Montag, 22 Oktober 2018 06:04

WÖRNER, F. G. (2013)

Der Marderhund - Ein etablierter Neubürger in Deutschlands Wildbahn.

PDF, 19 Seiten, 11 Abbildungen.

Gesellschaft für Haustierkunde (GfH) e.V. - Eberhard Trumler Station.

Inhalt:

1. Neozoen – Neubürger in unserer Tierwelt
2. Der Marderhund
2.1 Herkunft und Körpermerkmale
2.2 Neuer Besiedlungsgebiete
2.3 Lebensraum
2.4 Lebensweise und Ernährung
2.5 Sozialverhalten, Fortpflanzung und Welpenentwicklung
2.6 Krankheiten und Parasiten
2.7 Hat der Marderhund einen unerwünschten Einfluss auf die heimische Tierwelt?
3. Nutzung als Pelztier
3.1 Haltung in Pelztierfarmen
3.2 Der Marderhund und seine Bejagung in Deutschland
4. Ausblick
5. Literatur
6. Anhang Buchbesprechung: TRUMLERs Wilde Freunde

Volltext

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Freitag, 24 August 2018 07:31

RÜHLE, A. (2015)

Das Wildkaninchen im Südwesten Deutschlands.

Teil I: Mitt. BAG Kleinsäuger, Heft 2/2015:  25-30.

Teil II: Mitt. BAG Kleinsäuger, Heft 3/2015:  6-10.

Zusammenfassung:

Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhundert war das Europäische Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus [LINNAEUS, 1758]) in Deutschland weit verbreitet und kam im großer Zahl vort. Heute ist es vor allem aufgrund der Myxomatose nur noch in der Mitte und dem Norden Deutschlands häufiger anzutreffen, während es im Süden nur vereinzelt kleine Populationen gibt. ANDREAS RÜHLE beobachtet seit einigen Jahren Wildkaninchen. Das bietet die möglichkeiet, Vergleiche zur eigenen Freilandhaltung von Hauskaninchen bei weitgehend arttypischer Ernährung anzustellen.

 

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Donnerstag, 24 Mai 2018 08:06

WINKLER, A. (2009)

75 Jahre Zoo am Kaiserberg.
Vom Duisburger Tierpark zum Zoo Duisburg.

Schüling Verlag, Münster. ISBN-10: 3-86523-140-3 / 3865231403; ISBN-13: 978-3-86523-140-6 / 9783865231406
Verlagstext:

Am 12. Mai 1934 öffnete der seinerzeit noch als Tierpark bezeichnete Zoo Duisburg erstmalig seine Pforten. In nur 75 Jahren entwickelte sich der Zoo Duisburg zu einem der führenden Zoologischen Gärten Deutschlands mit bedeutenden Alleinstellungsmerkmalen, wie den Delfinen und den Koalas, sowie zahlreichen zoologischen Raritäten, von Pinselohrschweinen und Fossas bis zu den Wombats.

Neben dem größten Binnenhafen der Welt und zwischen den Schloten, Fördertürmen und Hüttenwerken der bedeutenden Eisen- und Stahlmetropole Duisburg ist der Zoo nicht mehr wegzudenken. Alljährlich strömen gut 1 Million Besucher in den Zoo Duisburg, dessen Bekanntheitsgrad und Einzugsgebiet weit über die Stadtgrenzen hinaus reicht.

Mit informativen Texten und vielen historischen Bildern wird die Geschichte des Zoo Duisburg von 1934 bis 2009 dargelegt. Von den Anfängen eines kleinen Tierparks am Fuße des Kaiserberges bis zum bedeutenden Zoologischen Garten von internationaler Reputation.

 

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Donnerstag, 12 April 2018 20:58

DÜMPELMANN (C. & KORTE, e. (2013)

Rote Liste der Fische und Rundmäuler Hessens (Pisces & Cyclostomata).

4. Fassung (Stand: September 2013)
34 Seiten
Erstellt im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV).
ISBN 978-3-89274-366-8.

Die der vorliegenden Roten Liste der Fische und Rundmäuler Hessens zu Grunde liegenden Daten wurden im Rahmen der Erstellung  des Hessischen Fischartenatlas erhoben und zusammengeführt. Der Gesamtdatensatz setzt sich aus den  Einträgen der landesweiten  Artendatenbank bei Hessen-Forst im Servicezentrum Forsteinrichtung und Naturschutz (FENA) sowie aus Literaturangaben,
Gutachten, belegten Hinweisen von Bearbeitern zum Hessischen Fischartenatlas und Sammlungsbelegen zusammen.

Volltext (PDF)

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Artenhilfsprogramm Feldhamster der Stadt Mannheim - Jahresabschlußbericht 2012.

54 Seiten. Landkarten, Grafiken, Tabellen.
Institut für Faunistik, D-69253 Heiligkreuzsteinach  

Ganzer Text

Zusammenfassung:

Die  Stadt  Mannheim  hat  im  Rahmen  des  artenschutzrechtlichen  Ausgleichs  zur  Erlangung  der artenschutzrechtlichen  Befreiungen  gemäß  §  44  und  6 7  BNatSchG  für  die  Bauvorhaben  SAP Arena, Stadtbahnring Mannheim-Ost, Ikea-Einrichtungshaus und Stadtteilerweiterung Mannheim-Sandhofen im Jahr 2001 ein Artenhilfsprogramm (AHP)  Feldhamster erstellen lassen, welches die Gesamtpopulation auf Mannheimer Gemarkung berücksichtigt.

Erste Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen für den Feldhamster wurden ab 2003 im  Bösfeld  und  Mühlfeld  für  die  SAP  Arena  umgesetzt,  ebenso  bei  Neuhermsheim  für  die Stadtbahn  und  im  Laufe  des  Jahres  2003  für  Ikea.  Ab 2004  gab  es  ebensolche  Maßnahmen  auch bei Mannheim-Sandhofen.

Die  Laufzeit  und  der  Erfolg  des  AHP  zielt,  wie  alle   Artenschutzprojekte,  auf  Langfristigkeit  ab. Der  seit  Beginn  des  regelmäßigen  Monitorings  der  Hamsterpopulationen  ab  2002  festzustellende Rückgang   und   der   drastische   Bestandseinbruch   in   2003/04   haben   zudem   die   Aktivierung ursprünglich  optionaler  Maßnahmen,  wie  die  Zucht (im Zoo Heidelberg) und  Wiederansiedlung  des  Feldhamsters, notwendig gemacht.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 08:38

HOHMANN, U. (2000)

Raumnutzung und Sozialsystem des Waschbären in Mitteldeutschland.

Verhalten 8/9. 16 Seiten
Hrsg.: Wildtier Schweiz, Winterthurerstrasse 92, CH-8006 Zürich.

Auszug:

Der nordamerikanische Waschbär wurde vor etwa 70 Jahren erstmals in Europa, am Edersee in Deutschland, ausgesetzt. Seit jener Zeit hat sich der Waschbär weit über die Fläche Deutschlands hinaus ausgebreitet. In seiner Urheimat Amerika wird das nachtaktive Raubtier seit Jahrzehnten intensiv erforscht, doch im neuen Verbreitungsgebiet war über die Lebensweise des Waschbären bislang wenig bekannt. Im Rahmen einer mehrjährigen Studie versuchten Biologen und Forstwissenschaftler der Universität Göttingen, diese Wissenslücke zu schliessen. Hierzu wurden im niedersächsischen Weserbergland 24 Waschbären mit Radiohalsbändern versehen und ihr Raumverhalten beobachtet. Dabei gewannen die Forscher erstmals umfassende Kenntnisse über die Streifgebietsgrösse, die Schlafplatzwahl und die Sozialstruktur dieses faszinierenden Exoten.  

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Donnerstag, 14 Juni 2018 09:58

LANGGEMACH, T. (2009)

Die Großtrappe in Deutschland - gerettet?

Der Falke 56: 456-463

Zusammenfassung:

Manche Vogelarten lassen sich über den Schutz einer einzigen Ressource "managen". Ganze Nistkastenpopulationen von Steinkauz oder Wiedehopf belegen diese Erfolge. Auch beim Fischadler lässt sich über künstliche Nisthilfen der Bestand anheben und die Reproduktion steigern, man kann die Lage der Brutplätzze steuern und in gewissem Maße Paare sogar gezielt umsiedeln. Die Großtrappen rangiert genau am anderen Ende der Skala. Schon vor achtzig Jahren wusste Oskar Heinroth, das Großtrappen "Sargnägel" sind, und auch wenn er sich dabei ausschließlich auf die Aufzucht bezogen hat, so ist ihm doch im weiteren Sinn beizupflichten: Die Großtrappe gehört zu den am schwierigsten zu schützenden Vögeln in Deutschland.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 23:16

SCHWARZ, S. (2011)

Steppenvögel in der Agrarlandschaft - die Grosstrappe in Deutschland.

Wildbiologie international 5/15: 16 Seiten. Hrsg.: Wildtier Schweiz, Winterthurerstrasse 92, CH-8006 Zürich

Auszug:

Vor drei Jahrhunderten noch ein häufiger Anblick in den Landwirtschaftsgebieten Europas, gehört die Grosstrappe heute zu den bedrohtesten Vogelarten Mitteleuropas. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt leben Deutschlands letzte Fortpflanzungsgemeinschaften dieser imposanten Vögel. Die Veränderung der Landnutzung durch den Menschen ist die Hauptursache für den starken Rückgang des ursprünglichen Steppenvogels. Hinzu kommen die angestiegenen Populationen von Beutegreifern, die eine neue Herausforderung für die laufenden Artenschutzprojekte sind. Die Zukunft der Grosstrappe hängt, wie das Überleben vieler Arten der Agrarlandschaften, an einem dünnen Faden – die Zielsetzung für die weitere Entwicklung landwirtschaftlich genutzter Räume in ganz Europa ist dabei entscheidend.

 

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Erstellung einer Warnliste in Deutschland noch nicht vorkommender invasiver Tiere und Pflanzen - Ergebnisse aus dem F+E-Vorhaben (FKZ 3510 86 0500).

154 Seiten.Hrsg. Bundesamt für Naturschutz, Bonn. ISBN 978-3-89624-066-8.

Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen

Die Beurteilung der Invasivität von 42 ausgewählten noch nicht in Deutschland vorkommenden Arten (Status fehlend bzw. unbekannt) ergab eine Liste von 26 Arten, die in die Schwarze Liste-Warnliste eingestuft wurden (Tab. 3, Kap. 6). Für diese Arten sind laut BNatSchG § 40 Abs. 1 vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung der Einbringung erforderlich.

Von den 10 Gefäßpflanzenarten der Warnliste werden fünf Arten mehr oder weniger regelmäßig als Zierpflanzen gehandelt (Akebia quinata, Baccharis halimifolia, Eichhornia crassipes, Ludwigia peploides, Pueraria lobata) bzw. besitzen drei Arten ein Potenzial, zukünftig im Handel stärker nachgefragt zu werden (Heracleum persicum, H. sosnowskyi, Persicaria perfoliata). Ein Besitz- und Vermarktungsverbot für diese Arten wäre demnach in Einklang mit BNatSchG § 54 Abs. 4 in Verbindung mit § 44 Abs. 2 und Abs. 3 Nr. 2 zu fordern. Jeweils eine Art lebt in aquatischen Lebensräumen (Spartina alterniflora) oder wird seit einigen Jahren als Energiepflanze kultiviert (Fallopia sachalinensis ‚Igniscum‘). Bei diesen beiden Arten sollte insbesondere die Schaffung von Problembewusstsein innerhalb der Öffentlichkeit und betroffener Wirtschaftssektoren verstärkt werden.

Für die drei Makroalgen der Warnliste, die marine Küstenlebensräume besiedeln, erscheint Öffentlichkeitsarbeit zur Verhinderung einer unabsichtlichen Ausbringung und Ausbreitung, z. B. durch Regelungen zur Reinigung von Schiffsrümpfen, die einzige zielführende Strategie. Für Arten, die in der Aquakultur verwendet werden, wie Undaria pinnatifida, ist ein Besitz- und Vermarktungsverbot zur Verhinderung der Einbringung denkbar.

Von den 13 Tierarten der Warnliste werden für neun vorbeugende Maßnahmen als zielführend erachtet: Neben dem schon bestehenden Besitz- und Vermarktungsverbot (mit den entsprechenden Ausnahmen für Tierhaltungen unter zoologisch fachkundiger Leitung) für Sciurus carolinensis, sollten solche Einschränkungen (inkl. Zuchtverbot) auch für Muntiacus reevesi, alle drei Orconectes-Arten, Pimephales promelas und Xenopus laevis gelten. Um den anhaltenden, unbeabsichtigten Transfer von Arten durch den Main-Donau-Kanal zu unterbinden (vgl. GALIL et al. 2007, NEHRING 2005, 2008) und um die Einschleppung von Perccottus glenii zu verhindern, sollten effektive Ökosperren in diesem Kanal installiert werden. Der Heilige Ibis (Threskiornis aethiopicus) sollte nicht freifliegend in zoologischen Anlagen gehalten werden.

Für jene Arten, die in der Regel über den Handel unabsichtlich eingeschleppt werden (Arthurdendyus triangulatus, Linepithema humile mit Zierpflanzen und Erde; Bursaphelenchus xylophilus mit Importholz; Perccottus glenii u.a. auch mit Besatzmaterial anderer Arten; Didemnum vexillum mit Aquakulturgeräten und -organismen) sollten stichprobenartige Kontrollen intensiviert werden. Eine lückenlose Kontrolle ist aber nicht möglich. In diesen Fällen muss die Strategie auf frühzeitiges Erkennen, Quarantänemaßnahmen und sofortige Bekämpfung nach Auftreten ausgerichtet sein. Ein generelles Importverbot in den EU-Raum wäre für alle nordamerikanischen Flusskrebse wünschenswert. Eine entsprechende Umsetzung speziell für Deutschland ist jedoch in der Vergangenheit am Europäischen Gerichtshof gescheitert. Es bleibt abzuwarten, ob aktuelle Aktivitäten bzgl. Einschränkung des Handels durch Listung weiterer invasiver Arten in der Europäischen Artenschutzverordnung oder ob das neue geplante Rechtsinstrument der EU-Kommission zum Umgang mit invasiven Arten hier in Zukunft neue Ansatzpunkte zur Regulierung schaffen werden.

Ein striktes Import- oder Besitz- und Vermarktungsverbot ist jedoch auch kritisch zu hinterfragen. Wie die Erfahrungen mit der Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) gezeigt haben, ist der Tierhandel in der Lage rasch auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren und das Problem wird so unter Umständen nicht behoben, sondern nur auf andere Arten verlagert. Auch eine Verschiebung in die Illegalität ist nicht zielführend, da die Möglichkeiten von Kontrollen dadurch weiter erschwert werden. Dieselben Argumente gelten auch für den Handel mit Zierpflanzen. Selbstauferlegte Handelsbeschränkungen erscheinen als sinnvolle Ergänzung zu selektiven gesetzlichen Verboten. Gelingt es die entsprechenden Großlieferanten von Zierpflanzen, Aquarien- und Terrarientieren, Vogelzüchter, Aquakultur-, Fischerei- und Jagdausübende zu überzeugen, bekanntermaßen invasive Organismen aus dem Handel oder aus der Praxis zu nehmen, so wäre dies ebenfalls in Einklang mit BNatSchG § 40 Abs. 1 als vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung der Einbringung zu sehen. Solche Verzichtserklärungen oder "Code of Conducts" wurden zum Beispiel vom Zentralverband Gartenbau e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Bundesamt für Naturschutz (ZENTRALVERBAND GARTENBAU 2008), von der EPPO und dem Europarat für Zierpflanzen (HEYWOOD & BRUNEL 2009) bzw. von Vertretern der Aquarien- und Haustierorganisationen (DAVENPORT & COLLINS 2009) entwickelt.

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Rabitsch, W., Gollasch, S., Isermann, M., Starfinger, U & Nehring, S. (2013)

Erstellung einer Warnliste in Deutschland noch nicht vorkommender invasiver Tiere und Pflanzen - Ergebnisse aus dem F+E-Vorhaben (FKZ 3510 86 0500)

154 Seiten.Hrsg. Bundesamt für Naturschutz, Bonn. ISBN 978-3-89624-066-8.

Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen

Die Beurteilung der Invasivität von 42 ausgewählten noch nicht in Deutschland vorkommenden Arten (Status fehlend bzw. unbekannt) ergab eine Liste von 26 Arten, die in die Schwarze Liste-Warnliste eingestuft wurden (Tab. 3, Kap. 6). Für diese Arten sind laut BNatSchG § 40 Abs. 1 vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung der Einbringung erforderlich.

Von den 10 Gefäßpflanzenarten der Warnliste werden fünf Arten mehr oder weniger regelmäßig als Zierpflanzen gehandelt (Akebia quinata, Baccharis halimifolia, Eichhornia crassipes, Ludwigia peploides, Pueraria lobata) bzw. besitzen drei Arten ein Potenzial, zukünftig im Handel stärker nachgefragt zu werden (Heracleum persicum, H. sosnowskyi, Persicaria perfoliata). Ein Besitz- und Vermarktungsverbot für diese Arten wäre demnach in Einklang mit BNatSchG § 54 Abs. 4 in Verbindung mit § 44 Abs. 2 und Abs. 3 Nr. 2 zu fordern. Jeweils eine Art lebt in aquatischen Lebensräumen (Spartina alterniflora) oder wird seit einigen Jahren als Energiepflanze kultiviert (Fallopia sachalinensis ‚Igniscum‘). Bei diesen beiden Arten sollte insbesondere die Schaffung von Problembewusstsein innerhalb der Öffentlichkeit und betroffener Wirtschaftssektoren verstärkt werden.

Für die drei Makroalgen der Warnliste, die marine Küstenlebensräume besiedeln, erscheint Öffentlichkeitsarbeit zur Verhinderung einer unabsichtlichen Ausbringung und Ausbreitung, z. B. durch Regelungen zur Reinigung von Schiffsrümpfen, die einzige zielführende Strategie. Für Arten, die in der Aquakultur verwendet werden, wie Undaria pinnatifida, ist ein Besitz- und Vermarktungsverbot zur Verhinderung der Einbringung denkbar.

Von den 13 Tierarten der Warnliste werden für neun vorbeugende Maßnahmen als zielführend erachtet: Neben dem schon bestehenden Besitz- und Vermarktungsverbot (mit den entsprechenden Ausnahmen für Tierhaltungen unter zoologisch fachkundiger Leitung) für Sciurus carolinensis, sollten solche Einschränkungen (inkl. Zuchtverbot) auch für Muntiacus reevesi, alle drei Orconectes-Arten, Pimephales promelas und Xenopus laevis gelten. Um den anhaltenden, unbeabsichtigten Transfer von Arten durch den Main-Donau-Kanal zu unterbinden (vgl. GALIL et al. 2007, NEHRING 2005, 2008) und um die Einschleppung von Perccottus glenii zu verhindern, sollten effektive Ökosperren in diesem Kanal installiert werden. Der Heilige Ibis (Threskiornis aethiopicus) sollte nicht freifliegend in zoologischen Anlagen gehalten werden.

Für jene Arten, die in der Regel über den Handel unabsichtlich eingeschleppt werden (Arthurdendyus triangulatus, Linepithema humile mit Zierpflanzen und Erde; Bursaphelenchus xylophilus mit Importholz; Perccottus glenii u.a. auch mit Besatzmaterial anderer Arten; Didemnum vexillum mit Aquakulturgeräten und -organismen) sollten stichprobenartige Kontrollen intensiviert werden. Eine lückenlose Kontrolle ist aber nicht möglich. In diesen Fällen muss die Strategie auf frühzeitiges Erkennen, Quarantänemaßnahmen und sofortige Bekämpfung nach Auftreten ausgerichtet sein. Ein generelles Importverbot in den EU-Raum wäre für alle nordamerikanischen Flusskrebse wünschenswert. Eine entsprechende Umsetzung speziell für Deutschland ist jedoch in der Vergangenheit am Europäischen Gerichtshof gescheitert. Es bleibt abzuwarten, ob aktuelle Aktivitäten bzgl. Einschränkung des Handels durch Listung weiterer invasiver Arten in der Europäischen Artenschutzverordnung oder ob das neue geplante Rechtsinstrument der EU-Kommission zum Umgang mit invasiven Arten hier in Zukunft neue Ansatzpunkte zur Regulierung schaffen werden.

Ein striktes Import- oder Besitz- und Vermarktungsverbot ist jedoch auch kritisch zu hinterfragen. Wie die Erfahrungen mit der Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) gezeigt haben, ist der Tierhandel in der Lage rasch auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren und das Problem wird so unter Umständen nicht behoben, sondern nur auf andere Arten verlagert. Auch eine Verschiebung in die Illegalität ist nicht zielführend, da die Möglichkeiten von Kontrollen dadurch weiter erschwert werden. Dieselben Argumente gelten auch für den Handel mit Zierpflanzen. Selbstauferlegte Handelsbeschränkungen erscheinen als sinnvolle Ergänzung zu selektiven gesetzlichen Verboten. Gelingt es die entsprechenden Großlieferanten von Zierpflanzen, Aquarien- und Terrarientieren, Vogelzüchter, Aquakultur-, Fischerei- und Jagdausübende zu überzeugen, bekanntermaßen invasive Organismen aus dem Handel oder aus der Praxis zu nehmen, so wäre dies ebenfalls in Einklang mit BNatSchG § 40 Abs. 1 als vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung der Einbringung zu sehen. Solche Verzichtserklärungen oder "Code of Conducts" wurden zum Beispiel vom Zentralverband Gartenbau e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Bundesamt für Naturschutz (ZENTRALVERBAND GARTENBAU 2008), von der EPPO und dem Europarat für Zierpflanzen (HEYWOOD & BRUNEL 2009) bzw. von Vertretern der Aquarien- und Haustierorganisationen (DAVENPORT & COLLINS 2009) entwickelt.

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The German wildlife information system: population densities and development of European Hare (Lepus europaeus PALLAS) during 2002–2005 in Germany.

European Journal of Wildlife Research, February 2008, 54 (1): 142-147.

Abstract:

The German Wildlife Information System, founded in 2001, is a long-term monitoring program documenting occurrence, number, and development of game populations throughout Germany. Population numbers are recorded by standardized counting methods in so-called reference areas. The population densities of the European hare are calculated by spotlight strip censuses in the reference areas each spring and autumn all across Germany. From 2002 to 2005, the censuses were carried out by local hunters in 510 to 676 reference areas each year. During these years, the calculated spring densities increased significantly from 11.0 (2002) to 14.5 hares/km2 (2005) nationwide. The overall increase in spring densities was primarily caused by the population rise from spring 2003 to 2004, which correlates with the high net growth rate in 2003. In 2005, the number of counted hares varied between less than 1 and more than 107 hares/km2 in spring and between 0 and more than 170 hares/km2 in autumn. Because of differing landscapes in Germany, three regions were differentiated. In spring 2005, the average population densities (median) in East Germany (5.4 hares/km2) and Southwest Germany (14.6 hares/km2) were significantly lower than in Northwest Germany (23.9 hares/km2). These regional differences had been similarly distinct in former years.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx