Donnerstag, 14 Juni 2018 15:50

LIMPINSEL, A. (2007)

Aspekte des Verhaltens Afrikanischer Elefanten (Loxodonta africana) im Zoo – Nachtverhalten und das Verhalten eines jungen Elefantenbullen in der Kuhgruppe.

Diplomarbeit

90 Seiten.

Fakultät Biologie und Geographie, Universität Duisburg-Essen
Leitung: Prof. Dr. Hynek Burda
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

Die Untersuchung des nächtlichen Verhaltens dreier Elefantenkühe lieferte eine mittlere Gesamtliegendauer zwischen 92,08 min und 256,25 min, die sich auf ein bis fünf Schlafintervalle verteilte.
Die durchschnittliche Länge der Schlafintervalle schwankte zwischen 23,89 min und 80,51 min. Zwei Nächte lang legte sich DAISY gar nicht ab.
Die Mehrheit der Verhaltensweisen ließ im Laufe der Nacht ein klares Muster erkennen, wobei dieses Muster je nach Tier verschieden war. Für die Tiere DAISY und ETOSHA ergaben sich sehr ähnliche Aktivitätsbudgets und Schlafmuster, welche mit Berichten aus Wildbahn und Haltung übereinstimmen. Ein Peak für das Liegen existierte bei den beiden genannten Tieren zwischen 03.00 Uhr und 05.00 Uhr. SAIWAs Nachtverhalten wich von diesen Ergebnissen stark ab. Ihre Aktivität ließ erst am frühen Morgen nach, wenn die der anderen Kühe wieder zunahm. Ihre Hauptschlafzeit begann vermutlich erst nach 06.00 Uhr.
Während DAISY, die tagsüber viel webte, nachts wenig stereotypierte, verbrachte SAIWA durchschnittlich mehr als 15% der Nacht mit Weben und stereotypen Laufen, obwohl sie sich tagsüber unauffällig verhielt. Möglicherweise werden ihre Stereotypen durch die Haltung der Tiere in Einzelboxen begünstigt, da die Kuh den Kontakt zum Nachbartier ETOSHA zu suchen schien. Auf Grund der Erkenntnisse über das stereotype Verhalten SAIWAs und der positiven Erfahrungen, die bereits in anderen Zoos mit der Haltung von Elefanten in Freilaufstallungen gemacht wurden, wird die Empfehlung für einen beaufsichtigten Testlauf einer solchen Haltungsform für drei Elefantenkühe im Zoo Duisburg ausgesprochen.
Die Verhaltensbeobachtung des Elefantenbullen SHAKA zeigte, dass die Einteilung der Verhaltensweisen von Elefanten in Kategorien ein verfälschtes Bild des Verhaltens erzeugen kann. Dies ist damit zu erklären, dass verschiedene Verhaltensweisen mit mehreren unterschiedlichen Bedeutungen belegt sein können, deren Grenzen teils fließend sind. Im Verhalten des jungen Elefantenbullen stellten soziale Interaktionen eine bedeutende Komponente dar, wobei zwischen ihm und der Kuh DAISY eine soziale Inkompatibilität zu herrschen schien.
Zu einer erfolgreichen Nachzucht wird es am ehesten mit der Elefantenkuh ETOSHA kommen, da der Bulle sie beim Reproduktionsverhalten signifikant bevorzugte. Obwohl ETOSHA und SHAKA Verhaltensweisen zeigten, die auf eine Kopulation zusteuerten, kam es nicht dazu, da es dem Bullen vermutlich an Erfahrung mangelte. Dies könnte auf seine Herkunft aus einer Culling-Aktion und der damit verbundenen frühen Auflösung des Familienverbandes zurück zu führen sein.
Obwohl der Bulle bislang noch nicht nachgezüchtet hat, ist dieses Verhalten nicht verfrüht als abnormal zu bezeichnen, denn in der Wildbahn kommen Elefantenbullen teils erst mit einem Alter von mehr als 30 Jahren zu Paarung. DA er Verhaltenszüge eines noch von der Mutter geführten Tieres zeigte, hat er möglicherweise die soziale Reife für eine ernsthafte Paarung noch nicht erreicht. Der Vergleich der Hormonwerte der Kühe mit den Verhaltensbeobachtungen des Bullen lieferte Hinweise darauf, dass man an dem Verhalten des Bullen den reproduktiven Status der Kühe ablesen kann.
Das erlangte Wissen um die Zusammenhänge des Sozial- und Reproduktionsverhaltens des Bullen mit der hormonellen Kondition der Kühe könnte möglicherweise für tiergärtnerische Zwecke genutzt werden. Es wird angeregt, ein gezieltes Training mit dem Bullen zu beginnen, bei dem dieser unter der Aufsicht der Tierpfleger Genitalchecks bei den Kühen durchführt. Aus der Frequenz dieser Verhaltensweise könnten direkt Hinweise auf den reproduktiven Status der Kühe ablesbar sein.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:45

KUNKIS, N. (1996)

Untersuchung zum Einfluss des Publikums auf das Verhalten dressierter Delphine.

STaatsexamensarbeit

117 Seiten.

Fachbereich Biologie, Universität Dortmund
Leitung: Prof. Dr. Bernhard Verbeek
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

Im letzten und abschließenden Teil meiner Auswertung bzw. Untersuchung im Duisburger Delphinarium möchte ich, bezogen auf meine Haupthypothese, die besagt, dass kein Einfluss durch das Publikum auf das Verhalten dressierter Delphine vorhanden ist, die Ergebnisse der Teilhypothese zusammenfassen.
Zur besseren Übersicht habe ich jene Ergebnisse in einer Tabelle aufgeführt, in der ein Einfluss des Publikums auf das Delphinverhalten mit ‚positiv‘ und ein nicht vorhandener mit ‚negativ‘ gekennzeichnet wird (s. Tabelle 7). Betrachtet man nun in dieser Übersicht die festen und geplanten Bestandteile der Vorführung (Ballschießen/Sprünge/Bootsfahr/Hochbälle I/Körperbeherrschung), erkennt man deutlich, dass keine durch die Einflussfaktoren des Publikums ausgelösten Verhaltensveränderungen bei den Delphinen vorlagen. Es könnte daraus geschlussfolgert werden, dass die Delphine schlicht die Vorführungselemente durchführen, um anschließend Futter in der Form von Fisch zu erhalten.
Gleichermaßen negativ fiel auch das Ergebnis für den Bereich ‚Aufforderungen/Verweigerungen‘ aus. Diese Untersuchung bezog sich allerdings auf kein spezielles Element, sondern auf die Mitarbeit der Delphine während der gesamten Vorstellung. Wie bereits in der Auswertung beschrieben, liegt die Erklärung dessen wahrscheinlich in der Tatsache der verschiedenen Charaktere und wechselnden Tagesformen der drei Tümmler begründet.
Führt man sich schließlich die ‚Sonderaktionen‘ sowie das ‚Bälle-Hinausstupsen‘ der Delphine vor den Vorführungen vor Augen, handelt es sich um buchstäblich spontanes, nicht zum planmäßigen Vorführungsablauf zugehöriges Verhalten der Tiere. In beiden Fällen, ‚Sonderaktionen‘ und ‚Bälle-Hinausstupsen‘, scheint die Anzahl des Publikums mit der jeweiligen Lautstärke einen Einfluss auf das Verhalten der Tiere auszuüben.
Ausschließlich die Momente der Durchführung der Sonderaktionen sind im Hinblick auf das negative Ergebnis nicht durch da Publikum (vorausgehender Applaus) hervorgerufen. Abschließend kann man also nach dieser, über einen relativ kurzen Zeitraum stattgefundenen Untersuchung sagen, dass sich die Delphine während der planmäßigen Vorführungselemente nicht durch die Zuschauer beeinflussen lassen. Das Publikum übt jedoch eine Wirkung auf die Delphine in der Hinsicht aus, dass spontane, der geplanten Vorführung abgesonderte Verhaltensweisen, ausgeführt werden.

 

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Fachbereich Biologie, Prof. Dr. Bernhard Verbeek

Universität Dortmund

Zoo Duisburg

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Dienstag, 19 Juni 2018 15:42

KLOCKENKÄMPER, M. (1988)

Verhaltensbeobachtungen an der Fossa (Cryptoprocta ferox  Bennett 1833).

Diplomarbeit

176 Seite

Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Rheinische Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn
Leitung: Prof. Dr. H.-M. Zippelius
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine ausführliche Beschreibung des Verhaltens von Cryptoprocta ferox, die eine Ergänzung und Vervollständigung der bisher fragmentarisch oder schwerpunktmäßig vorliegenden Kenntnisse liefern soll.

Im Hinblick auf die umstrittene systematische Zuordnung der Fossa zu den Feliden bzw. zu den Viverriden ist die Bedeutung von Verhaltensbeobachtungen nicht zu unterschätzen. Bedingung für die taxonomische Aussagekraft von Verhaltensweisen annehmen, die bei allen beobachteten Exemplaren in annähernd gleicher Form auftreten und die eine lebenserhaltende bzw. die Überlebenschancen des Erbguts erhöhende Funktion erkennen lassen.

Auf der Grundlage der bestehenden Systematik und damit unter der Voraussetzung, dass innerhalb der Überfamilie der Felidea eine Homologie der Merkmale besteht, sollen die an der Fossa festgestellten Verhaltensmerkmale mit denen der Feliden und der Viverriden verglichen werden. zur Entscheidung, ob Verhaltensmerkmale für taxonomische Folgerungen brauchbar sind, soll der Vergleich mit den als „out-group“ zu betrachtenden Musteliden beitragen. Einer ausführlichen Verhaltensbeschreibung folgt in dieser Arbeit ein Vergleich mit dem Verhalten von Vertretern aus den oben genannten Familien. Anhand einer Tabelle werden Verhaltensähnlichkeiten aufgelistet. Aus dieser Gegenüberstellung geht hervor, dass Ähnlichkeiten, die Cryptoprocta mit den Feliden zeigt, häufig zugleich Ähnlichkeiten mit den Viverriden sind. Gleichermaßen bestehen Übereinstimmungen zu den Musteliden in den Verhaltensmerkmalen, die Cryptoprocta mit den Katzen teilt. Daraus lässt sich schließen, dass das entsprechende Verhaltensmerkmal entweder konvergent zweimal entstanden oder symplesiomorph ist. Nach diesem Vergleich gibt es kein eindeutiges Verhaltensmerkmal, das die Fossa ausschließlich mit den Feliden gemein hat. Dagegen zeigen sich in der Mehrzahl Ähnlichkeiten zwischen Cryptoprocta und den Viverriden. Es gibt einige Verhaltensmerkmale, die Cryptoprocta ausschließlich mit den Viverriden teilt. Dies spricht für eine Synapomophie der Verhaltensmerkmale.

