Donnerstag, 14 Juni 2018 12:11

Chinesisches Tiefland

Allgemeines

Von Peking bis zu den Bergen am unteren Jang-tse-kiang erstreckt sich das Chinesische Tiefland, ein abgesunkenes Becken, das einst vom Meer bedeckt, danach aber durch angeschwemmte Sedimente des Gelben Flusses Hwang-Ho, der im Lauf der Jahrtausende immer wieder seinen Lauf wechselte, wieder aufgefüllt worden ist.

Vegetation und Charakterpflanzen

Die natürliche Vegetation ist ein sommergrüner, von mehreren Eichenarten (Quercus spp.) dominierter Laubwald, in dem auch Esche (Fraxinus chinensis), Mandschurische Walnuss (Juglans manshurica), Espen (Populus tremula), Ulmen (Ulmus spp.), Chinesische Linde (Tilia paucicostata), Davids-Ahorn (Acer davidii), Chinesische Jujube (Ziziphus zizyphus) und zahlreiche weitere Laubbäume und –sträucher vorkommen. Allerdings wurde dieser üppige Wald großflächig zerstört sodass heute nur noch kleine Restbestände vorhanden sind.

Typische Zootiere und sonstige Tierwelt

Der Miluhirsch wurde schon vor Jahrhunderten in freier Wildbahn so gut wie ausgerottet. Der letzte autochthone Bestand im kaiserlichen Wildpark von Nan Hai-tsu südlich von Peking wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgerottet. Das Chinesische Reh überlebt in den wenigen noch bewaldeten Bergen und das Wasserreh kommt noch am Unterlauf des Jangtsekiang vor. Der Chinesische Flussdelfin (Lipotes vexillifer), der nur im Jangtse und einigen Nebenflüssen lebt, wurde 2002 letztmals gesichtet. Das Chinesische Tiefland ist die Heimat des Ringfasans.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Yancheng-Naturschutzgebiet

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Milu-Herde (Elaphurus davidianus) im Dafeng Nature Reserve. Foto State Forestry Administration / www.news.cn
Jiangsu, China

Höhe: 0-4 m.ü.M; Fläche: 453'300 ha, Kernzone 13'800 ha. Es handelt sich um einen über 500 km langen, 2-15 km breiten Streifen entlang der Küste. Wichtiges Vogeschutzgebiet (IBA CN 367).

Vegetation: Salzmarschen, lockerer Laubwald, außerhalb der Kernzone von rund 90'000 Menschen besiedeltes Kulturland.

Tierwelt: Das Reservat wurde hauptsächlich zum Schutz des Mandschurenkranichs eingerichtet, dessen wichtigstes Überwinterungsgebiet es darstellt. Ferner überwintern hier Schneekraniche und weitere Kranicharten. Weitere seltene Vogelarten sind Schwanengans, Zwergblässgans, Schwarzschnabelstorch, Schwarzstirnlöffler (Platalea minor), Schwarzkopf-Moorente (Aythya baeri), Schuppensäger (Mergus squamatus) etc.. Im dazu gehörenden, 78'000 ha großen, eingezäunten Dafeng National Nature Reserve befindet sich die weltweit größte Population des Miluhirschs. Auch das Wasserreh kommt vor.

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 11:28

Gebirge

Allgemeines

AS 2 harmukh Mehrajmir
Der Harmukh, ein heiliger Berg der Hindus in Kaschmir © Mehrajmir13, veröffentlicht auf Flickr unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

 

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Der Zanskar, ein Nebenfluss des Indus in Ladakh, Indien © Sundeep Bhardwaj, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution 3.0 Unported-Lizenz

 

Die orientalische Ökoregion wird im Norden auf einer Länge von über 3'000 km begrenzt durch die Gebirgsmassive bzw. -ketten von Hindukusch, Karakorum und (Trans-)Himalaya. Die rund 2'500 km lange Hauptkette des Himalaya wird durch den Oberlauf des Indus vom Karakorum und durch das Tal des Brahmaputra vom Transhimalaya getrennt. Östlich von Himalaya und Transhimalaya folgen die Hengduan-Berge, die sich auf einer Länge von 500 km über Yunnan und Szetschuan bis zum Chinesischen Tiefland erstrecken.

Die gemäßigten bis alpinen Zonen der auch als „Östlicher Himalaya“ bezeichneten Hengduan-Berge sind ein bedeutender, aber wenig bekannter Brennpunkt der Biodiversität. Von den rund 12’000 hier vorkommenden Pflanzen sind etwa 30 % endemisch, von den gegen 1'200 terrestrischen Wirbeltierarten mindestens deren 178. Von der Gesamtfläche von rund 800'000 km² sind nur noch 64'000 km² (8%) intakt und nur 2.1 % stehen unter Schutz.

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Vegetation und Charakterpflanzen

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Subalpine Landschaft in den Hengduan-Bergen, China © NoGhost, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

 

 

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Koniferenwald in Bhutan, im Hintergrund der Gangkhar Puensum © Christopher J. Fynn / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

 

 

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Rhododendronwald am Manaslu-Rundwanderweg in Nepal © Spencer Weart, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

 

 

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Laubwald im Jiuzhaigou-Nationalpark, Sichuan-Provinz, China © Fanghong, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

Da sich die klimatischen Bedingungen von West nach Ost und ändern, variieren die Pflanzengesellschaften und Höhenlagen, in denen sie vorkommen, je nach Region. Für den mittleren Bereich des Himalayas (Nepal) gilt in etwa Folgendes:

Auf die tropischen Salwälder (Shorea robusta) am südlichen Fuß des Himalayas folgt von 1’000-2'000 m eine Zone mit subtropischen Laubwald mit bis 10 m hohen Teebäumen (Schima wallichii), Scheinkastanien (Castanopsis spp.), immergrünen Eichen (Quercus lanata, Q. incana), Roxburgh-Kiefern (Pinus roxburghii), Himalaya-Birnbäumen (Pyrus pashia), - Engelhardia spicata, Ahornen (Acer oblongum), Gagelbäumen (Myrica esculenta), bis 30 m hohen Rhododendron arboreum und über 2’000 anderen Blütenpflanzen.

Es folgt gemäßigter Laub- bzw. Mischwald bis auf eine Höhe von 3’000 m, der je nach Region durch immergrüne Eichen (Quercus dilatata, Q, glauca, Q. lamellosa, Q. semecarpifolia), Scheinlorbeer (Daphniphyllum himalayense), Campbell-Magnolien (Magnolia campbellii), Indische Rosskastanien (Aesculus indica), Echte Walnuss (Juglans regia), Nepal-Erlen (Alnus nepalensis), Hainbuchen (Carpinus viminea) und Rhodoendren (Rh. arboreum) charakterisiert ist. Daneben hat es verschiedene Nadelbäume, wie Pinus wallichiana, Picea smithiana, Cedrus deodora, Abies pindrow, Tsuga dumosa und Taxus baccata.

Die Subalpine Zone, in der ein Tannen-Laubwald vorherrscht, reicht bis auf 4'000 m. Hier herrscht die Himalayatanne (Abies spectabilis) vor. An Laubbäumen findet man z.B. Birken (Betula utilis), Mehlbereen (Sorbus cuspidata, S. microphylla) und Ahorne (Acer caudatum, A. pectinatum).

In der Alpinen Zone gibt es einen Strauchgürtel mit Fingerstrauch (Dasiphora fruticosa), Sanddorn, Berberitzen (Berberis sp.) und kleinen Rhododendren. Darauf folgen alpine Rasen, gelegentlich mit Wachholdersträuchern (Juniperus tibetica) bis gut 5'000 m, wo ungefähr die Schneegrenze verläuft.

Die regenarmen Nordhänge und Plateaus im Innern des Gebirgsmassivs weisen naturgemäß wenig Wald auf, sondern sind als Steppen und Halbwüsten ausgebildet.

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Typische Zootiere und sonstige Tierwelt

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Hangul-Hirschkühe (Cervus hanglu) im Dachigam-Nationalpark, Indien © Tahirshawl, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz. Ausschnitt.

 

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Blauschafe (Pseudois nayaur) in Bhutan © Valerie Merges

 

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Schwarzes Riesenhörnchen (Ratufa bicolor) in Bhutan © Phuentsho, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

 

Die Verbreitung einiger zentralasiatische Arten, wie Kiang, Wildyak (Bos mutus), Tschiru (Pantholops hodgsonii), Tibetgazelle (Procapra picticaudata), Sibirischer Steinbock, Markhor, Argali und Urial (Ovis orientalis) reicht bis in den Nordwesten der Region hinein. Wichtige Säugetiere der höheren Lagen sind Kaschmir-Hanuman-Langur (Semnopithecus ajax), Wolf, Rothund, Rotfuchs, Isabellbär (nur im Westen), Kragenbär, Großer Panda (nur in Szetschuan), Kleiner Panda, Manul, Isabell-Luchs, Leopard, Schneeleopard, Buntmarder, Moschustier, Südchinesische Rothirsche, Blauschaf, Himalaya-Tahr, Goral, Serau und Takin. Der Schwarze Muntjak ist auf die Mittelgebirge im Südosten Chinas beschränkt. Auch der Asiatischer Quastenstachler und das Kurzschwanz-Stachelschwein kommen nur im Südosten der Region in Höhenlagen bis 3'000 bzw. 1'500 m vor.

Als Beispiele aus der Vogelwelt seien genannt:

Steinadler, Kaiseradler, Steppenadler, Bartgeier, Schneegeier, Schlangenadler, Adlerbussard, Brahminenweih, Schwarzmilan, Wanderfalke, Baumfalke, Turmfalke, Satyrtragopan, Temminck-Tragopan, Silberfasan, Blauer Ohrfasan, Weißer Ohrfasan, Wallichfasan, Königsglanzfasen, Königsfasan, Amherst-Fasan, Türkentaube, Halsbandsittich, Waldkauz, Eisvogel, Blauracke, Chinasittich, Feldlerche, Himalajabülbül (Pycnonotus leucogenys), Weißkopf-Fluchtvogel, Rotkopf-Häherling, Rotschnabel-Sonnenvogel (Leiothrix lutea), Gangesbrillenvogel (Zosterops palpebrosus), Mauerläufer, Hirtenmaina, Kolkrabe, Rabenkrähe, Dohle, Alpendohle, Alpenkrähe, Rotschnabelkitta.

Eine häufige Reptilienart ist die Gekielte Kletternatter.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Dachigam-Nationalpark

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Hangul-Kahlwildrudel (Cervus hanglu) im Dachigam-Nationalpark, Indien © Tahirshawl, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

Jammu und Kaschmir, Indien

1642-4289 m.ü.M., 17'125 ha. Schutzgebiet seit 1910, Nationalpark seit 1981.

Vegetation: Hauptsächlich Mischwald, Tannen-Laubwald, Strauchgürtel und alpine Rasen.

Tierwelt: Wichtigstes Schutzgebiet für den Hangul (Cervus elaphus hanglu). Kaschmir-Hanuman-Langur, Isabellbär, Kragenbär, Buntmarder, Rohr- und Bengalkatze, Leopard, Moschustier, Himalaya-Serau. Bengalgeier, Kaiseradler.

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Einige weitere Schutzgebiete

Bhutan

  • Jigme-Dorji-Nationalpark. Seit 1974. 4'316 km². Höhe ca. 1'400 bis >7'000 m. ü. M.

China

  • Riesenpanda-Nationalpark. Provinz Sichuan. Seit 2020 durch Zusammenschluss von 67 kleineren Schutzgebieten. Fläche nach Fertigstellung: 27'134 km², davon 18'101 km² Panda-Habitat

Indien

  • Khangchendzonga-Nationalpark. Bundesstaat Sikkim. Seit 1977. UNESCO-Weltnaturerbe seit 2016. 850 km². Höhe ca. 1'829 bis >8'550 m. ü. M.
  • Khirganga-Nationalpark. Bundesstaat Himachal Pradesh. Seit 2010. 710 km2. Höhe ca. 5'500 m. ü. M.

Nepal

  • Annapurna-Naturschutzgebiet. Seit 1985. 7'629 km². Höhe 850-8'081 m. ü. M.
  • Shivapuri-Nationalpark. Seit 2002,m zuvor Wasser- und Wildschutzgebiet seit 1976,159 km². Höhe bis 2'732 m. ü. M.

Pakistan

  • Gurez-(Moschustier-)Nationalpark. Teilautonome Region Asad Kaschmir. Seit 2009. 528 km2. Höhe ca. 1'500-3'000 m. ü. M.
  • Himalaya-Nationalpark. Provinz Gilgit Baltistan. Seit 2020. 1'989 km2

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Literatur und Internetquellen:

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Donnerstag, 14 Juni 2018 00:23

Wüsten und Salzmarschen

Allgemeines

Im Nordwesten des Indischen Subkontinents, in der Ebene des Indus, liegen umfangreiche Trockengebiete; Wüsten und Halbwüsten, die teils zu Pakistan, teils zu Indien gehören. Am bedeutendsten sind die östlich des Indus gelegene Große Indische Wüste oder Thar und die Cholistanwüste Pakistans. Die beiden Staaten teilen sich auch in den Großen und Kleinen Rann von Katsch, zwei riesige, manchmal schlammige Salzwüsten, die zwischen Indusmündung und der Halbinsel Kathiawar liegen. Zoologisch gesehen handelt es sich bei dem Gebiet um eine Übergangszone zwischen Paläarktis und Orientalischer Ökoregion.

Vegetation und Charakterpflanzen

Die Wüstenböden bestehen aus feinem Sand, auf dem nach Regenfällen sofort kurz dauernde Gräser und Kräuter sprießen. An geeigneten Standorten wachsen Jujube (Ziziphus nummularia), niedrige (Acacia modesta) und bisweilen höhere Akazien, Kameldornstrauch (Alhagi maurorum), Sodomsapfel (Caloptropis procera) und bis 9 m hohe Euphorbien (Eu. nivula).

Typische Zootiere und sonstige Tierwelt

Größere Säugetiere der Wüste Thar sind Indischer Wolf (Canis lupus pallipes), Wüsten-Rotfuchs (Vulpes vulpes pusilla), Honigdachs, Asiatische Wildkatze, Karakal (Caracal c. schmitzi), Hirschziegenantilope, Indische Gazelle (Gazella bennettii). In den Randgebieten kommen auch Vierhornantilope und Leopard (Panthera pardus fusca) vor. Der Little Rann of Kutch ist das letzte Rückzugsgebiet des Asiatischen Wildesels (Equus hemionus khur) auf dem Subkontinent. In den Salzsümpfen des Rann of Kutch, in periodisch Wasser führenden Flüssen und Salzpfannen leben zahlreiche Wasservögel, einschließlich Rosapelikane, Große und Zwergflamingos. Es wurden etwa 40 Greifvogelarten nachgewiesen. Nebst der gefährdeten Steppenkragentrappe (Chlamydotis macqueenii) kommt auch die vom Aussterben bedrohte Hindutrappe (Ardeotis nigriceps) vor.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Dhrangadhra-Wildesel-Schutzgebiet

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Nilgauantilopen (Boselaphus tragocamelus) im Dhangadhra-Schutzgebiet © S. K. Chinmayi, Wikimedia Commons

Indien, Bundesstaat Gujarat

Bestehend seit 1973. 4'840km².

Vegetation: Saisonal überschwemmte Salzmarsch mit 74 höher liegenden, grasbestandenen Plateaus.

Tierwelt: Dieses Reservat im Kleinen Rann von Katsch wurde zum Schutz des Asiatischen Wildesels errichtet. Ferner u.a. Indischer Wolf, Asiatische Wildkatze, Nilgau, Vierhornantilope (selten), Hirschziegenantilope.

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Einige weitere Schutzgebiete

Indien

  • Desert National Park. Bundesstaat Rajasthan. Seit 1992. 3'162 km²
  • Tal Chhapar-Schutzgebiet. Bundesstaat Rajahstan. Seit 1966. Speziell für Hirschziegenantilope

Pakistan

  • Lal Suhanra-Nationalpark. Punjab-Provinz. Seit 1972. Seit 2013 U(NESCO-Biosphären-Reservat. 514 km², davon 409 km² Wüste.

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 23:58

Regen- und feuchte Höhenwälder der Tropen

Sehr vereinfacht können wir die folgenden Regenwaldgebiete unterscheiden:

(2.0) Allgemeines
(2.1) Amazonasbecken
(2.2) Pazifik-Küste
(2.3) Atlantik-Küste
(2.4) Mittelamerika
(2.5) Alisiowald Kolumbiens und Venezuelas
(2.6) Yungas

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Allgemeines

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Regenwald am Río Sierpe an der Pazifikküste Costa Ricas © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Der eigentliche tropische Regenwald erstreckt sich von Seehöhe bis maximal 1000 m.ü.M., darüber folgen etwas artenärmere, kühlere, aber ebenso feuchte Höhenwälder. Den oberen Abschluss bilden die Nebelwälder.

Tropischen Regenwald gibt es in allen Ländern des süd- und Mittelamerikanischen Festlands  mit Ausnahme von Chile und Uruguay sowie auf größeren Karibischen Inseln.

Typische Zootiere

Schwarzer und  Roter Brüllaffe, Goldstirn-, Braunkopf-, Geoffroy- und Schwarzer Klammeraffe, Weißstirn-, Weißschulter-, Gelbbrust- und Gehaubter Kapuzineraffe, Gewöhnlicher und Schwarzkappen-Totenkopfaffe, Weißkopf-Saki, Rotrücken-Bartsaki, Uta-Hick-Bartsaki, Kahlkopf-Uakari, Silberäffchen, Schwarzschwanz-Silberäffchen, Weißkopf-Büscheläffchen, Weißbüscheläffchen, Schwarzbüscheläffchen, Kuhl-Büscheläffchen, Zwergseidenäffchen, Goldkopf-, Schwarzes  und  Goldgelbes Löwenäffchen, Schnurrbarttamarin, Kaiserschnurrbarttamarin, Rothandtamarin, Braunrückentamarin, Schwarzrückentamarin, Zweifarbtamarin, Perückentamarin, Lisztäffchen, Springtamarin, Waldhund, Weißrüsselbär, Nasenbär, Krabbenwaschbär, Waschbär, Brillenbär, Tayra, Riesenotter, Ozelot, Zwergtigerkatze, Kleinfleckkatze, Jaguarundi, Puma, Jaguar, Flachlandtapir, Mittelamerikanischer Tapir, Weißbartpekari, Halsbandpekari, Bunthörnchen, Grünes und Rotes Acouchy, Azara-, und Mittelamerikanisches Aguti, Großer und Mittlerer Ameisenbär, Zweifingerfaultiere, Weißborsten-Gürteltier.

Grausteißtinamu, Hornwehrvogel, Königsgeier, Harpyie, Schopfkarakara, Tuberkelhokko, Helmhokko, Trompetervogel, Kolumbiasittich, Goldsittich, HyazintharaGroßer Soldatenara, Hellroter Ara, Rotrückenara, Rotbugara, Goldnackenara, Marakana, Venezuela-, Gelbwangen-, Taubenhalsamazone, Scharlachkopfpapagei, Schwarzohrpapagei, Blaubauchpapagei, Blauscheitelmotmot, Grünarassari, Fischer-, Braunrücken- und Riesentukan, Blaubrust-Pipra, Anden-Felsenhahn, Pompadour-Schmuckvogel, Schimmersai, Purpur-, Paradies-, Silberkehl-, Türkistangare, Kappenblaurabe, Grünhäher.

Streifen-, Stirnlappen- und Kronenbasilisk, Schwarzleguan, Grüner Leguan, Goldteju, Abgottschlange, Hundskopfschlinger, Regenbogenboa, Hühnerfresser, Greifschwanz-Lanzenotter, Harlekinkröten, Agakröte, Rokokokröte, Baum- und Blattsteiger, Greiffrösche (Agalychnis, Phyllomedusa spp.), Kolbenfinger-Laubfrosch, Maskenlaubfrösche, Krötenlaubfrösche, Chaco-Hornfrosch, Pfeiffrösche.

Weitere Tierarten

Spinnenaffe (Brachyteles arachnoides), Dreizehen-Faultiere, Mexiko-GrossmazamaGrauer Spiesshirsch, Zwergspießhirsch (M. nana), Nordpudu (Pudu mephistophiles), Hoatzin und verschiedene Hokkos (u.a. Mitu mitu, Mitu tuberosum, Crax blumenbachii), Anchicayá-Baumsteiger lineblack1px

Amazonas-Regenwald

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Tieflandregenwald, Manu, Peru © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

 

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Tieflandregenwald am Río Madre de Dios, Peru © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

Das von den Anden und den Hochländern Guayanas und Südbrasilien begrenzte Amazonasbecken beherbergt das größte Regenwaldgebiet der Erde mit einer Fläche von sechs Millionen Quadratkilometern. Früher war es noch ausgedehnter, denn in historischer Zeit wurden 37 % der ursprünglichen Waldfläche vernichtet. Gefördert durch die Politik der gegenwärtigen (2021) brasilianischen Regierung hat die Entwaldungsrate in jüngster Zeit massiv zugenommen. Allein  zwischen August 2019 und Juli 2020 wurden  11'088 km² Regenwald zerstört, wie die brasilianische Weltraumbehörde auf Basis von Satellitenbildern mitteilte.

Der Amazonasregenwald gilt als das artenreichste Waldgebiet überhaupt. Hier gedeihen schätzungsweise 3'000 Baumarten. Viele Baumarten sind daran angepasst, dass das Land, auf dem sie stehen, jedes Jahr überschwemmt wird, wobei der Hochwasserspiegel bis zu den Baumkronen reichen kann.

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Regenwald der Pazifik-Küste

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Papallacta-Nebelwald, Nähe Quito, Ekuador © Valerie Merges, Layton, Utah

 

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Nebelwald Santa Lucia, Nanegal, Ecuador. Bild: Hettie van Nes.

Eine der weltweit höchsten Niederschlagsmengen erhält die Ökoregion Chocó-Darién, der Regenwald der pazifischen Küste zwischen dem Isthmus von Panama und der Guayabucht in Ecuador. Hier fallen 6-10'000 mm Regen pro Jahr. Dieses Gebiet gilt, zusammen mit dem trockenen äquatorial-pazifischen Trockenwald von Nordperu und Südwest-Ekuador, als als Brennpunkt der Biodiversität mit einer Ausdehnung von 260'595 km². Davon sind etwa 24 % noch intakt, 6.3 % liegen in Schutzgebieten.

Von den 9'000 Pflanzenarten sind 2'250 endemisch, von den 1'625 Wirbeltierarten (ohne Fische) deren 418, wovon 210 der insgesamt 350 vorkommenden Amphibienarten. Im Vergleich zu anderen Kontinentalregionen findet sich hier die höchste Konzentration an endemischen Vogelarten.

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Regenwald der Atlantik-Küste

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Selva paranaense bei Iguazú, Argentinien / Brasilien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Máta Atlantica, Serra da Graciosa, Paraná, Brasilien. Bild: Angelo Leithold

 

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Praia de Itamambuca, Ubatuba, São Paulo © Christiane Evelyn Bieri, São Paulo

 

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Pinselohräffchen am Corcovado, Río de Janeiro © Valerie Merges, Layton, Utah

Dank dem warmen Brasilstrom reicht der atlantische Küstenregenwald, die Mâta Atlantica weit nach Süden, wo er auch bis Mato Grosso do Sul ins Landesinnere vordringt und seine Fortsetzung in der Selva Paranaense findet. Da das Küstengebiet sehr gebirgig ist, kommt es zu einer Höhenstufung, d.h. ab ca. 2000 m wächst Bergregenwald. Dies ist mit ein Grund dafür, dass die Mâta Atlantica, einschließlich der Selva Paranense und der subtropischen Araukarienwälder des südbrasilianischen Berglandes ein Brennpunkt der Biodiversität ist. Dieser hatte ursprünglich eine Fläche von 1'227'600 km². Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren noch etwa 70% des Waltes intakt, 1920 waren es wegen massiven Holzeinschlags noch 45%, 1950 noch 29% und 1973 noch 8%. Heute sind es noch etwa 91'000 km² (7.5%), wovon nur 33'000 km² (2.7%) unter Schutz stehen (MAMEDE et al., 1998, MITTERMEIER et al. 1999).
       
Im Gebiet kommen 20'000 Pflanzenarten vor, wovon 6'000 endemische und 1'361 Wirbeltierarten (ohne Fische), wovon 546 endemische. Von besonderem Interesse sind die Primaten, die mit 6 Gattungen und 25 Arten vertreten sind. 20 dieser Arten sind endemisch, darunter die vier Arten der Löwenäffchen und der Gelbbrustkapuziner. Zur Erhaltung dieser und anderer Arten initiierte die EAZA 2001 eine Kampagne, an der sich 90 Zoos in 20 Ländern beteiligten und die etwa 250'000 € erbrachte. Nach Abschluss der Kampagne spendeten die Zoos weitere 500'000 € zugunsten des Lion Tamarin of Brazil Fund (LTBF).

Im Gebiet von Río de Janeiro kommen heute auch ursprünglich gebietsfremde Pinselohräffchen vor. Dabei dürfte es sich hauptsächlich um Hybriden von Weißbüscheläffchen und Schwarzbüscheläffchen handeln.

 

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Regen- und Feuchtwälder Mittelamerikas

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Braunrückentukan (Ramphastos swainsonii) bei. Sarapiquí im Regenwald derAtlantikseite Costa Ricas © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Regenwald im Nationalpark Manuel Antonio an der Pazifikküste Costa Ricas © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Regenwälder sind ein wichtiger Bestandteil von Mittelamerika als Brennpunkt der Biodiversität, der alle tropischen Vegetationsformen umfasst. Dieser erstreckt sich über 1'154'912 km², wovon noch 20 % intakt sind und immerhin 12 % unter Schutz stehen. An terrestrischen Wirbeltieren leben hier  521 Säugetier-, 1'052 Brutvogel-, 685 Reptilien- und 460 Amphibienarten. 40.5% dieser Arten sind Endemiten. Von den rund 24'000 Arten Gefäßpflanzen sind etwa 5'000 endemisch.

Gemäß WWF lässt sich der Hotspot in 30 Ökoregionen unterteilen. Davon sind sieben Regen- oder saisonal feuchte Waldtypen. Mittelamerika wird von den Kordilleren als Fortsetzung der Anden durchzogen. Auf der Atlantikseite der Kordilleren gedeihen Regenwälder, die reich an Epiphyten und Unterwuchs sind. Die mexikanische Halbinsel Yucatan ist weitgehend von teilweise laubabwerfendem Feuchtwald bedeckt. Auf der Pazifikseite wechseln sich saisonale Regenwälder und Trockenwälder sowie Savannen ab.

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Alisiowald Kolumbiens und Venezuelas

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Alisiowald im Caparo-Waldreservat, Venezuela. Bild: Maria Delgado / Change.org

In Kolumbien und Venezuela wachsen im Regenschatten der Anden tropische teilimmergrüne Regenwälder, die zu den Llanos, den Grassavannen des Orinoko-Gebiets überleiten. Diese erhalten ihre Feuchtigkeit durch die Passatwinde (vientos alisios). Sie sind artenärmer als die Regenwälder des Amazonasbeckens.

Die Alisiowälder sind stark gefährdet. In Venezuela wurden von 1990-2020 etwa 10'000 km² unwiderbringlich zerstört.

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Yungas

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Yunga-Nebelwald bei San Andrés, Provinz Salta, Argentinien © Yungueña, veröffentlicht.auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International, 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic-Lizenz

 

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Yunga-Nebelwald im kommunalen Schutzgebiet San Lorenzo, Provinz Salta, Argentinien © Bahnhofsrtalf, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

„Yungas“ genannte Nebelwälder finden sich am Ostrand der Anden von Peru bis Nordargentinien. In Peru und Bolivien leiten sie vom Hochland der Anden zum Amazonastiefland über. Da das Klima mild ist und dank dem Passat die Gegend reichlich mit Regen versorgt wird, können sie sich bis in die argentinische Provinz Catamarca ausdehnen. Sie werden im Osten vom Chaco begrenzt. Die Ökoregion besteht aus vier unterschiedlichen Vegetationstypen: der artenreiche subtropischen Vorgebirgswald (Selva Pedemontana, 400-700 m.ü.M.), der feuchte Bergwald (Selva Montana, 700-1500 m.ü.M.), der obere Bergwald (Bosque Montano, bis ca. 2500/3000 m.ü.M.) und darüber das Nebel-Grasland (Pastizales de Neblina).

Die Yungas sind Teil des Brennpunkts der Biodiversität "Tropische Anden", zusammen mit anderen Biomen, wie dem Páramo, der Puna, montanen Trockenwäldern etc.. Auf kleinem Raum kommen hier z.B. 8 Katzenarten vor: Pampaskatze, Kleinfleckkatze, Ozelot, Zwergtigerkatze, Margay, Andenkatze (L. jacobitus), Jaguarundi, Puma und Jaguar.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Manú-Nationalpark, Peru

02-manuNP hoatzin as
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Hoatzin (Opisthocomus hoazin) im Manu-Nationalpark © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

 

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Grünflügelara (Ara chloroptera) an Lehmlecke im Manu-Nationalpark © Thomas Althaus (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

Am Osthang der Anden bis ins Amazonas-Tiefland von Peru.

Gegründet 1973
Fläche 1'716'295 ha
Höhe 300 - 4,000 m-ü-M.
Bedeutendes Vogelschutzgebiet (IBA PE 112).

Vegetation: Puna, Zwergstrauchzone, Nebelwald, Tiefland-Regenwald.

Tierwelt: Äußerst artenreiche Säugetier- und Vogelfauna mit über 200 Säugetier- und über 1000 Vogelarten. Etwa 15 Primatenarten, Brillenbär, Tayra, Riesenotter, Ozelot, Puma, Jaguar, Flachlandtapir, Weißwedelhirsch, Zwergmazama (Mazama chunyi), Bergpaka (Cuniculus taczanowskii). Mehrere Tinamu-Arten, Orinokogans, Harpyie, Lappenguan (Aburria aburri), Hoatzin (Opisthocomus hoazin), Papageien, Tukane, Kolibris, Quetzal (Pharomachrus mocinno), Roter Felsenhahn, Tangaren, Rund 100 Reptilienarten, darunter Terekay-Schienenschildkröte, Mohrenkaiman, über 140 Arten Amphibien und über 200 Arten Fische.

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Einige weitere Nationalparks und Schutzgebiete

Argentinien

  • Iguazú-Nationalpark. Provinz Misiones. Seit 1934. 677 km². Wasserfälle, Mâta Atlantica

Belize

  • Shipstern Conservation & Management Area. Seit 1989. Shipstern 87 km², mit Freshwater Creek Forest Reserve und Honey Camp Nature Reserve 252 km². Mittelamerikanische Regen- und Trockenwälder.

Brasilien

  • Acari-Nationalpark. Bundesstaat Amazonas. Seit 2016. 8'964 km². Amazonas-Regenwald
  • Amazônia-Nationalpark. Bundesstaaten Amazonas / Pará. Seit 1974. 9'940 km². Amazonas-Regenwald
  • Anavilhanas-Nationalpark. Bundesstaat Amazonas. Seit 1981. 3'505 km². Amazonas-Regenwald
  • Alto-Cariri-Nationalpark. Bundesstaat Bahia. Seit 2010. 182 km². Mâta Atlantica
  • Aparados-da-Serra-Nationalpark. Bundesstaaten Rio Grande do Sul / Santa Catarina. Seit 1959. 102 km². Mâta Atlantica
  • Araguaia-Nationalpark. Bundesstaat Tocantins. Seit 1959. 5'623 km². Amazonas-Regenwald
  • Boa-Nova-Nationalpark. Bundesstaat Bahia. Seit 2010. 142 km². Mâta Atlantica, Caatinga
  • Cabo-Orange-Nationalpark. Bundesstaat Amapá. Seit 1980. 6’190 km². Amazonas-Regenwald, Meeresküste
  • Campos-Amazônicos-Nationalpark. Bundesstaat Rondônia. Seit 2006. 8'760 km². Amazonas-Regenwald
  • Campos-Gerais-Nationalpark. Bundesstaat Paraná. Seit 2006. 215 km². Mâta Atlantica.
  • Caparaó-Nationalpark. Bundesstaaten Espírito Santo/Minas Gerais. Seit 1961. 318 km². Mâta Atlantica
  • Descobrimento National Park. Bundesstaat Bahia. Seit 1999. 211 km². Mâta Atlantica
  • Guaricana-Nationalpark. Bundesstaat ParanáSeit 2014. 493 km². Mâta Atlantica
  • Iguaçu-Nationalpark. Bundesstaat Paraná. Seit 1986. 1'700 km². Wasserfälle, Mâta Atlantica
  • Itatiaia-Nationalpark. Bundesstaaten Minas Gerais / Rio de Janeiro. Seit 1937. 300 km². Mâta Atlantica
  • Jamanxim-Nationalpark. Bundesstaat Pará. Seit 2006. 8'597 km². Amazonas-Regenwald
  • Jaú-Nationalpark. Bundesstaat Amazonas. Seit 1980. 22'720 km². Amazonas-Regenwald
  • Juruena-Nationalpark. Bundesstaaten Amazonas / Mato Grosso. Seit 2006. 19'602 km². Amazonas-Regenwald
  • Mapinguari-Nationalpark. Bundesstaat Rondônia. Seit 2008. 15'624 km². Amazonas-Regenwald
  • Monte-Pascoal-Nationalpark. Bundesstaat Bahia. Seit 1961. 225 km². Mâta Atlantica
  • Monte-Roraima-Nationalpark. Bundesstaat Roraima. Seit 1989. 1'160 km². Amazonas-Regenwald
  • Nascentes-do-Lago-Jari-Nationalpark. Bundesstaat Amazonas. Seit 2008. 8'121 km². Amazonas-Regenwald
  • Pacaás-Novos-Nationalpark. Bundesstaat Rondônia. Seit 1979. 7'658 km². Amazonas-Regenwald
  • Pau-Brasil-Nationalpark. Bundesstaat Bahia. Seit 2000. 115 km². Mâta Atlantica
  • Pico-da-Neblina-Nationalpark. Bundesstaat Amazonas. Seit 1979. 22'526 km². Amazonas-Regenwald
  • Rio-Novo-Nationalpark. Bundesstaat Pará. Seit 2006. 5'382 km². Amazonas-Regenwald
  • Saint-Hilaire/Lange-Nationalpark. Bundesstaat Paraná. Seit 2001. 245 km². Mâta Atlantica
  • São-Joaquim-Nationalpark. Bundesstaat Santa Catarina. Seit 1961. 493 km². Mâta Atlantica
  • Serra-da-Bocaina-Nationalpark. Bundesstaaten Rio de Janeiro / São Paulo. Seit 1974. 1'318 km². Mâta Atlantica
  • Serra-da-Capivara-Nationalpark. Bundesstaat Piauí. Seit 1979. 979 km². Mâta Atlantica
  • Serra-da-Cutia-Nationalpark. Bundesstaat Rondônia. Seit 2001. 2'836 km². Amazonas-Regenwald
  • Serra-da-Mocidade-Nationalpark. Bundesstaat Roraima. Seit 1998. 805 km². Amazonas-Regenwald
  • Serra-das-Lontras-Nationalpark. Bundesstaat Bahia. Seit 2010. 113 km². Mâta Atlantica
  • Serra-de-Itabaiana-Nationalpark. Bundesstaat Sergipe. Seit 2005.79 km². Mâta Atlantica
  • Serra-do-Divisor-Nationalpark. Bundesstaat Acre. Seit 1989. 8'430 km². Amazonas-Regenwald
  • Serra-do-Gandarela-Nationalpark. Bundesstaat Minas Gerais. Seit 2014. 313 km². Mâta Atlantica
  • Serra-do-Itajaí-Nationalpark. Bundesstaat Santa Catarina. Seit 2004. 573 km². Mâta Atlantica
  • Serra-do-Pardo-Nationalpark. Bundesstaat Pará. Seit 2005. 4'473 km². Amazonas-Regenwald
  • Serra-dos-Órgãos-Nationalpark. Bundesstaat Rio de Janeiro. Seit 1939. 110 km². AMâta Atlantica
  • Serra-Geral-Nationalpark. Bundesstaaten Rio Grande do Sul / Santa Catarina. Seit 1992. 173 km². Mâta Atlantica
  • Tijuca-Nationalpark. Bundesstaat Rio de Janeiro. Seit 1961. 39 km². Mâta Atlantica
  • Tumucumaque-Berge-Nationalpark. Bundesstaaten Amapá / Pará. Seit 2002. 38'874 km². Amazonas-Regenwald
  • Viruá-Nationalpark. Bundesstaat Roraima. Seit 1998. 2'159 km². Amazonas-Regenwald

Costa Rica

  • Barbilla-Nationalpark. Provinzen Cartago und Limón. Seit 1982. 119 km². Tiefland-Regenwald
  • Braulio-Carrillo-Nationalpark. Provinzen Heredia und San José. Seit 1978. 476 km². Tiefland-Regenwald, Nebelwald
  • Cahuita-Nationalpark. Provinz Limon. Seit 1982. Landfläche 11 km². Meeresfläche 224 km2. Tiefland-Regenwald
  • Carara-Nationalpark. Provinz Puntarenas.Seit 1978. 52 km². Tiefland-Regenwald
  • Chirripó-Nationalpark. Provinzen San José, Cartago und Limón. Seit 1975.508 km². Höchster Punkt 3'820 m.ü. M.. Tiefland-Regenwald, prämontaner und montaner Regenwald, Paramó
  • Corcovado-Nationalapark. Provinz Puntarenas. Seit 1975. 424 km². Tiefland-Regenwald
  • Internationaler Nationalpark La Amistad. Costa Rica (Provinzen San José, Cartago, LImón, Puntarenas) seit 1982, Panama (Provinzen Bocas del Toro und Chiriquí, Indio-Comarca Naso Tjër Di)seit 1988. 4'188 km². Höchster Punkt 3'549 m. ü. M.. Regen- und Nebelwald
  • Juan-Castro-Blanco-Nationalpark. Provinz Alajuela. Seit 1992. 145 km² Regen- und Nebelwald
  • Manuel-Antonio-Nationalpark. Provinz Puntarenas. Seit 1972. 20 km². Tiefland-Regenwald
  • Tapanti-Nationalpark. Provinz Cartago. Seit 2000. 583 km². Prämontaner und montaner Regenwald
  • Tortuguero-Nationalpark. Provinz Limóm. Seit 1975, seit 1991 auch RAMSAR-Reservat. 312 km². Tiefland-Regenwald
  • Vulkan-Poas-Nationalpark. Provinz Alajuela. Seit 1971. 65 km². Nebelwald

Kolumbien

  • Nationaler Naturpark Sierra Nevada de Santa Marta. Departemente  La Guajira, Magdalena und Cesar. Seit 1964. 3'830 km². Verschiedene Waldtypen

Peru

  • Bahuaja-Sonene-Nationalpark. Regionen Madre de Dios und Puno. Seit 1996. 10'914 km2. Tiefland- und Bergregenwald, Savanne
  • Sierra-del-Divisor-Nationalpark. Regionen Loreto und Ucayali. Seit 2015. 13545 km2. Tiefland- (und Berg-?)Regenwald
  • Yaguas-Nationalpark. Region Loreto. Seit 2018. 8'689 km2. Tiefland-Regenwald

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 22:27

Trockenwälder und Savannen der Tropen

(1.0) Allgemeines
(1.1) Mittelamerikanische Trockenwälder
(1.2) Chapparales und Llanos
(1.3) Cerrado
(1.4) Chaco
(1.5) Butia-Palmsavanne

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Allgemeines

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Teilweise gerodeter Trockenwald, Provinz Guanacaste, Costa Rica © Tiziannok, Wikimedia Commons.

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Guanacastebaum (Enterolobium cyclocarpum), Playa negra, Guanacaste, Costa Rica. Foto cafeplayanegra.com

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Chaco, Prov.Beni, Bolivien © M. Reinschmidt, Loro Parque

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Yucatan-Trockenwald mit Pseudophoenix sargentii, Shipstern-Reservat, Belize © Caspar Bijleveld, Papiliorama Kerzers

Trockenwälder leiden besonders stark unter Brandrodung. Weltweit sind nur noch 10% der ursprünglichen tropischen Trockenwälder übrig!

Trockenwälder gedeihen in den Tropen dort, wo der Passat für ein trockenes Klima sorgt, und in den Subtropen. Der jährliche Niederschlag liegt zumeist zwischen 500 und 1200 mm. Die mittleren Jahrestemperaturen betragen in den Subtropen etwa 19-23°C, wobei Minima und Maxima 10-13°C auseinander liegen können, in den Tropen ganzjährig etwa 27°C. Oft als Dornwälder ausgebildete Trockenwälder gibt es an der Westküste Mittelamerikas (z.B. Guanacaste in Costa Rica), in trockenen Andentälern, im Chaco Seco von Argentinien, Bolivien und Paraguay, sowie in der Caatinga Brasiliens.

Bei den Savannen wird zwischen Trockensavannen und - eventuell zeitweilig überschwemmten - Feuchtsavannen unterschieden. Vom Erscheinungsbild her kann man zwischen offenen Baumsavannen, Palmensavannen, Parklandschaften und Grassavannen unterscheiden. Es gibt sie in Kolumbien, Venezuela und Guayana (Chapparales, Llanos), auf dem Hochplateau Brasiliens (Cerrado), dem östlichen Chaco (Chaco húmedo) Südbrasiliens, Paraguays (Pantanal) und Nordargentiniens (Formosa, Chaco), sowie in Nordostargentinien (Entre Ríos) und Uruguay. 

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Typische Zootiere

Schwarzer und  Roter Brüllaffe, Geoffroy- und Schwarzer Klammeraffe, Gehaubter Kapuzineraffe, Gewöhnlicher und Schwarzkappen-Totenkopfaffe, Weißkopf-Saki, Rotrücken-Bartsaki, Weißbüscheläffchen, Schwarzbüscheläffchen, Rothandtamarin, Schwarzrückentamarin, Lisztäffchen, Schwarzschwanz-Silberäffchen, Mähnenwolf, Waldhund, Weißrüsselbär, Nasenbär, Krabbenwaschbär, Waschbär, Ozelot, Zwergtigerkatze, Kleinfleckkatze, Jaguarundi, Puma, Jaguar, Flachlandtapir, Weißbartpekari, Halsbandpekari, Bunthörnchen, Wild-Meerschweinchen, Rotes Acouchi, Azara-, und Mittelamerikanisches Aguti, Großer und Mittlerer Ameisenbär, Weißborsten-Gürteltier, Weisswedelhirsch

Nandu, Grausteißtinamu, Kuhreiher, Hornwehrvogel, KönigsgeierKleiner Gelbkopfgeier, Rabengeier, Schopfkarakara, Rotfußseriema, SonnensittichTuisittich, Hyazinthara, Gelbbrustara, Blaulatzara, Rotrückenara, Rotbugara, Zwergara, Marakana, Venezuela-Amazone, Blaukappenamazone, Grünwangenamazone, Guirakuckuck, Kanincheneule, Fischer-Tukan, Braunrückentukan, Riesentukan, Kappenblaurabe, Grünhäher.

Schwarzleguan, Goldteju, Abgottschlange, Milchschlange, Hühnerfresser, Schauer-Klapperschlange, Agakröte, Rokokokröte, Hornfrösche, Warziger Makifrosch.

Weitere Tierarten

Maikongfuchs, Pampasfuchs, Krabbenwaschbär, Anden-Skunk (Conepatus chinga), Kleingrison (Galictis cuja), Spießhirsche (Mazama americana, M. gouazoubira).

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Mittelamerikanische Trockenwälder

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Rodungsflächen imTrockenwald, Provinz Guanacaste, Costa Rica © Tiziannok, Wikimedia Commons.

 

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Yucatan-Trockenwald, Shipstern-Reservat, Belize © Caspar Bijlevled, Papiliorama Kerzers

 

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Yucatan-Trockenwald, Shipstern-Reservat, Belize © Caspar Bijleveld, Papiliorama Kerzers

In Mittelamerika bedeckten Trockenwälder ursprünglich 550'000 km². Davon standen Mitte der 1980er Jahre gerade mal 440 km² unter Schutz. Die starke Rodungstätigkeit in den in Privatbesitz befindlichen Trockenwaldgebieten war mit ein Grund für die Schaffung des Guanacaste-Nationalparks in Costa Rica. Charakteristische Bäume sind dort der Guanacaste (Enterolobium cyclocarpum), Pochote (Bombacopsis quinatum), Ameisenbaum (Ceropia peltata), Korallenbaum (Erythrina poeppigiana), Kapokbaum (Ceiba pentandra) und Butterblumenbaum (Cochlospermum vitifolium).

In Belize kommt der trockene Küstenwald mit Seeräuber-Palmen (Pseudophoenix sargentii) auf dem Festland nur in dem vom Papiliorama Kerzers, einem Mitgliedzoo von zooschweiz) betriebenen 110 km² großen Naturschutzgebiet Shipstern vor. Es handelt sich um einen seltenen Vegetationstyp der Yukatan Halbinsel, welcher nur in drei Küstengebieten zwischen Cancún (Mexiko) und Belize vorkommt und zurzeit wegen der Tourismusentwicklung entlang der Küste der Halbinsel stark rückgängig ist.     

Eine weitere Gefährdung ergibt sich durch selektiven Holzschlag, wovon hauptsächlich Árbol de Santa Maria (Calophyllum brasiliense), Ciricote (Cordia dodecandra) und Amerikanischer Mahagoni (Swietenia macrophylla) betroffen sind. Andere bemerkenswerte Baumarten, die in Shipstern vorkommen, sind der Weißgummibaum (Bursera simaruba) und der Yukatan-Elefantenfuß (Beaucarnea pliabilis).

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Llanos und Chapparales

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La Gran Sabana - Llanos und Chapparales von Venezuela © Inti, Wikimedia Commons

Als Chapparales werden die offenen Baumsavannen Kolumbiens und Venezuelas bezeichnet, deren Vegetation jener des Cerrado ähnelt. Sie liegen eingestreut in die Llanos, die während der Regenzeit regelmäßig überschwemmten Grassavannen des Orinoko-Gebiets. Das Klima ist tropisch-halbfeucht mit Jahresmitteltemperaturen zwischen 26 und 28°C und einem Jahresniederschlag von 1'200-1'400 mm. 

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Cerrado

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Vereda de Encosta, MinasGerais © D.A..C. Conrado.

 

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Morro da Baleia beim Chapada dos Veadeiros-Nationalpark, Goiás, Brasilien © L'Astorina, Wikimedia Commons

Der Cerrado liegt etwa 300-600 m.ü.M. mit Tafelbergen, die bis zu 1'600 m hoch sind. Das Klima ist tropisch-halbfeucht mit Jahresmitteltemperaturen zwischen 20 und 27°C und einem Jahresniederschlag von 1'100-2'000 mm. Die locker stehenden, zumeist immergrünen Bäume werden überwiegend 3-5 m hoch. Die Grasnarbe verschwindet während der von Mai bis September dauernden Trockenzeit. Der Cerrado bedeckt 21% der Landfläche Brasiliens und gilt als ein Brennpunkt der Biodiversität, hauptsächlich wegen seiner reichen Pflanzenwelt und der hohen Anzahl endemischer Arten (rund 10'000 Pflanzenarten, 4'400 endemische).

Von den ursprünglich 1'783'169 km² sind allerdings nur noch 20 % intakt und nur 22'000 km², also 1.2 %, stehen unter Schutz. Die Gründung von Brasilia als neue Hauptstadt und die ständige Ausdehnung der Landwirtschaft (Viehwirtschaft, Soja-, Mais und Reisanbau) haben eine Gefährdung zahlreicher der (ohne Fische) 1268 Wirbeltierarten zur Folge, unter denen sich 117 Endemiten befinden.

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Chaco

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Chaco húmedo in Parguay. Bild: Peter T. Clark, veröffentlöicht auf http://parquesnacionalesdelparaguay.blogspot.com

 

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Trockenwald im Chaco Seco, Paraguay. Wikimedia Commons

 

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Palmenhain im Chaco, Prov.Beni, Bolivien © M. Reinschmidt, Loro Parque

 

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Blaulatzaras (Ara glaucogularis) im natürlichen Lebensraum, Chaco, Prov.Beni, Bolivien © M. Reinschmidt, Loro Parque

Der Gran Chaco bedeckt eine riesige Fläche von Bolivien bis in die argentinische Provinz Santa Fé und vom Andenrand bis an die Flüsse Paraguay und Paraná. Sein Klima ist durch extreme Temperaturen gekennzeichnet. Die mittleren Jahrestemperaturen liegen bei 18°C im Süden und 25°C im Norden, im Sommer können aber die Werte bis auf 50°C steigen und im Winter auf -6°C abfallen. Da die Niederschläge von Ost nach West abnehmen, finden sich unterschiedliche Pflanzengesellschaften. So kommen im westlichen Chaco Seco mit Kakteen durchsetzte Dornwälder vor.

Der Chaco Húmedo ist etwas tiefer gelegen als der Chaco Seco und erhält mit 1'000-1'300 mm deutlich mehr Jahresniederschlag als jener. Es handelt sich um eine Savanne mit Quebrachobäumen, darunter der Quebracho blanco, (Aspidosperma quebracho-blanco) und der Quebracho chaqueño (Schinopsis balansae), Urunday (Myracrodruon urundeuva, Sumachgewächse), Trompetenbaum (Tecoma lapacho), Chañar (Geoffroea decorticans). Seit dem 19. Jahrhundert wird hier eine extensive Viehwirtschaft betrieben und seit einigen Jahrzehnten wird das Gebiet zunehmend ackerbaulich genutzt, wobei namentlich riesige Monokulturen mit Soja entstanden.

Am Río Beni in Bolivien und in den tieferen Lagen des Chaco, in relativer Nähe zu Río Paraguay und Río Paraná, gibt es auch Palmensavannen und Palmenhaine bestehend aus Chaco- (Trithrinax campestris) oder Carandapalmen (Copernicia alba), die für den Blaulatzara überlebenswichtig sind.

Die wenigen Flüsse sind zum Teil von Galeriewäldern begleitet und im Paraná-Becken gibt es ausgedehnte Feuchtgebiete, wie das Pantanal von Mato Grosso oder die argentinischen Humedales Chaco.

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Butia-Palmsavannen (Tropen und Subtropen)

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Palmensavanne, Provinz Chuy, Uruguay © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Palmensavanne, Provinz Chuy, Uruguay © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Noch unreife Früchte tragende Geleepalme (Butia capitata ) © Jimmi Butler, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“

Die hauptsächlich aus Yatay- und Geleepalmen (Butia yatay und Butia capitata) bestehenden Palmensavannen von Südbrasilien, Uruguay und Entre Ríos hatten früher eine große Ausdehnung. Zur besseren landwirtschaftlichen Nutzung wurden aber viele Bestände gerodet, oder das weidende Vieh frass alle Schösslinge, sodass die Vermehrung ausblieb. Der größte noch erhaltene Yatay-Wald befindet sich auf einer Fläche von ca. 85 km² im Nationalpark El Palmar in der argentinischen Provinz Entre Ríos.

Die "Southern Cone Mesopotamian Savanna" gehört zu den am wenigsten geschützten Ökoregionen Südamerikas. Nur 0.11% stehen unter Schutz (BAUNI et al. 2013).

Charakterpflanzen: Die Geleepalme wird auch als Nutzpflanze angebaut. Ihre pflaumengroßen Früchte werden entweder roh verzehrt, wobei sowohl Fruchtfleisch als auch Kerne essbar sind, oder das Fruchtfleisch wird zu Gelee oder Marmelade verarbeitet und die Kerne als Viehfutter genutzt.

Tierwelt: Das Südliche Siebenbinden-Gürteltier (Dasypus hybridus) und das Neunbinden-Gürteltier sind die häufigsten Edentaten der Region. Ebenfalls recht häufig sind Weißborsten-Gürteltier und Tamandúa. Das Große Nacktschwanzgürteltier (Cabassous tatouay) und der Große Ameisenbär sind dagegen selten (BAUNI et al. 2013).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

El Palmar-Nationalpark, Argentinien

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Yatay-Palmen (Butia yatai) im Nationalpark El Palmar. Bild: Pablo D. Flores. Gemeinfrei.

 

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Yatay-Palmen (Butia yatay) im Nationalpark el Palmar © Leandro Kibisz, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

 

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Capybaras (Hydrochoerus hydrochaeris) im Nationalpark El Palmar © Leandro Kibisz, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

Naturschutzgebiet seit 1962, Nationalpark seit 1965
Fläche: 8'500 ha
Höhe: < 100 m.ü.M.
Jahresniederschlag: ca.900 mm
Temperatur: Im Sommer im Mittel 20°C, im Winter 10-13°C

Vegetation: Der Nationalpark hat seinen Namen nach der bis 12 m hohen, einzeln stehenden Yatay-Palme (Butia (= Syagrus) yatay), deren Bestände außerhalb des Parks stark geschrumpft sind. Daneben hat es xerophile Baumgruppen. Die ursprügliche Grassavanne verbuscht zusehends, wobei eingeschleppte invasive Arten (z.B. Paternosterbaum und Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea)) mit eine Rolle spielen.

Tierwelt: Jaguar und Puma wurden bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Das Charaktersäugetier ist das Capybara. Ein Problem sind die ausgesetzten Axishirsche und Europäischen Wildschweine, deren Bestände sich trotz Bejagung kaum reduzieren lassen. Ebenfalls ausgesetzt wurden Hirschziegenantilopen und Feldhasen. Ansonsten setzt sich die Säugetierfauna nebst Grauem Spiesshirsch hauptsächlich aus kleineren Arten wie Opossums, Jaguarundi, Kleinfleckkatze, Krabbenwaschbär, Flachland-Viscacha und verschiedenen Gürteltieren zusammen. Die Vogelfauna ist mit 250 Arten bedeutend.

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Einige weitere Nationalparks und Schutzgebiete

Argentinien

  • Chaco-Nationalpark. Seit 1954. 150 km². Chaco húmedo
  • Río-Pilcomayo-Nationalpark. Seit 1951. 519 km². Chaco húmedo

Brasilien

  • Brasília-Nationalpark. Seit 1961. 300 km². Cerrado
  • Cavernas-do-Peruaçu-Nationalpark. Seit 1999. 564 km². Cerrado
  • Chapada-das-Mesas-Nationalpark. Seit 2005. 1'600 km². Cerrado
  • Chapada-dos-Veadeiros-Nationalpark. Seit 2001. 2'360 km². Cerrado
  • Emas-Nationalpark. Seit 1961. 1'319 km². Cerrado
  • Grande-Sertão-Veredas-Nationalpark. Seit 1989. 833 km². Cerrado
  • Serra-da-Bodoquena-Nationalpark. Seit 2000. 764 km². Cerrado
  • Serra-da-Canastra-Nationalpark. Seit 1972. 2'000 km². Cerrado
  • Serra-do-Cipó-Nationalpark. Seit 1984. 310 km². Cerrado

Costa Rica

  • Guanacaste-Nationalpark. Seit 1991, 338 km²
  • Rincón-de-la-Vieja-Volcano-Nationalpark. Seit 1971, 141 km², nur teilwese Trockenwald
  • Santa-Rosa-Nationalpark. Set 1966, 390 km²

Paraguay

  • Paso-Bravo-Nationalpark. Seit 1989. 1'006 km². Cerrado

Venezuela

  • Aguaro-Guariquito-Nationalpark. Seit 1974. 5'857 km². Llanos

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 21:19

Südpolarmeer und Antarktis

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Antarktis und Inseln im Südpolarmeer: (1) Südgeorgien; (2) Südliche Sandwichinseln; (3) Südliche Shetlandinseln; (4) Peter I. Øy; (5) Bouvet-Insel; (6) Heard-Insel; (7) McDonald-Inseln; (8) Maquarie-Insel; (9) Scott-Insel; (10) Balleny-Insel

 

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Königspinguine (Aptenodytes patagonicus), St. Andrews Bay, Südgeorgien © Thomas Kauffels, Opel-Zoo

 

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Königspinguine (Aptenodytes patagonicus), St. Andrews Bay, Südgeorgien © Thomas Kauffels, Opel-Zoo

 

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Königspinguine (Aptenodytes patagonicus), St. Andrews Bay, Südgeorgien © Thomas Kauffels, Opel-Zoo

 

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Zügelpinguine (Pygoscelis antarctisus), Haldmoon Island, Südliche Shetland-Inseln © Thomas Kauffels, Opel-Zoo

 

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Zügelpinguin-Brutkolonie (Pygoscelis antarcticus), Halfmoon Island, Südliche Shetland-Inseln © Thomas Kauffels, Opel-Zoo

Allgemeines

Der Kontinent Antarktis (bzw. Antarktika) ist etwas über 13 Millionen km² groß und damit größer als Europa. Er ist fast völlig von Eis bedeckt, nur etwa 280'000 km² sind eisfrei. Die Eismassen setzen sich als Schelfeis ins umliegende Meer fort. Diese Schelfeiszonen bedecken rund 1 Million km². Die gesamte antarktische Region - Kontinent, Schelf, offenes Meer und Inseln - bis zur antarktischen Konvergenz bei (ungefähr 50° südlicher Breite ist rund 52 Millionen km² groß. Nach anderen, astronomischen oder geografischen Kriterien wird die Grenze der Region weiter südlich, bei 60° bzw. 66°34' gezogen, was aber unter biologischen Gesichtspunkten nicht wirklich von Bedeutung ist.

Der umgangssprachlich Südpolarmeer oder Südliches Eismeer genannte Südliche Ozean erstreckt sich von der Küste der Antarktis bis etwa zum 50. Breitengrad. Er ist bis 5805 m tief. Seine Grenze zu den anschliessenenden Ozeanen wird nicht durch Landmassen gebildet, sondern durch die sogenannte antarktische Konvergenz, d.h. der Meeresbereich, wo kalte, nordwärts fließendes Oberflächenwasser der Antarktis auf das südwärts fließende, wärmere Oberflächenwasser aus Atlantik, Pazifik und Indischem Ozean trifft und wegen seiner höheren Dichte nach unten abgedrängt wird. Im Südlichen Ozean befinden sich die folgenden Inseln und Inselgruppen, die für Robben und Seevögel von großer Bedeutung sind:
    
Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln (Britisches Überseegebiet), Südliche Shetlandinseln (Antarktis-Territorium, von Argentinien, Chile und Großbritannien beansprucht), Peter-der-Erste-Insel (Antarktis-Territorium, von Norwegen beansprucht), Bouvet-Insel (Norwegisches Beiland), Heard- und McDonaldinseln sowie Macquarie-Insel (Australien), Scott-Insel und Balleny-Inseln (Antarktis-Territorien, von Neuseeland beansprucht). Die Falklandinseln liegen außerhalb des Perimeters im südwestlichen Atlantik.

Von der Tierwelt her gesehen sind diesen Inseln verschiedene subantarktische Inseln vergleichbar, so im Indischen Ozean die französischen Überseeterritorien Kerguelen-Archipel und Crozet-Inseln (auf ca. 49º bzw. 47º südlicher Breite) sowie die südafrikanische Prinz-Edward-Inseln (ca. 47º südlicher Breite).

Typische Zootiere

Schwertwal, Königspinguin, Zügelpinguin , Eselspinguin, Südamerikanische KrickenteSpitzschwanzente, Regenbrachvogel.

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Freigegeben in Meere, Inseln, Antarktis
Donnerstag, 14 Juni 2018 21:14

Pazifik

(5.1) Allgemeines
(5.2) Nordpazifik
(5.3) Südostpazifik
(5.4) Südwestpazifik

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PAZ Moorea
Blick auf die Lagune von Moorea, Gesellschaftsinseln. Foto: Robert Preinfalk. Gemeinfrei.

 

PAZ Kiribati
Südlicher Teil des Tarawa-Atolls von Kiribati © Government of Kiribati, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution 3.0 Unported-Lizenz.

 

PAZ Nanaimo
Die Straße von Georgia bei Nanaimo, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PAZ Taiwan
Nordküste von Taiwan © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PAZ Akaroa Fjord NZ
Der Akaroa-Fjord an der Ostküste Neuseelands © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PAZ Palau 70 Islands wilh
Die geschützten Seventy Islands von Palau © Wilhelma (Pressefoto)

 

PAZ Kaikoura NZ Seebaer
Der Neuseeland-Sebär (Arctocephalus forsteri) wurde im 19. Jahrhundert beinahe ausgerottet. Heute gibt es wieder über 100'000 Tiere. Hier ein Exemplar bei Kaikoura auf der Südinsel Neuseelands © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PAZ Kaikoura Buller albatros
Buller-Albatros (Thalassarche bulleri), eine potenziell gefährdete Art mit weniger als 100'000 Erwachsenen Individuen, hier bei Kaikoura auf der Südinsel Neuseelands © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Mit seinen Nebenmeeren bedeckt der Pazifik über ein Drittel der Erdoberfäche, das ist mehr als die Landfläche aller Kontinente und Inseln zusammen. Seine Topographie ist sehr vielgestaltig. Er gibt zahlreichen Tiefseebecken, die durch den in der Längsachse verlaufenden Mittelpazifischen Rücken oder durch Schwellen voneinander getrennt sind, Tiefseegräben, von denen der Marianengraben mit mit 11.034 m den tiefsten Punkt der Erdoberfläche stellt, und den Pazifischen Feuerring, ein an der Peripherie des Ozeans gelegener Gürtel von Vulkanen, von denen viele aktiv sind und immer wieder Erdbeben und Tsnunamis auslösen.

Im Pazifischen Ozean gibt es zahlreiche Inseln,. die teils durch vulkanische Aktivitäten, teils durch Korallen gebildet wurden. Nebst der Inselwelt am Ost- und Südostrand Asiens und Neuguinea, die anderswo behandelt werden, sind dies hauptsächlich die Inselgruppen Melanesiens (z.B. Salomonen, Fidschi), Mikronesiens (z.B. Marianen, Kiribati) und Polynesiens (z.B. Hawaii, Samoa), Neuseeland mit seinen Nebeninseln, Die Osterinsel, Juan Fernandez und der Galápagos-Archipel, sowie zahlreiche Inseln in Küstennähe Nord- und Südamerikas.

Viele Koralleninseln im pazifischen Raum sind sehr flach und werden als Folge des Klimawandels in absehbarer Zeit von der Landkarte verschwinden. Im Falle Kiribatis z.B., wo bereits zwei unbewohnte Atolle überflutet wurden, befindet sich ein großer Teil des Landes weniger als zwei Meter über dem Meeresspiegel. Eine besondere Gefahr für Meerestiere, insbesondere im Bereich des Nordpazifikwirbels, stellt der Plastikmüll dar. Robben und Delfine verfangen sich in Plastiknetzen. Plastiksäcke werden von Meeresschildkröten mit Quallen verwechselt und gefressen, auch Seevögel nehmen größere Plastikstücke auf oder verfüttern sie an ihre Jungen. Zivilisationsabfälle aus Plastik werden relativ rasch zu Körnchen von 3-5 mm Durchmesser abgebaut und dann von Fischen anstelle von Plankton aufgenommen.

Zootiere aus dem pazifischen Raum eignen sich daher besonders dafür, auf den Klimawandel aufmerksam zu machen und die Besucher für einen verantwortungs-bewussten Umgang mit Plastikmaterialien und mit Müll zu motivieren.

Typische Zootiere

Großer Tümmler, Schwertwal, Südamerikanischer Seebär, Nördlicher Seebär, Mähnenrobbe, Kalifornischer Seelöwe, Seehund, Walross. Felsenpinguin, Zwergpinguin, Humboldtpinguin, Magellanpinguin, Chilepelikan, Hawaii- oder Nenegans, Laysanente, Graumöwe, Inkaseeschwalbe. Jungferngecko, Fidschileguan, Wickelschwanzskink, Bismarck-Ringpython.

In den wärmeren Zonen kommen u.a. folgende Fische und Wirbellose vor:

Grauer Riffhai, Schwarzspitzen-Riffhai, Korallenkatzenhai, Hammerhai, Leopardenhai, Hornhai, Zebrahai, Sandtigerhai, Kalifornischer Schwellhai, Gefleckter Adlerrochen, Gitarrenrochen, Gitarrenrochen, Ohrfleck-Röhrenaal, Pracht-Röhrenaal, Gelbkopfmuräne. Laternenträger, Pazifik-Trompetenfisch, Doppelenden-Nadelpferdchen, Partnergrundeln, Sandgrundeln, Felsenbarsche, Tentakeldrachenkopf, Steinfisch, Teufelsfisch, Schaukelfisch, Feuerfische, Zwergfeuerfische, Seegras-Feilenfisch, Doktorfische, Segelflossen-Doktorfische Anemonenfische, Demoisellen, Schwalbenschwänzchen, Pinzettfische, Eigentliche Kaiserfische, Fledermausfische, Pracht-Lippfische, Putzer-Lippfische, Harlekin-Zahnlippfisch, Vogel-Lippfische. Schirmquallen - Pelagiidae, Linkshänder-Einsiedlerkrebse, Halloweenkrabben, Fangschreckenkrebse, Tanzgarnelen, Weichkorallen - Alcyoniidae, Steinkorallen - Euphyllidae, Seeanemonen - Actiniidae.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 21:06

Indischer Ozean

(3) Allgemeines
(3.1) Inseln vor der Ostafrikanischen Küste
(3.2) Madagaskar
(3.3) Maskarenen
(3.4) Seychellen
(3.5) Malediven

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Allgemeines

Der Indische Ozean ist der drittgrößte Ozean der Erde. Er ist bis zu 8'047 m tief und liegt im Gegensatz zu Atlantik und Pazifik hauptsächlich auf der Südhalbkugel. Nebst der indonesischen Inselwelt und Sri Lanka, die unter Lebensräume in Süd- und Südostasien vorgestellt werden, ist Madagaskar die wichtigste Insel im Indischen Ozean. Eigenständige Inselgruppen sind Sansibar, Sokotra, die Komoren, die Seychellen, die Maskarenen, der Chagos-Archipel, die Malediven, die Andamanen und Nikobaren sowie die Lakkadiven und Amindiven.

Madagaskar zusammen mit den Komoren, Seychellen und Maskarenen gilt als Brennpunkt der Biodiversität. Von 12'000 hier vorkommenden Gefäßpflanzen sind 9'704, also über drei Viertel, endemisch, von 359 Vogelarten deren 199, von 112 Säugetierarten 84, von 327 Reptilienarten 301 und von den 189 Amphibienarten gar 187 (MITTERMEIER et al., 1999).

Eine Gefahr für die Biodiversität, die im indischen Ozean besonders ausgeprägt ist, ist die seit den 1970er-Jahren bekannte und seither zunehmend auftretende „Korallenbleiche“, ein Ausbleichen der Korallenstöcke. Die Korallenbleiche wird dadurch verursacht, dass die Nesseltiere die mit ihnen in Symbiose lebenden Zooxanthellen (Algen) abstoßen. Der Grund für die Abstoßung liegt darin, dass bei einer Erhöhung der Wassertemperatur die Zooxanthellen anfangen Giftstoffe zu produzieren, welche die Nesseltiere schädigen würden. Aber ohne ihre Symbionten, die sie normalerweise durch Photosynthese mit Energie versorgen, sind die Nesseltiere längerfristig auch nicht überlebensfähig. Sie sterben ab und mit ihnen geht das ganze Oekosystem Korallenriff zugrunde. Im Gebiet der Malediven bleichten 1988, während des „El Niño“-Phänomens in der Nähe der Wasseroberfläche 98 % der Korallenstöcke. Als Folge der globalen Erwärmung ist damit zu rechnen, dass Häufigkeit und Ausdehnung der Korallenbleiche weiter zunehmen wird.

Auch die Biodiversität der Inselwelt ist gefährdet, namentlich durch das massive Wachstum der menschlichen Bevölkerung sowie durch invasive Arten. Von den 594'221 km² des "hotspots" sind nur knapp 10 % noch einigermaßen intakt. Unter Schutz stehen aber nur gerade 11'546 km².

Zoos halten zahlreiche Tierarten aus dieser Region, die eine wichtige Botschafter-Rolle einnehmen können. Hinsichtlich Inselfaunen wird diese Funktion wohl am ausgeprägtesten im Zoo Zürich wahrgenommen, der mit seinem 1.1 ha großen Masoala-Regenwald eine eigentliche Botschaft eingerichtet hat.

Typische Zootiere

Im Ozean: Großer TümmlerSchwertwal, Südafrikanischer Seebär. Brillenpinguin .
Arabischer Bambushai (Chiloscyllium arabicum), Korallenkatzenhai (Atelomycterus marmoratus), Pracht-Röhrenaal (Gorgasia preclara), Netzmuräne (Gymnothorax favagineus), Zebraschnauzen-Seepferdchen (Hippocampus barbouri), Gebänderte Fetzenseenadel (Haliichthys taeniophorus), Grosser Fetzenfisch (Phycodurus (Phyllopteryx ) eques), Feuerfische (Dendrochirus, Pterois), Tentakeldrachenkopf (Rhinopias frondosa), Steinfisch (Synanceia verrucosa), Gelbrücken-Füsilier (Caesio teres), Falterfische (Chaetodontidae), Langflossen-Fledermausfisch (Platax teira), Kaiserfische (Pomacanthus spp.), Riffbarsche (Pomacentridae), Paddelbarsch (Cromileptes altivelis), Barrakudas (Sphyraenidae), Igel- (Diodontidae), Drücker- (Balistidae), Doktor- und andere Korallenfische (Acanthuridae etc.). Ferner Krebse (Putzerganele, Tanzgarnele), Seeanemonen (Blasenanemone, Scheibenanemone), Steinkorallen (Scleractinia), Mangrovenqualle (Cassiopeia andromeda), Gewöhnlicher Krake (Octopus vulgaris), Perlboot (Nautilus pompilius), Riesenmuscheln (Tridacna spp.), Seesterne, Spiralröhrenwurm (Spirobranchus giganteus)

Auf den Inseln: Komoren- und Rodriguezflughund (Pteropus livingstonii, P.rodricensis ), Goodman-Mausmaki (Microcebus lehilahytsara), Alaotra-Halbmaki (Hapalemur alaotrensis), Makis (Lemur, Eulemur), Varis (Varecia spp.), Tankreks (Tenrecidae), Fossa (Cryptoprocta ferox), Schmalstreifenmungo (Mungotictis decemlineata), Küstenreiher (Egretta gularis), Hammerkopf (Scopus umbretta), Witwenpfeifgans (Dendrocygna viduata), Bernierente (Anas bernieri), Höckerglanzgans (Sarkidiornis melanotos), Harlekinwachtel (Coturnix delegorguei ), Madagaskar-Turteltaube (Streptopelia picturata), Afrikanisches Blätterhühnchen (Actophilornis africana), Blaukopferdracke (Atelornis pittoides), Madagaskar-Fluchtvogel (Hypsipetes madagascariensis), Madagaskarweber (Foudia madagascariensis), Strahlenschildkröte (Geochelone radiata), Aldabra-Riesenschildkröte (Geochelone gigantea), Pantherchamäleon (Furcifer pardalis), Taggeckos (Phelsuma spp.), Breitschwanz-Ringelschildechse (Zonosaurus laticaudatus), Madagaskarleguane (Oplurus spp.), Madagaskarboa (Acrantophis madagascariensis), Madagaskar-Hundskopfboa (Sanzinia madagascariensis), Nilkrokodil (Crocodylus niloticus), Goldfröschchen (Mantella aurantiaca), Gelbpunktriedfrosch (Heterixalus alboguttatus), Tomatenfrösche (Dyscophus spp.)

Literatur und Internetquellen

EICHLER, D. (1997)
KING, D. (1996)
MITTERMEIER, R.A., MYERS, N. & GOETTSCH-MITTERMEIER, C. (1999)

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Donnerstag, 14 Juni 2018 20:54

Atlantik

(2.0) Allgemeines

(2.1) Nordatlantik
(2.1.3) Kanarische Inseln

(2.1.4) Kapverdische Inseln

(2,2) Südatlantik
(2.2.1) Südostatlantik
(2.2.1.1) Benguelastrom
(2.2.2) Südwestatlantik

(2.2.2.1) Argentinisches Becken
(2.2.3) Sankt Helena, Tristan und Ascension
(2.2.4) Falklandinseln

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Sandstrand auf Fuerteventura, Kanarische Inseln © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Atlantikküste bei Lüderitz, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Mittagsblumen, Rozel Bay, Jersey © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Silberreiher (Casmerodius albus) auf Sal © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Magellangans-Paar (Chloephaga picta) mit Jungen auf Falkland © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

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Schopfenten-Paar (Anas (=Lophonetta) specularioides) auf Falkland © Thomas Kauffels, Opelz-Zoo Kronberg

 

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Magellanpinguin (Spheniscus magellanicus) auf Falkland © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

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Schwarzer Austernfischer (Haematopus moquini) am Strand von Rochers Pan, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Der Atlantik ist nach dem Pazifik der zweitgrößte Ozean. An seiner tiefsten Stelle erreicht er 9219 m. Zu ihm gehören verschiedene Nebenmeere.

Die Tierwelt des Atlantischen Ozeans und seiner Nebenmeere ist durch Überfischung gefährdet. Zwar gibt es einen Internationaler Rat für Meeresforschung, der Empfehlungen zum Fischfang abgibt. Aber die von der Europäischen Union festgelegten Fangquoten liegen mit schöner Regelmäßigkeit über diesen Empfehlungen - und die Auswirkungen auf die Fischbestände sind entsprechend. Tiefseebohrungen nach Öl (man denke an die Folgen der Explosion der Ölbohrinsel “Deepwater Horizon” im Golf von Mexiko im Jahr 2010), Plastikmüll, Havarien von Tankern und anderen Transportschiffen, wie der Amoco Cadíz mit 220'000 Fass Rohöl (1978) oder der Atlantic Empress mit 287.000 Tonnen Rohöl (1979), und Verklappung von Abfällen sind weitere Gefahren.

Nordsee und Ostsee liegen vor unserer Haustür und es ist daher ein Anliegen vielerZoos, auf die Gefährdung der Meeresumwelt aufmerksam zu machen.

Typische Zootiere

Großer Tümmler, Schwertwal, Südamerikanischer Seebär,Südafrikanischer Seebär, Mähnenrobbe, Seehund, Kegelrobbe. Königs-, Esels- , Zügel- , Nördlicher und Südlicher Felsenpinguin, Brillen- und Magellanpinguin, Kormoran, Meerespelikan, Chilepelikan , Rosapelikan, Basstölpel, Rosaflamingo, Schwarzhalsschwan , Ringelgans, Nonnengans, Bahamaente , Zimtente, Spitzschwanzente, Fuchs-Löffelente, Chile-Pfeifente, Schopfente, Eiderente, Brandgans), Magellan-, Graukopf-, Rotkopfgans, Falkland-Dampfschiffente, Langflügel-Dampfschiffente, Schopfkarakara, Falkland-Karakara, Austernfischer, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, Rotschenkel, Kampfläufer, Sandregenpfeifer, Kiebitz, Küstenseeschwalbe, Sturmmöwe, Papageitaucher, Rotspiegelamazone, Jamaika-Amazone

Atlantischer Ammenhai, Kleingefleckter Katzenhai, Schaufelnasen-Hammerhai, Adlerrochen, Kuhnasenrochen, Marmorrochen, Waxdick, Sterlet, Europäischer Stör, Maifisch, Pollack, KöhlerSteinköhler, Langschnauzen-Seepferdchen, Grosse Seenadel, Europäische Meersau, Seehase, Wimpel-Ritterfisch, Meeräschen, Goldstrieme, Gold-, Rot-, und Geissbrassen, Wolfsbarsch, Brauner Zackenbarsch, Barrakudas (Sphyraenidae), Steinbutt, Igel- (Diodontidae), Drücker- (Balistidae), Doktor- und andere Korallenfische (Acanthuridae etc.). Ferner Krebse wie Languste, Hummer, Europäische Sägegarnelen, Tropische Sägegarnelen, Atlantik-Seespinnen oder Gemeiner Einsiedlerkrebs, Seeanemonen (Wachsrose, Seedahlien, Seenelke), Zylinderrosen, Feuer-, Ohren- und Spiegeleiqualle, Meerwalnuss, Gewöhnlicher Tintenfisch, Gewöhnlicher Krake, Seesterne und Seeigel, Rote Seescheide, Schraubensabelle, Spiralröhrenwurm.

Literatur und Internetquellen

AUSTIN, J.J., SOUBRIER, J., OREVISTI, F.J., PRATES, L., TREJO, V., MENA, F. & COOPER, A. (2013)
BERGMANN, H.-H. & ENGLÄNDER, W. (1995)   
BUELER, L. E. (1974)
DORST, J. (1968)
JANKE, K. & KREMER, B. P. (2003)
LANGE, D. & WÄCHTER, M. (1999)
MITTERMEIER, R.A., MYERS, N. & GOETTSCH-MITTERMEIER, C. (1999)
MUUS, B. J. & NIELSEN, J. G. (2013)
NÖLLENHEIDT, A., BOLTE, C. & KALSCHEUR, R. (2007)
OSANG, R. et al. (1999)
THEODOR, J. (1964)
DOCUMENT D'OBJECTIFS NATURA 2000 - Site "la côte d'Hyères et son archipel" (Île de Port-Cros)
BIRDLIFE Data Zone: Falkland Islands

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oder 
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Donnerstag, 14 Juni 2018 22:14

Nordpolarmeer

(1.0) Allgemeines
(1.1) Spitzbergen / Svalbard

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Bartrobbe (Erignathus barbatus) auf Eisscholle vor Spitzbergen © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

ARC larus hyperboreus packeis TKauffels
Eismöwe (Larus hyperboreus) auf Packeis © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

ARC walroesser packeis TKauffels
Atlantische Walrosse (O. r. rosmarus) auf Packeis vor Spitzbergen © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

ARC eisbaer packeis TKauffels
Eisbär (Ursus maritimus) auf Packeis vor Spitzbergen © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

ARC rissa tridactyla krossfjorden TKauffels
Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla auf Eisscholle im Krossfjord, NW-Spitzbergen © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

Allgemeines

Der umgangssprachlich Nordpolarmeer oder Nördliches Eismeer genannte Arktische Ozean wird hauptsächlich durch die Nordküsten Eurasiens, Nordamerikas, Islands und Grönlands begrenzt. Über die Beringstrasse ist er mit dem Pazifischen Ozean verbunden, mit dem Atlantik hauptsächlich durch eine etwa 1.500 km breite Übergangszone zum Europäischen Nordmeer zwischen Grönland und Norwegen. Mit rund 14 Millionen km² ist er der kleinste Ozean. Er ist bis 5'607 m tief und großflächig von Eis bedeckt. Seine wichtigsten Süßwasser-Zuflüsse sind Ob, Jenissei, Lena und Kolyma in Russland, der Yukon River in Alaska und der kanadische Mackenzie River.

Nebst Grönland und Island liegen die folgenden Inseln und Inselgruppen im Nordpolarmeer: Der zwischen dem nordamerikanischen Festland und Grönland gelegene kanadisch-arktische Archipel mit über 36'000 Inseln und Inselchen, deren größte Baffin, Victoria, Ellesmere und Banks Island sind, Spitzbergen (Norwegen), der 1873 von einer österreichischen Polarexpedition erstmals dokumentierte und heute im Tiergarten Schönbrunn thematisierte Archipel Franz-Josef-Land, der seit 1926 sowjetisches bzw. russisches Hohheitsgebiet ist, sowie die ebenfalls russischen Inseln und Inselgruppen Kolgujew, Nowaja Semlja, Sewernaja Semlja, Neusibirische Inseln und die Wrangelinsel, wo bis etwa ins Jahr 1500 vor unserer Zeitrechung ein 1,80 m kleines Zwergmammut überlebt hatte.

Robben und Wale

Nebst dem Walross kommen sieben Hundsrobbenarten im Nordpolarmeer vor. Acht Arten nordatlantische bzw, nordpazifische Bartenwale sowie der Pottwal und einige weitere Zahnwale dringen mehr oder weniger weit in die Arktis vor. Typisch sind Schwert-, Weiß- und Narwal (Monodon monoceros) sowie der Weißschnauzendelfin (Lagenorhynchus albirostris).

Typische Zootiere

Walross, Schwertwal, Weißwal, Seehase (Cyclopterus lumpus - Barentssee), Für Landsäuger und Vögel siehe Lebensräume in Eurasien: Polareis / Tundra sowie Spitzbergen / Svalbard

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