Samstag, 09 April 2022 08:33

Tropenwaldgehölze - Ozeanien

 

Allgemeines

Hier werden nicht nur Bäume und Sträucher im eigentlichen Sinn vorgestellt, sondern auch verholzende Kletterpflanzen und  nicht verholzende, baumartige Krautpflanzen, die ursprünglich aus dem australischen Florenreich ("Australis") stammen. Die aufgeführten Arten werden mehrheitlich ganzjährig in klimatisierten Tropenhallen gehalten.

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Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Maulbeergewächse (Moraceae)

ROSAL moraceae artocarpus altilis pierrelatte PD3
Brotfruchtbaum (Artocarpus) altilis) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

ROSALES moraceae artocarpus altilis frutigen blatt PD1
Brotfruchtbaum (Artocarpus) altilis), Blätter, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

ROSAL moraceae artocarpus altilis pierrelatte PD2
Brotfrucht (Artocarpus altilis) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

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Rinde eines Brotfruchtbaums (Artocarpus altilis) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

ROSALES moraceae artocarpus altilis kiwell
Brotfruchtbaum (Artocarpus) altilis), Illustration von Blatt, weiblichem und männlichem Blütenstand und Frucht. Rex Nan Kivell Collection, National Library of Australia, nla.obj-135498865. Gemeinfrei.

 

ROSALES moraceae artocarpus altilis verlad
Verlad von Brotfruchtstecklingen in Otaheite (Tahiti), Illustration von Thomas GOSSE, 1796. National Library of Australia nla.obj-135292190. Gemeinfrei.

 

Tribus: Brotfruchtbäume (Artocarpeae)

Brotfruchtbaum

Artocarpus altilis

Verbreitung: Ursprünglich Polynesien, von dort durch die indigene Bevölkerung  nach Hawaii und andere pazifische Inselgruppen, nach Indonesien und die Inseln im Indischen Ozean bis Madagaskar eingeführt. 1793 wurden durch eine britische Expedition Brotfrucht-Stecklinge von Tahiti nach Westindien gebracht, von wo die Art weiter nach Mittelamerika und das nördliche Südamerika verbreitet wurde (siehe unten).

Wuchshöhe: 15-20 m.

Der Brotfruchtbaum führt in allen Teilen einen weißen Milchsaft. Er hat dekorative, immergüne Blätter, die 70 x 40 cm messen, meist dreilappig tief eingeschnitten und oberseits glänzend grün sind. Die Pflanze ist einhäusig getrenntgeschlechtig. Die männlichen Blütenstände sind 20-30 cm lange, kräftige, gestielte Kolben, die abwärts gebogen sind. Die weiblichen sind kugelförmig und bestehen aus Hunderten von Blüten. Bei Reife werden die weiblichen Blüten einschließlich der Hüllblätter und der Achse  fleischig, und  der Blütenstand wandelt sich zu einem Fruchtstand mit einem Durchmesser von 20-30 cm und warzig gefelderter Oberfläche. Die bis 2 kg schweren "Brotfrüchte" sind also botanisch gesehen Fruchtverbände. Sie enthalten 20-22% Stärke und riechen sehr unangenehm. Die 16-24 darin enthaltenen Samen sind kastaniengroß, ebenfalls stärkehaltig und können verzehrt werden, nachdem sie geröstet worden sind. Die Bäume fruchten vom 5. Jahr an und liefern dann während  60-70 Jahren jährlich um die 50 "Brotfrüchte" [3; 4].

Der Brotfruchtbaum erlangte in Europa allgemeine Bekanntheit durch die Geschichte von der "Meuterei auf der Bounty": 1787 erhielt Lieutenant William Bligh von der Britischen Admiralität das Kommando über das Schiff "Bounty", das im Auftrag von König Georg III. nach Tahiti segeln sollte, um dort Stecklinge des Brotfruchtbaums zu beschaffen und diese nach Westindien zu bringen. Dort sollten die Brotfrüchte als billiges Grundnahrungsmittel für die Sklaven der Zuckerrohr-Pflanzer dienen. Das Schiff stach am 23. Dezember 1787 in See und kam über die Ostroute am 27. Oktober 1788 in Tahiti an. Es wurden 1'015 Brotfruchtpflanzen gesammelt, eingetopft und in zu Treibhäusern umgebauten Kabinen und Mannschaftsräumen untergebracht. Am 5. April 1789 verließ die "Bounty" Tahiti. Auf der Rückfahrt meuterte die Mannschaft, nicht weil ihr Kommandant sie grausam behandelt hätte, wie dies oft dargestellt wird, sondern weil die Männer wegen der Brotfruchtsetzlinge sehr eingeengt leben mussten und ihre Wasserrrationen gekürzt wurden, teilweise aber auch weil sie zurück zu den Frauen wollten, mit denen sie auf Tahiti Beziehungen eingegangen waren. Die Brotfruchtpflanzen wurden sämtliche über Bord geworfen. Bligh, der mit einigen Getreuen in einem Beiboot ausgesetzt wurde, gelang es sich nach England durchzuschlagen, von wo aus er 1791 mit der HMS "Providence" eine zweite Exepdition nach Tahiti unternahm. Am 5. März 1793 lief er  mit 2'126 Brotfruchtpflanzen an Bord in den Hafen von Port Royal auf Jamaika ein. Als Grundnahrungsmittel für die Sklaven konnte sich die Brotfrucht zwar nicht durchsetzen, aber von Jamaika aus fand der Brotfruchtbaum eine weite Verbreitung in der Karibik sowie in Mittelamerika und im nördlichen Südamerika. Seit 2003 engagiert sich das Breadfruit Institute des Nationalen Tropischen Botanischen Gardens auf Hawai'i den Brotfruchtbaum als Mittel zur Welt-Hungerbekämpfung weiter zu verbreiten. Das Institut unterhält mit rund 120 Varietäten die weltweit größte Sammlung von Brotfruchtbäumen [1; 2; 5].

1879 veröffentlichte der französische Auto Jules VERNE die Kurzgeschichte "Les Révoltés de la Bounty". Später entstanden verschiedene Romane, Hörspiele und Verfilmungen über das Thema, das auch wissenschaftlich aufgearbeitet wurde. 

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Literatur und Internetquellen:

  1. ERSKINE, N. (2019). A mutiny and a mystery. Australian National Maritime Museum.
  2. FLIXBI (2016). Brotfrucht, Brotfruchtbaum (Breadfruit) Artocarpus altilis.
  3. GRAF, R. (2005)
  4. LÖTSCHERT, W. & BEESE, G.(1981)
  5. THE NATIONAL TROPICAL BOTANICAL GARDEN (NTBG)

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Freigegeben in Tropenwaldpflanzen
Samstag, 09 April 2022 08:25

Tropenwaldgehölze - Amerika

 

Allgemeines

Hier werden nicht nur Bäume und Sträucher im eigentlichen Sinn vorgestellt, sondern auch verholzende Kletterpflanzen und  nicht verholzende, baumartige Krautpflanzen, wie die Papaya, die ursprünglich aus dem Florenreich "Neotropis", d. h. den Tropen und Subtropen Nord-, Süd- und Mittelamerika stammen. Die aufgeführten Arten werden im Zoo mehrheitlich ganzjährig in klimatisierten Tropenhallen gehalten.

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Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Melonenbaumgewächse (Caricaceae)

BRASS caricaceaee carica papaya pierrelatte PD1
Papaya (Carica papaya) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BRASS caricaceaee carica papaya pierrelatte PD2
Papaya (Carica paya), Blatt, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BRASS caricaceaee carica papaya pierrelatte PD3
Papaya (Carica papaya) mit noch unreifen Früchten in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Entfällt, die Familie umfasst nur 6 Gattungen.

Papaya, Melonenbaum

Carica papaya

Verbreitung: Ursprünglich von Mexiko über Mittelamerika bis ins nördliche Südamerika. Der Baum wurde bereits in vorkolumbianischer Zeit von den indigenen Völkernn kultiviert. Heute in vielen tropischen und subtropischen Ländern als Kulturpflanze verbreitet und auch verwildert.

Wuchshöhe: 6 m.

Die Papaya ist ein Milchsaft führender, kurzlebiger, kleiner Baum mit krautigem, grünem, an der Oberfläche mit den Narben abgefallener Blätter gezeichnetem Stamm. Er hat am Ende des Stamms mächtige, langgestielte Blätter mit tiefgeteilter, handförmiger Spreite. Er ist ein oder zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen sowie Hermaphroditen. Die Blüten sind meist eingeschlechtig, können aber auch zwittrig sein. Die Blütenstände entspringen an den Blattachseln, die männlichen sind verzweigt und überhängend und tragen schmal-trichterförmige 25-40 mm lange Röhrenblüten. Die weiblichen Blütenstände sind kurz und gabelig geteilt. Ihre gelbweißen Blüten sind etwas größer und befinden sich oberhalb des aus 3-5 Fruchtblättern gebildeten Fruchtknotens. Früchte werden ganzjährig gebildet. Es handelt sich um an Melonen erinnernde Beerenfrüchte, die ein Gewicht von 0.5 bis 5 kg erreichen können. Sie haben eine gelbgrüne Außenhaut, saftiges, wohlschmeckendes, gelbes oder orangefarbenes Fruchtfleisch und eine Fruchthöhlung mit wandständigen, pfefferkorngroen schwarzgrauen Samen [7].

Der Milchsaft des Papayabaums enthält Papain, ein Eiweiß spaltendes Enzym, das in seiner Wirkung dem Pepsin entspricht. Er wird durch Anritzen des Stamms oder der unreifen Früchte gewonnen und in der Nahrungsmittelindustrie, Medizin, Pelzgerberei, Seiden- und Wollherstellung, Bierproduktion und Kosmetik verwendet [6].

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Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae)

CARYOPHYLLALES Nyctaginaceae bougainvillea spectabilis pierrelatte PD2
Bougainvillea (Bougainvillea spectabilis) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

CARYOPHYLLALES Nyctaginaceae bougainvillea spectabilis porquerolles PD1
Bougainvillea (Bougainvillea spectabilis), ganzjährige Freilandhaltung auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

CARYOPHYLLALES Nyctaginaceae bougainvillea spectabilis pierrelatte PD1
Bougainvillea (Bougainvillea spectabilis) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Tribus: Bougainvilleeae

Bougainvillea, Wunderblume

Bougainvillea spectabilis

Verbreitung: Ursprünglich Brasilien von der Mata Atlântica bis Amazonien, in anderen tropischen Ländern eingeführt und gebietsweise verwildert.

Wuchshöhe: 12 m.

Die Bougainvillea ist nach dem französischen Forschungsreisenden Louis Antoine Comte de BOUGAINVILLE benannt, der anlässlich einer Weltumseglung 1768 auf den Salomonen gelandet war und die Insel Bougainville nach sich selbst benannt hatte. Es handelt sich um einen spreizklimmenden, stark verzweigten, bedornten Strauch mit verholzender Sprossachse, die zahlreiche gebogene Stacheln von 0,2 bis 0,8 Zentimeter Länge trägt. Bougainvilleen wachsen überwiegend in sommertrockenen Wäldern, wo sie mit Einsetzen der Trockenzeit ihr Laub abwerfen und anschließend wieder neu austreiben. Die wechselständigen Laubblätter sind eirund bis lanzettlich, ganzrandig und in eine Spitze augezogen. An den Sprossenden stehen jeweils drei Hochblätter, die bei der Wildform leuchtend rosa-violett sind und deren Basis mit drei schmal röhrenförmigen, fünfzähligen Blüte verwachsen ist. Diese hat einen grünen Kelch und eine gelbe Kronröhre, in der 7-8 Staubblätter verborgen sind. Aus dem Fruchtknoten bildet sich eine spindel- bIs birnförmige Frucht [7; 8].

Es gibt verschiedene Kulturformen mit unterschiedlich farbigen Hochblättern, wobei es sich zum Teil um Hybriden mit anderen Arten der Gattung handelt. Bougainvilleen können während des Sommers als Kübelpflanzen draußen gehalten werden, sie ertragen aber überhaupt keinen Frost und müssen daher im Herbst rechtzeitig ins Winterquartier gebracht werden. Ideal ist ein heller Standort mit Temperaturen zwischen 10 und 15ºC [8].

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Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)

CARYOPHYLLALES Polygonaceae neomillspaughia emarginata PAP PD1
"Red-leaved Bob" (Neomillspaughia emarginata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Eriogonoideae

Falsche Meerestraube, "Red-leaved Bob"

Neomillspaughia emarginata

Verbreitung: Mexiko (Yucatan-Halbinsel), Belize, Guatemala, Honduras

Wuchshöhe: 1-5 m.

Es handelt sich um einen zweihäusig getrenntgeschlechtigen Strauch oder kleinen Baum, mit borkiger Rinde und großen Blättern. Die kleinen weißen weiblichen Blüten sind in Rispen angeordnet, aus ihnen entwickelten sich geflügelte Nussfrüchte (Achänen). Blütezeit ist von Mai bis November. Die essbaren Früchte sind ab Juni reif [1; 3].

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Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

FABALES Fabaceae lysiloma latisiliquum PAP PD1
Wilde Tamarinde (Lysiloma latisiliquum), Blätter, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

Unterfamilie: Mimosengewächse (Mimosoideae)
Tribus: ingeae

Wilde Tamarinde

Lysiloma latisiliquum

Verbreitung: Karibischer Raum: Süd-Florida, Halbinsel Yucatán, Belize, Guatemala und auf den karibischen Inseln Kuba, Hispaniola, Puerto Rico, Turks- und Caicos sowie den Bahamas.

Wuchshöhe: meist 12, selten bis zu 15 m.

Die wilde Tamarine ist ein mäßig rasch wachsender, mittelgroßer Baum, der im Norden seines Areals laubabwerfend, im Süden immergrün ist. Er hat einen schlanken, kurzen Stamm mit langen, gebogenen Ästen, die eine schirmförmige Krone formen, und eine Tendenz, mehrere Stämme zu bilden. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit weißen Staub- und Kronblättern. Sie entwickeln sich zu Hülsenfrüchten. In Mittelamerika wird der Baum zur Holzgewinnung angepflanzt [10].

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Ordnung: Lorbeerartige (Laurales)
Familie: Lorbeergewächse (Lauraceae)

LAURALES lauraceae persea americana frutigen blatt PD1
Avocado (Persea americanaa), Blätter, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

LAURALES lauraceae persea americana frutigen bluete PD1
Avocado (Persea americanaa), Blüten, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

LAURALES lauraceae persea americana frutigen stamm PD1
Avocado (Persea americanaa), Stamm, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Lauroideae
Tribus: Perseae

Avocado

Persea americana

Verbreitung: Ursprünglich Mexiko und Mittelamerika. Heute weltweit als Nutzpflanze in den Tropen und Subtropen und zum Teil auch mediterranen Regionen, etwa im Süden der Iberischen Halbinsel etabliert.

Winterhärtezone: Nicht winterhart, manche Sorten ertragen Temperaturen bis +5ºC.

Wuchshöhe: Bis 20 m.

Der Avocado ist ein immergrüner mehrstämmiger Baum oder Strauch mit elliptisch-lanzettlichen Blättern. Die duftenden Blüten sind unscheinbar gelbgrün. Sie bestehen aus je drei Kelch- und Blütenblättern, die sich aber kaum voneinander unterscheiden und optisch eine Einheit bilden.. Sie erscheinen bei uns im April oder Mai in großer Zahl in endständigen Blütenständen; nur etwa jede fünftausendste entwickelt sich zur Frucht. Die Früchte sind je nach Sorte kleine oder bis 25 cm lange, birnförmige Steinfrüchte mit dunkelgrüner oder braunroter, glatter Schale. Das bei Reife butterweiche, cremefarbige bis gelbgrüne Fruchtfleisch umschließt einen großen, kugelförmigen, hellbraunen Steinkern [7; 8].

Der Avocado ist eine bienenfreundliche Pflanze, weil die Blüten reichlich Pollen liefern und einige der Staubblätter Nektarien tragen [8].

Der Avocadobaum wurde bereits vor etwa 8'000 Jahren kultiviert und ab dem 18. Jahrhundert in den Tropen und Subtropen weltweit verbreitet. Seine Frucht, die Avocadobirne, wird in der europäischen Literatur erstmals 1519 erwähnt. Sie hat einen nussartigen Geschmack und mit 25% einen hohen Fettgehalt. Es werden etwa 400 Klutursorten unterschieden, die sich drei ökologischen Typen zuordnen lassen. Wichtige Erzeugerländer sind Meiko, Brasilien, Dominikanische Republik, Peru und Kolumbien, in Europa Spanien und Portugal [7; 8].

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Ordnung: Magnolienartige (Magnoliales)
Familie: Annonengewächse (Annonaceae)

MAGNOLIALES annonaceae annona muricata frutigen blatt PD1
Stachelannone (Annona muricata), Blatt, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MAGNOLIALES annonaceae annona muricata frutigen stamm PD1
Stachelannone (Annona muricata), Stamm, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Annonoideae
Tribus: Annoneae

Stachelannone

Annona muricata

Verbreitung: Ursprünglich Tropisches Süd- und Mittelamerika, Karibik. Heute weltweit als Nutzpflanze in den Tropen und Subtropen und zum Teil auch mediterranen Regionen, etwa im Süden der Iberischen Halbinsel etabliert.

Winterhärtezone 10 (erträgt bis -1ºC).

Wuchshöhe: 8-12 m.

Die Stachel-Annone ist ein mehrtriebiger Strauch oder kleiner Baum mit wenig verzweigter Krone. Die Laubblätter ähneln Lorbeerblättern und sitzen wechselständig an den Zweigen. Sie fallen im späten Winter (Februar/März) ab, um ab April/Mai neu zu sprießen. Die grüngelben Blüten bestehen aus je drei länglichen Kelch- und Kronblättern. Sie riechen nach Aas und locken damit Fliegen zur Bestäubung an. Die Frucht der Stachelannone ist botanisch gesehen eine große Beere. Sie wird bis zu 40 Zentimeter lang und bis zu 1(-4) Kilogramm schwer. In dem weichen, weißen Fruchtfleisch sitzen große, schwarze (giftige) Samen. Die Fruchthülle ist mit weichen Stacheln besetzt, welche die Überreste des weiblichen Geschlechtsapparates bilden [3; 7; 10].

Die Früchte der Stachelannone werden roh oder erhitzt konsumiert oder zu Fruchtsaft verarbeitet. Ihr Geschmack ähnelt dem der Anananas. Junge Blätter können gekocht und als Salat gegessen werden oder man kann daraus einen Tee herstellen. Früchte und Blätter werden auch in der traditionellen Medizin verwendet [10].

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Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)

MALVALES malvaceaeae ceiba pentandra frutigen blatt PD1
Kapokbaum (Ceiba pentandra), Blätter, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MALVALES malvaceaeae ceiba pentandra frutigen stamm PD1
Kapokbaum (Ceiba pentandra), Stamm, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MALVALES malvaceaeae ceiba pentandra BLANCO
Blätter, Blüten und Früchte des Kapokbaums (Ceiba pentandra). Illustration aus BLANCO, F. M. (1880-1883) Flora de Filipinas. Gemeinfrei..

Unterfamilie: Wollbaumgewächse (Bombacoideae)
Tribus: Adansonieae

Kapokbaum

Ceiba pentandra

Verbreitung: Autochthoneses Vorkommen unsicher, entweder Mexiko, Mittelamerika und Karibik oder West- und Zentralafrika. Heute weltweit im Tropengürtel.

Winterhärtezone: Nicht winterhart, soll bei +10 bis 15ºC überwintert werden.

Wuchshöhe: Je nach Varietät 18-60 m.

Der Stamm des Kapokbaums ist vor allem in der Jugend unterschiedlich dicht mit Stacheln besetzt. Die Äste wachsen oft horizontal. Im Alter werden meterhohe Brettwurzeln ausgebildet. Die kurzgestielten Blätter werden in der Trockenzeit abgeworfen. Sie sind handförmig gegliedert; sie bestehen in der Regel aus 6-7 länglich-ovalen, bis 10 cm langen Einzelblättchen. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Blattnasen-Fledermäuse, sekundär auch durch Insekten. Die 10-30 cm langen fünffächrigen Früchte bestehen aus ledrigen, mit kleinen schwarzen Samen gefüllten ledrigen Kapseln. Diese liegen lose in einer dichten Schicht von bis zu 1-3(-4) cm langen, seidenfeinen Samenhaaren, die für ihre Verbreitung durch den Wind sorgen [6; 9].

Die Samenhaare sind röhrenartige Fasern mit sehr glatter Oberfläche, die einen mikroskopisch feinen Wachsdüberzug haben. Infolgedessen ist die Kapokwolle sehr schwer benetzbar. Dank dieser Eigenschaft und ihrem geringen Gewicht wird Kapok für Rettungsringe und Schwimmwesten verwendet [9].

Die Kapokfasern können Entzündungen von Augen, Nase und Kehle verursachen  und zu chronischer Bronchitis führen. Verschiedene Pflanzenteile werden als Nahrungsmittel oder Heilmittel genutzt. Die Samen enthalten cyclopropenoide Fettsäuren, die bei Tieren zu unerwünschten physiologischen Reaktionen führen. Sie sollten daher nicht als Futtermittel verwendet werden, sofern die Fettsäuren nicht chemisch entfernt worden sind [11].

Nebst Ceiba pentandra gibt es zwischen Mexikon und Nordargentinien 19 weitere Kapokbaum-Arten, von denen Ceiba trichistandra aus Ekuador und Peru eine besondere Bedeutung für die Ernährung des Feuerflügelsittichs oder der aus derselben Region stammende, in Indonesien eingeführte Ceiba insignis für den Gelbwangenkakadu haben.

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MALVALES malvaceaeae ceiba speciosa bluete pierrelatte PD1
Florettseidenbaum (Ceiba speciosa), Blüte, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

MALVALES Malvaceae ceiba speciosa pierrelatte PD1
Florettseidenbaum (Ceiba speciosa), Frucht, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

MALVALES Malvaceae ceiba speciosa pierrelatte PD2
Florettseidenbaum (Ceiba speciosa), Blätter, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

MALVALES Malvaceae ceiba speciosa pierrelatte PD3
Florettseidenbaum (Ceiba speciosa), Stamm, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Wollbaumgewächse (Bombacoideae)
Tribus: Adansonieae

Florettseidenbaum

Ceiba speciosa

Verbreitung: Südamerika: Südbrasilien, Nordost-Argentinien, Ost-Bolivien, Paraguay, Uruguay.

Wuchshöhe: Bis 15 (-25) m.

Der Florettseidenbaum ist ein laubabwerfender mittelgroßer bis großer Charakterbaum südamerikanischer Halbtrockenwälder (Caatinga, Gran Chaco) mit flaschenförmigem, an der Basis mit starken Dornen bewehrtem Stamm, der einen Durchmesser von 80-120 cm erreichen kann und als Wasserspeicher dient. Die Äste setzen meist schon weit unten an. Die wechselständigen Laubblätter haben einen langen Stiel und eine gefingerte Blattspreite mit gesägtem Rand. Die Staubblätter der rosa Blüten sind zu einer bis zu 8 cm langen Mittelsäule verbunden. Die Blüten erscheinen im Herbst, wenn das Laub bereits herabgefallen ist. Sie werden hauptsächlich durch Schmetterlinge bestäubt. Sie entwickeln sich zu  weißen, seidige Fasern enthaltenden Kapselfrüchten. Die Gattung Ceiba umfasst 20 Arten. Neben C. speciosa wird vor allem der Kapokbaum (Ceiba pentandra) bei uns gepflegt [8; 10].

Die Fasern des Florettseidenbaums werden gesammelt und als Füllmaterial für Kissen sowie zur Herstellung von seidenartigen Stoffen verwendet. Das Holz ist weich, leicht und wenig dauerhaft. Es wird zum Bau von Kanus, Kisten und für Schnitzereien, aber auch zur Zelluloseproduktion genutzt [9; 10].

Der Florettseidenbaum wird in Mitteleuropa als Kübelpflanze kultiviert. Er ist raschwüchsig, was für Kübelpflanzen nicht unbedingt ein Vorteil ist. In spanischen und portugiesischen Städten wird er als Alleebaum an gepflanzt [8].

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MALVALES Malvaceae pachira aquatica pierrelatte PD1
Glückskastanie (Pachira aquatica) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MALVALES Malvaceae pachira aquatica pierrelatte PD2
Glückskastanie (Pachira aquatica), Stamm, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Wollbaumgewächse (Bombacoideae)
Tribus: Adansonieae

Glückskastanie

Pachira aquatica

Verbreitung: Mittelamerika von Mexiko bis Costa Rica.

Wuchshöhe: 4-20 m.

Die Glückskastanie wächst in ihrer Heimat als immergrüner, mittelgroßer Baum. In Kultur wird sie meist als Kübelpflanze gehalten und bleibt dann deutlich kleiner. Sie hat einen verdickten Stamm, der als Wasserspeicher dient. Die in Fünfergruppen angeordnet, dunkelgrünen Blätter sind gestielt, die Blattspreite ist handförmig in bis zu neun Fiederblätter geteilt und hat eine ledrige Oberfläche. Die grünlich-gelben Blüten mit roten Staubblättern sehen Rasierpinseln ähnlich. Die Pflanze bildet braune, holzige Früchte mit einem Durchmesser von gut 15 cm, die geröstet gegessen werden können [8].

Die Aussaat oder Vermehrung durch Stecklinge sollte bei einer Bodentemperatur von 25-30ºC erfolgen. Im Winter sollte die Umgebungstemperatur zwischen 12 und 15ºC liegen [8].

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Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)

MYRTALES myrtaceae eugenia uniflora frutigen baum PD1
Surinamkirsche (Eugenia uniflora) im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MYRTALES myrtaceae eugenia uniflora frutigen blatt PD1
Surinamkirsche (Eugenia niflora), Blätter, im Tropenhaus Frutigen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Myrtoideae
Tribus: Myrteae    

Surinamkirsche

Eugenia uniflora

Verbreitung: Ursprünglich östliches Südamerika von Surinam bis Uruguay. Heute in weiten Teilen der Tropen und Subtropen angepflanzt oder als invasiver Neophyt verbreitet.

Winterhärtezone 9-10 (akklimatisierte Exemplare ertragen bis -5ºC).

Wuchshöhe: 5-7(-12) m.

Die auch "Pitanga" genannte Surinamkirsche wächst als immergrüner, dichter Strauch. Der Stamm hat eine relativ glatte bis feinrissige, abblätternde Borke. Die gegenständigen Blätter sind gestielt, glänzend und ganzrandige. Die jungen Blätter sind im Austrieb bronzefarben, das ältere Laub im Herbst rot, was den Sträuchern zusätzlichen Schmuckwert verleiht. Die cremeweißen, kleinen, leicht duftenden Blüten erscheinen im Sommer in den Blattachseln. Sie entwickeln sich innerhalb von 5 bis 7 Wochen zu kirschgroßen, leuchtend roten Früchten,  Sie sind wie ein Heißluftballon mit mehreren "Rippen" geformt [4; 5].

Die Früchte werden im Ganzen gegessen. Sie enthalten bis zu 45 mg Vitamin-C pro 100 g Fruchtfleisch. Das saftige Fruchtfleisch schmeckt sehr aromatisch mit einem leicht säuerlichen und bitteren Unterton. In ihren Anbauländern werden Pitangas zu Marmeladen, Fruchtsäften, Eis oder Soßen verarbeitet, ebenso zu Essig und Likör. Aus gebrochenem Laub werden ätherischen Öle freigesetzt, die nach einer Mischung aus Myrte und Kampfer mit einem Schuss Zitrone duften und als Fliegen-Repellent verwendet werden [4].

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MYRTALES myrtaceae psidium guajava frutigen blatt PD1
Guave (Psidium guajava), Blätter, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MYRTALES myrtaceae psidium guajava frutigen stamm PD1
Guave (Psidium guayava), Stamm, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MYRTALES myrtaceae psidium guajava BLANCO
Blüten, Blätter und Frucht der Guave (Psidium guayava), Illustration aus BLANCO, F. M. (1880-1883) Flora de Filipinas. Gemeinfrei.

Unterfamilie: Myrtoideae
Tribus: Myrteae

Guave

Psidium guajava

Verbreitung: Ursprünglich tropisches und subtropisches Amerika vermutlich von Süd-Mexiko bis ins nördliche Südamerika. Heute in weiten Teilen der Tropen und Subtropen angepflanzt oder als invasiver Neophyt verbreitet.

Winterhärtezone: Nicht winterhart, soll bei +10 bis 15ºC überwintert werden.

Wuchshöhe: 6-10(-13) m.

Die Guave wächst als  robuster, etwas knorriger Baum. Der Stamm hat eine hellbraune, glatte Borke. Die gegenständigen, länglich ellipischen bis ovalen Blätter sind auf der Unterseite flaumig behaart. die 2.5 cm großen Blüten sind weiß. Sie stehen einzeln oder zu 2-3 in den Blattachseln. Sie wiesen zahlreiche Staubblätter auf. Die Früchte sind rundlichen bis birnförmige Beeren. Sie erreichen eine Durchmesser bis zu 10 cm und verfärben sich je nach Reifegrad von Grün nach Gelb. Das Fruchtfleisch ist mehlig und mehr oder weniger harzig [6; 7].

Die Guave wird als Fruchtbaum kultiviert. Ein einzelner Baum kann 300-400 kg Früchte tragen. Die süßsauer schmeckenden Früchte werden zur Herstellung von Getränken und Konfitüren verwendet, die Blätter als Medikament gegen Verdauungsstörungen. In manchen asiatischen Ländern werden die Blätter gekocht und als Gemüse konsumiert [6; 7; 10].

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Ordnung: Nachtschattnartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)

SOLANALES solanaceae capsicum chinense frutigen blatt PD1
Paprika (Capsicum chinense), Blätter, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SOLANALES solanaceae capsicum chinense frutigen frucht PD1
Paprika (Capsicum chinense), Frucht und Blüte, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Solanoideae
Tribus: Capsiceae

Paprika

Capsicum chinense

Verbreitung: Entgegen ihrem wissenschaftlichen Namen nursprünglich icht China, sondern Peru sowie vermutlich Brasilien und Bolivien. Heute in vielen tropischen und subtropischen Regionen kultiviert, namentlich in der Karibik.

Winterhärtezone: Nicht winterhart, muss in Treibhaus oder Wintergarten überwintert werden, sobald die Temperaturen dauerhaft unter 10ºC fallen.

Wuchshöhe: 45-75 (-250) cm.

Capsicum chinense wird seit langer Zeit kultiviert und weist daher eine große Variabilität auf. Es handelt sich um breite Büsche mit  hell- bis dunkelgrünen, eiförmig bis lanzettlich-eiförmig bis etwa 10 cm langen Blättern, die zumeist unbehaart sind. Die zwittrigen Blüten stehen in den Sprossknoten, meist in Gruppen von 3-5. Sprossknoten stehenden Blüten erscheinen meist in Gruppen von drei bis fünf. Meistens sind sie fünfzählig. Die grünlich-gelben, seltener weißen Kronblätter sind 0,5 bis 1 cm lang, die Staubgefäße sind in bei denmeisten Varietäten blau-violett. Die Früchte sind außerordentlich vielfältig. bei Wildformen sind sie meistens klein, rund und glatt, bei den meisten Zuchtformen faltig geformt. Unreife Früchtesind hell- bis dunkelgrün bei reifen reicht das Farbenspektrum von blassem Gelb über Orange, Lachsfarben und Rot bis zu einem dunklen Schokoladenbraun. Die Samen haben meistens einen welligen Rand, nur selten ist er glatt [0].

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Literatur und Internetquellen:

  1. BACKYARD NATURE
  2. CHILIPFLANZEN
  3. FLORA OF KAXIL KIUIC
  4. FLORA TOSKANA
  5. GLOBAL INVASIVE SPECIES DATA BASE
  6. GRAF, R. (2005)
  7. LÖTSCHERT, W. & BEESE, G.(1981)
  8. MEIN SCHÖNER GARTEN
  9. SCHRÖDER, R. (1963)
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Freigegeben in Tropenwaldpflanzen
Samstag, 09 April 2022 08:24

Tropenwaldgehölze - Asien

 

Allgemeines

Hier werden nicht nur Bäume und Sträucher im eigentlichen Sinn vorgestellt, sondern auch verholzende Kletterpflanzen, wie die Würgefeigen,und  nicht verholzende, baumartige Krautpflanzen, wie die Bananen. Die aufgeführten Arten werden mehrheitlich ganzjährig in klimatisierten Tropenhallen gehalten.

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

LAMIALES Lamiaceae clerodendrum speciosissimum PAP PD1
Prächtiger Losbaum (Clerodendron speciosissimum) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Günsel (Ajugoideae)

Prächtiger Losbaum

Clerodendrum speciosissimum

Verbreitung: Südost- und Australasien. Kultiviert und verwildert in Teilen Afrikas, Süd- und Mittelamerikas, den Seychellen, der Karibik und in Florida.

Wuchshöhe: bis 3-4 m.

Der Prächtige Losbaum wächst als mittelgroßer Strauch mit vierkantigen, leicht filzigen Sprossen und gegenständigen, auffallend großen, langestielten, herzförmigen Blättern mit netzrunzeligen Adern. Die Blätter sind oberseits kurzhaarig, unterseits flaumig. Die fünfzähligen, zwittrigen Blüten bestehen aus einem glockigen, dunkelpurpurnen Kelch und einer feuerroten, langen, schlanken Kronröhre mit 5 schmalen, meist rückwärts gebogenen Zipfeln, aus der die 4 Staubblätter und der Griffel weit herausragen, und stehen in rispenförmigen Ständen. Aus ihnen entwickeln sich beerenartige Steinfrüchte [4].

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Ordnung: Magnolienartige (Magnoliales)
Familie: Annonengewächse (Annonaceae)

MAGNOLIALES Annonaceae cananga odorata pierrelatte PD1
Ylang-Ylang (Cananga odorata), Blätter, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MAGNOLIALES Annonaceae cananga odorata pierrelatte PD2
Ylang-Ylang (Cananga odorata), Stamm, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Ambavioideae

Ylang-Ylang

Cananga odorata

Verbreitung: Südost-/Australasien: Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Papua-Neuguinea, Philippinen, Thailand, Vietnam. Kultiviert auf Madagaskar, den Komoren, Sansibar und Haiti. In feuchten Tälern und Hängen, in Wäldern oder an Waldrändern bis auf eine Höhe von 800 m.

Wuchshöhe: Bis 25 m.

Der Ylang-Ylang ist ein mittelgroßer, immergrüner und ganzjährig blühender Baum mit wechselständigen, bis 20 cm langen, länglich-eiförmigen, vorne lang zugespitzten, Blättern mit ledriger, glänzend dunkelgrüner Oberfläche und deutliche Nervatur. Die zwittrigen Blüten stehen in nickenden, achselständigen Büscheln. Sie sind gelblich grün mit 6 langen, schmalen, lanzettlichen, zurückgeschlagenen Kronblätter in zwei Kreisen und in dicht gedrängten Spiralen stehenden Staubblättern. Die Früchte sind länglich-eiförmige, hängende Sammelfrüchte, in denen die einzelnen Beeren an einer Blütenachse zu einer fleischigen Masse verwachsen sind [8].

Aus den großen Blüten wird das ätherische Ylang-Ylang-Öl gewonnen, das zur Herstellung von Parfümen und regional als Heilöl in der Volksmedizin verwendet wird [3; 8].

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Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)

MALPIGHIALES Euphorbiaceae codiaeum variegatum pierrelatte PD1
Kroton oder Wunderstrauch (Codiaeum variegatum) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MALPIGHIALES Euphorbiaceae codiaeum variegatum pierrelatte PD2
Kroton oder Wunderstrauch (Codiaeum variegatum), Stamm, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Crotonoideae

Kroton oder Wunderstrauch

Codiaeum variegatum

Verbreitung: Südostasien bis Pazifik: Australien (Queensland), Fidschi, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Vanuatu.

Wuchshöhe: Bis 3 m hoher Strauch.

Der Kroton ist eine immergrüne, verholzende, bis 100 cm hoch werdende Pflanze mit rot, gelb und grün gefärbten Blättern, die auch in ihrer Form varieren können. Er ist einhäusig und getrenntgeschlechtlig. Blüten sind eher selten zu beobachten. Es gibt zahlreiche Kulturformen, die in den Tropen und Subtropen als Gartenpflanzen, in unseren Breiten als eine der häufigsten Zimmerpflanzen Verwendung finden. Alleine in Deutschland werden pro Jahr etwa 300'000 Exemplare verkauft [7].

Alle Teile des Krotonstrauchs sind giftig, weil er einen Milchsaft enthält, der lokal reizend wirkt und vermutlich nicht näher bezeichnete Phorbolester beinhaltet. Diese sind wirksame Tumorpromotoren. Die Aufnahme von Pflanzenmaterial kann bei Tieren zu Läsionen der Maulschleimhaut, Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall führen. Die letale Dosis ist unbekannt [1; 7].

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MALVALES Malvaceae hibiscus rosa sinensis pierrelatte PD3
Chinesischer Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MALVALES Malvaceae hibiscus rosa sinensis pierrelatte PD1
Chinesischer Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis), Blüte, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MALVALES Malvaceae hibiscus rosa sinensis pierrelatte PD2
Chinesischer Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis), Stamm, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Malvoideae

Chinesischer Roseneibisch

Hibiscus rosa-sinensis

Verbreitung: Das Ursprungsgebiet der Wildform dürfte im östlichen Indien oder südöstlichen China liegen. Kulturformen in vielen Ländern namentlich des asiatisch-pazifischen Raums.

Wuchshöhe: bis 3.50 (2-5) m.

Der Chinesische Roseneibisch ist ein mittelgroßer Strauch mit abstehenden, leicht sparrigen Ästen. Die Laubblätter sind oval, lang zugespitzt und haben einen gezähnten Rand. Die nicht-duftenden Blüten sind fünfzählig. Die Kelchblätter sind an der Basis verwachsen, die korallenrote Krone hat einen Durchmesser  von 10-15 cm. Aus ihrem Zentrum ragt eine von zahleichen verwachsenen Staubblättern gebildete Säule hervor, an deren Ende die fünf auseinanderspreizenden Narben des Fruchtknoten eine abschließende Krone bilden. Die Blüten verwelken bereits nach einem Tag. Die Frucht ist eine fünfkammrige Kapselfrucht [4].

Der Chinesische Roseneibisch ist eine beliebte Zierpflanze, von der es zahlreiche Kulturformen mit weißen, gelben, orange- oder rosafarbenen und roten sowie auch gefüllten Blüten gibt. Im Gegensatz zum Garten-Eibisch (Hibiscus syriacus) oder zum Hybriden Hibiscus x moscheutos ist er aber nicht winterhart und wird bei uns in der Regel als Kübelpflanze gepflegt, die ins Winterquartier gebracht werden muss, sobald die Außentemperatur unter 12ºC fällt. Die Pflanze ist nicht giftig, Wurzeln, Blätter und Blüten dienen roh oder gegart als Nahrungsmittel. Von der Verwendung als Tierfutter wird aber abgeraten. Die Blüten können zum Färben verwendet werden. Pflanzenteile werden in der Volksmedizin angewendet [1; 4; 5}.

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Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)

MYRTALES Myrtaceae syzygium jambos pierrelatte PD1
Blätter des Rosenapfels (Syzygium jambos) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

MYRTALES Myrtaceae syzygium jambos pierrelatte PD2
Stamm eines Rosenapfels (Syzygium jambos) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

Tribus: Syzygieae

Rosenapfel

Syzygium jambos

Verbreitung: Ursprünglich Südostasien, heute in den Tropen weltweit als Obst-, Zier- oder Schattenbaum kultiviert, geht im Gebirge bis auf eine Höhe von etwa 2'000 m.

Wuchshöhe: 10-12 m.

Der Rosenapfel ist ein immergrüner, mittelgroßer, dicht belaubter Baum, mit gegenständigen, lanzettlichen, bis 20 x 5 cm messenden Laubblättern. Die Blattoberseite ist dunkelgrün glänzend mit Öldrüsen, und einem randparalleler Nerv. Die zwittrigen Blüten sind zu 4-5 in endständigen Rispen mit einem 1 bis 3.5 Zentimeter langen Stiel angeordnet oder stehen einzeln in den Blattachseln. Die 4 rundlichen, grünen Kelchblätter sind bei geöffneter Blüte zurückgeschlagen, Die ca. 1.5 cm langen, weißen oder rosafarbenen Kronblätter sind breit eiförmig und zuletzt zurückgebogen. Die 200-400 crèmeweißen, bis 4 cm lang Staubfäden verleihen der Blüte ein pinselartiges Aussehen. Die Früchte sind kreisel- bis birnenförmige, grünliche oder weißliche, auch hochrote Steinbeeren mit einem Durchmesser bis 6 cm, an denen die verdickten, bleibenden, Kelchblätter eine Krone bilden [3, 8].

Der Name Rosenapfel kommt davon, dass das Fruchtfleisch einen rosenähnlichen Duft aufweist. Die  etwas fade schmeckenden Früchte werden als Frischobst und zur Herstellung von Konserven, Gelee, Marmelade oder Sirup verwendet. Das Holz wird hauptsächlich als Brennholz genutzt. Die  Rinde enthält Farbstoffe [8].

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Ordnung: Sauerkleeartige (Oxalidales)
Familie: Sauerkleegewächse (Oxalidaceae)

OXAL oxalidaceae averrhoa carambola pierrelatte PD1
Sternfrucht (Averrhoa carambola) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

OXAL oxalidaceae averrhoa carambola pierrelatte PD2
Sternfrucht (Averrhoa carambola), Blätter, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

Gattung: Gurkenbäume (Averrhoa)

Sternfrucht

Averrhoa carambola

Verbreitung: Ursprünglich Südostasien, heute in den Tropen und Subtropen weltweit kultiviert.

Wuchshöhe: Meist bis 10 m, selten bis 25 m.

Der Sternfruchtbaum ist ein kleiner, schnellwachsender, immergrüner Baum mit einem kurzen, bis 15 cm dicken Stamm und vielen Ästen. Die Rinde ist glatt und bräunlich. Die wechselständigen Blätter sind unpaarig gefiedert und flaumig behaart. Die einzelnen Fiederblättchen sind eiförmig bis länglich-elliptisch und nehmen von der Basis nach außen an Größe zu. Die zwittrigen, fünfzähligen Blüten sind klein und haben meist rosa-violette Kronblätter. Nach Bestäubung der Blüten durch Insekten entwickeln sich im Herbst die bekannten, 8-13 cm langen Sternfrüchte. Diese Früchte, eigentlich Beeren, sind im Längsschnitt oval, im Querschnitt sternförmig (daher der Name) und reifen von Grün zu Gelb oder Orange. Das Fruchtfleisch und die Schale sind knackig und mild süßlich mit hohem Wassergehalt [5; 6].

Die Frucht der Karambole enthält allerdings das Nervengift Caramboxin, welches bei Menschen mit Niereninsuffizienz zu starken Vergiftungserscheinungen und lebensbedrohlichen Zuständen führen kann. Auch die Wirkung von vielen Medikamenten wird durch den Genuss der Sternfrucht verändert [5].

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Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Maulbeergewächse (Moraceae)

ROSAL moraceae ficus auriculata pierrelatte PD3
Roxburgh- oder Elefantenohr-Feige (Ficus auriculata mit Früchten) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

ROSAL moraceae ficus auriculata pierrelatte PD2
Roxburgh- oder Elefantenohr-Feige (Ficus auriculata), Blatt, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

ROSAL moraceae ficus auriculata pierrelatte PD1
Roxburgh- oder Elefantenohr-Feige (Ficus auriculata), Rinde, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

Tribus: Ficeae

Roxburgh-Feige, Elefantenohr-Feige

Ficus auriculata

Verbreitung: Südostasien: Bhutan, Süd-China, Indien, Myanmar, Nepal, Thailand, Vietnam in Höhenlagen von 100-1'700, stellenweise bis 2'100 m.

Wuchshöhe: bis 12 m.

Die Roxburgh-Feige wächst als hoch werdender Strauch bis niedrig bleibender Baum mit oft mehreren Stämmen mit Durchmessern bis 45 cm. Die Krone kann breit und ausladend werden. Die sehr großen, 55x30 cm messenden ovalen Blättern haben einen ca. 20 cm langen Stiel. Sie können bei Kälteeinbrüchen abgeworfen werden. Die großen, dunkel rot-violetten "Früchte", werden direkt am Stamm gebildet. Diese haben ein dunkel violett-rotes Fruchtfleisch mit einem etwas bitteren, Ananas-Erdbeer-Geschmack. Effektiv sind es keine Früchte, sondern Steinfruchtverbände. Die einzelnen kleinen Steinfrüchte spürt man beim Verzehr als kleine Körnchen. [6; 9].

Ähnlich wie bei der bekannten Essfeige ist der Bestäubungsvorgang kompliziert und hochspezialisiert: Feigengallwespen (Ceratosolen emarginatus) dringen durch eine Pore in den Blütenstand ein und fungieren als Bestäuber. Mit ihrem langen Legebohrer legen sie ihre Eier in einen Teil der Blüten, sodass sich in deren Fruchtknoten die Insekten entwickeln können [9].

Die Roxburgh-Feige gilt als schwach giftig, weil sie Triterpene und Proteasen (Ficine) enthält, die bei Tieren Erbrechen und Durchfall, bei Aufnahme großer Mengen auch Krämpfe und Lähmungen verursachen [1].

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ROSAL moraceae ficus benghalensis pierrelatte PD1
Banyanfeige (Ficus religiosa) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

ROSAL moraceae ficus benghalensis pierrelatte PD2
Banyanfeige (Ficus benghalensis), Luftwurzeln, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

Tribus: Ficeae

Banyan-Feige

Ficus benghalensis

Verbreitung: Ursprünglich Indien, in vielen tropischen Ländern eingeführt.

Wuchshöhe: 20 m, selten bis 30 m oder mehr.

Der Banyanbäume sind immergrüne Epiphyten, die auf allen möglichen Bäumen wachsen. Sie bilden Luftwurzeln aus, die sich zu einem dichten Netz entwickeln. Wenn die Wurzeln den Boden erreicht haben, kommt es zu einem verstärkten Wachstum, und mit der Zeit wird der Wirtsbaum erdrückt und stirbt ab. Der Baum steht dann allein auf seinen Wurzelpodesten [5; 7].

Die Feigen des Banyan sind essbar. Die abgekochten Blätter und die Rinde werden in der Volksmedizin bei verschiedenen Indikationen angewandt. Der konzentrierte Milchsaft dient ebenfalls medizinischen Zwecken und, in Kombination mit Feigen, als Aphrodisiakum [6].

Die Banyan-Feige gilt als schwach giftig, weil sie Triterpene und Proteasen (Ficine) enthält, die bei Tieren Erbrechen und Durchfall, bei Aufnahme großer Mengen auch Krämpfe und Lähmungen verursachen [4].

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ROSAL moraceae ficus longifolia pierrelatte PD1
Langblättrige Feige (Ficus binnendijkii), Blätter, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

ROSAL moraceae ficus longifolia pierrelatte PD3
Langblättrige Feige (Ficus binnendijkii), Luftwurzeln, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

ROSAL moraceae ficus longifolia pierrelatte PD2
Langblättrige Feige (Ficus binnendijkii), Stamm, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

Tribus: Ficeae

Langblättrige Feige

Ficus binnendijkii

Verbreitung: Südostasien: Indonesien (Java).

Dieser Ficus ist auch als Ficus longifolia bekannt. Er hat schmale, längliche, wechselständige Blätter, die bis zu 20-25 cm lang werden. Der Blütenstand ist als kleine, flaschenförmige, fleischige Hohlfrucht (Scheinfrucht) ausgebildet, an deren Innenwand viele winzige, Blüten angeordnet sind. In jedem Blütenstand gibt es 3 Typen von Blüten: Männliche mit Staubblättern, weibliche samenbildende Blüten mit einem langen Griffel und weibliche unfruchtbare, sogenannte Gallblüten mit einem kurzen Griffel, in denen sich die Larven der Gallwespen entwickeln. Die Früchte sind von einem fleischigen Mantel umhüllte, grüngelbe, kugelige, 1-1.5 cm grosse Steinfrüchte. Es gibt zahlreiche kultivierte Sorten mit u.a. einfarbigen, gelb- oder weiß-grün gemusterten, rötlichen sowie schmalen oder breiten Blättern. Die Pflanze sollte nicht längere Zeit Temperaturen unter 10ºC ausgesetzt sein [5].

Die Langblättrige Feige eignet sich zur Bepflanzung von Groß-Aquaterrarien für Segelechsen oder Wasseragamen [10].

Die Langblättrige Feige gilt als schwach giftig, weil sie Triterpene und Proteasen (Ficine) enthält, die bei Tieren Erbrechen und Durchfall, bei Aufnahme großer Mengen auch Krämpfe und Lähmungen verursachen [1].

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ROSAL moraceae ficus religiosa pierrelatte PD1
Pappelfeige (Ficus religiosa), Blätter, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

ROSAL moraceae ficus religiosa pierrelatte PD2
Pappelfeige (Ficus religiosa), Stamm, in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

Tribus: Ficeae

Pappelfeige, Buddhabaum

Ficus religiosa

Verbreitung: Süd- und Südostasien: Bangladesch, Indien, Myanmar, Nepal, Pakistan, Sri Lanka, Thailand, Vietnam, in Höhenlagen von 600-2'800 m ü.M.

Wuchshöhe: 6-30 m.

Die Pappelfeige wächst als laubabwerfender, großer Baum mit Luftwurzeln, die sich zu Stützwurzeln entwickeln. Die Bezeichnung "Buddhabaum" beruht darauf, dass 600 Jahre vor unserer Zeitrechnung Buddha unter einem solchen Baum seine Erleuchtung empfangen haben soll. Ein Ableger des Originalbaums auf Sri Lanka soll angeblich 2'000 Jahre alt sein [5; 9].

Die Laubblätter sind herzförmig, Pappelblättern ähnlich, bis 17 cm lang, langgestielt, mit glänzender Oberseite und auffallend langer, schwanzförmiger Träufelspitze. Der Blütenstand ist als kleine, flaschenförmige, fleischige Hohlfrucht (Scheinfrucht) ausgebildet, an deren Innenwand viele winzige Blüten angeordnet sind. In jedem Blütenstand gibt es 3 Typen von Blüten: Männliche mit Staubblättern, weibliche samenbildende Blüten mit einem langen Griffel und weibliche unfruchtbare, sogenannte Gallblüten mit einem kurzen Griffel, in denen sich die Larven der Gallwespen entwickeln. Die Früchte sind 12 mm große, von einem fleischigen Mantel umhüllte Steinfrüchte. Sie sind grün bis purpurn, kugelig und sitzen paarweise an den Zweigen [9].

Die Pappelfeige gilt als schwach giftig, weil sie Triterpene und Proteasen (Ficine) enthält, die bei Tieren Erbrechen und Durchfall, bei Aufnahme großer Mengen auch Krämpfe und Lähmungen verursachen [1].

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Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Brennnesselgewächse (Urticaceae)

ROSALES urticaceae debregeasia orientalis frutigen blatt PD1
Yanagi ichigo (Debregeasia orientalis), Blatt, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ROSALES urticaceae debregeasia orientalis frutigen stamm PD1
Yanagi ichigo (Debregeasia orientalis), Stamm, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Yanagi ichigo

Debregeasia orientalis

Verbreitung: Süd- bis Ostasien: Bhutan, Süd-China, Japan, Nord-Indien, Nepal und Taiwan.

Winterhärte: Nicht winterhart, erträgt Temperaturen bis knapp über dem Gefrierpunkt.

Wuchshöhe: 1-4 m.

Der Yanagi ichigo-Baum gedeiht an schattigen, feuchten Stellen in Bergtälern in Höhenlagen von 300-2'800 m. Er ist meistens zweihäusig, selten einhäusig-getrenntgeschlechtig. Seine schlanken Zweige sind dunkelrot. Die dunkelgrünen, wechselständigen Blätter sind länglich- bis linearlazettlich mit dunkelroten Blattstielen. Die Blüten erscheinen an vorjährigen Zweigen häufig vor den Laubblättern. Die kurzgestielten männlichen Blüten haben einen Durchmesser von 1.2-1.5 mm. Die weiblichen Blütenstände zeigen viele kugelige Köpfchen mit einem Durchmesser von 3–5 mm. Die Früchte sehen aus wie orange Brombeeren. Sie sind essbar und können zur Herstellung alkoholischer Getränke verwendet werden. Aus der Pflanze werden auch hochwertige Fasern gewonnen [11].

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Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Rautengewächse (Rutaceae)

SAPINDALES rutaceae citrofortunella microcarpa frutigen frucht PD1
Calamondin-Orange (Citrus x microcarpa), Blätter und Frucht, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAPINDALES rutaceae citrofortunella microcarpa frutigen stamm PD1 (4)
Calamondin-Orange (Citrus x microcarpa), Stamm, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Aurantioideae
Tribus: Citreae

Calamondin-Orange

Citrus X microcarpa

Die Calamondin-Orange ist ein vermutlich natürlicher Hybride zwischen der Mandarine (Citrus reticulata) und der Ovalen Kumquat (Citrus margarita). Da die Kumquats früher als eigene Gattung (Fortunella) angesehen wurden ist in Literatur und Beschriftungen auch der Name "x Citrofortunella microcarpa" anzutreffen.

Verbreitung: Ursprünglich vermutlich Südostchina, heute weit verbreitet auf den Philippinen, wo sie auf Tagalog "Kalamansî" genannt wird, in Malaysisa und Indonesien. Ferner wird sie u.a. in Sri Lanka, Taiwan, der Karibik und Florida häufig kultiviert.

Winterhärtezone: Die Angaben variieren etwas (8b-11). Im mitteleuropäischen Klima nicht winterhart.

Wuchshöhe: 8 m an Naturstandorten.

Die Calamondin-Orange wächst als immergrüner kleiner Baum oder, im Kübel, bis 2 m hoher Strauch. Ihre ganzrandigen, ovalen Laubblätter duften. Sie sind oberseits dunkelgrün, auf der Unterseite heller. Blütezeit ist von April bis Juni und bisweilen bis in den Herbst hinein. Die weißen Einzelblüten duften stark. Die Früchte sind Beeren mit in unreifem Zustand grüner, in reifem oranger Schale, die in Form und Größe jenen der Mandarine gleichen, aber saures und bitteres Fruchtfleisch haben [2; 5].

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Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)

SAPINDALES sapindaceae dimocarpus longan frutigen blatt PD1
Longan-Baum (Dimocarpus longan), Blätter, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAPINDALES sapindaceae dimocarpus longan frutigen stamm PD1
Longan-Baum (Dimocarpus longan), Stamm, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Sapindoideae

Longan-Baum

Dimocarpus longan

Verbreitung: Ursprünglich Süd- und Südostasien von Indien und Sri Lanka über Südchina und Hinterindien bis nach Indonesien und den Philippinen. Als Nutzbaum in vielen tropischen und subtropischen anderen Gebieten angebaut.

Winterhärtezone: Nicht winterhart, toleriert kuzfristig +5ºC. Muss in beheiztem Wintergarten oder Treibhaus bei 13-23ºC überwintert werden.

Wuchshöhe: 10-40 m.

Der Longan ist ein dicht belaubter, immergrüner Baum. Seine wechselständigen Fiederblätter sind tiefgrün, ledrig, gewellt und werden 30-50 cm lang. Sie bestehen meistens aus 4-5 Fiederpaaren. Die einzelnen Fiederblättchen sind 6-15 cm lang. Der Neuaustrieb ist rötlich gefärbt. Die end- oder achselständigen, rispenartigen Blütenstände sind unscheinbar, sehr stark verzweigt und erscheinen auf den noch jungen Trieben. Nach der Blütezeit im Frühling trägt der Longan-Baum im Hochsommer kugelförmigige Früchte in dichten Büscheln, vergleichbar mit Weintrauben. Die Longan-Frucht ähnelt der Litchi, ist aber nur halb so groß, ihr Fruchtfleisch ist etwas milder und süßer, und die braune bis gelborangefarbene Schale ist glatt [4].

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Ordnung: Ingwerartige (Zingiberales)
Familie: Bananengewächse (Musaceae)

ZINGIBERALES Musaceae musa acuminata PAP PD1
Blätter der Bananenstaude (Musa acuminata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

ZINGIBERALES Musaceae musa acuminata PAP PD2
Blütenstand der Bananenstaude (Musa acuminata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

ZINGIBERALES Musaceae musa acuminata PAP PD3
Früchte der Bananenstaude (Musa acuminata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

Unterfamilie: Entfällt, die Familie besitzt nur 3 Gattungen.

Bananenstaude, Zwergbanane

Musa acuminata

Verbreitung: Ursprünglich Süd- und Südostasien: China (Provinzen Guangxi und Yunnan), Süd-Indien, Indonesien, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Sri Lanka, Thailand. Heute pantropisch an feuchten und schattigen Standorten vom Tiefland bis auf eine Höhe von 1'200 m.

Wuchshöhe: 5 m, selten bis 9 m.

Die Zwergbanane ist kein Baum, sondern eine immergrüne ausdauernde krautige Pflanze, die sich kontinuierlich durch Wurzelausläufer aus ihrem Rhizom vermehrt. Der aus den Blattscheiden gebildete Scheinstamm ist an der Basis bis zu 30 cm dick. Die Blattstiele sind etwa 60 cm lang, die Blattspreiten erreichen eine Länge von ca. 2 m und eine Breite von 60 cm. Die Pflanze ist einhäusig mit eingeschlechtigen oder zwittrigen Blüten. Die Blüten  erscheinen etwa ab dem fünften Standjahr. Sie sind groß und von violetten Hüllblättern umgeben, die nach und nach abfallen. Sie verströmen einen leichten Honigduft. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, Vögel (Nektarvögel, Kolibris), Fledertiere oder Spitzhörnchen. Die Früchte, d. h. die Bananen, sind botanisch gesehen Scheinbeeren. Nach der Frucht sterben die Bananenpflanzen ab und werden durch zuvor gebildete Seitentriebe ersetzt. Die Zwergbanane wird wegen ihrer Früchte kultiviert. Sie ist auch die wichtigste Stammart der Dessertbanane (Musa × paradisiaca) [5; 6].

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Literatur und Internetquellen:

  1. CLINI TOX
  2. FLORA TOSKANA
  3. GRAF, R. (2005)
  4. LÖTSCHERT, W. & BEESE, G.(1981)
  5. MEIN SCHÖNER GARTEN
  6. USEFUL TROPICAL PLANTS
  7. WWW.GIFTPFLANZEN.COMPENDIUM
  8. ZOO ZÜRICH - PFLANZENDOKUMENTATION MASOALA
  9. STEINECKE, H. (2016)
  10. WASSERAGAMEN-FORUM
  11. FLORA OF CHINA

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Freigegeben in Tropenwaldpflanzen
Dienstag, 07 September 2021 14:41

Gebirgs-Nationalparks in Kanada

NAM 9 NatParks Rockies(9.5.1) Banff-Nationalpark
(9.5.2) Glacier-Nationalpark
(9.5.3) Jasper-Nationalpark
(9.5.4) Kootenay-Nationalpark
(9.5.5) Mount Revelstoke-Nationalpark
(9.5.6) Yoho-Nationalpark
(9.5.7) E. C. Manning-Provinzpark
(9.5.8) Mount Robson-Provinzpark
(9.5.9) Wells Gray-Provinzpark

Fauna und Flora dieser Parks sind sich sehr ähnlich und sind abhängig von den Höhenstufen. Siehe Blatt "Gebirge".

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Banff-Nationalpark

NAM 9 NatParks Banff CrowfootGlacier
Der Crowfoot-Gletscher im Banff-Nationalpark vom Icefields Parkway aus © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

NAM 9 NatParks Banff BowValley
Das Bow Valley im Banff-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

NAM 9 NatParks banff BowRiver MtRundle
Bow River und der 2'948 m hohe Mount Rundle im Banff-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

NAM 9 NatParks banff hoodoos
Hoodoos beim Zusammenfluss von Bow und Spay River im Banff-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

NAM 9 NatParks banff wapitis
Wapitis (Cervus e. canadensis) in der Nähe des Golfplatzes von Banff, Banff-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Provinz Alberta
Bestehend seit 1885
Fläche: 6'641 km²
Höchster Punkt: Mount Forbes (3'612 m.ü.M.)
Jahresniederschlag (Ort Banff): 460 mm
Temperatur (Ort): Mittleres Maximum im Juli 18ºC, mittleres Minimum im Dezember -15ºC
Besucher/Jahr: > 4 Millionen

Der Banff-Nationalpark ist der älteste Nationalpark Kanadas. Im Norden grenzt er an den Jasper-, im Westen an den Kootenay- und an den Yoho- Nationalpark. Innerhalb des Parks liegt auf 1'384 m Höhe die Kleinstadt Banff mit ca. 7'500 Einwohnern. Diese ist touristisch sehr erschlossen mit zahlreichen Unterkünften und Gaststätten, einem 27-Loch-Golfplatz, einem etwas außerhalb des Orts gelegenen Thermalbad, einem Skigebiet mit 60 Pisten am 2'133 m hohen Mount Norquay, einer Goldelbahn auf den Gipfel des 2'451 m hohen Sulphur Mountains, West-Kanadas ältestem Naturkundemuseum und zwei weiteren Museen sowie einem Gatter für Waldbisons. Ein weiteres Touristenzentrum ist der Ferienort Lake Louise (1'540 m. ü. M.) mit einem ausgedehnten Skigebiet und einer permanenten Bevölkerung von rund 700 Personen. Auch außerhalb der beiden Orte gibt es verschiedene Campingplätze, Hotels und Jugendherbergen.

Der größte Teil des Banff-Nationalparks wird von Norden nach Süden vom Bow River durchflossen, der gleich vor Banff beim Zusammenfluss mit dem Spay River einen 9 m hohen Wasserfall bildet. Im Norden des Parks nimmt der ostwärts fließende North Saskatchewan River seinen Ursprung. Der 2'070 m hohe Bow Pass bildet seine Wasserscheide zum Bow River, der 2'035 m hohe Sunwapta Pass jene zum Jasper Nationalpark bzw. zum Athabasca River.

Der Banff-Nationalpark besitzt mit den Castle Guard Caves das größte Höhlensystem Kanadas, über 1'000 Gletscher und zahlreiche Seen, wie den 80 ha großen Lake Louise, sowie z.B. Moraine, Bow, Peyto, Johnson, Hector und Helen Lake. Der von Motorschiffen und -booten befahrene Lake Minnewanka unweit von Banff wurde aufgestaut und hat nun eine Länge von 28 km und eine Tiefe bis 142 m. Vom Bow Valley- bzw. Icefield-Parkway aus lassen sich auf kurzen Fußwegen eindrückliche Schluchten erkunden, wie der Johnston Canyon mit den Cascade Falls oder der Mistaya Canyon, ferner die 370 m hohen Bridal Veil Falls des Nigel Creek.

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Glacier-Nationalpark

NAM 9 NatParks Glacier RogerPasshöhe
Die Rogers-Passhöhe im Glacier-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Beaver River im Glacier-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

NAM 9 NatParks Glacier HemlockGrove
Der Hemlock Grove im Glacier-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Provinz: Britisch-Kolumbien
Bestehend seit 1886
Fläche: 1'349 km²
Höchster Punkt: Mount Dawson (3'377 m.ü.M.)
Jahresniederschlag (Rogers Pass, 1'330 m. ü. M.): 1'500 mm
Temperatur (Rogers Pass):  Mittleres Maximum im Juli 20ºC, mittleres Minimum im Dezember -14ºC
Besucher/Jahr: > 700'000

12% des Parks liegen in der nivalen Stufe und über die Hälfte oberhalb der Baumgrenze. Darunter befindet sich von Hemlocktannen (Tsuga canadensis), Engelmann-Fichten (Picea engelmannii) und Felsengebirgs-Tannen (Abies lasiocarpa) dominierter Wald. Die kolline Höhenstufe des Parks wird, eine Besonderheit im Binnenland, von Regenwald eingenommen. Auf dem Rogers Pass befinden sich ein Besucherzentrum und ein Hotel, ansonsten gibt es im Glacier-Nationalpark keine permanenten Siedlungen. Die Verwaltung erfolgt von Revelstoke aus. Der Park wird von einer Nationalstrasse und einer teilweise in Tunnels geführten Bahnlinie durchschnitten. Von der Rogers Passstraße aus gibt es mehrere kurze, als Rundwege angelegte Naturlehrpfade: Hemlock Grove Boardwalk (300 m lang), Bear Creek Falls Nature Trail (1'100 m), Rock Garden Trail (600 m), Loop Brook Trail (1'600 m). Ferner existiert ein Wanderweg-Netz von 140 km Länge.

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Jasper-Nationalpark

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Der Athabasca River mit Salzlecken am rechten Ufer im Jasper-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Astoria-River und Mount Edith Cavell im Jasper-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Whirlpool River im Jasper-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Lake Maligne im Jasper-Nationalpark © Peter Dollinger Zoo Office Bern

Provinz Alberta
Bestehend seit 1907
Fläche: 10'978 km²
Höchster Punkt: Mount Columbia (3747  m.ü.M.)
Jahresniederschlag (Ort Jasper): 432 mm
Temperatur (Ort): Mittleres Maximum im Juli 17ºC, mittleres Minimum im Dezember -16ºC
Besucher/Jahr: ca. 2.5 Millionen

Der Jasper-Nationalpark ist der größte Nationalpark in den kanadischen Rockies. Er schließt im Süden an den Banff-Nationalpark und im Westen an den Mount Robson-Provinzpark an. Die Ortschaft Jasper mit rund 4'000 Einwohnern liegt innerhalb des Parks.

Der Park wird vom Athabasca River durchflossen, der seinen Ursprung im Athabasca-Gletscher hat, einem Teil des Columbia Icefields. Etwa 30 km südlich von Jasper stürzt er über die Athabasca Falls 24 m in die Tiefe. Wichtige Zuflüsse sind Sunwapta, Miette und der Maligne, der den bis zu 50 m tiefen Maligne Canyon bildet. Der Lake Maligne ist mit rund 20 km² der größte See im Park. Weitere bekannte Seen sind der Medicine Lake, der ebenfalls vom Maligne gespiesen wird und scheinbar keinen Abfluss hat, weil der Maligne ihn unterirdisch wieder verlässt, und die nahe Jasper gelegenen kleinen Pyramid-(95 ha) und Patricia-(53 ha)Seen. Ebenfalls in der Nähe von Jasper liegt das durch einen 4.7 km langen Rundweg erschlossene Valley of the Five Lakes, wo man leicht zu Biberbeobachtungen kommt und sich wegen der beerenreichen Umgebung auf Treffen mit Braun- oder Schwarzbären einrichten muss. Der Mount Columbia ist der zweithöchste Berg in den kanadischen Rocky Mountains. Der 2'470 m hohe Whistlers Peak bei Jasper wird durch die längste und höchste Seilbahn Kanadas erschlossen. Im Osten des Parks befinden sich die Miette Hot Springs, die mit einer Temperatur von 54°C aus dem Boden kommen und für das kommerziell betriebene Thermalbad auf 40°C gekühlt werden.

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Kootenay-Nationalpark

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Der Vermilion River bei Vermilion Crossing im Kootenay-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Erdpfeiler (Hoodoos) am Dutch Creek im Kootenay-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die Paint Pots im Kootenay-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Provinz Britisch-Kolumbien
Bestehend seit 1920
Fläche: 1'406 km²
Höchster Punkt: Deltaform Mountain (3'424 m. ü. M.), tiefster 918 m
Jahresniederschlag: Im Bereich der Wasserscheide ca. 1'250 mm, im Südwesten 350 mm, in Radium Hot Springs 500 mm
Temperatur (Radium Hot Springs): Mittleres Maximum im Juli 20ºC, mittleres Minimum im Dezember -14ºC
Besucher/ Jahr: ca. 0.5 Millionen

Der Kootenay-Nationalpark wurde beidseits des Higway Nr. 93 errichtet, der den Alberta Highway Nr. 1 mit dem Columbia Valley verbindet und innerhalb des Parks vom Vermilion Pass nach dem Kurort Radium Hot Springs führt. Beim Besucherzentrum gibt es die Kootenay Park Lodge, nebst Campingplätzen die einzige Unterkunft im Park.

Der Park wird im Norden vom Vermilion-, im Süden vom Kootenay-River durchflossen. Nebst schwach radioaktiven Thermalquellen gibt es eisenhaltige Kaltquellen. Die durch einen 2.1 km langen Naturlehrpfad erschlossenen, ockerfarbenen Quelltöpfe werden "Paint Pots" genannt. Ein anderer, 1.4 km langer Naturlehrpfad befindet sich im Marble Canyon, einer der vielen geologisch interessanten Stellen des Parks, und ein weiterer, 300 m langer Weg führt zu den Numa Falls des Vermilion River. Mit 352 m bilden die Helmet Falls den Wasserfall mit der höchsten Fallhöhe im Park.

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Mount Revelstoke-Nationalpark

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Blumenwiese mit Arktischen Lupinen im Bereich der Montanen Stufe des Mount Revelstoke-Nationalparks © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Scharlachroter Indianerpinsel (Castilleja miniata) im Mount Revelstoke-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Skunk Cabbage Boardwalk Trail im Mount Revelstoke-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Diademhäher (Cyanocitta stelleri) am Giant Cedars Boardwalk Trail im Mount Revelstoke-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Provinz Britisch-Kolumbien
Bestehend seit 1914
Fläche: 260 km²
Höchster Punkt: Mount Inverness (2'651  m.ü.M.)
Jahresniederschlag (Stadt Revelstoke): 623 mm
Temperatur (Stadt): Mittleres Maximum im Juli 21ºC, mittleres Minimum im Dezember -14ºC
Besucher/Jahr: > 700'000

Von der außerhalb des Parks gelegenen Stadt Revelstoke (ca. 15'000 Einwohner) führt der 26 km lange, landschaftlich reizvolle Meadows-in-the-Sky-Parkway über 16 Haarnadelkurven auf den Mount Revelstoke. Vom Parkplatz aus geht der Summit Trail zum 1'938 m hohen Gipfel, der einen Blick auf die Begspitzen der Selkirk- und Monashee-Ranges sowie der Columbia Mountains bietet. In der Gipfelregion wurden mehrere Naturlehrpfade angelegt, darunter ein 1 km langer Rundweg um den Heather Lake.

Hauptattraktion des Parks sind die blumenreichen Bergwiesen, die im August in voller Blüte stehen. Zu den häufigsten Arten gehören Großblütiger Hundszahn (Erythronium grandiflorum), Scharlachroter Indianerpinsel (Castilleja miniata), Arktische Lupine (Lupinus arcticus), Tellerkraut (Clatoynia lanceolata), Läusekraut (Pedicularis bracteosa), Wanderndes Berufskraut (Erigeron peregrinus) und Arktisches Weidenröschen (Chamerion = Epilobium latifolium).

In der montanen Höhenstufe dominiert die Hemlocktanne (Tsuga canadensis) die Nadel- und Mischwälder. Die kolline Höhenstufe des Parks wird von Regenwald ebenfalls mit Hemlocktannen sowie mit u. a. riesigen Lebensbäumen (Thuja plicata) eingenommen. Hier gibt es im Illecillewaet Valley zwei Naturlehrpfade, den 300 m langen Giant Cedars Boardwalk Trail und den 1'300 m durch einen Sumpfwald führenden Skunk Cabbage Boardwalk Trail, so genannt wegen des hier wachsenden Stinkkohls (Symplocarpus foetidus).

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Yoho-Nationalpark

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Der Emerald Lake im Yoho-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Der Takkakaw-Wasserfall im Yoho-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Provinz Britisch-Kolumbien
Bestehend seit 1886
Fläche: 1'313 km²
Höchster Punkt: Mount Goodsir (3'567 m.ü.M.)
Jahresniederschlag (Field): ca. 314 mm Regen und 332 cm Schnee
Temperatur (Field): Sommer max. ca. 20ºC, Winter min. ca. -15ºC
Besucher/Jahr: ca. 700'000

Der Yoho-Nationalpark liegt westlich der kontinentalen Wasserscheide. Er grenzt im Osten, zugänglich über den Kicking Horse-Pass, an den Banff- und im Süden an den Kootenay-Nationalpark. Das Dorf Field ist, nebst einigen Touristen-Unterkünften, die einzige Siedlung im Park. Die wichtigsten Flüsse sind der 80 km lange Kicking Horse River und der Yoho River, ein 18 km langer Zufluss. Landschaftliche Atraktionen sind die Naturbrücke über den Kicking Horse River, der durch einen Bergsturz aufgestaute Emerald Lake, das Waputik-Icefield und das Wapta-Icefield, die beide teilweise im Banff Nationalpark liegen. Ferner die 107 m breiten und 18 m hohen Wapta Falls und die Takakkaw Falls, mit einer Fallhöhe von 373 m über mehrere Stufen, deren höchste 254 m  misst, die zweithöchsten Wasserfälle Kanadas.

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Manning-Provinzpark

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Alpine Wiesen im Manning-Provinzpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Biberteich im Manning-Provinzpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Biberfraßspuren am Rein Orchid Trail im Manning-Provinzpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Provinz Britisch-Kolumbien
Bestehend seit 1941
Fläche: 837 km²
Höchster Punkt: Frosty Mountain (2'423 m. ü. M.)
Jahresniederschlag (Lodge): ca. 1'000 mm
Temperatur (Lodge): Mittleres Maximum im Juli 21ºC, mittleres Minimum im Dezember -9ºC
Besucher/Jahr: ca. 1 Million

Der E.C. Manning Provincial Park liegt im Süden Britisch-Kolumbiens im Kaskadengebirge, das seinen Ursprung vulkanischen Aktivitäten verdankt. Er umfasst unterschiedliche Lebensräume von Alpiner Tundra und Bergwiesen bis zu regenreichem Küstenwald. Dementsprechend ist die Biodiversität mit 63 nachgewiesenen Säugetier- und 206 Vogelarten sehr hoch. Eine botanische Besonderheit sind die Rhododendronbestände (Rhododendron macrophyllum). Im Park gibt es nebst längeren Wanderrouten mehrere interessante, kurze Naturlehrpfade:

  • Beaver Pond Nature Trail (500 m lang, auch ornithologisch interessant)
  • Rein Orchid Nature Trail (500 m lang, Orchideen der Gattung Habenaria)
  • Sumallo Grove Nature Trail (700 m lang, Thuja plicata und Pseudotsuga menziesii)
  • Rhododendron Flats Nature Trail (500 m lang, lohnend im Juni)
  • Paintbrush Nature Trail (1 km lang, lohnend Mitte-Ende Junli)
  • Canyon Nature Trayil (2 lang km, entlang dem Similkameen River)

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Mount Robson-Provinzpark

NAM 9 NatParks Robson Eingang
Der Eingang zum Mount Robson-Provinzpark beim Yellowhead-Pass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Portal Lake im Mount Robson-Provinzpark © Peter Dollinger Zoo Office Bern

Provinz Britisch-Kolumbien
Bestehend seit 1913
Fläche: 2'253 km²
Höchster Punkt: Mount Robson (3'954 m. ü. M.)
Jahresniederschlag: 432 mm
Temperatur: Mittleres Maximum im Juli 17ºC, mittleres Minimum im Februar -17ºC
Besucher/Jahr: > 100'000

Im Mount Robson-Provinzpark entspringt der Fraser River, der längste Fluss Britisch-Kolumbiens. Dieser durchfließt den über 11 km langen Moose Lake, den größten See des Parks. Besondere landschaftliche Attraktionen sind die 1911 entdeckte Arctomys Cave, die zweittiefste Höhle Kanadas, der Bergsee, ein Gletschersee in 1'628 m Höhe, in dem auch während des Sommers Eisberge schwimmen, der Kinney-See, eine Ausweitung des Robson Rivers und der kleine, aber hübsche Portal Lake, der durch einen 1'5 km langen Fußweg erschlossen ist.

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Wells Gray-Provinzpark

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Der Clearwater River im Wells Gray-Provinzpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Einwasserungsplatz für Kanus am Murtle Lake im Wells Gray-Provinzpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die Ray-Farm im Wells Gray-Provinzpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Provinz Britisch-Kolumbien
Bestehend seit 1939
Fläche: 5'425 km²
Höchster Punkt: "Mount Lyons" (2'946 m. ü. M.)
Jahresniederschlag (Clearwater): 640 mm
Temperatur (Clearwater): Mittleres Maximum im Juli 19ºC, mittleres Minimum im Dezember -19ºC
Besucher/Jahr: ca. 280'000

Der Wells Gray-Provinzpark wird vom Clearwater River und vom Murtle River durchflossen, der mit den 90 m breiten und 15 m tiefen Dawson Falls und den 141 m tiefen Helmcken Falls zwei besondere landschaftliche Attraktionen bietet. Insgesamt gibt es auf dem Gebiet des Parks 39 benannte Wasserfälle und über 200 Seen, darunter der 76 km² große Murtle Lake, der nur mit Kanus befahren werden darf. Große Teile des Parks sind durch vulkanischer Aktivitäten geprägt. Es gibt 22 Vulkane, die zum Teil bis vor 400 Jahren aktiv waren.

Rund zwei Drittel des Parks sind von alpiner Tundra bedeckt, in den Tälern steht Nadel- und Mischwald. Eine Besonderheit ist die Ray's Farm, ein Stück Land das 1911 urbar gemacht und 1947 wieder aufgegeben wurde. Auf den feuchten Seggenwiesen gedeihen zahlreiche Orchideen, weshalb das Gelände von der Parkverwaltung offen gehalten wird, während man die Gebäude zerfallen lässt.

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 26 August 2021 09:27

Aasblumen

 

Allgemeines

In verschiedenen Pflanzenfamilien gibt es Arten, die sich darauf spezialisiert haben, durch die Produktion von Aas- oder Kotgeruch Insekten anzuziehen um ihre Blüten zu bestäuben. Dazu gehören Rafflesiengewächse (Rafflesiaceae), Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae), Aronstabgewächse (Araceae) und Hundsgiftgewächse (Apocynaceae).

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Ordnung: Pfefferartige (Piperales)
Familie: Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae)

Es gibt etwa 500 Arten Aristolochien-Gewächse. Der Botanische Garten der Technischen Universität Dresden besitzt mit über 100 Arten die bedeutendste Sammlung in Deutschland und weit darüber hinaus [1].

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Baumartige Pfeifenblume (Aristolochia arborea) in der Wilhelma Stuttgart © Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma (Pressefoto)

 

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Baumartige Pfeifenblume (Aristolochia arborea) in der Wilhelma Stuttgart © Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma (Pressefoto)

 

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Baumartige Pfeifenblume (Aristolochia arborea) in der Wilhelma Stuttgart © Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma (Pressefoto)

 

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Baumartige Pfeifenblume (Aristolochia arborea) in der Wilhelma Stuttgart © Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma (Pressefoto)

Unterfamilie: Aristolochioideae

Baumartige Pfeifenblume

Aristolochia arborea

Verbreitung: Mexiko und Mittelamerika bis Guatemala und El Salvador.

Aristolochia arborea ist ein kleiner Regenwaldbaum, der möglicherweise stark bedroht, aber in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt ist. Der dünne, mit einer korkigen Borke versehene Stamm verzweigt sich stark, die ganze Pflanze erreicht eine Höhe bis 5-6 m. Die ganzrandigen, elliptischen Blätter sind 25 bis 30 cm lang und 10 bis 15 cm breit. Die Blüten erscheinen an der Basis der Stämme in kurzen verzweigten Blütenständen. Es handelt sich um Kesselfallen. In der Mitte der rotbraunen Blütenhülle befindet sich die perfekte Attrappe eines kleinen Hutpilzes der Gattung Marasmius. Zusätzlich ist der dem Boden aufliegende Teil der Blütenhülle weiß gefärbt, so dass er einem Pilzmycel gleicht. Obwohl keine Beobachtungen zur Blütenbiologie am Standort vorliegen, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Pflanzen von Pilzmücken (Mycetophilidae) bestäubt werden. Bei der Suche nach einem geeigneten Eiablageplatz tasten sie die Hutattrappe ab und fallen durch eine kleine Öffnung in die Kesselfalle. An deren oberem Ende befindet sich ein "Fenster" aus durchscheinenden Zellen, durch das die Tiere zu fliehen suchen. Dabei stoßen sie an die klebrigen Narben und übertragen eventuell mitgebrachten Pollen. Danach trocknet das Narbensekret aus und die Narbenlappen schließen sich fest zusammen, was eine Eigenbestäubung ausschließt. Erst am folgenden Tag öffnen sich die Staubbeutel und stäuben die Pilzmücken mit Pollen ein. Anschließend welkt die Blüte ab und die Tiere können entweichen. Wenige Tage nach der Bestäubung verlieren die Blüten ihre Hülle, und die Früchte wachsen schnell heran. Nach etwa 3 bis 4 Wochen haben sie mit ca. 12-15 cm Länge und 1.5-2.5 cm Dicke ihre endgültige Größe erreicht. Sie sind bananenartig leicht gebogen, im Querschnitt sechskantig, haben eine glänzend grüne Farbe und eine rötlich-braune Behaarung. Etwa ein halbes Jahr nach der Bestäubung öffneten sie sich von der Spitze her und setzten im Verlauf von 10 Tagen etwa  60 herzförmige Samen frei. [1; 2].

Baumartige Pfeifenblumen werden in aller Regel durch Stecklinge vermehrt. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich bei allen in Kultur befindlichen Exemplaren um einen einzigen Klon handelt [2].

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Ordnung: Pfefferartige (Piperales)
Familie: Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae)

PIPERALES Aristolochiaceae aristolochia grandiflora pierrelatte PD3
Großblumige Pfeifenblume (Aristolochia grandiflora) in der Ferme aux Crocodiles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

PIPERALES Aristolochiaceae aristolochia grandiflora pierrelatte PD1
Großblumige Pfeifenblume (Aristolochia grandiflora) in der Ferme aux Crocodiles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

PIPERALES Aristolochiaceae aristolochia grandiflora pierrelatte PD2
Großblumige Pfeifenblume (Aristolochia grandiflora) in der Ferme aux Crocodiles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Aristolochioideae

Großblumige Pfeifenblume, Großblumige Osterluzei

Aristolochia grandiflora

Verbreitung: Von Mexiko über Mittelamerika bis nach Panama und Kolumbien, vor allem an der Atlantikküste, ist aber auch an der Pazifikküste zu finden. Ferner auf Kuba, Jamaika und Trinidad heimisch; die Vorkommen auf St. Thomas, Guadeloupe und Martinique sind möglicherweise verwilderte Kulturpflanzen.

Die auch Gespenstplanze genannte Großblumige Pfeifenblume oder Osterluzei ist eine langwachsende, rankende Kletterpflanze, deren älteren Sprosse korkig und steif werden. Die Laubblätter sind herzförmig-zugespitzt, oberseits dunkelgrün, unterseits blaugrün. Die Blüten sind vorweiblich zwittrig (d. h. die weibliche Reife tritt früher ein als die männliche) und haben einen meist 20-50 cm langen, bisweilen längeren, aus einem Blatt bestehenden Kelch, an dessen Saum sich ein fast meterlanger Schwanz befindet. Die Blüten sind lebhaft gezeichnet und verströmen morgens einen starken Aas- oder Kotgeruch. Dadurch werden Fliegen angelockt. Diese werden durch einwärts gerichtete Haare in der Blütenröhre ins Innere der Blüte geleitet [3; 6].

Die Pflanze sollte im Halbschatten stehen, die Optimaltemperatur liegt bei 23°C, Temperaturen unter 18°C sind zu vermeiden [6].

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PIPERALES Aristolochia maxima Palmengarten PD1
Pfeifenwinde (Aristolochia maxima)im Palmengarte Frankfurt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PIPERALES Aristolochia maxima Palmengarten PD2
Pfeifenwinde (Aristolochia maxima) im Palmengarten Frankfurt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Aristolochioideae

Florida-Pfeifenwinde

Aristolochia maxima

Verbreitung: Von Mexiko über Mittelamerika bis ins nördliche Südamerika. Sie kommt in Wäldern in Höhenlagen von 100-700(-900) m, je nach Quelle  an der Pazifikküste oder an beiden Küsten vor. Eingebürgert in Florida, wo sie in den Everglades zu finden ist.

Aristolochia maxima ist eine immergrüne, mehrjährige Schlingpflanze. Sie ist die häufigste Aristolochia-Art Mittelamerikas, wo sie in Primär- und Sekundärwäldern sowie Buschland angetroffen wird. Sie hat bis zu 20 m lange Stengel mit im Alter gerippter und knorpeliger Rinde.  Ihre wechselständigen, tiefgrünen, unbehaarten Blätter sind eiförmig bis länglich, 6–16 cm lang und 2.5–7 cm breit, mit stumpfer bis spitz zulaufender Spitze und gestutzter bis leicht herzförmiger Basis. Ihre Trichterblüten sind achselständig, manchmal an der Basis der Pflanze angeordnet, nach oben gebogen und braun-lila creme-lilafarben. Blütezeiten sind von September-Oktober und von Januar–März. Ihre eiförmigen, hängenden Kapselfrüchte sind 8–12 cm lang und 5–8 cm breit. Sie enthalten dreieckige Samen [4; 5].

Die Pflanze bevorzugt halbschattige bis sonnige Standorte und sollte bei mindestens 5-10ºC überwintert werden [5].

 

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Literatur und Internetquellen:

  1. BOTANISCHE GÄRTEN BONN
  2. BOTANISCHER GARTEN DRESDEN
  3. DE WIT, H. C. D., BOEDIJN, K. B. (1964-1967)
  4. NATURALISTA - Aristolochia maxima
  5. SUNSHINE SEEDS
  6. ZIMMERPFLANZEN-LEXIKON

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Samstag, 21 August 2021 12:30

Invasive Pflanzen

Beginnend mit Gerste und Weizen hat der Mensch vor etwa 10'000 Jahren angefangen, Pflanzen zu domestizieren und diese auf seine Wanderungen mitzunehmen. Unabsichtlich wurden dabei auch Wildpflanzen, sogenannte „Ackerunkräuter“ verschleppt. Manche Kulturpflanzen sind außerhalb ihres ursprünglichen Areals wieder verwildert, und auch ihre Begleitflora hat sich neue Lebensräume erschlossen, in denen sie sich ohne weiteres menschliches Zutun etablieren konnte. Pflanzen, die vor der Entdeckung Amerikas durch menschlichen Einfluss in neue Gebiete eingeführt wurden, nennt man Archaeophyten. Die meisten Archaeophyten Mitteleuropas stammen aus dem Mittelmeerraum und wurden in der Zeit von ca. 40 vor bis 400 nach Christus durch die Römer nach Helvetien, Germanien, Noricum und Pannonien eingeführt. Sie werden von  uns als einheimische Arten empfunden, wie z.B. Esskastanie, Klatschmohn oder Kornblume, und manche von ihnen sind als Folge der Aufgabe der traditionellen Landbewirtschaftung heute gefährdet. In Deutschland gelten 271 Gefäßpflanzen und 8 Moose als Archäophyten [1; 4].   

Mit der Entdeckung neuer Länder und Kontinente ab dem 15. Jahrhundert hat die Zahl der gebietsfremden Pflanzenarten in Europa drastisch zugenommen.  Neuankömmlinge, die nach 1492 einwanderten, werden als Neophyten bezeichnet. In Deutschland sind dies über 2'000 Gefäßpflanzen, von denen allerdings "nur" 433 als etabliert gelten. In Österreich wurden bislang rund 1'300 Neophyten nachgewiesen. Dies entspricht einem Anteil von etwa 30 % an der Gesamtflora. Davon gilt etwas mehr als ein Viertel als etabliert. Von den gegen 3‘000 Gefäßpflanzenarten der Schweiz sind rund 550 Neophyten. Die meisten davon haben sich problemlos in die bestehenden Pflanzengesellschaften integriert, aber rund 10% (gesamteuropäisch 2%) verhalten sich invasiv, d.h. sie breiten sich stark aus und verdrängen die einheimische Flora. Bestimmte Pflanzen sind gefährlich für unsere Gesundheit, andere können Bachufer destabilisieren oder Bauten schädigen [1; 4; 6; 7; 8].

Von Staates wegen wurden deshalb Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung invasiver Neophyten zu bekämpfen. In der EU wurde zu diesem Zweck 2016 eine Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung aufgestellt [2]. In der Schweiz führt Info Flora, das nationale Daten- und Informationszentrum zur Schweizer Flora eine «Schwarze Liste» derjenigen invasiven Neophyten, die in den Bereichen Biodiversität, Gesundheit oder Ökonomie Schäden verursachen, sowie eine «Watch List» mit potenziell schädlichen invasiven Neophyten, deren Ausbreitung überwacht werden muss. Der Umgang mit auf diesen Listen aufgeführten Pflanzenarten ist in der Freisetzungsverordnung aus dem Jahr 2008 geregelt [5; 10]. Für Deutschland gibt es seit 2013 eine Warnliste noch nicht vorkommender invasiver Tiere und Pflanzen, die u.a. 10 Arten Gefäßpflanzen umfasst [9].

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Anmerkungen zu den nachfolgenden Listen:
¹ Angegeben ist das Jahr, in dem eine Art in die Unionsliste aufgenommen wurde
² A = Schwarze Liste, B = Watch List, V = verbotene Art nach Anhang 2.1 der Freisetzungsverordnung

Gehölze

ORDNUNG
Familie
Art EU-Liste¹ CH-Liste² Vorkommen
in A/CH/D
Anmerkungen
ARECALES
Arecaceae
Chinesische Hanfpalme
Trachycarpus fortunei
0 A Alpensüdseite Palme
ASTERALES
Asteraceae
Mexikanische Gummipflanze
Parthenium hysterophorus
2016 0 nein Strauch
ASTERALES
Asteraceae
Kreuzstrauch
Baccharis halimifolia
2016 0 nein Strauch
CORNALES
Cornacea
Seidiger Horstrauch
Cornus sericea
0 B ja Strauch
DIPSACALES
Caprifoliaceae
Henrys Geißblatt
Lonicera henryi
0 A ja Schlingpflanze
DIPSACALES
Caprifoliaceae
Japanisches Geißblatt
Lonicera japonica
0 A ja Schlinhpflanze
DIPSACALES
Caprifoliaceae
Schneebeere
Symphoricarpos albus
0 B ja Strauch
FABALES
Fabaceae
Falsche Mimose
Acacia dealbata
0 B Alepnsüdeite Baum  
FABALES
Fabaceae
Weidenblatt-Akazie
Acacia saligna (A. cyanophylla)
2019 0 nein Baum
FABALES
Fabaceae
Bastardindigo
Amorpha fruticosa
0 A ja Strauch
FABALES
Fabaceae
Mesquite-Strauch
Prosopis juliflora
2019 0 nein Strauch
FABALES
Fabaceae
Robinie
Robinia pseudoacacia
0 A ja Baum
LAMIALES
Paulowniaceae
Blauglockenbaum
Paulownia tomentosa
0 B ja Baum
LAMIALES
Scrophulariaceae
Sommerflieder
Buddleya davidii
0 A ja Strauch
MALPIGHIALES
Euphorbiaceae
Chinesischer Talgbaum
Triadica sebifera (Sapium sebiferum)
2019 0 nein Baum
ROSALES
Rosaceae
Kirschlorbeer
Prunus laurocerasus
0 A ja Strauch
ROSALES
Rosaceae
Herbst-Kirsche
Prunus serotina
0 A ja Baum
SAPINDALES
Anacardiaceae
Essigbaum
Rhus typhina
0 V ja Strauch
SAPINDALES
Anacardiaceae
Kletternder Giftsumach
Toxicodendron radicans
0 A ja Strauch
ev. kletternd
SAPINDALES
Simaroubaceae
Götterbaum
Ailanthus altissima
2019 A ja Baum
VITALES
Vitaceae
Jungfernbrebe
Parthenocissus quinquefolia aggr.
0 B ja Schlingpflanze
12345678901234567 1234567890123456789012345678901234 12345678 12345678     

Krautige Pflanzen

ORDNUNG
Familie
Art EU-Liste¹ CH-Liste² Vorkommen
in A/CH/D
Anmerkungen
APIALES
Apiaceae
Riesenbärenklau
Heracleum mantegazzianum
2017 V ja Staude
APIALES
Apiaceae
Persischer Bärenklau
Heracleum persicum
2016 0 Status unklar
Staude
APIALES
Apiaceae
Sosnowsky-Bärenklau
Heracleum sosnowskyi
2016 0 Status unklar
Staude
ASTERALES
Asteraceae
Aufrechtes Traubenkraut
Ambrosia artemisiifolia
0 V ja einjährig
ASTERALES
Asteraceae
Verlotscher Beifuß
Artemisia verlotiorum
0 A ja einjährig
ASTERALES
Asteraceae
Neubelgische Aster
Aster novi-belgii aggr.
0 B ja Staude
ASTERALES
Asteraceae
Topinambur
Helianthus tuberosus
0 B ja Staude
Nutzpflanze
ASTERALES
Asteraceae
Schmalblättriges Greiskraut
Senecio inaequidens
0 V ja Staude  
ASTERALES
Asteraceae
Kanadische Goldrute
Solidago canadensis
0 V ja Staude
ASTERALES
Asteraceae
Spätblühende Goldrute
Solidago gigantea
0 V ja Staude
ASTERALES
Asteraceae
Hain-Goldrute
Solidago nemoralis
0 V nein (?)
Staude
ASTERALES
Asteraceae
Einjähriges Berufskraut
Erigeron annuus
0 A ja ein- bis
zweijährig
BRASSICALES
Brassicaceae
Glattes Zackenschötchen
Bunias orientalis
0 A ja Staude
CARYOPHYLLALES
Amaranthaceae
Besen-Radmelde
Bassia scoparia
0 B ja einjährig
CARYOPHYLLALES
Phytolaccaceae
Amerikanische Kermesbeere
Phytolacca americana
0 B ja Staude
CARYOPHYLLALES
Polygonaceae
Durchwachsener Knöterich
Persicaria perfoliata (Polygonum)
2016 0 nein einjährig
CARYOPHYLLALES
Polygonaceae
Vielähriger Knöterich
Koeniga polystachia (Polygonum)
0 V ja Staude
CARYOPHYLLALES
Polygonaceae
Japanischer Staudenknöterich
Reynoutria japonica
0 V ja Staude
CARYOPHYLLALES
Polygonaceae
Sachalin-Staudenknöterich
Reynoutria sachalinensis
0 V ja Staude
CARYOPHYLLALES
Polygonaceae
Bastard-Staudenknöterich
Reynoutria xbohemica
0 V ja Staude
CUCURBITALES
Cucurbitaceae
Stachelgurke
Echinocystis lobata
0 A nein einjährig
kletternd
 
CUCURBITALES
Cucurbitaceae
Haargurke
Sicyos angulatus
0 A Alpensüdseite einjährig
kletternd
ERICALES
Balsaminaceae
Balfour-Springkraut
Impatiens balfouri
0 B ja einjährig
ERICALES
Balsaminaceae
Drüsiges Springkraut
Impatiens glandulifera
2017 V ja einjährig
FABALES
Fabaceae
Geißraute
Galega officinalis
0 B ja Staude
FABALES
Fabaceae
Chinesischer Buschklee
Lespedeza cuneata
2019 0 nein Staude
FABALES
Fabaceae
Vielblättrige Lupine
Lupinus polyphyllus
0 A ja Staude
FABALES
Fabaceae
Kudzu
Pueraria lobata
2016 A Alpensüdseite Staude
kletternd
GENTIANALES
Apocynaceae
Gewöhnliche Seidenpflanze
Asclepias syriaca
2017 A ja Staude
GUNNERALES
Gunneraceae
Mammutblatt
Gunnera tinctoria
2017 0 nein Staude
MALVALES
Malvaceae
Chinesische Samtpappel
Abutilon theophrasti
0 A ja einjährig
ROSALES
Cannabaceae
Japanischer Hopfen
Humulus scandens
2019 0 nein einjährig
kletternd
ROSALES
Rosaceae
Armenische Brombeere
Rubus armeniacus
0 A ja Scheinstrauch
SAPINDALES
Sapindaceae
Ballonrebe / Herzerbse
Cardiospermum grandiflorum
2019 0 nein Staude
kletternd
SAXIFRAGALES
Crassulaceae
Nadelkraut
Crassula helmsii
0 V nein (?)
einjährig
sukkulent
 
SAXIFRAGALES
Crassulaceae
Kaukasus-Fettkraut
Sedum spurium (Phedimus)
0 B ja Staude
sukkulent
SAXIFRAGALES
Crassulaceae
Ausläuferbildendes Fettkraut
Sedum stoloniferum (Phedimus)
0 B ja Staude
sukkulent
SOLANALES
Solananceae
Carolina-Nachtschatten
Solanum carolinense
0 A ja Staude
12345678901234567 1234567890123456789012345678901234   12345678 12345678   

Gräser

ORDNUNG
Familie
Art EU-Liste¹ CH-Liste² Vorkommen
in A/CH/D
Anmerkungen
POALES
Cyperaceae
Essbares Zypergras
Cyperus esculentus
0 A ja Knollen
(Erdmandeln)
POALES
Poaceae
Blaustengelige Besensegge
Andropogon virginicus
2019 0 nein Süßgras
POALES
Poaceae
Purpur-Pampasgras
Cortaderia jubata
2019 0 nein Süßgras
POALES
Poaceae
Ausdauerndes Veldtgras
Ehrharta calycina
2019 0 nein Süßgras
POALES
Poaceae
Japanisches Stelzgras
Microstegium vimineum
2017 0 nein Süßgras
POALES
Poaceae
Afrikanisches Lampenputzergras
Pennisetum setaceum
2017 0 nein Süßgras
12345678901234567  1234567890123456789012345678901234  12345678 12345678  

Aquarien-, Paludarien- und Terrarienpflanzen

ORDNUNG
Familie
Art EU-Liste¹ CH-Liste² Vorkommen
in A/CH/D
Anmerkungen
APIALES
Araliaceae
Großer Wassernabel
Hydrocotyle ranunculoides
2016 V ja Sumpf
ALISMATALES
Alismataceae
Breitblättriges Pfeilkraut
Sagittaria latifolia
0 B ja Sumpf
ALISMATALES
Araceae
Gelbe Scheinkalla
Lysichiton americanus
2016 B ja Sumpf
ALISMATALES
Hydrocharitaceae
Kanadische Wasserpest
Elodea canadensis
0 A ja Aquarium
ALISMATALES
Hydrocharitaceae
Schmalblättrige Wasserpest
Elodea nuttalli
2017 V ja Aquarium
ALISMATALES
Hydrocharitaceae
Krause Afrikanische Wasserpest
Lagarosiphon major
2016 0 ja Aquarium
ASTERALES
Asteraceae
Falscher Wasserfreund
Gymnocoronis spilanthoides
2019 0 nein Sumpf
CARYOPHYLLALES
Amaranthaceae
Alligatorkraut
Alternanthera philoxeroides
2017 0 nein Sumpf  
CARYOPHYLLALES£
Cactaceae
Gemeiner Feigenkaktus
Opuntia humifusa
0 B ja Terrarium
COMMELINALES
Pontederiaceae
Dickstielige Wasserhyazinthe
Eichhornia crassipes
2016 0 Einzelfunde Sumpf
MYRTALES
Onagraceae
Großblütiges Heusenkraut
Ludwigia grandiflora
2016 V ja Aquarium
Sumpf
MYRTALES
Onagraceae
Flutendes Heusenkraut
Ludwigia peploides
2016 V Status unklar
Aquarium
Sumpf
NYMPHALES
Cabombaceae
Karolina-Haarnixe
Cabomba caroliniana
2016 A unbeständig Aquarium
SALVINIALES
Salviniaceae
Riesen-Schwimmfarn
Salvinia molesta (S. adnata)
2019 0 nein Aquarium
SAXIFRAGALES
Haloragaceae
Brasilianisches Tausendblatt
Myriophyllum aquaticum
2016 A ja Aquarium
SAXIFRAGALES
Haloragaceae
Verschiedenblättriges Tausendblatt
Myriophyllum heterophyllum
2017 0 ja Aquarium
SCHIZAEALES
Lygodiaceae
Japanischer Kletterfarn
Lygodium japonicum
2019 0 nein Terrarium
Farn
12345678901234567 1234567890123456789012345678901234  12345678 12345678  

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Literatur und Internetquellen

  1. BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ - Neobiota. Gebietsfremde und invasive Arten in Deutschland.
  2. Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 der Kommission vom 13. Juli 2016 zur Annahme einer Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung ABl. L 189/4 vom 14. Juli 2016.
  3. EIDGENÖSSISCHE FACHKOMMISSION FÜR BIOLOGISCHE SICHERHEIT EFBS (Hrsg., 2014).Invasive gebietsfremde Pflanzen. Früh erkennen – sofort handeln. Bern.
  4. FREY, W. & LÖSCH, R. (2010)
  5. INFO FLORA
  6. JARDIN SUISSE - Invasive Neophyten
  7. NEOBIOTA AUSTRIA
  8. NEOPHYT.CH
  9. RABITSCH, W., GOLLASCH, S., ISERMANN, M., STARFINGER, U & NEHRING, S. (2013)
  10. Verordnung über den Umgang mit Organismen in der Umwelt (Freisetzungsverordnung, FrSV)
    vom 10. September 2008 (Stand am 1. Januar 2020). SR 814.911.
Freigegeben in Pflanzen
Freitag, 14 Mai 2021 16:55

Gebirgs-Nationalparks - Gran Paradiso

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso map
Lage des Nationalparks Gran Paradiso

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso(1)
Alpengemse (Rupicapra r. rupicapra) im Nationalpark Gran Paradiso © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso(2)
Alpengemsen (Rupicapra r. rupicapra) im Nationalpark Gran Paradiso © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso(3)
Alpensteinböcke (Capra ibex) im Nationalpark Gran Paradiso © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso(4)
Ca. 8-jähriger Alpensteinbock (Capra ibex) in lichtem Lärchenwald (Larix decidua) im Nationalpark Gran Paradiso © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso(5)
Ca 4-jähriger Alpensteinbock (Capra ibex) in lichtem Lärchenwald (Larix decidua) im Nationalpark Gran Paradiso © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso(6)
Alpensteinbock (Capra ibex) in aufgegebener Alpsiedlung im Nationalpark Gran Paradiso © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Lokalisation: Westalpen, Autonome Region Aostatal und Region Piemont.
Bestehend seit 1922.

Fläche:  703 km²
Höhe: Tiefste Lagen ca. 800 m, höchster Punkt Gran Paradiso, 4'061 m.ü.M.
Jahresniederschlag in Tallagen:  1'200-1'800 mm.
Temperaturen in Tallagen: Mittleres Maximum im Juli 29°C, mittleres Minimum im Januar -2°C.

In den Dörfern Cogne, Valsavarenche und Rhêmes-Notre-Dame unterhält der Park je ein Besucherzentrum, in Cogne auch den Botanischen Alpengarten "Paradisia", die ehemaligen königlichen Jagdhäuser werden als Schutzhütten betrieben.

Das Gran Paradiso-Massiv war das letzte Rückzugsgebiet des Alpensteinbocks, der sonst überall ausgerottet worden war.1856 erwarb der damalige König Vittorio Emanuele II. von Sardinien-Piemont ein erstes Landstück bei Nivolet und erklärte es zum königlichen Jagdrevier. Weitere Landerwerbungen folgten. Die Gründung eines spezialisierten Wildhüterkorps sowie die Errichtung eines 325 km langen Systems von Saumpfaden, die heute als Wanderwege dienen, gehen ebenfalls auf sein Betreiben zurück. Sein Enkel Vittorio Emanuele III., der 1913 letztmals eine Jagd durchführte, aber die Jagddistrikte weiter unterhielt, übertrug als König von Italien 1920 seine Ländereien und Rechte dem italienischen Staat, der das Gebiet 1922 zum ersten italienischen Nationalpark erklärte.

Der Nationalpark reicht von der submontanen bis zur nivalen Höhenstufe. Der Gran Paradiso ist der höchste Gipel der Grajischen Alpen im engeren Sinne (d. h. ohne Mont-Blanc-Massiv). Etwa ein Fünftel der Fläche sind mit Grasfluren und Alpweiden bedeckt, ein weiteres Fünftel mit Laub-, Misch- und Nadelwäldern. Die übrige Fläche besteht aus Fels- und Schutt sowie Firn und Gletschern.

Vegetation

In den tieferen Lagen stehen Rotbuchen- und Flaumeichenwälder (Quercus pubescens), Kastanienselven sowie, in Bachtälern, Ahorn-Lindenwälder. Dominierende Koniferen sind Fichte, Waldföhre, Lärche und Arve (Pinus cembra). Die Weiden und alpinen Rasen sind sehr artenreich. Insgesamt wurden im Park 974 Arten Gefäßpflanzen nachgewiesen, darunter 81 für die Alpen bzw. Westalpen endemische.

Tierwelt

Im Park wurden 40 Säugetierarten nachgewiesen. Die häufigsten  Huftierarten sind Alpensteinbock und Alpengemse, daneben kommen Reh und Wildschwein sowie gelegentlich der Rothirsch vor. Die Großraubtiere wurden ausgerottet, in jüngerer Zeit werden aber Wolf und Luchs wieder gelegentlich gesichtet. An Kleinraubtieren kommen Rotfuchs, Hermelin, Mauswiesel (Mustela nivalis), Dachs, Baum- und Steinmarder vor. Auffälligste Vertreter der Nagetiere sind Alpenmurmeltier und Eichhörnchen.

Der Gran Paradiso ist ein ornithologisch bedeutsames Gebiet (IBA IT008) mit mindestens 118 nachgewiesenen Vogelarten, wovon 100 Brutvogelarten, darunter Bartgeier, Steinadler, Schlangenadler, Birkhuhn, Alpenschneehuhn, Steinhuhn, Uhu, Schwarzspecht, Alpendohle und Feldlerche.

Die Herptofauna ist durch 4 Amphibien- und 8 Reptilienarten vertreten. Von der Bachforelle und vom Bachsaibling gibt es stabile Populationen.

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Literatur und Internetquellen:

  1. AVIBASE - GRAN PARADISO NATIONAL PARK
  2. BIBELRIETHER, H. & SCHREIBER, R. L. (Hrsg., 1990)
  3. BIRDLIFE DATA ZONE - GRAN PARADISO
  4. DUFFEY, E. (Hrsg. 1982)
  5. GIACOMETTI, M. (Hrsg., 2006)
  6. PARCO NAZIONALE GRAN PARADISO
  7. VALLE D'AOSTA

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EUR 05 Alpen CH NP map
Lage des Schweizerischen Nationalparks

 

EUR 05 Alpen CH NP(1)ValSassa
Blockgletscher Val Sassa, aufgenommen vom Aufstieg zur Fuorcla Murter © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(2)IlFuorn
Ehemalige Alpweide bei Il Fuorn. Der starke Äsungsdruck durch Rotwild und Gemsen verhindert bis heute das Aufkommen von Wald © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(6)Gemse Fuorn
Alpengemse (Rupicapra r. rupicapra) bei Il Fuorn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(3)Champlönch
Von Il Fuorn nach Ova Spin durch das Champlönch © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 01 03 trupchun hirsch
Rothirschkuh (Cervus elaphus hippelaphus) im Stabelchod © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(8)MuntLaSchera
Gipfelrast auf der Munt la Schera, 2586 m. ü. M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(4)MunggValScharl
Alpenmurmeltier (Marmota marmota) in der Val S-charl © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(4)ValTrupchun
Val Trupchun im Süden des Parks. Hier ist viel Rot- und Steinwild anzutreffen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(5)Spöl
Der Spöl ist der Hauptfluss des Schweizerischen Nationalparks © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP Bartgeier 1
JungeBartgeier werden vor dem Einsatz in den Auswilderungshorst den Medien vorgestellt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP Bartgeier 2
Junger Bartgeier wird 1996 zum Auswilderungshorst in der Val Tantermozza getragen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Lokalisation: Zentralalpen, Kt. Graubünden, Unterengadin und Val Müstair auf dem Gebiet der Gemeinden Zernez, S-chanf, Scuol und Val Müstair
Bestehend seit 1914.

Fläche:  170 km²
Höhe: Tiefster Punkt Clemgia (Fluss) bei Scuol 1'385 m, höchster Punkt Piz Pisoc, 3'174  m.ü.M.
Jahresniederschlag: 1'250 mm, hauptsächlich von Mai bis August.
Temperaturen auf 1'900 m.ü.M.: Mittlere Höchsttemperaturen im Juli-August 17°C, mittlere Tiefsttemperaturen im Januar-Februar -8°C.

In Zernez unterhält der Park ein Besucherzentrum. Im Park gibt es ein Wanderwegnetz von 100 km, 18 Rastplätze sowie 7 Parkplätze entlang der Ofenpassstraße. Mitten im Park liegt in einer kleinen Exklave das Hotel Il Fuorn, eine weitere Unterkunft bietet die Chamanna Cluozza. Im Winter ist der Park nicht begehbar (Skifahren verboten).

Der Nationalpark reicht von der subalpinen bis zur nivalen Höhenstufe.  Etwa 28% der Fläche sind mit Nadelwäldern bedeckt, 21% mit alpinen Rasen. Die andere Hälfte besteht aus Fels- und Schutt sowie Firn. Sämtliche Gletscher im Parkgebiet sind im Verlauf der vergangenen 100 Jahre verschwunden, das letzte Dutzend ab 1973. Das bedeutendste Fließgewässer ist der 42 km lange Spöl, der ober- und unterhalb des Parks zu den Stauseen Lago di Livigno und Lai dad Ova Spin aufgestaut wurde und der in den Inn mündet. Sein wichtigster Zufluss im Park ist die Ova dal Fuorn, welche die Grenze zwischen der Ortler- und der Sesvennagruppe markiert. 23 bis 1.5 ha große und 8.5 m tiefe Karseen bilden auf 2'600 m Höhe die Lais da Macun, eine Seenplatte, die als Exklave seit 2000 zum Nationalpark gehört.

Vegetation

Im Gebiet des Ofenpasses wurde früher Eisen, Kupfer, Blei und Silber gefördert und verhüttet. Dazu wurden die Wälder kahlgeschlagen. Große Flächen des Parks sind daher heute mit relativ jungen Pionierwäldern bedeckt, die fast ausschließlich aus Bergföhren bestehen. Im weiteren gibt es subalpine Mischwälder mit Fichten, Bergföhren, Lärchen und Arven (Pinus cembra). Der hohe Bestand an Huftieren, namentlich Rotwild, verhindert die Ausdehnung der Wälder und führt zur Bildung von Kurzrasen, die sehr viel artenreicher sind, als vor der Gründung des Parks, als die Alpweiden mit Rindern bestoßen wurden.

Tierwelt

Zum Zeitpunkt der Parkgründung war die Alpengemse die einzige Huftierart, die in namhafter Zahl vorkam. Trotz fehlender Bejagung schwankt ihr Bestand seit 1920 zwischen zwischen 1'000 und 1'700 Stück. Der Rothirsch verschwand im Engadin bereits im 17. Jahrhundert als Standwild und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts ganz ausgerottet. Ab 1896 wanderten aus Tirol wieder erste Hirsche ins Unterengadin ein. 1915 lag der Bestand in Nationalpark bei 9 Stück. In der Folge vermehrte er sich rasant. Um 1980 lebten während des Sommers um die 3'000 Hirsche im Park. Dieser Überbesatz führte zu Schäden an der Vegetation und zum Teil massiven Wintersterben. Durch Sonderabschüsse inner- und außerhalb des Parks und später durch die Einführung einer zweistufigen Jagd im ganzen Kanton gelang es, des Problems einigermaßen Herr zu werden. Heute sind es noch rund 1'800 Stück Rotwild, die sich während des Sommerhalbjahrs im Park aufhalten. Trotz seit 1612 bestehendem striktem Jagdverbot wurde der Alpensteinbock 1640 in Graubünden ausgerottet. 1920 wurden erstmals wieder 7 Tiere aus den Wildparks Interlaken-Harder und Peter und Paul im Nationalpark angesiedelt. Immer wieder fielen Tiere Wilderern, hauptsächlich aus dem Livigno, zum Opfer, was mit der Gründung des angrenzenden Stilfserjoch-Nationalparks gebessert hat. Heute liegt der Steinwildbestand bei 300 Tieren. Rehwild kommt im Park nur in geringer Zahl und nur in den tieferen Lagen vor.

Die Großraubtiere wurden in der Schweiz alle ausgerottet, der Luchs wurde wieder angesiedelt, Bär und Wolf wanderten spontan aus Italien ein. Im Nationalpark missglückten illegale Wiederansiedlungsversuche von Luchsen, aber 2020 konnte ein eingewanderter Luchs dokumentiert werden. Seit 2016 gibt es im und um den Park auch wieder Wölfe. 1904 war der letzte Bär der Schweiz auf dem Gebiet des nachmaligen Nationalparks abgeschossen woirden. 2001 wurde erstmals wieder ein aus der Trentino-Population stammender Bär am Ofenpass gesichtet. Seitdem kommt es immer wieder zu Bärenbesuchen. An Kleinraubtieren kommen Rotfuchs, Hermelin, Mauswiesel (Mustela nivalis), Dachs, Baum- und Steinmarder vor. Auffälligste Vertreter der Nagetiere sind Alpenmurmeltier und Eichhörnchen.

Der Schweizer Nationalpark ist mit mindestens 82 nachgewiesenen Vogelarten Teil eines ein ornithologisch bedeutsamen Gebiets (IBA CH025). Zu den Brutvögeln gehören Steinadler, Birkhuhn, Alpenschneehuhn, Steinhuhn, Uhu, Schwarzspecht, Tannenhäher und Alpendohle. Vom im Jahr 1900 im Alpenraum ausgerotteten Bartgeier wurden von 1991-2007 insgesamt 26 Nachzuchtvögel aus Zoos und Zuchtstationen im Park und einige weitere im benachbarten Stilfserjoch-Nationalpark ausgewildert. 2007 brütete das erste Paar auf Schweizer Seite erfolgreich in der Val Tantermozza. 30 Jahre nach Beginn der Aktion gab es in den beiden Parks je 3 Brutpaare.

Die Reptilien sind durch die Kreuzotter und die Waldeidechse (Lacerta (= Zootoca) vivipara) vertreten, die Ampibien durch Grasfrosch und Bergmolch. Besonders reichhaltig ist die Schmetterlingsfauna mit 108 nachgewiesenen Arten.

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Literatur und Internetquellen:

  1. AVIBASE - SWISS NATIONAL PARK
  2. BIRDLIFE DATA ZONE - LOWER ENGADINE AND SWISS NATIONAL PARK
  3. BIBELRIETHER, H. & SCHREIBER, R. L. (Hrsg., 1990)
  4. BURCKHARDT, D. (1980)
  5. DUFFEY, E. (Hrsg. 1982)
  6. GIACOMETTI, M. (Hrsg., 2006)
  7. PARC NAZIUNAL SVIZZER
  8. STIFTUNG PRO BARTGEIER

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EUR 10 gediz map
Lage des Gediz-Deltas

 

 

 

EUR 10 gediz delta 1
Rosaflamingos (Phoenicopterus ruber roseus) in Salzlagune im Gediz-Delta, Türkei © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

EUR 10 gediz delta 3
Rosaflamingos (Phoenicopterus ruber roseus) in Salzlagune im Gediz-Delta, Türkei © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

EUR 10 gediz delta 4
Der Golf von Izmir vor dem Gediz-Delta, Türkei © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der in der Antike "Hermos" genannte Gediz ist mit 405 km der zweitlängste Fluss, der aus Kleinasien dem Ägäischen Meer zuströmt. In seinem Unterlauf hat er im Verlauf der Zeit mehrfach das Bett gewechselt und dabei ein ca. 400 km² großes Delta aufgeschwemmt. Dieses ist eines der bedeutendsten Feuchtgebiete im Mittelmeerraum. 261.6 km² mit vier Salzlagunen von 34.5 km² Fläche, 50 km² Salzmarschen und 6.5 km² Süßwassersümpfen gelten als ornithologisch bedeutendes Gebiet (IBA TR016), und 149 km³ bilden seit 1998 das RAMSAR-Schutzgebiet Nr. 945. Der Unterlauf des Flusses mit dem Marmara-See wurde von der IUCN als "Key Biodiversity Area" eingestuft [3; 4; 7].

Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 16.8ºC, der mittleren monatliche Tiefstwert 7.8ºC, der Höchstwert 26.8°C. Die Sommermonate sind trocken, Regen fällt hauptsächlich im Winterhalbjahr, der Jahresniederschlag liegt bei 544 mm. Neben Lagunen, Flussläufen, Salz- und Süßwassersümpfen gibt es im Gebiet auch Dünen, zeitweilig feuchte Wiesen, Trockenwiesen, immergrünes Phrygana-Buschland und kleine Wälder. Hauptsächliche menschliche Aktivitäten sind Salzgewinnung, Fischerei, Weidewirtschaft sowie Garten- und Ackerbau. Überweidung, Intensivierung der Landwirtschaft, unangemessene Wassernutzung und Gewässerverschmutzung sowie von der benachbarten Millionenstadt Izmir ausgehende Freizeitaktivitäten sind die wichtigsten Gefahren, die das Schutzgebiet bedrohen [3; 4; 7].

Vegetation

Es wurden 308 Arten Gefäßpflanzen aus 206 Gattungen und 60 Familien nachgewiesen, darunter viele Halophyten. Die Riedflächen und Ufer der Wasserläufe sind mit Schilfrohr (Phragmites australis) und Rohrkolben bestanden, auf den Sandflächen wachsen Tamarisken (Tamarix sp.) und im hügeligen Gebiet Affodil (Asphodelus microcarpos), Terpentin-Pistazie (Pistacia terebinthus), Steineiche, Echte Feige and Kopfiger Thymian (Thymbra capitata). Entlang der Küste steht Europäischer Queller (Salicornia europaea) in dichten Beständen. Landeinwärts  dominieren Fuchsschwanzgewächse der Gattungen Arthrocnemum, Holocnemum und Halimione [7].

Tierwelt

Das Gediz-Delta hat eine vielfältige Fauna, zu der auch Südlicher Weißbrustigel (Erinaceus concolor), Wildschwein, Steinmarder, Dachs, Rotfuchs und Goldschakal gehören. Es wurden 35 Arten Reptilien und Amphibien nachgewiesen, nämlich 2 Schwanz- und 5 Froschlurche, 6 Schildkröten, 10 Echsen und 12 Schlangen. Im Mündungsbereich des Gediz wurden 56 Fischarten aus 24 Familien gefunden [1; 2; 4].

Hauptattraktion für zoologisch interessierte Besucher ist natürlich die Avifauna. Es wurden 289 Vogelarten festgestellt, von denen 28 Arten gefährdet sind. Um die 90 Arten brüten im Gebiet.  Etwa 2'500 Paare des  Rosaflamingos brüten hier, auch Krauskopfpelikan, Rost- und Brandgans, Rötelfalke (Falco naumanni), Austernfischer, Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Triel (Burhinus oedicnemus) und Spornkiebitz sowie diverse Möwen, Seeschwalben und Lerchen zählen zu den Brutvögeln. Im Winter versammeln sich hier über 80'000 Gastvögel, darunter etwa 25'000 Flamingos und 2-3'000 Blesshühner. Auch für Durchzügler ist das Delta ein wichtiger Rastplatz. [4; 5; 6; 7].

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Literatur und Internetquellen:

  1. ARSLAN, D., OLIVIER, A., YASAR, C. et al. (2018)
  2. BAYHAN, B., KAYA, M. & SEVER, T. M. (2008)
  3. BIRDLIFE DATA ZONE - GEDIZ-DELTA
  4. DOGA DERNEGI
  5. IZMIR BIRD PARADISE NATIONAL PARK
  6. ONMUS, O., DURUSOY, R. & EKEN, G. (2009)
  7. RAMSAR CONVENTION

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Samstag, 30 Januar 2021 16:01

MARTIN, D. (1997)

Bvumba: Magic in the Mist.

57 Seiten, Karten Farbfotos.
African Publishing Group, Harare.  ISBN-13 : 978-0797416413

Beschreibung:

Beautifully illustrated in colour, this new series of pocket guides are more than where and how-to books, although they all give essential information for travellers. They provide a wealth of concise information on the areas they cover, giving a chapter in each book on the subject's geology, paleontology, archaeology, climate and history. Bvumba is the beautifully mountaineous region of eastern Zimbabwe. Sections include the flora and fauna, botanical gardens, golf, walks and drives. The Hwange guide covers the National Park, mammals, birds, trees and shrubs, reptiles, and butterflies; and also has a checklist for mammals, birds, trees and shrubs. The guide to Kariba tells the story of Operation Noah, the rescue of the animals when the lake was damned; and there is a section of Matusadona National Park, on the southern side of the Lake. There are sections also on mammals, reptiles, fish, birds, butterflies and insects, and checklists on mammals, birds, trees and shrubs.

martin-biblio

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