Donnerstag, 14 Juni 2018 13:47

HURGITSCH, B. (2011)

Akustische Kommunikation und Mutter-Kalb-Beziehung bei Giraffen (Giraffa camelopardalis) in zoologischer Haltung.

Diplomarbeit

56 Seiten

Universität Wien
Betreuer: ao. Univ. - Prof. Dr. Helmut Kratochvil, Fr. Dr. Stöger-Horwath (Tiergarten Schönbrunn)
Tiergarten Schönbrunn Wien

Zusammenfassung:

Die akustische Kommunikation, insbesondere die Verwendung von Infraschall, sowie die Beziehung zwischen einem Muttertier und ihrem Jungtier bei Giraffen (Giraffa camelopardalis) sind die Themengebiete, mit denen sich diese Studie beschäftigt. Giraffen galten für eine sehr lange Zeit als still. In den 1990ern jedoch fanden Biologen heraus, dass diese Tiere in der Lage sind Infraschall-Laute zu produzieren. Seit dieser Entdeckung wurden sechs verschiedene Lauttypen beschrieben. Somit nahm ich Laute von drei verschiedenen Giraffen-Unterarten auf, um festzustellen, ob sich Unterschiede in der akustischen Kommunikation zwischen den einzelnen Unterarten feststellen ließen. Die Datenaufnahmen erfolgten von September 2007 bis Februar 2008 hauptsächlich im Tiergarten Schönbrunn in Wien, Österreich. Ebenso wurden im Zoo Duisburg, Deutschland sowie im Zoo Dortmund, Deutschland jeweils eine andere Giraffen-Unterart akustisch aufgezeichnet. Mittels eines speziellen Schallanalyseprogramms konnten die Aufnahmen analysiert werden. Zusätzlich wurde das Verhalten zwischen dem Muttertier und ihren beiden Kälbern im Wiener Tiergarten Schönbrunn untersucht.Es konnten unter Tiergartenbedingungen im Gegensatz zu den kolportierten Freilandstudien nur sehr wenige Laute aufgenommen werden. Während der ganzen Studienzeit konnten nur Vokalisationen vom adulten Bullen im Tiergarten Schönbrunn verwertet werden. Somit konnte auch kein Vergleich zwischen den Lauten der verschiedenen Unterarten angefertigt werden, da keine brauchbaren Vokalisationen von diesen vorliegen. Die Ergebnisse bezüglich der Interaktionen zwischen dem Muttertier und ihren beiden Jungtieren, sowie die Möglichkeit einer „nursery function“ von der subadulten Kuh im Tiergarten Schönbrunn sind jedoch signifikant.

Summary:

Acoustic communication, particular the vocalization with infrasound and the mother-cub relationship in giraffes (Giraffa camelopardalis) are the focuses of this study. For A long time the giraffe was signed as a silent animal. In the 1990ies some biologists claimed these animals as producing infrasound. Since then at least six loud types were described. So I tried to investigate, if giraffes in three different zoos were communicating also with these loud types and if there were differences in the acoustic communication between t he three subspecies, which I tested. From September 2007 till February 2008 the data recording took place at the Vienna Zoo, Austria, the Zoo Duisburg, Germany, and the Zoo Dortmund, Germany. With a specific analysis program I investigated the audio recordings. Additionally the behavior between the mother and he r two cubs in the Zoo of Vienna were tested. In opposition to my research under zoo conditions t he earlier field studies showed many vocalizations. I only got louds from the male adult giraffe at Vienna Zoo. So the comparison between the subspecies was not able to accomplish, because I recorded no usable vocal communication at the zoos in Germany. However the results of the active and passive behavior between the mother and her cubs and the possibility for a “nursery function” of the adolescent cow from Vienna Zoo are significant.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 06:56

LUGT, VAN DER, A. (2015)

Untersuchungen zur genotypischen Variabilität der Giraffe (Giraffa camelopardalis) in europäischen Zoos.

Investigations of genotypic variability of giraffes (Giraffa camelopardalis) in European zoos.

Masterarbeit

119 Seiten

Fakultät für Biologie und Biotechnologie der Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Evolutionsökologie und Biodiversität der Tiere
Leitung: PD Dr. Kathrin Lampert
36 Zoos in Europa

Ganze Arbeit

Zusammenfassung:

Giraffen repräsentieren eine einzige Art, welche in neun Unterarten unterteilt wird: G. c. angolensis, G. c. antiquorum, G. c. camelopardalis, G. c. giraffa, G. c. peralta G. c. reticulata, G. c. rothschildi, G. c. tippelskirchi und G. c. thornicrofti. Alle Unterarten können anhand ihres charakteristischen Fellmusters unterschieden werden und sind in verschiedenen geographischen Regionen verbreitet. Obwohl Hybridisierungen in ihrem natürlichen Habitat selten sind, kommen sie in der Zootierhaltung häufig vor. Die Haltung von Giraffen in europäischen Zoos wird durch das European Endangered Species Programme (EEP) koordiniert. Die Ziele dieses Zuchtprogrammes sind die Konservierung der Unterarten sowie die Vermeidung von Inzucht und Hybridisierungen. Zu diesem Zweck wird die Abstammung aller Tiere in einem Zuchtbuch erfasst. Aufgrund unvollständiger Daten ist der Unterartstatus einiger Tiere derzeit unbekannt. Demnach können diese Tiere nicht zur Zucht zugelassen werden, weil Hybridisierungen nicht ausgeschlossen werden können. Um Einblicke in den Unterartstatus dieser Tiere zu gewinnen, wurden sie in der vorliegenden Studie genetisch charakterisiert. Insgesamt stellten 26 zoologische Institutionen aus 14 europäischen Ländern Proben zur Verfügung. Es wurden 78 Giraffen untersucht, wobei die Unterart von 27 Tieren unbekannt war. Die übrigen 51 Individuen repräsentierten alle sechs in europäischen Zoos gehaltenen Unterarten G. c. angolensis, G. c. antiquorum, G. c. giraffa, G. c. reticulata, G. c. rothschildi und G. c. tippelskirchi. Zur Zuordnung der Tiere unbekannter Unterart wurden sieben polymorphe Mikrosatelliten untersucht. Anhand von bayesschen Clusteranalysen konnten acht Tiere der Unterart G. c. rothschildi sowie drei Tiere der Unterart G. c. reticulata zugeordnet werden. Bei den übrigen 16 Tieren handelte es sich um Hybride. Durch eine Sequenzanalyse mit dem mitochondrialen Marker D-loop konnte ein phylogenetischer Stammbaum erstellt werden. Dieser ergab für drei Tiere eine eindeutige Zuordnung zu G. c. rothschildi. Anhand der in dieser Studie gewonnenen Resultate können fehlende Daten im Zuchtbuch der Giraffen ergänzt werden. Elf der bislang unbekannten Tiere können in das internationale Zuchtprogramm eingegliedert werden, wohingegen die 16 Hybride weiterhin von der Zucht ausgeschossen werden sollten.

Summary:

Giraffes represent a single species classified into nine subspecies: G. c. angolensis, G. c. antiquorum, G. c. camelopardalis, G. c. giraffa, G. c. peralta G. c. reticulata, G. c. rothschildi, G. c. tippelskirchi and G. c. thornicrofti. Subspecies can be distinguished by their characteristic pelage pattern and are distributed in different geographical regions. Though hybridization is rare in their natural habitat it is common in zoo animal husbandry. Keeping of giraffes in zoos is coordinated by the European Endangered Species Programme (EEP). The aims of this breeding programme are the conservation of subspecies and prevention of inbreeding and hybridization. For these purposes ancestry of all individuals is recorded in a studbook. Due to missing data subspecies of several animals are unknown. Since hybridization cannot be ruled out these animals are not permitted for breeding. To get insights in the subspecies status of these individuals they were genetically characterized in this study. In total, 26 zoological institutes from 14 European countries provided samples. 78 giraffes were analyzed of which the subspecies of 27 individuals was unknown. The other 51 individuals represented six subspecies kept in European zoos: G. c. angolensis, G. c. antiquorum, G. c. giraffa, G. c. reticulata, G. c. rothschildi and G. c. tippelskirchi. Seven polymorphic microsatellites were used for assignment of animals with unknown subspecies. Bayesian clustering analyzes identified eight individuals as G. c. rothschildi and three individuals as G. c. reticulata. 16 individuals were recognized to be hybrids. A phylogenetic tree was constructed from mitochondrial DNA-Sequences of D-loop. Three individuals were assigned to G. c. rothschildi. On the basis of these results missing data can be complemented in the giraffe’s studbook. Eleven of all the previously unknown individuals can be included in the international breeding programme whereas the 16 hybrids should be still excluded from breeding.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 08:47

BEUTH, R. (2015)

Sozialverhalten von Rothschild-Giraffen (Giraffa camelopardalis rothschildi) in Freilandhaltung im Zoo Leipzig.

Social behavior of Rothschild's giraffes (Giraffa camelopardalis rothschildi) in open air enclosure at the Zoo. Leipzig

Bachelorarbeit

48 Seiten

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Zoologisches Institut
Leitung: Dr. Dietmar Weinert, Dr. Peter Fritzsche
Zoo Leipzig GmbH

Ganze Arbeit

Zusammenfassung:

Ziel dieser Arbeit war die Erfassung des Sozialverhaltens der Rothschild-Giraffen (Giraffa camelopardalis rothschildi) im Zoo Leipzig. Die Herde, bestehend aus neun Tieren, wurde dafür über einen Zeitraum von 6 Wochen (15.06.-25.07.2015) in vier verschiedenen Registrierungs-Intervallen auf der Kiwara-Savanne und im Giraffenhaus beobachtet. Auf der weitläufigen Vergesellschaftungsanlage sind die Giraffen täglich von ca. 09:30-17:30 Uhr. In dieser Zeitspanne zeigten sie zwei Aktivitätsmaxima in den zweistündigen Beobachtungsphasen von 10-12 Uhr und 14-16 Uhr und zudem den höchsten Anteil an Sozialverhalten mit 7,7 % im ersten und 6,7 % im zweiten Intervall. Der durchschnittliche Anteil des Sozialverhaltens unterschied sich nicht signifikant zwischen Außenanlage (1,44 ± 0,43 %) und Stallbereich (1,2 ± 0,31 %). Allerdings zeigte sich ein signifikanter Unterschied in der zeitlichen Abhängigkeit des Verhaltens auf der Kiwara-Savanne. Von 10-12 Uhr lag der prozentuale Wert bei 16,06 ± 2,35 % und von 14-16 Uhr bei 9,78 ± 1,1 %.
Die Darstellung des sozialen Netzwerks der Giraffen in einem Sequenzdiagramm veranschaulichte, dass besonders die juvenilen Tiere eine höhere Zahl sozialer Interaktionen aufweisen. Sie zeigten mehr Affiliation, Naso-nasal- und Anogenitalkontrolle verglichen mit den Adulttieren. Gusti wies die maximale Dauer an Allo-grooming auf (88,58 ± 27,69 s).
Ausgehend vom individuellen Folgeverhalten innerhalb der Zuchtgruppe konnte eine strikt lineare Rangordnung mit Max als Alpha- und Geluk als Omega-Tier erstellt werden.
Die Untersuchung des Laktationsverhaltens der Giraffenkühe deutet auf eine kooperative Brutpflege hin, da sie nicht nur ihre eigenen Kälber saugen ließen.
Bei der Auswertung des interspezifischen Verhaltens auf der Freianlage zeigte sich, dass die Giraffen am häufigsten mit Grevy-Zebra (Equus grevyi ) (34 %) und Säbelantilope (30 %) interagieren, gefolgt von Südafrikanischem Blauhals-Strauß (Struthio camelus australis) (25 %), Thomson-Gazelle (Eudorcas thomsonii) (6 %) und Weißnacken-Moorantilope (5 %). Die jüngeren Giraffen zeigten einen höheren Anteil interspezifischen Verhaltens bezüglich Interaktionsvolumen und Anzahl der Interaktionspartner.
Das Topogramm veranschaulichte die individuell unterschiedlichen Aufenthaltsbereiche, abhängig von den präferierten sozialen Interaktionspartnern. Ferner konnte eine inhomogene Nutzung der Gehegefläche dokumentiert werden.
Diese Arbeit entstand in Zusammenarbeit der Arbeitsgruppe „Allgemeine Zoologie – Chrono- und Verhaltensbiologie“ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unter Betreuung von Herrn Dr. Peter Fritzsche aus dem Bereich der Soziobiologie und der Zoo Leipzig GmbH.

Abstract:

The aim of this thesis was the aquisition of Rothschild’s giraffe (Giraffa camelopardalis rothschildi) in the Zoo Leipzig. The herd, consisting of nine individuals, was therefore been observed for a period of 6 weeks (15.06.-25.07.2015) in four different recording intervals on the Kiwara-Savanna and in the giraffe’s stable. The giraffes are on this association compound on a daily basis from ca. 09:30 a.m. to 05:30 p.m. In this time frame there had been two activity maxima in the 2-hour observational time span of 10 a.m.-12 p.m. and 2-4 p.m. and beside the highest amount of social behavior with 7,7 % in the first and 6,7 % in the second interval. The mean proportion of social behavior did not significantly differ between open-air enclosure (1,44 ± 0,43 %) and stable (1,2 ± 0,31 %). Nevertheless there was a significant difference in the time dependence of this behavior on the Kiwara-savanna. From 10 a.m. until 12 p.m. the percentage averaged 16,06 ± 2,35 % and from 2-4 p. m. it amounted 9,78 ± 1,1 %.
The visualization of the giraffe’s social network in a sequence diagram clarified that especially juveniles show a higher number of social interactions. They displayed more affiliation, naso-nasal and anogenital controls compared with the adults. Gusti exhibited the maximum duration of allo-grooming (88,58 ± 27,69 s).
Referring to the individual following behavior within the breeding group there could be complied a linear ranking with Max on the alpha and Geluk on the omega position.
The trial of the lactation behavior of the giraffe cows suggests a cooperative maternal care due to the fact that they didn’t suckle only their own calfs.
The analysis of the giraffe’s interspecific behavior has shown that the herd interacts most with Grevy’s zebra (Equus grevyi ) (34 %) and scimitar oryx (Oryx dammah) (30 %), followed by southern ostrich (Struthio camelus australis) (25 %), Thomson’s gazelle (Eudorcas thomsonii) (6 %) and Mrs. Gray’s waterbuck (Kobus megaceros) (5 %). The younger giraffes exhibited a higher amount of interspecific behavior regarding interaction volume and the number of interaction partners.
The topogram illustrated the individually different locating areas, depending on preferred social interaction partners. Further an inhomogeneous utilization of the enclosure areas could be documented.
This thesis was developed in cooperation with the research group “General Zoology – Chronobiology and Ethology” of the Martin-Luther-University Halle-Wittenberg supervisioned by Dr. Peter Fritzsche from the discipline of sociobiology and the Zoo Leipzig GmbH.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:54

SCHMUCKER, S. S. (2004)

Untersuchungen zur Feinstruktur der oralen Aktivitäten bei Giraffen (Giraffa camelopardalis).

Diplomarbeit

81 Seiten

Math.-Nat. Fakultät, Universität zu Köln
Leitung: Prof. Dr. G. Nogge
Zoo Köln

Zusammenfassung:

Bei Giraffen (Giraffa camelopardalis) in Zoos treten häufig scheinbar funktionslose und in repetitiver Weise ausgeführte Zungenbewegungen auf, die als orale (Verhaltens-) Störungen bezeichnet werden und deren Ursache nicht ausreichend geklärt ist. Häufig werden sie mit einer Störung der Kontrolle der Nahrungsaufnahme erklärt. Die Kontrolle der Nahrungsaufnahme freilebender Giraffen wird durch ein Zusammenspiel verschiedener Regulationsmechanismen gesteuert. In dieser Studie wird angenommen, dass Giraffen ein endogen bedingtes Soll an Fressbewegungen besitzen, das im Freiland eine ausreichenden Aufnahme von Nahrung gewährleistet. Die ausreichende Futteraufnahme bedingt Sättigungssignale, die zu einer Beendigung der Mahlzeit führen. In menschlicher Obhut könnten durch die leichte Zugänglichkeit des Futters Sättigungssignale wie der Pansenfüllstand und/oder chemische Signale einen Stopp der Futteraufnahme auslösen bevor eine ausreichende Anzahl an Fressbewegungen ausgeführt werden kann. Orale Störungen könnten dazu dienen, dieses Defizit an Fressbewegungen auszugleichen. 
Ziel dieser Arbeit war es den Einfluss von ausreichend ausgeführtem Fressverhalten auf die Häufigkeit von oralen Störungen zu untersuchen. In einem quasi-experimentellen Ansatz wurde an fünf Giraffen die Wirkung der Aufnahme unbelaubter Äste im Winter im Gegensatz zu belaubten Ästen im Sommer auf die Tagesaktivität und insbesondere auf die oralen Aktivitäten untersucht.
Es wurden die Zungenbewegungen bei der Aufnahme verschiedener Futtermittel und bei oralen Störungen mit Hilfe von Videoaufnahmen bestimmt. Die Giraffen zeigten beim Fressen von belaubten Ästen eine höhere Anzahl an komplizierten Zungenbewegungen als bei der Aufnahme der meisten anderen Futtermittel. Orale Störungen ähnelten qualitativ und quantitativ der Aufnahme verschiedener Futtermittel. Die Gesamtzungenbewegungen pro Tag unterschieden sich nicht in Winter und Sommer, wohingegen durch die Futteraufnahme bedingte Zungenbewegungen im Sommer zunahmen und Zungenbewegungen durch oralen Störungen abnahmen. Zur Bestimmung der prozentualen anteile der verschiedenen Verhaltensweisen am Tag - insbesondere der Nahrungsaufnahme und der oralen Störungen - wurden in beiden Beobachtungsperioden Aktivitätsbudgets erstellt. Im Sommer konnte bei allen Giraffen eine Abnahme der Anteile von oralen Störungen beobachtet werden. Die prozentuale Anteile an Fressen zeigten im Sommer keine Zunahme. Im Rahmen einer Quantifizierung der Futteraufnahmemenge in beiden Zeiträumen konnte im Sommer eine grössere Aufnahmemenge von Rauhfutter festgestellt werden.
Allgemein deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Giraffen ein endogen bedingtes Soll an Zungenbewegungen aufweisen. In menschlicher Obhut scheint ein Defizit an oralen Aktivitäten aufzutreten, dessen Ausgleich scheinbar durch orale Störungen gelingt. Es kann als wahrscheinlich angesehen werden, dass bei den in Zoos üblichen Fütterungsregimes physiologische Sättigungssignale zu einer frühzeitigen Beendigung der Futteraufnahme führen.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 13:50

SCHAUB, E.D. (2004)

Der Einfluss von Futterrationen mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften auf Futteraufnahme, Verhalten und weitere verdauungsphysiologische Parameter bei Giraffen (Giraffa camelopardalis).

Influence of feedstuffs with different physical properties on diet intake, behaviour and digestive physiology in captive giraffes (Giraffa camelopardalis).

Dr. med. vet. Dissertation

101 Seiten.

Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich, Abteilung für Zoo-, Heim- und Wildtiere
Zoo Basel und weitere Zoos

Zusammenfassung:

Die Fütterung von in Zoologischen Gärten gehaltenen Giraffen (Giraffa camelopardalis) deckt deren physiologische Bedürfnisse zur Zeit nicht. Giraffen sind natürlicherweise Laubfresser, deren Rohfaserbedarf in Zoos im Allgemeinen mit Luzerneheu gedeckt wird. Probleme, welche sich im Zusammenhang mit ernährungsbedingten Defiziten stellen, schließen das perakute Mortalitätssyndrom, geringe Futteraufnahmen, Pansenazidose und orale Stereotypien ein.

In der vorliegenden Arbeit wurde der Einfluss von Laubfütterung auf die Futteraufnahme, die Verdauungsphysiologie und das Verhalten von drei Giraffen untersucht. Dazu wurden im Whipsnade Wild Animal Park in England fünf Fütterungsversuche mit verschiedenen Futtermitteln durchgeführt. Die Futteraufnahme, die Passagerate, die selektive Partikelretention, die Faserverdaulichkeiten, die Kotpartikelgrößen und die Häufigkeit oraler Stereotypien wurden zwischen den Versuchsrationen verglichen. Diese setzten sich aus zwei reinen Luzerneheu-Rationen, die sich in der Sensorik stark voneinander unterschieden, der gängigen Zoodiät (Luzerneheu und pelletiertes Mischfutter ad libitum), sowie zwei Rationen mit steigendem Laubanteil (3 kg, bzw. 6 kg Frischsubstanz Buchenlaub pro Tier und Tag) zusammen.

Die Unterschiede in der Futteraufnahme zwischen den Rationen waren signifikant (p<0.01). Die Futteraufnahmen (in Trockensubstanz) und die Aufnahmen an umsetzbarer Energie erhöhten sich bei Laubfütterung um bis zu 30% verglichen mit der gängigen Zoodiät. Die Passagerate der Partikel verkürzte sich und die Faserverdaulichkeiten reduzierten sich, wenn der Ration Laub hinzugefügt wurde. Entgegen den Erwartungen wurden die Kotpartikel nicht signifikant größer und auch die Häufigkeit des oralen Stereotypierens wurde nicht beeinflusst von der Verfütterung von Laub, das in maulgerechte Stücke zerkleinert wurde.

Abstract:

The feeding of captive giraffes (Giraffa camelopardalis) does not meet their physiological requirements. Giraffes are browsers whose requirements for fibre are usually met by lucerne hay. Problems that could occur in connection with dietary deficiencies include the peracute mortality syndrome, low food intake, ruminal acidosis and oral stereotypies.

The aim of this study was to examine the effect of browse feeding on food intake, digestive physiology and behaviour of three giraffes. Therefore five feeding trials with different feedstuffs were carried out in Whipsnade Wild Animal Park, England. Food intake, passage rate, particle retention, fibre digestibility, faecal particle size and frequency of oral stereotypies were compared amongst the diets. These consisted of two lucerne hays differing in appearance, the conventional zoo-diet (lucerne and a pelleted concentrate food) and two diets with added browse. With the latter two diets each giraffe received 3 kg resp. 6 kg beech-browse per day.

Food intake differed significantly (p<0.01) amongst the diets. Food intake and intake of metabolizable energy increased up to 30% comparing browse feeding to the conventional zoo-diet. Passage rate of particles decreased and fibre was not as good digested when additional browse was fed. Contrary to expectations faecal particle size did not increase and the frequency of oral stereotypies was not affected by the addition of bite-sized browse.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:12

NEUMANN, G. (2002)

Bestimmung von Sexualzyklus und Trächtigkeit mit Hilfe des Nachweises von Gestagenen im Kot von im Zoo gehaltenen Giraffen (Giraffa camelopardalis) und Spitzmaulnashörnern (Diceros bicornis).

Control of oestrus cycle and pregnancy by means of faecal gestagen monitoring in giraffes (Giraffa camelopardalis) and black rhinoceroses (Diceros bicornis) kept in zoological gardens.

Dr. med. vet. Dissertation

158 Seite

Veterinär-Physiologisch-Chemisches Institut der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig
Leitung: Prof. Dr. med. vet. Klaus Eulenberger, Prof. Dr. med. vet. Eberhard Grün
Zoo Leipzig

Link zur ganzen Arbeit

Zusammenfassung:

Da die afrikanischen Spitzmaulnashörner in ihrer Heimat vom Aussterben bedroht sind, besitzt ihre Nachzucht in Zoologischen Gärten große Bedeutung. Zwar sind die Bestände der Giraffen in der Wildnis noch nicht besonders gefährdet, die Verlustrate dieser empfindlichen Tierart in menschlicher Obhut ist jedoch zu hoch. Die Gestagenkonzentrationen im Kot wurden bestimmt, um detailliertere Kenntnisse der Fortpflanzungsphysiologie dieser beiden Spezies, die für eine erfolgreiche Reproduktion notwendig sind, zu erlangen. Die nichtinvasive Methode erwies sich als geeignet zur Überwachung der Fortpflanzung sowohl bei den Giraffen als auch den Spitzmaulnashörnern. Die Gestagenbestimmung im Kot erfolgte in 3 Schritten: Einwiegen des Kotes, Extraktion der Gestagene mit Hilfe von Methanol und ihre Bestimmung mittels Radioimmunoassay.
Im methodischen Teil der Arbeit ergaben sich innerhalb einer Tierart (Giraffen, Spitzmaulnashorn und zusätzlich Damagazellen) nur geringfügige Schwankungen der Trockenmasse des Kotes von maximal 5 %, so dass sich auch bei unterschiedlichem Wassergehalt des Kotes ohne vorherige Trocknung der Proben gut vergleichbare Gestagenwerte in verschiedenen Kotproben der gleichen Tierart ermitteln lassen. Nach 24- bzw. 48-stündiger Lagerung bei Raumtemperatur waren im Kot von Giraffen und Nashörnern die Gestagenwerte im Vergleich zum sofortigen Einfrieren der Proben signifikant erhöht. Bei Nashörnern und Gazellen wurden nach längerer Lagerzeit (1 und 3 Monate) bei – 20 °C keine signifikanten Veränderungen der niedrigen Gestagenkonzentrationen im Kot festgestellt. Im Gegensatz dazu zeigte sich bei Kotproben von Giraffen mit hohen Ausgangskonzentrationen eine signifikante Erniedrigung (durchschnittlich 45 %). Im Vergleich zu einmaligem führte mehrmaliges Auftauen der Proben zum signifikanten Absinken der Gestagenkonzentrationen im Kot von Spitzmaulnashörnern und Gazellen. Im Ergebnis dieser Voruntersuchungen wurde für das weitere Vorgehen eine standardisierte Behandlung der Kotproben bis zur Bestimmung ihrer Gestagenkonzentrationen eingehalten.
Bei 13 Giraffen und 8 östlichen Spitzmaulnashörnern aus 7 deutschen Zoos (insgesamt 2618 Kotproben) erfolgte zwischen 1997 und 2002 eine Zyklus- und/ oder Graviditätsdiagnostik mittels Gestagenbestimmungen im Kot. Dabei zeigten die Konzentrationen an Progesteronmetaboliten im Kot von 6 adulten, ingraviden Giraffen zyklische Schwankungen mit einer Zykluslänge von ca. 14 Tagen. Die Follikelphase dauerte im Mittel 6,9 Tage mit Gestagengehalten von durchschnittlich 259 ± 49 ng/g Kot und die Lutealphase hatte eine Länge von im Mittel 7,6 Tagen bei Konzentrationen an Progesteronmetaboliten von durchschnittlich 1163 ± 223 ng/g Kot. Brunstsymptome und/ oder Paarungen fielen immer mit dem Ende der Lutealphase zusammen. Am Beginn von 8 Graviditäten kam es bei den Giraffen zum Anstieg der Hormonkonzentrationen auf Werte, die auch während der Lutealphase erreicht werden. Danach blieb die Gestagenausscheidung mit dem Kot zwischen der 58. und 1. Woche a. p. auf hohem Niveau. Eine Rückkehr auf Basalwerte, die während der Follikelphase auftreten, erfolgte erst 3 Tage p. p. Nach der Geburt konnten bei einigen Tieren postpartale Östren mit einer kurzfristigen Erhöhung der Hormonausscheidung im Kot festgestellt werden. Bei 7 adulten, ingraviden Spitzmaulnashörnern konnte mit der angewandten Methode kein Sexualzyklus ermittelt werden. Diese Tiere zeigten nur geringe Schwankungen der Gestagenausscheidung auf niedrigem Niveau (im Mittel 74 ± 18 ng/g Kot). Im Rahmen von 4 Graviditäten kam es bei den Spitzmaulnashörnern zunächst zu einer langsamen Erhöhung der Ausscheidung von Progesteronmetaboliten mit dem Kot, gefolgt von einem starken Anstieg ab der 56. Woche a. p. auf maximale Konzentrationen von ca. 674 ng/g Kot zwischen der 40. und 36. Woche a. p. Im weiteren Verlauf der Gravidität schwankten die Gestagengehalte zwischen 450-600 ng/g Kot. Eine Rückkehr auf das Niveau der Gestagenausscheidung von ingraviden Tieren war erst 3 Tage p. p. zu verzeichnen. Durch Festlegung eines Schwellenwertes von 200 ng/g Kot konnte eine Graviditätsdiagnose bei den Spitzmaulnashörnern ab etwa 52 Wochen vor der Geburt erfolgen. Eine Vorhersage des Geburtszeitpunktes war durch die Bestimmung der Gestagene im Kot weder bei Giraffen noch bei Spitzmaulnashörnern möglich.

Abstract:

Since the African black rhinoceros is threatened to become extinct in its homeland, its offspring in zoological gardens possesses great importance. The existence of the giraffe is not yet particularly endangered in the wild, the loss of this sensible species in captivity is however very high. Gestagen concentrations in the faeces were determined in order to get more knowledge on the reproduction physiology of these two species, which is necessary for a successful reproduction. These non-invasive method was shown to be suitable for monitoring of the reproduction both in giraffes and black rhinoceroses. The gestagens in the faeces were analyzed in 3 steps: weighing of faeces specimens, gestagen extraction with methanol and their determination by means of radioimmunoassay.
In the methodical part of the study the dry mass of the faeces showed only small variations up to 5 % within one species (Baringo giraffe, black rhinoceros and also dama gazelle). Thus, it was possible to estimate comparable gestagen levels from several faecal samples within one species without drying, in spite of their different amounts of water. After storage at room temperature for about 24 and/ or 48 hours gestagen concentrations in the faeces of giraffes and rhinoceroses were significantly increased in comparison to samples frozen immediately. After prolonged storage time (1 and 3 months) at – 20 °C no significant changes of low gestagen concentrations were stated in the faeces of rhinoceroses and gazelles. In opposite to this, in the faeces of giraffes with high initial gestagen concentrations a significant decrease (average 45 %) was evident. Repeated thawings of the samples led to a significant dropping of the gestagen levels in the faeces of rhinoceroses and gazelles compared to single thawing. As a result of these preceding investigations a standardized treatment of the faeces samples prior to determination of their gestagen concentrations was observed.
Control of reproduction cycle and pregnancy respectively by means of faecal gestagen monitoring was carried out in a total of 2618 faecal samples of 13 giraffes and 8 eastern black rhinoceroses, collected in 7 German zoos from 1997 to 2002. Concentrations of progesterone metabolites in the faeces of 6 adult, nonpregnant giraffes showed cyclic fluctuations with a cycle length of approximately 14 days. The follicular phase took 6.9 days on an average with a mean gestagen concentration of 259 ± 49 ng/g faeces and the luteal phase had a length of 7.6 days on an average with a mean concentration of 1163 ± 223 ng/g faeces. Oestrus behaviour and/ or mating was observed always at the end of the luteal phase. A rise of hormone concentrations to a level, which is characteristic for the luteal phase, was evident at the beginning of 8 pregnancies in giraffes. Afterwards the excretion of faecal gestagens remained on a high level between week 58th and 1st a. p. Basal values, which are characteristic for the follicular phase, were detected 3 days p. p. After parturition some animals showed oestrus behaviour with a short increase of hormone excretion by the faeces. In 7 adult, nonpregnant black rhinoceroses no reproduction cycle could be ascertained by determination of gestagens in the faeces. Only small fluctuations of the gestagen excretion on a low level (on an average 74 ± 18 ng/g faeces) were evident in these animals. Within 4 pregnancies of black rhinoceroses a slow increase of the excretion of faecal progesterone metabolites could be detected, followed by a massive rise from week 56th a. p. to maximum concentrations of approximately 674 ng/g faeces between week 40th and 36th a. p. In the ongoing pregnancy the gestagen concentrations varied between 450-600 ng/g faeces. A return to the level of the gestagen excretion of nonpregnant animals was noticed 3 days p. p. Diagnosis of pregnancy of black rhinoceroses was possible approximately 52 weeks prior to parturition by defining a threshold value of 200 ng/g faeces. Prediction of the day of delivery by means of gestagen determination in the faeces was neither possible in giraffes nor in black rhinoceroses.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 16:47

EAZA Giraffe EEPs (2006)

EAZA Husbandry and Management Guidelines for Giraffa camelopardalis.

140 Seiten, Abbildungen, Tabellen.
Burgers’ Zoo, Arnhem

 

2.2 Feeding:
https://www.researchgate.net/publication/308063880_Feeding_EAZA_Husbandry_and_Management_Guidelines_for_Giraffa_camelopardalis

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 09:11

RAMSNER, K. (2011)

Untersuchung zur Morphologie des Zehenendorgans der Giraffe (Giraffa camelopardalis, Linnè 1758).

On the morphology of the digital organ of the giraffe (Giraffa camelopardalis, Linnè 1758).

Dissertation, Dr. Med. Vet.

108 Seiten

Department für Pathobiologie (Institut für Anatomie und Histologie) der Veterinärmedizinischen Universität Wien
Betreuer: A. Univ. Prof. Dr. Gerhard Forstenpointner, Department für Pathobiologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien
Tiergarten Schönbrunn, Wien

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Zusammenfassung:

An den 8 Extremitäten zweier Giraffen wurde die makroskopische und mikroskopische Morphologie des Zehenendorgans untersucht. Ergebnisse liegen vor zur Arthrologie des Kron- und Klauengelenkes sowie zur Angiologie und zur Histologie des Zehenendorganes. Im Gegensatz zu anderen Wiederkäuern besitzt die Giraffe ein kräftiges Lig. sesa-moideum distale impar zwischen dem Klauensesambein und dem Klauenbein. Die einen äußerst geräumigen proximopalmaren bzw. plantaren Recessus begrenzende Klauengelenkskapsel weist proximal des Sesambeines eine massive Verdickung auf, die von uns als Sesambeinpolster bezeichnet wurde. Der Ansatz der oberflächlichen Beugesehne wird von einer an der Hinterextremität stärker angelegten bindegewebigen Masse unterlagert, die wir als Kronbeinpolster bezeichnen. Ein echter Kronbeinschenkel der tiefen Beugesehne ist nur an der Hinterextremität erkennbar, an beiden Extremitäten entlässt die Sehne aber elastische Faserzüge in den Sesambeinpolster. Der aponeurotische Ansatz der tiefen Beugesehne verbindet sich mit der massiven, das Ballenkissen umgebenden Bindegewebskapsel. Das Sesambeinpolster setzt sich vor allem aus straffem geflechtartigem kollagenem Bindegewebe zusammen, aus wenigen univakuolären Fettzellen sowie aus sauren Glykosaminoglykanen. Das Ballenkissen der Giraffe besteht aus straffem geflechtartigem kollagenem Bindegewebe, Gewebe mit alzianophiler Matrix, elastischen Fasern, Fettgewebe und lockerem Bindegewebe. Die oberflächliche Zone des Kissens ist durch feine kollagene Faserbündel sowie Gewebsansammlungen mit alzianophiler Matrix gekennzeichnet. Zur tiefen Beugesehne hin formieren sich starke Trabekel mit eingelagerten Fettläppchen. Dese Formation ist im Hinblick auf die extremen mechanischen Belastungen des Ballenkissens der Giraffe zu interpretieren. Während die arterielle Blutversorgung des Zehenendorganes an der Hinterextremität ähnlich wie beim Rind erfolgt, wird die Klaue der Vorderextremität in Analogie zu den Verhältnissen beim Pferd fast ausschließlich von palmar her durch die A. digitalis palmaris communis III versorgt. Der venöse Abfluss des Zehenendorganes erfolgt an der Hinterextremität sowie vorne dorsal ähnlich wie beim Rind, palmar sind jedoch nur die peripheren Vv. digitales palmares communes II und IV angelegt, die aus einer kurzen, zentralen Interdigitalvene hervorgehen.

Summary

Investigations in the macroscopic and microscopic morphology of the digital organ (Organum digitale) were carried out in 8 autopodials of 2 adult giraffes. Evidence was acquired on the arthrology of the pastern and coffin joint and on angiology and histol-ogy of the digital organ.
In contrast to other ruminant species in giraffes a strong Lig. sesamoideum distale impar is present, joining the claw bone with the distal sesamoid. The articular cavity of the coffin joint is characterized by a spacious proximo-palmar/plantar pouch, that is lined by a heavily thickened articular capsule, forming a "sesamoid pad" near its in-sertion on the distal sesamoid. More distinct in the hind limb than in the fore limb, the insertion of the superficial flexor tendon is underlain by masses of connective tissue, forming a "pastern pad". A distinct insertion of the deep flexor tendon on the pastern bone is only discernible on the hind limb, in both limbs, yet, this tendon sends elastic branches to the sesamoid pads. The aponeurotic insertion of the deep flexor tendon is connected with the massive capsule of the cushion pad.
The sesamoid pad mainly consists of mesh-like collagen-fibrous connective tissue, small amounts of univacuolar fat cells and sour glycosaminoglycans. The cushion pad of the giraffe also consists of mesh-like collagen-fibrous connective tissue, tissue with alzianophilic matrix, elastic fibres, fatty layers and loose connective tissue. The superficial layer oft he pad is characterized by thin strands of collagen fibres and al-zianophilic tissue. Near the deep flexor tendon the composition of the pad is domi-nated by thick fibrous trabecles and fatty layers. This formation might be due to the specific pressuere-loading properties of the weight bearing part of the digital organ in giraffes.
While the arterial blood supply of the posterior digital organ is closely similar to bo-vine morphology, the claw of the fore limb almost exclusively,. and similar to equine anatomy, is supplied by the A. digitalis palmaris communis III and its digital branches. The venous drainage of the digital organ on the hind limb and on the dorsal part of the fore limb is similar like in cattle, however, the palmar region is drained only by the abaxial Vv. digitales palmares comm. II and IV that arise from a short, central inter-digital vein.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 12:55

SICKS, F. (2012)

Paradoxer Schlaf als Parameter zur Messung der Stressbelastung bei Giraffen (Giraffa camelopardalis).

Paradoxical sleep as parameter to measure stress in Giraffes (Giraffa camelopardalis).

Dissertation

267 Seiten

Neurobiologie Circadianer Rhythmen, Prof. Dr. G. Fleissner
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
Opel-Zoo Kronberg

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Zusammenfassung:

Das Wohlbefinden von Tieren zu schützen ist im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben. Das Wohlbefinden eines Tieres wissenschaftlich zu bewerten ist jedoch eine bislang ungelöste Herausforderung. Die Biologie nähert sich dem Problem, subjektive Empfindungen eines Tieres objektiv darzustellen, vorrangig über die Messung der Stressbelastung. Die Stressantwort eines Organismus setzt sich allgemein aus einer Kombination von vier Systemen zusammen: einer Verhaltensreaktion, einer Antwort des vegetativen Nervensystems, einer neuroendokrinen Antwort und einer Immunantwort. Der in Zoologischen Garten am häufigsten untersuchte Parameter zur Messung der Stressbelastung ist die Analyse der Cortisolmetaboliten-Konzentration im Kot der Tiere. Da jedoch nicht in jeder Stresssituation das „Stresshormon“ Cortisol ausgeschüttet wird, ist es für eine exakte Bewertung der Stressbelastung notwendig, weitere Systeme der Stressantwort wie beispielsweise das Verhalten zu erfassen. Die Chronoethologie verfolgt diesen Ansatz, indem sie Änderungen des Zeitmusters im Verhalten eines Tieres als Antwort auf Veränderungen in der Umwelt oder eines endogenen Faktors erfasst und diese nach Kriterien derBefindlichkeit bewertet. Hier konnte zukünftig das Schlafverhalten eine herausragende Stellung einnehmen, da es von allen vier oben genannten Stressantwortsystemen beeinflusst wird. Zudem wird aus der medizinischen Schlafforschung berichtet, dass sich insbesondere die Dauer, die ein Organismus im Paradoxen Schlaf (PS) verbringt, durch Stress verändert. Dennoch fand das Schlafverhalten zur Messung der Stressbelastung bei Zoo- und Wildtieren bislang kaum Beachtung.

Ziel dieser Arbeit war es daher, die Anwendbarkeit des Paradoxen Schlafs als Parameter zur Messung der Stressbelastung bei Zoo- und Wildtieren zu erforschen, um letztlich die Beurteilung des Wohlbefindens von Tieren weiter zu objektivieren. Aufgrund ihrer einzigartigen Schlafstellung während des PS sowie ihrer hohen Sensibilität gegenüber Umweltveränderungen wurde die Giraffe (Giraffa camelopardalis) als Modelltier für diesen non-invasiven Forschungsansatz gewählt. Im Rahmen der Arbeit wurde in 9.675 nächtlichen Beobachtungsstunden (645 Nachten) das Schlafverhalten von 17 Giraffen unterschiedlichen Alters und Geschlechts beobachtet und analysiert. Um stressbedingte Veränderungen im PS-Muster erkennen zu können, wurden die Giraffen zunächst unter „Normalbedingungen“ beobachtet, um hieraus Referenzwerte zu generieren. Anschließend wurden unterschiedliche als stressintensiv einzustufende Situationen wie Nahrungsmangel, Transport, Veränderungen in der Herdenstruktur, Auswirkungen einer Geburt auf das Muttertier sowie verschiedene singuläre Ereignisse hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das PS-Muster der Giraffen untersucht und den Referenzwerten gegenübergestellt.

Um die Methode der Schlafbeobachtung als Parameter der Stressbelastung zu validieren, wurde zusätzlich ein bei Wiederkauern etablierter, bereits genannter Stress-Parameter eingesetzt: die Messung der Cortisolmetaboliten Konzentration im Kot mit Hilfe eines Enzymimmunoassays. Diese Methode wurde hier erstmalig an Giraffen angewendet. Durchschnittlich hielt eine Giraffe unter Normalbedingungen 27 Minuten pro Nacht paradoxen Schlaf. Dabei war die nächtliche PS-Dauer in hohem Maße vom Alter abhängig. Während juvenile Giraffen im Mittel 63 Minuten PS pro Nacht aufwiesen, verbrachten gealterte Giraffen nur 4,5 Minuten pro Nacht in der PS-Stellung. Infolge eines Stressors veränderte sich die PS-Dauer der Tiere: So zeigten alle vier transportierten Giraffen in den ersten Nachten nach ihrem Transport keinen PS oder stark reduzierte PS-Zeiten. Parallel erhöhte sich nach dem Transport die Cortisolmetaboliten-Konzentration im Kot aller Giraffen für mehrere Tage. Auch die untersuchten Veränderungen in der Herdenstruktur hatten in den meisten Fällen signifikante Veränderungen der PS-Dauer zur Folge. Die stärkste im Rahmen dieser Arbeit beobachtete Veränderung des Schlafverhaltens bewirkte der Tod eines Giraffenbullen: Die adulte Giraffenkuh Jaqueline hielt in der Folge für eine Dauer von 21 Tagen keinen paradoxen Schlaf mehr. Ihre Cortisolmetaboliten-Konzentration im Kot stieg nach dem Tod des Bullen hingegen nicht an. Die beobachteten Giraffenmutter zeigten nach der Geburt ihrer jeweiligen Jungtiere ebenfalls eine reduzierte PS-Dauer. Hingegen hatten neugeborene Giraffen, die an Nahrungsmangel litten und innerhalb weniger Tage verstarben, eine höchst signifikant längere PS-Dauer als gleichalte Jungtiere, die überlebten. Wahrend bei Nahrungsknappheit eine erhöhte PS-Dauer, wie sie bei den im folgenden verstorbenen Jungtieren beobachtet wurde, helfen kann Energie zu sparen, ist eine Reduktion der PS-Dauer, wie sie als Antwort auf die meisten anderen Stressoren beobachtet wurde, als Resultat erhöhter Aufmerksamkeit zu interpretieren, wie sie im Zuge der Feindvermeidung in Stress-Situationen sinnvoll ist. Zusammenfassend lasst sich feststellen, dass die PS-Dauer im Gegensatz zur Cortisolmetaboliten-Konzentration von allen beobachteten Stressoren beeinflusst wurde. Dabei veränderte sich die PS-Dauer in Abhängigkeit des jeweiligen Stressors graduell unterschiedlich, was Ruckschlusse auf die Intensität des Stressors ermöglicht. Weiterhin wird eine hohe Sensibilität des Parameters PS-Dauer durch dessen in Folge eines Stressors beobachtete bi-direktionale Veränderlichkeit begünstigt.

Der Paradoxe Schlaf ist infolge dieser Ergebnisse hervorragend als Parameter zur Messung der Stressbelastung bei Giraffen geeignet. Die Analyse des Paradoxen Schlafs kann dabei helfen, die Auswirkungen von subjektiv als stressintensiv oder stressarm eingestuften Situationen auf das Wohlbefinden eines Tieres objektiv zu bewerten. Darüber hinaus ermöglicht die kontinuierliche Überwachung des PS-Musters, z.B. mit Hilfe moderner Videosoftware, Beeinträchtigungen des Wohlbefindens, wie sie beispielsweise durch Unterernährung, Verletzung oder Krankheit hervorgerufen werden, frühzeitig zu erkennen, was ein zeitnahes Eingreifen zum Wohle des Tieres möglich macht.

Abstract:

The well-being of animals is established in the German constitution. To evaluate well-being of an animal scientifically is a not yet solved challenge. The biology tries to solve this problem by describing subjective perceptions of an animal objective while measuring stress. The stress reaction of an organism is composed of four systems: behavioral reaction, response of autonomic nervous system, neuroendocrine response and immune reaction. In often in zoo used parameter to measure stress is the analysis of Cortisol-metabolite concentration in animal feces. Not each stressful situation causes the release of the stress hormone Cortisol. For an accurate evaluation of stress it is necessary to acquire additional data of the other stress reaction systems, for example behavior. Chronoethology traces this approach, while changes of the behavioral pattern caused by changes in environment or endogenous factors were recorded and evaluated according to criteria of well-being. The sleeping behavior could be of outstanding importance, because it is influenced by all four stress response systems. Furthermore there are reports from the medical sleep research that an organism reduces the duration of paradoxical sleep (PS) when it is stressed. 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx