Sonntag, 25 September 2022 09:42

LENGAGE, T. (2005)

Stimmanalyse beim Uhu Bubo bubo - eine Möglichkeit zur Individualerkennung.

Ornithol. Anzeiger 44: 91-97.

Volltext (PDF) 

Zusammenfassung:

Die Wiedererkennung von Individuen spielt bei sehr vielen Tierarten eine wichtige biologische Rolle. Denn für die meisten Vorgänge, an denen ein oder mehrere Individuen beteiligt sind, ist es notwendig, dass diese sich gegenseitig individuell erkennen können. Wenn also derartige individuell charakteristische Signale oft biologisch eine sehr wichtige Rolle spielen, können sie gleichermaßen für einen menschlichen Beobachter interessant sein. Denn sie erlauben es ihm, ein Individuum aus der Entfernung zu identifizieren, ohne es einfangen zu müssen. Die Auswertung der bei dieser Studie erhaltenen Daten zeigt, dass es möglich ist, Uhus sehr präzise anhand ihrer Rufe zu identifizieren. Denn der Uhu hat eine individuelle, charakteristische Stimme, die sich von einem Jahr zum anderen nicht ändert.

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BOVIDS: A deep learning-based software package for pose estimation to evaluate nightly behavior and its application to common elands (Tragelaphus oryx) in zoos.

Ecology and Evolution 12 (3): e8701. https://doi.org/10.1002/ece3.8701

Abstract:

Only a few studies on the nocturnal behavior of African ungulates exist so far, with mostly small sample sizes. For a comprehensive understanding of nocturnal behavior, the data basis needs to be expanded. Results obtained by observing zoo animals can provide clues for the study of wild animals and furthermore contribute to a better understanding of animal welfare and better husbandry conditions in zoos. The current contribution reduces the lack of data in two ways. First, we present a stand-alone open-source software package based on deep learning techniques, named Behavioral Observations by Videos and Images using Deep-Learning Software (BOVIDS). It can be used to identify ungulates in their enclosure and to determine the three behavioral poses “Standing,” “Lying—head up,” and “Lying—head down” on 11,411 h of video material with an accuracy of 99.4%. Second, BOVIDS is used to conduct a case study on 25 common elands (Tragelaphus oryx) out of 5 EAZA zoos with a total of 822 nights, yielding the first detailed description of the nightly behavior of common elands. Our results indicate that age and sex are influencing factors on the nocturnal activity budget, the length of behavioral phases as well as the number of phases per behavioral state during the night while the keeping zoo has no significant influence. It is found that males spend more time in REM sleep posture than females while young animals spend more time in this position than adult ones. Finally, the results suggest a rhythm between the Standing and Lying phases among common elands that opens future research directions.

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Freitag, 10 Dezember 2021 10:54

ROLLER, M. (2020)

Vorkommen und Bedeutung von Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis-Infektionen in zoologischen Gärten: Literaturübersicht und Untersuchungen im Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma.

Occurrence and relevance of Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis infections in zoological gardens: literature review and investigations at the Zoological and Botanical Gardens Wilhelma.

Dissertation Tierärztliche Hochschule Hannover. 179 Seiten.

Volltext: https://d-nb.info/1237685222/34

Zusammenfassung:

Mycobacterium avium subspecies paratuberculosis (MAP) ist der Erreger der Paratuberkulose, einer ansteckenden, chronischen und typischerweise tödlich verlaufenden enterischen Erkrankung, welche bevorzugt Wiederkäuer betrifft, aber auch bei nicht-wiederkäuenden Arten beschrieben wurde. Diese Arbeit fasst in einer Literaturstudie Informationen über den Zusammenhang von MAP-Infektionen und den resultierenden Erkrankungen bei Zootieren zusammen.

Veröffentlichte Berichte über den Nachweis von MAP sowie über die Übertragung und Epidemiologie in zoologischen Gärten wurden überprüft. Basierend auf dem Vorhandensein klinischer Symptome und den angewendeten diagnostischen Methoden (pathologische und histopathologische Untersuchungen, Serologie, Kultivierung oder Molekularbiologie von Kotproben oder Geweben) konnten die Fälle nach einheitlichen Terminologien und Falldefinitionen (exponiert, infiziert, erkrankt) kategorisiert und somit anfällige Familien identifiziert werden.

Infektionen und daraus resultierende Erkrankungen mit den typischen granulomatösen und Ziehl-Neelsen-positiven Läsionen im Darm werden häufig bei Boviden, Cerviden und Kameliden berichtet, obwohl die Diagnose in frühen Stadien der Pathogenese schwierig sein kann. Einzelberichte über eine klinische Paratuberkulose sind auch in Equidae und Cercopithecidae dokumentiert. Die Diagnose einer MAP-Infektion durch kulturelle Untersuchung oder PCR aus Gewebeproben ist in wenigen Berichten für Giraffidae, Suidae, Tapiridae, Callitrichidae und Procaviidae beschrieben. Positive serologische Tests oder der Nachweis von MAP aus Kotproben mehrerer anderer Arten deuten auf eine Exposition dieser Tiere hin, sollten jedoch immer mit Vorsicht interpretiert werden, da keine der beiden Methoden zur Bestätigung einer Infektion ausreicht. Die Einbeziehung dieser Zusammenstellung in die Überprüfung von Paratuberkulose als Differentialdiagnose, sobald chronische Abmagerung oder Durchfall in einem Bestand beobachtet werden, kann für die Interpretation und Klassifizierung positiv getesteter Tiere und die daraus resultierenden Konsequenzen für das Krankheitsmanagement von entscheidender Bedeutung sein.

In einem zweiten Teil der Arbeit wurde das Vorkommen von MAP im Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart mittels serologischer und molekularbiologischer Methoden untersucht, um Rückschlüsse auf Exposition und Infektionsrisiko der Tierpopulation ziehen zu können.

Insgesamt wurden 30 von 381 eingelagerte serologischen Proben von Säugetierspezies, die während der routinemäßigen Bestandsbetreuung gesammelt wurden, in einem indirekten multi-species ELISA (ID-Vet) positiv für Mycobacterium avium Komplex Antikörper getestet. Positive Proben wurden anschließend in einem indirekten ELISA (IDEXX) auf spezifische Antikörper gegen MAP getestet und ergaben ein positives Ergebnis bei einer Netzgiraffe (Giraffa camelopardalis reticulata).

Gepoolte Kotproben und Sockentupferproben aus den Gehegen wurden von 22 Paarhufer- und 18 Primatenarten sowie von Klippschliefern (Procavia capensis) und Schabrackentapiren (Tapirus indicus) gesammelt. Alle Proben wurden mit negativen Testergebnissen in einem vor Ort eingesetzten mobilen Kofferlabor zum schnellen Nachweis von MAP, basierend auf der Rekombinase-Polymerase Amplifikationstechnologie (RPA) und mittels IS900 real-time Polymerase-Kettenreaktion (PCR) in einem Routinelabor untersucht. Zusätzlich wurden post-mortem Proben des Ileums, des Ileozökal-Lymphknotens und des Darminhaltes von 30 verstorbenen oder eingeschläferten Tieren in der MAP-PCR negativ getestet.

Darüber hinaus wurden alle extrahierten Proben auf das 16S rRNA-Gen von Mycobacterium Spezies und durch eine multiplex PCR zum Nachweis der spezifischen Insertionssequenzen IS901 und IS1245, welche zur Unterscheidung von Mycobacterium avium subspezies avium (MAA) und Mycobacterium avium subspezies hominissuis (MAH) verwendet wurden, getestet.

Die Ergebnisse legen nahe, dass trotz der Hinweise auf eine MAC und MAP Exposition des Bestandes das Vorhandensein von hochausscheidenden Tieren und einer kontaminierten Umgebung derzeit als unwahrscheinlich angesehen werden kann. Aufgrund der intermittierenden Ausscheidung von MAP und einer möglicherweise langen und subklinischen Inkubationszeit mit einer geringen Anzahl ausgeschiedener Bakterien ist eine kontinuierliche Krankheitsüberwachung jedoch ratsam.

Summary:

Mycobacterium avium subspecies paratuberculosis (MAP) is the causative agent of paratuberculosis, a contagious, chronic and typically fatal enteric disease that preferentially affects ruminants, but has also been described in several non-ruminant species.

This study reviews information on the association of MAP infection and induced disease in zoo animals. Published reports concerning the detection of MAP and the transmission and epidemiology in zoological gardens were included. Based on the presence of clinical signs and associated diagnostic methods (pathological and histopathological examinations, serology, cultivation or molecular biology of feces or tissues), cases could be categorized by consistent terminologies and case definitions (exposed, infected, diseased) and susceptible families were identified.

Infection and disease with typical granulomatous and Ziehl-Neelsen positive lesions in the intestines are commonly reported in bovids, cervids and camelids, although diagnosis can be difficult in early stages of pathogenesis. Single reports of clinical paratuberculosis were also documented in Equidae and Cercopithecidae. The diagnosis of MAP infection by culture or PCR from tissue samples was described in few reports for Giraffidae, Suidae, Tapiridae, Callitrichidae and Procaviidae. Positive serological tests or detection of MAP from fecal samples of several other species suggest exposure but should always be interpreted with caution, as both methods are insufficient to confirm infection. The review suggests that the verification of paratuberculosis as a differential diagnosis, once chronic emaciation or diarrhea are observed within a collection, can be crucial for the interpretation and classification of positive-tested animals and the resulting consequences in disease management.

In a second part of the thesis, we determined the occurrence of MAP in the Zoological and Botanical Gardens Wilhelma in Stuttgart using serological and molecular biological methods, in order to draw conclusions about exposure and risk of infection of the animal population. Overall, 30 out of 381 frozen-stored serological samples of mammalian species, which were collected during routine health measures, tested positive for Mycobacterium avium complex antibodies in an indirect multi-species ELISA (ID-Vet). Positive-tested samples were subsequently examined for specific antibodies against MAP in an indirect ELISA (IDEXX) and gave one positive result in a reticulated giraffe (Giraffa camelopardalis reticulata).

Pooled fecal samples and boot swab samples from the enclosures were collected from 22 artiodactyl and 18 primate species, as well as from Rock hyraxes (Procavia capensis) and Malayan tapirs (Tapirus indicus). All samples were investigated with negative test results on-site in a mobile suitcase laboratory for the rapid detection of MAP, based on the recombinase polymerase amplification (RPA) technology, and by IS900 real-time polymerase chain reaction (PCR) in a routine diagnostic laboratory. In addition, post-mortem samples of the ileum, ileocecal lymph node and intestinal content of 30 deceased or euthanized animals were tested negative by MAP PCR.

Furthermore, all extracted sample matrices were tested for the 16S rRNA gene of Mycobacterium species and by a multiplex PCR to simultaneously detect the specific insertion sequences IS901 and IS1245, used for detection of Mycobacterium avium subspecies avium (MAA) and Mycobacterium avium subspecies hominissuis (MAH). The results suggest that despite the indications of MAC and MAP exposure of the collection, the presence of high-shedding animals and a contaminated environment can currently be considered unlikely. However, due to the intermittent excretion of MAP and a possibly long and subclinical incubation period with small numbers of excreted bacteria, a continuous disease surveillance is advisable.

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Freitag, 10 Dezember 2021 10:19

FRITSCHI, J. S. (2020)

Prevalence and phylogeny of Chlamydiae and hemotropic mycoplasma species in captive and free-living bats.

Dissertation. 24 Seiten. Universität Zürich, Vetsuisse-Fakultät.

Volltext: https://doi.org/10.5167/uzh-191536

Zusammenfassung:

Fledermäuse sind Wirte einer Vielzahl von Mikroorganismen, jedoch ist nur wenig über das Vorkommen von Chlamydiales und Hämoplasmen bekannt. In dieser Studie wurden 475 in Gefangenschaft und frei lebende Fledermäuse aus der Schweiz, Deutschland und Costa Rica mittels PCR auf Chlamydiales und Hämoplasmen untersucht, um Prävalenz und Phylogenie zu bestimmen.

Das Screening für Chlamydiales ergab eine Prävalenz von 31.4%. Positive Proben stammten von in Gefangenschaft und frei lebenden Fledermäusen aus allen drei Ländern. Die Sequenzierung von 15 Proben ermöglichte den Nachweis von zwei phylogenetisch unterschiedlichen Gruppen. Diese Gruppen teilen Sequenzhomologien mit Chlamydiaceae und mit Chlamydia-like Organismen, einschließlich Rhabdochlamydiaceae bzw. nicht klassifizierten Chlamydiales aus Umweltproben. Die PCR-Analyse auf das Vorkommen von Hämoplasmen ergab eine Prävalenz von 0.7%, nachgewiesen bei frei lebenden Fledermäusen aus Deutschland und Costa Rica. Die phylogenetische Analyse zeigte drei Sequenzen auf, die mit anderen nicht identifizierten Hämoplasmen verwandt waren, welche in Vampirfledermäusen und chilenischen Fledermäusen gefunden wurden.

Fledermäuse stellen daher einen weiteren potenziellen Wirt oder Vektor für neuartige, bisher nicht identifizierte Chlamydiales und Hämoplasmen dar. Sowohl Chlamydiales als auch Hämoplasmen sind nicht auf bestimmte Fledermausarten oder Länder beschränkt, und können in Gefangenschaft und frei lebende Fledermäusen kolonisieren.

Abstract:

Bats are hosts for a variety of microorganisms, however, little is known about the presence of Chlamydiales and hemotropic mycoplasmas. This study investigated 475 captive and free-living bats from Switzerland, Germany, and Costa Rica for Chlamydiales and hemotropic mycoplasmas by PCR to determine the prevalence and phylogeny of these organisms. Screening for Chlamydiales resulted in a total prevalence of 31.4%. Positive samples originated from captive and free-living bats from all three countries. Sequencing of 15 samples allowed the detection of two phylogenetically distinct groups. These groups share sequence identities to Chlamydiaceae, and to Chlamydia-like organisms including Rhabdochlamydiaceae and unclassified Chlamydiales from environmental samples,
respectively.

PCR analysis for the presence of hemotropic mycoplasmas resulted in a total prevalence of 0.7%, comprising free-living bats from Germany and Costa Rica. Phylogenetic analysis revealed three sequences related to other unidentified mycoplasmas found in vampire bats and Chilean bats.

In conclusion, bats represent another potential host or vector for novel, previously unidentified, Chlamydiales and hemotropic mycoplasmas. Both, Chlamydiales and hemotropic mycoplasmas are not restricted to certain bat species or countries and captive and free-living bats can be colonized.

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Freitag, 10 Dezember 2021 09:55

GIMMEL, A. E. R. (2016)

Vitamin blood concentration and vitamin supplementation in bottlenose dolphins (Tursiops truncatus) in European facilities.

University of Zurich, Vetsuisse-Fakultät.

https://doi.org/10.5167/uzh-133344

Kurzfassung:

Das Ziel dieser Arbeit war es, Informationen zur Vitaminversorgung von grossen Tümmlern (Tursiops truncatus) in europäischen Institutionen zu sammeln und Vitamingehalte im Blut von gesunden Tieren zu bestimmen. Diese wurden dann mit bereits vorhandenen Blutwerten von wildlebenden Delfinen verglichen. Die Lagerung und das Auftauen von Fisch, sowie die Vitaminversorgung, wurden mittels eines Fragebogens erhoben, welcher an 25 europäische Institutionen geschickt wurde. In 10 Institutionen wurde von 57 Delfinen Blut genommen und zu einem Referenzlabor geschickt für die Vitaminanalysen. Retinol, Thiaminpyrophosphat, Cobalamin, Calcidiol und Tocopherol wurden analysiert. Die gemessenen Vitaminblutwerte wurden dann mit der Vitaminversorgung, dem Auftauverfahren und bereits vorhandenen Blutwerten von wild lebenden Delfinen verglichen. Die Daten wurden mittels einer ANOVA und einem linearen Model statistisch ausgewertet. Das 95% Konfidenzintervall für Retinol im Blut betrug 0.048 - 0.059 mg/l und für Tocopherol 17.95 - 20.76 mg/l. Diese waren 27% beziehungsweise 53% höher als diejenigen, die in wildlebenden Tieren gemessen wurden. Die Calcidiolwerte (143.9 - 174.7 ng/ml) waren tiefer in den untersuchten Tieren als in den wildlebenden Delfinen. Thiaminpyrophosphat - und Cobalaminwerte waren zwischen 0.42- 0.55 mg/l beziehungsweise 175.55 - 275.22 pg/ml. Dafür waren keine Referenzwerte vorhanden. Eine Überversorgung von Vitamin A und Vitamin E in grossen Tümmlern in Europa liegt nahe.

Abstract:

The objective of the present study was to collect information on vitamin supplementation in bottlenose dolphins (Tursiops truncatus) and to provide vitamin blood concentrations of healthy animals in European facilities. These results were compared with preexisting blood concentrations of free-ranging dolphins. Fish-handling techniques and vitamin supplementation were evaluated by a questionnaire sent to 25 European facilities. Blood samples from 57 dolphins living in 10 facilities were taken and analysed in a reference laboratory. Analysis for retinol, thiamine pyrophosphate, cobalamin, calcidiol and tocopherol occurred. These concentrations were then correlated with vitamin supplementation, fish handling techniques and pre-existing blood concentrations of free-ranging dolphins. The data was subjected to a standard ANOVA and a linear model analysis. The 95% confidence interval for retinol blood concentrations was 0.048 - 0.059 mg/l and for tocopherol 17.95 - 20.76 mg/l. These concentrations were 27% and 53%, respectively, higher than those found in free-ranging animals. In contrast, calcidiol concentrations (143.9 -174.7 ng/ml) in dolphins in human care were lower than in free-ranging animals. Regarding thiamine pyrophosphate and cobalamin, concentrations ranged between 0.42 - 0.55 mg/l and 175.55 - 275.22 pg/ml respectively, no reference values were found. These findings suggest an over-supplementation of retinol and tocopherol in bottlenose dolphins in European facilities.

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Freitag, 10 Dezember 2021 09:26

HASSEL, R. (2019)

Rabies in greater kudu antelope in Namibia.

Tollwut beim Groß-Kudu in Namibia.

116 Seiten. Dissertation FU Berlin

https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/25777
http://dx.doi.org/10.17169/refubium-25538
urn:nbn:de:kobv:188-refubium-25777-5 

Volltext: https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/25777/Hassel_online.pdf?sequence=1&isAllowed=y

Abstract:

Namibia is one of the countries where both dog rabies as well as wildlife rabies commonly occur. Since 1977, the country has experienced two epidemics of rabies in kudu antelope, manifesting in recurring cycles (Figure 20), with the second epidemic persisting until today, to aa point where rabies in kudu can be regarded as endemic. This phenomenon of rabies in kudu is unique to Namibia and does not occur in any other part of natural range of this antelope species in the rest of Africa. The disease is responsible for large numbers of fatalities in the Namibian kudu population, resulting in severe economic losses to the game farming and hunting industry. There is no indication that the disease in kudu will abate any time soon. Although genetic studies of the RABV isolated from kudu suggest that the rabies virus affecting kudu may originate from jackal, epidemiological surveys, clinical observations and transmission experiments confirm that non-bite transmission of rabies in kudu, through direct or indirect contact, is possible. This route of infection may be the most important mode of transmission and spread of the disease in kudu, also explaining the serious extent of the disease once it flares up in a susceptible population. Intra-muscular vaccination using a commercial inactivated vaccine has been shown to be effective in protecting kudu against rabies but it remains a costly method with practical limitations and no information on the duration of immunity available so far. Experiments have delivered definite proof that protective immunity against rabies can be achieved in kudu using an oral vaccine, but methods and protocols need to be improved in order to achieve protective immunity in a sufficient number of animals. Different types of suitable bait were developed and their uptake by kudu tested successfully. It should therefore be possible to further develop this approach into an effective delivery method for the rabies vaccine. Serological tests required to effectively monitor the immune response to rabies vaccines, validated for the use in this species, need to be developed. Taking everything into consideration, it should be possible develop the necessary tools, methods and protocols to effectively protect kudu antelope against rabies, within the foreseeable future.

Zusammenfassung:

Namibia ist eins derjenigen Länder, in denen sowohl Hunde-Tollwut als auch Tollwut bei Wildtieren vorkommen. Seit 1977 hat das Land zwei Seuchenzüge von Tollwut bei Kudu-Antilopen erlebt, von denen der zweite bis heute andauert. Diese Ausbrüche haben einen starken zyklischen Charakter. Das Vorkommen von Tollwut beim Großen Kudu in Namibia ist einzigartig und kommt sonst nirgendwo im restlichen Verbreitungsgebiet dieser Antilopen in Afrika vor. Tollwut ist für den Tod einer großen Anzahl von Tieren verantwortlich, was wiederum einen hohen finanziellen Verlust für Wildfarmen und die Jagd zur Folge hat. Es gibt im Augenblick keinerlei Anzeichen dafür, dass dieses Phänomen in absehbarer Zukunft zu Ende gehen wird. Obwohl genetische Untersuchungen an Tollwutvirus Isolaten von Kudus darauf hindeuten, dass das Virus, welches die Seuche bei diesen Antilopen verursacht, vom Schakal stammt, haben epidemiologische Untersuchungen, klinische Beobachtungen und Übertragungsversuche bestätigt, dass zusätzlich zum Biss durch ein infiziertes Tier, eine Ansteckung und Verbreitung über die Schleimhäute durch direkten oder indirekten Kontakt möglich sind. Es wird daher angenommen, dass dieser Infektionsmodus die Hauptübertragung bei Kudus darstellt, was auch die hohen Verlustzahlen erklären könnte. Die intramuskulare Impfung von Kudus mit einem inaktivierten kommerziellen Impfstoff hat sich als wirksam erwiesen. Obwohl Kudus auf diese Art und Weise erfolgreich gegen Tollwut geschützt werden können, bleibt diese Methode kostspielig und aufwändig. Außerdem gibt es noch keine Daten über die Dauer der Immunität. Experimente haben jedoch gezeigt, dass eine ausreichende Schutzimpfung von Kudus mit Hilfe einer oralen Vakzine möglich ist. Um einen größeren Anteil der Kudu-Population impfen zu können, muss diese Methode jedoch noch verbessert werden. Verschiedene Ködersorten wurden entwickelt und ihre Aufnahme durch Kudus erprobt. Es sollte daher möglich sein, eine erfolgreiche orale Impfmethode auf Köderbasis zu entwickeln. Um die Immunreaktion der Kudus auf eine Tollwutimpfung effizient überwachen zu können, bedarf es serologischer Testmethoden, welche für diese Tierart validiert sind. Diese müssen etabliert werden. Nach dem jetzigen Wissenstand sollte es möglich sein, in absehbarer Zukunft die Entwicklung einer praktikablen und effizienten oralen Impfmethode von Kudus gegen Tollwut erfolgreich abzuschließen. Um die Fragen beantworten zu können, warum ausgerechnet Kudu-Antilopen so hoch empfindlich für das Tollwutvirus sind und warum sich das Vorkommen dieser Seuche bei dieser Antilopenart auf Namibia beschränkt, bedarf es weiterer intensiver Forschung. Im Rahmen solcher Bemühungen müssten die Epidemiologie der Seuche, sowie Biologie, Physiologie, und Populationsdynamik der Kudu-Antilope in diesem Teil Afrikas untersucht werden.

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Freitag, 10 Dezember 2021 09:17

REESE, L. (2020)

Zum Flugunfähigmachen von Zoovögeln unter besonderer Berücksichtigung des Tierwohlaspekts am Beispiel des Rosaflamingos.

Deflighting zoo birds with particular regard to animal welfare by the example of greater flamingos.

83 Seiten. Dissertation FU Berlin.

https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/28474
http://dx.doi.org/10.17169/refubium-28223
urn:nbn:de:kobv:188-refubium-28474-5

Volltext: https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/28474/Dissertation_Lukas_Reese_online.pdf?sequence=3&isAllowed=y

Zusammenfassung:

Das Flugunfähigmachen von Zoovögeln stellt bis heute weltweit eine gängige Praxis dar, um Flamingos, Pelikane und einige weitere Vögel, die eine starke Bindung an den Boden oder an Wasser haben, in Freianlagen zeigen zu können. In Deutschland ist das Kupieren - also die Amputation der Flügelspitze - durch § 6 des deutschen Tierschutzgesetzes verboten – durch die Langlebigkeit vieler Vogelarten leben jedoch noch sehr viele so flugunfähig gemachte Individuen in deutschen Zoos. Nicht eindeutig geregelt ist das reversible Flugunfähigmachen, also das Beschneiden der Schwungfedern, das mit jeder Mauser wiederholt werden muss. Dies stellt die aktuell gängige Praxis in den meisten deutschen Zoos dar. Diese Haltungsform gerät aber zunehmend in die Kritik, da die Vereinbarkeit des Flugunfähigmachens mit dem Tierwohl der betroffenen Vogelarten von einigen Zoorepräsentanten, aber auch Politikern und Tierrechtsorganisationen in Zweifel gezogen wird. In der wissenschaftlichen Literatur ist die Fragestellung nach dem Tierwohl im Zusammenhang mit dem Flugunfähigmachen bisher nicht bearbeitet worden. Es finden sich zwar zahlreiche Argumente für und wider dieser Haltungsform – diese befassen sich jedoch entweder mit anderen Aspekten (z.B. der Praktikabilität dieser Haltung vor dem Hintergrund des Artenschutzes oder der reduzierten Kopulationsfähigkeit flugunfähig gemachter Tiere) oder aber sie beruhen auf Vermutungen hinsichtlich des Tierwohls - teilweise auf Grundlage verhaltensbiologischer Daten, teilweise aber auch schlicht aus vermenschlichenden Gedankengängen. Auch beziehen sich viele der diesbezüglich getätigten Aussagen generalisiert auf die Klasse der Vögel ohne dabei der Vielfalt der Arten und deren spezieseigenen Bedürfnissen Rechnung zu zollen. Belastbare, wissenschaftliche Daten existierten bisher nicht. Die im Rahmen der vorliegenden Arbeit erhobenen Daten wurden an Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus) in insgesamt zwölf deutschen zoologischen Einrichtungen evaluiert und basieren auf der Kombination von Federcorticosteronmessungen mit Verhaltensbeobachtungen. Dabei wurde von insgesamt 152 Rosaflamingos unterschiedlichen Flugfähigkeitsstatus (irreversibel flugunfähig, reversibel flugunfähig, flugfähig) die Federcorticosteronkonzentration bestimmt und in einem gemischten linearen Regressionsmodell ausgewertet. Im Vorfeld wurde jede der teilnehmenden Gruppen über drei konsekutive Tage hinweg mittels Scan Sampling beobachtet, um potentiell anders geartete Stressoren, die das Federcorticosteron beeinflussen könnten, auszumachen. Zwischen den drei Gruppen unterschiedlicher Flugfähigkeitsstatus wurden keine signifikanten Unterschiede in der Federcorticosteronkonzentration festgestellt. Auch die Faktoren Geschlecht, Gruppengröße, Vergesellschaftung mit anderen Vogelarten sowie der Reproduktionsstatus zeigten keinen signifikanten Einfluss. Als maßgeblicher Faktor konnte der Einfluss der Einrichtung selbst (also die individuellen Haltungsbedingungen jedes Zoos) herausgestellt werden, der mittels Varianzanalyse mit 53,82 % als wichtigste Einflussgröße bestimmt wurde. Die Daten aus der Verhaltensbeobachtung wurden qualitativ hinzugezogen und konnten die Corticosteron-Messungen stützen. Die Ergebnisse der Studie geben erste Hinweise auf das Wohlbefinden von flugunfähig gemachten Rosaflamingos. Die erhobenen Daten lassen kein erhebliches Leiden durch das Unvermögen zu fliegen vermuten. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um die erste Studie dieser Art, so dass diese Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind. Zu weiterer Forschung mit einem optimierten Modell an weiteren Flamingopopulationen sowie anderen von der Haltungsform betroffenen Vogelspezies soll daher ermutigt werden.

Abstract:

Deflighting of zoo birds is still a common practice worldwide in flamingos, pelicans and other birds that have a strong binding to water or the ground to keep them in open display. In Germany, pinioning is prohibited by the animal welfare law §6 but due to the longevity of many avian species there are still lots of pinioned individuals in German zoos. The legal status of reversible deflighting methods, i.e. feather clipping, which has to be repeated with every molt, is not clearly regulated. Therefore, it is the common practice in German zoos today. Nevertheless, this form of presentation is increasingly coming into criticism as some zoo represantatives, politicians and animal right organisations doubt the compatibility of deflighting with the animals‘ welfare. However, there are no approaches to evaluate this question in scientific literature. Although many arguments in favor or against this practice can be found, these only deal with other aspects such as the practicability of this form of presentation in the light of conservational issues or the reduced copulation success of deflighted birds. Those, that actually refer to animal welfare base on presumptions referring to biobehavioural knowledge or even humanisation. Additionally, many of those statements refer to ‚birds‘ in general not considering the huge diversity of the avian class and consecutively, the different needs of the many different species. Until today, there are no scientifically valid data regarding this question. In this work, greater flamingos (Phoenicopterus roseus) from twelve German zoological institutions were assessed based on a combination of feather corticosterone measurement and behavioural observations. Feather corticosterone was measured in 152 greater flamingos of different flight status (irreversibly deflighted, reversibly deflighted, airworthy) and evaluated in a mixed linear regression model. All flamingo populations were observed in advance via scan sampling for three consecutive days to detect potential stressors affecting feather corticosterone. No significant differences in feather corticosterone were found between the animals of different flight status. The variables sex, group size, socialisation with other species and breeding status did not have a significant impact on feather corticosterone either. The most important influence showed to be the institution itself (i.e. the housing conditions) which could be numbered as 53.82 % by variance analysis. The findings of the behavioural observations were analysed qualitatively and supported the corticosterone measurements. The results of this study give a first impression of greater flamingo welfare under flight restraint. The evaluated data do not support the presumption of considerable suffering by the inability to fly. As mentioned before, this is the first study of its kind which is why it should be interpreted with caution. It is meant to encourage to optimize the model and apply it to other flamingo populations as well as to other birds species affected by flight restraint.

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Reducing prairie dog (Cynomys ludovicianus) aggression in zoo colonies through food redistribution based on underground burrow mapping.

Journal of Zoo and Aquarium Research 7(3): 126-133.

Abstract:

In 2014, staff at the Connecticut’s Beardsley Zoo reported seeing high levels of aggression within their exhibit prairie dog (Cynomys ludovicianus) colony. Through RIZE (Research, Internships and Zoo Education), a service learning partnership between Fairfield University and The Connecticut’s Beardsley Zoo, the study set out to better understand the potential sources of aggression by documenting the colony’s behaviour and developing underground burrow maps using ground penetrating radar and polypropylene glycol fog. Observations and burrow maps suggest that the zoo colony consists of two distinct coteries and that territorial food aggression between individuals of these different coteries was the principal cause of increased hostility observed by zoo staff. To test this hypothesis, it was requested that zoo staff distribute the food within the enclosure so each of the two coteries had equal access to food. The redistribution of food according to coterie boundaries resulted in a significant decrease in aggressive behaviours (z=2.91, P=0.0). This study highlights the positive and practical impact that programs like RIZE can have for institutions like zoos and aquariums.

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Sonntag, 23 Mai 2021 13:33

ZIDAR, J. (2008)

Keeping red pandas in captivity - Hållande av röd panda i fångenskap.

Sveriges Lantbruksuniversitet, Institutionen för husdjurens miljö och hälsa, Etologi- och Djurskyddsprogrammet, Skara: Studentarbete 197. 32 Seiten. ISSN 1652-280X.

Volltext (PDF)

Conclusions:

The result demonstrates that zoos that keep the red panda not necessarily follow the husbandry and management guidelines for captive red pandas. The result shows that the keeping and management of red pandas in captivity can be improved. Enclosures are small indicating that enclosure size for pandas is not prioritized by zoos. Enclosures in some zoos are even smaller than the minimum recommendations of 80 m2. Almost half the zoos have visitors around big parts of the enclosure despite the recommendation of restricted visitors’ access to two sides of the enclosure. The result shows that carnivores are placed in nearby enclosures, despite the recommendation of at least 50 m. distance. Bamboo is not fed every day in all zoos and some zoos give it only rarely despite the recommendations of 200 g bamboo to each panda, every day. The results show that many zoos offer less nest boxes then recommend. The same survey or a complemented version could be sent to all keepers of the red panda to get results from all regions were the panda is kept. The survey could benefit from some additional questions and some modifications. The following improvements could be made. Instead of asking for the mean summer temperature it would be a good idea to ask for the maximum summer temperature. That way we can see all zoos that should be aware of the risk of high temperatures and consider cooling systems. Instead of asking how large part of the enclosure that is climbable it would be better to ask for the number of climbable structures. This would give better data for comparison. To complement the question of interiors we could ask how many logs, shrubs and rocks are available and how they are distributed. We could also ask if the water sources in the enclosures are used and in what way. This could help us determine if all zoos should have water sources in the enclosure. Another question that could be asked is if enrichments are used, what kind of enrichments that are used, and how often they are available. Future studies could investigate the cause of hair loss in captive pandas. If it is related to stress, the results could indicate that there are deficiencies in the captive environment, and in that case that has to be investigated further. Future field studies where camera traps could be placed near water sources could investigate in what way water is important for red pandas.

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Freitag, 21 Mai 2021 15:59

PROBST, C. (2008)

Epidemiologie ausgewählter Infektionskrankheiten von Zooungulaten: Einzelart- versus Gemeinschaftshaltungen.

Vet. med. Diss. FU Berlin. Mensch-und-Buch-Verlag, 2008 — VI, 199 Seiten. ISBN: 978-3-86664-347-5

Zusammenfassung:

In zoologischen Gärten leben Tierarten, die sich in den verschiedensten Erdteilen über lange Zeiträume hinweg unabhängig voneinander entwickelt haben, in hoher Dichte zusammen. Zudem werden Zootiere immer häufiger in Gemeinschaftsanlagen gehalten, wo verschiedene Spezies in engem direktem und indirektem Kontakt miteinander leben. Insbesondere Ungulaten werden häufig vergesellschaftet, wodurch sich aus epidemiologischer Sicht eine interessante Situation ergibt, deren Folgen bislang nicht untersucht worden sind: Infektionserreger, die gemeinsam mit ihren natürlichen Wirten evoluiert sind, können auf andere Spezies übertragen werden, für die sie zum Teil eine unterschiedliche Pathogenität besitzen. Insbesondere Herpesviren verursachen bei ihrem natürlichen Wirt eine klinisch inapparente Infektion, während sie bei anderen Spezies zur schweren Erkrankung führen können. In der vorliegenden epidemiologischen Studie wurde untersucht, wie hoch die Exposition der drei Huftierfamilien Boviden, Cerviden und Cameliden gegenüber solchen Infektionserregern ist.

Dafür wurden elf zoologische Gärten mit einer möglichst hohen Zahl von Gemeinschaftsanlagen bzw. einer möglichst hohen Zahl von Huftieren ausgewählt: Zoologischer Garten Berlin, Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, Zoo Dortmund, Zoo Dvúr Králové (Tschechische Republik), Zoom-Erlebniswelt Gelsenkirchen, Tierpark Hagenbeck, Hamburg, Zoo Hannover, Zoo Karlsruhe, Zoo Leipzig, Tiergarten Nürnberg und der Zoologisch-botanische Garten Wilhelma, Stuttgart. Die Infektionserreger wurden nach folgenden Kriterien ausgewählt: (1) Sie sollten zwischen verschiedenen Huftierspezies übertragbar sein. (2) Sie sollten eine praktische Relevanz besitzen. Um die praktische Relevanz zu ermitteln, bestand der erste Teil der Arbeit in einer Auswertung der veterinärmedizinischen Archivbefunde jedes zoologischen Gartens von 1998 bis 2004. Ihr zufolge lagen die Schwerpunkte der Diagnostik in den letzten sieben Jahren auf Mycobacterium avium ssp. paratuberculosis (M.pt.), Coxiella (C.) burnetii und Chlamydophila (C.) psittaci. Chlamydien und Coxiellen (bzw. gegen diese Erreger gerichtete spezifische Antikörper) wurden am häufigsten nachgewiesen. Im zweiten Teil der Arbeit wurden 926 Huftiere mittels Virusneutralisationstest bzw. ELISA auf Antikörper gegen acht interspezifisch übertragbare Infektionserreger untersucht. Gegen alle acht Erreger konnten spezifische Antikörper nachgewiesen werden. Bezogen auf die Gesamtzahl der untersuchten Tiere ergaben sich folgende Seroprävalenzen: 1,5% (14/926) für Bovines Herpesvirus 1 (BHV-1); 0,2% (2/926) für Caprines Herpesvirus 1 (CHV-1); 0,2% (2/926) für Cervides Herpesvirus 1 (HVC-1); 21,2% (180/850) für Bösartige Katarrhalfieber Viren (BKFV); 1,4% (13/926) für Bovines Virusdiarrhoe Virus (BVDV); 19,6% (165/843) für C. psittaci; 0,1% (1/754) für C. burnetii; 2,8% (19/667) für M.pt. Die Ergebnisse der Arbeit belegen Folgendes:

  • Die Prävalenz von Antikörpern gegen Alphaherpesviren (BHV-1, CHV-1, HVC-1) und BVDV liegt jeweils unter 3% (n=926). Daraus lässt sich schließen, dass Zooungulaten zurzeit gegenüber diesen Erregern nicht in bedeutendem Maße exponiert sind.
  • Zooungulaten sind in allen Zoos gegenüber BKFV exponiert. Die Prävalenz von Antikörpern gegen BKFV liegt bei 21% (n=850) und ist innerhalb der Unterfamilie Caprinae mit 54% (n=219) am höchsten. Das bedeutet, dass Zooungulaten gegenüber BKFV in signifikantem Maße exponiert sind und insbesondere Schafe und Ziegen eine Infektionsquelle für empfängliche Huftiere darstellen können.
  • Zooungulaten sind in allen Zoos gegenüber C. psittaci exponiert. Die Prävalenz von Antikörpern gegen C. psittaci liegt bei 20% (n=843) und ist innerhalb der Familie der Cameliden mit 32% (n=74) am höchsten. Das bedeutet, dass Zooungulaten gegenüber C. psittaci in signifikantem Maße exponiert sind und insbesondere Cameliden eine Infektionsquelle für empfängliche Huftiere darstellen können.
  • Die Prävalenz von Antikörpern gegen C. burnetii und M.pt. liegt unter 3% (n=754 resp. 667). Aus diesem Ergebnis lässt sich jedoch nicht schlussfolgern, wie hoch die Expositionswahrscheinlichkeit der Zooungulaten gegenüber diesen Erregern ist, da die diagnostischen Möglichkeiten für den Nachweis einer Infektion bei Wildtieren noch sehr begrenzt sind. Insbesondere bei M.pt. ist aufgrund der spät auftretenden humoralen Immunantwort mit einer gewissen Anzahl infizierter, seronegativer Tiere zu rechnen.

Zusätzlich zur taxonomischen Klassifizierung der Tiere (Familie, Unterfamilie, Spezies), ihres Alters, Geschlechts und ihrer Herkunft wurden folgende Einflussfaktoren auf die Expositionswahrscheinlichkeit von Zooungulaten gegenüber Infektionserreger diskutiert: Haltungsform (Einzelarthaltung, verschiedene Formen der Gemeinschaftshaltung, Streichelzoo), Gehegegröße, zur Verfügung stehende Fläche pro Tier sowie die Jahreszeit. Entscheidenden Einfluss auf die Seroprävalenz von BKFV hatten die Faktoren Haltungsform und Populationsdichte: Der höchste Anteil an seropositiven Tieren wurde mit 61% (n=66) in Streichelzoos und mit 50% (n=109) in Anlagen mit einer hohen Populationsdichte (unter 45 m²/Tier) nachgewiesen. Der Anteil C. psittaci seropositiver Tiere zeigte in den verschiedenen Haltungsformen keine Unterschiede.

Anhand der Untersuchungsergebnisse kann folgende Schlussfolgerung gezogen werden: Infektionserreger werden nicht nur über Art- sondern auch über Gehegegrenzen hinweg übertragen. Deshalb ist die Gefahr der interspezifischen Übertragung in einer Gemeinschaftsanlage nicht höher als zwischen Tieren unterschiedlicher Anlagen innerhalb einer Einrichtung. Demnach sollte jeder zoologische Garten als eine einzige epidemiologische Einheit betrachtet und entsprechend behandelt werden.

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx