Mittwoch, 31 August 2022 07:47

Gebirge (2): Mittelgebirge in Zentraleuropa

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 Allgemeines

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Die Gorges du Tarn in den Cévennen, einem Teil des französischen Zentralmassivs © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Blick vom Creux-du-Van (ca. 1'250 m.ü.M.), Neuenburger Jura © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Natürlicher Fichtenwald, Col du Marchairuz, 1'400 m.ü.M. Waadtländer Jura © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Zerklüftete Felsformationen im Elbsandsteingebirge © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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"Waldsterben" auf dem 1'012 m hohen Ještěd im tschechischen Jeschkengebirge, 1991 © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Mittelgebirge Waldsterben Jested 1991 2
"Waldsterben" auf dem 1'012 m hohen Ještěd im tschechischen Jeschkengebirge, 1991 © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Angesiedeltes Alpensteinwild (Capra ibex) bei Le Soliat (ca. 1'380 m.ü.M.) im Neuenburger Jura © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Wölfin (Canis lupus) in Gehege im JuraParc Mont d'Orzeires bei Vallorbe (ca. 1'030 m.ü.M.) im Waadtländer Jura © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Mittelgebirge haben in unserem Gebiet eine Höhe bis zu etwa 1'800 m. Sie sind nicht vergletschert und meistens bis in die höchsten Lagen bewaldet. Im deutschen Sprachraum gehören dazu alle Gebirge mit Ausnahme der Alpen, wie Bayerischer Wald, Böhmerwald, Eifel, Elbsandsteingebirge, Elstergebirge, Erzgebirge, Fichtelgebirge, Fränkische Alb, Harz, Hunsrück, Hoher Meissner, Knüll, Pfälzer Wald, Odenwald, Rhön, Rothaargebirge, Schwäbische Alb, Schwarzwald, Sudeten, Taunus, Thüringer Schiefergebirge, Thüringer Wald, Vogelsberg, Zittauer Gebirge. Auch die Ardennen, die Vogesen, das Massif Central und der Jura sind Mittelgebirge.

Vegetation

Bis etwa 1'000 m.ü.M. stehen Buchenwälder, ab 700 m.ü.M. auch Tannen-Rotbuchenwälder und natürliche Fichtenwälder. In vielen Mittelgebirgen wurden die natürlichen Wälder durch Fichtenforste ersetzt. Diese Monokulturen sind besonders anfällig für das sogenannte "Waldsterben", das in den 1980er Jahren eines der bedeutendsten Umweltthemen war. Als Hauptursache für die Waldschäden, die sich in Schäden am Wurzelsystem und Nadelverlust bzw. bei Laubbäumen in Auflichtungen des Kronenbereichs manifestieren, wurde Luftverschmutzung durch Schadstoffe aus Industrie und Bergbau und dadurch verursachter saurer Regen festgemacht. Geschädigte Bäume sind auch anfälliger für Schädlinge wie Borkenkäfer, von denen der Buchdrucker (Ips typographus) der wichtigste ist. Einige der dem Wald zusetzenden Schadfaktoren wurden seit den 1980er Jahren eliminiert oder verringert. Als Folge von durch den Klimawandel bedingter Erwärmung und zunehmender Trockenheit, was namentlich den Rotbuchen zu schaffen macht, sowie häufiger auftretenden Stürmen, leidet der Wald aber weiterhin. Besonders stark betroffen sind z.B. Harz, Riesengebirge, Erzgebirge, Jeschkengebirge, Thüringer Wald und Sächsische Schweiz.

Tierwelt

Das Säugetierspektrum ist ähnlich dem der Alpen. Ausgesprochene Hochgebirgstiere, wie Schneemaus, Schneehase, Alpensteinbock und Alpenmurmeltier fehlen, außer an einzelnen Stellen, wo die beiden letzteren angesiedelt wurden. Die Wildkatze ist in den Mittelgebirgen weit verbreitet. Die bisweilen "Juraviper" genannte Aspisviper kommt im Süden und Westen noch an vielen Stellen vor. Die Kreuzotter hat dagegen ihre Hauptverbreitung im Norden und Osten. Wo beide Arten vorkommen, bevorzugt die Kreuzotter die höheren Lagen. Alpengemse und Eurasischer Luchs waren in den Mittelgebirgen in der Regel ausgerottet, wurden aber mit Erfolg wiederangesiedelt. Wölfe  werden namentlich in Frankreich wieder festgestellt, der im 19. Jahrhundert ausgerottete Braunbär fehlt noch. Das Massif Central ist ein Schwerpunkt für den Gänsegeier, auch Schmutzgeier nisten hier. Stellenweise wurden Sikahirsch und Mufflon angesiedelt, wobei es heute teilweise Bestrebungen gibt, diese gebietsfremden Arten wieder zu eliminieren.

Typische Zootiere

Wolf, Rotfuchs, Steinmarder, Baummarder, Hermelin, Iltis, Dachs, Fischotter, Europäische Wildkatze, Eurasischer Luchs, Wildschwein, Rothirsch, Reh, Gemse, Eichhörnchen, Siebenschläfer, Gartenschläfer.

Haselhuhn, Auerhuhn, Wachtel, Gänsegeier, Schmutzgeier, Schwarzmilan, Wespenbussard, Mäusebussard, Wanderfalke, Turmfalke, Ringeltaube, Sperlingskauz, Uhu, Waldkauz, Waldohreule, Raufusskauz, Schwarzspecht, Feldlerche, Wasseramsel, Rotkehlchen, Sommergoldhähnchen, Hausrotschwanz, Amsel, Mönchsgrasmücke, Mauerläufer, Kleiber, Kolkrabe, Aaskrähe, Eichelhäher, Tannenhäher, Elster, Star, Haussperling, Erlenzeisig, Grünfink, Buchfink, Stieglitz, Fichtenkreuzschnabel, Gimpel, Goldammer.

Mauereidechse, Zauneidechse, Smaragdeidechse, Aspisviper, Kreuzotter, Erdkröte, Grasfrosch, Feuersalamander, Bergmolch.

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Jura

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Die erste Jurakette vom Naturschutzgebiet Chrümmi im Berner Seeland aus gesehen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Grat und Gipfel (1'606 m. ü. M.) des Chasseral im Berner Jura © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Blick auf den durch die Combe Grède zerschnittenen Petit Chasseral (1'530 m. ü. M.), das Dorf Villeret und den Mont Soleil (1'291 m. ü. M.) mit seiner Windkraftanlage im Berner Jura © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Blick vom oberen Rand des Creux-du-Van (ca. 1'450 m.ü.M.), Neuenburger Jura © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Teil der Steilwand des Creux-du-Van im Neuenburger Jura © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die Schlucht der Areuse im Neuenburger Jura wird durch einen Wanderweg erschlossen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Im seit 1932 bestehenden Naturschutzgebiet Combe-Grède an der Nordseite des Chasseral im Berner Jura © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der vom Doubs durchflossene Lac des Brenets (80 ha, 750 m. ü. M.) bildet die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Fichtenwälder stellenweise bis in die Gipfelregion, hier bei der Métairie de Dombresson (Kt. Neuenburg) auf ca. 1'550 m. ü. M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Von Buchen dominierter herbstlicher Laubwald bei Prés sur Lignières (Kt. Neuenburg) auf ca. 900 m. ü. M., darüber Fichtenwald. Auf der Wiese Spiegelschafe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 02 Jura Le Soliat PD2
Angesiedeltes Alpensteinwild (Capra ibex) bei Le Soliat (ca. 1'380 m.ü.M.) im Neuenburger Jura © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Jura im engeren Sinn verläuft parallel zu den Alpen. Er liegt nordwestlich des Schweizer Mittellandes, teils auf schweizerischem, teils auf französischem Staatsgebiet. Im Süden wird er von der Rhone, im Norden vom Rhein begrenzt. Er besteht überwiegend aus Kalkgestein, ferner aus Mergel- und Tonschichten. Er ist im Wesentlichen ein Faltengebirge, im Norden, in den Kantonen Aargau, Basel-Land und Jura sowie im angrenzenden Frankreich, gibt es aber einen ungefalteten Teil, den Tafeljura, der sich in  geologisch gleich aufgebauten Mittelgebirgen in Schaffhausen (Randen) und Deutschland (Klettgau, Schwäbische und Fränkische Alb) fortsetzt. Der Tafeljura ist reich an Fossilien (Muschelkalk, Dinosaurier).

Der Höchste Gipfel ist mit 1'720 m. ü. M. der Crêt de la Neige, der in der Nähe von Genf auf französischem Staatsgebiet (Département Ain) liegt. Der höchste Gipfel in der Schweiz ist der 1679 m hohe Mont Tendre im Kanton Waadt.

In Mittelgebirgen gibt es Kare (französisch cirques), d. h. kesselförmige, von steilen Felswänden begrenzte Eintiefungen an den Bergflanken, die von  kurzen Gletschern ausgeschürft worden sind. Einer der bekanntesten Kessel im Schweizer Jura ist der Creux du Van im Val de Travers. Dieser ist wahrscheinlich während der letzten Eiszeit entstanden. Er ist etwa 1'200 m breit und 500 m tief. Seine rund 160 m senkrecht abfallen Felswände ind insgesamt etwa 4 km lang.

Andere, für Kalkgebirge typische Formationen sind Höhlen und  Dolinen, die durch die Lösung von verkarstungsfähigem Gestein, und enge Schluchten, die durch mechanische Erosion enstanden sind. Der Französische Jura ist eines der höhlenreichsten Gebiete Europas. Bislang sind über 5'000 kleinere und größere Höhlen erforscht, das längste System weist eine Länge von über 40 km auf. Im Schweizer Jura ist namentlich die touristisch erschlossene Feengrotte von Vallorbe bekannt, ein gegen 3 km langes System von Tropfsteinhöhle und Gängen, aus dem die Orbe entspringt. Wegen des wasserdurchläßigen Untergrunds ist das Gewässernetz des Juras bescheiden. Es gibt nur wenige natürliche Seen, der größte in der Schweiz ist der Lac de Joux mit 9.6 km², der größte in Frankreich der Lac de Saint-point mit 5.2 km² Fläche. Der bedeutendste Fluss ist der Doubs mit 453 km Länge. Im Zuge der Auffaltung des Juras haben manche Flüße enge Durchbruchstäler, sogenannte Klusen gebildet. Wohl die schönste dieser Schluchten ist die Gorge de l'Areuse (ca. 450-720 m. ü. M.) im Neuenburger Jura. Die Areuse stürzt im Bereich der langgezogenen Schlucht über mehrere Wasserfälle 270 Meter in die Tiefe.

Tierwelt

Der letzte Braunbär im Schweizer Jura wurde 1855 erlegt. Der Luchs wurde hier vermutlich bereits im 18. Jahrhundert ausgerottet, im französischen Jura gab es noch Sichtungen bis um 1870. Von 1972-1975 wurden offiziell 2 Paare und vermutlich 6 weitere Tiere illegal angesiedelt. Heute (2022) liegt der Gesamtbestand im schweizerischen und französischen Jura bei ca. 140 Individuen. Im Gegensatz zum Luchs war die Wildkatze im Jura nie ausgestorben. Aus der Schweiz war sie allerdings um 1960 weitgehend verschwunden. Ihre erneute Ausbreitung wurde gefördert durch die Ansiedlung von Wildfängen aus dem Burgund und von Nachzuchten aus schweizerischen Tierparks. Der Rothirsch wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts im Jura ausgerottet. Aus der Alpenpopulation wanderten ab dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts immer wieder einzelne Tiere ein. Verstärkt war dies ab etwa 2006 der Fall. Gebietsweise ist seitdem eine exponentielle Zunahme der Bestände zu beobachten, was dazu führte, dass 8 Schweizer Kantone und 3 französische Departemente zusammen mit Jagdverbänden ein Interreg-Projekt ins Leben riefen, das darauf abzielt, Bestandsentwicklung, Wanderungen und Waldschäden zu beobachten und Grundlagen für die Bewirtschaftung der Art zu liefern. Die Gemse verschwand während des Neolithikums, eventuell der Bronzezeit. 1950-62 wurden insgesamt 84 in den  Alpen gefangene Gemsen freigelassen, heute ist die Art wieder flächendeckend vorhanden und wird bejagt. 1965 wurden am Creux du Van 17 der bereits in der Altsteinzeit aus dem Jura verschwundenen Steinböcke angesiedelt. Die Kolonie konnte sich halten, hat sich aber nicht ausgedehnt. Der Bestand der wiederholt, hauptsächlich ab Ende der 1960er-Jahre ausgewilderten Alpenmurmeltiere stagnierte bis zur Jahrtausendwende. Danach nahm er zu, und das Artareal reicht heute vom Chasseral im Berner bis zum Noirmont im Waadtländer Jura.

Das Areal des Auerhuhns ist seit den 1970er-Jahre im Jura um mehr als die Hälfte geschrumpft. Im nördlichen und zentralen Jura ist die Art praktisch verschwunden. Das Birkhuhn ist seit etwa einem halben Jahrhundert ausgestorben. Das Haselhuhn hatte im Nordosten Arealverluste zu verzeichen, ist aber vom Chasseral Richtung Süden in geeigneten Wälder noch fast überall vorhanden. In ackerbaulich genutztem Gelände zwischen 400-1'200 m Höhe ist die Wachtel noch weit verbreitet. Der vielfältig strukturierte Nadelholzbestände bewohnende Sperlingskauz konnte sein Areal im Süden des Juras seit den 1990er-Jahren nach Norden und auch in tiefere Lagen ausdehnen. Dagegen zeichnet sich beim im Kettenjura noch weitverbreiteten Raufusskauz ein Rückgang ab. Sehr erfolgreich war ein 1972 begonnenes Wiederansiedlungsprogramm für den Uhu, der heute wieder den größten Teil des Juras besiedelt. Der um die Mitte des 19. Jahrhunderts regional ausgestorbene Steinadler wanderte spontan ein. 1994 wurde die erste Brut im französischen, 2009 im Solothurner, 2014 im Berner und 2020 im Neuenburger Jura verzeichnet, und die Population wächst ist im ganzen Kettenjura kontinuierlich. 2021 wurde erstmals ein Steinadler von einer Windturbine getötet, was NGOs veranlasste ein Moratorium für den Bau von Windkraftanlagen in sensiblen Regionen zu fordern.

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Schwarzwald

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Der mittlere Schwarzwald vom Schliffkopf aus © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Abgestorbene Fichten (Picea abies) an der Schwarzwaldhochstraße auf ca. 950 m.ü.M.) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Alte Fichte (Picea abies) beim Nationalparkzentrum Ruhestein auf ca. 900 m. ü. M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Von Legföhren oder Latschenkiefern (Pinus mugo ssp. mugo) überwachsene Grinde beim Schliffkopf auf ca. 1'000 m Höhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Grinde mit Beerenstrauch-Vegetation beim Schliffkopf auf ca. 1'000 m Höhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Mummelsee, ein Karsee auf 1'028 m Höhe, im Hintergrund die Hornisgrinde mit Aussischtsturm und Sendemast © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Titisee (845 m. ü. M.) ist der Gletscherendsee des Feldberggletschers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der aufgestaute, 5 ha große Säckinger Bergsee (382 m. ü. M.), rechts dahinter der Eggberg (709 m. ü. M.) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Buchenmischwald im Wildgehege Waldshut-Tiengen (ca. 530 m. ü. M.) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Fichtenforst im Wildgehege Bad Säckingen (ca. 400 m. ü. M.) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Jährlich werden im Schwarzwald rund 600 Alpengemsen (Rupicapra rupicapra) erlegt. Hier Trophäen in einem Hotel am Titisee © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Schwarzwald ist Deutschlands höchstes und umfangreichstes Mittelgebirge.  Er entstand ab dem Eozän, also vor rund 50 Millionen Jahren, als Folge der Absenkung des Oberrheingrabens und der damit verbundenen Aufwölbung der Grabenschultern. Er besteht aus einem kristallinen Grundgebirge (Gneise, Granit), das teilweise von einer Deckschicht aus Buntsandstein überlagert wird. Während der beiden letzten Eiszeiten war er stark vergletschert. Relikte dieser Vergletscherung sind einige Karseen wie z.B. der Mummelsee. Der Schwarzwald erstreckt sich entlang des Oberrheins vom Hochrhein, also der Grenze zur Schweiz, bis in die Gegend von Karlsruhe über eine Distanz von etwa 160 km. Er bedeckt eine Fläche von rund 6'000 km² und grenzt Im Osten an die aus Muschelkalk bestehenden Landschaften von Gäu, Baar und Klettgau.

Wie bei seinem linksrheinischen Gegenstück, den Vogesen, befinden sich die höchsten Erhebungen des Schwarzwalds dem Rhein zugewandt im Süden. Es sind dies der Feldberg (1'493 m. ü. M.), das Herzogenhorn (1’416 m. ü. M.) und der Belchen (1’414 m. ü. M.). Der höchste Berg im mittleren Schwarzwald ist der Kandel (1'241 m. ü. M.) bei Waldkirch, im Nordschwarzwald die Hornisgrinde (1'164 m. ü. M.) in der Ortenau.

Weil die relativ weiche Deckschicht aus Buntsandstein im Norden mächtiger ist, bildeten die Gletscher dort viel mehr Kare als im Süden. Am Ende der letzten Eiszeit gab es mi Nordschwarzwald 129 Kare, im Südschwarzwald nur deren 20. Heute verbeiben noch 9 Karseen im Nord- und 3 im Südschwarzwald. Der bekannteste im Norden ist der 3.7 ha große und 18 m tiefe Mummelsee, der größte natürliche Schwarzwaldsee ist der im Süden gelegene Titisee mit einer Fläche von 107 ha und einer Tiefe bis 39 m. Dieser wird an Fläche übertroffen durch den Schluchsee, einen Aufstau der Schwarza von 517 ha. Die längsten Fließgewässer (>90 km) sind die Enz, ein Nebenfluss des Neckars, Kinzig, Elz und Nagold, die der Oberrhein zufließen, und die in den Hochrhein fließende Wutach.

Vegetation

Ursprünglich bestand der Schwarzwald aus Buchenwald, durchsetzt mit Weißtanne, die im Schwarzwald eines ihrer wichtigsten Vorkommen hat, lokal auch aus Fichten, Eichen und Waldkiefern. Der Mensch hat das ursprüngliche Bild des Waldes stark verändert. Im Mittelalter führte der Silberbergbau, danach bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts Eisenbergbau, Flößen von Bauholz nach den Niederlanden sowie Verkauf von Brennholz nach Freiburg und Basel, Glasbrennerei und Köhlerei, im 18. und 19. Jahrhundert Beweidung durch Rinder und Ziegen zu einer starken Nutzung und gebietsweise zu einer Entwaldung der Landschaft. Flößerei, Glasbrennerei und Köhlerei wurden 1827 von Wilhelm HAUFF in seinem zweiteiligen Märchen "Das Kalte Herz" thematisiert. Heute dominieren vielenorts Fichte und Waldkiefer. Für Farne, Bärlappe und Moose sind die sauren Böden, die kühl-feuchten Bedingungen und die geringe Konkurrenz durch anspruchsvollere Pflanzenarten sehr günstig.

Die durch die jahrhundertelange Nutzung der Hochlagen entstandenen "Grinden" sind mit Pfeifengras, Rasenbinse und Heidekraut bewachsene, teils mit Legföhren und Birken-Gebüschen durchsetzte Freiflächen. Zusammen mit den natürlichen, teils baumfreien Vermoorungen der Hochlagen stellen sie einen ganz außergewöhnlichen Lebensraum dar, in dem zahlreiche andernorts sehr seltene Insektenarten vorkommen wie z. B. die Alpine Gebirgsschrecke (Miramella alpina) oder der Warzenbeißer (Decticus verrucivorus).

Tierwelt

In Höhenlagen zwischen 1'000 und 1'400 m lebt in der Region zwischen Feldberg, Belchen und Wiesental in bis zu 2.5 m tiefen Wohnröhren ein spektakulärer, wenn auch nur selten zu beobachtender Endemit: der bis zu 60 cm lange und 40 g schwere Badische Riesenregenwurm (Lumbricus badensis). In den Grinden ist die Kreuzotter beheimatet. In lichten Bergwäldern und im Übergang zu den Grinden lebt eine der größten Auerhuhnpopulationen Mitteleuropas.

Der Braunbär wurde bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts ausgerottet. Ein aus der Alpenpopulation stammendes Exemplar des im 19. Jahrhundert im Schwarzwald ausgerotteten Wolfs wurde 2015 von einem Auto überfahren. 2022 lag der Bestand bei 4 Rüden. Der Luchs wanderte ab 1988 wieder aus der Schweiz ein. 2022 gab es ebenfalls vier männliche Tiere. Die Wildkatze dürfte zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwunden sein. In den letzten Jahren wurden am Westrand des Schwarzwalds wieder Tiere nachgewiesen. Ende der 1930er Jahre wurden gut zwei Dutzend aus Österreich stammende Gemsen freigelassen, heute gibt es rund um Feldberg, Belchen und Blauen im Südschwarzwald elf kleine Gamsvorkommen mit insgesamt ca. 1'500-2'000 Tieren. Die Jagdstrecke ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und beträgt etwa 600 Stück pro Jahr. Zu Beginn des 2. Weltkriegs wurde ein Wildgatter bei Küssaberg aufgelöst, wodurch Sikahirsche in die freie Wildbahn gelangten Heute gibt es Sikawild nebst der grenzüberschreitenden Population im Landkreis Waldshut auch in anderen Gebieten des Schwarzwalds.

Typische Haustierrassen sind das Vorder- und das Hinterwälderrind , die Schwarzwaldziege sowie der Schwarzwälder Fuchs, ein mittelgroßes Kaltblutpferd.

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Vogesen und Pfälzerwald

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Der Große Belchen (Le Grand Ballon) ist mit 1'424 m. ü. M. der höchste Gipfel der Vogesen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Hartmannsweilerkopf (957 m.ü.M.) war im Ersten Weltkrieg heftig umkämpft und wechselte viermal den Besitzer. Während der vier Kriegsjahre verloren rund 30'000 deutsche und französische Soldaten das Leben und etwa doppelt so viele wurden verwundet. Heute befinden sich dort ein Soldatenfriedhof und eine Gedenkstätte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Markstein (1'184 m. ü. M.) ist ein beliebtes Skiresort, dahinter der Jungfrauenkopf (1'268 m. ü. M.) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Auf den Bergwiesen der Vogesen, hier bei Markstein, werden Vogesenkühe gesömmert. Es handelt sich um eine seit dem 17. Jahrhundert existierende, heute stark gefährdete Rasse © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau von Thierenbach liegt auf 355 m Höhe in der kollinen Strufe der Vogesen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Fichtenforste (Picea abies) ohne Unterholz bieten dem Haselhuhn keinen Lebensraum, ihre Fläche wird im Biosphärenreservat Pfälzerwald nach und nach reduziert. Aufnahme aus dem Wild- und Wanderpark Südliche Weinstraße, Silz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 02 pfaelzerwald kastanie PD1
Im Pfälzerwald gedeiht die von den Römern eingeführte "Keschte", die Edelkastanie (Castanea sativa) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Die Vogesen und der Pfälzerwald sind das linksrheinische Gegenstück zum Schwarzwald. Wie jener verdanken sie ihre Entstehung der Absenkung des Oberrheingrabens und bestehen sie aus kristallinem Gestein, das teilweise von Buntsandstein überlagert wird. Die Vogesen werden im Süden von der Burgunderpforte begrenzt, die sie vom Jura trennt. Sie erstrecken sich bis in die Gegend von Zabern / Saverne, wo sie in den Pfälzer Wald übergehen. Zusammen haben Vogesen und Pfälzer Wald eine Nord-Süd-Ausdehnung von gegen 250 km und bedecken eine Fläche von etwa 8'000 km². Die höchste Erhebung ist mit 1'424 m. ü. M. der Große Belchen, gefolgt vom Storkenkopf (1'366 m), Hohneck (1'363 m) und Kastelberg (1'350 m), alle in den Südvogesen. Nach Norden fällt das Gebirge ab, im Pfälzer Wald bringt es die höchste Erhebung, der Kalmit, nur noch auf eine Höhe von 673 m. Das bedeutendste Fliessgewässer ist die Mosel, die am Büssangpass in den Südvogesen entspringt. Die Stillgewässer beschränken sich auf Klein- und Stauseen.

Vegetation

Die Vogesen sind zu rund 75% von Wald bedeckt, im Pfälzerwald beträgt der Waldanteil über 80%. Zusammen bilden Vogesen und Pfälzerwald das größte zusammenhängende Waldgebiet Westeuropas. In der kollinen Stufe besteht der Wald aus wärmeliebenden, von Traubeneichen dominierten Mischwäldern, soweit nicht andere Baumarten angepflanzt wurden. Mit dem Ansiedeln standortfremder Baumarten begonnen haben bereits die Römer mit der Einbürgerung der Edelkastanie, die heute noch, namentlich am östlichen Rand des Pfälzerwaldes, anzutreffen ist, bisweilen in reinen Beständen, oft auch in Gesellschaft mit anderen Arten wie z.B. der Hainbuche. In der (sub-)montanen Stufe herrscht natürlicherweise Buchenwald vor, durchsetzt mit Weißtannen, Bergulmen, Fichten, Bergahornen und Eichen. In höheren Lagen fallen die vielen Ebereschen auf. In den Südvogesen gibt es eine subalpine Stufe mit Bergföhren und ab einer Höhe von ca. 1'250-1'300 m Grasland oder Hochmoore.

Tierwelt

Die Südvogesen sind das letzte Rückzugsgebiet des einstmals weitverbreiteten Westlichen Haselhuhns (Tetrastes bonasia rhenana). Dieses steht aber auch hier kurz vor dem Aussterben, bedingt hauptsächlich durch die Art der Waldbewirtschaftung und allenfalls durch die Zunahme der Wildschwein- und Rotfuchsbestände.

Der Braunbär hatte in den Vogesen zwischen 1650 und 1750 dramatische Arealverluste zu verzeichen und wurde in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts ausgerottet. Der Luchs erlitt im 19. Jahrhundert dasselbe Schicksal. Ab 1983 wurden in den Vogesen 21 Luchse ausgewildert. Der Bestand stagnierte vorerst und nahm dann ab, konnte sich aber immerhin bis in den Pfälzerwald ausdehnen. Von 2016-2020 wurde im Pfälzerwald ein Projekt zur Bestandsstützung mit 20 Luchsen aus der Schweiz und der Slowakei durchgeführt, 2021 wurde die erste Nachzucht in den Nordvogesen nachgewiesen. Im Gegensatz zum Luchs war die Wildkatze in den Vogesen und im Pfälzerwald nie ausgestorben und ist heute in guten Beständen im ganzen Massiv vertreten. 1956 wurden 11 im Schwarzwald gefangene Gemsen freigelassen, heute ist die Art mit einem Bestand von gegen 1'500 Individuen wieder flächendeckend vorhanden und wird bejagt.

Typische Haustierrassen aus der Region sind das Vogesenrind und das Pfälzer Glanrind. Zur Pflege, Entwicklung und Wiederherstellung der wenigen waldfreien Landschaftsbereiche werden im Pfälzerwald Ziegen und Heckrinder eingesetzt.

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National- und Naturparks in den Mittelgebirgen Zentraleuropas

 

Deutschland

  • Nationalpark Bayerischer Wald: Bayern; bestehend seit 1970. Bayerischer- / Böhmerwald. 248.5 km². Höchster Punkt: Großer Rachel (1'453 m. ü. M.)
  • Nationalpark Harz: Niedersachsen, Sachsen-Anhalt (Oberharz); bestehend seit 2006. 247 km². Höchster Punkt: Brocken (1'141 m. ü. M.)
  • Nationalpark Schwarzwald: Baden-Württemberg (Nordschwarzwald); bestehend seit 2014. 101 km². Höchster Punkt: Dreifürsten (1'150 m. ü. M.). Der Nationalpark liegt innerhalb des seit 2003 bestehenden, 4'200 km² großen Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, dessen höchster Punkt die Hornisgrinde (1'163 m. ü. M.) ist.
  • Naturpark Südschwarzwald: Baden-Württemberg, 2014; 3'940 km². Höchster Punkt: Feldberg (1'493 m. ü. M.).
  • Weitere Mittelgebirgs-Nationalparks, deren höchste Punkte deutlich unter 1'000 m liegen, sind Eifel, Hainich, Hunsrück-Hochwald, Kellerwald-Edersee und Sächsische Schweiz.

Östereich

  • Naturpark Mühlviertel: Landschaftsschutzgebiet in Oberösterreich bestehend seit 1996. Nicht-zusammenhängende Fläche 10 km². Ausläufer des Böhmerwalds.

Schweiz

  • Parc Jura vaudois: Regionaler Naturpark, Kanton Waadt; bestehend seit 1973, Anerkennung 2013. 531 km². Höchster Punkt: Mont Tendre (1'679 m. ü. M.)
  • Parc du Doubs: Regionaler Naturpark, Kantone Jura, Neuenburg, Bern; bestehend seit 2009, Anerkennung 2013. 293 km². Höchster Punkt: Pouilleret-Gipfel (1'275 m. ü. M.)
  • Parc régional du Chasseral: Regionaler Naturpark, Kantone Bern, Neuenburg; bestehend seit 2001, Anerkennung 2013. 387 km². Höchster Punkt: Chasseral (1'607 m. ü. M.)
  • Regionaler Naturpark Thal: Kanton Solothurn; bestehend / anerkannt seit 2009. 139 km². Höchster Punkt: Dilitschkopf (1'330 m. ü. M.)
  • Jurapark Aargau: Regionaler Naturpark, Kantone Aargau, Solothurn; bestehend seit 2003; Anerkennung 2012. 241 km². Höchster Punkt: Strihen (866 m. ü. M.)
  • Regionaler Naturpark Schaffhausen: Kanton Schaffhausen, 2 Gemeinden in Baden-Württemberg; bestehend seit 2018, Anerkennung 2018. 209 km². Höchster Punkt: Langer Hagen (912 m. ü. M.)

Frankreich

  • Nationalpark Cevennen: Departemente Gard, Lozère, Ardèche, Aveyron. Massif central, bestehend seit 1970. 3'213 km². Höchster Punkt: Mont Lozère (1699 m. ü. M.)
  • Parc naturel régional du Haut-Jura: Departemente Ain, Doubs Jura; bestehend seit 1986. 1'780 km². Höchster Punkt: Crêt de la Neige i(1'720 m ü. M.)
  • Parc naturel régional du Doubs Horloger: Departement Doubs; bestehend seit 2021. 1'040 km². Höchster Punkt:  Mont Châteleu (1'302 m. ü. M.)
  • Parc naturel régional des Ballons des Vosges: Departemente Hochrhein und Vogesen; bestehend seit 1989. 3'000 km². Höchster Punkt:  Grand Ballon / Großer Belchen (1'424 m. ü. M.)
  • Parc naturel régional du Morvan: Departemente Nièvre, Saône-et-Loire, Yonne und Côte-d’Or; bestehend seit 1970. 2'814 km². Höchster Punkt: Mont Haut-Folin (901 m. ü. M.)

Tschechien

  • Nationalpark Šumava (Böhmerwald): Region Pilsen, bestehend seit 1991. 685 km², bildet mit angrenzendem Landschaftsschutzgebiet ein Biosphärenreservat von 1'670 km² Höchster Punkt: Plöckenstein (1'378 m)
  • Nationalpark Riesengebirge (Krkonošský národní park): Region Liberec, bestehend seit 1963. 363 km². Höchster Punkt Schneekoppe (1'602 m)

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Literatur und Internetquellen

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Freigegeben in Lebensräume in Eurasien

Sturgeon farming in Western Europe: recent developments and perspectives.

Aquatic Living Resources 14(6), November 2001:367-374. DOI: https://doi.org/10.1016/S0990-7440(01)01136-6

Abstract:

Sturgeon production in Western Europe originating from aquaculture in 1999 was approximately 1300 t revealing an increasing trend. Three species represent 95 % of the annual production: white sturgeon (Acipenser transmontanus) 43 %, Siberian sturgeon (Acipenser baerii) 34 %, and Adriatic sturgeon (Acipenser naccarii) 18 %. The remainder is provided by various species including hybrids. The main countries in decreasing order of production are Italy, France, Spain, Germany and Poland. Fish are fed commercial formulated diet. The most significant changes in the sturgeon industry during recent years have been in the ownership of farms, in the emergence of the pond as a production system, and in the increasing caviar production from farmed sturgeon. In 1999, the production of farmed caviar from France and Italy, originating from Siberian and white sturgeon, respectively was close to 6 t. The number of active sturgeon farms in Western Europe is estimated to be approximately thirty, half of which are hatcheries. This paper presents different strategies and management approaches in sturgeon production and caviar processing. The potential caviar market and its dynamics are assessed and likely changes are discussed. Finally, some of the scientific investigations needed to improve and support this development are highlighted. Five different fields are distinguished: biological reserve, genetics, reproduction, farming, and quality of end products.

williot-biblio

Freigegeben in W
Sonntag, 20 Februar 2022 11:34

JOGER, U., & BÖHME, W. (2006)

Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas - Schlangen (Serpentes) III: Viperidae.

420 Seiten. AULA-Verlag. 978-3-89104-617-3 (ISBN)

Inhalt:

Der dritte Teil des Schlangenbandes hat die Vipern zum Thema, die einzige Familie in Europa, deren Gift dem Menschen gefährlich werden kann. Der Aufbau der Artkapitel entspricht dem in Band 3/ I und 3/ II A. Insgesamt werden 13 Arten besprochen:
Agkistrodon halys (Halysgrubenotter) – Macrovipera lebetina (Levanteotter) – Macrovipera schweizeri (Kykladenviper) – Vipera ammodytes (Sandotter) – Vipera aspis (Aspisviper, Juraviper) – Vipera berus (Kreuzotter) – Vipera dinnicki (Westkaukasische Otter) – Vipera kaznakovi (Kaukasus-Otter) – Vipera latastii (Stülpnasenotter) – Vipera nikolskii (Nikolskij`s Viper) – Vipera seoanei (Nordiberische Kreuzotter) – Vipera ursinii (Wiesenotter) – Vipera xanthina (Bergotter).

joger-biblio

Freigegeben in J

Reeves’muntjac populations continue to grow and spread across Great Britain and are invading continental Europe.

European Journal of Wildlife Research (2021) 67:34. https://doi.org/10.1007/s10344-021-01478-2.

Abstract:

The appropriate response for controlling an invasive non-native species depends on the extent to which its invasion has progressed, which can be revealed by information on its distribution and abundance. Reeves’muntjac is a native deer to China and Taiwan, but has been introduced and become well-established in Great Britain. Moreover, in recent years, reports and verified records in the wild from other European countries have become more frequent. We reviewed the status of Reeves’ muntjac in Britain and evaluated its national range expansion from 2002 to 2016. While the British population appears to have tripled in size since 1995, the rate at which it has expanded its range seems to have peaked at approximately 12% per year between 2002 and 2005 and has since declined. We also consolidated observations on its international distribution, including a conservative evaluation of its presence in zoological collections. We predict that this species could expand its range to include every European country, although the availability of suitable landcover and climate is likely to vary substantially between countries. To prevent the significant impacts to conservation interests that have been observed in Great Britain from extending across Europe, national administrations should consider eradicating Reeves’muntjac while that is still feasible.

ward-biblio

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Samstag, 17 Juli 2021 08:24

Wiederansiedlungen in Europa

Wiederansiedlung regional ausgestorbener Tierarten in Europa

Die nachfolgende Liste berücksichtigt Wiederansiedlungen mit Zoobeteiligung. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ansiedlungen außereuropäischer Arten sowie Arten, bei denen lediglich Bestandsstützungen vorgenommen wurden, sind in der Liste nicht enthalten.

Tierart

Feldgrille¹

Gerandete Wasserspinne¹

Maifisch²

Kammmolch

Springfrosch¹

Laubfrosch

Wechselkröte²

Geburtshelferkröte²

Mallorca-Geburtshelferkröte²

Knoblauchkröte

Gelbbauchunke²

Griech. Landschildkröte (T. hermanni)

Europäische Sumpfschildkröte²

Zauneidechse²

Ringelnatter

Wiesenotter²

Europäischer Kormoran²

Graureiher²

Weißstorch

Schwarzstorch

Waldrapp

Marmelente

Moorente

Kolbenente²

Mönchsgeier

Gänsegeier

Bartgeier

Schmutzgeier²

Rebhuhn

Grauer Kranich²

Steinkauz²

Habichtskauz

Uhu

Kolkrabe

Zwergmaus¹

Feldhamster

Alpenmurmeltier²

Ziesel²

Europäischer Biber²

Europäischer Nerz

Europäischer Fischotter²

Wildkatze

Eurasischer Luchs

Pardelluchs²

Mitteleuropäischer Rothirsch²

Waldrentier²

Wisent (in Wildbahn ganz ausgestorben)

Alpensteinbock²

Iberischer Steinbock²

Land, Ort

England,

England

Deutschland (Rhein)

Deutschland (Mittelfranken)

Jersey

Schweiz, Deutschland

Deutschland

Deutschland (NRW)

Mallorca

Deutschland (Mittelfranken)

Deutschland (Niederbayern)

Katalonien

Deutschland, Österreich, Schweiz

England

Deutschland (Ruhrgebiet)

Österreich, Ungarn

Italien (Lombardei)

Nordwestschweiz

Schweiz, Deutschland

Lombardei (experimentell)

Deutschland, Österreich, Spanien

Mallorca

Steinhuder Meer

Italien (Lombardei)

Mallorca, Frankreich, Bulgarien

Bulgarien, Frankreich, Italien

Alpenraum

Bulgarien

Schweiz (MIsserfolg)

England, [Deutschland Stützung]

Deutschland, [Schweiz Stützung]

Deutschland, Österreich

Deutschland, Schweiz

Bayerischer Wald

England

Deutschland (Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen)

Schweiz (Jura)

Deutschland (Erzgebirge), Polen, Tschechien

Schweiz

Deutschland (Saarland, Steinhuder Meer), Estland

Schweiz

Deutschland

Deutschland, Schweiz,

Spanien, Portugal,

Schweiz

Finnland

Aserbaidschan, Deutschland, Polen, Rumänien, Russland, Slowakei, England

Alpenraum, Osteuropa

Französische Pyrenäen

Fett: Projekt-Datenblatt vorhanden
¹ Kein Datenblatt bzw. keine Information im Zootier-Lexikon, Projekte im Rahmen der British Association of Zoos and Aquaria

² Kein eigenes Datenblatt im Zootier-Lexikon: Details und Quellen auf Tierart-Datenblatt

HALTUNG zwecke storch NOH PD1

Freifliegende Störche auf Baumhorst im Tierpark Nordhorn. Es handelt sich um echte Wildstörche, die ein normales Zugverhalten zeigen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Allgemeines

Hier werden mir Ausnahme der Alpen und der zentraleuropäischen Mittelgebirge europäische Gebirge vorgestellt, deren höchste Erhebungen sich in Höhenlagen von über 2'000 m befinden. Hinsichtlich der Vegetation gelten im Prinzip dieselben Stufen wie bei den Alpen, wobei die Höhenlagen je nach geografischer Breite variieren. Bei den Angaben zur Tierwelt wird jeweils nur auf Besonderheiten verwiesen, weil viele Arten - z. B. Rotfuchs, Dachs, Mauswiesel, Iltis, Baummarder, Fischotter, Wildschwein, Rothirsch oder Reh - weit verbreitet sind und so gut wie überall vorkommen.

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1. Kantabrisches Gebirge, 2. Pyrenäen, 3.Iberisches Randgebirge, 4. Kastilisches Scheidegebirge, 5. Sierre Nevada, 6. Apennin/Abruzzen, 7. Tatra, 8. Karpaten, 9. Dinarisches Gebirge, 10. Pindos-Gebirge, 11. Balkan, 12. Rhodopen, Rila- und Piringebirge, 13. Olymp, 14. Gebirge auf Kreta, 15. Kaukasus, 16. Ural, 17. Skandinavisches Gebirge

1. Kantabrisches Gebirge

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Lage der im Text erwähnten Parks oder Gipfel auf der Iberischen Halbinsel: (A) Picos de Europa; (B) PN des Pyrénées; (C) Ordesa y Monte Perdido; (D) Pico de Aneto; (E) Aigüestortes i Estany de Sant Maurici; (F) Serra da Estrela; (G) Sierra de Gredos; (H) Sierra de Guadarrama; (I) Sierra de Cebollera; (J) Pico San Lorenzo; (K) Sierra Nevada)

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Braunbär im Parque de la Naturaleza Cabarceno, Penagos, Kantabrien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Nordwestpanien (Asturien, Baskenland, Galicien, Kantabrien, Kastilien-León, Navarra). Das Kantabrische Gebirge hat eine Ost-West-Ausdehnung von ca. 480 km und stellt eine Verlängerung der Pyrenäen dar, ist allerdings deutlich weniger hoch.

Höchste Erhebung: Torre de Cerredo (2'648 m. ü. M.) in der zentralen Gebirgskette Picos de Europa.

Tierwelt: Der auch hier vorkommende Pyrenäenbär wurde früher als eigene Unterart, U.a. pyrenaicus, angesehen, gilt heute aber als U. a. arctos. Kantabrische Gemse (Rupicapra pyrenaica parva).

Nationalparks:

  • Nationalpark Picos de Europa. Autonome Gemeinschaften Asturien, Kastilien-León und Kantabrien; bestehend seit 1995, seit 2003 Biosphärenreservat. Ersetzt und erweitert den 1918 gegründeten Nationalpark Covadonga. 675 km². Höchster Punkt Torre del Cerredo.
  • Parque Natural de Somiedo, Asturien; bestehend als Naturpark seit 1988, als Biosphärenreservat seit 2000. 261 km². Höchster Punkt El Cornón (2'194 m. ü. M.)

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2. Pyrenäen

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Im Parc régional des Pyrénées ariégoises © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Aussichtskanzel bei Niaux im Parc régional des Pyrénées ariégoises © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Andorra, Frankreich, Spanien. Grenzgebirge.

Höchste Erhebung: Pico de Aneto (3'404 m. ü. M.) in Aragonien.

Tierwelt: Der isolierte  Pyrenäenbär wurde früher als eigene Unterart, U.a. pyrenaicus, angesehen, gilt heute aber als U. a. arctos. Pyrenäen-Steinbock (C. pyrenaica pyrenaica): ehemals in den ganzen Pyrenäen, zuletzt im Nationalpark Ordesa y Monte Perdido, letztes Exemplar im Jahr 2000 eingegangen. Heute Unterart C. p. victoriae wiederangesiedelt. Pyrenäengemse (Rupicapra pyrenaica pyrenaica).

Nationalparks:

  • Frankreich: Pyrenäen-Nationalpark. Departemente Hautes Pyrénées und Basses Pyrénées; bestehend seit 1967. 703 km². Höchster Punkt: Nevosa (3'298 m) im Vignemal-Massiv. Grenzt im Süden an den spanischen Nationalpark Ordesa y Monte Perdido.
  • Spanien: Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici. Autonome Region Katalonien; bestehend seit 1955. 141 km². Höchster Punkt: Pic de Comaloformo (3'033 m).
  • Spanien: Nationalpark Ordesa y Monte Perdido. Provinz Huesca; bestehend seit 1918. 156 km². Höchster Punkt: Monte Perdido (3'355 m).

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3. Iberisches Randgebirge

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Peña Isasa (1'456 m. ü. M.) in der Sierra de Peñalmonte, La Rioja © Muro de Aguas; übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

Zentralspanien (Kastilien, Valencia, Südaragonien und Südkatalonien)

Höchste Erhebung: Pico San Lorenzo (2'271 m. ü. M.) in der Sierra de la Demanda

Tierwelt: Ostspanischer Steinbock (Capra pyrenaica hispanica)

Nationalparks:

  • Naturpark Sierra de Cebollera, La Rioja; bestehend seit 1995. 236 km². Höchster Punkt:  Pico de Peña Cebollera (2'164 m. ü. M.)

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4. Kastilisches Scheidegebirge

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Circo de Gredos in der Sierra de Gredos © Nachosan; übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

Zentralspanien, Portugal.

Höchste Erhebung: Das "Sistema Central" besteht aus drei Hauptegbirgszügen:

  • Sierra de Guadarrama:  Peñalara (2'428 m. ü. M.), Provinzen Ávila, Madrid und Segovia
  • Sierra de Gredos: Pico Almanzor(2'592 m. ü. M.), Provinzen Ávila, Toledo und Cáceres
  • Serra da Estrela: Estrela (1'993 m.ü. M.), Portugal

Tierwelt: Westspanischer Steinbock (Capra pyrenaica victoriae), Spanischer Kaiseradler (Aquila adalberti).

Nationalparks:

  • Nationalpark Sierra de Guadarrama: Autonome Gemeinschaften Madrid sowie Kastilien und León; bestehend seit 2013. 340 km². Höchster Punkt: Peñalara.
  • Regionalpark Sierra de Gredos: Ávila; bestehend seit 1996. 864 km². Hächster Punkt Pico de Almanzor

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5. Sierra Nevada

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Sierra Nevada © Antonio Morales García, Granada; übernommen aus Flickr unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic-Lizenz

Südspanien (Granada), Teil der Betischen Kordillere

Höchste Erhebung: Pico Mulhacén (3'482 m. ü. M.).

Tierwelt: Ostspanischer Steinbock (Capra pyrenaica hispanica) 

Nationalparks:

  • Nationalpark Sierra Nevada: Autonome Gemeinschaft Andalusien; Provinzen Granada und Almería; bestehend seit 1999. 862 km². Höchster Punkt: Mulhacén (3'482 m).

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6. Apennin, Abruzzen

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Lage der im Text erwähnten Parks in den Apenninen: (1) Toskanisch-Emilianischer Apennin; (2) Foreste Casentinesi; (3) Monti Sibillini; (4) Gran Sasso und Monti della Laga; (5) Majella; (6) Abruzzen; (7) Val d’Agri; (8) Cilento und Vallo di Diano; (9)Pollino ; (10) Sila; (11) Aspromonte


 

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Abruzzenbären (Ursus arctos "marsabicus") im Bioparco di Roma © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Italien, San Marino. Erstreckt sich über eine Länge von ca. 1'500 km von Ligurien bis nach Kalabrien. Gliederung in Nördlichen, Zentralen, wozu die Abruzzen gehören, und Südlichen Apennin.

Höchste Erhebung: Corno Grande (2'912 m. ü. M.) im Massiv Gran Sasso d’Italia der Abruzzen, Provinz Teramo.

Tierwelt: Der isolierte Abruzzenbär wurde früher als eigene Unterart, U. a. marsabicus, angesehen, gilt heute aber als U. a. arctos. Abruzzengemse (Rupicapra pyrenaica ornata).

Nationalparks:

  • Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise: Abruzzen; Provinzen L’Aquila, Frosinone und Isernia; bestehend seit 1923. 501 km². Höchster Punkt: Monte Petroso (2'247 m).  
  • Nationalpark Aspromonte: Kalabresische Alpen Aspromonte-Massiv; Provinz Reggio di Calabria; bestehend seit 1989. 76i km². Höchster Punkt: Montalto (1'955 m).   
  • Nationalpark Cilento und Vallo di Diano: Lukanischer Apennin; Provinz Salerno; bestehend seit 1991. 1'810 km². Höchster Punkt: Monte Cervati (1'899).
  • Nationalpark Foreste Casentinesi: Nördlicher Apennin; Provinzen Forlì-Cesena, Arezzo und Firenze; 368 km². Höchster Punkt: Monte Falco (1.658 m).       
  • Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga: Abruzzen; Provinzen L'Aquila, Teramo, Pescara, Rieti und Ascoli Piceno; bestehend seit 1991. 1413 km². Höchster Punkt: Corno Grande (2'912 m).
  • Nationalpark Majella: Abruzzen, Morrone-Massiv; Provinzen L'Aquila, Pescara und Chieti; bestehend seit 1991. 741 km². Höchster Punkt: Monte Morrone (2'061 m).
  • Nationalpark Monti Sibillini: Zentralapennin, Sibyllinische Berge; Provinzen Ascoli Piceno, Fermo, Macerata und Perugia; bestehend seit 1993. 697 km². Höchster Punkt: Monte Vettore (2'476 m).
  • Nationalpark Pollino: Südlicher Apennin, Pollino- und Orsomarso-Massive; Provinzen Cosenza, Matera und Potenza ; bestehend seit 1993. 1'925 km². Höchster Punkt: Serra Dolcedorme (2267 m).
  • Nationalpark Sila: Sila-Massix; Provinzen Catanzaro, Cosenza und Crotone; bestehend seit 2002, zuvor seit 1968 teilweise Nationalpark Kalabrien. 737 km². Höchster Punkt: Monte Botte Donato (1'929 m).
  • Nationalpark Toskanisch-Emilianischer Apennin: Nördlicher Apennin; Provinzen Lucca, Massa Carrara, Parma und Reggio Emilia; bestehend seit 2001. 23.6 km². Höchster Punkt: Monte Cusna (2'121 m).
  • Nationalpark Val d’Agri: Lukanischer Apennin; Provinz Potenza; bestehend seit 2006. 676 km². Höchster Punkt: Monte Volturino (1'836 m).

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7. Tatra

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Tatra, Blick vom Rysy an der Grenze zwischen Polen und Slowakei © Milan Bališin; übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

Slowakei, Polen. Fortsetzung des Karpatenbogens

Höchste Erhebung: Gerlsdorfer Spitze (2'654 m. ü. M.)

Tierwelt: Die Tatragemse ((Rupicapra rupicapra tatrica) ist eine Unterart der Alpengemse. Angesiedelt: Alpenmurmeltier.

Nationalparks:

  • Nationalpark Tatra (TANAP), Slowakei; bestehend seit 1949. 1'045 km², davon 738 km² Kernzone. Höchster Punkt: Gerlsdorfer Spitze.
  • Nationalpark Tatra (TNP), Polen; bestehend seit 1954. 212 km². Höchster Punkt: Rysy 2'499 m. ü. M.. Die beiden Parks bilden seit 1992 ein UNESCO-Biosphärenreservat.

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8. Karpaten

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Lage der im Text erwähnten Berggipfel und Karpaten-Regionen: (A) Teufelsspitze, Westbeskiden; (B) Gerlsdorfer Spitze, Tatra; (C) Howerla, Waldkarpaten; (D) Pietros, Ostkarpaten; (E) Moldoveanu, Südkarpaten: (F) Cucurbăta Mare, Siebenbürger Westkarpaten

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Im Poloniny-Nationalparks siedeln Zoos des Wisent wieder an © Parco Natura Viva

Österreich(Karpatenvorland, marginal), Tschechien, Slowakei, Ungarn, Polen, Ukraine, Rumänien, Serbien. Die Karpaten bilden einen nach Westen offenen Bogen von (mit der Tatra) ca. 1'300 km Länge.

Höchste Erhebungen: Äußere Karpaten: Teufelsspitze im Babia-Góra-Massiv, Polen/Slowakei (1'725 m. ü. M.); Waldkarpaten: Howerla in der Ukraine (2'060 m. ü. M); Ostkarpaten: Pietros in Rumänien (2'305 m. ü. M.); Südkarpaten: Moldoveanu in Rumänien (2'544 m. ü. M.); Siebenbürger Westkarpaten: Cucurbăta Mare (1'849 m)

Tierwelt: Karpatenluchs (Lynx lynx carpathica). Wiederangesiedelt: Wisent im Bieszczady-Nationalpark, Poloniny-Nationalpark und Vânători-Neamţ-Naturpark, sowie des Mönchsgeiers. Angesiedelt: Alpenmurmeltier.

Nationalparks:

  • Bieszczady-Nationalpark, im Süden der Waldkarpaten Polens; bestehend seit 1973. 290 km². Höchster Punkt: Smerek (1'222 m. ü. M.)
  • Poloniny-Nationalpark, in den slowakischen Waldkarpaten; bestehend seit 1997, seit 2007 UNESCO-Welt-Naturerbe. 408 km², davon Kernzone 298 km². Höchster Punkt: Kamienna (1'200 m. ü. M.)
  • Vânători-Neamţ-Naturpark, in den Ostkarpaten Rumäniens; bestehend seit 2003. 306 km².

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9. Dinarisches Gebirge

 

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Lage der im Text erwähnten Parks im Dinarischen Gebirge: (1) Plitvicer Seen; (2) Paklenica NP; (3) Tara NP; (4) Sutjeska NP; (5) Durmitor NP; (6) NP Bjeshkët e Nemuna; (7) Shebenik-Jablanica NP

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Nationalpark Plitvicer Seen, Kroatien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Paklenica-Nationalpark, Kroatien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Serbien, Slowenien. Schließt an die Julischen Alpen an. Länge ca. 600 km.

Höchste Erhebung: Jezerca in Albanien (2'694 m. ü. M.)

Tierwelt: Im Dinarischen Gebirge lebt eine etwa 3'000 Individuen umfassende Braunbären-Population, aus der immer wieder Tiere in die Julischen Alpen abwandern und somit den kleinen Bestand bei Tarvis im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich genetisch auffrischen. Reichhaltige Herpetofauna mit u.a. Griechischer Landschildkröte, Europäischer Sumpfschildkröte, Kaspischer Bachschildkröte (Mauremys caspica), der endemischen Dalmatinischen Spitzkopfeidechse, Östlicher Smaragdeidechse, Riesen-Smaragdeidechse (Lacerta trilineata), Pracht-Kieleidechse (Algyroides nigropunctatus), Adriatische Mauereidechse (Podarcis melisellensis), Scheltopusik, Ringelnatter, Glattnatter, Äskulapnatter, Vierstreifennatter, Katzennatter (Telescopus fallax), Leopardnatter (Zamenis situla), Sandotter, Kreuzotter und Wiesenotter. In Kartshöhlen lebst der gefährdete Grottenolm (Proteus anguinus). Neben den Alpen das einzige Gebirge in dem der Alpensalamander (Salamandra atra prenjensis) vorkommt.

Nationalparks:

  • Nationalpark Shebenik-Jablanica, Albanien; bestehend seit 2008, seit 2017 teilweise UNESCO-Welt-Naturerbe. 340 km². Höchster Punkt: Maja e Reshpës (2'262 m. ü. M.)
  • Nationalpark Sutjeska, Bosnien-Herzegowina; bestehend seit 1962. 175 km². Höchster Punkt: Maglić (2'386 m. ü. M.)
  • Nationalpark Bjeshkët e Nemuna, Kosovo; bestehend seit 2013. 625 km². Höchster Punkt  Gjeravica (2'656 m. ü. M.)
  • Nationalpark Paklenica, im Velebit-Massiv Kroatiens; bestehend seit 1949. 96 km². Höchster Punkt: Vaganski Vrh (1'757 m. ü. M.)
  • Nationalpark Plitvicer Seen, Kroatien; bestehend seit 1949, seit 1979 UNESCO-Welt-Naturerbe. 297 km². Höchster Punkt: Seliški vrh (1'279 m. ü. M.)
  • Nationalpark Durmitor, Montenegro; bestehend seit 1952. 390 km². Höchster Punkt: Bobotov Kuk (2'522 m. ü. M.)
  • Nationalpark Tara, Serbien; bestehend seit 1981. 376 km², davon 220 km² Kernzone. Höchster Punkt: Kozji Rid im Zvijezda-Massiv (1'591 m. ü. M.)

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10. Pindos-Gebirge

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Lage der im Text erwähnten Parks und Gebirge in Bulgarien und Griechenland: (1) NP Zentral-Balkan; (2) Rila NP; (3) Pirin NPi; (4) Rhodopen; (5) Pindos NPla; (6) Olympos NP

Albanien, Griechenland (Epirus, Thessalien, Westmazedonien)

Höchste Erhebung: Smolikas (2'632 m. ü. M.), zweithöchster Berg Griechenlands

Tierwelt: Das Pindos-Gebirge ist ein Rückzugsort für die in Griechenland weitgehend ausgerotteten Braunbären und Wölfe. Balkangemse (Rupicapra r. balcanica).

Nationalparks:

  • Pindus-Nationalpark, Grenzregion von Epirus und Westmazedonien; bestehend seit 1966. 69 km², davon Kernzone 33.6 km². Höchster Punkt: Avgo (2'177 m. ü. M.)
  • Vikos-Aóos-Nationalpark, ein Geopark. 127 km². Höchster Punkt Smolikas.

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11. Balkan (Stara Planina)

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Balkangebirge in Serbien © Leontije Mirotvorac; übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

Bulgarien, Serbien, Ost-West-Ausdehnung ca. 600 km.

Höchste Erhebung: Botwe (2'376 m. ü. M.), dritthöchster Berg Bulgariens

Tierwelt:Balkangemse (Rupicapra r. balcanica). Wiederansiedlung des Gänsegeiers sowie des Mönchsgeiers in Bulgarien.

Nationalpark:

  • Nationalpark Zentralbalkan, Bulgarien, einziger Nationalpark im Balkangebirge; bestehend seit 1991. 717 km², davon 200 km² Naturschutzgebiete. Höchster Punkt: Botew.

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12. Rhodopen, Rila- und Piringebirge

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Blick auf das bulgarische Rila-Gebirge vom Kloster des heiligen Iwan von Rila aus © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Im Südwesten Bulgariens und im Nordosten Griechenlands liegt ein Komplex von drei Gebirgsmassiven, bestehend aus den Rhodopen (BG/GR), dem Rila- (BG) und dem Piringebirge (BG/GR).

Höchste Erhebungen:

  • Rhodopen: Gojam Perelik (2'191 m. ü. M.)
  • Rila-Gebirge: Musala (2'925 m. ü. M.)
  • Pirin-Gebirge: Wichren (2'925 m. ü. M.)

Tierwelt: Schneemaus (Chionomys nivalis), Braunbär, Wolf, Balkangemse (Rupicapra r. balcanica).

Nationalparks:

  • Pirin-Nationalpark, Bulgarien; bestehend seit 1963, seit 1983 UNESCO-Welt-Naturerbe. 404 km². Über 70 Gletscherseen, höchster Punkt: Wichren. Die BALKANI Wildlife Society betreibt hier ein "Large Carnivore Education Centre" und ein Projekt zur Erforschung und zum Schutz der Wölfe.
  • Rila-Nationalpark, größter Nationalpark Bulgariens; bestehend seit 1992. 810 km². Höchster Punkt: Musala.

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13. Olymp

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Aussichtskanzel bei Niaux im Parc régional des Pyrénées ariégoises © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Nordgriechenland, Grenzgebiet von Thessalien und Zentralmazedonien.

Höchste Erhebung: Mytikas (2'914 m. ü. M.)

Tierwelt: Die früher vorkommenden Großsäugetiere sind größtenteils verschwunden. Im August 2008 wurde der vermutlich letzte Bär des Olymp gewildert.

Nationalpark:

Nationalpark Olympos; bestehend seit 1938. 40 km . Hochster Berg Griechenlands. In der Hochgebirgszone zahlreiche endemische Pflanzenarten. Höchster Punkt: Mytikas.

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14. Kretische Gebirge

EUR 05 03 14 lassithi malia PD1
Die Lassithi-Berge vom Mália-Palast aus © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Auf der Insel Kreta finden sich nebst mehreren Gebirgen, die weniger als 2'000 m hoch sind, drei Hochgebirgsmassive.

Höchste Erhebungen:

  • Weiße Berge oder Lefká Óri - Páchnos (2'453 m. ü. M.),
  • Ida-Gebirge - Psilorítis oder Timíos Stávros (2'456 m. ü. M.)
  • Lassithi-Gebirge - Dikti, 2148 m. ü. M.)

Tierwelt: Kretische Wildkatze (Felis silvestris (ev. libyca) cretensis), Kretische Wildziege, Gänsegeier, Bartgeier.

Siehe auch unter Kreta. 

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15. Kaukasus

EUR 05 03 15 kaukasus map PD1
Lage der im Text erwähnten Parks oder Gipfel im Kaukasus: (1) Elbrus; (2) Arevik-NP; (3) Shadag-NP; (4) Tiflis-NP

EUR 05 03 15 elbrus kalmykov
Der Doppelgipfel des Elbrus von Norden her gesehen © Lev Kalmykov; übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz.

Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Russland, Türkei.

Höchste Erhebung: Elbrus (in Russland, 5'642 m. ü. M.)

Tierwelt: Kaukasusluchs (Lynx lynx dinniki), Persischer/Kaukasischer Leopard (P.  p. saxicolor), Syrischer Braunbär (U. a. syriacus), Kaukasus-Maral, Kaukasus-Reh (Capreolus c. caucasicus)Ostkaukasischer und Westkaukasischer Tur, Wildziege, Armenisches Mufflon (Ovis gmelini/orientalis) Kaspisches Königshuhn (Tetraogallus caspius), Kaukasus-Birkhuhn (Lyrurus mlokosiewiczi), Gänsegeier, Bartgeier, Schmutzgeier. 1925 ausgerottet und wiederangesiedelt: Wisent im Shahdag-Nationalpark. Im frühen 19. Jahrhundert ausgerottet: Kaukasus-Elch (Alces a. caucasicus).

Nationalparks:

  • Arevik-Nationalpark, Armenien, größtes Schutzgebiet des Landes; bestehend seit 2009. 344 km² einschließlich Boghakar-Reservat, angrenzend an Shikahogh-Reservat und Sangesur-Reservat.Höchster Punkt: Saride (3'753 m. ü. M.).
  • Shadag-Nationalpark, Aserbaidschan, größter Nationalpark des Landes; bestehend seit 2006, erweitert 2010. 1'305 km². Höchster Punkt: Bazardüzü Dağı (4'466 m. ü. M.).
  • Tiflis-Nationalpark, Georgien; bestehend seit 1973, ältestes Schutzgebiet des Landes. 243 km². Höchster Punkt: 1'385 m. ü. M..

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 16. Ural

EUR 05 03 16 ural map
Lage der im Text erwähnten Parks oder Gipfel im Ural: (1) NP Narodnaja; (2) NP Jugyd Va; (3) Gora Jamantau

Russland. Nord-Süd-Ausdehnung ca. 2'400 km, Breite im Mittel etwa 50 km. Der Ural ist eigentlich nur ein Mittelgebirge, wird aber wegen seiner geografischen Bedeutung als Grenze zwischen Europa und Asien, und weil gebietsweise sehr wohl alpine Verhältnisse herschen, hier aufgenommen.

Höchste Erhebung: Narodnaja (1'895 m. ü. M.), im südlichen Ural Jamantau (1'640 m. ü. M.)

Tierwelt: Typische sibirische Fauna einschließlich Nordluchs (Lynx l. lynx), Vielfrass, Zobel (Martes zibellina), Sibirisches Reh, Sibirisches Waldren (Rangifer. t. valentinae).

Nationalparks:

  • Nationalpark Jugyd Va, nördlicher Ural, in der Republik Komi der Russischen Föderation; bestehend seit 1994, seit 1995 UNESCO-Welt-Naturerbe. 18'917 km², d.h. fast halb so groß wie die Schweiz. Höchster Punkt: Narodnaja.
  • Nationalpark Taganai, südlicher Ural in der Oblast Tscheljabinsk; bestehend seit 1991. 568 km². Höchster Punkt: Krugliza (1'178 m. ü. M.) im Gebirgszug Großer Taganai.

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17. Skandinavisches Gebirge

 

EUR 05 03 17 skandinavien map PD1
Lage der im Text erwähnten Parks im Skandinavischen Gebirge: (1) Abisko NP; (2) Kebnekaise NP; (3) Blåfjella-Skjækerfjella NP; (4) Dovrefjell-Sunndalsfjella NP; (5) Rondane NP; (6) Sonfjället NP; (7) Fulufjället NP

 

EUR 05 03 17 dovrefjell haering
Dovrefjell mit Snøhetta © Jürgen Haering; übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

Norwegen, Schweden, Finnland

Höchste Erhebungen: Rondslottet im Rondane-Massiv, Norwegen (2'178 m. ü. M.); Kebnekaise im Kebenkaise-Massiv, Schweden (2'097 m. ü. M.)

Tierwelt: Nordluchs (Lynx l. lynx) , Wolf, Polarfuchs, Braunbär, Vielfrass, Elch, Bergrentier oder Fjällren (R. t. tarandus), weitgehend (halb-)domestiziert, reine Wildpopulation  nur noch im norwegischen Dovrefjell und im Rondane-Bergmassiv. Moschusochse 1947-1953 im Dovrefjell angesiedelt. Weißschwanzseeadler, Alpenschneehuhn, Moorschneehuhn, Regenbrachvogel, Schneeeule, Sperbereule.

Nationalparks:

  • Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark, Südnorwegen Regierungsbezirke Innlandet, Møre og Romsdal und Trøndelag); bestehend seit 2002, zuvor seit 1974 Dovrefjell-Nationalpark. 1'693 km². Höchster Punkt: Snøhetta (2'286 m. ü. M.).
  • Rondane-Nationalpark, Süd-Norwegen, Regierungsbezirk Innlandet; bestehend seit 1962, erweitert 2003. 963 km². Höchster Punkt: Rondslottet (2'097 m. ü. M.)
  • Blåfjella-Skjækerfjella-Nationalpark, Zentral-Norwegen, Regierungsbezirk Trøndelag; 1'924 km². Höchster Punkt: Midtiklumpen (1'333 m. ü. M.).
  • Abisko-Nationalpark, Nord-Schweden, Norrbottens Län (Lappland); bestehend seit 1909. 77 km². Höchster Punkt: Slåttatjåhka (1'191 m. ü. M.).
  • Fulufjället-Nationalpark, Süd-Schweden, Dalarnas Län; Naturschutzgebiet seit 1973, Nationalpark seit 2012. 384 km², davon 190 km² Kernzone; schließt an gleichnamigen 82,5 km² großen norwegischen Nationalpark an. Höchster Punkt: Brattfjället (1'042 m. ü. M.).
  • Kebnekaise-Nationalpark, Nord-Schweden (Norrbottens Län (Lappland); bestehend seit 2009-2013. Ca. 650 km². Höchster Punkt: Kebnekaise.
  • Sonfjället-Nationalpark, Mittel-Schweden, Jämtlands Län; bestehend seit 1909. 103 km². Höchster Punkt: Högfjället (1'278 m. ü. M.).

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Tabelle: Hochgebirgsgipfel in Europa

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Andere Gebirgs-Nationalparks

 

Italien  

  • Nationalpark Gennargentu: Gennargentugebirge; Sardinien; bestehend seit 1998. 739 km². Höchster Punkt: Punta La Marmora (1'834 m).
  • Nationalpark Vesuv: Aktiver Vulkan; Provinz Neapel; bestehend seit 1995. 73 km². Höchster Punkt: 1'281 m.
  • Regionaler Naturpark Ätna: Aktiver Vulkan; Sizilien, Provinz Catania; 581 km². Höchster Punkt 3'323 m.
 

Portugal

  • Nationalpark Peneda-Gerês: Distrikte Viana do Castelo, Braga und Vila Real; bestehend seit 1971. 146 km². Höchster Punkt: Pico da Nevosa (1'545 m) in der Serra do Gerês.

Spanien

  • Nationalpark Teide: Kanarische Inseln; Teneriffa; bestehend seit 1954. 190 km². Höchster Punkt: Pico del Teide (3'715 m). 
  • Nationalpark Caldera de Taburiente: Kanarische Inseln; La Palma; bestehend seit 1954. 47 km². Höchster Punkt: Roque de los Muchachos (2'426 m).           

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Literatur und Internetquellen

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Freitag, 14 Mai 2021 16:55

Gebirgs-Nationalparks - Gran Paradiso

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso map
Lage des Nationalparks Gran Paradiso

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso(1)
Alpengemse (Rupicapra r. rupicapra) im Nationalpark Gran Paradiso © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso(2)
Alpengemsen (Rupicapra r. rupicapra) im Nationalpark Gran Paradiso © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso(3)
Alpensteinböcke (Capra ibex) im Nationalpark Gran Paradiso © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso(4)
Ca. 8-jähriger Alpensteinbock (Capra ibex) in lichtem Lärchenwald (Larix decidua) im Nationalpark Gran Paradiso © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso(5)
Ca 4-jähriger Alpensteinbock (Capra ibex) in lichtem Lärchenwald (Larix decidua) im Nationalpark Gran Paradiso © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen Gran Paradiso(6)
Alpensteinbock (Capra ibex) in aufgegebener Alpsiedlung im Nationalpark Gran Paradiso © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Lokalisation: Westalpen, Autonome Region Aostatal und Region Piemont.
Bestehend seit 1922.

Fläche:  703 km²
Höhe: Tiefste Lagen ca. 800 m, höchster Punkt Gran Paradiso, 4'061 m.ü.M.
Jahresniederschlag in Tallagen:  1'200-1'800 mm.
Temperaturen in Tallagen: Mittleres Maximum im Juli 29°C, mittleres Minimum im Januar -2°C.

In den Dörfern Cogne, Valsavarenche und Rhêmes-Notre-Dame unterhält der Park je ein Besucherzentrum, in Cogne auch den Botanischen Alpengarten "Paradisia", die ehemaligen königlichen Jagdhäuser werden als Schutzhütten betrieben.

Das Gran Paradiso-Massiv war das letzte Rückzugsgebiet des Alpensteinbocks, der sonst überall ausgerottet worden war.1856 erwarb der damalige König Vittorio Emanuele II. von Sardinien-Piemont ein erstes Landstück bei Nivolet und erklärte es zum königlichen Jagdrevier. Weitere Landerwerbungen folgten. Die Gründung eines spezialisierten Wildhüterkorps sowie die Errichtung eines 325 km langen Systems von Saumpfaden, die heute als Wanderwege dienen, gehen ebenfalls auf sein Betreiben zurück. Sein Enkel Vittorio Emanuele III., der 1913 letztmals eine Jagd durchführte, aber die Jagddistrikte weiter unterhielt, übertrug als König von Italien 1920 seine Ländereien und Rechte dem italienischen Staat, der das Gebiet 1922 zum ersten italienischen Nationalpark erklärte.

Der Nationalpark reicht von der submontanen bis zur nivalen Höhenstufe. Der Gran Paradiso ist der höchste Gipel der Grajischen Alpen im engeren Sinne (d. h. ohne Mont-Blanc-Massiv). Etwa ein Fünftel der Fläche sind mit Grasfluren und Alpweiden bedeckt, ein weiteres Fünftel mit Laub-, Misch- und Nadelwäldern. Die übrige Fläche besteht aus Fels- und Schutt sowie Firn und Gletschern.

Vegetation

In den tieferen Lagen stehen Rotbuchen- und Flaumeichenwälder (Quercus pubescens), Kastanienselven sowie, in Bachtälern, Ahorn-Lindenwälder. Dominierende Koniferen sind Fichte, Waldföhre, Lärche und Arve (Pinus cembra). Die Weiden und alpinen Rasen sind sehr artenreich. Insgesamt wurden im Park 974 Arten Gefäßpflanzen nachgewiesen, darunter 81 für die Alpen bzw. Westalpen endemische.

Tierwelt

Im Park wurden 40 Säugetierarten nachgewiesen. Die häufigsten  Huftierarten sind Alpensteinbock und Alpengemse, daneben kommen Reh und Wildschwein sowie gelegentlich der Rothirsch vor. Die Großraubtiere wurden ausgerottet, in jüngerer Zeit werden aber Wolf und Luchs wieder gelegentlich gesichtet. An Kleinraubtieren kommen Rotfuchs, Hermelin, Mauswiesel (Mustela nivalis), Dachs, Baum- und Steinmarder vor. Auffälligste Vertreter der Nagetiere sind Alpenmurmeltier und Eichhörnchen.

Der Gran Paradiso ist ein ornithologisch bedeutsames Gebiet (IBA IT008) mit mindestens 118 nachgewiesenen Vogelarten, wovon 100 Brutvogelarten, darunter Bartgeier, Steinadler, Schlangenadler, Birkhuhn, Alpenschneehuhn, Steinhuhn, Uhu, Schwarzspecht, Alpendohle und Feldlerche.

Die Herptofauna ist durch 4 Amphibien- und 8 Reptilienarten vertreten. Von der Bachforelle und vom Bachsaibling gibt es stabile Populationen.

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Literatur und Internetquellen:

  1. AVIBASE - GRAN PARADISO NATIONAL PARK
  2. BIBELRIETHER, H. & SCHREIBER, R. L. (Hrsg., 1990)
  3. BIRDLIFE DATA ZONE - GRAN PARADISO
  4. DUFFEY, E. (Hrsg. 1982)
  5. GIACOMETTI, M. (Hrsg., 2006)
  6. PARCO NAZIONALE GRAN PARADISO
  7. VALLE D'AOSTA

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EUR 05 Alpen CH NP map
Lage des Schweizerischen Nationalparks

 

EUR 05 Alpen CH NP(1)ValSassa
Blockgletscher Val Sassa, aufgenommen vom Aufstieg zur Fuorcla Murter © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(2)IlFuorn
Ehemalige Alpweide bei Il Fuorn. Der starke Äsungsdruck durch Rotwild und Gemsen verhindert bis heute das Aufkommen von Wald © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(6)Gemse Fuorn
Alpengemse (Rupicapra r. rupicapra) bei Il Fuorn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(3)Champlönch
Von Il Fuorn nach Ova Spin durch das Champlönch © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 01 03 trupchun hirsch
Rothirschkuh (Cervus elaphus hippelaphus) im Stabelchod © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(8)MuntLaSchera
Gipfelrast auf der Munt la Schera, 2586 m. ü. M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(4)MunggValScharl
Alpenmurmeltier (Marmota marmota) in der Val S-charl © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(4)ValTrupchun
Val Trupchun im Süden des Parks. Hier ist viel Rot- und Steinwild anzutreffen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP(5)Spöl
Der Spöl ist der Hauptfluss des Schweizerischen Nationalparks © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP Bartgeier 1
JungeBartgeier werden vor dem Einsatz in den Auswilderungshorst den Medien vorgestellt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 05 Alpen CH NP Bartgeier 2
Junger Bartgeier wird 1996 zum Auswilderungshorst in der Val Tantermozza getragen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Lokalisation: Zentralalpen, Kt. Graubünden, Unterengadin und Val Müstair auf dem Gebiet der Gemeinden Zernez, S-chanf, Scuol und Val Müstair
Bestehend seit 1914.

Fläche:  170 km²
Höhe: Tiefster Punkt Clemgia (Fluss) bei Scuol 1'385 m, höchster Punkt Piz Pisoc, 3'174  m.ü.M.
Jahresniederschlag: 1'250 mm, hauptsächlich von Mai bis August.
Temperaturen auf 1'900 m.ü.M.: Mittlere Höchsttemperaturen im Juli-August 17°C, mittlere Tiefsttemperaturen im Januar-Februar -8°C.

In Zernez unterhält der Park ein Besucherzentrum. Im Park gibt es ein Wanderwegnetz von 100 km, 18 Rastplätze sowie 7 Parkplätze entlang der Ofenpassstraße. Mitten im Park liegt in einer kleinen Exklave das Hotel Il Fuorn, eine weitere Unterkunft bietet die Chamanna Cluozza. Im Winter ist der Park nicht begehbar (Skifahren verboten).

Der Nationalpark reicht von der subalpinen bis zur nivalen Höhenstufe.  Etwa 28% der Fläche sind mit Nadelwäldern bedeckt, 21% mit alpinen Rasen. Die andere Hälfte besteht aus Fels- und Schutt sowie Firn. Sämtliche Gletscher im Parkgebiet sind im Verlauf der vergangenen 100 Jahre verschwunden, das letzte Dutzend ab 1973. Das bedeutendste Fließgewässer ist der 42 km lange Spöl, der ober- und unterhalb des Parks zu den Stauseen Lago di Livigno und Lai dad Ova Spin aufgestaut wurde und der in den Inn mündet. Sein wichtigster Zufluss im Park ist die Ova dal Fuorn, welche die Grenze zwischen der Ortler- und der Sesvennagruppe markiert. 23 bis 1.5 ha große und 8.5 m tiefe Karseen bilden auf 2'600 m Höhe die Lais da Macun, eine Seenplatte, die als Exklave seit 2000 zum Nationalpark gehört.

Vegetation

Im Gebiet des Ofenpasses wurde früher Eisen, Kupfer, Blei und Silber gefördert und verhüttet. Dazu wurden die Wälder kahlgeschlagen. Große Flächen des Parks sind daher heute mit relativ jungen Pionierwäldern bedeckt, die fast ausschließlich aus Bergföhren bestehen. Im weiteren gibt es subalpine Mischwälder mit Fichten, Bergföhren, Lärchen und Arven (Pinus cembra). Der hohe Bestand an Huftieren, namentlich Rotwild, verhindert die Ausdehnung der Wälder und führt zur Bildung von Kurzrasen, die sehr viel artenreicher sind, als vor der Gründung des Parks, als die Alpweiden mit Rindern bestoßen wurden.

Tierwelt

Zum Zeitpunkt der Parkgründung war die Alpengemse die einzige Huftierart, die in namhafter Zahl vorkam. Trotz fehlender Bejagung schwankt ihr Bestand seit 1920 zwischen zwischen 1'000 und 1'700 Stück. Der Rothirsch verschwand im Engadin bereits im 17. Jahrhundert als Standwild und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts ganz ausgerottet. Ab 1896 wanderten aus Tirol wieder erste Hirsche ins Unterengadin ein. 1915 lag der Bestand in Nationalpark bei 9 Stück. In der Folge vermehrte er sich rasant. Um 1980 lebten während des Sommers um die 3'000 Hirsche im Park. Dieser Überbesatz führte zu Schäden an der Vegetation und zum Teil massiven Wintersterben. Durch Sonderabschüsse inner- und außerhalb des Parks und später durch die Einführung einer zweistufigen Jagd im ganzen Kanton gelang es, des Problems einigermaßen Herr zu werden. Heute sind es noch rund 1'800 Stück Rotwild, die sich während des Sommerhalbjahrs im Park aufhalten. Trotz seit 1612 bestehendem striktem Jagdverbot wurde der Alpensteinbock 1640 in Graubünden ausgerottet. 1920 wurden erstmals wieder 7 Tiere aus den Wildparks Interlaken-Harder und Peter und Paul im Nationalpark angesiedelt. Immer wieder fielen Tiere Wilderern, hauptsächlich aus dem Livigno, zum Opfer, was mit der Gründung des angrenzenden Stilfserjoch-Nationalparks gebessert hat. Heute liegt der Steinwildbestand bei 300 Tieren. Rehwild kommt im Park nur in geringer Zahl und nur in den tieferen Lagen vor.

Die Großraubtiere wurden in der Schweiz alle ausgerottet, der Luchs wurde wieder angesiedelt, Bär und Wolf wanderten spontan aus Italien ein. Im Nationalpark missglückten illegale Wiederansiedlungsversuche von Luchsen, aber 2020 konnte ein eingewanderter Luchs dokumentiert werden. Seit 2016 gibt es im und um den Park auch wieder Wölfe. 1904 war der letzte Bär der Schweiz auf dem Gebiet des nachmaligen Nationalparks abgeschossen woirden. 2001 wurde erstmals wieder ein aus der Trentino-Population stammender Bär am Ofenpass gesichtet. Seitdem kommt es immer wieder zu Bärenbesuchen. An Kleinraubtieren kommen Rotfuchs, Hermelin, Mauswiesel (Mustela nivalis), Dachs, Baum- und Steinmarder vor. Auffälligste Vertreter der Nagetiere sind Alpenmurmeltier und Eichhörnchen.

Der Schweizer Nationalpark ist mit mindestens 82 nachgewiesenen Vogelarten Teil eines ein ornithologisch bedeutsamen Gebiets (IBA CH025). Zu den Brutvögeln gehören Steinadler, Birkhuhn, Alpenschneehuhn, Steinhuhn, Uhu, Schwarzspecht, Tannenhäher und Alpendohle. Vom im Jahr 1900 im Alpenraum ausgerotteten Bartgeier wurden von 1991-2007 insgesamt 26 Nachzuchtvögel aus Zoos und Zuchtstationen im Park und einige weitere im benachbarten Stilfserjoch-Nationalpark ausgewildert. 2007 brütete das erste Paar auf Schweizer Seite erfolgreich in der Val Tantermozza. 30 Jahre nach Beginn der Aktion gab es in den beiden Parks je 3 Brutpaare.

Die Reptilien sind durch die Kreuzotter und die Waldeidechse (Lacerta (= Zootoca) vivipara) vertreten, die Ampibien durch Grasfrosch und Bergmolch. Besonders reichhaltig ist die Schmetterlingsfauna mit 108 nachgewiesenen Arten.

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Literatur und Internetquellen:

  1. AVIBASE - SWISS NATIONAL PARK
  2. BIRDLIFE DATA ZONE - LOWER ENGADINE AND SWISS NATIONAL PARK
  3. BIBELRIETHER, H. & SCHREIBER, R. L. (Hrsg., 1990)
  4. BURCKHARDT, D. (1980)
  5. DUFFEY, E. (Hrsg. 1982)
  6. GIACOMETTI, M. (Hrsg., 2006)
  7. PARC NAZIUNAL SVIZZER
  8. STIFTUNG PRO BARTGEIER

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EUR 10 gediz map
Lage des Gediz-Deltas

 

 

 

EUR 10 gediz delta 1
Rosaflamingos (Phoenicopterus ruber roseus) in Salzlagune im Gediz-Delta, Türkei © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

EUR 10 gediz delta 3
Rosaflamingos (Phoenicopterus ruber roseus) in Salzlagune im Gediz-Delta, Türkei © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Der Golf von Izmir vor dem Gediz-Delta, Türkei © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der in der Antike "Hermos" genannte Gediz ist mit 405 km der zweitlängste Fluss, der aus Kleinasien dem Ägäischen Meer zuströmt. In seinem Unterlauf hat er im Verlauf der Zeit mehrfach das Bett gewechselt und dabei ein ca. 400 km² großes Delta aufgeschwemmt. Dieses ist eines der bedeutendsten Feuchtgebiete im Mittelmeerraum. 261.6 km² mit vier Salzlagunen von 34.5 km² Fläche, 50 km² Salzmarschen und 6.5 km² Süßwassersümpfen gelten als ornithologisch bedeutendes Gebiet (IBA TR016), und 149 km³ bilden seit 1998 das RAMSAR-Schutzgebiet Nr. 945. Der Unterlauf des Flusses mit dem Marmara-See wurde von der IUCN als "Key Biodiversity Area" eingestuft [3; 4; 7].

Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 16.8ºC, der mittleren monatliche Tiefstwert 7.8ºC, der Höchstwert 26.8°C. Die Sommermonate sind trocken, Regen fällt hauptsächlich im Winterhalbjahr, der Jahresniederschlag liegt bei 544 mm. Neben Lagunen, Flussläufen, Salz- und Süßwassersümpfen gibt es im Gebiet auch Dünen, zeitweilig feuchte Wiesen, Trockenwiesen, immergrünes Phrygana-Buschland und kleine Wälder. Hauptsächliche menschliche Aktivitäten sind Salzgewinnung, Fischerei, Weidewirtschaft sowie Garten- und Ackerbau. Überweidung, Intensivierung der Landwirtschaft, unangemessene Wassernutzung und Gewässerverschmutzung sowie von der benachbarten Millionenstadt Izmir ausgehende Freizeitaktivitäten sind die wichtigsten Gefahren, die das Schutzgebiet bedrohen [3; 4; 7].

Vegetation

Es wurden 308 Arten Gefäßpflanzen aus 206 Gattungen und 60 Familien nachgewiesen, darunter viele Halophyten. Die Riedflächen und Ufer der Wasserläufe sind mit Schilfrohr (Phragmites australis) und Rohrkolben bestanden, auf den Sandflächen wachsen Tamarisken (Tamarix sp.) und im hügeligen Gebiet Affodil (Asphodelus microcarpos), Terpentin-Pistazie (Pistacia terebinthus), Steineiche, Echte Feige and Kopfiger Thymian (Thymbra capitata). Entlang der Küste steht Europäischer Queller (Salicornia europaea) in dichten Beständen. Landeinwärts  dominieren Fuchsschwanzgewächse der Gattungen Arthrocnemum, Holocnemum und Halimione [7].

Tierwelt

Das Gediz-Delta hat eine vielfältige Fauna, zu der auch Südlicher Weißbrustigel (Erinaceus concolor), Wildschwein, Steinmarder, Dachs, Rotfuchs und Goldschakal gehören. Es wurden 35 Arten Reptilien und Amphibien nachgewiesen, nämlich 2 Schwanz- und 5 Froschlurche, 6 Schildkröten, 10 Echsen und 12 Schlangen. Im Mündungsbereich des Gediz wurden 56 Fischarten aus 24 Familien gefunden [1; 2; 4].

Hauptattraktion für zoologisch interessierte Besucher ist natürlich die Avifauna. Es wurden 289 Vogelarten festgestellt, von denen 28 Arten gefährdet sind. Um die 90 Arten brüten im Gebiet.  Etwa 2'500 Paare des  Rosaflamingos brüten hier, auch Krauskopfpelikan, Rost- und Brandgans, Rötelfalke (Falco naumanni), Austernfischer, Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Triel (Burhinus oedicnemus) und Spornkiebitz sowie diverse Möwen, Seeschwalben und Lerchen zählen zu den Brutvögeln. Im Winter versammeln sich hier über 80'000 Gastvögel, darunter etwa 25'000 Flamingos und 2-3'000 Blesshühner. Auch für Durchzügler ist das Delta ein wichtiger Rastplatz. [4; 5; 6; 7].

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Literatur und Internetquellen:

  1. ARSLAN, D., OLIVIER, A., YASAR, C. et al. (2018)
  2. BAYHAN, B., KAYA, M. & SEVER, T. M. (2008)
  3. BIRDLIFE DATA ZONE - GEDIZ-DELTA
  4. DOGA DERNEGI
  5. IZMIR BIRD PARADISE NATIONAL PARK
  6. ONMUS, O., DURUSOY, R. & EKEN, G. (2009)
  7. RAMSAR CONVENTION

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Samstag, 10 Oktober 2020 07:45

Fließgewässer

(9.0) Allgemeines
(9.1) Seen und Stauhaltungen

(9.2) Fließgewässer
(9.2.1) Forellenregion
(9.2.2) Äschenregion
(9.2.3) Barbenregion
(9.2.4) Brachsenregion
(9.2.5) Kaulbarsch-Flunder-Region

(9.3) Flachseen
(9.4) Kleingewässer
(9.5) Feuchtgebiete

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Fließgewässer Fliessgewässer

Das Schema der Fischregionen ist an Fließgewässern Deutschlands und Belgiens erarbeitet worden und hat für andere Regionen nur beschränkte Gültigkeit. Als Folge der vielen Stauhaltungen sind die einzelnen Regionen nicht mehr so klar getrennt wie früher

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Forellenregion

EUR-09-02-01 gasterenbach
Gasterenbach, ca.1380 m.ü.M, Berner Oberland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09-02-01 schwarzwasser
Schwarzwasser, 580 m.ü.M., Naturschutzgebiet Schwarzwasser-Sensegraben, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 09 02 tarn PD1
Die Gorges du Tarn bei Castelbouc, Forellenregion in Südfrankreich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Quellgebiet von Gebirgsbächen in Höhenlagen von bis zu über 2000 m.ü.M., von Gebirgsflüssen oder von klaren Wiesenbächen in tieferen Lagen und die oberen Bereiche dieser Gewässer. Starkes Gefälle von 4.5-50 ‰, Gewässerbreite 1 bis etwa 25 m, Wasser kühl, im Sommer je nach Höhenlage bis 10˚C oder etwas darüber, sauerstoffreich und, außer während der Schneeschmelze, klar. Der Boden besteht überwiegend aus Fels, Geröll oder grobem Kies.

Tierwelt:

Bachforelle (Salmo trutta f. fario), Groppe, der aus Nordamerika eingeführte Bachsaibling, in tieferen Lagen auch Elritze, Schmerle , Gründling (Gobio gobio), Laube, Steinbeißer (Cobitis taenia) und Bachneunauge (Lampreta planeri).

Wasseramsel, Berg- und Bachstelze (Motacilla cinerea, M. alba).

Der südfranzösische Tarn, der in den Cevennen entspringt und in die Garonne mündet, ist mit einem mittleren Gefälle von etwa 4 ‰  ein Forellen- und Äschengewässer, in dem man weitgehend auf dieselben Arten wie in Mitteleuropa (Forelle, Äsche, Elritze, Gründling, Groppe, Hasel, Döbel) trifft. In den ruhigeren Flussabschnitten im Unterlauf tritt anstelle der Flussbarbe die Forellenbarbe (Barbus meridionalis).

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Äschenregion

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Aare bei Rubigen, ca. 515 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Aare beim Zusammenfluss mit der Saane, 463 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Abschnitt unterhalb der Forellenregion. Die Gewässer sind breiter, bis zu etwa 100 m, das Gefälle weniger stark (1.25-7.5 ‰) und das Wasser etwas weniger kalt, im Sommer selten über 15ºC. Der Boden besteht hauptsächlich aus grobem oder feinerem Kies, stellenweise hat es Wasserpflanzen, die Unterschlupf und Nahrung für Insektenlarven und Kleinkrebschen bieten.

Tierwelt

Charakterfisch ist die Äsche (Thymallus thymallus), daneben hat es Fische der Forellenregion, die aus Nordamerika eingeführte Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss), in tieferen Lagen auch Huchen bzw. Lachs (Salmo salar), Nase, Alet, Quappe (Lota lota), Hecht und Rapfen (Aspius aspius).

Gänsesäger, Wasseramsel, Berg- und Bachstelze (Motacilla cinerea, M. alba)

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Barbenregion

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Alte Aare bei Safnern, 425 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Aare bei Büren, ca. 424 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Der Abschnitt unterhalb der Äschenregion. Der Bach ist hier zum Fluss geworden. Das Wasser ist immer noch relativ schnellfließend und sauerstoffreich, weist ein geringes Gefälle von 0.33-3 ‰ und in der warmen Jahreszeit Temperaturen von über 15˚C auf. Der Bestand an Wasserpflanzen hat zugenommen und oft hat es einen Schilfgürtel entlang den Ufern. Der Boden besteht aus grobkörnigem Sand oder Kies.

Tierwelt:

Charakterfisch ist die Flussbarbe (Barbus barbus), daneben leben hier Fische der Forellenregion sowie Rotauge (Plötze, Schwale) und Rotfeder, Schneider, Aal, Flussbarsch, Nase, Zander, Streber, Roi du Doubs (Zingel asper) und andere Barscharten.

Gänsesäger, Eisvogel, Wasseramsel, Berg- und Bachstelze (Motacilla cinerea, M. alba)

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Brachsenregion

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Rhône bei Pont-Saint-Esprit ca. 35 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Vechte bei Nordhorn, ca. 15 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Hier, im Unterlauf des Flusses, fließt das Wasser langsamer in einem ziemlich gleichmäßig tiefen Gerinne. Das Gefälle beträgt bis zu 1 ‰. Das Wasser ist of trübe, kann im Sommer wärmer als 20˚C werden, im Winter aber gefrieren. Der Sauerstoffgehalt in Nähe des sandigen oder schlammigen Bodens ist eher tief. Die Ufer sind stark bewachsen und dienen vielen Fischen als Kinderstube. Insgesamt ist dies die fischreichste Region eines Flusses.

Tierwelt

Charakterfisch ist der Brachsen (Abramis brama), daneben gibt es viele andere Karpfenfische, wie z.B. den Karpfen selbst, die Schleie, die Karausche, das Rotauge, die Rotfeder, die Laube, die Blicke oder die ZiegeFlussbarsch und Zander gedeihen hier besser als in der Barbenregionen. Auch der größte Raubfisch unseres Süßwassers, der Wels, findet sich hier, und früher war die Region das Laichgebiet von Stör und Maifisch.

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Kaulbarsch-Flunder-Region

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Graugänse an der Elbe bei Glückstadt, 0 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Elbe bei Brokdorf , 0 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Silberreiher (Casmerodius albus) in der Kleinen Rhone bei Les Stes. Maries-de-la-Mer, ca. Mittelmeerhöhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Mittelmeer-Silbermöwen (Larus cachinnans) in der Kleinen Kleine Rhone bei Les Stes. Maries-de-la-Mer, ca. Mittelmeerhöhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Brackwasserbereich der Mündungsgebiete wird auch als Kaulbarsch-Flunder-Region bezeichnet. Sie hat kein Gefälle und ist charakterisiert durch wechselnde Wasserführung und schwankenden Sauerstoff- und Salzgehalt bedingt durch die Wirkung der Gezeiten. Im Sommer wird das Wasser 20 und mehr °C warm. Der Untergrund kann aus feinem Sand, Kies oder Schlamm bestehen. Zu dieser Region gehören Tidenflüsse wie die Elbe ab dem Wehr Geesthacht, die Stör ab Kellinghusen, die Oste ab Bremervörde, die Weser ab Hastedt, die Hunte unterhalb von Oldenburg, die Ems ab Herbrum, der Unterlauf des Rheins, und der Eider.

Tierwelt:

Früher war der Europäische Stör von großer Bedeutung für die Fischerei in den Unterläufen der europäischen Flüsse, etwa bis in die 1930erJahre in der Elbe, wo er heute ausgestorben ist. Im Rhein verschwand er in den 1940/50er-Jahren, und in der der Eider, erlosch der letzte autochthone Störbestand Deutschlands 1969. Den letzten natürlichen Restbestand des Europäischen Störs gibt es im Gironde-Garonne-Dordogne-Gebiet in Frankreich. Seit einigen Jahre laufen Programme zur Wiederansiedlung der Art in Elbe und Oder.

In der Kaulbarsch-Flunder-Region finden sich heute, neben den namengebenden Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua) und Flunder (Platichthys flesus), Arten der Brachsenregion sowie Stichlinge (Gasterosteus aculeatus, Pungitius pungitius) und Meeräschen.

In der entsprechenden Region der Rhone gibt es neben Wels, Zander, Hecht, Aal, StichlingMaifisch und Meeräsche auch Seenadel (Syngnathus abaster), Wolfsbarsch, Sardine (Sardina pilchardus), GeißbrasseGoldbrasse und Seezunge (Solea solea).

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Literatur und Internetquellen

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