Donnerstag, 14 Juni 2018 15:33

Elefantenrüsselfisch

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Knochenzünglerartige (Osteoglossiformes)  
Familie: Nilhechte und Elefantenfische (Mormyridae)

D LC 650

Elefantenrüsselfisch

Gnathonemus petersii • The Peters' Elephantnose Fish • Le poisson-éléphant

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Elefantenrüsselfisch (Gnathonemus petersii) im Zoo Frankfurt © Joachim S. Müller, Lizenz https://creativecommons.org/.

 

 

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Approximative Verbreitung des Elefantenrüsselfischs (Gnathonemus petersii)

 

 

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Elefantenrüsselfisch (Gnathonemus petersii) im Aquarium tropical, Allex © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Elefantenrüsselfisch (Gnathonemus petersii) im Aquarium tropical, Allex © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Trotz seiner überwiegend nächtlichen Lebensweise ist der Elefantenrüsselfisch eine attraktive Art, die als schwach elektrischer Fisch auch zoopädagogisch etwas hergibt. Sie wird allerdings in europäischen Zoos und Schauaquarien nicht sehr oft gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Elefantenrüsselfische erreichen eine Gesamtlänge von 20-23 cm. Am Unterkiefer des endständigen Mauls haben sie einen fleischigen Fortsatz, den "Rüssel". Sie sind sogenannt aktiv schwach-elektrische Fische. Sie produzieren mit einem speziellen Organ am Schwanzansatz elektrische Impulse, die ein dreidimensionales Feld um den Fischkörper herum aufbauen. Objekte, Artgenossen oder Beutetiere, die in die Nähe kommen, besitzen eine andere Leitfähigkeit als das Umgebungswasser und „verbiegen“ das elektrische Feld. Der Rüsselfisch kann diese sehr feinen Feldveränderungen mit Sinnesorganen wahrnehmen, die sich in grosser Menge – es sind mehr als 2000! – auf seiner ganzen Körperoberfläche befinden. Besonders sensibel ist das sogenannte Schnauzenorgan, eine rüsselförmige Verlängerung des Unterkiefers. Mit ihm untersucht der Fisch seine Umgebung nach Fressbarem, es vollführt dabei rhythmische seitliche Suchbewegungen [3; 4; 5].

Verbreitung

Zentral- und Westafrika: Von Nigeria bis zur Zentralafrikanischen Republik im Osten, und bis Angola und Sambia im Süden.

Lebensraum und Lebensweise

In Flüssen und Seen. Elefantenrüsselfische sind territorial, d.h. im Aquarium werden schwächere Tiere der eigenen Art bekämpft oder unterdrückt. Gegenüber Fischen anderer Arten sind sie dagegen verträglich [4].

Gefährdung und Schutz

Der Elefantenrüsselfisch ist weit verbreitet, und gilt aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2009 global wie regional als nicht gefährdet. Allerdings sind weitere Untersuchungen zur Taxonomie nötig, da es sich auch um mehr als eine Art handeln könnte [1].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird lokal zu Speisezwecken gefangen und befindet sich im Aquarienfischhandel [2]. Ihr elektrische Organ, bot Anlass, sie in Wasserwerken als Trinkwasserwächter einzusetzen. Normalerweise können 800 Stromschläge pro Minute gemessen werden [4].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird, wohl als einzige ihrer Gattung, in rund 20 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich gegen die Hälfte im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen: In Deutschland empfiehlt das Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen (Süßwasser) für die Haltung von Elefantenrüsselfischen als Gruppe oder vergesellschaftet mit anderen Arten ein Mindest-Wasservolumen von 150 l. Dasselbe Volumen wird in Österreich durch die 2. Tierhaltungsverordnung vorgeschrieben. Anhang 2, Tabelle 8 der Schweizerischen Tierschutzverordnung gibt an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1862 von dem aus Esslingen stammenden und am Londoner Naturhistorischen Museum tätigen Taxonomen Albert Karl Ludwig Gotthilf GÜNTHER als "Mormyrus petersii" beschrieben. Die Gattung Gnathonemus wurde ein Jahr später von dem amerikanischen Ichthyologen Theodore Nicholas GILL aufgestellt [2].

Literatur und Internetquellen

  1. AWAÏSS, A. ET AL. (2010). Gnathonemus petersii. The IUCN Red List of Threatened Species 2010: e.T181553A7677380. http://www.iucnredlist.org/details/181553/0. Downloaded on 04 February 2018.
  2. FISH BASE
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. RIEHL, R. & BAENSCH, H.A. (1985)
  5. ZOO BASEL

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Donnerstag, 14 Juni 2018 06:54

Südafrikanisches Stachelschwein

Überordnung: EUARCHONTOGLIRES
Taxon ohne Rang: Nagetiere und Hasen (GLIRES)
Ordnung: Nagetiere (RODENTIA)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricomorpha)
Familie: Stachelschweine (Hystricidae)

D LC 650

Südafrikanisches Stachelschwein

Hystrix africaeaustralis • The Cape Porcupine • Le porc-épic de l'Afrique du Sud

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Südafrikanische Stachelschweine (Hystrix africaeaustralis) im Zoo Basel © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Südafrikanischen Stachelschweins (Hystrix africaeaustralis)

 

 

 

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Südafrikanische Stachelschweine (Hystrix africaeaustralis) im Zoo Amersfoort © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Die Vertreter der Gattung Hystrix im engeren Sinne sind wegen der Umwandlung des Haarkleids in ein Stachelkleid und wegen ihres Verhaltens von besonderem zoopädagogischem Interesse und gehören zu den Standardtieren in Zoologischen Gärten, wobei die genaue Artbestimmung bisweilen Mühe macht.

Körperbau und Körperfunktionen

Zusammen mit dem Gewöhnlichen Stachelschwein (Hystrix cristata) ist das Südafrikanische Stachelschwein die größte Nagetierart auf dem Afrikanischen Kontinent. Die Tiere erreichen eine Kopf-Rumpflänge von 63-81 cm, eine Schwanzlänge von 10-13 cm und ein Gewicht von 10-12(-24) kg. Die Weibchen werden bis zu einem Viertel schwerer als die Männchen, sie haben 2-3 Paar Zitzen, ansonsten unterscheiden sich die Geschlechter äußerlich nicht. Wie bei Hystrix cristata und im Gegensatz zu Hystrix indica sind beim Südafrikanischen Stachelschwein die Spitzen der Nackenmähne weiß [4].

Verbreitung

Ost- und Südliches Afrika : Botswana, Burundi, Kenia, Kongo, Kongo Dem., Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Swasiland, Tansania,  Uganda [1]

Lebensraum und Lebensweise

Das Südafrikanische Stachelschwein besiedelt unterschiedlichste Lebensräume von Seehöhe bis 2000 Meter über Meer. Es meidet dichten Wald, kommt aber in lockerem Wald (Miombo) bis hin zur Namibwüste vor. Den Tag verbringen die Tiere in natürlichen, selbst gegrabenen oder von Erdferkeln (Orycteropus afer) übernommenen Erdhöhlen [2].

Ihr Stachelkleid macht Stachelschweine zu einer wenig einladenden Beute für Großkatzen oder große Greifvögel. Sie erscheinen dadurch wesentlich wuchtiger als sie in Wirklichkeit sind. Die Wirkung wird durch ein typisches Abwehrverhalten noch gesteigert: Bei Beunruhigung sträuben die Tiere die Stacheln und erscheinen dadurch plötzlich doppelt so groß. Hält die Bedrohung an, rasseln sie mit dem Schwanz. Nähert sich der Feind dennoch, kehrt das Stachelschwein ihm das Hinterteil zu und rammt ihm seine Stacheln in den Körper. Eingedrungene Stacheln gehen am Stachelschweinrücken leicht aus [2; 3].

Stachelschweine leben in Familiengruppen, innerhalb derer sich nur das monogame α-Paar fortpflanzt Nach einer Tragzeit von 93-105 Tagen gebärt die Weibchen meist nur einmal im Jahr 1-3 etwa 300-400 g schwere, weit entwickelte Junge, deren Körper mit noch weichen Stacheln bedeckt ist. Die Jungen werden 3-4 Monate gesäugt. Männchen werden mit 8-18 Monaten, Weibchen im 2. Lebensjahr geschlechtsreif [6].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist weitverbreitet, kommt in zahlreichen Schutzgebieten vor und gilt daher aufgrund einer Beurteilung im Jahr 2016 als nicht-gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Internationaler Handel durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Das Südafrikanische Stachelschwein wird zur Fleischgewinnung bejagt [1].

Haltung

WEIGL gibt als Höchstalter über 23 Jahre und 6 Monate an, erreicht von einem im Leipziger Zoo gehaltenen männlichen Tier [5].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 50 Zoos gehalten, von denen sich ein paar wenige im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Nach Säugetiergutachten 2014 können Stachelschweine der Gattung Hystrix ganzjährig in Außengehegen gehalten werden, wenn sie im Winter Zugang zu einem frostfreien Schutzraum haben. Für 2 Stachelschweine soll eine Mindestfläche von 20 m² angeboten werden, für jedes weitere Tier 5 m² mehr.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 2019) schreibt für 2 Stachelschweine ein Außengehege mit einer Mindestfläche von 40 m², Grabgelegenheit und Schlafboxen, eventuell heizbarem Innenraum vor.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs ist für ein Paar oder eine Familiengruppe Stachelschweine ein Außengehege mit einer Mindestfläche von 40 m² mit einer Sand- oder Erdschicht als Bodengrund und Unterstand erforderlich.

Taxonomie und Nomenklatur

Das Südafrikanisches Stachelschwein wurde 1852 vom nachmaligen Direktor des Berliner Zoos, Wilhelm PETERS unter seinem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben [6].

Literatur und Internetquellen

  1. CASSOLA, F. (2016). Hystrix africaeaustralis (errata version published in 2017). The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T10748A115099085. http://www.iucnredlist.org/details/10748/0. Downloaded on 22 May 2018.
  2. MILLS, G & HES, L. (1999)
  3. MOHR, E. (1965)
  4. RUDLOFF, K. (2011)
  5. WEIGL, R. (2005)
  6. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)

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Freigegeben in Stachelschwein-Verwandte
Donnerstag, 14 Juni 2018 09:36

Bürstenschwanz-Känguru

Unterklasse: Beuteltiere (MARSUPIALIA)
Ordnung: Känguruverwandtschaft (DIPROTODONTIA)
Unterordnung: Känguruartige (Macropodiformes)
Familie: Rattenkängurus (Potoroidae)

D CR 650

EEPBürstenschwanz-Känguru

Bettongia penicillata • The Brush-tailed Rat Kangaroo, or Woylie • La bettongie à queue touffue

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Bürstenschwanz-Känguru (Bettongia penicillata) im Zoo Duisburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Verbreitung des Bürstenschwanz-Kängurus (Bettongia penicillata). Grau schattiert: ursprüngliches Artareal, bis etwa 1970 verschwunden (Quelle: Parks & Wildlife W.A.), blau: überlebende autochthone Populationen, gelb einige der ca. 50 wiederangesiedelten Populationen

 

 

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Bürstenschwanz-Känguru (Bettongia penicillata) in Dundee's Wildlife Park, Murray Bridge SA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Bürstenschwanz-Känguru (Bettongia penicillata) in Dundee's Wildlife Park, Murray Creek SA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Bürstenschwanz-Känguru (Bettongia penicillata) im Zoo Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Bürstenschwanz-Känguru (Bettongia penicillata) im Zoo Moskau © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Bürstenschwanz-Känguru (Bettongia penicillata). Abbildung aus GOULD, J. (1863). The Mammals of Australia, Vol. 2. Public Domain.

 

 

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Die Rattenkängurus wurden früher als Unterfamilie der eigentlichen Kängurus angesehen. Aufgrund anatomischer Besonderheiten des Schädels und Gebisses werden sie heute als eigene Familie eingestuft. Bürstenschwanzkängurus sind weitgehend nachtaktiv und werden daher vorzugsweise in Nachttierhäusern gezeigt, was die Zahl der möglichen Haltungen einschränkt.

Körperbau und Körperfunktionen

Bürstenschwanz-Kängurus erreichen eine Kopf-Rumpflänge von 29-36 cm, eine Schwanzlänge von 25-36 cm und ein Körpergewicht von 1.1-1.6 (0.8-1.8) kg. Ihr Fell ist auf dem Rücken gräulich braun, am Kopf teilweise dunkler, am Bauch, den Extremitäten und der Schwanzunterseite heller. Der Schwanz wird gegen das Ende hin dunkler und weist auf der Oberseite eine dunkeln, bürstenartigen  Haarkamm auf [5]. Zur besseren Verdauung der Pilznahrung verfügen die Tiere über einen zweihöhligen Magen [2].

Verbreitung

Australien: Das Bürstenschwanz-Känguru war einst über große Teile Australiens südlich der tropischen Bereiche und in den zentralaustralischen Wüstengebiete verbreitet, Heute ist seine Verbreitung stark eingeschränkt und beschränkt sich auf den Süden des Kontinents, wo es noch in zersplitterten, teils wiederangesiedelten Beständen in Western Australia, New South Wales und South Australia vorkommt [6].

Lebensraum und Lebensweise

Bürstenschwanzkängurus besiedelten ursprünglich die unterschiedlichsten Lebensräume, von Spinifex-Grasland bis hin zu Monsun- und Trockenwäldern. Heute kommen sie nur noch in den geschlossenen und offenen Trockenwäldern Westaustraliens sowie weiter östlich im  Mallee-Busch vor. Sie sind nachtaktiv und verbringen den Tag einzeln in selbstgebauten Nestern aus Gras, Rinde und sonstigem Pflanzenmaterial. Das Baumaterial transportieren sie mit ihrem eingerollten Schwanz, was John GOULDs in seinem Werk "The Mammals of Australia" dargestellt hat [2]. Sie sind Einzelgänger und verhalten sich gegenüber Tieren des gleichen Geschlechts aggressiv. Männchen haben Streifgebiete von 28-43 ha, Weibchen von 15-28 ha. Davon werden etwa 2-4 ha als Territorium verteidigt [5; 6].

Die Nahrung besteht zu etwa einem Drittel aus trüffelartigen, also unterirdisch wachsenden Pilzen. Ansonsten werden diverse Pflanzenteile und Wirbellose gefressen [5].

Nach einer Tragzeit von drei Wochen wird meist ein Junges geboren, selten zwei. Der Nachwuchs bleibt 3.5 Monate im Beutel und wird mit 4-5 Monaten entwöhnt. Die Weibchen werden meist unmittelbar nach der Geburt wieder gedeckt, wobei der Embryo eine Keimruhe durchmacht, bis das ältere Geschwister den Beutel verlässt. Pro Jahr können so drei Aufzuchten stattfinden [5].

Gefährdung und Schutz

Das Bürstenschwanz-Känguru wird seit 2008, letztmals überprüft 2012, als vom Aussterben bedroht eingestuft (Rote Liste: CRITICALLY ENDANGERED), da seine Bestände seit 1996 dramatisch, um rund 90%, zurückgegangen sind. Eine Reihe von Faktoren waren verantwortlich für frühere Bestandesrückgänge: Prädation durch eingeführte Räuber (Fuchs und Katze), Lebensraumzerstörung und -veränderung, Konkurrenz durch eingeführte Haus- und Wildtiere und Krankheiten. Die Gründe für die weitverbreiteten Bestandsrückgänge in neuerer Zeit sind aber noch unklar und es laufen Forschungsarbeiten dazu [3; 6].

Die östliche Unterart (B. p. penicillata) ist ganz, die westliche (B. p. ogilbyi) beinahe ausgestorben [6].

Der internationale Handel ist nicht unter CITES geregelt. Für lebende Tiere gelten Ausfuhrbeschränkungen Australiens.

Bedeutung für den Menschen

Als sie noch in größerer Zahl auftraten, konnten Bürstenschwanzkängurus gebietsweise Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen anrichten. Die Aborigines pflegten das "Woylie" als Fleischlieferant zu jagen.

Haltung

Bürstenschwanzkängurus werden meist in verglasten Vitrinen in Nachttierhäusern gehalten. Eine Haltung in von einem Paar ausgehenden Kleingruppen ist möglich, wenn die heranwachsenden Männchen rechtzeitig entfernt werden [2].

Das älteste bekannte Bürstenschwanzkänguru wurde im Bronx Zoo geboren und starb im Zoo von Los Angeles im Alter von 18 Jahren und 10 Monaten [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die westliche Unterart (B. p. ogilbyi) wird in rund 30 Zoos gehalten, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL ist ein Außengehege fakultativ. Das Innengehege soll eine Mindestfläche von 8 m² für 1 bis 2 Tiere und 2 m² für jedes weitere Tier messen.

Die Tierschutzverordnung der Schweiz schreibt für 1 bis 2 Tiere ein Innengehege von 8 m² und für jedes weitere Tier zusätzlich 2 m² vor.

Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs verlangt für bis 5 Tiere  ein Innengehege von 16 m². Für jedes weitere Tier ist die Fläche um 10% zu erhöhen.

Nach JACKSON soll für 1-2 Tiere eine Gehegefläche von 15 m² nicht unterschritten werden, für jedes weitere Tier sollen 5 m² zusätzlich angeboten werden [1].

Taxonomie und Nomenklatur

Das Bürstenschwanzkänguru wurde 1837 vom englischen Zoologen John Edward GRAY, der am Britischen Museum tätig war, unter seinem heute noch gültigen Namen beschrieben. Ob die in Nordost-Queensland lebende Form tropica eine eigene Art oder eine Unterart von penicillata ist, wird noch diskutiert [5].

Literatur und Internetquellen

  1. JACKSON, S. M. (2003)
  2. PUSCHMANN, W., ZSCHEILE, D., & ZSCHEILE, K. (2009)
  3. WAYNE, A.F., MAXWELL, M.A., WARDA, C.G., VELLIOSA, C.V., WILSON, I., WAYNE, J.C. & WILLIAMS, M.R.(2015)
  4. WEIGL, R. (2005)
  5. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)
  6. WOINARSKI, J. & BURBIDGE, A.A. (2016). Bettongia penicillata. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T2785A21961347. http://www.iucnredlist.org/details/2785/0. Downloaded on 15 June 2018.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 23:23

Komodowaran

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Waranartige (Platynota)
Familie: Warane (Varanidae)

D VU 650

EEPKomodowaran

Varanus (Varanus) komodoensis • The Komodo Dragon • Le varan des Komodos

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Komodowaran (Varanus komodoensis) im Tropiquarium Servion © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Verbreitung des Komodowarans (Varanus komodoensis) - Für Detailkarte von Flores und Nachbarinseln drauflkicken. Dunkelblau heutige Verbreitung; rot: ehemalige Verbreitung

 

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Komodowaran (Varanus komodoensis) im Tropiquarium Servion © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Komodowaran (Varanus komodoensis) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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1.0 Komodowaran (Varanus komodoensis) bei der Ankunft im Zoo Leipzig © Zoo Leipzig (Pressefoto)

 

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1.0 Komodowaran (Varanus komodoensis) im Zoo Leipzig © Zoo Leipzig (Pressefoto)

 

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Komodowaranweibchen (Varanus komodoensis) im Zoo Leipzig © Zoo Leipzig

 

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Komodowaran (Varanus komodoensis) im Fort Worth Zoo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Komodowarane (Varanus komodoensis) im Taman Safari Indonesia II, Prigen, Java © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Komodowarane (Varanus komodoensis) im Taman Safari Indonesia II, Prigen, Java © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Komodowaran (Varanus komodoensis) im Aquatis Lausanne © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Komodowaran (Varanus komodoensis) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Der Komodowaran hat sich bereits vor etwa 4 Millionen Jahren, im Pliozän, entwickelt. Er ist heute heute die größte lebende Echsen der Welt und stößt daher und wegen seiner potenziellen Gefährlichkeit für den Menschen beim Zoopublikum auf Interesse.

Körperbau und Körperfunktionen

Komodowarane sind massige Tiere, die im Freiland bis 60 kg, im Zoo bis 150 kg schwer werden sollen. Männliche Exemplare können eine Gesamtlänge von 3 m, Weibchen von etwa 2.2 m  erreichen. Die ovalen Nasenlöcher befinden sich nahe dem stumpfen Schnauzenende. Die gespaltene Zunge ist gelb. In der Körpermitte haben sie 170-176 Schuppenreihen. Die Kopfschuppen sind groß und rund, die Nackenschuppen groß und konisch, jene von Rumpfoberseite und Schwanz stark gekielt, am Bauch schwach gekielt. Der Schwanz ist etwa so lang wie Kopf und Rumpf, seitlich komprimiert, oben mit niedrigem Kamm. Das Schwanzende ist leuchtend gelbgrün. Ansonsten sind Erwachsene ziemlich eintönig graubraun gefärbt, Jungtiere sind hauptsächlich schwarz mit gelben Flecken und Bändern, Schwanz und Hinterbeine rostfarben bis gelbgrün [1; 6].

Verbreitung

Auf wenigen, kleineren Inseln in der Sundasee Indonesiens: Komodo, Rinca (Rintja), Westende und Nordküste von Flores, Gili Motang und Gili Dasami [3; 6; 8].

Lebensraum und Lebensweise

Komodowarane sind tagaktiv. Sie halten sich meist in savannenartigen Grasland auf, gehen zur Jagd aber auch in den Wald. Nachts schlafen sie in natürlichen Höhlen oder in bis zu 10 m langen selbstgegrabenen Erdbauen. Erwachsene jagen Säugetiere einschließlich Wildschweine, Hirsche und Wasserbüffel und gelegentlich Menschen. Angeblich könnten sie dazu beigetragen haben, die im Pleistozän auf Flores und benachbarten Inseln lebenden Zwergelefanten (Stegodon sompoensis) auszurotten. Diese Annahme gründet darauf, dass alle heute im Areal der Komodwarane lebenden Großsäuger erst vor etwa 5'000 Jahren vom Menschen eingefährt wurden. Wasserbüffel werden auf ihren Wechseln überrascht und in die Beine gebissen. Da der Speichel sehr viele Bakterien enthält, entzünden sich die Wunden. Nach dem Angriff, folgen die Warane dem Beutetier während Tagen, bis es durch die Infektion und den Blutverlust so geschwächt ist, dass sie es überwältigen können. Sie fressen auch Aas. Die Fortpflanzung fällt in die Trockenzeit, d.h. Juni / Juli. Die Gelege bestehen aus 25-30 Eiern, die im Boden vergraben werden. Die Jungen schlüpfen nach 7-8 Monaten. Die Schlüpflinge haben eine Länge von  40-50 cm und wachsen innerhalb eines Jahres auf 1 m heran. Sie jagen anfänglich gerne auf Bäumen nach Insekten und kleinen Echsen, wie Agamen, Geckos und Skinke. Mit einem Jahr gehen sie zu einer terrestrischen Lebensweise über und fressen nun auch Säugetiere, Vögel und Aas [3; 4; 6; 12].

Gefährdung und Schutz

Die Bestände des Komodowarans sind in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen und es existieren nur noch wenige tausend Tiere. Der Lebensraumverlust ist wohl der wichtigste Grund für diesen Rückgang. Die Art wird seit 1996 als gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE) eingestuft, sollte aber neu beurteilt werden [10].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang I eingeschränkt.

Bedeutung für den Menschen

Die Komodowarane sind eine touristische Attraktion. Monatlich besuchen etwa 10'000 Menschen die Insel Komodo, davon sind 95% Ausländer. Die indonesische Regierung plant, den Besuch zu beschränken und will ab 2021 eine Abgabe von 1'000 USD fürden Besuch der Insel Komodo einführen. Der Besuch von Rinca soll zu den bisherigen Konditionen möglich sein [11].

Von 1980-2015 wurden aus Indonesien im Jahresmittel 1-2 lebende Komodowarane exportiert, hauptsächlich für Zoos. Ausserhalb Indonesiens ist die Verschiebung von Nachzuchttieren ab 1995 feststellbar. Von 2001-2019 betraf dies (nach Abzug einiger unwahrscheinlicher Transaktionen)  gut 100 Individuen. Hautptausfuhrländer waren Tschechien, die USA und Indonesien [2].

Haltung

Die Welterstzucht gelang im Jahr 1941 im Zoo von Batavia, dem heutigen Djakarta. Es handelte sich um eine Naturbrut. Die Eltern waren ein Paar, das sich seit 1938 im Zoo befand [5]. Bei gehaltenen Tieren wurde auch asexuelle Vermehrung (Parthenogenese) festgestellt [9].

Haltung in europäischen Zoos: In den letzten Jahren hat die Zahl der Haltungen in Europa deutlich zugenommen, hauptsächlich dank der Einfuhr von zehn Jungtieren aus der Zucht des Zoos von Los Angeles durch den Leipziger Zoo im Jahr 2012. Die europäische Erstzucht war dem Parque Reptilandia auf Gran Canaria gelungen, von dem der Leipziger Zoo 2011 zur Eröffnung von Gondwanaland einen mehr als 2.30 m langen Mann erhielt, der dort am 21.09.2004 geschlüpft war. Im Frühjahr 2012 kamen 10 aus den Vereinigten Staaten importierte Jungtiere hinzu. Der Einfuhr aus den USA war eine Vorbereitungszeit von beinahe einem Jahr vorausgegangen. Sie war das Ergebnis eines Austausches zwischen dem europäischen und US-amerikanischen Zuchtprogramm. Ziel des international angelegten Projektes ist es, die genetische Variabilität für die weitere Zucht zu vergrößern, um mittelfristig eine stabile, selbsterhaltende Population auf beiden Kontinenten aufbauen zu können. Dabei verblieben 1.2 Tiere im Zoo Leipzig und die übrigen wurden auf andere Zoos verteilt  (PM Zoo Leipzig vom 27.04.2012). Noch im selben Jahr erhielt u.a. der Frankfurter Zoo zwei Tiere aus dem Leipziger Import. Weitere Tiere gingen nach Prag, Rom und Randers. Man erinnere sich in diesem Zusammenhangan an die Kritik, die Thomas SCHRÖDER, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, anläßlich der Eröffnung von Gondwanaland geübt hatte, freilich ohne die riesige Tropenhalle zuvor besichtigt, geschweige denn mit den Zooverantwortlichen geredet zu haben: „Der Komodowaran ist nach eigenen Angaben des Zoos das einzige Exemplar in ganz Deutschland. Uns ist allerdings unklar, was ein einzelnes Tier für den Artenschutz beitragen soll“, denn eine Fortpflanzung der stark gefährdeten Tiere sei so nicht möglich. Dem Deutschen Tierschutzbund ist halt so manches unklar, was mit Zoos zu tun hat, was ihn aber leider nicht daran hindert, zu Allem eine Meinung zu haben. Mittlerweile wird die Art auch in weiteren Zoos (Barcelona, Chester, Prag) nachgezogen. Aus der Prager Nachzucht wurden zehn Tiere zurück an Los Angeles gegeben und der europäische Bestand bewegt sich mittlerweile auf die 100 Individuen in 40 Haltungen zu. Für Details siehe Zootierliste. Seit 2001 gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das vom  Chester-Zoo koordiniert wird.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll eine Anlage für ein Paar mindestens 5x so lang, 2x so breit (entspricht etwa 15-18 m² für Adulte) und doppelt so hoch sein sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) schreibt für 1-2 Tiere ein Gehege vor, dessen Grundfläche das 5x3-fache der Kopf-Rumpflänge und dessen Höhe das Doppelte der Kopf-Rumpflänge messen. Für jedes weitere Tier kommt das 2x2-fache der Kopf-Rumpflänge zur Basisflächen dazu. In der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1912 von dem Direktor des Zoologischen Museums und Botanischen Gartens von Bogor (Java), Pieter Antonie OUWENS, unter ihrem heutigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben [8]. Sie gehört zur Untergattung Varanus [7].

Literatur und Internetquellen

  1. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. EIDENMÜLLER, B. (2009)
  4. HORN, H.-G. (1977)
  5. MENDYK, R. W. (2017)
  6. PETER, W. & HOHMANN, G. (1983)
  7. ROTTER, J. (1963)
  8. THE REPTILE DATA BASE
  9. WATTS, P. C., BULEY K. R., SSANDERSON2, S., BOARDMAN, W., CIOFI, C. & GIBSON, R. (2006)
  10. WORLD CONSERVATION MONITORING CENTRE (1996). Varanus komodoensis. The IUCN Red List of Threatened Species 1996: e.T22884A9396736. http://www.iucnredlist.org/details/22884/0. Downloaded on 10 July 2017.
  11. ABOUT TRAVEL
  12. DIAMOND, J. M. (1987)

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Donnerstag, 14 Juni 2018 10:02

YOUNG, H. G. (2005)

Madagascan Dabbling Ducks: Madagascar Teal (Anas bernieri), Meller's Duck (Anas melleri)

- Guidelines on their husbandry, biology and conservation.

EAZA, Amsterdam.

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Fasanen und andere Hühnervögel.
Ein Handbuch für Liebhaber, Züchter und Händler von Hühnervögeln und Tauben.

440 Seiten, zahlreiche Farbtafeln, Schwarzweiß-Fotos. 2. Auflage überarbeitet von H.-S. Raethel. Verlag J. Neumann-Neudamm, Melsungen.

Verlagstext:

Dieses einzigartige Standardwerk stellt in jeder Hinsicht ein modernes, vielseitiges und brauchbares Handbuch dar. Neben den umfangreichen Erkenntnissen aus Forschung und Praxis über die Biologie, Pflege, Zucht und Fütterung sämtlicher fasananartiger Hühnervögel, kann der Leser sich auch über Pfauen, Perlhühner, Rebhühner, Steinhühner, Felsenhühner, Frankoline, Bambushühner, Baumhühner, Wachteln, Zahnwachteln und Truthühner unterrichten.

 

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Freitag, 15 März 2013 17:01

WINTER, C. (2001)

Der Biber.

Biologie einheimischer Wildtiere 1/14a. 24 Seiten.
Hrsg.: Wildtier Schweiz. Winterthurerstrasse 92, CH-8006 Zürich.

Auszug:

Über Jahrhunderte hinweg wurde der Biber intensiv bejagt und verschwand schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus unseren Gewässerlandschaften. Seither wurden auch seine einstigen Lebensräume, die Flussauen und Feuchtgebiete, weitgehend zerstört. Als man den Biber Ende der 1950er Jahre in die Schweiz zurückholte, war er jedoch anpassungsfähig genug, um bis heute nicht nur zu überleben, sondern langsam wieder neue Gebiete zurückzuerobern. Beinahe überall wo er auftaucht, fasziniert er die Menschen und geniesst Sympathie und Ansehen. Doch da und dort löst er durch seine vielfältigen Aktivitäten inmitten der Kulturlandschaft Konflikte aus. Wo seine Aktivitäten aber zu Problemen führen, sind diese gleichzeitig ein Fingerzeig auf die Missstände, die in unseren Gewässerlandschaften mit den begradigten Flüssen und den schmalen Uferstreifen herrschen. Der Biber bietet somit eine Chance für den Gewässer- und Naturschutz, wird er nicht einfach als Ärgernis abgestempelt. Was wir in ihm auch sehen, er ist eine Herausforderung für uns. Und: Er bleibt ein ewiges kleines Mythos. Denn immer wieder findet er Mittel und Wege, um uns mit seinem faszinierenden Verhalten in neues Erstaunen zu versetzen.

 

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Comparative ecology of the African pike, Hepsetus odoe, and tigerfish, Hydrocynus forskahlii, in the Zambezi River floodplain.

Journal of Fish Biology 45 (2): 211–225, August 1994. DOI: 10.1111/j.1095-8649.1994.tb01301.x

Abstract:

The ecology of sympatric African pike, Hepsetus odoe (Hepsetidae), and tiger fish, Hydrocynus forskahlii (Characidae), were compared during high (May-August) and falling water (September-December) conditions in the Upper Zambezi R. drainage of Zambia. Both species were common in the central and southern regions of the river and associated floodplain, and Hydrocynus was common in the northern region in swift flowing tributaries where Hepsetus was rare. Hepsetus inhabited vegetated environments of river backwaters, lagoons, and sluggish tributaries, whereas Hydrocynus occupied the open water of the main river channel almost exclusively. During the period of annual flooding, juveniles of both species coexist in flooded savanna regions. Size distributions of adult Hydrocynus and Hepsetus changed relatively little between high and low water conditions. Stomach contents analysis indicated that adult size classes of both species are almost entirely piscivorous, and both show diet shifts with changes in size. Only very small seasonal diet shifts were noted. Approximately 50% of the diet of Hepsetus consisted of haplochromine cichlid fishes, but also included large numbers of tilapine cichlids and mormyrids, Hydrocynus consumed primarily cichlid fishes, but also consumed large percentages of Hepsetus and small characid fishes. Small size classes of Hepsetus fed heavily on small machokid catfishes (Synadontis spp.) and later shifted to a diet of cichlids and mormyrids, and small Hydrocynus preyed heavily on Barbus spp. (Cyprinidae), small characids, and mormyrids. Ratios of prey length-predator length averaged approximately 0·26 for Hydrocynus and nearly 0·40 for Hepsetus. The large potential for food resource competition appears not to be realized due to a very high degree of habitat partitioning between larger size classes of the two species. At the interface between river backwaters and channel habitats, Hydrocynus is a significant predator of Hepsetus, a factor that should further restrict the occurrence of the latter in open areas of the main channel.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 16:54

WILLOUGHBY, D. P. (1978)

All about gorillas - Their status today, in the wild, in the zoo, distribution, intelligence, family life, anatomy, ecology, growth, diet.

264 Seiten.

Barnes & Cie., South Brunswick and New York. Thomas Yoseloff Ltd., London. ISBN 0-498-01845-8.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 16:48

WEINHOLD, U. & KAYSER, A. (2006)

Der Feldhamster Cricetus cricetus.

Die Neue Brehm Bücherei Bd. 625.
128 Seiten, 58 SW-Abb., 39 Farb-Abb.
1. Auflage. Verlag Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben. ISBN: 3-89432-926-2.

 Inhalt:

Der Europäische Feldhamster teilt das Schicksal vieler Wildtiere in unserer Kulturlandschaft. Einst weit verbreitet und als Plage sogar bekämpft, steht er heute kurz vor dem dem Aussterben. Der Nager ist ein klassischer Kulturfolger, der sich in der Feldflur über Jahrhundete gut zurechtfand. Neben Landwirten und Hamsterfängern hat sich auch die Wissenschaft immer wieder mit ihm beschäftigt. Die beiden Autoren zeigen wie sehr sich die Einstellung zu einer Tierart wandeln kann, die seit fast 2000 Jahren in der Geschichte des Ackerbaus eine Rolle spielt.

Im vorliegenden Buch wird das Wissen, welches sich seit Erscheinen der ersten NBB-Monografie von 1952 angesammelt hat, auf den aktuellen Stand gebracht und durch zahlreiche Aspekte des Arten- und Naturschutzes erweitert. Diese interessante Entwicklung und die damit verbundenen Konsequenzen für Tier, Mensch und Umwelt werden nebst der außergewöhnlichen Biologie des Feldhamsters umfassend behandelt.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx