Donnerstag, 14 Juni 2018 15:56

GEIDEL, C. (2007)

Untersuchungen zur bioakustischen Individualerkennung adulter Uhus (Bubo bubo).

 Diplomarbeit

89 Seiten

Fachbereich Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung
Hochschule Anhalt (FH), Bernburg und Tiergarten Bernburg (Betreuung Andreas Filz), sowie Bayerwaldtierpark Lohberg, Tierpark „Hexentanzplatz“ Thale, Wildpark „Alte Fasanerie“ Klein-Auheim, Wildpark Hundshaupten, Tierfreigelände des Nationalparks Bayerischer Wald

Zusammenfassung:

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Problematik der individuellen Erkennung und Identifizierung nachtaktiver Arten wie dem Uhu. Dabei sollte die akustische Individualerkennung als mögliche Alternative zu konventionellen Unterscheidungs- und Erkennungstechniken hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit im Feld und ihrer Eignung für künftige populationsbiologische Analysen erprobt werden.

Auf Grundlage einer Studie von Thierry Lengagne aus dem Jahr 2001 wurden von 24 Uhus, 18 aus zoologischen Einrichtungen und 6 aus freier Wildbahn, mit einem Richtmikrofon und einem 2-Kanal-Digitalrecorder Tonaufnahmen angefertigt. Diese wurden mit einer speziellen Audiosoftware bearbeitet. Für jeden Ruf konnten so sechs verschiedene Zeit- und Frequenzparameter ermittelt werden, die anschließend statistisch durch die Diskriminanzfunktionsanalyse in SPSS verglichen und ausgewertet wurden.

Die Rufe aller untersuchten Einzeltiere konnten anhand dieser Parameter zu 82,5% korrekt identifiziert werden. Dabei wurden die Rufe der männlichen Individuen zu 85,8% und die der weiblichen zu 77,3% dem entsprechenden Vogel korrekt zugeordnet. Die Identifizierungswahrscheinlichkeit bei den Wildtieren lag bei 92,3%.

Diese Ergebnisse machen drei Dinge deutlich:
1. Die Quote korrekter Rufidentifizierungen ist bei den Wildtieren am größten,
2. Die Konstanz im Rufbild der weiblichen Individuen scheint hinter der der männlichen zurückzuliegen, und
3. Die Wahrscheinlichkeit, die Einzelrufe dem jeweiligen Vogel korrekt zuzuordnen, sinkt mit der Anzahl der untersuchten Tiere.

Die Unterscheidung und Erkennung von Uhus mittels der akustischen Individualerkennung ist aufgrund dieser Ergebnisse möglich und bestätigt die Ergebnisse ähnlicher Studien. Ihre Anwendung für zukünftige populationsbiologische Studien ist trotz des eingeschränkten
Identifizierungspotentials der Diskriminanzfunktionsanalyse bei sehr großen Stichproben denkbar. Für großflächige Studien eignet sich die akustische Individualerkennung nur begrenzt.

Sie stellt jedoch eine sehr gute Möglichkeit für die Klärung spezifischer Fragestellungen dar, wie beispielsweise der Häufigkeit des Partnerwechsels einzelner Individuen, Fluktuationen zwischen
verschiedenen Brutplätzen oder der Revierpaarwechsel an bestimmten Brutplätzen auf regionaler Ebene. Darauf aufbauend könnten die Ansprüche sowie die Gefährdungssituation der Art zukünftig besser beurteilt und spezielle Schutzmaßnahmen präziser formuliert und umgesetzt werden.

Bioakustik, Individualerkennung, Rufidentifizierung, Populationsbiologie, Revierwechsel, Brutplatzwechsel, Partnerwechsel, Methodik

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:18

LUDWIG, W. (2006)

Zum Sozialverhalten des Rothundes (Cuon alpinus) unter Gehegebedingungen: Strategien von Kohäsion und Suppression.

On the social behaviour of the dhole (Cuon alpinus) under condituions of an enclosure: Strategies of cohesion and suppression.

Rer. nat. Dissertation

342 Seiten, 43 Fotos, 33 Abb.

Fachbereich Naturwissenschaften der Universität Kassel (Betreuung: Prof. Dr. G. Witte) und
Zoo Dresden

Bezugsquelle Buch

Zusammenfassung:

Für den Rothund werden Reproduktions-Suppression und alloparentales Verhalten vorausgesagt – Merkmale, welche die kooperative Aufzucht erst ermöglichen. Während für Grauwolf, Äthiopischen Wolf und Afrikanischen Wildhund umfangreiche Untersuchungen Einblick in die Sozialstruzktur bieten und Reproduktionsmechanismen offenlegen, blieb das Sozialverhalten des Rothundes bisher noch weitgehend im Dunkel.

An einem sozial stabilen Gehegerudel von Rothunden im  Zoo Dresden wurde nach proximaten Mechanismen gesucht, die die kooperative Aufzucht ermöglichen. Dies schloss Untersuchungen kooperativer und kohäsiver Verhaltensweisen, zeitlicher Rhythmen der sozialen Organisation, Strategien der Reproduktions-Monopolisierung und des Verhaltens der Nachkommen ein.

Das Rudel stand von 1995 bis 2004 im Fokus der Untersuchung. Von 2001 bis 2004 fanden quantitative Aufzeichnungen nach der scan-sampling Methode statt.

Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Philopatrische Nachkommen sorgen für Nahrung, versorgen und schützen die Welpen und unterstützen damit direkt und indirekt den Reproduktionserfolg des dominanten Elternpaares.
  2. Erst das gemeinsame Wirken bestimmter charakteristischer Verhaltensmechanismen (Bindungs- u. Stimmungsrituale, Verhaltenssynchronisation, Aufgabenteilung) ermöglicht effektive Kooperation. Mechanismen der Stimmungs- u. Verhaltenssynchronisation dienen der zeitlichen Koordination. Der Erfolg kooperativen Verhaltens (z.B. Schutz der Welpen) hängt in besonderem Maße von der synchronen Übernahme verschiedener Aufgaben ab, die einem Ziel dienen.
  3. Aufgabenübernahme bzw. Rollenverhalten hinsichtlich dieser sozialen Ziele korrelieren mit dem Geschlecht und dem Dominanzrang.
  4. Es wurden mehrere das Rudel vereinende und soziale Distanz abbauende Rituale identifiziert. Das Alpha-Weibchen investiert bevorzugt in bindungsförderndes Verhalten mit den Männchen. Während Tragzeit und Laktation erreicht dieses Verhalten sein Maximum. Zu den im Dienste der Rudelkohäsion stehenden Verhaltensmuster zählen:
  • saisonale monogame Paarbindung
  •  Versöhnungsverhalten (reconciliation)
  • Agonistic Buffering mit Hilfe von Welpen und Nahrungsbrocken
  • das Alpha-Weibchen bevorzugt Männchen als Grooming-Partner
  • Besitzrespekt gegenüber Nahrungsbrocken
  • ontogenetisch späte Eingliederung in die Dominanzhierarchie der Adulten

5. In Abhängigkeit davon, ob die Alpha-Fähe trächtig ist bzw. Junge aufzieht, verändern sich charakteristische Merkmale sozialer Beziehungen. Diese Merkmale (aggressives oder kohesives Verhalten, Grooming-Aktivität des Alpha-Weibchens, Paarbindungsverhalten u.a.) verstärken und unterdrücken sich wechselseitig derart, dass sie die Sozialstruktur zugunsten kooperativer Aufzucht und Aufgabenteilung verändern. Eine saisonale Milderung dominanzhierarchischer Beziehungen schafft günstige Voraussetzungen für affiliatives Verhalten und motiviert somit subordinate Rudelmitglieder dazu, in kooperative Aktionen zu investieren.

6. Das Alpha-Paar ist identisch mit den Elterntieren und entwickelt regelmäßig nach der Aufzuchtperiode bis zum Ende der Paarungszeit eine starke Paarbindung. Es ist bestrebt die Reproduktion zu monopolisieren und setzt dabei geschlechtsspezifische Strategien ein. Das Alpha-Weibchen interveniert im Gegensatz zum Männchen selten gegen sexuelle Aktiviutäten subordinater Weibchen. Es greift erst post partum in die Reproduktion ein, indem es die Jungen konkurrierender Weibchen entführt und/oder schwer verletzt.

Die vorliegenden Ergebnisse zeigen Infantizid nicht allein als Bestandteil der weiblichen Reproduktions-Strategie, sondern darüberhinaus als eine Möglichkeit, die Rudelkohäsion zu fördern. Infantizid erlaubt es dem Alpha-Weibchen, sozialen Druck außerhalb der Geburtssaison auf ein Minimum zu reduzieren.

Erst saisonales Variieren der Dominanzhierarchie ermöglicht die Koexistenz von reproduktiver Suppression und kooperativer Aufzucht. Die Besonderheiten, welche die Rothund-Soztietät zu permanetem Rudelleben und kooperativer Aufzucht befähigen, bestehen in speziesspezifischen Verhaltensmechanismen, die saisonal Konflikte begrenzen, räumlich enge Konkurrenz ermöglichen und individuelle Dispositionen zur Ausprägung bringen.

Die Ergebnisse der Studie führen zu einem Modell, das die Durchsetzung kohäsiver Mechanismen als die wesentliche Kraft bei der Entstehung der weiblichen Reproduktionsstrategie ansieht. Die kooperative Aufzucht war demnach eng an die Evolution spezieller Verhaltensmuster, die der Rudelkohäsion und Kooperation dienten, gebunden. Damit ist das Rothund-Rudel als eine adaptive Einheit zu verstehen, deren auf kohäsiven Verhaltens-Strategien aufbauendes Sozialsystem in erster Linie im Dienste einer außergewöhnlichen weiblichen Reproduktions-Strategie  steht.

Abstract:

The results of this long time study in a pack of Cuon alpinus indicate, that the social structure in dholes shows particular characteristics as known in other cooperative breeding canid species. The pack as the breeding unit ist dominated by a monogamous breeding pair, wihich supresses intrasexually the reproduction of all other pack mambers. These dominant parents reveal clear distinguished sexual specific strategies to enforce their reproductive monopol.

However, in most canid species reproductive suppression causes dispersion of the offspring. Therefor the main concern of this study was to search for specific traits of social structure, which support a durable cohesion of the pack.

The members of the observed pack showed a high flexibility in their social relations. The social structure oscillated over the year between two extremes, characterized by the degree of dominance hierarchie as well as cohesive behaviour. Particular characteristic traits of social structure mutually reinforced or suppressed one another in such a way that the social structure changed in favour of cooperative breeding. In course of this it was possible to proove postconflict reconciliations as well as agonistic buffering – known also from primate societies. Even female infanticide seems not only part of female reproductive strategy but also a way to reduce conflicts of reproductive suppression to a narrow time window.

Just the seasonally varying social structure facilitated the contradictory coexistence of reproductive suppression  and cooperative breeding. The seasonal increase of cohesive behaviour was strictly connected with the period of rearing. This is considered as an indication, that mechanisms of group cohesion in dholes more likely evolved in connection with cooperative breeding than cooperative hunting.

These conclusions led to a model, which merges pack evolution and changes in female reproduction in a complex coevolutive process. The conflict between increasing competition with philopatric offspring and female reproductive strategy with recruitment of helpers led to the selection of cohesion supporting behaviour. Consequently the dhole pack is to understand as an adaptive unit, whose social system especially serves a remarkable female reproductive strategy.

 

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Sigrun Leunig, 2013

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Assessment of Cat Bait Consumption by Mongoose Species

Bachelor Arbeit Biologie

35 Seiten

Fachbereich Biowissenschaften, Prof. Dr. Markus Pfenninger, Dr. David Algar

Goethe-Universität Frankfurt am Main

Opel-Zoo Kronberg

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Feral cats and mongooses are species of concern when it comes to serious threats to biodiversity in fragile ecological systems. Baiting, using mainly poisoning with specially developed baits as an eradication tool, has been used in Australia to control feral cats but has not been applied in mongoose control. Feral cats and mongooses have many similarities in physiology and feeding habits and it therefore, may be concluded, that baiting is likely to be an effective control method and that mongooses would accept feral cat baits and could also be treated with the same toxicant.

To test the consumption of the amount of bait accepted by three groups of captive banded mongooses (Mungos mungo) two kinds of baits were used: the Eradicat® bait and the Curiosity® bait. The two baits were offered consecutively in a series of trials at 10 AM and 2 PM, alternatively, the baits were offered with the normal diet of the mongooses. Furthermore, the animals were observed for an hour how they handled the bait before they consumed it.

This study showed that the acceptance of Curiosity® was considerably lower than that of Eradicat®. The two different feeding times showed a difference in bait acceptance: less bait was consumed at 2 PM compared to 10 AM. The mongooses´ behaviour in bait handling can be described in three categories (approach, acceptance, ignoring).

It can be concluded that meat baits as Eradicat® and Curiosity® can serve as baits for free-ranging mongooses. Bait uptake was also influenced by the different behaviour of the mongoose groups.

The application of baiting as a control technique for mongooses requires not only a specifically designed bait but also a specific toxicant which could be tailored to mongooses´ metabolism.

Forschungsarbeit – Köder-Fraßverhalten

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Donnerstag, 14 Juni 2018 07:31

LEUNIG, S. (2013)

Assessment of Cat Bait Consumption by Mongoose Species.

Bachelorarbeit Biologie

35 Seiten

Fachbereich Biowissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Betreuung: Prof. Dr. Markus Pfenninger, Dr. David Algar) und Zoo Landau (Betreuung: Dr. Jens-Ove Heckel and Dr. Christina Schubert)

Voller Text

Abstract:

Feral cats and mongooses are species of concern when it comes to serious threats to biodiversity in fragile ecological systems. Baiting, using mainly poisoning with specially developed baits as an eradication tool, has been used in Australia to control feral cats but has not been applied in mongoose control. Feral cats and mongooses have many similarities in physiology and feeding habits and it therefore, may be concluded, that baiting is likely to be an effective control method and that mongooses would accept feral cat baits and could also be treated with the same toxicant.

To test the consumption of the amount of bait accepted by three groups of captive banded mongooses (Mungos mungo) two kinds of baits were used: the Eradicat® bait and the Curiosity® bait. The two baits were offered consecutively in a series of trials at 10 AM and 2 PM, alternatively, the baits were offered with the normal diet of the mongooses. Furthermore, the animals were observed for an hour how they handled the bait before they consumed it.

