Mittwoch, 12 August 2020 15:58

Iberischer Wasserfrosch

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 Neue Tierart

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Eigentliche Frösche (Ranidae)

D LC 650

Iberischer Wasserfrosch

Pelophylax perezi • Iberian Waterfrog • La grenouille de Pérez

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Iberischer Wasserfrosch (Pelophylax perezi) im Botanischen Garten "Botanicactus", Ses Salines, Mallorca © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Iberischen Wasserfroschs (Pelophylax perezi)) - Dunkelblau autochthone, dunkelgrün eingeführte Populationen. Nicht eingetragen sind die Inseln im Nordost-Atlantik

 

 

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Iberischer Wasserfrosch (Pelophylax perezi) im Botanischen Garten "Botanicactus", Ses Salines, Mallorca © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Iberischer Wasserfrosch (Pelophylax perezi) im Botanischen Garten "Botanicactus", Ses Salines, Mallorca © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Kaulquappe des Iberischen Wasserfroschs (Pelophylax perezi) im Río Ubierna bei Burgos © David Perez. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 3.0 nicht portiert“-Lizenz.

 

 

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Metamorphosierende Kaulquappe des Iberischen Wasserfroschs (Pelophylax perezi) im Río Boeza,Nähe San Román de Bembibre, León © David Perez. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 3.0 nicht portiert“-Lizenz.

 

 

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Bei den Grün- oder Wasserfröschen handelt es sich um einen Artkomplex, zu dem bei uns See-, Teich- und Tümpelfrosch gehören, der aber noch 19 weitere Arten umfasst. Eine davon  ist der Iberische Wasserfrosch, der lange als Unterart von Pelophylax ridibundus angesehen wurde. Da er sich für den normalen Zoobesucher nicht von einheimischen Grünfröschen unterscheidet und er nicht gefährdet ist, ist außerhalb der Ibischen Halbinsel das Interesse, ihn  zu zeigem, kaum vorhanden.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Iberische Wasserfrosch kann leicht mit anderen Wasserfröschen der Gattung Pelophylax verwechselt werden. Er erreicht normalerweise eine Kopf-Rumpflänge von 40-70 mm, einzelne Exemplare können aber länger als 10 cm werden. Männchen sind kleiner als Weibchen und haben kräftigere Vorderbeine. Sie haben graue Schallblasen. Der Durchmesser des Trommelfells entspricht etwa der Hälfte bis Dreiviertel des Augendurchmessers. Die Schwimmhäue sind gut entwickelt. Die Haut ist glatt oder leicht rauh mit sehr variabler Färbung und Zeichnung. Die Grundfarbe des Rückens ist meist grün, kann aber auch braun, gräulich oder dunkelgrau sein. Der Bauch ist weißlich mit einer variablen Anzahl dunkler Flecken [2].

Verbreitung

Europa: Süd- und Südwestfrankreich, Portugal, Spanien. Eingeführt auf Mallorca und Menorca, den Kanaren, Madeira, den Azoren und an zwei Orten in England [3].

Lebensraum und Lebensweise

Lebensraumansprüche: Der Iberische Wasserfrosch besiedelt permanente, stehende Süß- und Brackwasser-Gewässer vom Tiefland bis auf eine Höhe von 2'380 m. Als Kulturfolger nutzt er auch stark verschmutzte Gräben sowie Reisfelder [3; 4].

Biologie: In kühleren Gegenden kann der Iberische Wasserfrosch eine Winterruhe durchmachen, meistens ist er aber das ganze Jahr über aktiv. Er ist ein opportunistischer Jäger der Wirbellose aller Art und gelegentlich kleinere Wirbeltiere frisst. Auch Kannibalismus kann vorkommen. Die Gelege umfassen 800-10'000 pigmentierte, 1-2 mm große Eier, die  in Ballen in stehenden Gewässern abgelegt werden. Die normalerweise 60-70, maximal 111 mm großen Kaulquappen metamortphosieren nach 2-4 Monaten zu 18-25 mm großen Jungfröschen [2; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde 2009 als nicht-gefährdet (LEAST CONCERN) in die Rote Liste aufgenommen, weil sie eine weite Verbreitung und einen mutmaßlich großen, stabilen Bestand hat. Dies wurde im Rahmen einer Neubeurteilung im Jahr 2020 bestätigt, obwohl der Bestandstrend nach unten zeigt. In Frankreich wird sie gebietsweise durch den Seefrosch (Pelophylax ridibundus) verdrängt [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt. Der Iberische Wasserfrosch fällt unter Anhang III des Berner Übereinkommens über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume sowie unter Anhang V der FFH-Richtlinie (92/43/EWG).

Bedeutung für den Menschen

Wie andere Arten des Rana esculenta-Komplexes wird der Iberische Wasserfrosch zwecks Gewinnung von Froschschenkeln gefangen [3].

Haltung

Der Iberische Wasserfrosch kann in einem geräumigen Aqua-Terrarium bei Temperaturen von 20-30ºC gut gehalten werden [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur selten in europäischen Einrichtungen gezeigt, gegenwärtig (2020) aussschließlich in Spanien und Portugal. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Iberische Wasserfrosch wurde 1885 von dem spanischen Arzt und Naturforscher Víctor LÓPEZ-SEOANE als "Rana perezi" erstmals in gültiger Form wissenschaftlich beschrieben. In der Folge wurde er lange als Unterart von Rana ridibunda eingestuft. Heute wird als Gattungsname für die europäischen Wasserfrösche der vom österreichischen Zoologen Leopold FITZINGER 1843 verliehene Namen Pelophylax als korrekt angesehen. Die Bezeichung "Rana" ist allerdings noch häufig anzutreffen [1; 2].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. IUCN SSC AMPHIBIAN SPECIALIST GROUP (2020). Pelophylax perezi. The IUCN Red List of Threatened Species 2020: e.T58692A89704409. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2020-3.RLTS.T58692A89704409.en . Downloaded on 19 December 2020.
  4. HERRMANN, H. J. (2005)

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Dienstag, 19 Dezember 2017 16:32

HEYER, W. R. (1969)

Studies on Frogs of the Genus Leptodactylus (Amphibia , Leptodactylidae). V. Taxonomic Notes on L. latasinus, rhodonotus, romani and wuchereri.

Herpetologica 25 (1): 1-8. April 1969.

Volltext (PDF)

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Dienstag, 28 November 2017 22:05

Seefrosch

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Eigentliche Frösche (Ranidae)

D LC 650

Seefrosch

Rana ridibunda = Pelophylax ridibundus • The Marsh Frog • La grenouille rieuse

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Seefrosch (Rana ridibunda) im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Seefroschs (Pelophylax ridibundus) - Dunkelblau autochthone, rot eingeführte / eingeschleppte Populationen

 

 

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Seefrosch (Rana ridibunda) © Axel Gebauer, ehem. Naturschutz-Tierpark Görlitz

 

 

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Rufender Seefrosch (Rana ridibunda) © Axel Gebauer, ehem. Naturschutz-Tierpark Görlitz

 

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Tiefgekühlte und wieder aufgetaute Froschchenkel, möglicherweise von einer asiatischen Art. Bild aus Internetauftritt Toupargel

 

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Kamasutra des grenouilles, un bestiaire érotique de Tomi Ungerer. Édition des Musées de Strasbourg (2015)

 

 

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Bei den Grün- oder Wasserfröschen handelt es sich um einen Artkomplex, der, nebst dem Seefrosch (Rana ridibunda) aus dem Teich-und dem Tümpelfrosch (Rana esculenta / lessonae) sowie weiteren Arten besteht. Diese in Mitteleuropa heimischen Frösche sind aus verschiedenen Gründen von zoopädagogischem Interesse und haben den Vorteil, als tagaktive und an das Wasser gebundene Arten während eines großen Teils des Jahres für das Publikum sicht- und hörbar zu sein

Körperbau und Körperfunktionen

Die Weibchen des Seefroschs erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 12-15 cm, die Männchen von 10 cm. Der Kopf läuft spitz zu, das Auge hat eine goldgelbe Iris mit dunkler Pigmentierung und eine waagerechte Pupille, das kreisrunde Trommelfell ist gut sichtbar, die paarigen äußeren Schallblasen der Männchen sind dunkelgrau. Rücken und Flanken sind durch Drüsenleisten getrennt. Die Beine sind sehr lang und muskulös, die Schwimmhäute an den Hinterfüßen gut ausgebildet, der innere ist Fersenhöcker flach und niedrig. Die Haut ist körnig. Die Grundfarbe der Oberseite ist variabel, grau, grün oder olivfarben, Rücken und Flanken sind dunkelbraun oder olivfarben gefleckt, die Schenkel gebändert. Häufig hat es einen gelben Längsstreifen auf der Rückenmitte. Die Bauchseite ist meist grau marmoriert. Die Männchen haben Brunstschwielen an den Daumen [4; 8; 9; 10].

Verbreitung

Europa: Armenien, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Moldawien, Montenegro, Niederlande, Nordmazedonien, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Weißrussland. Wiederangesiedelt in England, angesiedelt in Spanien. Ausgestorben in Estland; eingeführt in Belgien, Italien, Großbritannien, Schweiz, Spanien.
Asien: Afghanistan, Bahrain, China, Iran, Irak, Kasachstan, Kirgistan, Saudi Arabien, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan [7].

Lebensraum und Lebensweise

Lebensraumansprüche: Gut besonnte, stehende Gewässer jeglicher Größe mit dichter Vegetation. Grünfrösche bleiben den ganzen Sommer im Wasser und überwintern im Gewässer oder in dessen unmittelbarer Nähe [8].

Biologie: Bestes Unterscheidungsmerkmal gegenüber den anderen Wasserfröschen ist die Stimme: Der Paarungsruf des Seefroschs ist ein lautes Keckern, das an das Meckern einer Ziege erinnert, währenddem die Wasserfrösche schnarren. Der Seefrosch ist ganzjährig ans Wasser gebunden und verbringt den Winter am Gewässergrund. Im Gegensatz zu anderen Fröschen frisst er auch unter Wasser. Die Paarungszeit hat ihren Höhepunkt im Mai oder Juni. Die Männchen finden sich dabei zu Rufgemeinschaften zusammen und veranstalten "Froschkonzerte". Bei der Paarung legen die Weibchen bis zu 16'000 bräunliche, 1.5-2 mm große Eier in mehreren Eiballen ab, die jeweils einige Hundert Eier enthalten, die je nach Temperatur nach 5-23 Tagen zum Schlupf kommen. Nach 8-16 Wochen wandeln sich Ende Juli die ersten Kaulquappen zu Jungfröschen um [5; 8].

Gefährdung und Schutz

Der Seefrosch ist nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2008 weltweit nicht gefährdet. In Deutschland gilt er als gefährdet. In Österreich fehlt er im Vorarlberg, im Tirol gilt er als bedroht. In der Schweiz und in Liechtenstein wurde der Seefrosch eingeschleppt und verhält sich invasiv [6; 7; 8].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt. Der Seefrosch ist nicht in den Anhängen der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) aufgeführt.

Praktische Schutzmaßnahmen: Erhaltung und Unterhalt der Laichgewässer, Schaffen von neuen Gewässern, jedoch Verhindern der Ausbreitung im Areal von Wasser- und Kleinem Wasserfrosch.

Bedeutung für den Menschen

Wie die anderen Arten des Rana esculenta-Komplexes hat der Seefrosch eine erhebliche wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung.

Büdingen und seine "Frääsch"

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 20 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich ein paar wenige im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe ZootierlisteIn manchen Zoos gibt es wildlebende Populationen.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Etliche Autoren stellen die europäischen Wasserfrösche unter dem vom österreichischen Zoologen Leopold FITZINGER 1843 verliehenen Namen Pelophylax in eine eigene Gattung [1] innerhalb derer mittlerweile (Ende 2017) 26 Arten unterschieden werden. Dabei handelt es sich zum Teil um Komplexe nah verwandter Arten bzw. Mischformen. Der Teichfrosch ist ein Hybrid oder Bastard zwischen dem Kleinen Wasserfrosch und dem Seefrosch, wobei neuerdings auf der Grundlage molekularbiologischer Beurteilungen davon ausgegangen wird, dass am mitteleuropäischen Artenmix weitere, aus Süd- oder Osteuropa eingeschleppte Formen beteiligt sind. In Deutschland und Österreich gibt es, neben Hybridpopulationen, den Seefrosch gebietsweise in reinen Beständen [2; 3].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. DUBEY, S., LEUENBERGER, J. PERRIN, N. (2014)
  4. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  5. HERRMANN, H. J. (2005)
  6. KÜHNIS, J. (2011)
  7. KUZMIN, S. et al. (2009). Pelophylax ridibundus. The IUCN Red List of Threatened Species 2009: e.T58705A11825745. http://www.iucnredlist.org/details/58705/0. Downloaded on 27 November 2017.
  8. MEYER, A., ZUMBACH, S., SCHMIDT, B. & MONNEY, J.-C. (2009)
  9. NIETZKE, G. (1969)
  10. O'SHEA, M. & HALLIDAY, T. (2002)

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Dienstag, 28 November 2017 10:39

OHLER, A. & DELORME, M. (2006)

Well known does not mean well studied: Morphological and molecular support for existence of sibling species in the Javanese gliding frog Rhacophorus reinwardtii (Amphibia, Anura)

Comptes Rendus. Biologies. Paris 329: 86–97.. DOI: 10.1016/j.crvi.2005.11.001

Abstract:

Morphological, morphometrical and molecular data support the existence of two sibling species in the taxon previously known as Rhacophorus reinwardtii. The two species can be distinguished by the coloration pattern of webbing, the size of adult specimens and the relative size of various morphometric characters. This long and commonly known taxon should be separated into two species. As a consequence, the conservation status of the new species Rhacophorus kio n. sp. as well as of the redefined species Rhacophorus reinwardtii must be re-evaluated and, considering the new distribution data and the particular ecological demands, both species should be considered as 'endangered'.

Well known does not mean well studied: Morphological and molecular support for existence of sibling species in the Javanese gliding frog Rhacophorus reinwardtii (Amphibia, Anura).

Available from: https://www.researchgate.net/publication/7334983_Well_known_does_not_mean_well_studied_Morphological_and_molecular_support_for_existence_of_sibling_species_in_the_Javanese_gliding_frog_Rhacophorus_reinwardtii_Amphibia_Anura [accessed Nov 28 2017].

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Montag, 27 November 2017 14:22

DUBEY, S., LEUENBERGER, J. PERRIN, N. (2014)

Multiple origins of invasive and ‘native’ water frogs (Pelophylax spp.) in Switzerland.

Biological Journal of the Linnean Society. 112. DOI: 10.1111/bij.12283

Abstract:

The marsh frog (Pelophylax ridibundus) has been introduced in many areas in Central and Western Europe as a result of commercial trade with Eastern Europe, and is rapidly replacing the native pool frog (P. lessonae). A large number of Pelophylax species are distributed in Eastern Europe and the strong phenotypic similarity between these species is rendering their identification hazardous. Consequently, alien populations of Pelophylax might not strictly be composed of P. ridibundus as previously suspected. In the present study, we analysed the cytochrome-b and NADH dehydrogenase subunit 3 genes of introduced and native Pelophylax species from Switzerland (299 individuals) in order to properly identify the source populations of the invaders and the genetic status of the native species. Our study highlighted the occurrence of several genetic lineages of invasive frogs in western Switzerland. Unexpectedly, we also showed that several populations of the native pool frog (P. lessonae) cluster with the Italian pool frog P. bergeri from central Italy (considered by some authors as a subspecies of P. lessonae). Hence, these populations are probably also the result of introductions, meaning that the number of native P. lessonae populations is fewer than expected in Switzerland. These findings have important implications concerning the conservation of the endemic pool frog populations, as the presence of multiple alien species could strongly affect their long-term subsistence.

Multiple origins of invasive and ‘native’ water frogs (Pelophylax spp.) in Switzerland.

Available from: https://www.researchgate.net/publication/261675084_Multiple_origins_of_invasive_and_%27native%27_water_frogs_Pelophylax_spp_in_Switzerland [accessed Nov 27 2017].

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Montag, 27 November 2017 08:56

DUBOIS, A. (1992)

Notes sur la classification des Ranidae (Amphibiens anoures).

Bulletin Mensuel de la Société Linnéenne de Lyon 61: 305–352.

PDF: http://www.persee.fr/doc/linly_0366-1326_1992_num_61_10_11011

Dubois Ranidae

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Larval development, stages and an international comparison of husbandry parameters of the Vietnamese Mossy Frog
Theloderma corticale (Boulenger, 1903) (Anura: Rhacophoridae).

Asian Journal of Conservation Biology, December 2012. Vol. 1 No. 2, pp. 51-66. ISSN 2278-7666.   

Abstract:

We describe the larval development and stages of the locally threatened Vietnamese Mossy Frog Theloderma corticale, which is endemic to northern Vietnam. Diagnostic morphological characters are provided for Gosner (1960) larval stages 1-46. This is to our knowledge the first larval staging for the rhacophorid anuran genus Theloderma in general. As guideline for further breeding engagement with Theloderma representatives in an international scale, based on the species T. corticale as husbandry analogue, we further oppose larval development, captive reproduction and husbandry management both achieved under tropical conditions at the Amphibian breeding station of the Institute of Ecology and Biological Resources in Hanoi (Vietnam), and in Europe, at the amphibian breeding unit at Cologne Zoo (Germany). Observed ovipositions at Cologne Zoo took place from March to September and were initiated after increase of temperatures and humidity (increased spraying) subsequent to a hibernation phase in combination with raised water levels. The developmental time observed for T. corticale  at 20°C was about 4.5 months. For providing a recent captive management overview, we furthermore compare our husbandry experiences and data on the reproductive biology of T. corticale  with data from the literature.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 21:16

HERRMANN H.-J. (2001)

Terrarienatlas Bd. 2. Frösche.

1099 Seiten, über 2000 Farbfotos
Mergus Verlag, Melle. ISBN 3-88244-073-2.

Verlagstext:

Der Froschatlas ist derzeit das umfassendste Werk über Frösche. Die berüchtigten knallbunten Pfeilgiftfrösche, beliebten Laubfrösche. skurilen Kröten und viele andere farbenfrohe Froschlurche werden gezeigt und beschrieben. Nicht nur für Terrarianer. Auch der Frosch- und Naturliebhaber wird dauerhafte Freunde an diesem reichhaltig ausgestatteten Band haben. Dieser zweite Band des Terrarien-Atlanten stellt folgende Familien der Froschlurche vor: Echte Kröten (Bufonidae), Baumsteiger (Dendrobatidae), Laubfrösche (Hylidae), Glasfrösche (Centrolenidae), Südfrösche (Leptodactylidae), Australienfrösche (Myobatrachidae), Riedfrösche (Hyperoliidae), Ruderfrösche (Rhacophoridae), Madagaskarfrösche (Manteliiidae), Echte Frösche (Ranidae), Engmaulfrösche (Microhylidae) und Nasengrabfrösche (Nasikabatrachidae). Besonders bemerkenswert sind die 2.000, darunter viele bisher unveröffentlichten Farbfotos. In jahrelanger Kleinarbeit wurden Daten über Lebensweise, ökologische Ansprüche, Fortpflanzungsbiologie und die Pflege vieler Arten zusammengetragen. Es gibt weltweit kein vergleichbares Buch, nirgendwo werden mehr Arten von Froschlurchen in Kurzporträts und Farbfotos vorgestellt.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 16:27

Grasfrosch

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Eigentliche Frösche (Ranidae)

D LC 650

Grasfrosch

Rana temporaria • The Grass Frog • La grenouille rousse

Der Grasfrosch ist Lurch des Jahres 2018

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Grasfrosch (Rana temporaria) © Axel Gebauer, ehemals Naturschutz-Tierpark Görlitz

 

 

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Approximative Verbreitung des Grasfroschs (Rana temporaria)

 

 

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Grasfrosch (Rana temporaria) und Laichballen in Außenweiher des Aquazoos Düsseldorf © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Grasfrosch (Rana temporaria) im Naturlehrgebiet Ettiswil © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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"Thaufrosch (Rana temporaria)". Bild aus aus Brehms Thierleben (1882-1887).

 

 

Weitere Bilder auf BioLib

 

Der einheimische Grasfrosch gehört bei uns zu den häufigsten und im Prinzip  nicht gefährdeten Amphibienarten. Er ist in etlichen Zoos zu sehen, allerdings nicht ganz so häufig wie die Wasserfrösche.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Kopf-Rumpflänge des Grasfroschs beträgt 9-10(-11) cm, Männchen sind tendenziell kleiner. Der Kopf ist relativ kurz, die Schnauze abgerundet, das Auge hat eine waagerechte Pupille, das kreisrunde Trommelfell ist sehr deutlich zu sehen. Die Hinterbeine sind eher kurz. Die Schwimmhäute sind mäßig entwickelt. Die Haut ist glatt oder mit kleinen Warzen versehen. Ein schwarzer Streifen verläuft von der Nase über Auge und Trommelfell bis zum Kopfende. Die Beine sind quergestreift.  Ansonsten ist die Färbung sehr variabel, meist braun, mit oder ohne schwarze Punkte. Die Arme der Männchen sind kräftiger als jene der Weibchen. Zur Paarungszeit entwickeln sie auf den ersten Fingern braune oder schwarze Brunstschwielen. Sie haben keine äußeren Schallblasen [8; 9; 10].

Verbreitung

Europa : Albanien, Andorra, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Liechtenstein, Luxemburg, Mazedonien, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich. Poland, Rumänien, San Marino, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Weißrussland [2; 7].

Lebensraum und Lebensweise

Lebensraumansprüche: Als sehr häufige Art kommt der Grasfrosch in Mitteleuropa fast flächendeckend vor und nutzt unterschiedlichste Lebensräume bis auf eine Höhe von über 2700 m. Gemieden werden nur Trockenstandorte und strukturarme, intensiv genutzte Agrarflächen. Als Laichgewässer kommen fast alle Stillgewässer in Frage, sofern sie nicht zu viele Fische aufweisen.

Biologie: Grasfrösche sind überwiegend nachtaktive Landbewohner, die sich, im Gegensatz zu den Wasserfröschen, nicht lautstark gebärden. Erwachsene Grasfrösche kehren zur Fortpflanzung in der Regel in ihr Laichgewässer zurück.  BREHM berichtet dazu: "Er ist der erste von allen Froschlurchen, welcher aus dem Winterschlafe erwacht und zum Vorscheine kommt, paart sich, noch ehe die Gewässer frei vom Eise geworden, und seine Eier sind bereits ausgeschlüpft, bevor ein anderer Verwandter die seinigen gelegt hat; auch seine Larven entwickeln sich schneller als die anderer Frösche, und so wird es ihm möglich, noch in solchen Gegenden dauernd sich anzusiedeln, in denen der Sommer bloß wenige Wochen währt, wie beispielsweise in der Höhe jener Alpenseen." Die  Laichwanderung konzentriert sich meist auf wenige Nächte. Laichzeit ist bei uns hauptsächlich März-April. Das Weibchen legt 650-4'500 schwarze, 1,7-2.8 mm große Eier in großen Ballen ab. Nach der Eiablage verlässt es das Laichgewässer, währenddem die paarungsbereiten Männchen manchmal mehrere Wochen dort verharren. Die Larven schlüpfen auch bei tiefen Temperaturen bereits nach 8-14 Tagen. Sie kommen je nach Temperatur nach sieben bis zwölf Wochen zur Metamorphose. Frisch metamorphosierte Jungtiere haben eine Länge von 10-16 mm. Sie verlassen sofort das Wasser und suchen Landlebensräume auf, wobei sie oft über einen Kilometer zurücklegen. Nach der zweiten oder dritten Überwinterung wandern die inzwischen geschlechtsreifen Tiere zum Laichgewässer, in dem sie auch überwintern, wenn sie es im Herbst erreichen [3; 4; 5; 8].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2008 weltweit nicht gefährdet [7]. In Deutschland ist der Grasfrosch nicht gefährdet oder auf der Vorwarnliste, außer in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo er als gefährdet gilt. In allen Bundesländern Österreichs gefährdet, in der Schweiz und in Liechtenstein nicht gefährdet (LEAST CONCERN) [6; 8].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt. Der Grasfrosch ist auch nicht in den Anhängen der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) aufgeführt.

Bedeutung für den Menschen

Der Grasfrosch wird gebietsweise zur Gewinnung von Froschschenkeln genutzt [4].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in gegen 30 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. In manchen Zoos gibt es wildlebende Populationen.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Grasfrosch wurde 1758 von Carl von LINNÉ unter seinem noch heute gültigen Namen beschrieben [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THR WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. BREHM, A. E. (1882-1887)
  4. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  5. HERRMANN, H. J. (2005)
  6. KÜHNIS, J. (2011)
  7. KUZMIN, S. et al. (2009). Rana temporaria. (errata version published in 2016) The IUCN Red List of Threatened Species 2009: e.T58734A86470817. http://www.iucnredlist.org/details/58734/0. Downloaded on 15 December 2017.
  8. MEYER, A., ZUMBACH, S., SCHMIDT, B. & MONNEY, J.-C. (2009)
  9. NIETZKE, G. (1969)
  10. O'SHEA, M. & HALLIDAY, T. (2002)

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:07

Wasserfrösche

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Eigentliche Frösche (Ranidae)

D LC 650

Wasserfrösche

Rana esculenta = Pelophylax esculentus • The Edible Frog • La grenouille verte
Rana = Pelophylax lessonae • The Pool Frog • La grenouille de Lessona

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Kleiner Wasserfrosch (Rana lessonae, ev. R. lessonae X R. bergeri) in der Radelfinger Au, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung von Wasserfrosch und Kleinem Wasserfrosch (Rana esculenta / lessonae) dunkelblau sowie des Italienischen Wasserfroschs (Rana bergeri) rot

 

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Kleiner Wasserfrosch (Rana lessonae) © Axel Gebauer, ehem. Naturschutz-Tierpark Görlitz

 

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Rufender Kleiner Wasserfrosch (Rana lessonae) © Axel Gebauer, ehem. Naturschutz-Tierpark Görlitz

 

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Wasserfrosch (Rana esculenta) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Wasserfrosch (Rana esculenta) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Rufender Wasserfrosch (Rana esculenta) © Axel Gebauer, ehem. Naturschutz-Tierpark Görlitz

 

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Wasserfrosch (Rana esculenta) als freiwilliger Mitbewohner auf der Sumpfschildkröten-Anlage im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Auge eines Wasserfroschs (Rana esculenta) © Axel Gebauer, ehem. Naturschutz-Tierpark Görlitz

 

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"Teichfrosch (Rana esculenta)". Bild aus aus Brehms Thierleben (1882-1887).

 

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Froschschenkel - Cuisses de grenouille - werden in Europa von Rana esculenta und ridibunda gewonnen. Bild aus Internetauftritt der Académie du Goût

 

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"Wenn einer, der mit Mühe kaum gekrochen ist auf einen Baum schon meint, dass er ein Vogel wär, so irrt sich der." - Wilhelm Busch - Der fliegende Frosch (1894)

 

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Bei den Grün- oder Wasserfröschen handelt es sich um einen Artkomplex, der, nebst weiteren Arten, aus dem Teichfrosch (Rana esculenta), dem Tümpelfrosch (Rana lessonae) und dem Seefrosch (Rana ridibunda) besteht. Diese in Mitteleuropa heimischen Frösche sind aus verschiedenen Gründen von zoopädagogischem Interesse und haben den Vorteil, als tagaktive und an das Wasser gebundene Arten während eines großen Teils des Jahres für das Publikum sicht- und hörbar zu sein.

Körperbau und Körperfunktionen

Beim Teichfrosch erreichen die Weibchen eine Kopf-Rumpf-Länge vom 6-12 cm, die Männchen von 5-10 cm. der Kopf ist zugespitzt, der Körper relativ schlank. Das Auge hat goldgelbe Iris mit dunkler Pigmentierung und einer waagerechte Pupille, das Trommelfell ist deutlich zu sehen. Vom hinteren Augenrand und über das Trommelfell zieht sich eine Drüsenfalte nach hinten, die Flanke und Rücken voneinander trennt. Die Oberseite ist grün  mit kleinen schwarzen Flecken. Auch die Beine sind schwar zgefleckt, wobei die Flecken auf den Hinterbeinen Querbinden bilden können. Auf der Rückenmitte verläuft häufig ein gelber Strich. Der Bauch ist weiß, häufig grau gefleckt. Die Männchen besitzen zwei äußere, leicht gräulich wirkende Schallblasen und während der Paarungszeit eine graue, hornige Brunstschwiele auf dem Daumen.

Tümpelfrösche sind kleiner, Weibchen werden 5-8 cm lang, Männchen 4-7 cm. Die Iris ist goldgelb ohne dunkle Pigmentierung. Die Männchen sind auf dem Rücken ungefleckt, bei den Weibchen sind die Flecken scharf begrenzt. Zur Paarungszeit weisen die Männchen zitronengelbe Partien um die Hüfte und am Kopf auf. Die Weibchen sind in der Leistengegend gelb gefleckt. Die Schallblasen sind weiß [10; 11; 12]

Verbreitung

Europa: Belgien, Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Estland, Frankreich, Italien, Kroatien, Italy, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Moldawien, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Weißrussland. Wiederangesiedelt in England, angesiedelt in Spanien [9].

Lebensraum und Lebensweise

Lebensraumansprüche: Gut besonnte, stehende Gewässer jeglicher Größe mit dichter Vegetation. Grünfrösche bleiben den ganzen Sommer im Wasser und überwintern im Gewässer oder in dessen unmittelbarer Nähe.

Biologie: Wasserfrösche sind selten weit von Gewässern entfernt anzutreffen, zum Teil überwintern sie gar darin. Die anderen suchen das Gewässer ab März auf. Die Paarungszeit hat ihren Höhepunkt im Mai oder Juni. Die Männchen finden sich dabei zu Rufgemeinschaften zusammen und veranstalten "Froschkonzerte". Bei der Paarung legen die Weibchen mehrere Eiballen ab, die jeweils einige Hundert Eier enthalten, die je nach Temperatur nach 5-23 Tagen zum Schlupf kommen. Nach 8-16 Wochen wandeln sich Ende Juli die ersten Kaulquappen zu Jungfröschen um [6; 7; 10].

Gefährdung und Schutz

Die Arten sind nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2008 weltweit nicht gefährdet. In Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz Status je nach Region und Art unbekannt, nicht gefährdet bis vom Aussterben bedroht [9].

In Deutschland wird der Teichfrosch national nicht in der Roten Liste geführt, Für den Wasserfrosch fehlt eine genaue Beurteilung. In Österreich wird der Teichfrosch national als potenziell gefährdet eingestuft, der Wasserfrosch als gefährdet. In der Schweiz und in Liechtenstein gilt der Rana esculenta-Komplex als potenziell gefährdet (NEAR THREATENED), u.a. wegen Konkurrenz durch den eingeschleppten Seefrosch [8; 10].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt. Die Wasserfrösche sind nicht in den Anhängen der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) aufgeführt, ausgenommen Rana lessonae in Anhang IV.

Praktische Schutzmaßnahmen: Erhaltung und Unterhalt der Laichgewässer, Schaffen von neuen Gewässern. Verhindern der Ausbreitung des Seefrosches im Areal von Wasser- und Kleinem Wasserfrosch.

Bedeutung für den Menschen

Wirtschaftliche Bedeutung: Wasserfrösche werden seit alters her als Nahrungsmittel genutzt. Heute werden lebende Frösche der Pelophylax-Gruppe überwiegend aus östlichen Ländern nach Mitteleuropa eingeführt. Gemäß der Antwort des Schweizerischen Bundesrates vom 3.2.2010 auf eine parlamentarische Anfrage werden jährlich etwa 450'000 Frösche, vorwiegend aus der Türkei, lebend in die Schweiz importiert und hier geschlachtet. Die Schauermären, wonach den Tieren bei lebendigem Leib die Schenkel ausgerissen werden, sind unzutreffend, vielmehr werden die Frösche, in der Regel nach starker Abkühlung, mittels Scherenschlag enthauptet, danach werden mit einem zweiten Scherenschlag die Hinterbeine abgetrennt. Die gleiche Methode werde, gemäß Bundesrat, auch von ausländischen Schlachtbetrieben angewendet. Vereinzelt werde die Enthauptung der Frösche nach einer Elektrobetäubung durchgeführt. Zusätzlich werden in größerem Umfang tiefgekühlte Produkte von Fröschen aus Südasien eingeführt. Vietnam z.B. vermeldete von 2001-2007 im Jahresmittel die Ausfuhr von 640 Tonnen Schenkeln von Asiatischen Tigerfröschen (Hoplobatrachus tigerinus), was etwa 12 Millionen Tieren pro Jahr entsprechen dürfte [4].

Kulturelle Bedeutung: Frösche, womit in Europa meistens Wasserfrösche gemeint sind, spielen eine wichtige Rolle in zahlreichen Märchen, Sagen, Geschichten, Gedichten, Sprichwörtern etc. und sind Gegenstände darstellender Kunst.

Büdingen und seine "Frääsch"

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Wasserfrösche werden in gegen 40 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe ZootierlisteIn manchen Zoos gibt es wildlebende Populationen.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Früher wurden unter Rana esculenta Grünfrösche subsumiert, die heute verschiedenen Arten zugerechnet werden, einschließlich der nordafrikanischen und mediterranen Formen und zeitweilig des Seefroschs [3]. Etliche Autoren stellen die europäischen Wasserfrösche unter dem vom österreichischen Zoologen Leopold FITZINGER 1843 verliehenen Namen Pelophylax in eine eigene Gattung [1] innerhalb derer mittlerweile (Ende 2017) 26 Arten unterschieden werden. Dabei handelt es sich zum Teil um Komplexe nah verwandter Arten bzw. Mischformen. In der Schweiz sind nur zwei Formen einheimisch: Der Tümpel- oder Kleine Wasserfrosch, Rana lessonae (CAMERANO 1882), und der Teichfrosch, Rana esculenta (LINNAEUS 1758). In Deutschland und Österreich ist der Seefrosch (Rana ridibunda PALLAS, 1771) eine weitere einheimische Art, die gebietsweise in reinen Beständen vorkommt [10].

Der Kleine Wasserfrosch stellt eine eigenständige Art dar, der Teichfrosch jedoch ist ein Hybrid oder Bastard zwischen dem Kleinen Wasserfrosch und dem Seefrosch, Rana ridibunda (PALLAS 1771). Neuerdings wird auf der Grundlage molekularbiologischer Beurteilungen davon ausgegangen, dass an Rana esculenta nicht nur ridibunda und lessonae, sondern weitere eingeschleppte osteuropäische Arten beteiligt sind, und dass in der Schweiz lessonae in erheblichem Ausmaß mit dem Italienischen Wasserfrosch R. bergeri vermischt ist, der ursprüngliche auf der italienischen Halbinsel, Sardinien und Korsika beheimatet ist und dort mit dem nicht-einheimischen Seefrosch eine R. hispanica genannte Hybridpopulation ausgebildet hat [2; 5].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. BREHM, A. E. (1882-1887)
  4. CITES TRADE DATA BASE
  5. DUBEY, S., LEUENBERGER, J. PERRIN, N. (2014)
  6. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  7. HERRMANN, H. J. (2005)
  8. KÜHNIS, J. (2011)
  9. KUZMIN, S. (2009). Pelophylax lessonae. (errata version published in 2016) The IUCN Red List of Threatened Species 2009: e.T58643A86643256. http://www.iucnredlist.org/details/58643/0. Downloaded on 27 November 2017.
  10. MEYER, A., ZUMBACH, S., SCHMIDT, B. & MONNEY, J.-C. (2009)
  11. NIETZKE, G. (1969)
  12. O'SHEA, M. & HALLIDAY, T. (2002)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx