Mittwoch, 25 Juli 2018 06:51

Westlicher-Baumschliefer

Überordnung: AFROTHERIA
Taxon ohne Rang: PAENUNGULATA
Ordnung: Schliefer (HYRACOIDEA)
Familie: Schliefer (Procaviidae)

D LC 650

Westlicher oder Regenwald-Baumschliefer

Dendrohyrax dorsalis • The Western Tree Hyrax • Le daman arboricole

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Westlicher Baumschliefer (Dendrohyrax dorsalis) im Zoologischen Garten Ostrau © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Weatlichen Baumschliefer (Dendrohyrax dorsalis)

 

 

 

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Westlicher Baumschliefer (Dendrohyrax dorsalis) im Zoologischen Garten Ostrau © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Westlicher Baumschliefer (Dendrohyrax dorsalis) im Zoologischen Garten Ostrau © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Rückenfleck eines Westlichen Baumschliefer (Dendrohyrax dorsalis) im Zoologischen Garten Ostrau © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Aufgrund ihrer anatomischen Besonderheiten und ihrer Eigenschaft als kleine Verwandte der Elefanten bieten die Schliefer Stoff für die Zoopädagogik. Anhand der Baumschliefer kann zudem über die Problematik des Buschfleischhandels und die zunehmende Zerstörung der Wälder Afrikas informiert werden. Allerdings sind die nachtaktiven Baumschliefer sehr viel seltener in europäischen Zoos zu sehen als die tagaktiven Klipp- oder Buschchliefer.

Körperbau und Körperfunktionen

Westliche Baumschliefer haben eine Kopf-Rumpflänge von 44-57 cm und wiegen 1.8-4.5 kg. Es gibt kaum einen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Das Fell ist dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt, unterseits heller. Es ist kurz und rau. Die Nasenpartie ist praktisch unbehaart und es ist ein kleiner weißer Kinnfleck vorhanden. Der Rückenfleck ist ausgedehnter als beim Südlichen Baumschliefer und seine meist weißen, gelblichen oder ockerfarbenen Haare sind deutlich länger als bei jenem [3; 7].

Verbreitung

West- und Zentralafrika: Angola, Äquatorial-Guinea (Bioko), Elfenbeinküste Gabun, Ghana, Guinea, Kamerun, Kongo, Kongo Dem., Liberia, Nigeria, Sierra Leone, Sudan, Tansania, Uganda, Zentralafrikanische Republik [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Westliche Baumschliefer besiedelt hauptsächlich feuchte Wälder des Tieflands und Feuchtsavannen, kommt aber auch in Bergwäldern bis auf eine Höhe von 3'500 m vor. Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv, in höheren Lagen teilweise tagaktiv. Sie leben meist einzeln, gelegentlich in Gruppen von 2-3 Individuen. Sie halten sich oft hoch in den Bäumen auf, wo sie sich von Blättern, Zweigen, Früchten und Baumrinde ernähren. Tagsüber schlafen sie in Baumhöhlen, nachts machen sie sich durch laute Rufe bemerkbar. Nach einer Trächtigkeit von etwa 200-220 Tagen werden 1-2 voll behaarte und sehtüchtige Junge mit einem Geburtsgewicht von 180-380 g geboren, die ab dem ersten Lebenstag geschickt klettern können [1; 2; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist weit verbreitet, hat eine großen Bestand und kommt in zahlreichen Schutzgebieten vor. Aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2014 wurde sie deshalb als nicht-gefährdet eingestuft, obwohl keine Informationen über den Bestandstrend vorliegen [1].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird gebietsweise stark zur Gewinnung von Fleisch und Fellen bejagt. Auf den "Bush meat"-Märkten ist sie stets häufiger zu finden [1].

Haltung

Über die Frühzeit der Baumschlieferhaltung wird berichtet, dass ein Tier, das anfäglich nur schwer zum Fressen zu bringen war, an eine Diät bestehend aus Weißdornblättern, saftigem weichem Gras, Keks in Milchkaffee und in Rotwein getauchtes Brot gewöhnt wurde [3], was heute gewiss nicht als Empfehlung zu verstehen ist. Baumschliefer sind zur Haltung als Heimtiere wenig geeignet. Sie werden zwar zahm und stubenrein, setzen aber Harn als Duftmarke auf Möbelstücken ab und fressen Zimmerpflanzen [4]. Als Höchstalter werden 5 Jahre angegeben, was allerdings nicht der tatsächlichen Lebenserwartung in Menschenobhut entsprechen dürfte, sondern durch die geringe Zahl der Meldungen bedingt ist [5].

Haltung in europäischen Zoos: Im Gegensatz zu Klipp- und Buschschliefern werden Baumschliefer in europäischen Zoos nur sehr selten gezeigt. Dies gilt für beide Arten. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Im Säugetiergutachten 2014 des BMEL ist die Art nicht erwähnt. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 20.03.2018) schreibt für 1-5 Tier ein Außen- und Innengehege von je 16 m² / 40 m vor. Für jedes weitere Tier kommen jeweil 3 m² zur Basisflächen dazu. Es steht zu vermuten, dass sich die Anforderungen der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) nur auf Klipp- und Buschschliefer beziehen, auch wenn das nicht so angegeben ist. Für Baumschliefer wären sie jedenfalls inadäquat.

 Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1854 (1855) anhand eines Exemplars von der Insel Bioko von dem englischen Zoologen Louis FRASER als "Hyrax dorsalis" beschrieben. Später kam sie in die von John Edward GRAY vom British Museum in London aufgestellte, neue Gattung Dendrohyrax. Es wurden bisher sechs Unterarten beschrieben [3; 6; 7].

Literatur und Internetquellen

  1. BUTYNSKI, T., DOWSETT-LEMAIRE, F. & HOECK, H. 2015. Dendrohyrax dorsalis. The IUCN Red List of Threatened Species 2015: e.T6410A21282601. http://www.iucnredlist.org/details/6410/0. Downloaded on 25 July 2018.
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. HAHN, H. (1959)
  4. PUSCHMANN, W., ZSCHEILE, D., & ZSCHEILE, K. (2009)
  5. WEIGL, R. (2005)
  6. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)
  7. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

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Freigegeben in Afrotheria
Freitag, 26 Januar 2018 09:37

Sandtigerhai

Klasse: Knorpelfische (CHONDRICHTHYES)
Teilklasse: Plattenkiemer (ELASMOBRANCHII)
Taxon ohne Rang: Haie (SELACHII)
Überordnung: GALEOMORPHI
Ordnung: Makrelenhaiartige (LAMNIFORMES)
Unterordnung: Orectoloboidei
Familie:  Sandtigerhaie (Odontaspididae)

D VU 650

Sandtigerhai

Carcharias taurus • The Sand Tiger Shark • Le requin-taureau

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Santigerhai (Carcharias taurus) in der uShaka Marine World, Durban © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Sanftigerhais (Carcharias taurus)

 

 

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Sandtigerhai (Carcharias taurus) im Kolmårdens Tropicarium © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Sandtigerhai (Carcharias taurus) im Océanopolis Brest © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Der im Freiland gefährdete Sandtigerhai ist eine relativ oft in europäischen Zoos und Schauaquarien zu sehende mittelgroße Haiart.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Sandtigerhai hat eine kurze, spitze Schnauze, kleine Augen, beidseits fünf Kiemenspalten und vorstehende, dornartige Zähne, die in mehreren Reihen angeordnet sind. Die Tiere werden mit einer Länge von rund 220 cm geschlechtsreif und können eine Länge von 350(-430) cm erreichen Mit der gelblichbraunen bis gräulichen Färbung ihrer Oberseite, die oft mit unregelmäßig verteilten braunen Flecken gezeichnet ist, sind sie außerordentlich gut dem sandigen Meerboden angepasst. Der Bauch ist heller [1; 3; 6; 7].

Verbreitung

Weltumspannend, vielleicht mit Ausnahme des Ost-Pazifiks: Im Indopazifik vom Roten Meer und der afrikanischen Küste bis nach Japan, Korea und Australien einschließlich der Arafurasee zwischen Neuguinea und Nordaustralien und der Tasmansee. Im West-Atlantik vom Golf von Maine bis Argentinien einschließlich des Karibischen Meers, im Ostatlantik von der europäischen Küste und dem Mittelmeer bis Südafrika, möglicherweise mit Unterbrüchen (widersprüchliche Angaben der einzelnen Quellen) [2; 5; 6].

Lebensraum und Lebensweise

Der Sandtigerhai lebt in Bodennähe der Schelfregion in Tiefen bis 200 m. Er erleichtert sein Körpergewicht, indem er Luft schluckt und sie im Magen behält, der so als eine Art Schwimmblase funktioniert. Er schwimmt ständig umher, um seine Sauerstoffversorgung zu gewährleisten, jagt aber hauptsächlich nachts. Er ernährt sich von verschiedenen Bodenfischen, fängt aber auch Tintenfische und Kraken sowie Krebstiere. Er ist lebendgebärend. Die Jungtiere schlüpfen bereits im Uterus und dezimieren sich gegenseitig, sobald der Dottervorrat aufgebraucht ist. Deshalb kommen 8-9 Monate nach der Paarung jeweils nur zwei Jungtiere - aus jedem Utrerushorn eines - zur Welt [3; 7].

Gefährdung und Schutz

Kommerzielle Fischerei, Sportfischen und das Verbauen von Stränden mit Schutznetzen haben gebietsweise zu einer markanten Abnahme der Bestände geführt. Die Art gilt daher aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2005 als gefährdet [5].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Zoogestützte Artenschutzprojekte (Beispiele):

  • In den Jahren 2017-2020 haben Mitgliedinstitutionen des amerikanischen Zoo- und Aquarienverbands AZA im Rahmen des SAFE Species-Programms 801'000 USD für in situ-Schutzprojekte und 657'000 für Grundlagen- oder angewandte Forschungsprojekte für den Sandtigerhai aufgewendet. mehr ...

Bedeutung für den Menschen

In Europa kommt der Sandtigerhai zwar ins flache Wasser von Badestränden, geift aber keine Menschen an, dies im Gegensatz zur Population in Südafrika, die als für den Menschen sehr gefährlich gilt [3]. Regional, etwa in Japan, ist der Sandtiger ein begehrter Speisefisch. In Australien hat er große Bedeutung in der Sportfischerei [5].

Haltung

Sandtigerhaie werden gelegentlich in Aquarien gezüchtet, es gibt Zuchtberichte z.B. aus den Jahren 1993 und 1997 [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 40 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich wenige im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. Die "Mindestnormen für das Halten von Fischen zu Zierzwecken" der Schweizerischen Tierschutzverordnung dürften auf Knorpelfische nicht anwendbar sein, jedoch ist für das private Halten von Haien und Rochen eine Bewilligung erforderlich.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1810 von dem in Marseille aufgewachsenen, hauptsächlich in den USA tätigen Universalgelehrten Constantine Samuel RAFINESQUE unter ihrem heute noch gültigen Namen erstmals beschrieben [2].

Literatur und Internetquellen

  1. COMPAGNO, L., DANDO, M. & FOWLER, S. (2005)
  2. FISH BASE
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. HENNINGSEN, A. D., SMALE, M. J., GORDON, I., GARNER, R., MARIN-OSORNO, R. & KINNUNEN, N. (2004)
  5. POLLARD, D. & SMITH, A. (2009). Carcharias taurus. The IUCN Red List of Threatened Species 2009: e.T3854A10132481. http://www.iucnredlist.org/details/3854/0. Downloaded on 28 January 2018.
  6. SHARK REFERENCES
  7. VILCINSKAS, A. (2011)

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Freigegeben in Haie
Sonntag, 14 Januar 2018 11:23

FERGUSON, A. & PEARCE-KELLY, P. (2005)

Captive management of the Frégate Island giant tenebrionid beetle Polposipus herculeanus.

Phelsuma 13: 25-43.

Abstract:

The Frégate Island giant tenebriond beetle Polposipus herculeanus is a Critically Endangered species restricted to Frégate Island, Seychelles. The ex-situ conservation programme at the Zoological Society of London and the European Endangered Species Programme are described. Captive propagation started in 1996 and has been highly successful with the programme holding 980 adult beetles by the end of 2003. Reproductive data is described and the finding of pathological infections of the fungus Metarhizium anisopliae var. anisopliae is discussed.

Freigegeben in F
Freitag, 13 Oktober 2017 20:38

Giftiger Krötenlaubfrosch

Ordnung: Froschlurche (ANURA)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (NEOBATRACHIA)

Familie: Laubfrösche (Hylidae)
Unterfamilie: Eigentliche Laubfrösche (Hylinae)

D LC 650

Giftiger Krötenlaubfrosch

Trachycephalus venulosus = typhonius • The Veined Tree Frog • La rainette réticulaire

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Giftiger Krötenlaubfrosch (Trachycephalus typhonius) im Tierpark Chemnitz. Man beachte die dunkelbraund und golden gemusterte Iris. © Hermann Will, Tiergarten Nürberg

 

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Approximative Verbreitung des Giftigen Krötenlaubfroschs (Trachycephalus typhonius)

 

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Giftiger Krötenlaubfrosch (Trachycephalus typhonius) im Tierpark Chemnitz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Mit seinem kurzen Kopf und den großen Augen entspricht der Giftige-Krötenlaubfrosch dem Kindchenschema. Er wirkt so als Sympathieträger, der sich gut als Botschafterart für den Amphibienschutz und den Schutz der südamerikanischen Regenwälder eignet, wurde in dieser Funktion aber weitgehend vom Baumhöhlen-Krötenlaubfrisch abgelöst und ist aus europäischen Zoos weitgehend verschwunden.

Körperbau und Körperfunktionen

Je nach Herkunft variieren die Zeichnungsmuster sehr stark und die Körpergröße schwankt populationsabhängig zwischen 60 und 114 mm bei den Weibchen und 58-101 mm bei den Männchen, was damit zusammenhängen könnte, dass es sich beim Giftigen Krötenlaubfrosch möglicherweise gar nicht um eine Art, sondern um einen Artkomplex handelt [4].

Verbreitung

Von Südmexiko hinunter bis Nordargentinien: Argentinien, Belize, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Ekuador, El Salvador, Französisch Guiana, Guatemala, Guyana, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Nikaragua, Panama, Paraguay, Peru, Surinam, Trinidad und Tobago, Venezuela [5].

Lebensraum und Lebensweise

Die Art kommt in Primärwald, Sekundärwald, Savanne und Kulturland vom Flachland bis auf 2'400 Höhenmeter vor. Die Paarung erfolgt in temporären Tümpeln, Bächen oder Pfützen in Astgabeln. Das Weibchen legt bis zu 3'000 Eier ins Wasser, die einen Oberflächenfilm bilden. Die Larven schlüpfen nach einem Tag. Bis zur Metamorphose, die nach 42 Tagen erfolgt, werden sie bis zu 49 mm lang [3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist weit verbreitet, häufig und hat einen anscheinend stabilen Bestand, obwohl viele Populationen unter Lebensraumverlust leiden. Nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2009 gilt sie daher nicht als gefährdet [5].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Wie ihr Name sagt, können Giftige Krötenlaubfrösche aus ihren Hautdrüsen große Mengen eines stark giftigen Schleims ausscheiden, wenn sie bedroht, also z.B. in die Hand genommen werden. Das Gift ist nicht nur stark schleimhautreizend, sondern es kann beim Menschen auch zu Hautrötungen oder -schwellungen und damit verbundenen Schmerzen führen [4].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Bis vor ein paar Jahren war die Art in mehreren deutschen Zoos zu sehen. Heute wird sie nur noch in ganz wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Wie Krötenlaubfrösche gehalten werden (Beispiel): Vivarium im Tierpark Chemnitz siehe ZOOLEX Gallery.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Krötenlaubfrösche wurden im Lauf der Zeit allen möglichen Gattungen zugeordnet: Acrodytes, Argenteohyla, Hyla, Hypsiboas, Rana, Scytopis und zuletzt Phrynohyas. Heute wird die Gattung Trachycephalus genannt, sie umfasst mittlerweile 16 Arten [1; 2].

Der Giftige Krötenlaubfrosch wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Rana typhonia" beschrieben. Der Artname venulosus geht auf das Jahr 1768 zurück und war bis 2010 gültig. Dann wollten LAVILLA et al. (2010) herausgefunden haben, dass Carl von LINNÉ 1758 mit seiner Rana typhonia weder eine Kröte, noch einen asiatischen Frosch, sondern einen südamerikanischen Laubfrosch, eben den Giftigen Krötenlaubfrosch gemeint habe [1; 6]. Über die Sinnhaftigkeit, einen Namen zu ersetzen, der 242 Jahre in Gebrauch war, der in hunderten von Publikationen und auf ungezählten Zoo-Namensschildern zu finden ist, mag man streiten. Jedenfalls lautet die offizielle Artbezeichnung jetzt typhonius. Der frühere wissenschaftliche Name Phrynohyas venulosa wird aber immer noch gelegentlich verwendet.

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THR WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. HERRMANN, H. J. (2005)
  4. HONIGS, S., MESSING, M. & PELZER, B. (2014) 
  5. LA MARCA, E. et al. (2010). Trachycephalus typhonius. (errata version published in 2016) The IUCN Red List of Threatened Species 2010: e.T55824A95508779. http://www.iucnredlist.org/details/55824/0. Downloaded on 10 December 2017.
  6. LAVILLA, E. O., LANGONE, J. A., PADIAL, J. M. & DE SÁ, R. O. (2010)

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Donnerstag, 28 September 2017 07:37

Tigerotter

 Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Schlangen (SERPENTES)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea oder Xenophidia)
Familie: Giftnattern (Elapidae)
Unterfamilie: Echten Giftnattern (Elapinae)

D LC 650

Gewöhnliche Tigerotter

Notechis scutatus • The Tiger Snake • Le serpent-tigre

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Tigerotter (Notechis scutatus) im Urimbirra Wildlife Park, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung der Tigerotter (Notechis scutatus)

 

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Tigerotter (Notechis scutatus) im Cleland Wildlife Park, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Tigerotter (Notechis scutatus) © © Queensland Government, reproduced under Creative Commons Attribution 3.0 Australia (CC BY) licence

 

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Tigerotter (Notechis scutatus) im Cleland Wildlife Park, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die Tigerotter ist eine relativ kurze, etwas plumpe Giftschlange aus dem Süden Australiens, die in europäischen Zoos nur ausnahmsweise zu sehen ist.

Körperbau und Körperfunktionen

Tigerottern werden meist etwa 1.20 m, gelegentlich bis 1.50 m lang. Sie sind kräftig gebaut, der Kopf ist kaum vom Hals abgesetzt. die Augen sind klein mit runder Pupille. Die Färbung ist sehr variabel, von hellgrau über rotbraun bis olivgrün, oft mit mehr oder weniger deutlichen hellen Querbändern. Die Unterseite ist gelb. Es gibt auch ganz schwarze Exemplare [3: 4; 6]. 

Verbreitung

Süden und Südosten Australiens: New South Wales, Queensland, Südaustralien, Tasmanien, Westaustralien [1; 2].

Lebensraum und Lebensweise

Die Tigerotter lebt in der Nähe von Wasserläufen, etwa in Galeriewäldern, oder auf Inseln. Sie ernährt sich hauptsächlich von Amphibien, gelegentlich von Echsen, Kleinsäugern und allenfalls Jungvögeln. Die Art ist ovovivipar. Die Würfe umfassen 10-90(-107) Junge, die bei der Geburt etwa 25 cm lang sind [2; 3; 4].

Gefährdung und Schutz

Einzelne Populationen sind zwar durch intensivierte landwirtschaftliche Nutzung gefährdet. Für die Art insgesamt, die eine weite Verbreitung und einen großen Gesamtbestand hat, trifft die nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2010 aber nicht zu [2].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt. Es gelten Ausfuhrbeschränkungen Australien.

Bedeutung für den Menschen

In Südaustralien wird ein großer Teil der Todesfälle durch Schlangenbiss durch Tigerottern verursacht [3].

Haltung

Die Tigerotter gehört zu den "Gefahrtieren", deren Haltung in manchen deutschen Bundesländern unter sicherheitspolizeilichen Aspekten eingeschränkt oder geregelt ist.

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in Europa nur sporadisch gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Die Art ist weder im Reptiliengutachten 1997 des BMELF, noch in der Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) oder der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1861 von Wilhelm PETERS, der ab 1857 Direktor des Zoologischen Museums Berlin und ab demselben Jahr bis 1869 Direktor des Zoologischen Garten Berlin war, als "Naja (Hamadryas) scutata" beschrieben. Der heute gültige Name wurde 1896 von dem am British Museum tätigen belgischen Zoologen George Albert BOULENGER vergeben [6].

Literatur und Internetquellen

  1. ATLAS OF LIVING AUSTRALIA
  2. COGGER, H. (2010). Notechis scutatus. The IUCN Red List of Threatened Species 2010: e.T169687A6666605. http://www.iucnredlist.org/details/169687/0. Downloaded on 05 October 2017.
  3. MEHRTENS, J. M. (1993)
  4. O'SHEA, M. & HALLIDAY, T. (2002)
  5. THE REPTILE DATA BASE
  6. WILSON, S. & SWAN, G. (2013)

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Freigegeben in Giftnattern
Donnerstag, 29 Juni 2017 16:39

DAUDIN, F. M. (1802-05)

Histoire naturelle, générale et particulière, des reptiles.

Ouvrage faisant suite à l'Histoire naturelle générale et particulière, composée par Leclerc de Buffon, et rédigée par C.S. Sonnini.

Tome 1 - 8 . Imprimerie de F. Dufart, Paris

DAUDIN's Naturgeschichte der Reptilien, die im Rahmen der Sonnini-Ausgabe von Buffon´s Naturgeschichte herausgegeben wurde, galt als Standardwerk und zu seiner Zeit vollständigstes Werk über Reptilien. Er beschrieb darin nach eigenen Angaben 517 Arten basierend auf 1100 Exemplaren, darunter einige Erstbeschreibungen. Das waren dreimal mehr Arten als in dem zuvor erschienenen Werk von Bernard Germain Lacépède.

Freigegeben in D
Sonntag, 16 April 2017 13:27

Buschbock

Überordnung: LAURASIATHERIA
Taxon ohne Rang: CETARTIODACTYLA
Ordnung: Paarzeher (ARTIODACTYLA)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Echte Rinder (Bovinae)
Tribus: Afrikanische Waldböcke (Tragelaphini)

D LC 650

Buschbock oder Schirrantilope

Tragelaphus scriptus • The Bushbuck • Le guib harnaché

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Weiblicher Buschbock (Tragelaphus scriptus sylvaticus) im Uganda Wildlife Education Cente, Entebbe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung des Buschbocks (Tragelaphus scriptus)

 

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Männlicher Kap-Buschbock (Tragelaphus scriptus sylvaticus) im Zoo Johannesburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Weiblicher Buschbock (Tragelaphus scriptus sylvaticus) im Uganda Wildlife Education Cente, Entebbe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Männliche Senegal-Schirrantilope (Tragelaphus s. scriptus) im Gladys Porter Zoo, Brownsville, Texas © Johannes Pfleiderer, Zoo Duisburg

 

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Weiblicher Buschbock (Tragelaphus scriptus) im Zoo Dvůr Králové © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Buschböcke (Tragelaphus scriptus sylvaticus) im Uganda Wildlife Education Cente, Entebbe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Männlicher Chobe-Buschbock (Tragelaphus scriptus ornatus) im Victoria-Falls-Nationalpark, Simbabwe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Weiblicher Chobe-Buschbock (Tragelaphus scriptus ornatus) im Chobe-Nationalpark, Botswana © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Weiblicher Buschbock (Tragelaphus scriptus sylvaticus, früher T. s. massaicus) im Aruscha-Nationalpark, Zansania © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Männlicher Kap-Buschbock (Tragelaphus scriptus sylvaticus) im Mapungubwe-Nationapark, Limpopo-Provinz, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kap-Buschbock-Paar (Tragelaphus scriptus sylvaticus) im Dierenpark Planckendael, Mechelen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Männlicher Kap-Buschbock (Tragelaphus scriptus sylvaticus) im Tygerberg-Zoo, Kraaifontein © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Buschbock ist eine kleinere, äußerst attraktive Antilope mit deutlichem Sexualdimorphismus, die sowohl für das allgemeine Publikum als auch für die Zoopädagogik interessant wäre, die aber als weit verbreitete, nicht gefährdete Art vom Europäischen Zoo- und Aquarienverband als nicht prioritör eingestuft wurde und daher in den Zoos mittlerweile ausgestorben ist.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Buschbock ist der kleinste der afrikanischen Waldböcke. Er zeigt einen stark ausgeprägten Sexualdimorphismus. Die Böcke erreichen eine Kopf-Rumpflänge von 114-150 cm, eine Schulterhöhe von 80 (65-100) cm und ein Gewicht von 40-80 kg. Die Ricken werden bis 132 cm lang, 70 (61-85) cm hoch und 24-60 kg schwer. Der Schwanz wird etwa 19-24 cm lang. Wie bei den anderen afrikanischen Waldböcken haben die Böcke schraubenartig gedrehte Hörner, die 40-55 cm lang werden können. Das Fell zeigt bei beiden Geschlechtern ein auffallendes Muster weißer Punkte und Streifen, wobei es erhebliche regionale Unterschiede gibt. An der Halsunterseite verlaufen 1-2 weiße Querbänder, die Schwanzunterseite ist weiß, die Schwanzspitze kann schwarz sein. Die Beine können je nach Unterart einfarbig sein oder eine weiß oder schwarzweiße Zeichnung aufweisen. Die Grundfarbe ist regional variabel, bei den Ricken meist rotbraun, bei den Böcken etwas dunkler, kastanienbraun oder schwarzgrau [2; 5; 8].

Verbreitung

Afrika südlich der Sahara: Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Botswana, Burkina Faso, Burundi, Elfenbeinküste, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Kongo, Kongo Dem., Liberia, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Südafrika, Südsudan, Sudan, Swasiland, Tansania, Togo, Tschad, Uganda, Zentralafrikanische Republik [4].

Lebensraum und Lebensweise

Buschböcke benötigen Lebensraum mit viel Deckung. Sie kommen in Tropischen Regen- und Feuchtwäldern, Subtropischen Feuchtwäldern, und Gemäßigten immergrünen Feuchtwäldern, jeweils vorzugsweise an Waldrändern, GaleriewäldernTrockenwäldern, Dornsavannen, Dickichten und Zuckerrohrpflanzungen vor. Die Nahrung dieser Selektiväser besteht überwiegend aus Blättern und Zweigen, aber auch zarte Gräser werden genommen. Buschböcke leben solitär, sind aber nicht territorial, sondern haben überlappende Streifgebiete [5; 8].

Es gibt keine definierte Fortpflanzungsperiode, allenfalls saisonale Spitzen der Brunftaktivitäten und der Geburten. Nach einer Tragzeit von rund 180 Tagen wird in der Regel ein einzelnes Kitz mit einem Gewicht von 3.1-4.5 kg geboren. Angaben über das Erreichen der Geschlechtsreife sind widersprüchlich. Bei Ricken dürfte dies mit etwa 1 Jahr der Fall sein, bei Böcken mit 1.5 Jahren, wobei sie effektiv meist erst mit 3 Jahren zur Forspflanzung kommen [5; 6; 8].

Gefährdung und Schutz

Der Buschbock hat eine sehr weite Verbreitung und einen geschätzten Bestand von 1 bis 1.5 Millionen Adulttieren, der als stabil angesehen wird, außer in vom Menschen dicht besiedelten Regionen. Möglicherweise ist  diese Schätzung wegen der heimlichen Lebensweise des Buschbocks zu tief. Er gilt daher seit 1996 als nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) , was im Rahmen einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 bestätigt wurde. Der Klimawandel macht der Art in den trockeneren Teilen ihres Areals zu schaffen, andererseits kann sie ihre Verbreitung im Gebiet der Regenwälder ausdehnen [4].

Der internationale Handel ist nicht unter CITES geregelt. Die Einfuhr lebender Exemplare aus den Ursprungsländern ist wegen der restriktiven Veterinärbestimmungen der EU so gut wie ausgeschlossen.

Bedeutung für den Menschen

Der Buschbock wird zur Gewinnung von Fleisch und als Sport gejagt. In Ruanda ist sein Fleisch deutlich billiger als jenes von Nutztieren und dementsprechend ist der Buschbock die häufigste Wildtierart, die auf Fleischmärkten angeboten wird. Im Rahmen der Sportjagd werden in Südafrika "Trophy Fees" von etwa 1'200-1'500 USD fällig, in anderen afrikanischen Ländern 400-1'100 USD.

Haltung

In den 1950er Jahren wurde im Zoo Basel ein Buschbock kurze Zeit  gemeinsam mit Sitatungas und Vierhornantilopen gehalten, um 1990 in Hannover gemeinsam mit Kirk-Dikdiks. Eine Gemeinschaftshaltung mit Sitatungas sollte sollte wegen der Gefahr der Bastardierung tunlichts vernieden werden

Als Höchstalter gibt WEIGL über 15 Jahre und 3 Monate für ein im Ruhr-Zoo Gelsenkirchen geborenes und später in Hannover gehaltenes gehaltenes weibliches Tier an [7].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art ist dem Collection Planning der EAZA zum Opfer gefallen und wird heute nicht mehr gehalten. Die britische (europäische?) Erstzucht gelang  1841 in der Menagerie des Earl of Derby in Knowsley (heute Safaripark). Der letzte Hinweis auf eine Nachzucht in Europa im International Zoo Yearbook bezieht sich auf das Jahr 1991 (Zoo Hannover).  Bei den in Europa gehaltenen Tiere handelte es sich hauptsächlich um Senegal-Buschböcke, die z.B. in Hannover 31 Jahre lang gehalten und regelmäßig gezüchtet wurden, seltener um Kap-Buschböcke. Andere Unterarten waren Ausnahmeerscheinungen. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL soll für bis zu 5 Tieren ein Gehege von mindestens 200 m² zur Verfügung stehen. Für jedes weitere Tier kommen 20 m² zur Basisfläche dazu. Zudem wird ein Stall von etwa 3 m²/Tier vorgegeben.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 2019) schreibt für theoretisch bis zu 10 Tieren ein Gehege mit Trenn- oder Absperrmöglichkeit vor, dessen Grundfläche 500 m² misst. Für jedes weitere Tier kommen 40 m² zur Basisfläche dazu. Ferner ist ein Stall mit einer Fläche von 4 m²/Tier erforderlich.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2019) ist für 1-5 Tiere ein Außengehege von 500 m² erforderlich, für jedes weitere 50 m² mehr. Zudem ist ein beheizter Stall mit einem Mindestausmaß von 4 m² pro Tier mit einer Mindesttemperatur von 10°C vorgeschrieben. Die Haltung hat in Gruppen mit einem erwachsenen Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs zu erfolgen.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Buschbock wurde 1766 vom Berliner Naturforscher Peter Simon PALLAS, den Katharina die Große als Professor nach Petersburg berufen hatte, als "Antilope scripta" anhand eines Exemplars aus dem Senegal erstmals wissenschaftlich beschrieben. 1816 stellte ihn der französische Zoologe Henri Marie Ducrotay de BLAINVILLE als Typusart in die neue Gattung Tragelaphus. Traditionell wurde die Art in über 20 (bis etwa 40) Unterarten aufgeteilt. 2005 waren es noch 9. GROVES & GRUBB splitteten in ihrer umstrittenen Huftier-Taxonomie den Buschbock in 8 Arten auf, was Eingang in das Handbuch der Säugetiere fand, aber von der IUCN im Rahmen der Roten Liste nicht mitgemacht wurde [1; 3; 4, 8; 9].

  • Senegal-Buschbock (Tragelaphus s. scriptus): Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, Mauretanien, Senegal, Sierra Leone
  • Kongo-Buschbock (Tragelaphus s. phaleratus): Schließt östlich an scriptus an, Südgrenze vermutlich Ubangi und Kongofluss
  • Sudan-Buschbock (Tragelaphus s. bor): Schließt östlich an phaleratus an, wobei die Abgrenzung unklar ist, geht im Osten über den Nil hinaus
  • Äthiopien-Buschbock (Tragelaphus s. decula): Tiefere Lagen von Äthiopien, ferner Eritrea, Dschibuti und Südsudan
  • Hochland-Buschbock (Tragelaphus s. meneliki): Nur im Hochland von Äthiopien
  • Ostküsten-Buschbock (Tragelaphus s. fasciatus): Von Süd-Äthiopien und Somalia bis Nordost-Tansania
  • Sambia-Buschbock (Tragelaphus s. ornatus): Vom Kongofluss an südwärts bis ins nördliche Botswana und Namibia, im Osten bis Tanganyika und Njassasee
  • Südlicher Buschbock (Tragelaphus s. sylvaticus): Im Osten des Kontinents vom Südsudan bis ins Kapland

Literatur und Internetquellen

  1. GROVES, C.P. & GRUBB, P. (2011)
  2. GRZIMEK, B. (ed., 1970)
  3. HALTENORTH, T. & TRENSE, W. (1956)
  4. IUCN SSC Antelope Specialist Group 2016. Tragelaphus scriptus (errata version published in 2017). The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22051A115165242. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22051A50196111.en. Downloaded on 24 March 2019.
  5. MILLS, G & HES, L. (1999)
  6. PUSCHMANN, W., ZSCHEILE, D., & ZSCHEILE, K. (2009)
  7. WEIGL, R. (2005)
  8. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)
  9. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

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Weiblicher Buschbock Tragelaphus scriptus sylvaticus) in seinem natürlichen Lebensraum im Pilanesberg-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Freigegeben in Rinder und Waldböcke
Freitag, 14 April 2017 13:06

Südlicher Baumschliefer

Überordnung: AFROTHERIA
Taxon ohne Rang: PAENUNGULATA
Ordnung: Schliefer (HYRACOIDEA)
Familie: Schliefer (Procaviidae)

D LC 650

Südlicher Baumschliefer

Dendrohyrax arboreus • The Southern Tree Hyrax • Le daman des arbres

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Südlicher Baumschliefer (Dendrohyrax arboreus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Südlichen Baumschliefer (Dendrohyrax arboreus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Südlicher Baumschliefer (Dendrohyrax arboreus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Sü'dliche Baumschliefer (Dendrohyrax arboreus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Rückenfleck eines Südlichen Baumschliefers (Dendrohyrax arboreus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

Weitere Bilder auf BioLib

Aufgrund ihrer anatomischen Besonderheiten und ihrer Eigenschaft als kleine Verwandte der Elefanten bieten die Schliefer Stoff für die Zoopädagogik. Anhand der Baumschliefer kann zudem über die Problematik des Buschfleischhandels und die zunehmende Waldzerstörung in Afrika informiert werden. Allerdings sind die hauptsächlich nachtaktiven Baumschliefer sehr viel seltener in europäischen Zoos zu sehen als die tagaktiven Klippschliefer.

Körperbau und Körperfunktionen

Südliche Baumschliefer haben eine Kopf-Rumpflänge von 35-55(32-60) cm und wiegen (1.7-)2.5-4.5 kg. Es gibt kaum einen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Das Fell ist dunkelbraun bis grau gefärbt, wobei Tiere aus Gebieten mit höherem Niederschlag dunkler sind, auf der Bauchseite hellgrau, cremefarben oder weiß. Es ist dicht und verhältnismäßig lang, insbesondere die weißen oder gelben Randhaare der Rückendrüse, die 23-30 mm messen und aufgestellt werden können. Ein weißer Kinnfleck ist nicht vorhanden [2; 3; 4; 5; 7].

Verbreitung

Ost- und Südafrika: Angola, Burundi, Kenia, Kongo Dem., Malawi, Mosambik, Ruanda, Sambia, Südafrika (Ost-Kap, KwaZulu-Natal), Tansania [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Südliche Baumschliefer besiedelt unterschiedliche Waldtypen, Feuchtsavannen und Dickicht. Die Tiere halten sich oft hoch in den Bäumen oder in Baumhöhlen auf. Letztere sind eine wesentliche Anforderung, wobei Bäume mit vielen Höhleneingängen bevorzugt werden. Sie sind wählerische Laubfresser, wobei in Südafrika Blätter von Podocarpus falcatus, Schotia laitifolia und Euclea natalensis bevorzugt werden. Gebietsweise wollen sie auch Insekten fressen. Nach einer Trächtigkeit von 220-240 Tagen werden 1-2(-3) voll behaarte und sehtüchtige Junge mit einem Geburtsgewicht von 300-350 g geboren, die ab dem ersten Lebenstag geschickt klettern können. Sie werden 3 Monate lang gesäugt, nehmen aber bereits ab dem 2.-3. Lebenstag feste Nahrung zu sich [1; 4]

Gefährdung und Schutz

Die Art ist weit verbreitet, hat eine großen Bestand und kommt in zahlreichen Schutzgebieten vor. Aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2013 wurde sie deshalb als nicht-gefährdet eingestuft. Die Entwicklung sollte jedoch überwacht werden, weil ihre Lebensräume in Süd- und Ostafrika abnehmen [1].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Südliche Baumschliefer werden zur Gewinnung von Fleisch und Fellen mit Schlingen gefangen [1].

Haltung

Baumschliefer sind zur Haltung als Heimtiere wenig geeignet. Sie werden zwar zahm und stubenrein, setzen aber Harn als Duftmarke auf Möbelstücken ab und fressen Zimmerpflanzen [5]. Als Höchstalter werden 13 Jahre und 7 Monate angegeben. Dieses wurde von einem männlichen Tier erreicht, das aus der Wildbahn stammte und in Privathand gehalten wurde [6].

Haltung in europäischen Zoos: Im Gegensatz zu Klipp- und Buschschliefern werden Baumschliefer in europäischen Zoos nur sehr selten gezeigt. Dies gilt für beide Arten. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Im Säugetiergutachten 2014 des BMEL ist die Art nicht erwähnt. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 20.03.2018) schreibt für 1-5 Tier ein Außen- und Innengehege von je 16 m² / 40 m vor. Für jedes weitere Tier kommen jeweil 3 m² zur Basisflächen dazu. Es steht zu vermuten, dass sich die Anforderungen der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) nur auf Klipp- und Buschschliefer beziehen, auch wenn das nicht so angegeben ist. Für Baumschliefer wären sie jedenfalls inadäquat.

 Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1827 von dem schottischen Militärarzt und Zoologen Andrew SMITH als "Hyrax arboreus" beschrieben. John Edward GRAY vom British Museum in London stellte sie 1868 als Typusart in die neue Gattung Dendrohyrax. Es wurden acht Unterarten beschrieben, die aber schwierig voneinander abzugrenzen sind und von denen eine heute nicht mehr anerkannt wird. Ob es sich beim Östlichen Baumschliefer (Dendrohyrax validus) effektiv um eine eigenständige Art handelt wird z.T. angezweifelt [3; 7; 8].

Literatur und Internetquellen

  1. BUTYNSKI, T., HOECK, H. & DE JONG, Y.A. 2015. Dendrohyrax arboreus. The IUCN Red List of Threatened Species 2015: e.T6409A21282806. http://www.iucnredlist.org/details/6409/0. Downloaded on 17 April 2018.
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. HAHN, H. (1959)
  4. MILLS, G & HES, L. (1999)
  5. PUSCHMANN, W., ZSCHEILE, D., & ZSCHEILE, K. (2009)
  6. WEIGL, R. (2005)
  7. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)
  8. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

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Freigegeben in Afrotheria
Donnerstag, 13 April 2017 08:44

Krabbenwaschbär

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Raubtiere (CARNIVORA)
Taxon ohne Rang: Landraubtiere (FISSIPEDIA)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
Familie: Kleinbären (Procyonidae)

D LC 650

Krabbenwaschbär

Procyon cancrivorus • The Crab-eating Raccoon • Le raton crabier

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Krabbenwaschbär (Procyon cancrivorus) im Zoo von San José, Costa Rica © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung des Krabbenwaschbärs (Procyon cancrivorus)

 

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Krabbenwaschbär (Procyon cancrivorus) im Zoo Karlsruhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Krabbenwaschbär (Procyon cancrivorus) im Zoo Dortmund © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Krabbenwaschbär (Procyon cancrivorus) im Papiliorama Kerzers © Papiliorama

 

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Junger Krabbenwaschbär (Procyon cancrivorus) im Papiliorama Kerzers © Papiliorama

 

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Schädel eines Krabbenwaschbären (Procyon cancrivorus) in der Sammlung des Museums Wiesbaden © Klaus Rassinger und Gerhard Cammerer, Museum Wiesbaden. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

 

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Der Krabbenwaschbär wird in Europa nur ganz selten gezeigt. Dies könnte sich ändern, weil er, im Gegensatz zu seinem nordamerikanischen Vetter, nicht auf der EU-Liste der invasiven Arten aufgeführt ist und daher dessen Stelle einnehmen könnte.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Krabbenwaschbär erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 54-65 cm, eine Schwanzlänge von 25-38 cm und ein Gewicht von 3.1-7.7 kg. Er ist schlanker als Procyon lotor. Er hat zumindest in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet keine Unterwolle und wirkt dadurch schlanker als sein nordamerikanischer Vetter. Die Grannenhaare sind kürzer und rauer als beim gewöhnlichen Waschbären, der Schwanz ist weniger buschig. Im Nacken sind die Haare nach vorne gerichtet. Hände und Füße sind dunkel, im Gegensatz zu Gewöhnlichen Waschbären, bei dem sie hell sind [2; 3; 4].

Verbreitung

Süd- und Mittelamerika: Argentinien; Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Ekuador, Französisch-Guyana, Guyana, Kolumbien, Panama, Paraguay, Peru, Surinam, Trinidad und Tobago, Uruguay, Venezuela (1]. In Mittelamerika überlappt sich das Areal des Krabbenwaschbären mit dem des Gewöhnlichen Waschbären.

Lebensraum und Lebensweise

Der Krabbenwaschbär besiedelt unterschiedlichste Lebensräume von den Llanos bis zum Chaco seco und vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von 2'350 m. Er ist nachtaktiv, solitär - wobei er gelegentlich in Paaren oder Gruppen angetroffen wird - und bewegt sich zum Jagen am Boden. Er ernährt sich hauptsächlich von Weichtieren, Krebsen, Fischen und Amphibien, daneben frisst er auch Palmnüsse und andere Früchte [1; 4].

Nach einer Tragzeit von 60-73 Tagen wird in der Regel einmal pro Jahr in einer Baumhöhle, einer Felsspalte oder einem verlassenen Erdbau von anderen Tieren ein Wurf von 3-4 (2-7) Jungen geboren. Die Welpen sind im Mittel etwa 70 g schwer. Sie sind blind und öffnen ihren Augen mit etwa 3 Wochen. Mit 7 Wochen bis 4 Monaten werden sie entwöhnt und sind mit 8 Monaten selbständig. Männchen werden mit 1 Jahr geschlechtsreif, die Männchen gelangen aber meist erst mit2 Jahren zur Fortpflanzung [3; 4].

Gefährdung und Schutz

Der Krabbenwaschbär ist zwar nicht häufig, hat aber eine weite Verbreitung und seine Bestände sind anscheinend stabil. Aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2015 wurde er deshalb als nicht-gefährdet eingestuft [1].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Krabbenwaschbären werden laut IUCN zur Pelzgewinnung gejagt (obwohl die Pelze von minderer Qualität sind), im Rahmen von Schießübungen getötet oder als Heimtiere gefangen [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Im Londoner Zoo wurde der Krabbenwaschbär 1864 erstmals gehalten und 1903 gelang die britische Erstzucht. Die Art wird in nur ganz wenigen Zoos gehalten. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL soll ein Außengehege für ein Paar mindestens eine Fläche von 30 m² aufweisen. Für jedes weitere Tier kommen 2 m² zur Basisfläche dazu. Das Innengehege, falls erforderlich soll 6 m² x 2.5 m messen, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 3 m zu erhöhen. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 20.03.2018) schreibt für 1-2 Tiere ein Außengehege mit einer Grundfläche von 20 m² und ein Innengehege von 8 m² x 2 m vor. Für jedes weitere Tier kommen 4 bzw. 2m² zur Basisflächen dazu. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) sind für 1-2 Tiere ein Außengehege von 40 m² sowie ein Innengehege erforderlich.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Krabbenwaschbär wurde 1798 vom Direktor der Ménagerie von Paris, Georges CUVIER, als "Ursus cancrivorus" beschrieben und kam später in die vom Tübinger Professor Gottlieb Conrad Christian STORR bereits 1780 für den gewöhnliche Waschbären aufgestellte Gattung Procyon. Es werden 4 Unterarten unterschieden [4; 5].

Literatur und Internetquellen

  1. REID, F., HELGEN, K. & GONZÁLEZ-MAYA, J.F. (2016). Procyon cancrivorus. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T41685A45216426. http://www.iucnredlist.org/details/41685/0 . Downloaded on 17 April 2018.
  2. GRZIMEK, B. (Krsg. 1970)
  3. UWI - THE ONLINE GUIDE TO THE ANIMALS OF TRINIDAD AND TOBAGO
  4. WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2011)
  5. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

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Mittwoch, 12 April 2017 11:52

Südlicher Seeelefant

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Raubtiere (CARNIVORA)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia) bzw. Robben (Pinnipedia)
Familie: Hundsrobben (Phocidae)

D LC 650

Südlicher Seeelefant

Mirounga leonina • The Southern Elephant Seal • L'éléphant de mer du sud

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Südlicher Seeelefant (Mirounga leonina) in der Wilhelma Stuttgart © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Die Wurfkolonien (blau) des Südlichen Seeelefanten (Mirounga leonina) und die Isla de Lobos, Uruguay (rot)

 

 

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Südlicher Seeelefant (Mirounga leonina), Bulle im Zoo Berlin © Wolfgang Dreier, Berlin

 

 

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Südlicher Seeelefant (Mirounga leonina), Bulle im Marineland Antibes © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Südlicher Seeelefant (Mirounga leonina) im Zoo Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Südlicher Seeelefant (Mirounga leonina), weibliches Tier auf der Isla de Lobos, Uruguay © Peter Dollinger, Zoo Office, Bern

 

 

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Südlicher Seeelefant (Mirounga leonina), Kalb bei Gold Harbor, Südgeorgien © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

 

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Südlicher Seeelefant (Mirounga leonina), Fütterung im Marineland, Antibes © Postkarte

 

 

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Briefmarke Australian Antarctic Territory mit Südlichem Seeelefant (Mirounga leonina) als Motiv

 

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Sondermarken der Falkland-Inseln (2015) zum 20-jährigen Bestehen der Elephant Seal Research Group

 

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Südliche Seeelefanten (Mirounga leonina), Lithografie (1956) von Wilhelm Eigener (1904-1982), der lange Zeit Hausillustrator des Tierparks Hagenbeck war als Motiv

 

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Seeelefanten sind die mit Abstand größten und eindrucksvollsten Robben. Einzelne Tiere wurden sehr populär und waren weit herum unter ihrem Rufnamen bekannt. Selbst nicht gefährdet, sind die Seeelefanten daher ideale Botschafter für den Meeres- und Klimaschutz. Ihr großer Appetit, pro Jahr vertilgt ein erwachsener Seeelefant etwa 18-20 Tonnen Fisch, sorgt allerdings dafür, dass die Zahl der Haltungen klein bleibt.

Körperbau und Körperfunktionen

See-Elefanten sind die größten Robben. Wie die Ohrenrobben zeigen sie einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus: Währenddem die Bullen des Südlichen See-Elefanten (400-)650 cm lang werden und ein Gewicht von (1'500-)3'600 kg erreichen können, werden die Kühe nur 300-350 cm lang und etwa 600-800(-900) kg schwer. Die Nase ist beim Bullen rüsselartig verlängert. Dieser Rüssel, der als Schallverstärker und zum Imponieren dient, kann aufgeblasen werden. Das Haar ist kurz und hart, Unterwolle gibt es nicht. Die Farbe ist oberseits blaugrau bis braun, unterseits heller. Neugeborene Kälber messen etwa 125 cm und sind schwarzbraun gefärbt [1; 7].

Verbreitung

Antarktis und Subantarktis: Antarktis, Argentinien, Australien (mit Macquarie-Inseln), Bouvet-Insel, Chile, Falkland-Inseln, Französische Süd-Territorien (Crozet, Kerguelen), Heard und McDonald-Inseln, Neuseeland (mit subantarktischen Inseln), Sankt Helena, Ascension und Tristan da Cunha, Südgeorgien und Süd-Sandwich-Inseln. Ferner streifen die Tiere in weiter nördlich gelegene Gebiete, so bis Angola, Oman, Peru oder Uruguay [2].

Lebensraum und Lebensweise

Seeelefanten haben ihre Nahrungsgründe zur Hauptsache in den Meeren zwischen 40º südlicher Breite und der Antarktis und ihre Wurfplätze auf Inseln innerhalb dieser Region. Zwischen Nahrungsgrund und Wurfplatz kann eine Distanz von 5'000 km liegen. Sie bilden während der Fortpflanzungsperiode größere Verbände, bei denen die Bullen Harems um sich versammeln. Die Bullen kommen anfangs August auf den jeweiligen Inseln an und kämpfen um Rangordnung und Territorien. Die trächtigen Kühe kommen ab Ende September an und werden in Harems von meist 10-12 Tiere zusammengefasst. Wenige Tage nach Ankunft werden die Kälber geworfen, die dann während 23 Tagen gesäugt und danach an den Rand der Kolonie verbannt werden, um im folgenden Paarungsgeschäft nicht totgedrückt zu werden. Der Haarwechsel findet ebenfalls an Land statt. Danach gehen die Tiere wieder ins Wasser, wo sie einzeln der Nahrungssuche nachgehen. Die Nahrung besteht überwiegend aus Kopffüßern (75%) und Fischen der mittleren und tiefen Wasserschichten. Seeelefanten können bis 2'000 m tief tauchen und bis 120 Minuten unter Wasser bleiben [1; 2; 7].

Im Marineland Antibes wurde ermittelt, dass erwachsene Kühe pro Jahr ca. 3'500 kg Futter zu sich nehmen, ein erwachsener Bulle ca. 8'000 kg, während des Wachstums bis 11'600 kg. Die Nahrungsaufnahme schwankt saisonal. Während der Fortpflanzungsperiode und des Fellwechsels ist sie am tiefsten, nach dem Fellwechsel werden die Energiereserven wieder aufgefüllt. Die beobachtete Futteraufnahme war geringer als die, welche für wildlebende Seeelefanten angenommen wird. Das mag damit zusammenhängen, dass im mediterranen Klima weniger Energie nötig ist, um die Körpertemperatur zu halten, als unter den subarktischen Bedingungen im natürlichen Lebensraum, und dass das Futter serviert wird und nicht mit hohem Energieaufwand erjagt werden muss [3].

Gefährdung und Schutz

An etwa 15 Wurfplätzen werden jährlich um die 200'000 Kälber geboren. Die Art gilt gegenwärtig als sicher und wurde aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2014 als nicht-gefährdet eingestuft [2].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Zoogestütztes Artenschutzprojekt (Beispiel):

  • Im Jahre 2004 hat der Antarctic Research Trust ART vier kleine Inseln im Süden der Falkland Inseln mit einer Gesamtfläche von 130 ha erworben. Diese Inseln waren in der Vergangenheit weder bewohnt noch wurden fremde Tier- und Pflanzenarten eingeführt. Ziel des Ankaufs war, die  Inseln und ihre Bewohner auch in Zukunft vor jeglicher Nutzung zu schützen.Im Jahre 2006 wurden die Inseln von BirdLife International als „Important Bird Area“ ausgewiesen*. Erste Erfassungen der Flora und Fauna im November 2008, 2011 und 2013 ergaben 29 Pflanzenarten, 31 Vogelarten und 3 Robbenarten, darunter der Südliche Seeelefant, der sich hier auch fortpflanzt. Diese Studien wurden gefördert durch den Zoo Zürich, der von 2006-2021 lBeiträge in der Höhe von 711'000 CHF an den ART geleistet hat.

Bedeutung für den Menschen

Wirtschaftliche Bedeutung: Südliche Seeelefanten wurden während Tausenden von Jahren von den indigenen Völkern Südamerikas und Australiens gejagt. Ab Beginn des 19. bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Bestände kommerziell zur Gewinnung ihrer Speckschicht, die zu einem wertvollen Öl verarbeitet wurde, ausgebeutet. Zuletzt, bis 1964, in Südgeorgien, wo jährlich 6'000 Tiere getötet wurden. Heute sind Seeelefanten nur noch als Attraktion im Tourismus wirtschaftlich relevant [2].

Kulturelle Bedeutung: Als charismatische Tierart hat der Südliche Seeelefant seinen Platz auf zahlreichen Briefmarken der Länder seines Verbreitungsgebiets gefunden.

Haltung

Den publizierten Altersrekord hält ein weibliches Tier, das im Zoo von Antwerpen geboren wurde und ebendort im Alter von 23 Jahren und 8 Monaten starb [6]. Ein wesentliches Problem bei Seeelefanten ist die Aufnahme von Fremdkörpern. Der Südliche Seeelefanten-Bulle "Goliath" des Tierparks Hagenbeck starb 1930 qualvoll an einem verschluckten, abgebrochenen Flaschenhals, ein Seeelefant des Zoo Vincennes an einem verschluckten Tennisball. Als der Nördliche Seeelefantenbulle "Roland" des Berliner Zoos 1961 nach sechsjähriger Haltungsdauer gestorben war, ergab die Sektion eine blutige Magen- und Darmentzündung, verursacht durch zahlreiche verschluckte Pfirsichsteine, Schlackenstücke, Steine, Knöpfe, Holzstäbchen von Speiseeis und einem "Katzenauge". Der bekannte Seeelefantenbulle "Charly" der Stuttgarter Wilhelma musste im Sommer 1996 im Alter von 22 Jahren und 1 Monat eingeschläfert werden, In seinem Magen fand man zwei Stofftiere, Schnuller und unzählige Münzen. Seine Tochter "Isolde" verendete an Kieselsplit, der von Besuchern ins Becken geworfen worden war [1; 4; SZ vom 23.07.2018].

Haltung in europäischen Zoos: Gegenwärtig (2022) gibt es keine Südlichen Seeelefanten in europäischen Zoos. Früher wurden immer wieder Tiere gehalten, zuletzt im Marineland Antibes. Diese lebten zum Teil recht lange. 1977 gelang dem Antwerpener Zoo die erfolgreiche Welterstzucht. Es gab auch sonst zahlreiche Geburten, etwa in den Zoos von Berlin, Duisburg oder Stuttgart, aber die Jungen kamen entweder tot zur Welt oder starben früh. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Seeelefanten sind im Säugetiergutachten 2014 des BMEL nicht erwähnt. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 1.2.2022) schreibt für 1-3 Tiere ein Gehege mit einer Grundfläche von 250 m² und einer Tiefe von 10(!) m vor. Für jedes weitere Tier kommen 40 m² zur Basisflächen dazu. Weshalb die Beckentiefe gegenüber einer früheren Fassung der Verordnung von 3 auf 10 m erhöht wurde, wurde nicht begründet. Ein so tiefes Becken gibt es weltweit nicht. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) sind für ein Paar mit Jungtier eine Fläche von 400 m² bei einer Tiefe von 3 m erforderlich. Für jedes weitere Adulttier ist die Fläche um 40 m² zu vergrößern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Südliche Seeelefant wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Phoca leonina" erstmals wissenschaftlich beschrieben. 1827 wurde er von John Edward GRAY vom British Museum in London in die neue Gattung Mirounga gestellt. Die zweite Art, der Nördliche Seeelefant (Mirounga angustirostris), wurde erst 1866 von dem amerikanischen Zoologen Theodore Nicholas GILL als Macrorhinus angustirostris beschrieben. Die beiden Arten haben keine Unterarten und sind sich sehr ähnlich, Hauptunterschied sind die saisonal unterschiedlichen Fortpflanzungsperioden [2; 7; 8].

Literatur und Internetquellen

  1. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  2. HOFMEYR, G.J.G. (2015). Mirounga leonina. The IUCN Red List of Threatened Species 2015: e.T13583A45227247. http://www.iucnredlist.org/details/13583/0. Downloaded on 16 April 2018.
  3. KASTELEIN, R. A., KERSHAW, J. & WIEPKEMA, P. R. (1991)
  4. KLÖS, H.-G. (1969)
  5. PUSCHMANN, W., ZSCHEILE, D., & ZSCHEILE, K. (2009)
  6. WEIGL, R. (2005)
  7. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)
  8. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

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