This study showed that the acceptance of Curiosity® was considerably lower than that of Eradicat®. The two different feeding times showed a difference in bait acceptance: less bait was consumed at 2 PM compared to 10 AM. The mongooses´ behaviour in bait handling can be described in three categories (approach, acceptance, ignoring).

It can be concluded that meat baits as Eradicat® and Curiosity® can serve as baits for free-ranging mongooses. Bait uptake was also influenced by the different behaviour of the mongoose groups.

The application of baiting as a control technique for mongooses requires not only a specifically designed bait but also a specific toxicant which could be tailored to mongooses´ metabolism.

 

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Sigrun Leunig, 2013

-

Assessment of Cat Bait Consumption by Mongoose Species

Bachelor Arbeit Biologie

35 Seiten

Fachbereich Biowissenschaften, Prof. Dr. Markus Pfenninger, Dr. David Algar

Goethe-Universität Frankfurt am Main

Opel-Zoo Kronberg

-

Feral cats and mongooses are species of concern when it comes to serious threats to biodiversity in fragile ecological systems. Baiting, using mainly poisoning with specially developed baits as an eradication tool, has been used in Australia to control feral cats but has not been applied in mongoose control. Feral cats and mongooses have many similarities in physiology and feeding habits and it therefore, may be concluded, that baiting is likely to be an effective control method and that mongooses would accept feral cat baits and could also be treated with the same toxicant.

To test the consumption of the amount of bait accepted by three groups of captive banded mongooses (Mungos mungo) two kinds of baits were used: the Eradicat® bait and the Curiosity® bait. The two baits were offered consecutively in a series of trials at 10 AM and 2 PM, alternatively, the baits were offered with the normal diet of the mongooses. Furthermore, the animals were observed for an hour how they handled the bait before they consumed it.

This study showed that the acceptance of Curiosity® was considerably lower than that of Eradicat®. The two different feeding times showed a difference in bait acceptance: less bait was consumed at 2 PM compared to 10 AM. The mongooses´ behaviour in bait handling can be described in three categories (approach, acceptance, ignoring).

It can be concluded that meat baits as Eradicat® and Curiosity® can serve as baits for free-ranging mongooses. Bait uptake was also influenced by the different behaviour of the mongoose groups.

The application of baiting as a control technique for mongooses requires not only a specifically designed bait but also a specific toxicant which could be tailored to mongooses´ metabolism.

Forschungsarbeit – Köder-Fraßverhalten

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:40

WANKER-STEMPELL, S. (2006)

Der Einfluss der Haltungsbedingungen auf die Mutter-Kind-Beziehung bei drei Unterarten des Tigers (Panthera tigris LINNAEUS, 1758) in zoologischen Gärten.

Housing conditions and their influence on the mother- child- relationship of three subspecies of the tiger in zoological gardens.

Rer. nat. Dissertation

100 Seiten, 20 Abbildungen. Shaker Verlag, Aachen, ISBN-10: 3-8322-5635-0, ISBN-13: 978-3-8322-5635-7, ISSN 0945-0688

Department Biologie der Universität Hamburg
Betreuung: Prof. Dr. J. Parzefall
Verschiedene Zoos in Deutschland (Leipzig, Krefeld, Berlin, Schwerin, Wuppertal, Stuttgart, Halle)

Bezugsquelle für Buch

Zusammenfassung:

Auswilderungsprogramme sind davon abhängig, dass Tiere „normales“ Verhalten zeigen. Um „abnormalem“ Verhalten durch entsprechende Gehege entgegenzuwirken, wurde eine Anzahl von Studien durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen dem Verhalten des Tieres und dem Gehege untersuchten. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, arttypisches Verhalten zu messen und somit das Gehege zu beurteilen. Es gibt Untersuchungen, die mit wissenschaftlich zugänglichen Parametern arbeiten, z.B. mit dem Messen des Reproduktionserfolges. Die Frage bei diesen Untersuchungen lautet aber, ob diese Parameter eine tatsächliche Messgröße liefern, um ein Gehege zu beurteilen. Denn letztendlich machen nicht die Paarung und die Geburt den Reproduktionserfolg aus, sondern die mütterliche Aufzucht. Deswegen sollte in dieser Studie untersucht werden, ob durch die Quantität des mütterlichen Elternaufwandes die Beurteilung der Qualität des Geheges möglich ist.
Hierfür wurden in verschiedenen zoologischen Gärten neun Mütter mit ihren insgesamt 17 Jungtieren beobachtet. Es wurden neben den brutpflegerelevanten Verhaltensweisen elf verschiedene Gehegeparameter gemessen und auf einen Zusammenhang zum Elternaufwand untersucht.
Die Ergebnisse multivariater Modelle und einer Diskriminanzfunktionsanalyse zeigen, dass verschiedene Gehegeparameter einen Einfluss auf die Verhaltensweisen innerhalb der Mutter-Kind-Beziehung haben. Es gibt Gehegeparameter mit einem positiven Einfluss auf das Verhalten der Mutter. Die Mütter leckten umso mehr die Jungtiere, je größer die Gesamt- bzw. die Landfläche und je größer die Waldfläche waren. Des Weiteren nahm bei größeren Land- und Waldfläche die Saugdauer zu. Spielverhalten nahm zu, je länger die Besucherfront, je größer die Betonfläche und je kleiner die Sandfläche waren.
Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass es Gehegeparameter gibt, die einen negativen Einfluss auf das Verhalten der Mutter haben. Leckverhalten wurde weniger gezeigt, je länger die Besucherfront und je geringer die Strukturierung waren. Die Saugdauer nahm ab, je länger die Besucherfront war. Die Mutter spielte weniger und kürzer mit dem Jungtier, je natürlicher die Gruppenzusammensetzung, je länger die Aufenthaltsdauer draußen, je besser die Aussicht und der Strukturierungsgrad waren.
Beide Auswertungsmethoden zeigen weiterhin, dass den Gehegeparametern eine hierarchische Bedeutung zukommt.
Darüber hinaus gibt es Unterschiede in den gezeigten Verhaltensweisen der Mutter-Kind-Beziehung. Leckverhalten wurde neben dem Spielverhalten am stärksten durch die Gehegeparameter beeinflusst. Da das Lecken den größten mütterlichen Aufwand erfordert, kann diese Verhaltensweise herangezogen werden, um Gehege anhand der Mutter-Kind-Beziehung zu beurteilen.

 Abstract:

Programs to release animals back into the wild depend on animals showing “normal” behaviour. In order to countervail “abnormal” behaviour by corresponding enclosures, a number of surveys have been made that analyse the interrelation between an animal’s behaviour and its enclosure. Thereby, several possibilities of measuring characteristic behaviour exist that can be taken to evaluate enclosures. There are studies working with scientifically accessible parameters, such as measuring the achievement of reproduction. However, the central question in these studies is whether those parameters provide an actual measurement category to assess an enclosure. In the end, not copulation and birth determine the result of reproduction, but rather maternal breeding. Therefore, this study aims at analysing whether a qualitative appraisal of an enclosure is possible by looking at the quantity of maternal effort. For this purpose, nine mothers with their 17 pups have been observed in several zoological gardens. Besides behavioural patterns regarding brood care, eleven different parameters in conjunction with enclosures have been measured and tested if there is a relation to the effort parents put on their pups. The results of multivariate models and a discriminant function- analysis show that there are several parameters having an effect on behavioural patterns within the mother- child relationship. There are enclosure parameters influencing the behaviour of the mother in a positive way. Mothers licked their pups all the more, the larger their land and woodland areas have been. Furthermore, the suction period increased in case of larger areas. Playing habits increased the longer the front for visitors, the larger the concrete surface and the smaller the area covered with sand has been. Additionally it could have been shown that there are enclosure parameters having a negative impact on the mother’s behaviour. Licking behaviour has been shown less, the longer the front for visitors and the less structured enclosures have been. A longer visitor’s front, led to a decrease in the suction period. The mother played fewer and shorter with the pup, in case of more natural composited groups, longer periods outside, a better view and an improved degree of structuring. Both evaluation methods furthermore show the hierarchical importance of enclosure parameters. Moreover, there are differences in the behavioural patterns shown, with regard to the mother- child- relationship. Next to playing tendencies, licking behaviour has been influenced most strongly by enclosure parameters. Due to the fact that licking calls for the most maternal effort, this behaviour can be drawn on to evaluate enclosures by means of mother- child- relationships.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:10

KLETTKE, C. (2012)

Einfluss der Futterpflanze und deren Stickstoffgehalt auf die Entwicklung von C. eurilochus.

Bachelor-Arbeit

40 Seiten

Zool. Institut, TU Darmstadt (Betreuung: Prof. Dr. Bodo Laube) und
Zoo Vivarium Darmstadt (Betreuung Frank Velte)

Voller Text

Zusammenfassung:

Diese Forschungsarbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung von Larven des Caligo eurilochus in künstlichen, durch den Menschen geschaffenen Lebensräumen. C. eurilochus ist ein, vorwiegend in den Tropen und Subtropen Südamerikas vorkommender, Tagfalter, dessen Erscheinungsbild besonders durch seine einzigartige Flügelzeichnung beeindruckt. Die Haltung und Zucht dieser Schmetterlinge gelingt im Gegensatz zu vielen anderen Arten vergleichsweise einfach, doch über eine Haltung der Raupen in Terrarien oder ähnlichen Aufzuchtsbehältern, um ein Kahlfressen der Pflanzen, von denen sie sich ernähren, zu verhindern, sind nur wenige Informationen bekannt. Vor allem die richtige Wahl der Futterpflanze stellt eine der wichtigsten Grundlagen für eine optimale Entwicklung der Raupen dar.

Zu diesem Zweck wurden Fütterungsversuche diverser Raupengruppen durchgeführt, in denen die vier verschiedene Pflanzenarten Musa acuminata, Heliconia schiedeana, Alpinia zerumbet und Canna indica auf ihre Tauglichkeit als Nahrungspflanzen überprüft wurden. Während den Experimenten wurden die Sterblichkeitsraten der Raupen, sowie deren Aktivität, Gewichts- und Längenzunahme dokumentiert. Insbesondere die stark variierende Mortalität der Versuchsgruppen, lässt die Vermutung aufkommen, dass nicht jede der untersuchten Pflanzen gleicher Maßen als Nahrungsquelle für besagte Larven geeignet ist. So zeigen die Ergebnisse, dass beispielsweise die Fütterung mit Heliconia schiedeana zu einer geringeren Sterblichkeitsrate der Raupen führt, als eine Fütterung mit Blättern von Alpinia zerumbet.
Eine Relation zwischen dem prozentualen Stickstoffgehalt der verschiedenen Pflanzen und der
unterschiedlichen Entwicklung der Raupen ist aufgrund der Messdaten, die sich bei der quantitativen Stickstoffanalyse des Blattmaterials ergaben, nicht auszuschließen. Dabei zeigten fünf der insgesamt sechs Versuchsgruppen eine geringere Mortalität bei Nahrungspflanzen mit vergleichsweise hohem Stickstoffanteil, was aufgrund der enormen Wichtigkeit von Stickstoff für den Organismus, insbesondere im Laufe der Entwicklung, nachvollziehbar erscheint. Eine Unterversorgung der jungen Raupe mit verwertbaren Stickstoffverbindungen beeinträchtigt unter anderem die Bildung von Proteinen, doch auch innerhalb der DNA und wichtigen Stützmaterialien spielt Stickstoff eine bedeutende Rolle.

Die Eignung von Musa acuminata als Nahrungspflanze für Caligo eurilochus hingegen, scheint von weiteren Faktoren abhängig zu sein. So wird hier ein Absondern von, für die Larven toxischen, Substanzen vermutet, deren Produktion mit der Quantität des Schadens, welchen die Raupen an der jeweiligen Pflanze verursacht haben, korreliert zu sein scheint. Das Vorhandensein von Genen, welche für Chitinasen codieren, konnte in einigen Arten der Musaceaen bereits nachgewiesen werden. Die Aktivierung dieser Gene konnte bisher nur im Zusammenhang mit parasitären Pilzerkrankungen belegt werden. Somit liegt die Vermutung nahe, dass auch im Falle einer Schädigung der Pflanze durch Fressfeinde, wie der Raupen des C. eurilochus, Gebrauch von besagten Abwehrmechanismen gemacht werden könnte. Die Chitinasen katalysieren hierbei den Abbau von Chitin, welches einen wichtigen Bestandteil des Exoskeletts der Raupen darstellt. Die Schädigung dieses Exoskeletts könnte somit einen weit reichenden Einfluss auf die Mortalität der Raupen vermuten lassen.

Anhand der Auswertung zahlreicher Ergebnisse, die sich ebenfalls mit den unterschiedlichen Häutungszeitpunkten der Raupen beschäftigen, ist im Allgemeinen eine große Variabilität innerhalb der larvalen Entwicklung zu erkennen, die höchstwahrscheinlich auch auf weitere Umweltfaktoren, wie Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit zurückzuführen ist. Das Abweichen dieser Werte von den natürlichen Bedingungen des Caligo eurilochus könnte einen beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklungsdauer und vor allem auf die Sterblichkeitsrate der Larven haben. Diese Arbeit untermauert die Hypothese des grundsätzlichen Einflusses des Stickstoffgehalts der Nahrungspflanze auf die Entwicklung der Larven von C. eurilochus und thematisiert Forschungsansätze für eine weitere Optimierung der Aufzuchtsbedingungen.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:44

SCHÖNE, J. (2001)

Zur Distanzimmobilisation des Eurasischen Luchses (Lynx lynx) - Auswirkungen einer Medetomidin/Ketamin-Kombination auf Anästhesietiefe, Atem-, Kreislauf- und Stoffwechselfunktionen

Medetomidine-ketamine-remote anaesthesia of the Eurasian lynx (Lynx lynx) and its effects on anaesthetic depth, respiration, circulation and metabolism

Dissertation

99 Seiten mit 27 Abbildungen, 29 Tabellen, Anhang

Fachgebiet Tiergartenbiologie und Zootiermedizin der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Prof. M. Böer sowie Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Prof. W. Löscher, Tierärztliche Hochschule Hannover.
Probanden und Untersuchungen im Wildpark Lüneburger Heide, im Wildpark Schwarze Berge, im Heimatnaturgarten Weißenfels, im Tierpark Essehof und im Wisentgehege Springe

Voller Text

Zusammenfassung:

Für den Eurasischen Luchs (Lynx lynx) wurde erstmals ein modernes, tierart- und tierschutzgerechtes Anästhesie- und Immobilisationsverfahren erarbeitet. Erstmals werden statistisch gesicherte Daten einer nahezu vollständigen Anästhesieüberwachung bei dieser Felidenart vorgestellt. Zur Schonung der Probanden fand ein praxisnahes und unter Feldbedingungen einsetzbares nicht bzw. minimal invasives Monitoring Verwendung. Anhand der Überwachung von Reflexerregbarkeit, Schmerzempfinden, Muskelrelaxation, Atem-, Kreislauf- und Stoffwechselfunktionen wurden die klinische Eignung und die veterinärmedizinische Praktikabilität einer Medetomidin/Ketamin-Anästhesie beim Luchs überprüft. Die Untersuchungen wurden unter weitestgehend standardisierten Bedingungen und unter Berücksichtigung der Geschlechter sowie unterschiedlicher Alters- und Gewichtsklassen an 17 Versuchstieren durchgeführt. Das Alter der 10 männlichen (davon 1 Kastrat) und der 7 weiblichen Tiere reichte von etwa 3 Jahren bis 14 ½ Jahren, bei einem Körpergewicht von 16,8 kg bis 35 kg.

Es wurden nach geschätztem Körpergewicht 0,03 mg/kg Kgw Medetomidin und 3 mg/kg Kgw Ketamin auf Distanz injiziert (0,0319 ± 0,0031 mg/kg Kgw Medetomidin und 3,19 ± 0,31 mg/kg Kgw Ketamin absolut). Alle experimentell-anästhesiologischen Immobilisationen wurden mit diagnostischen und/oder therapeutischen Maßnahmen verbunden. In 5 min-Intervallen (15 min bis 45 min nach Injektion) wurden Daten der Reflexaktivität, des Schmerzempfindens, der Muskelrelaxation, der Atemfrequenz, des ausgeatmeten Kohlendioxids (Kapnometrie), der peripheren Sauerstoffsättigung (Pulsoximetrie), der Herzfrequenz, der indirekten Blutdruckmessung, der kapillären Rückfüllungszeit, der Schleimhautfarbe und der Thermoregulation in einem eigens für diese Studie entwickelten Anästhesieprotokoll dokumentiert. Die Aufzeichnungen der Elektrokardiogramme sowie die venösen Blutgasanalysen (inkl. Säure-Basen-Status) erfolgten in 10 min-Intervallen (15 min bzw. 20 min bis 45 min bzw. 50 min nach Injektion).

Die mittlere Einleitungsphase betrug 0:10:21 ± 0:03:26 [h:min:sek], die Toleranzphase 0:50:27 ± 0:08:42 [h:min:sek] und die Aufwachphase 0:13:56 ± 0:07:53 [h:min:sek]. Die Toleranzphase wies eine sehr gute Anästhesietiefe mit deutlicher peripherer Analgesie und vollständiger Muskelrelaxation auf.

Kapnometrie, Pulsoximetrie, indirekte Blutdruckmessung, Elektrokardiographie und mobile Blutgasanalyse erwiesen sich als zuverlässige nicht bzw. minimal invasive Methoden für eine Anästhesieüberwachung unter Feldbedingungen. Erregbarkeit des Pupillarreflexes (p=0,0031), endexspiratorischer Kohlendioxidgehalt (p=0,0002), periphere Sauerstoffsättigung (p=0,0098), venöser Sauerstoffpartialdruck (p=0,0026) und venöser Kohlendioxidpartialdruck (p=0,0030) erfuhren im Verlauf der Anästhesie von Minute 15 bis Minute 45 bzw. 50 einen signifikanten Anstieg. Erregbarkeit des Kornealreflexes (p=0,0063), Herzfrequenz (p<0,0001), diastolischer Blutdruck (p=0,0216) und Körperinnentemperatur (p<0,0001) verringerten sich im selben Zeitraum signifikant. Alle übrigen Parameter erfuhren im Verlauf der Anästhesie keine Veränderungen oder die Veränderungen waren statistisch nicht signifikant. Die i.m. Gabe von Atipamezol in der 5fachen Dosis des verabreichten Medetomidin erwies sich bei dieser Felidenart als geeignet, den Medetomidinanteil rasch und effektiv aufzuheben.

Die gewonnenen Daten belegen, daß systemische wie organspezifische Einflüsse der Medetomidin/Ketamin-Anästhesie in oben genannter Dosis durch endogene Regulationsmechanismen der Luchse kompensiert wurden und bei gesunden Tieren keine klinischen Komplikationen hervorriefen. Die Kombination aus dem α2-Agonisten Medetomidin und dem dissoziativen Anästhetikum Ketamin führt beim Eurasischen Luchs in der verwendeten Dosis zu einer sicheren, effektiven und antagonisierbaren Immobilisation, die für kleine chirurgische Eingriffe und Managementmaßnahmen geeignet ist.

Abstract:

A modern anesthesia and immobilisation procedure was developed for the Eurasian Lynx (Lynx lynx). Data supported by statistical analysis of a comprehensive anesthesia monitoring are presented for the first time for this feline species. In order to avoid undue harm to the subjects, none or minimally invasive monitoring techniques were used, which are suitable for use both in clinical environment and under field conditions. Based on observations of reflex activity, pain sensitivity, muscle relaxation, respiratory, circulatory and metabolic functions, the clinical suitability and veterinary practicability of the medetomidine/ketamine anesthesia were demonstrated. The experiment was carried out on 17 animals in predominantly standardized conditions. Gender, as well as age and weight classes were taken into consideration. Age of the 10 male (1 castrated male) and 7 female lynxes varied from 3 to almost 14 ½ years with body weights varying from 16,8 kg to 35 kg.

After estimating the body weight of the subject, 0,03 mg/kg medetomidine and 3 mg/kg ketamine were injected from a distance (actual dosages were found to be 0,0319 ± 0,0031 mg/kg medetomidine and 3,19 ± 0,31 mg/kg ketamine after weighing the subjects). All experimental remote immobilisations were carried out in conjunction with diagnostic and/or therapeutical measures. Reflex activity, pain sensitivity, muscle relaxation, respiratory rate, end-tidal carbon dioxide (capnography), peripheral oxygen saturation (pulse oximetry), heart rate, indirect blood pressure measurement, capillary refill time, mucous membrane colour and thermoregulation were documented every 5 minutes (15 min-45 min after injection) in a specially created anesthesia protocol. Data from the electrocardiograph and venous blood gas analysis (inclusive of acid-base-state) were recorded every 10 minutes (15/20 min-45/50 min after injection).

Mean induction phase lasted 0:10:21 ± 0:03:26 [h:min:sec], mean tolerance phase 0:50:27 ± 0:08:42 [h:min:sec] and mean recovery phase 0:13:56 ± 0:07:53 [h:min:sec]. The tolerance phase showed a very good anesthetic depth with pronounced peripheral analgesia and complete muscle relaxation.  Capnography, pulse oximetry, indirect blood pressure measurement, electrocardiography and mobile blood gas analysis proved to be reliable none or minimally invasive methods for anesthesia monitoring under field conditions. Excitability of the papillary light reflex (p=0,0031), end-tidal carbon dioxide levels (p=0,0002), peripheral oxygen saturation (p=0,0098), venous oxygen partial pressure (p=0,0026) and venous carbon dioxide partial pressure (p=0,0030) increased significantly in the course of anesthesia from minute 15 to minute 45. Excitability of the corneal reflex (p=0,0063), heart rate (p<0,0001), diastolic blood pressure (p=0,0216) and body temperature (p<0,0001) decreased significantly in the same period. All other parameters remained unchanged during anesthesia or the changes were statistically nonsignificant. The i.m. application of atipamezole at 5 times the dosage of the administered medetomidine proved to be a suitable method of antagonizing the medetomidine effect quickly and effectively.

The results show that systemic and organ-specific effects of the medetomidine/ketamine anesthesia were compensated by endogenous regulatory mechanisms of the lynxes and did not cause clinical complications in healthy animals. In the dosages described above, the combination of the α2-agonist medetomidine and the dissociative anesthetic ketamine leads to a secure, effective and antagonizable immobilisation, which is suitable for minor surgical and management procedures for the Eurasian Lynx.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 09:14

FRANCKE, R. (1989)

Ein Beitrag zur Gewinnung, Beurteilung und Konservierung von Sperma nicht domestizierter Paar- und Unpaarhufer.

Observations in the collection, evaluation and preservation of semen of non domestic even-toed and odd –toed ungulates.

Vet. med. Dissertation

132 S.

Klinik f. Klauentierkrankheiten und Fortpflanzungskunde, Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin und
Zoo Berlin

Zusammenfassung:

Im Berliner Zoo wurden bei Tieren aus den Ordnungen der Paarhufer (Artiodactyla) und der Unpaarhufer (Perissodactyla) Spermagewinnungsversuche mittels Elektroejakulation durchgeführt. Die Elektroejakulationen erfolgten, wenn Tiere aufgrund einer Routineuntersuchung, einer Behandlung oder Umsetzaktion ohnehin anästhesiert werden mussten. Als Samenspender standen aus der Familie der Hornträger (Bovidae) 18 Individuen zwölf verschiedener Spezies, aus der Familie der Hirsche (Cervidae) elf Individuen zehn verschiedener Spezies, aus der Familie der Kamele (Camelidae) fünf Individuen aus zwei Arten und aus der Familie der Altweltschweine (Suidae) ein Hirscheber zur Verfügung. Ferner wurde eine Elektroejakulation bei einem Grevy-Zebra aus der Familie der Pferde (Equidae) und bei einem Schabrackentapir aus der Familie der Tapire (Tapiridae) durchgeführt.

Bei dem Reizgerät handelte es sich um einen Wechselstromgenerator, der sinus-artige Reizwellen über eine Frequenz von 22 Hertz erzeugte. Die Untersuchungser-gebnisse der Ejakulate und der Morphologie der Spermien der Einzeltiere werden angegeben. Betrug der Anteil vorwärtsbeweglicher Spermien in einem Ejakulat mehr als 50%, wurde das Sperma geteilt, mit Tris- und Lactose-Verdünner konfektioniert und kryokonserviert.

Hinsichtlich der Auftauergebnisse des Gefrierspermas der Hirsche ergab der Ver-gleich der beiden Verdünner keine deutlichen Unterschiede. Bei den Hornträgern fiel in mit Lactose-Verdünner konfektioniertem Sperma der Verlust an intakten Kopfkap-pennach dem Auftauen in elf von zwölf Fällen gegenüber dem Tris-Verdünner geringer aus.

Summary:

At Berlin Zoo semen collection by electroejaculation was examined in artiodactylids and perissodactylids. As semen donator were available out of the family of bovids 18 specimen (12 species)w. out of the family of deers 11 specimen (10 species), out of the family of camelids 5 specimen (2 species), one babirusa (Suids), one Grevy’s Zebra (Equids) and one Malayan Tapitr (Tapirs).

The stimulator delivered sine-wave alternating current at a frequency of 22 Hertz. The results of the evaluation of semen and of the morphology of the spermatozoa were specified. Semen was split into two equal parts if progressive motility of the spermatozoa was classified more than 50%. The portions were diluted in Tris- and Lactose-extender.

Postthaw evaluation of the frozen semen of deer showed no distinct difference between both extenders. Spermatozoa of horned ungulates showed minor acro-some damages in eleven of twelve cases if semen was preserved with Lactose-diluent.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 08:43

HONIGS, S. (2000)

Verhaltensbeobachtungen am Gundi (Ctenodactylus gundi).

Behavioral observations at Gundi (Ctenodactylus gundi)

Diplomarbeit

Institut Zoologie II der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, (Betreuung: Prof. Dr. H. Greven) und
Aquazoo/Löbbecke-Museum Düsseldorf (Direktor: Dr. W. Gettmann)

Zusammenfassung:

Der Gundi (Ctenodactylus gundi Rothmann, 1776) ist ein Nagetier aus der Familie der Kammfinger (Ctenodactylidae). Die Kammfinger gehören offenbar zu den ältesten Nagerfamilien. Die Familie enthält vier Gattungen, Pectinator, Felovia, Massoutiera und Ctenodactylus mit den Arten Pectinator spekei (Buschschwanz-Gundi), Felovia vae (Senegal-Gundi), Massoutiera mzabi (Sahara-Gundi), Ctenodactylus vali und Ctenodactylus gundi, den eigentlichen Gundi.

Gundis leben in den Wüsten und Halbwüsten Nordafrikas zwischen dem vierten und 34. nördlichen Breitengrad, und kommen dort in Felsregionen bis 2300m Höhe vor. Es gibt aber keine näheren Angaben darüber, in welchen Höhenlagen sich die Tiere bevorzugt aufhalten. Die Gundis leben in Familienverbänden. Die von Gundi- Kolonien besiedelten Gebiete können 0,1-25 h (STORK, 1988) groß werden. Wie viele Tiere in einer Kolonie leben ist nicht näher bekannt. GEORGE (1981) gibt Größenordnungen von etwa 10 Tieren/ Hektar und Kolonie an. Die Tiere bewohnen ihr Territorium das ganze Jahr über und verbleiben dort offenbar für mehrere Jahre (GEORGE, 1974).

Über einen Zeitraum von 10 Monaten (März bis Dezember 1999) wurden 5 Gruppen ( 4,3; 1,2; 1,1; 1,1 und 1,1) von Gundis im Aquazoo/Löbbecke-Museum beobachtet, ihr Verhalten protokolliert und z.T. quantifiziert.

Die Gundis sind besonders in den Morgen- (07:00- 09:00 Uhr), den Nachmittags- (14:00- 16:30 Uhr) und Abendstunden (18:00- 19:00 Uhr) aktiv, d.h. sie suchen nach Futter, fressen, klettern, putzen und sonnen sich und ruhen. Vor allem von 09:30 bis 17:30.
Gundis sonnen sich durchschnittlich 33 %, ruhen 29,1 %, fressen 9,9 %, putzen sich 8,2 % und wenden für sonstiges Komfortverhalten z.B. Sandbaden, sich Strecken u.a., 5,3 % pro Tag auf. Die restlichen Aktivitäten (u.a. Klettern, Buddeln, Pfeifen) beanspruchen 14,5 %.
In einer großen Gruppe (4,3) besteht zwischen den Männchen eine lineare Rangordnung. Nach dem Tod eines Weibchens (Nr. 1) schien das vormals dominante Männchen seine Vormachtstellung eingebüßt zu haben.

Gundis sind relativ scheu. Um Artgenossen vor Gefahren zu warnen, geben sie verschiedene Warnrufe ab. Es können Alarmrufe und Panikrufe unterschieden werden. Sobald sich ihnen ein Alttier nähert, geben auch die Jungtiere zwitschernde Laute von sich. In den Morgenstunden lassen die Tiere ein Morgenkonzert hören.

Besonders beliebt sind fetthaltige, seltener hartschalige Trockenfuttersorten. Von Frischfutter werden faserige Pflanzen bevorzugt aufgenommen.
Erwachsene Gundis haben einen Trockenfutterverbrauch von etwa 10,8 g/ Tag. C. gundi kann das Futter mit den Vorderfüßen festhalten. Die Feuchtigkeit, welche in täglichen Frischfuttergaben enthalten ist, genügt den Tieren; eine zusätzliche Wassergabe ist bei ausreichender Frischfutterversorgung nicht notwendig.

Gundis bevorzugen feste Kotplätze, z.B. vor den Steinwänden und an den Eingängen der Höhlen, auf dem Sandboden. Wahrscheinlich markieren die Tiere mit Urin und/oder Sekret aus Suprakaudal- und Perianaldrüsen, indem sie mit dem Hinterteil über Gegenstände wie Holz und Steine rutschen.
Paarungen finden nach Nagerart statt. Das Männchen scheint nicht um das Weibchen zu werben. Bestimmte Paarungszeiten konnten nicht festgestellt werden.

Zwillingsgeburten waren häufiger, als Einzelgeburten. Eine Steißgeburt konnte gefilmt werden. Die Jungen sind Nestflüchter das Geburtsgewicht liegt zwischen 24 und 40 g. Die Jungen nehmen kontinuierlich an Gewicht zu.

Alle Individuen einer Gruppe sind an der Brutpflege der Jungtiere beteiligt, sobald die Jungtiere ein Alter von etwa 3 Tagen erreicht haben. Besonders das dominante Männchen und die Mutter verjagen in den ersten 3 Lebenstagen die restlichen Mitglieder der Gruppe von den Jungtieren.
Gundis sind gesellig lebende Tiere. Gruppenfremde Artgenossen werden allerdings heftig attackiert.

Abstract:

The Gundi (Ctenodactylus gundi Rothmann, 1776) is a rodent of the family of comb fingers (Ctenodactylidae). The comb fingers seem to belong to the oldest rodent families. The family contains four genera, Pectinator, Felovia, Massoutiera and Ctenodactylus with the types Pectinator spekei (bush-tailed Gundi), Felovia vae (Senegal-Gundi), Massoutiera mzabi (Sahara Gundi), Ctenodactylus vali dated and Ctenodactylus gundi, the actual Gundi.
Gundis live in deserts and semi-deserts of North Africa between the fourth and 34th degree of north latitude, here in rocky areas up to 2300 m altitude. But there are no details about where altitudes the animals residing preferred. The Gundis live in family groups. The populated areas of Gundi colonies can be large 0.1-25 h (STORK, 1988). How many animals live in a colony is not known in detail. GEORGE (1981) indicates orders of magnitude of about 10 animals / ha and colony. The animals inhabit their territory throughout the year and remain there apparently for several years (GEORGE, 1974).

Over a period of 10 months (March to December 1999) were 5 groups (4.3, 1.2, 1.1, 1.1 and 1.1) of Gundis (Ctenodactylus gundi) in Aquazoo / Löbbecke Museum observed logged their behavior and sometimes quantified.

The Gundis are especially in the morning (open from 07:00 - 09:00 clock), the afternoon (14:00 - 16:30 clock) and evening hours (18:00 - 19:00 clock) active, they forage, eat, climb, preen and bask in the sun and rest. Especially 9:30 to 17:30.
Gundis basking average of 33%, 29.1%, rest, eat 9.9% to 8.2% clean and apply for other comfort behavior eg Sand bathing, to, inter alia, routes, to 5.3% per day. The remaining activities (including climbing, digging, pipe ren) 14.5%.
In a large group (4.3) is a linear hierarchy among the males. After the death of a female (No. 1) seemed to be the formerly dominant male to have lost its supremacy.

Gundis are relatively shy. To warn conspecifics from danger, they emit different alarm calls. Alarm calls and panic calls are distinguished. Once approaches them an old animal, also give the young chirping sounds. In the morning hours, the animals giving a morning concert.
Especially popular are fat, rare hard-shelled dry foods. From fresh fodder fibrous plants are preferentially taken up.
Adults Gundis have a dry feed consumption of about 10.8 g / day. C. gundi can hold the food with his front feet. The moisture contained in fresh daily concentrate intake, the animals sufficient; an additional water transfer is not necessary with adequate fresh food supply.
Gundis prefer solid excrement-places, such as before the stone walls and at the entrances of caves, on sandy soil. Probably mark the animals with urine and / or secretion from suprakaudal and perianal glands by slipping to the back part on objects such as wood and stones.
Pairings are rodent typical. The male does not seem to woo the female. Certain mating seasons could not be found.
Twin births were more common than single births. A breech birth was filmed. The young are precocial birth weight is 24-40 g The offspring are steadily gaining weight.

All individuals of a group involved in brood care of the offspring as soon as the pups have reached an age of about 3 days. Especially the dominant male and the mother chasing off the remaining members of the group of young animals during the first 3 days of their live.
Gundis are gregarious animals. Group foreign conspecifics are, however, hardly attacked.

Literatur:

  • GEORGE, W., 1974: Notes of the ecology of Gundis (F. Ctenodactylidae). Symp. Zool. Soc. Lond. 34, 143-160
  • GEORGE, W., 1981: Species-typical calls in the Ctenodactylidae (Rodentia). J. Zool., Lond. 195, 39-52
  • STORCH, G., 1988: Kammfinger oder Gundis, 296-299 In: Grzimeks Enzyklopädie. Säugetiere Bd. 3, Kindler Verlag
  • HONIGS, S., GETTMANN, W. & GREVEN, H. (2001): In: Advances in Ethology 36, Contributions to the XXVII International Ethological Conference, Tübingen, Germany 22-29 August 2001 (Edited by R. Apfelbach, M. Fendt, S. Krämer, B.M. Siemers): “Notes on the behaviour of Gundis (Ctenodactylus gundi)”, S. 177.
  • HONIGS, S., GETTMANN, W. & GREVEN, H.(2002): „Verhaltensbeobachtungen an Gundis (Ctenodactylus gundi Rothmann, 1776).“ Der Zoologische Garten N. F., 72 (2002) 2, S. 68-100.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 11:38

ZENZINGER, S. (2008)

Zur Kommunikation von im Zoo gehaltenen Schabracken- und Flachlandtapiren (Tapirus indicus und Tapirus terrestris) - Experimentelle Untersuchungen und Befragung des Pflegepersonals.

Dr. rer. nat. Dissertation

434 Seiten

Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
1. Gutachter: PD Dr. Udo Gansloßer
2. Gutachter: Prof. Dr. Martin S. Fischer
Zoo Berlin, Zoo Dortmund, Tiergarten Heidelberg, Münchener Tierpark Hellabrunn, Parc Zoologique et Botanique de Mulhouse, Tiergarten Nürnberg, Zoo Osnabrück

Voller Text

Zusammenfassung:

Tapire wurden bislang im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Nashörnern und Pferden bei Studien zur Kommunikation deutlich weniger beachtet. Ziel der vorliegenden Studie war es daher zu überprüfen, welche Reize Informationen für die Kommunikation bei Tapiren bergen. Zu diesem Zweck wurden die Reaktionen von Tapiren auf olfaktorische (Kotproben männlicher Tapire), akustische (Playback verschiedener Tierstimmen) und optische Reize (Plakate mit bearbeiteten Tapirsilhouetten) untersucht sowie das Pflegepersonal zur Wahrnehmung und Kommunikation bei Tapiren befragt. Die Forschungsaufenthalte fanden während der Jahre 2004, 2005 und 2006 in den Zoologischen Einrichtungen der Städte Berlin, Dortmund, Heidelberg, München, Nürnberg, Osnabrück und Mulhouse (Frankreich) statt. Insgesamt wurden 30 Individuen, davon 13 (8.5) Schabrackentapire (Tapirus indicus) und 17 (7.10) Flachlandtapire (Tapirus terrestris) in die Versuche einbezogen.

Unterschiede im Interesse der Tapire an den einzelnen Kotproben lassen auf die Perzeption geruchlicher Informationen gemäß der „Scent-Matching“- und der „Mate-Choice“-Hypothese schließen. Die Reaktionen der Tapire konnten jedoch weder mit dem Alter der Probe liefernden Tiere noch entsprechend der „Hamilton-Zuk-Hypothese“ mit deren Parasitenstatus in Zusammenhang gebracht werden. Die Playbackexperimente konnten zeigen, dass Tapire zwischen den Stimmen verschiedener Tierarten unterscheiden. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass die Reaktionen der Tapire in deren Phylogenese begründet liegen. Das Interesse fiel jeweils bei der eigenen Spezies, gefolgt von den nächstverwandten Arten am stärksten aus. Die Resultate des optischen Versuchs mit verschieden stark bearbeiteten Tapirsilhouetten sprechen für die Bedeutung der weißen Ohrränder als familienspezifischen Schlüsselreiz. Dieser konnte jedoch durch mehr Weiß in der Silhouette nicht verstärkt werden. Die Tapire beider Arten haben auf eine unveränderte Tapirsilhouette, gefolgt von einer Silhouette ohne Rüssel, am stärksten reagiert. Die befragten Pfleger platzierten sowohl bei der Einschätzung der Wahrnehmung von Tapiren als auch bei der Beurteilung derer Kommunikationsformen die Bedeutung der Olfaktorik und die der Akustik vor die der Optik.

Diese Dissertation hat eine solide Basis für weiterführende Studien zur Kommunikation bei im Zoo gehaltenen Tapiren geschaffen. Am Ende der Arbeit werden daher Anregungen für aufbauende Studien zur Kommunikation und Partnerwahl sowie auch für Experimente zur olfaktorischen, akustischen und optischen Lebensraumbereicherung bei Tapiren gegeben.

 Abstract:

Tapirs, unlike their relatives, rhinos and horses, have received considerably less attention in studies on communication until now. Therefore, it was the aim of this study to test which stimuli contain communicational information for tapirs. For this purpose, the reactions of tapirs on olfactory (faeces of male tapirs), acoustical (playback of different animal voices) and optical stimuli (posters with edited tapir silhouettes) were examined and the animal keepers were questioned on tapir perception and communication. Research visits took place at the zoos of Berlin, Dortmund, Heidelberg, Munich, Nuremberg, Osnabrück (Germany) and Mulhouse (France) during the years 2004, 2005 and 2006. A total of 30 individuals, thereof 13 (8 males and 5 females) Malayan tapirs (Tapirus indicus) and 17 (7 males and 10 females) Lowland tapirs (Tapirus terrestris) attended the experiments.

 

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Freitag, 15 Juni 2018 14:42

NAGEL, R. (2011)

Das Diverticulum pharyngeum beim männlichen, adulten Hirscheber (Babyrousa sp., Perry 1811).

 Vet. med. Diplomarbeit

44 Seiten,  19 Abildungen

Veterinärmedizinische Universität Wien, Institut für Anatomie, Histologie und Embryologie (Betreuung: A. Univ.-Prof. Dr. med. vet. G. Weissengruber) und Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma, Stuttgart (Sektionsmaterial)

Voller Text

Zusammenfassung:

Das Diverticulum pharyngeum eines männlichen, adulten Hirschebers (Babyrousa babirussa) wurde im Rahmen einer morphologischen Fallstudie untersucht.Neben makroskopisch morphologischen Ergebnissen wurden auch histologische und radiologische (CT) Befunde erfasst und diskutiert.

In der makroskopisch anatomischen Untersuchung stellte sich die Rachentasche des Hirschebers als ein in seiner ganzen Länge von einem medianen Septum durchzogener Schleimhautsack dar, der somit im Unterschied zu anderen Schweinearten paarig angelegt erscheint. Der Eingang in die Aussackung besteht aus zwei ca. 1 cm langen, schlitzförmigen und sagittal orientierten Öffnungen, welche in einem transversalen Abstand von 2 cm liegen und sich knapp rostroventral des Ursprunges des M. longus capitis sowie rostrodorsal des Arcus palatopharyngeus befinden. Das entlang seiner ganzen Ausdehnung durchgehend 3 cm breite und etwa 20 cm lange Diverticulum pharyngeum wird von seinem Eingang bis zum caudalen Ende auf Höhe des siebten Halswirbels dorsal von den Mm. longus capitis und longus colli, ventral vom Ösophagus begrenzt. Am caudalen Ende der Rachentasche isolieren sich die beiden Lumina der Struktur und bilden zwei hornähnlich geformte Endzipfel, von denen der linke um einen halben Zentimeter länger ist als der rechte.

Die Schleimhautauskleidung des Divertikels besteht aus einem mehrreihigen, hochprismatischen Flimmerepithel, welches von lockerem Bindegewebe unterlagert wird, in das muköse Drüsen und einzelne quergestreifte Muskelfasern eingebettet sind. Elastische Fasern sind in dem das Divertikel umgebenden Bindegewebe nur in geringem Maß nachweisbar und lassen nicht auf eine ausgeprägte Dehnbarkeit des Gebildes schließen.

Summary:

In this diploma-thesis the pharyngeal diverticulum from a male, adult babirusa (Babyrousa babirussa) was examined as a morphological case study.
Besides macroscopic anatomical findings as well as histological and radiological (CT) findings were recorded and discussed.

The pharyngeal diverticulum of the babirusa is a sack-like structure divided by its median septum. Two slit-like openings with a length of approximately 1 cm lead into this sack. The openings are situated rostroventral of the M. longus capitis and rostrodorsally of the Arcus palatopharyngeus. The pharyngeal diverticulum has a constant width of about 3 cm and a length of about 20 cm. Its caudal end lies on a level with the seventh cervical vertebra. The Mm. longus capitis and longus colli are situated dorsal of the diverticulum and the oesophagus lies ventral. The diverticulum ends with two horn-like pouches. The left pouch is approximately 0.5 cm longer than the right one.

The mucosal lining of the diverticulum consists of pseudostratified columnar epithelium. In deeper layers loose connective tissue, mucous glands and dispersed muscle fibres are discernible. Only a few elastic fibres can be found in the wall of the diverticulum and therefore it is assumed that the pharyngeal diverticulum of the babirusa is not an elastic structure.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx