Montag, 18 Januar 2021 11:53

Stehende Gewässer und Feuchtgebiete

 

(11.1) Fließgewässer (auf separater Seite)
___________________ (auf se___

(11.2) Stehende Gewässer
(11.3) Feuchtgebiete
(11.4) Salzpfannen
(11.5) Mangroven, Ästuare

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Die wichtigsten Flüsse im Südlichen Afrika

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Stehende Gewässer

SAF-11-02-01 Malawisee OtterPoint Hans Hillewaert
Malawisee, Otterpoint. Malawi. Foto Hans Hillewaert

 

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Seidenreiher (Egretta alba) im Klipvoor-Stausee des Borakalalo-Nationalparks. Nordwest-Provinz, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF 11 02 02 01 Nyamithi Pan
Waffenkiebitze (Vanellus armatus) in der 4 km langen Nyamithi Pan im Ndumo-Naturschutzgebiet © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Limikolen im Rondebult-Vogelschutzgebiet. Gauteng, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Otjikoto-See im namibischen Karstveld, in der Nähe von Tsumeb © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Graufischer (Ceryle rudis) an Kleinsee im Marievale-Vogelschutzgebiet. Gauteng, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Starrbrust-Pelomeduse (Pelomedusa subrufa) in Weiher im Weenen-Naturschutzgebiet. Kwazulu-Natal, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Es gibt im südlichen Afrika zwar jede Menge Stauseen, wie z.B. den bis 70 km km² großen und über 90 m tiefen Speicherstausee Sterkfontein Dam, der bei Bedarf über die Wilge den Vaal Dam speist. Natürliche große Seen sind jedoch selten. Weitaus der bedeutendste und faunistisch interessanteste ist der Malawi- oder Niassasee, der drittgrößte See Afrikas. Mit einer Fläche von 29.600 km² ist er beinahe so groß wie Belgien. Seine mittlere Tiefe beträgt knapp 300, seine maximale Tiefe 704 m. Er fasst über 8 Billiarden Liter Wasser - 175 mal so viel wie der Bodensee. Wenig südlich davon und ebenfalls am Lauf des Shire liegt der 450 km² große und bis 250 m tiefe Malombesee.

Häufiger sind Flachseen, z.B. der etwa 2'400 km² große und nur 1-2 m tiefe Chilwasee in Malawi, der 4'500 bis 10'000 km² große und bis rund 4 m tiefe Bangweulusee in Sambia, der 45 km² große und etwa 5 m tiefe Amarambasee in Mosambik oder der bis 100 km² große, periodisch austrocknende Liambesisee im Caprivizipfel Namibias. In niederschlagsärmeren Gebieten können Flachseen den Charakter europäischer Steppenseen haben, indem ihr Wasser schwach alkalisch ist, so etwa bei der etwas über 20 km² großen und bis 11 m tiefen Barbers Pan in der südafrikanischen Nordwest-Provinz. Die früher nur periodisch Wasser enthaltende Kamferspfanne im Nordkap wurde durch Wassereinleitung zu einem permanenten Flachsee von 400 ha, der bis zu 50'000 Zwergflamingos anzieht.

Ferner gibt es zahllose Kleinseen, von denen die meisten flach sind und viele periodisch austrocknen. Durch Bergbau, Industrialisierung und Intensivierung der Landwirtschaft sind mache davon als Lebensraum gefährdet. Vereinzelt kommen aber auch Dolinen vor, Karstseen, die durch den Einbruch unterirdischer Höhlen entstanden sind, so der nur etwas über ein Hektar große aber über 70 m tiefe Otjikotosee in Namibia oder der Kashibasee in Sambia mit einer Fläche von 3.5 ha und einer Tiefe von über 100 m. Die stärkste bekannte natürliche Quelle der Südhalbkugel, das "Auge von Kuruman" ("Die Oog"), bildet einen großen Quelltopf.

Tierwelt

Im Malawisee leben rund 450 Fischarten, die meisten sind Buntbarsche, viele davon endemisch. In stehenden Gewässern jeder Größe wurden im südlichen Afrika im Interesse der Sportfischerei oder der Mückenbekämpfung alle möglichen und unmöglichen Fischarten eingesetzt, so hat der Verfasser in einem Tümpel mitten im Damaraland Guppies (Poecilia reticulata) gefunden. Solche Exoten können den heimischen Arten das Leben schwer machen. Trotzdem hat z.B. im Auge von Kuruman der endemische Messingmaulbrüter (Pseudocrenilabrus philander), von dem es übrigens auch eine Unterart (P. philander dispersus) im Otjikotosee gibt, den Einsatz von Goldfischen, Karpfen, Barben und standortfremden Buntbarschen überlebt. Im Otjikotosee wurde die hochbedrohte, im Guinas-See endemische Tilapia guinasana eingesetzt.

Kap-Fingerotter kommen in praktisch allen Gewässertypen vor. Bevorzugt werden Gewässer mit dichter Ufervegetation. Auch kleinere Stauhaltungen auf Farmen werden häufig genutzt.

Die Starrbrust-Pelomeduse (Pelomedusa subrufa), die auch in kleinen Gewässern vorkommt,  ist die häufigste und am weitesten verbreitete aquatische Schildkrötenart im südlichen Afrika.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Bloemhof-Dam- und Sandveld-Naturschutzgebiete, Nordwestprovinz und Freistaat

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Der Bloemhof Dam des Vaal an der Grenze von Freistaat und Nordwest-Provinz, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF-11-01-02-04 bloemhofdam
Graukopfmöwen (Larus = Chroicocephalus cirrocephalus) und Kormorane am Bloemhof Dam des Vaal. Nordwest-Provinz, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF 11 01 02 06 bloemhofdam sandveld
Rappenantilope (Hippotragus niger) im Sandveld-Naturschutzgebiet, im Hintergrund der Bloemhof Dam, (Oranje-) Freistaat, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Bloemhof Dam ist eine Stauhaltung des Vaal. Er liegt an der Grenze von Nordwest-Provinz und (Oranje-) Freistaat. Er hat eine Fläche von 223 km² und eine Tiefe bis etwa 30 m, im Mittel von 5.7 m. Wegen der geringen Tiefe und der flachen Landschaft hat der 1970 fertiggestellte Staudamm eine Länge von 4'270 m. Es herrscht ein Steppenklima. die mittlere Monatstemperatur beträgt 14ºC im Januar und 28ºC im Juni, die Minima und Maxima liegen bei 0 bzw. 32ºC. Der Jahresniederschlag beträgt etwa 500 mm. Der Stausee wird umgeben vom Bloemhof-Dam-Naturschutzgebiet (Nordwest-Provinz) und dem Sandveld-Naturschutzgebiet (Freistaat), die von Grasland und Kalahari-Dornveld bedeckt sind und zusammen eine Fläche von gegen 500 km² aufweisen.

Der Stausee weist die größte Karpfenpopulation Südafrikas auf. Häufige einheimische Fische sind Oranje-Schlammfisch (Labeo capensis), Moggel (Labeo umbratus), Kleinmaul-Gelbfisch (Labeobarbus aeneus) und Afrikanischer Raubwels (Clarias  gariepinus).

Der Bloemhof Dam des Vaal ist ein bedeutendes Vogelschutzgebiet (IBA ZA029) in dem ständig etwa 5'000, in Spitzenzeiten über 10'000 Wasservögel leben. Auf dem 85 km langen Stausee und in den angrenzenden Naturschutzgebieten kommen mindestens 295 Vogelarten vor, darunter Nimmersatt, Afrikanischer Löffler, Zwerg- und Rosaflamingo, Fahlregenpfeifer (Charadrius pallidus), Schwarzflügel-Brachschwalbe (Glareola nordmanni) und Raubseeschwalbe (Hydroprogne caspia).

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Barbers-Pan-Naturschutzgebiet, Nordwest-Provinz

SAF 11 02 02 Barbers Pan
Barber's Pan, ein flacher Steppensee und bedeutendes Vogelschutzgebiet in der NW-Provinz Südafrikas © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF 11 02 02 02 Barbers Pan
Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) in der Barber's Pan in der NW-Provinz Südafrikas © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Die Barberspan ist ein flacher, leicht alkalischer, maximal 11 m tiefer See mit einer Ausdehnung von ca. 20 km², der auf einer Höhe von 1'350 m liegt. Mit einem schmalen bis höchstens 400 m breiten Uferbereich bildet sie das Barbers Pan-Naturschutzgebiet. Zusammen mit der benachbarten Leeupan, kleineren Seen und umgebendem Grasland ist sie als ornithologisch bedeutendes Gebiet mit einer Gesamtfläche von 40 km² eingestuft (IBA ZA019) und damit das größte Vogelschutzgebiet Südafrikas.

Im Reservat wurden bisher über 320 Vogelarten nachgewiesen. Es beherbergt eine Brutpopulation von 12'000 Paaren Kammblässhühnern (Fulica cristata). Während der Trockenzeit von April bis Oktober versammeln sich hier bis über 20'000 Wasservögel, um zu mausern. Während des Sommers wird es von zahlreichen Rötelfalken (Falco naumanni) aufgesucht.

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Weitere Schutzgebiet mit Seen, Stau-, Flach- und Kleinseen

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Der 5.6 km² große Doordraai-Dam inmitten des 70 km² umfassenden Doorndraai-Dam-Naturschutzgebiets. Limpopo-Provinz, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Marabus (Leptoptilos crumeniferus) am 28.7 km² großen Hardap-Stausee des Fischflusses im 252 km² messenden Hardap-Wildpark. Mariental, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Malawi: Chilwa-See (Ramsar-Gebiet 869)

Namibia: Hardap-Wildpark, Daan-Viljoen-Wildpark

Gauteng: Rondebult-Vogelschutzgebiet
Kwazulu-Natal: Albert Falls-Naturschutzgebiet, iSimangaliso-Nationalpark ( Lake St. Lucia, Lake Sibaya, Kosi Bay-Seen; IBAs ZA039, ZA040, ZA044),   (Oranje-Freitaat), Sterkfontein Dam-Naturschutzgebiet (IBA ZA035), Umgenivlei-Naturschutzgebiet (IBA ZA056)
Limpopo-Provinz: Doorndraai-Dam-Naturschutzgebiet, Mokolo-Dam-Naturschutzgebiet
Nord-Kap: Doornkloof-Naturschutzgebiet und Rolfonein-Naturschutzgebiet (am Vanderkloof Dam), Kamfers-Dam privates Naturschutzgebiet (IBA ZA024)
Ost-Kap: Commando-Drift-Naturschutzgebiet, Oviston-Naturschutzgebiet (am Gariep Dam),
Nordwest-Provinz: Borakalalo-Nationalpark, Vaalkop-Dam-Naturschutzgebiet
(Oranje-)Freistaat: Caledon-Naturschutzgebiet, Erfenis-Dam-Naturschutzgebiet, Gariep-Dam-Naturschutzgebiet, Kalkfontein-Dam-Naturschutzgebiet, Koppies-Dam-Naturschutzgebiet, Rustfontein-Dam-Naturschutzgebiet, Willem-Pretorius-Naturschutzgebiet

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Feuchtgebiete

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Nylsvlei, Limpopo-Provinz, Südafrika. Hier wurden 426 Vogelarten nachgewiesen, davon 102 Wasservögel, von diesen 58 als Brutvögel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Tembwahata-Pfanne im Gonare-Zhou-Nationalpark, Simbabwe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF-11-03-03 Hoanib Schwemmebene
Spießböcke (Oryx gazella) in der Schwemmebene des Hoanib mitten in der Namib-Wüste © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Riedböcke (Redunca arundinum) im Mfabeni-Wildschutzgebiet (Teil des iSimangaliso-Nationalparks). Kwazulu-Natal, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF-11-03-05 greater st lucia himantopus
Stelzenläufer (Himantopus himatopus im iSimangaliso-Nationalpark. Kwazulu-Natal, südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Der Wechsel von ausgesprochenen Trocken- und Regenzeiten und die saisonal hohen Niederschläge in den Quellgebieten im Gebirge haben eine sehr unterschiedliche Wasserführung der Flüsse zur Folge. Viele davon treten während der Regenzeit über ihre Ufer und überschwemmen große Flächen. In diesen Schwemmebenen können in der Folge Feuchtwiesen, Sümpfe oder Schilfgebiete entstehen, die mit - vielfach temporären - Wasserflächen durchsetzt sind. In niederschlagsreichen Gebieten können Feuchtgebiete auch dadurch entstehen, dass sich Regenwasser in Senken sammelt, wo es dann mit der Zeit verdunstet oder allmählich abfließt. Solche Feuchtgebiete werden "Dambo" genannt.

Die maximale Ausdehnung der Feuchtgebiete ist erheblich. So können z.B. in Sambia die "Dambos" bis zu 12.5 % der Landesfläche einnehmen. Bedeutende Feuchtgebiete im Einzugsgebiet des Sambesi sind der Nyamboma-Sumpf in Angola (bis 1’000 km²), die saisonale Schwemmebene im Barotseland Sambias (bis 7’700 km²), der Linyanti-Sumpf des Chobe in Namibia (bis 3’800 km²), die Bangweulu-Sümpfe Sambias, deren größter wenigstens 7'000 km² abdeckt, und die am Kafue, die vor der Flussregulierung bis 5'000 km² umfassten, sowie die Shire-Sümpfe in Malawi und Mosambik (bis 1'300 km²).

Die bekanntesten Feuchtgebiete im Einzugsgebiet des Limpopo sind der bei Naboomspruit (heute Mookgophong) gelegene, 160 km² große Nylsvlei und die knapp 80 km² umfassende Makuleke-Schwemmebene am Zusammenfluss von Limpopop und Luvhuvu, beide in der Limpopo-Provinz Südafrikas. Das Okavango-Delta Botswanas ist eine sehr dynamische Landschaft. Etwa 4'000 km² sind trockene Inseln, etwa 10'000 km² sind zumindest zeitweilig überschwemmt oder sind permanente Sümpfe. Im Namib bildet der Hoanib eine weitläufige Schwemmebene, in der sich der Gui-Uiri-Sumpf befindet.

Tierwelt

Die Vegetation der Feuchtgebiete ist eine wichtige Nahrungsressource für herbivore Säugetiere. Besonders an diesen Lebensraum angepasst sind Sitatunga, Wasserbock, Litschi-Wasserbock, Puku (Kobus vardonii) und Riedbock (Redunca redunca). Von den über 400 Vogelarten, die in größeren Feuchtgebieten zu finden sind, ist etwa ein Viertel von offenen Wasserflächen abhängig. Der augenfälligste Vertreter der Herpetofauna ist der Nilwaran. Die Starrbrust-Pelomeduse (Pelomedusa subrufa) begegnet vorübergehenden Trockenperioden dadurch, dass sie sich im Boden eingräbt und in einen Torpor verfällt.

 

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Geschützte Feuchtgebiete

Nylsvlei-Naturschutzgebiet, Limpopo-Provinz

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Ornithologen - ein ehemaliger Kurator des Pretoria Zoos und seine Frau - erkunden das überschwemmte Nylsvlei-Reservat. Limpopo, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Pferdeantilopen (Hippotragus equinus) im Nylsvlei-Naturschutzgebiet, Limpopo, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF 11 03 01 nylsvlei vegetation
Sumpfvegetation im Nylsvlei-Naturschutzgebiet, Limpopo, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Bestehend seit 1974, Ramsar-Gebiet seit 1998.
Fläche 39.75 km².
Höhe: 1'080-1'155 m.ü.M.
Niederschlag: ca. 620 mm / Jahr. Geringste Niederschläge Juni-August mit 2-6 mm/Monat, höchste von November-Februar mit 84-108 mm/Monat.
Temperatur: Monatsmittel min. 3.6°C (Juni-Juli, gelegentlich unter Null), max.  23.3°C (Januar).

Das Gelände, das Grasland, Akaziensavanne und Trockenwald umfasst, wurde ursprünglich von der Naturschutzverwaltung des Transvaals als Zuchtstation für Pferdeantilopen und Tsessebes erworben. Später wurden auch Steppenzebras, Kapgiraffen und Streifengnus angesiedelt. Zur Säugetierfauna gehören auch Warzenschwein, Großer Kudu, Kronenducker, Wasserbock, Riedbock (Redunca redunca), Impala,und Steinböckchen, ferner Grüne Meerkatze, Schabrackenschakal, Kap-Fingerotter, Weissschwanz- Zebra- und Fuchsmanguste, Braune Hyäne, Erdwolf, Falbkatze, Karakal und Leopard.

Nylsvlei gehört, gemessen an seiner relativ geringen Größe mit 426 Arten zu den ornithologisch interessantesten Gebieten Südafrikas (IBA ZA007). Die Fischfauna ist artenarm, zur Regenzeit kommen aber Fische in großer Zahl, um zu laichen. Es sind 19 Amphibienarten bekannt, darunter der Afrikanische Ochsenfrosch, 39 Reptilienarten, als auffälligste der Nilwaran, ferner 55 Libellen- und 194 Schmetterlingsarten.

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Marievale-Vogelschutzgebiet, Gauteng

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Geschützt, aber durch Goldbergbau bedroht: Kleinseen im Marievale-Vogelschutzgebiet. Gauteng, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Afrikanischer Löffler (Platalea alba), Riedscharbe (Phalacrocorax africanus) und Graureiher (Ardea cinerea) im Marievale-Vogelschutzgebiet. Gauteng, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Marievale ist ein etwa 1'400 ha großes, ehemaliges Bergbaugebiet, das auf einer Höhe von ca. 1'570 m in der Stadt Nigel inmitten von noch aktiven Goldminen liegt. Der stets Wasser führende Blesbokspruit durchfließt das Reservat. Durch die Aufschüttung von Aushubmaterial sind Sümpfe und große, flache, zu einem guten Teil mit Schilf bedeckte Wasserflächen entstanden, die viele Wasservögel und dank einem ausgedehnten Wegnetz und vier Beobachtungsständen auch viele Besucher anziehen.

Die Vogelwelt ist sehr vielfältig. Es wurden über 330 Arten nachgewiesen, darunter natürlich viele Sumpf- und Wasservögel, z. B. Zwerg- und Haubentaucher, Schlangenhalsvogel, Riedscharbe (Microcarbo africanus), Grau-, Kuh- und Seidenreiher, Heiliger Ibis, Brauner Sichler, Hagedasch, Afrikanischer Löffler, Nimmersatt, Rosaflamingo, diverse Enten und Limikolen. Im Schutzgebiet wurden Blessböcke angesiedelt. Auch Kap-Fingerotter, drei Mangustenarten, Riedböcke (Redunca redunca) und Kaphasen (Lepus capensis) kommen vor.

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Weitere geschützte Feuchtgebiete

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Riedflächen im Rondebult-Vogellschutzgebiet. Gauteng, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF 11 02 07 rietvlei
Rietvlei-Naturlschutzgebiet. Gauteng, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF 11 02 07 rietvlei euplectes progne
Hahnschweifwida (Euplectes progne) im Wechsel vom Schlicht- zum Prachtgefieder im Rietvlei-Naturlschutzgebiet. Gauteng, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Die oben unter "Stehende Gewässer" genannnten Seen-Schutzgebiete umfassen zumeist auch ausgedehnte Sümpfe, Riedflächen etc.; weitere geschützte Feuchtgebiete sind:

Botswana: Chobe-Nationalpark mit Linyanti-Sumpf (ZA BW001), Moremi-Wildschutzgebiet und Okavango-Ramsarschutzgebiet (IBA BW003)
Malawi: Vwaza Marsch-Wildschutzgebiet
Namibia: Mamili-Nationalpark (IBA NA 002; Ost-Caprivi), Mudumu-Nationalpark mit Linyanti- und Kwando-Sümpfen (IBA NA 002; Ost-Caprivi)
Sambia: Bangweolo-Wildschutzgebiet, Kafue-Nationalpark, Lochinvar-Nationalpark, Süd-Luangwa-Nationalpark, West Lunga-Nationalpark
Simbabwe: Kazuma-Pan-Nationalpark, Lake Kyle Recreational Park, Robert McIlwaine Recreational Park (IBA ZW013)

Südafrika - Kwazulu-Natal: Mkuzi-Sümpfe im iSimangaliso-Nationalpark (IBA  ZA 043), Franklinvlei-Naturschutzgebiet (IBA ZA069)
Nord-Kap: Ganspan-Vogelschutzgebiet, Nylsvlei (IBA ZA007; Limpopo-Provinz),
Gauteng: Rietvlei-Naturschutzgebiet (IBA ZA090; Gauteng); Umvotivlei-Naturschutzgebiet (IBA ZA052; Kwazulu-Natal)

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Salzpfannen

SAF-11-04-01 strauss etosha
Straußenhahn (Struthio camelus) in der Etoschapfanne, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF-11-04-02 etoscha giraffe
Angolagiraffen (Giraffa c. angolensis) in der Fischerpfanne. Etoscha-Nationalpark, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF-11-04-03 etoscha vögel
Kuhreiher (Bubulcus ibis), Hottentottenente (Anas hottentota) und Limikolen in der Fischerpfanne. Etoscha-Nationalpark, Namibia © Peter Dollinger

 

SAF 11 04 03 fischerpfanne flamingo pelikan
Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus) und Rosapelikane (Pelecanus onocrotalus) in der Fischerpfanne. Etoscha-Nationalpark, Namibia © Peter Dollinger

 

SAF 11 04 03 etoscha oryx
Spießbock (Oryx gazella in der leeren Etoschapfannerpfanne. Etoscha-Nationalpark, Namibia © Peter Dollinger

Allgemeines

In der südwestafrikanischen Trockenzone gibt es große Salzpfannen, als Überreste riesiger Seen, die in früheren, feuchteren Perioden weite Teile der Kalahari-Senke ausfüllten: Die 4’760 km² große Etoscha-Pfanne ist das Relikt des noch viel größeren Ekuma-Sees, der vermutlich auch vom Kunene gespiesen wurde, das System der Makgadikgadi-Pfannen in Botswana mit einer Gesamtfläche von über 16’000 km² ist das, was vom etwa 60.000 km² großen Makgadikgadi-See übrig geblieben ist. Heute sind die Pfannen in der Regel trockene, weite Ebenen bestehend aus Salzkrusten, salzhaltigem Lehm oder kalkhaltigem Untergrund.

Vegetation und Charakterpflanzen

Die mit - in Makgadikgadi bis zu 5 m mächtigen - Salzkrusten bedeckten Flächen sind natürlich vegetationslos. Auf dem stark salzhaltigem Untergrund der Etoschapfanne wachsen blaugrüne Algen und können wenige salzliebende Gräser, wie Sporobolus spicatus gedeihen. Am Pfannenrand wächst eine Kurzstrauchsavanne mit halophytischen Gräsern Salzkräutern (Salsola), Salzmelden (Suaeda) und Büschen wie der Blütenblattstrauch Petalidium engleranum. Diese Pflanzen bilden die Nahrungsgrundlage für Damarazebras, SpringböckeStreifengnus und Südafrikanische Spießböcke.

Tierwelt

Wenn die Pfannen in größeren Zeitabständen voll laufen, entwickelt sich Zooplankton bestehend u. a. aus Ruderfußkrebschen (Lovenula falcifera, Metadiaptomus transvaalensis), Wasserflöhen (Moina micrura), Rädertierchen (Brachionus plicatilis) und gelegentlich Salinenkrebschen (Artemia), das Unmengen von Rosa- und Zwergflamingos anzieht. Barben, Raubwelse (Clarias) und Buntbarsche (Oreochromis) wandern ein und bilden die Nahrungsgrundlage für Rosa-,und Rötelpelikane, Riedscharben (Microcarbo africanus), Haubentaucher, Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis), Reiher, Heilige Ibisse, Nimmersatte und Mohrenklaffschnäbel (Anastomus lamelligerus). Ein Dutzend Entenarten tauchen auf und zahllose Limikolen, wie Graukopfmöwe (Ch. cirrocephalus), Sichel- und Zwergstrandläufer (Calidris ferruginea, C. minuta), Kampfläufer, Grünschenkel (Tringa nebularia) und Säbelschnäbler sind zu beobachten.

 

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Nationalparks und andere Schutzgebiete mit Salzpfannen

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Einsame Kameldornakazie (Acacia erioloba) am Rand der Etoschapfanne, Etoscha-Nationalpark, Namibia © Peter Dollinger

Botswana: Makgadikgadi-Pans-Nationalpark (4'877 km²), Nxai-Pan-Nationalpark (2'578 km²)

Namibia: Etoscha-Nationalpark (22'935 km²)

Südafrika - Gauteng: Tswaing-Naturschutzgebiet (19.5 km², ehemals Pretoria-Krater)

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Mangroven, Ästuare

SAF 11 05 01 umlalazi mangrove
Mangroven bei Umlalazi. Kwazulu-Natal, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF-11-05-02 umlalazi pneumatophoren krok
Mangrovenbäume und -pneumatophoren, davor Nilkrokodil (Crocodylus niloticus) in der St. Lucia-Lagune. iSimangaliso-Nationalpark, Kwazulu-Natal, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF-11-05-03 umlalazi krabben
Mangrovenkrabben in Mangrovensumpf. Umlalazi-Naturschutzgebiet Kwazulu-Natal, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF 11 05 04 greater st lucia schreiseeadler PD1
Schreiseeadler (Haliaeetus vocifer) im Mangovenwald, St. Lucia, (iSimangaliso Wetland Park), Kwazulu-Natal, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Mangroven finden sich im Bereich der Mündungsgebiete und Lagunensysteme der in den Indischen Ozean fließenden Flüsse von 33º südlicher Breite an Richtung Norden. Der südlichste Mangrovenbestand ist der des Nahoon-Ästuars in Ost-London (Ostkap), hauptsächlich kommen Mangroven in Südafrika in Kwazulu-Natal vor, namentlich dem 350 km² großen St.Lucia-See, einer rund 60 Kilometer lange, flache Lagune mit unterschiedlich hohem Salzgehalt. An der Atlantikküste gibt es südlich von Benguela in Mittel-Angola (12°35'S) keine Mangroven mehr.

Vegetation und Charakterpflanzen

Relativ euryöke  und daher weit verbreitete Arten sind die Schwarze Mangrove (Avicennia marina), die Großblättrige Mangrove (Bruguiera gymnorrhiza) und die Rote Mangrove (Rhizophora mucronata). Eine andere Schwarze Mangrove (Lumnitzera racemosa) und die Gelbe Mangrove (Ceriops tagal) haben spezifischere Anforderungen an ihren Lebensraum und kommen daher in Kwazulu-Natal nur an der Kosi Bay vor. Viele Mangroven-Bestände sind bedroht. In Kwazulu-Natal sind zwischen 1982 und 2006 als Folge von Holzeinschlag und Änderungen im Wasserhaushalt der Ästuare 13 Standorte verschwunden.

Tierwelt

Den Sumpfboden der Mangrovenwälder bewohnen Nilkrokodile Schlammspringer, Krabben, wie Mangroven- (Scylla) und Winkerkrabben und verschiedene Schneckenarten. Der auffälligste Vogel ist der Schreiseeadler, der am offenen Wasser stehende Mangroven als Warten benutzt, um nach Beute Ausschau zu halten.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete mit Mangroven

SAF 11 05 05 umlalazi periophthalmus PD1
Afrikanischer Schlammspringer (Periophthalmus kalolo) und Pneumatophoren von Mangroven im Umlalazi-Naturschutzgebiet, Kwazulu-Natal, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Mosambik: Banhine-Nationalpark, Maputo Special Reserve

Südafrika - Kwazulu-Natal: iSimangaliso-Nationalpark (Lake St. Lucia, Lake Sibaya, Kosi Bay-Seen; IBAs ZA039, ZA040, ZA044), Umlalazi-Naturschutzgebiet (IBA ZA047), Beachwood Mangrove Nature Reserve (Durban)

Südafrika - Ostkap: Dwesa-Cwebe-Naturschutzgebiet

 

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Literatur und Internetquellen:

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Freigegeben in Südliches Afrika
Montag, 18 Januar 2021 11:53

Fliessgewässer

 

(11.1) Fließgewässer
(11.1.1) Sambesi mit (5) Cuando, (6) Kafue, (7) Luangwa
            und (8) Shire
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(11.1.2) Oranje mit (9) Vaal und (10) Caledon
(11.1.3) Limpopo
(11.1.4) Okavango
(11.1.11) Save
(11.1.12) Weitere Flüsse der Ostküste
(11.1.13) Kunene und die ephemeren Flüsse der Namib

(11.2-5) Stehende Gewässer und Feuchtgebiete (auf neuer Seite)

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SAF-11-00-01-fluesse2
Die wichtigsten Flüsse im Südlichen Afrika

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Fließgewässer

SAF-11-01-01-01 Victoriafaelle
Viktoriafälle bei geringem Wasserabfluss. Simbabwe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF 11 01 01 01 Albertfalls
Die Albertfälle des uMgeni. Kwazulu-Natal, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Es gibt im südlichen Afrika permanent Wasser führende und zeitweilig trockenfallende, sogenannte ephemere Flüsse. Nur zwei der stets fließenden Flüsse münden in den Atlantik, einer endet in einem Binnendelta und die übrigen entwässern in den Indischen Ozean.

Manche Flüsse weisen hohe Wasserfälle auf, die dazu führen, dass sich die Fischfauna ober- und unterhalb des Falls deutlich unterscheiden. Durch den Menschen wurden Änderungen der Fischfaunen durch den Bau von Staudämmen und die Ansiedlung gebietsfremder Arten, etwa des Karpfens, der Schleie, der Bachforelle oder der Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) verursacht. Letztgenannte stellt eine erhebliche Gefährung für z. B. den Kap-Buschfisch (Sandelia capensis) dar.

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Sambesi

SAF 11 01 01 01 Vicfalls trocken
Nach längeren Dürrperioden sind die Viktoriafälle praktisch trocken. Simbabwe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF-11-01-01-04 Sambesi-Oberlauf
Der Sambesi oberhalb der Viktoriafälle mit Blick auf das Sambia-Ufer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF-11-01-01-02 Chobe elephants
Elefantenherde (Loxodonta africana) am Botswana-Ufer des Chobe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Wels im Kwando, Caprivizipfel, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Der Sambesi (1) ist der bedeutendste Fluss im südlichen Afrika. Er entspringt in Sambia und mündet in Mosambik in den Indischen Ozean, wo er ein riesiges Delta bildet. Er hat eine Länge von 2'524 km und entwässert mit seinen Nebenflüssen, wie dem Cuando (5), dem Luangwa (6)), dem Kafue (7) und dem Shire (8), ein Gebiet von über 2.7 Millionen km². Oberlauf und Mittel-/Unterlauf werden durch die 110 m tiefen Viktoriafälle getrennt. Unterhalb der Fälle befinden sich die Talsperren von Kariba und Cahora Bassa, durch die riesige Stauseen entstanden sind - Cahora Bassa hat mehr als die Fläche des Saarlandes und der Karibasee ist doppelt so groß.

Der bekannteste Nebenfluss im Oberlauf des Sambesi ist der 1'500 km lange Kwando, der im Hochland von Bié in Angola entspringt, nach Süden fließt, auf rund 200 km die Grenze zu Sambia bildet, den Caprivizipfel durchquert und danach, nun Linyanti genannt, dessen Grenze zu Botswana markiert. Nachdem er den von ihm gebildeten Liambesi-See verlassen hat, fließt er unter dem Namen Chobe nach Kasane / Kazungula, wo er sich mit dem Sambesi vereint. An seinem Ufer liegen der sambische Sioma Ngwezi-Nationalpark, der Mudumu und der Mamili-Nationalpark in Namibia und der Chobe-Nationalpark Botswanas.

Tierwelt: Die Fischfauna unterhalb und oberhalb der Viktoriafälle unterscheidet sich deutlich. Eine um 1980 durchgeführte, mehrjährige Untersuchung erbrachte für den Bereich des Caprivizipfels 76 Fischarten, wobei die Fischfaunen von Sambesi und seinem Zubringer Kwando sehr verschieden waren. Auch in jüngster Zeit wurden neue Arten entdeckt, so stellte sich heraus, dass Nilhechte, die früher der Art Hippopotamyrus ansorgii zugerechnet wurden, effektiv einen Komplex von drei, äußerlich nicht unterscheidbaren Arten bilden, von denen eine im Kwando und zwei im Sambesi vorkommen.

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Oranje

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Die Augrabiesfälle des Oranje. Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die Schlucht des Oranje unterhalb der Fälle. Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Unterlauf des Oranje vom namibischen Ufer mit Blick aufs Richtersveld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Von Ost nach West fließt der in Südafrika auch "Gariep" genannte Oranje (2). Dieser entspringt auf einer Höhe von 3'150 m in den Drakensbergen von Lesotho und mündet bei Oranjemund, an der Grenze zwischen Südafrika und Namibia, in den Atlantik. Er ist mit 2'160 Kilometern nach dem Sambesi der zweitlängste Fluss im südlichen Afrika. Sein Einzugsgebiet beträgt knapp 1 Million km². Im Mittellauf befinden sich zwei bedeutende Staustufen, der Gariep Dam und der Vanderkloof Dam, die von weitläufigen Naturschutzgebieten gesäumt sind.

Die wichtigsten Nebenflüsse sind mit einer Länge von 1251 km der Vaal (9) und mit 480 km der Caledon (10). Auch diese wurden aufgestaut, der Caledon durch den Welbedacht-Dam, der Vaal durch den Vaal- und den Bloemhof Dam, auch diese mit Naturschutzgebieten an ihren Ufern.

Tierwelt: Bei Sportfischern sehr beliebt ist der potenziell gefährdete, im Vaal-/Oranje-System endemische Gelbfisch (Geelvis), ein bis 120 cm langer Raubfisch aus der Karpfenverwandschaft, der einen Artkomplex bildet (Labeobarbus kimberleyensis / aeneus). Im Unterlauf des Oranje leben 14 Fischarten, darunter die Fluss-Sardine (Mesobola brevianalis), der Felsen-Wels (Austroglanis sclateri) und die endemische, bis vor einigen Jahren als potenziell gefährdet eingestufte Namaqua-Barbe (Barbus hospes).

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Limpopo

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Der Luvhuvu, ein Nebenfluss des Limpopo. Limpopo-Provinz, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kudus (Tragelaphus strepsiceros) im trockenen Bett des Limpopo. Mapungubwe-Nationalpark, Limpopo-Provinz, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Sattelstorch (Ephippiorhynchus senegalensis) im ausgetrockneten Bett des Limpopo. Mapungubwe-Nationalpark, Limpopo-Provinz, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ein weiteres wichtiges Fluss-System ist das des 1'750 km langen Limpopo (3), der als Krokodilfluss auf einer Höhe von 1'727 m am Witwatersrand in der Südafrikanischen Provinz Gauteng entspringt, erst nach Norden fließt, sich mit dem Marico River vereinigt und ab dort "Limpopo" genannt wird, danach einen großen Halbkreis bildet, der die Grenze Südafrikas zu Botswana und Simbabwe und die Nordgrenze des Kruger-Nationaparks markiert, am Dreiländereck nach Mosambik eintrtt und schließlich bei Xai-Xai in den Indischen Ozean mündet. Im Einzugsgebiet von Crocodile und Marico gibt es eine Anzahl Staudämme. Der Oberlauf des Limpopo hat jedoch eine unregelmässige Wasserführung, oft fällt er ganz trocken, sodass auf Stauhaltungen verzichtet wurde. Bekannte Zuflüsse sind Luvhuvu, Shingwedzi, Letaba und Olifants.

Tierwelt: Im Limpopo wurden, wie so oft in Südafrika, zahlreiche nicht-einheimische Arten eingesetzt, darunter Karpfen, Silberkarpfen (Hypophthalmichthys molitrix), Flussbarsch, Bach- und Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss), Schwertträger (Xiphophorus helleri) und Koboldkärpfling (Gambusia affinis). An heimischen Arten seien erwähnt Lungenfisch, Großschuppiger (Marcusenius macrolepidotus) und Boxernilhecht (Petrocephalus catostoma), Indopazifischer Tarpun (Megalops cyprinoides), eigentlich ein Meerfisch der aber weit in die Flüsse hinaufsteigt, über 20 Barben- (Barbus sp.) und 6 Labeo-Arten.

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Okavango

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Abendstimmung am Okavango, Nähe Popafälle, West-Caprivi. Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Elefanten (Loxodonta africana) durchqueren den Okavango im Mahango-Wildschutzgebiet. West-Caprivi, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Flusspferde (Hippopotamus amphibius) im Okavango, Mahango-Wildschutzgebiet. West-Caprivi, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office BernZ

Der vierte bedeutende Fluss der Region, der 1'700 km lange Okavango (4), ist ein Spezialfall, denn er mündet nicht ins Meer, sondern versickert in einem 6'000-15'000 km² großen Binnendelta in Botswana. Der Okavango enstpringt als Kubango auf 1'850 m Höhe im Bié-Hochland Angolas. Er fließt Richtung Süden bis zur namibischen Grenze, wo er sich, jetzt als "Okavango", nach Osten wendet, um im Westen des Caprivi-Streifens wiederum nach Süden Richtung Botswana abzudrehen. Nach etwa 60 km fängt er an, sich zu teilen und ein Delta zu bilden. Beinahe die Hälfte dieses Deltas, 4'871 km², steht als Moremi Game Reserve unter Schutz.

Tierwelt: Da der Okavango in größeren Zeitabständen über den Savuti Channel und den Selinda Spillway mit dem Kwando / Chobe verbunden ist, ähnelt seine Fischfauna der des Sambesi-Systems, wobei der Sambesi allerdings artenreicher ist: Währenddem dort 134 Arten vorkommen, sind es im Okavango 86, davon 71 unterhalb der Popafälle. Arten die auf felsigen Untergrund und einen relativ raschen Wasserfluss angewiesen sind, wie der Nilhecht Hippopotamyrus ansorgii, die Fluss-Sardine Mesobola brevianalis und die Welsarten Amphilius uranoscopus, Clariallabes platyprosopos und Chiloglanis fasciatus, dringen nicht in den Unterlauf und ins Delta vor.

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Save

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Der Save von der Birchenoughbrücke aus, Provinz Manicaland, Simbabwe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Save von der Birchenoughbrücke aus, Provinz Manicaland, Simbabwe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Flusspferde (Hippopotamus amphibius) im Runde, einem rechten Zubringer des Save, Provinz Masvingo, Simbabwe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Elefantenherde (Loxodonta africana) im ausgetrockneten Bett des Bhenji, eines Nebenflusses des Runde, Provinz Masvingo, Simbabwe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Save River wurde früher "Sabi" genannt, was zu Konfusionen mit dem südafrikanischen Sabi, einem jedem Krugerpark-Reisenden bekannten Nebenfluss des Komati, führte. Dass es auch in Slowenien eine Save gibt, stört offenbar weniger.

Der Save entwässert ein Gebiet von 106'420 km², davon 83'845 km² in Simbabwe und 22'575 km² in Mosambik. Er führt ganzjährig Wasser. Er entspringt auf der Farm "Sabi Oog" an einem 1'479 m hohen Berg in der Nähe des historischen Fort Charter, etwa 80 km südlich von Harare, und ist 735 km lang. Er fließt in südöstlicher Richtung bis er sich bei der Birchenough-Brücke mit dem aus dem Nyanga-Nationalpark kommenden Odzi vereinigt. Weiter geht es südwärts, am Rand des Gonarezhou-Nationalparks über die Chivirirafälle, bis zum Zusammenfluss mit dem von der Stadt Gweru her kommenden Runde, dann über die Grenze nach Mosambik, ab wo er Rio Save heißt, weiter Richtung Osten bis zu Mündung in den Indischen Ozean, wo er ein teilweise von Mangroven bedecktes Delta bildet.

Die Mündung des Save wird als Grenze zwischen der tropischen und der subtropischen Zone des Indischen Ozeans angesehen.

Nationalparks und weitere Naturschutzgebiete

Nach Birchenough Bridge bildet der Save die Ostgrenze des Save Valley Conservancys. Am Zusammenfluss mit dem periodisch trockenfallenden Runde bei Mahenye befindet sich an der Nordostgrenze des Gonarezhou-Nationalparks ein großes Feuchtgebiet. Dieses gilt in einem Umfang von 50.6 km² als ornithologisch bedeutendes Gebiet (IBA ZW020), das besondern für des Schutz des Graubrust-Schlangenadlers (Circaetus fasciolatus), des Braunkopfpapageis (Poicephalus cryptoxanthus), des Doppelbandwürgers (Telophorus viridis) und des Gelbbrustgirlitzes (Crithagra citrinipectus) wichtig ist. In Mosambik stellt der Save die Nordgrenze des Parque Transfronteiriço Gonarezhou und des Zinave-Nationalparks dar.

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Weitere Flüsse der Ostküste

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Der Mahaj-Fluss, ein Zubringer des Tugela im Royal Natal-Nationalpark. Kwazulu-Natal, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Howick-Fall des uMgeni. Kwazulu-Natal, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Usutu-Fluss bei Ndumo. Kwazulu-Natal, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Auch die kürzeren Flüsse der Ostküste führen permanent Wasser (was natürlich nicht für alle Zubringer gilt). Zu den bekannteren gehören Mzimkulu, Mkomazi, Tugela und Mgeni, die alle ihren Ursprung in den Drakensbergen haben und weiter nördlich der Mfolosi (Umfolozi), der Mkusi (Mkuze), der Pongola, der sich im Ndumo-Naturschutzgebiet mit dem aus Swasiland kommenden Usutu vereinigt und dann als Maputo in die Maputo-Bucht mündet, oder der Komati, zu dessen Einzugsgebiet der südliche Kruger-Nationalpark gehört. Der Lauf dieser Flüsse ist zumeist recht steil, und diese Flüsse wurden vielfach gestaut, im Umgeni z.B. gibt es vier Staustufen (Albert Falls Dam, Inanda Dam, Midmar Dam und Nagle Dam), im Pongola wird durch eine 70 m hohe Mauer der 170 km² große Jozini-See aufgestaut. Es gibt auch spektakuläre natürliche Wasserfälle, so die Tugelafälle im Royal Natal Nationalpark mit einer Fallhöhe von 948 m oder der Howick-Fall des Mgeni mit einer Fallhöhe von 119 m. Im Mündungsgebiet bilden diese Flüsse oft weitläufige Lagunen, die von Mangrovenwäldern gesäumt werden.

Tierwelt: Der Schuppige Gelbfisch (Labeobarbus natalensis) ist häufig und kommt in vielen Gewässern vor, etwa im Tugela und Mkomazi. Die zumindest in Fischerkreisen bekannteste einheimische Fischart des Gebiets ist der Tigersalmler (Hydrocynus vittatus), dem die Sportfischer vom Boot aus nachstellen, weil er seinen Lebensaum mit Flusspferden und Nilkrokodilen teilt.

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Kunene und die ephemeren Flüsse der Namib

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Hauptfall der Epupafälle des Kunene. Grenze Namibia / Angola. Foto: Harald Bungsche

 

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Sogenannter "Wüstenelefant" (keine eigene Art, sondern nur Population von Loxodonta africama) im trockenen Flussbett des Hoanib © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der ausgetrocknete Uniab bei Palmwag (Van Zyl's Gat). Damaraland, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Swakop führt nur ganz sporadisch Wasser, hier am 23, Januar 1997, Goanikontes, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der etwa 1'050 km lange Kunene (13) entspringt in Nordangola, verläuft südwärts und wendet sich, nachdem er auf die Große Randstufe getroffen ist, nach Westen, um als Grenzfluss zwischen Angola und Namibia mit einem Delta in den Atlantik zu münden. In seinem Unterlauf befinden sich die spektakulären Ruacana- und Epupa-Fälle sowie zahlreiche Stromschnellen. Bei Ruacana wurde der Kunene zur Stromerzeugung angestaut. Zwei weitere Kraftwerke wurden ab 1991 geplant. Dasjenige bei den Epupafällen wurde von den OvaHimba bekämpft und ist mittlerweile vom Tisch, der Bau des weiter unten gelegenen hat sich verzögert. Im Gegensatz zu den anderen Flüssen der Skelettküste führt der Kunene ganzjährig Wasser, allerdings schwankt seine Wassermenge saisonal sehr stark

Zwischen Kunene und Oranje durchstossen zwölf Flussläufe die Namibwüste: Sechomib, Khumib, Hoarusib, Hoanib, Uniab, Skelettküsten-Koichab, Huab, Ugab, Messum, Omaruru, Swakop und Kuiseb. Es handelt sich ausnahmslos um ephemere Flüsse, deren Flussbette meistens trocken sind, und die nur in Zeitabständen von mehreren Jahren so viel Wasser führen, dass sie tatsächlich die See erreichen. Der Tsauchab und der Südnamib-Koichab, bleiben mitten in der Namib stecken, wo sie im Sossusvlei bzw. in der Koichab-Pfanne enden. Die Flusstäler sind als langestreckte Oasen ökologisch wichtig, weil hier Grundwasser verfügbar ist und Pflanzen gedeihen, die wiederum die Nahrungsgrundlage für viele Tiere darstellen.

Tierwelt: Im Kunene wurden 206 aquatische Tierarten nachgewiesen. Davon sind 130 Wirbellose, 11 Amphibien und 65 Fische. Von den Fischen sind fünf endemisch, darunter die Buntbarsche Schwetzochromis machadoi, Sargochromis coulteri, Thoracochromis buysi und Th. albolabris. 59 Arten kommen auch im Okavango vor, was darauf hinweist, dass die beiden Fluss-Systeme früher miteinander verbunden waren. Die Artenzahl der Wirbeltiere der ephemeren Flüsse ist naturgemäß bescheidener. Die Zahl der Fischarten wird mit 6, die der Amphibien mit 8 angegeben. Wirbellose gibt es 130, gleich viele wie im Kunene.

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Literatur und Internetquellen:

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Coastal Dune Forest Rehabilitation:A Case Study on Rodent and Bird Assemblages in Northern Kwazulu-Natal, South Africa.

In: Coastal Dunes: pp.103-115. DOI: 10.1007/978-3-540-74002-5_7 .

Zusammenfassung:

Coastal dune forests in northern KwaZulu-Natal, South Africa, are continually exposed to natural and man-induced disturbances that usually initiate ecological succession (van Aarde et al. 1996a; Mentis and Ellery 1994). This succession is associated with temporal and spatial changes in vegetation structure that influence habitat suitability and ultimately the structure of vertebrate communities living there. For example, in the case of birds, we know from studies conducted elsewhere that species richness and diversity correlates with vegetation structural heterogeneity (see Kritzinger and van Aarde 1998 for references).Vegetation succession is also known to affect small mammals (Foster and Gaines 1991), though the patterns recorded in coastal dune forests are less obvious than those for birds (see Ferreira and van Aarde 1999 for references).

aarde-biblio

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Donnerstag, 14 Januar 2021 06:56

Schutzgebiete im Südlichen Afrika

Die folgenden, vom Informationsanbieter teils mehrfach besuchten Nationalparks und weiteren Schutzgebiete werden mit Artikeln vorgestellt:

Botswana

Namibia









Simbabwe


Swasiland / Eswatini__

Südafrika

Westkap






Ostkap





Nordkap





Kwazulu-Natal



(Oranje-)Freistaat

Mpumalanga

Limpopo




Nordwestprovinz


Kgalagadi Transfrontier Park

Bwabwata-Nationalpark
Etoscha-Nationalpark - Ost
Etoscha-Nationalpark - Südost 
Etoscha-Nationalpark - West
Namib-Skelettküsten-Nationalpark - Skelettküste
Namib-Skelettküsten-Nationalpark - Kiesnamib
Namib-Skelettküsten-Nationalpark - Dünennamib
NamibRand-Privates Naturschutzgebiet
Daan Viljoen-Wildpark
Hardap-Wildpark

Cecil-Kop-Naturschutzgebiet
Lake Chivero-Naturpark
Lake Mutirikwi-Naturpark 

Malolotja-Naturschutzgebiet

 

Karoo-Nationalpark
Buntbock-Nationalpark
Tafelberg-Nationalpark
Westküsten-Nationalpark
Nationales Seengebiet Wilderness
Rocher Pan-Naturschutzgebiet
Vleis von Kapstadt

Addo-Elefanten-Nationalpark
Addo-Elefanten- Nationalpark - Zuurberg
Camdeboo-Nationalpark
Bergzebra-Nationalpark
Tsitsikamma-Nationalpark
Great Fish River-Naturschutzgebiet

Augrabies-Nationalpark
Kgalagadi Transfrontier Park
Namaqua-Nationalpark
Tankwa-Nationalpark
Goegap-Naturschutzgebiet
Kuruman-Naturschutzgebiet

Hluhluwe-iMfolozi-Park
iSimangaliso-Wetland-Park
iSimangaliso-Wetland-Park- Mkuze-Wildschutzgebiet
Weenen-Naturschutzgebiet

Maria Moroka-Naturschutzgebiet
Sandveld-Naturschutzgebiet

Kruger-Nationalpark - Pretorius Kop / Malelane Bushveld

Kruger-Nationalpark - Nord
Kruger-Nationalpark - Süd
Mapungubwe-Nationalpark
Marakele-Nationalpark
Nylsvlei-Naturschutzgebiet

Barberspan-Naturschutzgebiet
Bloemhof-Dam-Naturschutzgebiet
Madikwe-Wildschutzgebiet

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Freigegeben in Südliches Afrika
Montag, 04 Januar 2021 17:59

GRIFFIN, M. (2003)

Annotated Checklist and Provisional Conservation Status of Namibian Reptiles.

168 Seiten. Windhoek. ISBN

Volltext: http://podarcis.de/AF/Bibliografie/BIB_4908.pdf

Abstract:

An annotated checklist of indigenous and potentially indigenous Namibian terrestrial, aquatic and marine reptiles is presented. The purpose is to serve as an interim description of Namibian reptile diversity, to establish a taxonomic and biogeographical baseline, and as a preliminary review of the conservation status of Namibian reptiles. Two hundred and forty species of indigenous reptiles are presently known to occur in Namibia. These species comprise an array of approximately 265 described (but not always recognized) taxa, several of which are probably unwarranted.  Species accounts are presented for all these species. Four accounts are for new species currently being described. Nineteen species have not yet been recorded from Namibia, but are expected to (accounts given) and another 6 species are less likely to occur (no accounts given).  Full accounts are given for the 17 species which have been formally recorded in the past, but the lack of recent evidence suggests that the species is now locally extinct, the original report erroneous, or the species’ occurred  as vagrants. Four additional species had been included on various published lists in the past, but have never been formally documented, no specimens are known to exist, and it is unlikely that the species would occur today even as vagrants (no accounts given). In total, 276 species-accounts are presented.  Each account cites the original reference and type locality for each taxon, and a short description of the Namibian distribution.  Emphasis is placed on Namibian and international legal and conservation status.  Eighty-five species (33%) were found to be of local conservation concern.  Gaps in knowledge (e.g. taxonomy, biogeography, and conservation status), where future research should be directed, are noted.

griffin-biblio

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Montag, 04 Januar 2021 08:21

HAACKE, W. D. (1984)

The Herpetology of the Southern Kalahari Domain.

Supplement to Koedoe 1984: 171-186.

Volltext: https://www.researchgate.net/publication/47296195_The_Herpetology_of_the_Southern_Kalahari_domain

Abstract:

The herpetofauna of the southrn Kalahari has mixed affinities, as this area lies on a rainfall gradient in a critical area where a transition between the arid south-west and the moister northe-east takes place. As the variation in substrate type is relatively limited, the effect of the rainfall gradient appears to influence and determine the range limits of many taxa in which of 55 recorded reptiles, 11 western taxa overlap or form a parapatric zone with 25 eastern taxa, while the remaining taxa are endemic or wide-ranging.

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Samstag, 02 Januar 2021 17:18

VAN DEN ELZEN, P. (1983)

Zur Herpetofauna des Brandbergs, Südwest-Afrika.

Bonn. zool. Beitr. 34 (1-3): 293-309

Zusammenfassung:

Der Brandberg liegt isoliert am Rande der Vornamib-Flächen innerhalb der Nord-Süd verlaufenden Bergränder der Großen Randstufe. Floristisch macht er einen Teil der Karroo-Namibischen Florenregion aus. Es herrscht troisches, episodisch-periodisch sommerfeuchtes Halbwüsten bis Trockenklima. Herpetofaunistische Grenzen lassen sich nicht genau definieren. Die Herpetofauna umfasst 41 Formen (5 Froschlurche, 26 Eidechsen, 10 Schlangen); sie wird dargestellt und bestehende Affinitäten zu den umliegenden zoogeografischen Subregionen werden erörtert. Als Neunachweise für den Brandberg konnten Bufo d. dombensis, Tomopterna marmorata, Python anchietae, Boaedon f. fuliginosus, Naja nigricollis nigricincta und Bitis a. arientans belegt werden.

vandenelzen-biblio

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Samstag, 02 Januar 2021 16:44

PRENDINI, L. & BIRD, T. L. (2008)

Scorpions of the Brandberg Massif, Namibia: Species Richness Inversely Correlated with Altitude.

African Invertebrates, 49(2):77-107. https://doi.org/10.5733/afin.049.0205


Abstract:

A previous list of scorpions from the Brandberg Massif and vicinity, north-western Namibia (Omaruru District. Erongo Region), is updated, based on a survey of the Massif and surrounding areas (the region delimited by 21°00′S–21°30′S and 14°00′–15°00′E) conducted during three separate expeditions, and augmented by an examination of material in museum collections. More than 1000 specimens, representing more than 100 point-locality records, were examined for the study. Notes on the ecology and distribution of the scorpions on the Massif and surrounding areas are provided. Excluding one dubious record, 20 scorpion species in seven genera (Brandbergia, Lisposoma, Hottentotta, Parabuthus, Uroplectes, Hadogenes, and Opistophthalmus) of four families (Bothriuridae, Buthidae, Liochelidae, Scorpionidae) are recorded from the area, which presently has the richest scorpion fauna in Namibia, if not southern Africa, and ranks among those with the richest scorpion faunas in the world. The high diversity of scorpions on the Brandberg Massif and vicinity is attributed to the heterogeneity of landforms, substrata and habitats in the area. The scorpions of the Massif and surrounding areas may be classified into seven ecomorphotypes, using every available niche. The species richness of the scorpion fauna is inversely correlated with altitude. The greatest diversity of genera and species occurs at the base of the Massif and in the surrounding areas, and decreases towards the summit. Five species occur in the area surrounding the Massif but not at its base, five at its base (below 500 m) but not on its slopes, two on its lower slopes (500–1000 m), but not on its middle slope (1000–1500 m), upper slope (1500–2000 m) or summit (above 2000 m), and two on its summit, upper and middle slopes only. Only five species occur from the base to the summit of the Massif.

prendini-biblio

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Samstag, 10 Oktober 2020 07:45

Fließgewässer

(9.0) Allgemeines
(9.1) Seen und Stauhaltungen

(9.2) Fließgewässer
(9.2.1) Forellenregion
(9.2.2) Äschenregion
(9.2.3) Barbenregion
(9.2.4) Brachsenregion
(9.2.5) Kaulbarsch-Flunder-Region

(9.3) Flachseen
(9.4) Kleingewässer
(9.5) Feuchtgebiete

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Fließgewässer Fliessgewässer

Das Schema der Fischregionen ist an Fließgewässern Deutschlands und Belgiens erarbeitet worden und hat für andere Regionen nur beschränkte Gültigkeit. Als Folge der vielen Stauhaltungen sind die einzelnen Regionen nicht mehr so klar getrennt wie früher

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Forellenregion

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Gasterenbach, ca.1380 m.ü.M, Berner Oberland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Schwarzwasser, 580 m.ü.M., Naturschutzgebiet Schwarzwasser-Sensegraben, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die Gorges du Tarn bei Castelbouc, Forellenregion in Südfrankreich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Quellgebiet von Gebirgsbächen in Höhenlagen von bis zu über 2000 m.ü.M., von Gebirgsflüssen oder von klaren Wiesenbächen in tieferen Lagen und die oberen Bereiche dieser Gewässer. Starkes Gefälle von 4.5-50 ‰, Gewässerbreite 1 bis etwa 25 m, Wasser kühl, im Sommer je nach Höhenlage bis 10˚C oder etwas darüber, sauerstoffreich und, außer während der Schneeschmelze, klar. Der Boden besteht überwiegend aus Fels, Geröll oder grobem Kies.

Tierwelt:

Bachforelle (Salmo trutta f. fario), Groppe, der aus Nordamerika eingeführte Bachsaibling, in tieferen Lagen auch Elritze, Schmerle , Gründling (Gobio gobio), Laube, Steinbeißer (Cobitis taenia) und Bachneunauge (Lampreta planeri).

Wasseramsel, Berg- und Bachstelze (Motacilla cinerea, M. alba).

Der südfranzösische Tarn, der in den Cevennen entspringt und in die Garonne mündet, ist mit einem mittleren Gefälle von etwa 4 ‰  ein Forellen- und Äschengewässer, in dem man weitgehend auf dieselben Arten wie in Mitteleuropa (Forelle, Äsche, Elritze, Gründling, Groppe, Hasel, Döbel) trifft. In den ruhigeren Flussabschnitten im Unterlauf tritt anstelle der Flussbarbe die Forellenbarbe (Barbus meridionalis).

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Äschenregion

EUR-09-02-02 aare aeschen
Aare bei Rubigen, ca. 515 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09-02-02 aeschenregion niederried
Aare beim Zusammenfluss mit der Saane, 463 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Abschnitt unterhalb der Forellenregion. Die Gewässer sind breiter, bis zu etwa 100 m, das Gefälle weniger stark (1.25-7.5 ‰) und das Wasser etwas weniger kalt, im Sommer selten über 15ºC. Der Boden besteht hauptsächlich aus grobem oder feinerem Kies, stellenweise hat es Wasserpflanzen, die Unterschlupf und Nahrung für Insektenlarven und Kleinkrebschen bieten.

Tierwelt

Charakterfisch ist die Äsche (Thymallus thymallus), daneben hat es Fische der Forellenregion, die aus Nordamerika eingeführte Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss), in tieferen Lagen auch Huchen bzw. Lachs (Salmo salar), Nase, Alet, Quappe (Lota lota), Hecht und Rapfen (Aspius aspius).

Gänsesäger, Wasseramsel, Berg- und Bachstelze (Motacilla cinerea, M. alba)

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Barbenregion

EUR-09-02-03 alte aare
Alte Aare bei Safnern, 425 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 09 02 04 aare bueren
Aare bei Büren, ca. 424 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Der Abschnitt unterhalb der Äschenregion. Der Bach ist hier zum Fluss geworden. Das Wasser ist immer noch relativ schnellfließend und sauerstoffreich, weist ein geringes Gefälle von 0.33-3 ‰ und in der warmen Jahreszeit Temperaturen von über 15˚C auf. Der Bestand an Wasserpflanzen hat zugenommen und oft hat es einen Schilfgürtel entlang den Ufern. Der Boden besteht aus grobkörnigem Sand oder Kies.

Tierwelt:

Charakterfisch ist die Flussbarbe (Barbus barbus), daneben leben hier Fische der Forellenregion sowie Rotauge (Plötze, Schwale) und Rotfeder, Schneider, Aal, Flussbarsch, Nase, Zander, Streber, Roi du Doubs (Zingel asper) und andere Barscharten.

Gänsesäger, Eisvogel, Wasseramsel, Berg- und Bachstelze (Motacilla cinerea, M. alba)

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Brachsenregion

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Rhône bei Pont-Saint-Esprit ca. 35 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Vechte bei Nordhorn, ca. 15 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Hier, im Unterlauf des Flusses, fließt das Wasser langsamer in einem ziemlich gleichmäßig tiefen Gerinne. Das Gefälle beträgt bis zu 1 ‰. Das Wasser ist of trübe, kann im Sommer wärmer als 20˚C werden, im Winter aber gefrieren. Der Sauerstoffgehalt in Nähe des sandigen oder schlammigen Bodens ist eher tief. Die Ufer sind stark bewachsen und dienen vielen Fischen als Kinderstube. Insgesamt ist dies die fischreichste Region eines Flusses.

Tierwelt

Charakterfisch ist der Brachsen (Abramis brama), daneben gibt es viele andere Karpfenfische, wie z.B. den Karpfen selbst, die Schleie, die Karausche, das Rotauge, die Rotfeder, die Laube, die Blicke oder die ZiegeFlussbarsch und Zander gedeihen hier besser als in der Barbenregionen. Auch der größte Raubfisch unseres Süßwassers, der Wels, findet sich hier, und früher war die Region das Laichgebiet von Stör und Maifisch.

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Kaulbarsch-Flunder-Region

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Graugänse an der Elbe bei Glückstadt, 0 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Elbe bei Brokdorf , 0 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Silberreiher (Casmerodius albus) in der Kleinen Rhone bei Les Stes. Maries-de-la-Mer, ca. Mittelmeerhöhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Mittelmeer-Silbermöwen (Larus cachinnans) in der Kleinen Kleine Rhone bei Les Stes. Maries-de-la-Mer, ca. Mittelmeerhöhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Brackwasserbereich der Mündungsgebiete wird auch als Kaulbarsch-Flunder-Region bezeichnet. Sie hat kein Gefälle und ist charakterisiert durch wechselnde Wasserführung und schwankenden Sauerstoff- und Salzgehalt bedingt durch die Wirkung der Gezeiten. Im Sommer wird das Wasser 20 und mehr °C warm. Der Untergrund kann aus feinem Sand, Kies oder Schlamm bestehen. Zu dieser Region gehören Tidenflüsse wie die Elbe ab dem Wehr Geesthacht, die Stör ab Kellinghusen, die Oste ab Bremervörde, die Weser ab Hastedt, die Hunte unterhalb von Oldenburg, die Ems ab Herbrum, der Unterlauf des Rheins, und der Eider.

Tierwelt:

Früher war der Europäische Stör von großer Bedeutung für die Fischerei in den Unterläufen der europäischen Flüsse, etwa bis in die 1930erJahre in der Elbe, wo er heute ausgestorben ist. Im Rhein verschwand er in den 1940/50er-Jahren, und in der der Eider, erlosch der letzte autochthone Störbestand Deutschlands 1969. Den letzten natürlichen Restbestand des Europäischen Störs gibt es im Gironde-Garonne-Dordogne-Gebiet in Frankreich. Seit einigen Jahre laufen Programme zur Wiederansiedlung der Art in Elbe und Oder.

In der Kaulbarsch-Flunder-Region finden sich heute, neben den namengebenden Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua) und Flunder (Platichthys flesus), Arten der Brachsenregion sowie Stichlinge (Gasterosteus aculeatus, Pungitius pungitius) und Meeräschen.

In der entsprechenden Region der Rhone gibt es neben Wels, Zander, Hecht, Aal, StichlingMaifisch und Meeräsche auch Seenadel (Syngnathus abaster), Wolfsbarsch, Sardine (Sardina pilchardus), GeißbrasseGoldbrasse und Seezunge (Solea solea).

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Literatur und Internetquellen

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Samstag, 10 Oktober 2020 07:45

Seen und Stauhaltungen

(9.0) Allgemeines
(9.1) Seen und Stauhaltungen
(9.1.1) Hochgebirgsseen
(9.1.2) Bergseen
(9.1.3) Seen der mittleren Höhenlagen
(9.1.4) Tieflandseen
(9.1.5) Altwasser
(9.1.6) Stauhaltungen
(9.2) Fließgewässer
(9.3) Flachseen
(9.4) Kleingewässer
(9.5) Feuchtgebiete

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Seen und Stauhaltungen

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Blesshüher (Fulica atra), Reiherenten (Aythya fuligula) und Gänsesäger (Mergus merganser) im Botshafen von Spiez am Thunersee © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Seen sind stehende Gewässer, die mindestens 10 m tief sind, in denen das Wasser geschichtet ist und die über eine durch eine gleichmäßig kühle Wassertemperatur gekennzeichnete Tiefenzone verfügen, in der keine Wasserpflanzen gedeihen können. Stauseen sind künstlich angelegte Wasserspeicher, in denen der Wasserstand starken Schwankungen unterworfen sein kann. Je nach Art der Bewirtschaftung sind sie als Lebensraum für Fische mehr oder weniger geeignet.

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Hochgebirgsseen

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Triebtensee 2365 m.ü.M., im Hintergrund Oberaar-Stausee, 2303 m.ü.M. Berner Oberland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Hochgebirgsseen liegen oft in 2000 m Höhe und darüber. Sie sind meistens während 6-9 Monaten mit Eis und Schnee bedeckt. Bevölkert werden sie, soweit sie für Fische erreichbar sind oder diese vom Menschen eingesetzt wurden, von Bachforelle, Groppe, Seesaibling und Elritze. In der aus 23 Einzelseen bestehenden Seenplatte von Macun im Schweizer Nationalpark leben Elritzen sowie ursprünglich eingesetzte Forellen und Kanadische Seesaiblinge auf über 2600 m Höhe. Sie ernähren sich von Zuckmückenlarven, Erbsenmuscheln, Land- und Wasserkäfern sowie Anflugnahrung.

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Bergseen

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Silsersee, 1797 m.ü.M., Tiefe 71 m. Oberengadin, Kt. Graubünden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Die tiefer gelegenen Bergseen entsprechen als Lebensraum in etwa der Forellen und Äschenregion. Zusätzlich zu den in Hochgebirgsseen anzutreffenden Fischarten vermögen sich unterhalb von 2000 m.ü.M. auch die Äsche und die Bartgrundel zu halten. In manche Bergseen eingesetzt wurden die aus Nordamerika stammende Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) und der Kanadische Seesaibling.

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Seen der mittleren Höhenlagen

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Stockenten (Anas platyrhynchos) am Starnbergersee, 584 m.ü.M., Tiefe 127 m. Bayern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Personenschiffahrt auf dem Brienzersee im Berner Oberland, 564 m. ü. M., Tiefe 261 m © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Wörthersee, 439 m.ü.M., Tiefe 85 m, ist einer der wärmsten Alpenseen Österreichs © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Silberreiher (Casmerodius albus) bei Champs-Pittet, Neuenburgersee, 429 m ü. M., Tiefe 152 m. Kt. Waadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Lago Maggiore mit Isola di Brissago von Ronco aus. Kt. Tessin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Lago di Como mit Halbinsel von Bellagio Lombardei, Italien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

In den tieferen Lagen der Alpen, im Alpenvorland und im Schweizer Mittelland gibt es eine Reihe recht tiefer Seen, so z.B. in Österreich: Zeller, Millstätter, Ossiacher, Mond- und Wörthersee; in Bayern: Starnberger, Ammer- und Chiemsee; in der Schweiz: Thuner-, Vierwaldstätter-, Neuenburger-, Zürich- und Genfersee und schließlich das "Schwäbische Meer", der trinationale Bodensee. Diese Seen sind durch relativ kaltes, sauerstoffreiches Wasser charakterisiert.

Tabelle: Seen der mittleren Höhenlagen

Tierwelt:

Im meist schmalen Uferbereich der Alpen- und Voralpenseen leben BarscheHechte und verschiedene Weißfische. Im Freiwasserbereich dominieren die verschiedenen, oft für einzelne Seen spezifischen Felchen. Ferner hat es Seeforellen (Salmo trutta lacustris), Seesaiblinge und Äschen. In Seen unter etwa 450 m Höhe nimmt die wirtschaftliche Bedeutung des - am Bodensee "Kretzer" genannten - Flussbarschs zu. Diese Seen sind mit die wichtigsten Überwinterungsgebiete für Enten aus Skandinavien und Sibirien. Allein in der Schweiz überwintern 147'000 Tafel- und 176'000 Reiherenten.

Seen südlich der Alpen

Die auf etwas geringerer Höhe (z.B. Lago d'Orta 290 m.ü.M., Lago Maggiore 193 m.ü.M., Gardasee 65 m.ü.M.) liegenden Seen des südlichen Alpenrandes sind zumeist sehr tief (Lago di Como bis 425 m, Lago Maggiore bis 372 m, Gardasee bis 346 m). Im Sommer erwärmt sich das Oberflächenwasser deutlich stärker als das Tiefenwasser. Es kann ohne weiteres 20°C erreichen, währenddem das "Hypolimnion" des Sees homogen 4°C kühl bleibt. Dadurch wird der Wasseraustausch zwischen unteren und oberen Schichten im Sommer unterbunden.

Tierwelt:

Die südlichen Alpenrandseen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Fischfauna deutlich von jenen nördlich der Alpen. Die Felchen fehlen, soweit sie nicht vom Menschen eingesetzt wurden. Andererseits lebt hier mit der Cagnetta (Salaria fluviatilis) ein Schleimfisch, den man eher im Meer, sowie der Ghiozzo eine Grundel, die man eher in der Brackwasserzone erwarten würde. Viele Gattungen sind durch mittelmeertypische anstelle der bei uns heimischen Arten vertreten. Der auf 850 m Höhe gelegene Prespasee, ein Grenzgewässer Griechenlands, Albaniens und Nordmazedoniens beherbergt die europaweit größte Brutkolonie des Krauskopfpelikans.

Tabelle Fische nördlich und südlich der Alpen

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Tieflandseen

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Ruppiner See, 36,5 m.ü.M., max. Tiefe 23 m. Brandenburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

In Deutschland befinden sich die Tieflandseen hauptsächlich in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg. Der größte See der Mecklenburger Seenplatte ist die auf 62 m.ü.M. gelegene Müritz mit einer Fläche von 11'260 ha, einer maximalen Tiefe von 31 und einer mittleren Tiefe von 6.5 m. Nebst einigen weiteren größeren Seen handelt es sich meist um Kleinseen mit einer Wassertiefe von unter 10 m. In den tieferen Seen ist die Kleine Maräne (Coregonus albula) der wichtigste Fisch der Freiwasserzone. In den meist breiten, bewachsenen Uferzonen leben Hecht, Flussbarsch, Brachsen und verschiedene andere Karpfenfische.

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Altwasser

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Aare-Altwasser, Naturschutzgebiet Häftli, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Altwasser sind durch natürliche Ursachen oder wasserbauliche Massnahmen abgetrennte Nebenarme eines Flusses mit stehendem Wasser. Sie befinden sich oft in sumpfigen Auen, sind stark mit Wasserpflanzen bewachsen und wegen ihrer relativ geringen Ausdehnung und geringen Tiefe am ehesten mit einem Kleinsee vergleichbar.

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Stauhaltungen

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Höckerschwan im Wohlensee (Stauhaltung der Aare), 481 m.ü.M. Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Mittellauf vieler Flüsse wird mittels Niederdruckkraftwerken zur Elektrizitätsgewinnung genutzt. Dadurch entstehen in der Barbenregion langgestreckte langsam fliessende Gewässer mit einer Tiefe von bis zu 15 m, deren Biozönosen jenen der Brachsenregion entsprechen, wobei das Artenspektrum sehr groß sein kann (Beispiel Wohlensee bei Bern: Bachforelle , Regenbogenforelle, Bachsaibling, Felchen, Flussbarsch, Hecht, Trüsche, Flussbarbe, Alet, Karpfen, Schleie , Brachse, Rotauge, Rotfeder, Hasel).

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Literatur und Internetquellen

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