Donnerstag, 14 Juni 2018 14:48

HÖLZINGER, J. et al. (2004)

Rote Liste und kommentiertes Verzeichnis der Brutvogelarten Baden-Württembergs.

239 Seiten

LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. ISSN 1437-0182

Volltext (PDF)

Zusammenfassung:

Die vorliegende 6. Fassung der Roten Liste der rutvogelarten Baden-Württembergs stuft alle Brutvogelarten des Landes hinsichtlich ihrer Gefährdung mit Stand vom 31.12.2013 ein. Sie ersetzt damit die im Jahr 2007 erschienene 5. Fassung mit Stand vom 31. 12. 2004. Die Veränderung des Kriteriensystems in Anpassung an die vom Bundesamt für Naturschutz entwickelte und für alle Organismengruppen gültige Vorgehensweise sowie die neuen landesweiten Datensammlungen aus dem deutschen Brutvogelaltlas  
ADEBAR führten dazu, dass es eine Vielzahl von Veränderungen zwischen den beiden Fassungen gibt. Fast ein Drittel aller regelmäßig brütenden einheimischen Vogelarten sind von diesen Veränderungen betroffen. Vor der Gefährdungseinstufung wurden alle sich im Lande ehemals oder heute reproduzierenden Arten den vier verschiedenen Statuskategorien zugeteilt: Von insgesamt 260 gelisteten Brutvogelarten entfallen 199 auf den  Status I der regelmäßig brütenden einheimischen Arten, für die eine Gefährdungsanalyse durchzuführen war. Ferner entfallen 20 Arten auf den Status II der unregelmäßig in Baden-Württemberg brütenden Vogelarten, 33 Arten auf den Status III der gebietsfremden Arten (Neozoen) sowie 8 Arten auf Status IV der Arten mit unzureichender Kenntnislage.

Von den 199 Status-I-Arten werden 89 in den verschiedenen Gefährdungskategorien der neuen Roten Liste geführt. Das sind 44,7 % aller einheimischen, regelmäßig brütenden Vogelarten. Von diesen sind 25 Arten in Kategorie 0 „Ausgestorben oder verschollen“ eingestuft worden. 27 weitere Arten stehen in der Vorwarnliste, von denen ein Teil ebenfalls merkliche Abnahmen zeigt, davon 9 Arten sowohl im lang- als auch im kurzfristigen Trend wie  Mehlschwalbe, Haussperling und Mauersegler, 14 Arten nur im langfristigen und 4 Arten nur im kurzfristigen Trend. Folglich gelten derzeit nur 84 Vogelarten, also 42,2 %, als ungefährdet. Die Situation der Brutvogelarten des Landes hat sich nicht verbessert, vielmehr wurden in der vorliegenden 6. Fassung 21 Arten in höhere Gefährdungskategorien eingestuft, 4 weitere mussten neu in die Rote Liste aufgenommen werden. Nur 10 Arten konnten in niedrigere Gefährdungskategorien oder in die Vorwarnliste herabgestuft und 7 Arten aus der Roten Liste entlassen werden. Die im Bestand erloschenen Arten mussten jetzt um die Kornweihe erweitert werden. Insgesamt ist die Zahl von 25 im Bestand erloschenen Vogelarten schockierend, denn dies sind mehr als 12 % aller in Baden-Württemberg als regelmäßige Brutvögel festgestellten Arten. Ohne erheblich verbesserten Schutz und Einsatz für die vom Aussterben bedrohten Arten wird sich diese Liste sehr bald um weitere Kandidaten verlängern. Die Bestände von Löffelente, Moorente, Haselhuhn, Tüpfelsumpfhuhn, Bekassine und andere Wiesenlimikolen, Raubwürger, Ringdrossel, Bergpieper, Zitronenzeisig und Grauammer sind auf ein bedrohliches Maß zurückgegangen.

Andererseits konnten 41 Vogelarten Baden-Württembergs in den letzten beiden Jahrzehnten aus den letzten  beiden  Fassungen  der  Roten  Liste  sowie  weitere 15 aus den Vorwarnlisten entlassen  werden. Dabei zeigt sich, dass nur bei einem Teil der Arten die  bisher eingeleiteten Schutzmaßnahmen entscheidend für die positiven Bestandstrends waren. Oft waren natürliche Lebensraumveränderungen und Folgen des Klimawandels oder gar die Veränderung des Kriteriensystems ausschlaggebend. Bei den meisten Arten waren ohnehin  ein  Zusammentreffen mehrerer günstiger Entwicklungen und das gleichzeitige Wirken verschiedener Einflüsse maßgeblich. Es zeigt sich, dass die bisherigen Bemühungen um den Schutz der Brutvogelarten Baden-Württembergs überwiegend nicht ausreichend waren, um ihre Gefährdungssituation zu verbessern. Vielmehr bestehen die meisten Ursachen für die Gefährdung der Vogelarten weiter oder haben sich sogar noch massiv verschärft.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 10:44

HELB, H.-W. (2003)

Der Luchs im Pfälzerwald: ein wertvoller Beitrag zur Artenvielfalt im Wald.

AFZ – Der Wald 58/21: 1102-1106.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 09:10

HAUSMANN, R. & ZENTNER, F. (2008)

"Wild geboren" - Wisentreservat Damerower Werder.

Gebunden, 100 Seiten, 110 Farbfotos, 31 s/w-Fotos.

WAGE-Verlag, D-18195 Tessin. ISBN 978-3-937216-18-8.

Beschreibung:

Das Wisentreservat „Damerower Werder“ ist ein einzigartiges Refugium im Herzen der Meckenburger Seenplatte. 1957 begann hier die Erfolgsgeschichte der Arterhaltung des Wisents unter natürlichen Bedingungen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich diese Zuchtstation zu einer der international bedeutendsten Einrichtungen. Viel Wissenswertes über das Bison, von Insidern beschrieben, historisch recherchiert, dokumentiert und fotografiert.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 09:09

HARTMANN-FURTER, M. (2011)

Breeding European wildcats (Felis silvestris silvestris, Schreber, 1777) in species-specific enclosures for reintroduction in Germany.

In: VARGAS, A., BREITENMOSER, C. & BREITENMOSER, U,: Conservación Ex situ del Lince Ibérico: Un Enfoque Multidisciplinar / Iberian Lynx Ex situConservation: An Interdisciplinary Approach: 453-461. Published by Fundación Biodiversidad in collaboration with IUCN Cat Specialist Group

Abstract:

In the course of a long-term experimental study in Switzerland, a species-specific enclosure for European Wildcats was developed in which animals encounter all the structures and stimuli relevant to their behaviours as regards all functional cycles. The natural habitat of a species is commonly regarded as the environment where the animals' needs are best met. Since the species has adapted to the demands of this environment in the course of its evolution, this is where the animals are able to perform their natural behaviours. Consequently, the behaviour of animals living in the wild can be used as a basis for deducing zoo environments. However, most animals are difficult to observe in the wild. A large, complex and richly structured enclosure can be a substitute for the natural habitat if the animals are provided with the essential structures and stimuli necessary for performing their natural behaviours. An enclosure can be used as a substitute for the natural habitat and therefore as a reference for other housing systems if the animals in this enclosure are free of behavioural disturbances and if their behaviour does not deviate from that of their conspecifics in the wild, which is the case in my wildcat enclosures. The cats show a rhythm of activity similar to the one of their conspecifics in the wild, and an electronic feeding device, specifically tailored to wildcats, enables them to express very nearly the whole range of their natural hunting behaviour. The essential structures must be available in the right arrangement within the enclosure, with the keeper's appropriate behaviour as the second and equally important factor. The results of this study as well as the feeding technique have been applied in several wildlife parks in Switzerland and Germany.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 07:48

GORETZKI J., SPARING, H., SUTOR, A. (2009)

Zeit zu handeln: Neubürger auf dem Vormarsch.

Wild und Hund, Band 112, Heft 14, Seite 32-37.

Inhalt:

Erlegte Waschbären, Marderhunde oder Minks sorgen in einigen Teilen unseres Landes noch immer für Aufsehen. Doch inzwischen haben die drei Räuber weite Teile Deutschlands besiedelt und gehören zum festen Artenspektrum. Wildbiologen sehen dringenden Handlungsbedarf 

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 22:19

ELLIGER, A. (1997)

Die Nutria (Myocastor coypus MOLINA).

WFS Mitteilungen 1997 Nr. 2.
Hrsg. Wildforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg bei der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt Aulendorf.

Volltext (PDF): http://www.lazbw.de/pb/site/pbs-bw-new/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/lazbw_2017/lazbw_wfs/Wildforschungsstelle/WFS-Mitteilungen/WfsM1997_2.pdf

Headline:

Die  Nutria  wurde  vor  1996  als  Faunenfremdling  und Verursacher erheblicher Schäden  an  Gewässern  und  landwirtschaftlichen  Kulturen  im  Rahmen  des Pflanzenschutzes von amtlichen  Bisamfängern mitbekämpft. Die  Rechtssituation hat sich jedoch geändert. Die Nutria unterliegt in Baden-Württemberg seit dem  5. September 1996 mit Inkrafttreten  der  Durchführungsverordnung zum neuen Landesjagdgesetz (LJagdGDVO) dem Jagdrecht. Somit darf jetzt nur noch der Jagdausübungsberechtigte Nutrias bejagen.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 21:39

DROSTE, F. Baron von (1869)

Die zwei letzten in der Provinz Preussen erlegten Luchse.

Der Zoolog. Garten. Z. für Beobachtung, Pflege und Zucht der Thiere. Gemeinsames Organ für Deutschland und angrenzende Gebiete. 10: 48-50. Verlag der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt a. M.

 

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Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands.
Status und Entwicklung ausgewählter Wildtierarten in Deutschland, Jahresbericht 2006.

Deutscher Jagdschutz- Verband e.V. (Hrsg.). VII + 98 Seiten, zahlreiche Abbildungen. ISSN 1863 - 7582

 Zusammenfassung:

Mit dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) wurde erstmals ein bundesweites Monitoring-Programm zur großflächigen Populationserfassung bejagbarer Wildtiere installiert.

Der Deutsche Jagdschutz-Verband gab das Projekt als dauerhaften Baustein der ökologischen Umweltbeobachtung mit dem  Ziel in Auftrag, Strategien für  Schutz und nachhaltige  Nutzung  von  Tierpopulationen zu entwickeln. Die Erfassung  von  Populationsdichten und -entwicklungen dient als Basis für weitere  Forschung und als Argumentationsbasis für jagdpolitische und naturschutzrelevante Entscheidungen in Deutschland. Die Daten des Monitoring-Programms „Greifvögel und Eulen Europas“ fließen durch Unterstützung der Game Conservancy Deutschland e.V. und des DJV mitin das WILD ein und ergänzen es um einen weiteren Baustein.

Die Datenerhebung  in WILD  basiert zum einen auf Wildtierzählungen in ausgewählten Referenzgebieten, zum anderen auf  Bestandseinschätzungen  in möglichst vielen Jagdbezirken   Deutschlands. In dem langfristig angelegten Projekt werden auch Faktoren, die Einfluss auf die Dichte der untersuchten Tierarten nehmen können (z.B. Flächennutzung, Jagdintensität, differenzierte Jagdstrecken), erhoben.

 

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Sonntag, 24 Februar 2013 11:12

Wiederansiedlung des Feldhamsters

Vom einst in Mitteleuropa weit verbreiteten und häufigen Feldhamster haben nur kleine Restbestände die Auswirkungen der modernen Landwirtschaft überlebt [5]. Weil die verbleibenden Populationen drastisch abnehmen wurde die Art 2020 in der Roten Liste der IUCN als unmittelbar vom Aussterben bedroht eingestuft. Mehrere Zoos engagieren sich deshalb für ihree Erhaltung, haben Zuchten aufgebaute, Möglichkeiten zur Reservehaltung geschaffen und beteiligen sich an Wiederansiedlungsprojekten.

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Zucht und Wiederansiedlung des Feldhamsters im Rhein-Neckar-Kreis

Zoo Heidelberg

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Feldhamster (Cricetus cricetus) © Zoo Heidelberg

 

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Feldhamster (Cricetus cricetus © Zoo Heidelberg

 

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Schauanlage für Feldhamster (Cricetus cricetus im Zoo Heidelberg © Peter Dollinger, VdZ

 

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Das Areal bei Mannheim, auf dem es noch bzw. wieder Feldhamster gibt oder geben könnte (gelb), ist durch Siedlungen, Bahngleise und den Neckar begrenzt und wird durch drei Autobahnen und mehrere stark frequentierte Verbindungsstrassen fraktioniert. Der Kartenausschnitt stellt eine Fläche von rund 16 km² dar.

Der Feldhamster ist in Baden-Württemberg nur noch sehr selten an wenigen Orten zwischen Heidelberg und Mannheim und bei Lauda-Königshofen im Main-Tauber-Kreis anzutreffen.

Von fünf im Jahr 2002 bekannten und zwei später bestätigten  Feldhamstervorkommen auf dem Gebiet der Stadt Mannheim sind in den Folgejahren vier erloschen, weshalb ein Artenhilfsprogramm ins Leben gerufen wurde. Seit März 2004 engagiert sich der Zoo Heidelberg im Schutz dieser einst so häufigen und im Rhein-Neckar Kreis seit fast 2000 Jahren heimischen Art und unterhält mittlerweile weitreichende Kooperationen mit Naturschutzorganisationen sowie der Stadt Mannheim. Auch die Bauern wurden vertraglich in das Artenschutzprogramm mit eingebunden, um die Hamsterpopulation zu erhalten. 2009 verlieh die World Association of Zoos and Aquariums (WAZA) dem auf 10 Jahre angelegten Feldhamsterprojekt ein Zertifikat für In-Situ Artenschutz und es wird seither mit der Projektnummer 09001geführt. Dadurch wird dem Zoo bescheinigt einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung der Welt-Zoo-Naturschutz-Strategie zu leisten. Zu den Zielen des Projekts gehören die Stabilisierung der letzten Hamsterbestände und die Sicherstellung einer überlebensfähigen Population in der Rhein-Neckar Region.

Der Zoo Heidelberg hat zum Zweck der Wiederansiedlung als erster in Deutschland eine Feldhamsterzucht aufgebaut, die im Jahr 2007 144 Jungtiere, im Jahr 2008 160 Jungtiere erbrachte. Einzelne Tiere wurden an andere Zoos abgegeben, Hauptzweck der Zucht ist aber, Hamster für ein 2002 initiiertes Wiederansiedlungsprogramm der Stadt Mannheim zur Verfügung zu stellen, das als Kompensation für den Verlust von Hamsterlebensraum durch den Bau von Sportanlagen etc. durchzuführen ist. Damit soll eine der beiden letzten Feldhamsterpopulationen Baden-Württembergs gerettet werden. Die Wiederansiedlung begann 2007 mit 46 Tieren und wurde 2008 mit 65 weiteren Tieren fortgesetzt. Der Wiederansiedlungsort befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft von zwei der noch drei autochthonen Reliktvorkommen. Die Zahl der freigelassenen Tiere wurde weiter erhöht, da stets mit Verlusten, namentlich durch den Fuchs, zu rechnen ist. Im ersten Jahr wurden 17 im Ansiedlungsgebiet geborene Jungtiere festgestellt. 2008 konnten bei den regelmässig durchgeführten Kontrollfängen 41 Junghamster mit Lebendfallen gefangen werden. 2017 wurde das Feldhamster-Zentrum im Heidelberger Zoo erweitert, sodass unter verbesserten Haltungsbedingungen auch in den kommenden Jahren jährlich etwa 170 Tiere zur Verfügung gestellt werden können [4; 6; 7].

2015 wurden im Bösfeld rund 350 Hamsterbaue gezählt. Ein Hauptproblem des Projekts besteht darin, dass das Wiederansiedlungsareal im Bösfeld/Kloppenheimerfeld und die autochthonen Relikt-Vorkommen dadurch Bahngleise, Siedlungen und den Nackar begrenzt sind, was eine Dispersion verunmöglicht, und innerhalb des Areals für den Hamster praktisch unüberwindbare Straßen zu einer Verinselung führen, d.h. zu Teilpopulationen, zwischen denen ein genetischer Austausch kaum möglich ist. Um langfristig die genetische Auffrischung dieser "Inselbevölkerungen" möglich zu machen, wurden 2015 zwischen Seckenheim und Edingen-Neckarhausen für rund 100 000 Euro Hamstertunnelunter der Landesstraße L 637 angelegt. Die Reliktpopulation in Suebenheim ist dagegen völlig isoliert [3; 4].

Video: Ist der Feldhamster noch zu retten? SWR-Mediathek: Odysso

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Zucht und Wiederansiedlung des Feldhamsters in Hessen

Opel-Zoo Kronberg, Zoo Frankfurt, Zoo Osnabrück, Fasanerie Wiesbaden

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Feldhamster (Cricetus cricetus) im Opel-Zoo Kronberg © Archiv Opel-Zoo

 

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Feldhamster (Cricetus cricetus) Transport zum Auswilderungsort © Archiv Opel-Zoo

 

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Feldhamster (Cricetus cricetus) anzusiedeln ist personalintensiv © Archiv Opel-Zoo

2018 wurde im Opel-Zoo Kronberg eine auf Initiative und mit Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde des Hochtaunuskreises und in Kooperation mit dem hessischen Umweltministerium geführte Auffang- und Zuchtstation für Feldhamster eröffnet. Je fünf Weibchen und Männchen wurden als Anfangsbestand in die Anlage aufgenommen. Ziel ist es, Feldhamster für die Auswilderung zu züchten und bei Bedarf wilde Hamster aufzunehmen. Im Schauraum können sich Besucher über die Ökologie und das Verhalten der Feldhamster sowie deren Bedrohungsstatus informieren und Hamster in selbstgegrabenen Bauen beobachten.

In der Folge gab es jedes Jahr Jungtieren des in seinem Bestand stark bedrohten und streng geschützten Nagers. 2019 wurden vier Weibchen trächtig und warfen insgesamt 18 Junge. 2020 konnten die ersten 25  Nachzuchttiere in der Nähe von Darmstadt ausgewildert werden. 2021 war die Zahl der Jungtiere rekordverdächtig: In der Zuchtanlage im Freigehege wurden 52 Feldhamster geboren und 27 von ihnen wurden im August im im Vordertaunus ausgewildert. Die Auswilderungsfläche wurde unter der Leitung der Unteren Naturschutzbehörde entsprechend vorbereitet. Im Rahmen der „Feldflurarche Hochtaunus“ sorgt eine Streifenbepflanzung mit verschiedenen Pflanzen wie Getreide, Luzerne, Erd- und Himbeeren, Kürbissen und Sonnenblumen nicht nur für Deckung, sondern auch für reichlich Futter für die Feldhamster. Zusätzlich wurden mit Kameras versehene Erdlöcher vorgebohrt, um den Tieren das Anlegen ihrer Baue zu erleichtern. Die restlichen 2021 Jahr geborenen Tiere wurden teilweise in die Zuchtpopulationen aufgenommen, 14 wurden im Frühjahr 2022 im Vordertasunus und 5 weitere in Südhessen bei Darmstadt ausgewildert.

Die Erhöhung der Zuchtaktivitäten war nur durch die Kooperation mit anderen Zoologischen Gärten möglich, wie sie auch bei anderen Tierarten und in anderen Bereichen in den Zoos üblich ist: Damit es in Kronberg Platz für weitere Nachzuchten gab, wurden acht Tiere im Zoo Frankfurt und 20 im Zoo Osnabrück bis zur Auswilderung und später auch Überwinterung weiter versorgt. So wurde im Opel-Zoo Platz für weitere Nachzuchten geschaffen.

Literatur und Internetquellen:

  1. OPEL ZOO - Pressemitteilungen
  2. MESO - FREIGEHEGE NEWS 41: 15:
  3. MORGENWEB vom 31.10.2015 
  4. RUMER, B. (2016)
  5. WEINHOLD, U. & KAYSER, A. (2006)
  6. WEINHOLD, U., SANDER, M. & HEIMANN, L. (2012)
  7. ZOO HEIDELBERG - Pressemitteilungen

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx