Strauch 2-3 (-4) m hoch, als Kletterpflanze bis 6 m.

Die Himbeere, ein sommergrüner Scheinstrauch, gedeiht in Waldlichtungen und Waldrändern. Sie ist eine Pionierpflanze auf Kahlschlägen. Wildpflanzen erreichen eine Höhe von 50-150 cm. Die aufrechten Sprossachsen werden alljährlich aus dem überwinternden Rhizom neu gebildet. Sie verzweigen sich, blühen und fruchten im zweiten Jahr und sterben nach der Fruchtreife ab. Die Pflanze vermehrt sich durch flache, kriechende Ausläufer, die sich nach einiger Zeit von der Mutterpflanze lösen und dann weiterwachsen. Die Triebe sind mit langen, dünnen Stacheln besetzt und tragen gefiederte wechselständige Laubblätter. Die Blätter sind dreizählig bzw., an den Schösslingen, fünf- oder siebenzählig gefiedert. Die Teilblätter sind doppelt gezähnt, unterseits dicht weissfilzig. Das Endteilblatt ist gestielt. Die zwittrigen, weißen Blüten stehen in rispigen, beblätterten Blütenständen. Die ca. 5 mm langen Kronblätter sind schmal-oval. Die meist roten Früchte sind eigentlich keine Beeren, sondern Sammelfrüchte, die sich aus vielen kleinen kugelförmigen und miteinander verwachsenen Steinfrüchten zusammensetzen. [1; 6; 9].

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Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)

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Johannisbeerstrauch (Ribes rubrum) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

Rote Johannisbeere

Ribes rubrum

Verbreitung: Europa, Westasien.

Winterhärtezone: winterhart.

Wuchsklasse 3: 1-2 m hoch.

Die Rote Johannisbeere wächst als aufrechter, winterkahler Strauch ohne Stacheln und mit gelappten Blättern, die sich im Herbst braun-gelb verfärben. Sie bevorzugt feuchte Böden. Sie blüht im April-Mai. Die grünlichen oder rötlichn Blüten sind klein und unscheinbar. Sie werden von Insekten bestäubt und sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Honigbiene. Ihre roten bzw weiß-rosafarbenen Beeren sind im Juni-Juli reif. Sie sind reich an Vitamin C und können roh genossen oder zu Saft, Gelee, Konfitüre, Likör und weiteren Produkten verarbeitet werden [1].

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Stachelbeerstrauch (Ribes uva-crispa) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

SAXIFRAGALES GROSSULARIACEAE ribes uva crispa PD1
Stachelbeeren(Ribes uva-crispa) im JUni, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Stachelbeere

Ribes uva-crispa

Verbreitung: Europa, Asien.

Winterhärtezone: winterhart.

Wuchsklasse 3: 60-100(-150) cm hoch.

Die Stachelbeere wächst als winterkahler, aufrechter, stachelbewehrter Strauch mit gelappten Blättern. Sie bevorzugt Halbschatten, gedeiht aber auch an schattigen Lagen. Ideal sind nährstoffreiche, mittelschwere Böden mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit. Blütezeit ist April, die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Bienen, für welche die Art eine gute Trachtpflanze ist. Ihre grünen, gelben oder rötlich gefärbten Früchte sind kirschgroß und enthalten viel Vitamin C. Die Ausbreitung der Samen erfolgt hauptsächlich durch Vögel, welche die Beeren fressen. Es gibt aber auch eine vegetative Vermehrung durch abgesenkte Zweige. Die Stachelbeere dient als Futterpflanze für den seltenen, vom NABU 2016 zum Schmetterling des Jahres gekürten Stachelbeerspanner (Abraxas grossulariata). Die Beeren können roh genossen oder zu Saft, Gelee, Konfitüre, Likör und weiteren Produkten verarbeitet werden [1; 6; 8; 9].

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Literatur und Internetquellen:

  1. BAUMKUNDE
  2. GEHÖLZE - WSL
  3. HORCH, P., MICHLER-KEISER, S. & REY, L. (2020)
  4. JOHANN, C. (2005)
  5. JOHNSON, H. (1974)
  6. LAUBER, K. & WAGNER, G. (1991)
  7. RIETSCHEL, W. (2004)
  8. STEIGER, P. & GLAUSER, C. (2016)
  9. MEIN SCHÖNER GARTEN
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