Aufgrund der vorliegenden Verhaltensbeobachtungen und mit der bisherigen Kenntnis über Vertreter der zum Vergleich herangezogenen Familien lässt sich die Fossa anhand ihrer Verhaltensmerkmale innerhalb der bestehenden Systematik den Viverriden zuordnen.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:39

JUNGNICKEL, S. (2002)

Anatomie des Lokomotionsapparates von Cryptoprocta ferox (Viverridae, Ord.: Carnivora) unter biomechanischen Aspekten.

Diplomarbeit

261 Seite

Zoologisches Institut, Universität Karlsruhe
Leitung: Prof. Dr. Norbert Rieder
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

Verschiedene Autoren haben immer wieder die Katzenähnlichkeit der Fossa betont, und dargestellt, dass Cryptoprocta eine Zwischenform zwischen dem grundlegenden, urtümlichen Carnivorenbauplan, den die Ginsterkatzen repräsentieren, und dem moderneren Katzenbauplan sei, oder eine Primitivform der Katzen. Dies wurde u.a. an der Gebissformel festgemacht (Fossa: 32 Zähne im Vergleich zu den anderen Viverriden mit 44 Zähnen; die meisten Katzen besitzen nur noch 30 Zähne) (MACDONALD 1995). Andere Autoren jedoch wiesen an den Drüsen und den Zähnen viverridentypische Merkmale nach (nach GRZIMEK 1988).

Wie in dieser Arbeit im Kapitel zur Anatomie gezeigt wurde, stimmen tatsächlich viele der Konstruktionseigenschaften der Fossa mit denen der typischen Feliden überein (als Beschleunigungsspezialisten), doch ist dies auf eine ähnliche Spezialisation der Konstruktionen auf Beschleunigung und Ausnutzung der elastischen Wirbelsäule zurückzuführen, die sich in den anatomischen Merkmalen äußern, und nicht auf gemeinsame Ursprünge.

Gemeinsame Merkmale mit den Feliden sind beispielsweise: das fehlende Nuchalligament, das fehlende Sacrotuberalligament, die starke Muskularisierung des Lokomotionsapparates, und die größeren Freiheitsgrade der Bewegungen, darüber hinaus auch z.B. der einheitliche M. sartorius und das Auftreten eines M. soleus. Doch die Fossa besitzt auch viele arteigene oder viverridentypische Konstruktionseigenschaften: die lange Rumpfwirbelsäule ist mit einer starken Kyphose verbunden, und es treten viele Adaptionen an die kletternde Jagd- und Lebensweise auf, wie der semiplantigrade (bedingt plantigrade) Vorderfuß mit 5 langen Zehen. Wie man bei der Durchsicht der Ergebnisse zur Analyse des Tragsystems der Wirbelsäule erkennt, sind an der Wirbelsäulenkonstruktion  der Fossa keine hochspeziellen Vorrichtungen zu finden, sondern lediglich geringe Abweichungen und Modifikationen der Bauweise anderer Carnivoren. Insgesamt hat die Konstruktion der Fossa viele Parallelen bzw. Ähnlichkeiten zur Bauweise der typischen Katze, wenn auch die Kyphose bei der Fossa viel stärker auffällt und die Vorderbeine verkürzter sind. Darüber hinaus ist auch die Bauchmuskulatur straffer als bei der Katze. Auch die Gangarten unterscheiden sich geringfügig von denen der "typischen" Katzenkonstruktion, da die Fossa im Besonderen auch den Trab und das Vertical Looping beherrscht.

Gemeinsame Merkmale mit anderen Viverriden wie beispielsweise Genetta spec. oder Ichneumon albicauda (TAYLOR 1976) sind der M. glutaeofemoralis profundus (der exklusiv bei Viverriden, zumindest bei Genetta genetta und einigen anderen, auftritt), die lange Wirbelsäule, die relativ kürzeren Vorderbeine sowie das Auftreten des M. soleus. Anhand der auftretenden besonderen Muskel- und Skeletteigenschaften lässt sich die Fossa im Rahmen der Konstruktionsanalyse eindeutig dem Viverriden-Konstruktionstypus bzw. den Viverriden zuordnen.

Sogar einige gemeinsame Merkmale mit den Hyaenidae (SPOOR, BADOUX, 1986, 1989) treten auf: auch bei ihnen fehlt das Nuchalligament, und beispielsweise sind die ventralen äußerlichen Halsmuskeln stark verschmolzen. Gemeinsame Merkmale mit den Konstruktionseigenschaften der Musteliden sind beispielsweise der plantigrade Vorderfuß und die Reduktion der Interspinalligamente bei gleichzeitiger Verstärkung der Interspinalmuskulatur zur Flexibilisierung der Wirbelsäule (Martes). Die Reduktion der Interspinalligamente geht bei Cryptoprocta aber nicht ganz so weit und ist gleichzeitig auch mit einer Verstärkung der Aponeurosen der Interspinalmuskeln verbunden, was in Anbetracht der Körpergröße und des -gewichtsbei der Fossa verständlich wird.

Insgesamt ähnelt die Konstruktion von Cryptoprocta ferox  sowohl dem Feliden- als auch dem Musteliden-Bauplan, dabei sind aber viele der Eigenschaften des Tragsystems besonders aufeinander abgestimmt und optimiert, v.a. im Zusammenhang mit der langen Wirbelsäule, der Körpergröße und der kletternden Jagdweise, die mit großer Muskelkraft verbunden ist. Viele Eigenschaften der Fossa bedingen, dass sie Genetta spec. (Viverrinae) - unter den von TAYLOR (1974, 1976) untersuchten Viverriden- am ähnlichsten ist. Eine Entwicklung des Lokomotionsapparates  von Cryptoprocta selbst zu einer typischen Katzenkonstruktion ist kaum zu erwarten, solange das Tier in seiner Nische weiter existieren kann, d.h. die Wälder und die typischen arborikolen Beutetiere erhalten bleiben, und die Konkurrenz mit ausgewilderten Hauskatzen und Haushunden klein bleibt. Bei der Gebiss- und Kiefer-Konstruktion wäre ein fortschreitender Umbildungsprozess zu einer noch katzenähnlicheren Kiefer-Konstruktion denkbar, da diese für das schnelle Töten der Beute am effektivsten ist. Zudem hat sich Cryptoprocta ferox, die etwa seit dem Tertiär vorhanden ist, seit dieser Zeit kaum verändert (PUSCHMANN 1989, SAVAGE 1978). Dies bestätigt die Annahme, dass die Konstruktionseigenschaften des Lokomotionsapparates der Fossa recht "zeitlos" bzw. erfolgreich genug sind, sofern sich das Tier in der geeigneten Umwelt  aufhält. Da von den Viverriden aber oftmals von Geschlechtsdimorphismus  oder –imitationen berichtet wird (MACDONALD 1995), sind (weitere) Veränderungsvorgänge in dieser Hinsicht denkbar.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:33

HÖFERMANN, S. (2004)

Sozialverhalten von Gorillas: Eine Zoostudie im Vergleich mit publizierten Freilandbeobachtungen.

Staatsexamensarbeit

86 Seiten.

Fachbereich Biologie, Universität Dortmund
Leitung: Prof. Dr. Bernhard Verbeek
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

In der Gesamtbetrachtung der in Gefangenschaft lebenden Duisburger Gorillas und den im Freiland lebenden Gorillas ließen sich keine starken und abweichenden Unterschiede in den verschiedenen Verhaltensweisen feststellen. Dies würde bedeuten, dass die meisten Verhaltensweisen angeboren sind, oder dass die Gorillas zumindest einen angeborenen Instinkt aufweisen, was im weiteren Lebenslauf durch Erlernen, Ausprobieren und Beobachten anderer Tiere weiter geprägt und ausgebildet wird. Gorillas, die in Gefangenschaft aufwachsen und leben, muss die Möglichkeit gegeben werden, ihre Bedürfnisse und ihre Verhaltensweisen so ausleben zu können, wie sie dieses im Freiland tun würden. Die geringen Unterschiede zwischen den Duisburger Gorillas und den Freiland-Gorillas weisen darauf hin, dass das Gehege des Duisburger Zoos, die Gruppengröße, die Gruppenkonstellation und die Pflege annähernd an die Bedürfnisse der Gorillas heranreicht. Die relative hohe Anzahl an auftretenden Verhaltensanomalien zeigt jedoch, dass das Leben in Gefangenschaft, so gut auch versucht wird, ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, ein Leben und ein Ausleben ihrer Bedürfnisse und Verhaltensweisen im Freiland nicht ersetzen kann.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:28

HAWKINS, C. E. (1998)

Verhalten und Ökologie der Fossa (Cryptoprocta ferox (Carnivora, Viverridae)) in einem trockenen, laubabwerfenden Wald in Westmadagaskar.

Behaviour and ecology of the fossa (Cryptoprocta ferox (Carnivora, Viverridae)) in a dry deciduous forest, western Madagascar.

Dissertation

146 Seiten.

Institute of Biological and Environmental Sciences, University of Aberdeen, Schottland
Leitung: Prof. Dr. Paul Racey
Zoo Duisburg

Abstract:

Several observed aspects of the fossa’s behaviour and ecology were not those predicted according to current theory. This was taken as an indication that the study of mammalogy requires a larger contribution from work on tropical forest mammals. It was further proposed that at least some of the unexpected attributes found in the fossa may be peculiar to species with an extremely low population density relative to body size. In the fossa, the low population density found was in turn attributed to the high proportion of primates in its diet.
None of the reserves in Madagascar were predicted to contain a population of fossas that is likely to be viable. Recommendations were made for a strategy for the conservation of the fossa, specifically to establish larger forest reserves, with a suggested minimum area of at least 2000 km².
Recommendations were made for further research, especially to carry out extensive radio-tracking work and dietary analysis in other areas, allowing investigation of population densities and mating system in other forest types and a generalization of the fossa’s habitat requirements. Captive work and genetic analysis also has the potential to explain many of the questions arising from the present study. Work on other tropical forest carnivores, which is very rare in the literature, is also strongly recommended.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:04

GREGOR-BÄHR, S. (1999)

Koalas in einem europäischen Zoo und ihre Wirkung auf Kinder.

Staatsexamensarbeit

94 Seite

Fachbereich Biologie, Universität Dortmund
Leitung: Prof. Dr. Bernhard Verbeek
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

Zusammenfassend kann von einer grundlegend positiven Wirkung der Koalas auf Kinder gesprochen werden. Diese positive Art der Betrachtung ist weder altersabhängig noch geschlechtsspezifisch. Die spontanen Aussagen der Kinder und Jugendlichen zeigen die Bedeutung der äußeren Erscheinung. Allein 72% der Schulkinder äußerten sich bereits beim Anblick der Tiere mit „Oh wie süß“.
Die Hypothese, dass Koalas aufgrund ihrer mangelnden Aktivität als eher langweilige Tiere wahrgenommen werden, hat sich nicht bestätigt. Einzig in der Gruppe der Kleinkinder lässt sich Desinteresse bei schlafenden Koalas feststellen.
Obwohl sich die Betrachtungsweise der Kinder und Jugendlichen im Laufe ihrer Entwicklung ändert, bleibt die positive Wahrnehmung bestehen. Je mehr Assoziation mit einem Kuscheltier an Relevanz verliert, gewinnt seine Exotik und das Interesse an seiner Lebensart an Bedeutung. In der Gruppe der Kleinkinder standen die Fragen nach den Namen der Tiere, ob man sie streicheln kann und ob sie beißen, im Vordergrund. Die Schulkinder beobachteten die Tiere intensiver und verglichen die Körperteile des Koalas mit ihren eigenen. Auch das Verhalten der Tiere wird dem eigenen gegenübergestellt.
Im Gegensatz zu diesen beiden Altersgruppen beobachten Jugendlich die Koalas von der eigenen Person unabhängig. Hier stehen ganz andere Fragen und Ansichten im Vordergrund. Die durch seine optische Erscheinung hervorgerufene Sympathie wird durch seinen Seltenheitswert gesteigert. Das Interesse der Jugendlichen liegt überwiegend in den Schutzmaßnahmen, die für den Koala getroffen wurden und in seiner Lebensart. Diese eindeutig positive Wirkung wird durch die Konzeption des Koalahauses unterstützt. Die Wahrnehmung eines Subjekts wird von seinem Umfeld und auch der persönlichen Verfassung beeinflusst. Das Umfeld, in dem man sich zur Beobachtungszeit befindet, ist das Koalahaus. Man kommt von der sehr aktionsreichen (während des Zoobesuchs) in eine ruhigere Beobachtungsphase. Da die meisten Gehege draußen sind und auch ein großer Teil der Tiere aktiv ist, empfindet man das Koalahaus als sehr entspannend. Da man in diesem Haus vergleichsweise wenig zusätzlichen Reizen ausgesetzt ist, empfindet man eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Schlafende Koalas strahlen eine gewisse Harmonie aus und wirken beruhigend. Selbst in ihren aktiven Phasen sind ihre Bewegungen überwiegend bedächtig. Fern ab von Stress und Lärm geht ein bisschen von ihrer Ruhe auf die Besucher über.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:58

DIETERMANN, A. (1996)

Zum Ruhe- und Schlafverhalten von Bären und Kleinbären in Gefangenschaft.

Diplomarbeit

147 Seite

Fachbereich Biologie, Philipps-Universität Marburg
Leitung: Prof. Dr. Friedrich von Hagen
Zoo Duisburg, Zoo Berlin, Zoo Frankfurt, Zoo Gelsenkirchen, Zoo Köln, Zoo Müsnter

Zusammenfassung:

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Ruheverhalten der acht Ursidenarten und von fünf Procyonidenarten in Gefangenschaft. Die Arten waren: Ursidae: Ursus arctos, Ursus maritimus, Ursus, americanus, Ursus thibetanus, Helarctos malayanus, Melursus urinus, Tremarctos ornatus, Ailuropoda melanoleuca. Procyonidae: Ailurus fulgens, Procyon lotor, Nasua nasua, Nasua narica, Potos flavus.

Die Untersuchungen wurden in sechs Zoologischen Gärten durchgeführt: Berlin, Duisburg, Frankfurt, Köln, Münster und Gelsenkirchen. Die Einteilung der Begriffe „Ruhe“, „Rast“ und „Schlaf“ sowie die Definition der Ruhestellungen erfolgt nach Haßenberg (1965), die Datenerhebung wurde mit dem Fokustierverfahren, Stichprobenverfahren und Ad-Libitum-Sampling (alle nach Altmann, 1974) durchgeführt. Hauptuntersuchungspunkte dieser Arbeit sind das Vorkommen und der Anteil unterschiedlicher Ruhepositionen, das Verhältnis von Ruhe und Aktivität, die Wahl verschiedener Ruheplätze, das Vorkommen von Kontaktliegen und stereotype Verhaltensweisen. Bei der quantitativen Auswertung ergaben sich in Bezug auf die Ruhestellungen die folgenden Punkte: Die bevorzugte Raststellung aller untersuchten Arten ist das Ruhesitzen, bei Braun-, Schwarz-, Brillen-, Malaien- und Wickelbären kommen noch die Kauerlage und der Kauersitz hinzu. Die bevorzugte Schlafstellung der meisten Spezies ist die gestreckte Seitenlage, bis auf Malaienbär, Kleiner Panda, Wasch- und Wickelbär, bei denen die Bevorzugung anderer Stellungen als mögliche Folgen der arboricolen Lebensweise diskutiert wurde. Einroll-Lagen kamen in nennenswertem Umfang bei den Ursidae nur beim Großen Panda (Bch) und bei allen beobachteten Procyonidae (Bch, bei Nasenbären nur Se) vor. Die besondere Bedeutung der gestreckten Bauchlage für Eisbären sowie der Rückenlage für Malaien- und Kragenbären wird diskutiert. Alle Arten zeigten unterschiedliche Aktivitätsniveaus, die Großen Pandas waren überdurchschnittlich ruhig, die Lippenbären besonders aktiv. Es wird diskutiert, ob die Ursidae ihren Tagesrhythmus den Besuchszeiten anpassen und die Procyonidae nicht. Bei allen Arten der Ursidae wurde Kontaktliegen beobachtet, wobei das Kontaktliegen von Geschlechtspartnern außerhalb der Ranz, das bei allen Arten außer bei Eis- und Brillenbär sowie Großen Pandas beobachtet wurde, als mögliche Folge der Gefangenschaftshaltung angesehen werden könnte. Das bei den Procyoniden beobachtete Kontaktliegen scheint im Einklang mit den Verhältnissen in Freiheit zu stehen. Nur adulte Kleine Pandas zeigten kein Kontaktliegen. Stereotypes Verhalten kam bei allen untersuchten Spezies, aber nicht in allen Zoogruppen vor. Als mögliche Gründe werden Mangel an Beschäftigung und Reizarmut der Umgebung diskutiert sowie mögliche Konfliktsituationen (nach Holzapfel, 1940). Im Vergleich von juvenilen und adulten Ailurus fulgens konnten infantile und adultiforme Ruhestellungen erkannt werden. Die strittige Stellung von Ailuropoda melanoleuca und Ailururs fulgens im System der Ursidae und Procyonidae wird diskutiert. Die Auswertung des Ruheverhaltens scheint nur begrenzt zur Klärung von Verwandtschaftsverhältnissen beitragen zu können. Für die Gruppierung der Gattungen innerhalb der Familien ergeben sich wenige Anhaltspunkte.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:03

WALDER, S. (2007)

Raum - zeitliche Nutzung und soziale Beziehungen auf einer Gemeinschaftsanlage afrikanischer Großtiere in der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen.

Diplomarbeit

103 Seiten.

Ganzer Text

Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Betreuung: Prof. Dr. W. Böhme
Zoom Erlebnniswelt Gelsenkirchen

Zusammenfassung:

In den letzten Jahren und Jahrzehnten kam es in vielen Zoos der Welt nach einer langen Zeit des baulichen Stillstands wieder zu großen Investitionen. Die zur Verfügung stehenden Mittel sollten dabei nach Möglichkeit so eingesetzt werden, dass sowohl für die einzelnen Tiere und Tierarten als auch für die Besucher optimale Bedingungen entstehen.
Mit dem Umbau des Ruhr-Zoos und der Neugestaltung der verschiedenen Bauabschnitte begann auch ein neues Kapitel der Tierhaltung in Gelsenkirchen. Bereits vorher waren im Ruhr-Zoo unter der Leitung des Dipl. Biologen W. D. Gürtler Gemeinschaftsanlagen geschaffen worden. Doch ein Gelände der jetzigen Größe und mit dieser vielfältigen Artenzusammenstellung wurde in Deutschland zuvor noch nicht realisiert.
Das Gelände der Afrikasavanne in der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen bietet zehn verschiedenen Arten mit zum Zeitpunkt der Untersuchungen knapp 55 Tieren Raum, in einer Artengemeinschaft zusammen zu leben. Bis Mitte 2007 ist die Anzahl der Tiere auf ca. 70 Tiere angewachsen. Durch Zuchterfolge oder weiteren Besatz könnten noch weitere Tiere hinzukommen.
Zum aktuellen Artenbesatz der Afrikasavanne der ZOOM Erlebniswelt gehören:

Equus quagga boehmi (Böhm-Steppenzebra)
Hippotragus niger (Rappenantilope)
Taurotragus oryx (Elenantilope)
Antidorcas marsupialis (Springbock)
Tragelaphus strepsiceros (Großer Kudu)
Struthio camelus (Afrikanischer Strauß)
Leptoptilos crumeniferus (Marabu)
Gyps fulvus (Gänsegeier)
Numida meleagris f.domestica (Helmperlhuhn)
Ceratotherium simum seit Mai 2007 (Breitmaulnashorn)

Die wissenschaftliche Untersuchung konzentrierte sich auf die folgenden vier Kernpunkte:
Wie wird die gesamte Fläche von den verschiedenen Arten der Afrikasavanne genutzt, gleichmäßig oder konzentrieren sie sich auf einzelne Bereiche?
Welche Verhaltensweisen sind wie häufig zu beobachten und wie gestaltet sich das tägliche Aktivitätsbudget der Arten?
Welche Beobachtungen lassen sich in Bezug auf verschiedene Untergrundarten und deren Nutzung machen?
Kommt es auf der Afrikasavanne der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen dazu, dass verschiedene Arten gleichzeitig gemeinsame Flächen nutzen?
Die gesamte Beobachtungsphase fand von Spätsommer bis Herbst 2006 statt. An insgesamt 50 Beobachtungstagen wurden in 203 Stunden und 40 Minuten Daten aufgenommen.
Die Datenaufnahme bestand aus rhythmisch aufgenommen Daten, bei denen der jeweils aktuelle Standort jedes Tieres im Gehege markiert wurde. In der zweiten Hälfte der Beobachtungsphase wurde ergänzend das aktuell gezeigte Verhalten jedes Tieres vermerkt, entsprechend der acht im Arbeitsethogramm enthaltenen Verhaltenskategorien.
Zur Beantwortung der einzelnen Fragen wurden verschiedene Auswertungsmethoden herangezogen.
Eine Analyse mit Hilfe des SP- Indices wurde herangezogen, um die Fragestellung zur Nutzung der neu gestalteten Afrikasavanne zu bearbeiten. Ein SPI- Wert von null weist auf eine absolut gleichmäßige Nutzung hin, während ein Wert von eins anzeigt, dass sich die Tiere der jeweils betrachteten Gruppe nur in einem Quadranten aufhalten. Es wurden die verschiedenen Arten einzeln und einmal die gesamte Gruppe der vergesellschafteten Arten betrachtet.
Die Ergebnisse stellten sich so dar, dass die SPI- Werte der verschiedenen Arten sich um einen Wert von 0,5 verteilten. In der graphischen Auswertung (Teil 3.1) zeigen sich deutlich die bevorzugten Bereiche der einzelnen Arten auf der neuen Anlage.
Der SPI- Wert von 0,39 für die gesamte Gruppe der auf der Fläche beheimateten Arten belegt, dass nahezu die gesamte Fläche von den Tieren genutzt wird. Die graphischen Darstellungen verdeutlichen, dass jede der sechs beobachteten Arten einen ihren Bedürfnissen entsprechenden Bereich gefunden hat und sich dort bevorzugt aufhält. An einigen Stellen zeigen sich auch geringfügige Überschneidungen der Gebiete.
Eine artgerechte Haltung lässt sich unter anderem durch die Dokumentation des täglichen Aktivitätsbudgets der gehaltenen Populationen einschätzen. Zeigen die Tiere ähnliche Verhaltensweisen wie in der Natur und ähnelt ihr Tagesablauf dem in freier Wildbahn, lässt das den Rückschluss zu, dass die Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden. Dazu wurden acht Verhaltenskategorien ausgewählt und während der zweiten Hälfte der Beobachtungsphase zusätzlich erfasst.
Die gesammelten Daten boten einen Einblick in die täglich gezeigten
Verhaltensphasen. Es ist damit z.B. festzustellen, wie viel Zeit die verschiedenen Arten mit der Futtersuche oder mit Ruhephasen verbringen. Bei genauerer Betrachtung der erhobenen Daten konnten Rückschlüsse auf die von Bell/Jarman postulierten Prinzipen des Nahrungserwerbs bei afrikanischen Großsäugern gezogen werden. Es zeigte sich, dass sich die verschiedenen Arten auf dem der afrikanischen Savanne nachempfundenen Gehege so verhalten, wie bereits von Bell und Jarman Ende der 60er Jahre und in den 70er Jahren für frei lebende Arten veröffentlicht wurde.
Die Tiere der Afrikasavanne in Gelsenkirchen ziehen den Tag über wiederholt in längeren Phasen über das Gelände oder äsen. Besonders deutlich wird dies bei A. marsupialis, der in bis zu 80 % der Zeit auf der Anlage Nahrung aufnimmt (‚äsen‘).
Das Gehege soll ein möglichst naturgetreues Abbild der afrikanischen Savanne darstellen. Es wechseln sich große Grasflächen mit sandigen Flächen und Geröllbereichen ab.
Eine weitere Fragestellung galt diesen Gestaltungsmerkmalen: Nehmen die Tiere die gewählten Untergrundarten an und nutzen sie diese auch ihren natürlichen Ansprüchen entsprechend?
Die Auswertung der Häufigkeit und der Art der Nutzung der verschiedenen Untergrundarten sollte darüber Auskunft geben, wie die einzelnen Arten die angebotene Struktur annehmen.
Den Erwartungen entsprechend verbringen die Tiere den Großteil ihrer Aktivitätsphasen auf den Grasflächen der Anlage. Ruhende Tätigkeiten finden vorwiegend auf den Sandflächen statt. Die Untergrundart Geröll wird von allen Arten gemieden.
Besonders auffällig zeigten sich die erhöhten Nutzungsphasen der Untergrundart Pflasterstein. Der häufige und andauernde Aufenthalt der Tiere am späten Nachmittag auf diesen Flächen sowie die Notwendigkeit dieses Untergrunds aus hygienischen Gründen müssen diskutiert werden. Es stellt sich die Frage, ob nach Abhilfe zur Verlagerung des Aktivitätsschwerpunktes gesucht werden muss.
Die Ergebnisse lassen allerdings die Aussage zu, dass die Tiere den unnatürlichen Untergrund akzeptieren und die entsprechenden Bereiche in ihr Territorium integrieren, was aber für die Besucher sehr unattraktiv ist.
Vergesellschaftungen verschiedener Arten dieser Größenordnung gibt es erst seit Kurzem in Zoologischen Gärten. Aus der Feldbeobachtung ist bekannt, dass verschiedene Arten gemeinsame Herden bilden, wenn sie in der Trockenzeit auf der Suche nach Nahrungsquellen umherwandern.
Ermöglicht die Größe der Anlage der ZOOM Erlebniswelt, dass sich verschiedene Arten zusammen schließen oder führt jede Art weiterhin eine opportunistische Lebensweise? Zur Beantwortung dieser Frage wurde untersucht, ob verschiedene Arten gemeinsam bestimmte Bereiche der neuen Anlage nutzen. Über die Raumnutzungsanalyse konnte ermittelt werden, wie häufig sich zwei Arten gemeinsam in einem Quadranten (Grundfläche 100 m2) und zusätzlich mit einem Maximalabstand von 20 m (in zwei aneinander angrenzenden Quadranten) aufhalten.
Diese Ergebnisse ließen ebenfalls Rückschlüsse auf die von den verschiedenen Arten eingehaltenen oder bevorzugten Individualabstände zu. Es stellte sich heraus, dass die meisten Arten einen interartspezifischen Individualabstand von mehr als 20 Metern bevorzugen, aber bei starken Umweltfaktoren (Regen, Wind, Futter) auch bereit sind, sich bis auf wenige Meter Abstand zu nähern.
Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass bei der Auswahl der Tiergruppen die natürliche Artzusammensetzung eines Ökosystems Berücksichtigung fand. Gestaltung und Größe des Geländes ermöglichen sowohl artspezifische Entfaltung wie Kontakte mit anderen Arten und reduzieren Konfliktsituationen durch räumliche Weite und ein vielfältiges natürliches Nahrungsangebot. Sowohl planerisch als auch architektonisch konnte hier ein zukunftsweisendes Konzept verwirklicht werden.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:00

STAVENHAGEN, P. (2014)

Sind Zwergotter "Rechtshänder"?  Eine explorative Verhaltensbeobachtung an zwei Zwergotter-Gruppen (Aonyx cinerea) zur Untersuchung auf Lateralität.

Bachelorarbeit

68 Seite

Institut für Psychologie, Fernuniversität Hagen
Leitung: Prof. Dr. Martina Manns
Zoo Karlsruhe

Zusammenfassung:

Lateralität als eine Form der Gehirnspezialisierung zeigt sich in asymmetrischem Verhalten auf Körperebene und der Bevorzugung bestimmter Gliedmaßen bei Handlungen. Im Rahmen der vorliegenden explorativen Feldstudie, wurde die in diesem Bezug unerforschte Tierspezies Kurzkrallen-Zwergotter (Aonyx cinerea) in zwei Populationen im zoologischen Kontext untersucht. Die Präferenz zur Nutzung einer bestimmten Vorderpfote wurde in vier distinkten Verhaltenskategorien (Tasks) videographisch erhoben. Auf der Ebene der Individuen zeigten die Ergebnisse die Tendenz aller Tiere, eine bestimmte Vorderpfote zu bevorzugen, allerdings nicht signifikant und inkonsistent über die vier Verhaltenskategorien. Nach erfolgter statistischer Auswertung wurde eine Neigung ersichtlich, dass für drei der vier Tasks mehr Individuen den Einsatz der linken Vorderpfote präferierten. Auf Populationsebene zeigte sich in einer Kategorie (Griff in Hohlräume) eine signifikante Präferenz zur Nutzung der rechten Vorderpfote. Weiterhin konnte in der komplexesten Kategorie, Tragen eines Objektes während dreibeiniger Fortbewegung, ein Alterseffekt gezeigt werden, der die Rolle des Lernens bei der Ausbildung von Asymmetrien in den Fokus rückt.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx