Donnerstag, 14 Juni 2018 07:30

Gewässer und Feuchtgebiete

(9.0) Allgemeines
(9.1) Seen und Stauhaltungen
(9.2) Fließgewässer
(9.3) Flachseen
(9.4) Kleingewässer
(9.5) Feuchtgebiete

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Allgemeines

EUR 09 00 pochtenfall PD1
Pochtenfall im Suldtal, Berner Oberland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 09 00 engstlige hohstalden PD1
Die Engstlige, ein frei fließender Alpenfluss, bei Hohstalden, Berner Oberland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 09 00 mauensee PD1
Mauensee, ein 55 ha großer Kleinsee im Schweizer Mittelland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Torfstichweiher im Naturschutzgebiet Düdinger Moos, Kanton Freiburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09-00 fischer bodensee
Berufsfischer auf dem Bodensee - Bild Land Vorarlberg, www.vorarlberg.gv.at

 

EUR-09 altwasser haeftli
Seerosengesellschaft mit Gelber Teichrose (Nuphar lutea) und Tannenwedel (Hippuris vulgaris), Aare-Altwasser, Naturschutzgebiet Häftli, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Renaturierter Lauf der alten Aare bei Aarberg, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09-00 biberfrass niederried
Vom Biber angenagter Stamm am Aarestau Niederried, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 09 00 aarberg PD1
Biberdurchgängige Fischtreppe zwischen der Alten Aare und dem Stau des Wasserkraftwerkes Aarberg, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR-09-00 fischpass ruppoldingen
Fischpass beim Aarekraftwerk Ruppoldingen, Kt. Solothurn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Höckerschwäne (Cygnus olor) auf dem Wohlensee bei Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 09 00 chevroux netta PD1
Kolbenente (Netta rufina) mit Jungen auf dem Neuenburgersee bei Chevroux © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 09 00 chevroux cachinnans PD1
Mittelmeer-Silbermöwen (Larus nmichahellis) auf Mole im Neuenburgersee © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Gewässer und Feuchtgebiete sind Lebensräume einer artenreichen Tierwelt. Nicht nur die Fische, sondern auch alle heimischen Amphibien sind auf sie angewiesen. Im Binnenland leben hier rund ein Viertel der Brutvogelarten, ferner sind einige wenige Reptilien und Säugetiere ans Wasser gebunden. Währenddem für Fische und die aquatische Herpetofauna die Art des Gewässers entscheidend ist, spielt dies für Vögel und namentlich Säugetiere eine Nebenrolle. Wichtiger sind das Nahrungsangebot und das Vorhandensein einer geeigneten Umgebung für die von den Tieren benötigte Infrastruktur.

Die Größe und Zusammensetzung der Fischpopulation eines Gewässers hängen ganz wesentlich vom Nahrungsangebot ab. Im Bodensee lag zwischen 1910 und 1955, d.h. vor der Eutrophierung des Sees, der durchschnittliche Jahresgesamtertrag des Obersees bei etwa 425 Tonnen. In den anschließenden fünfzig Jahren betrug er im Mittel 1138 Tonnen. In den letzten Jahren sank mit sinkendem Nährstoffgehalt auch der Fischereiertrag stetig und lag im Jahr 2006 mit nur noch 617 t wieder auf einem Niveau wie vor dem Beginn der Nährstoffzunahme.

Die Pflanzenwelt der Binnengewässer besteht aus einer Vielzahl von Arten, deren Zusammensetzung je nach Wassertiefe, Strömungsverhältnissen und Verfügbarkeit von Nährstoffen ändert. In Seen lassen sich vom Land gegen das offene Wasser folgende Zonen unterscheiden:

  • Schilfröhricht
  • Schwimmblattflur: Seerosen (Nymphaea, Nuphar), bis ca. 3 m Tiefe
  • Laichkrautzone: Laichkräuter (Potamogeton), Wasserpest (Elodea), Tausendblatt (Myriophyllum), bis ca. 7 m Tiefe
  • Zone der Armleuchteralgen (Chara), bis ca. 20 m Tiefe.

Der Lebensraum Wasser hat sich seit dem 19. Jahrhundert stark verändert. Im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft wurden viele Feuchtgebiete trockengelegt. Siedlungsabwässer wurden in solchen Mengen ungeklärt in Flüsse und Seen abgeleitet, dass nicht nur das Überleben der Fische, sondern auch die Trinkwasserversorgung gefährdet war, und die Errichtung von Kraftwerken und sonstige wasserbauliche Eingriffe fanden ohne Rücksicht auf die Tierwelt statt. Glücklicherweise hat in den letzten Jahrzehnten ein Umdenken stattgefunden. Es wurden Maßnahmen zum Gewässerschutz ergriffen, deren positive Auswirkungen heute deutlich spürbar sind. In jüngere Zeit wurden auch viele negative Aspekte des Wasserbaus korrigiert. So werden bei Kraftwerken Fischtreppen eingebaut, es werden Flüsse und Bäche renaturiert und zuvor in Rohre verlegte Wiesenbäche werden wieder ans Tageslicht geholt.

Das heißt nun aber nicht, dass alles in Ordnung sei. Restwassermengen in Gebirgsbächen und -flüssen, stark schwankende Wasserführung in Zusammenhang mit Speicherkraftwerken, hormonaktive Stoffe im geklärten Siedlungsabwasser, Stickstoffeintrag aus der Landwirtschaft und Bebauung der See- und Flussufer stellen immer noch Gefahren für die Biodiversität dar.

Es ist daher nach wie vor wichtig, dass einheimische, wasserlebende Zootiere als Botschafter für den Schutz unserer Binnengewässer werben.

Schutzgebiete

Unter der 1971 abgeschlossenen Ramsar-Konvention über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung werden insbesondere Lebensräume für Wasser- und Watvögel geschützt, darunter 34 in Deutschland, 22 in Österreich und 11 in der Schweiz. Sie sind auch national geschützt und zumeist auch FFH-Gebiete. Einige Beispiele:

  • Donau-March-Thaya Auen (AT) - seit 1982, 38'500 ha, in Niederösterreich
  • Neusiedlersee und Lacken im Seewinkel (AT) - seit 1982, 44229 ha, im Burgenland
  • Rheindelta (AT) - seit 1982, 2'065 ha, Mündung des Alpenrheins in den Bodensee, Vorarlberg
  • Waldviertler Teich-, Heide- und Moorlandschaft (AT) - seit 1999, 33'985 ha, in Niederösterreich
  • Wollmatinger Ried (DE) - seit 1976, 1'286 ha, am Bodensee, mit Mindelsee, in Baden-Württemberg
  • Niederelbe, Barnkrug – Otterndorf (DE) - seit 1976, 11'760 ha, in Niedersachsen
  • Steinhuder Meer (DE) - seit 1976, 5'730 ha, davon 2'9100 Seefläche, in Niedersachsen
  • Unteres Odertal (DE) - seit 1978, Nationalpark 10'323 ha, Ramsargebiet 5'400 ha, in Brandenburg
  • Unterer Niederrhein (DE) - seit 1983, 25'000 ha, 11 Teilgebiete, in Nordrhein-Westfalen
  • Oberrhein (DE) - seit 2008, 25'117 ha, von Weil-Karlsruhe, Baden-Württemberg
  • Fanel und Chablais de Cudrefin (CH) - seit 1976, 1'155 ha, am Neuenburgersee
  • Bolle die Magadino (CH) -- seit 1982, 663 ha, an der Mündung des Ticino in den Lago Maggiore
  • Les Grangettes (CH) - seit 1990, 6'359 ha, an der Mündung des Rhône in den Genfersee
  • Grande Caiçaie (CH) - seit 1990, 1'705 ha, am Südufer des Neuenburgersees
  • Klingnauer Stausee (CH) - seit 1990, 364 ha, vor dem Zusammenfluss der Aare in den Rhein

Typische Zootiere

Iltis, Europäischer Nerz, Fischotter, Europäischer Biber, Zwergmaus.

Zwergtaucher, Krauskopf- und Rosapelikan, Kormoran, Grau-, Silber-, Kuh-, Seiden-, und Nachtreiher, Zwergdommel, Weiß- und Schwarzstorch, Brauner Sichler, Löffler, Rosaflamingo, Grau-, Schnee-, Kaiser-, Zwergbläss-, Streifen- und Schwanengans, Ringel-, Nonnengans- und Rothalsgans, Sing-, Zwerg- und Höckerschwan, Spieß-, Löffel-, Krick-, Sichel-, Pfeif-, Stock-, Knäk- und Schnatterente, Moor-, Tafel-, Reiher- und Bergente, Kolbenente, Schellente, Eiderente, Gänse-, Mittel- und Zwergsäger, Weißkopfruderente, Rost- und Brandgans, Weißschwanz- und Riesenseeadler, Grauer, Mandschuren-, Weißnacken-, Schnee- und Mönchskranich, Austernfischer , Stelzenläufer, Säbelschnäbler, Kampfläufer, Rotschenkel, Goldregenpfeifer, Kiebitz, Lach-, Sturm- und Silbermöwe, Bienenfresser, Eisvogel, Wasseramsel.

Ringelnatter, Europäische Sumpfschildkröte, heimische Salamander und Molche, Geburtshelfer- und Echte Kröten, Gras- und Wasserfrösche, Gelb- und Rotbauchunke, Laubfrosch.Sterlet, Aal, Maifisch, Salmoniden (Salmo, Salvelinus, Thymallus), Hecht (Esox lucius), Weißfische (Abramis, Barbus, Carassius, Cyprinus, Chondrostoma, Leuciscus, Pelecus, Rutilus, Tinca), Flussbarsch, Stichling, Ghiozzo. Posthornschnecke.

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 07:27

Wüsten und Halbwüsten

(8.0) Allgemeines
(8.1) Winterkalte Wüsten und Halbwüsten
(8.2) Subtropische Wüsten und Halbwüsten

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Allgemeines

EUR 08 Gobi baumgartner 3
© Ruth Baumgartner, Gattikon ZH

 

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© Ruth Baumgartner, Gattikon ZH

 

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© Ruth Baumgartner, Gattikon ZH

 

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Hirten in der Südwest-Mongolei hüten außerhalb der Gobi B auf Mongolenponies ihre Schaf- und Ziegenherde © Ruth Baumgartner, Gattikon ZH

 

Südlich anschließend an den Steppengürtel folgt in Zentralasien die Region der winterkalten Wüsten und Halbwüsten. Diese erstreckt sich von Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgistan, Tadschikistan und dem Norden Afghanistans über Teile Chinas bis in die Mongolei. Im Südwesten Asiens befinden sich subtropische Wüsten und Halbwüsten, die von Syrien und Palästina bis nach Nordwestindien reichen und die ganze Arabische Halbinsel bedecken.

Naturgemäß sind Großsäugetiere offener Landschaften besonders anfällig für die Folgen einer nicht nachhaltigen Bejagung, wobei Bestandszusammenbrüche außerordentlich rasch erfolgen können, wie etwa das Beispiel der Saigaantilope zeigt. Der Syrische Wildesel, die Arabische, die Saudi-Gazelle und der Arabische Strauß sind daher ganz ausgestorben, Urwildpferd, und Arabische Oryx haben nur in Menschenobhut überlebt, was ihre Wiederansiedlung in Schutzgebieten erlaubte. Asiatischer Gepard, Onager, Turkmenischer Kulan, Wildkamel und Saiga sind hochbedrohte Tierarten. Auch die verschiedenen Gazellen, Wildschafe und Wildziegen der Region und der Wildyak sind gefährdet.

Wegen der begrenzten Verfügbarkeit von Nahrung und Trinkwasser, um die sie mit den Viehherden der Nomaden konkurrieren, sind die meisten Großsäugerarten gezwungen, Wanderungen zu unternehmen. Klimaveränderungen und menschliche Eingriffe in die Landschaft oder den Wasserhaushalt stellen in diesem Zusammenhang weitere Gefahren dar. Die Vertragsstaaten des Bonner Übereinkommens über wandernde Tierarten haben deshalb 2005 beschlossen, einen gemeinsamen Maßnahmenplan zu erarbeiten und umzusetzen, um die Großtierfaune der trockenen Landschaften Eurasiens zu erhalten.

Zoos haben sich in eine Reihe von Schutzprogrammen eingebracht, und die in den Zoos gehaltenen Tiere erfüllen in diesem Zusammenhang eine wichtige Botschafterfunktion.

 

Typische Zootiere

Steppenfuchs, Goldschakal, Wolf, Honigdachs, StreifenhyäneOman-Wildkatze, Sandkatze, Manul, Karakal, Eurasischer Luchs, Leopard, Schneeleopard, Klippschliefer (Procavia capensis), Przewalskipferd, Persischer Onager und Turkmenischer Kulan, Dromedar, Trampeltier, Arabische Oryx, Dorkasgazelle, Kropfgazelle, Wildziege, Nubischer Steinbock, Sibirischer Steinbock, Turkmenischer Markhor, Argali, Kleine Wüstenspringmaus), Sinai-Stachelmaus, Fette Sandratte, Goldhamster, Weißschwanzstachelschwein.

Bart- (Gypaetus barbatus), Mönchs- (Aegypius monachus), Gänse- (Gyps fulvus) und Schmutzgeier (Neophron percnopterus), Steppen- (Aquila nipalensis) und Steinadler (A. chrysaetos), Jungfernkranich (Anthropoides virgo), Vierzehenschildkröte (Testudo horsfieldii), Jemen-Chamäleon (Chamaeleo calyptratus), Schleuderschwanzagame, Hardun (Laudakia stellio picea), Sinaiagame, Bunter Dornschwanz (Uromastyx ornata), Wüsten-Hornviper (Cerastes cerastes), Palästina-Viper (Daboia palaestinae).

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Winterkalte Wüsten und Halbwüsten

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Urwildpferde im Kala-Meili-Naturschutzgebiet © Waltraut Zimmermann, Kölner Zoo
Die Temperatur der winterkalten Wüsten und Halbwüsten schwankt zwischen etwa -45ºC und 40ºC. Die winterkalten Stein- und Lehmwüsten sind beinahe vegetationslos, die Sandwüsten dagegen ergrünen im Frühjahr. Nach wenigen Wochen verdorren die Gräser und ephemeren Blütenpflanzen und es behaupten sich nur ein paar Xerophyten, darunter zahlreiche Arten von Sträuchern der Gattung Calligonum.

Die Vegetation wird dominiert von Gräsern (Poaceae), Korbblütlern (Asteraceae), Schmetterlingsblütlern (Fabaceae) und Gänsefussgewächsen (Chenopodiaceae). Der Saxaulbusch (Haloxylon) hat in den letzten Jahren gebietsweise abgenommen, da er in nicht nachhaltiger Weise als Brennholz gesammelt wird.

Tierwelt: Langohrigel (Hemiechinus auritus), Goldschakal, Wolf, Rotfuchs, Steppenfuchs, Streifenhyäne, Luchs, Schneeleopard, Przewalski-Pferd, Turkmenischer Kulan / Mongolischer Dschiggetai, Trampeltier / Wildkamel, Kropfgazelle, Saigaantilope (Saiga tatarica), Sibirischer Steinbock, Wildschafe (Ovis ammon / orientalis subspp.), Pfeifhasen (Ochotona spp.), Tolai-Hase (Lepus tolai), Ziesel (Spermophilus spp.), Murmeltiere (Marmota spp.), Grauhamster (Cricetulus migratorius, C. longicaudatus), Zwerghamster (Phodopus campbelli, P. roborovskii), Steppenlemminge (Lagurus lagurus, Eolagurus luteus, E. przewalskii), Rennmäuse (Meriones unguiculatus, M. tamariscinus, Rhombomys opimus), Pferdespringer (Allactaga sibirica, A. nataliae, A. bullata, A. elater), Mönchs- und Bartgeier, Steppen- und Steinadler, Jungfernkranich etc.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Gobi B-Naturschutzgebiet

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Asiatische Wildesel (Equus h. hemionus) im natürlichen Lebensraum. Gobi B, Mongolei © C. Walzer
Mongolei

Fläche 9259 km²,
Höhe grösstenteils 1000-1600 m.ü.M., die Gebirge im Osten erreichen beinahe 4000 m.
Jahresniederschlag 30 bis 200 mm.
Extreme Temperaturschwankung von über 75ºC im Jahres- und bis 25ºC im Tagesverlauf.
        
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Urwildpferde im natürlichen Lebensraum. Gobi B, Mongolei © C. Walzer, Wien
Die "Wüste Gobi" ist streng genommen nur zum kleinsten Teil eine echte Wüste, vielmehr besteht sie hauptsächlich aus Halbwüsten und Wüstensteppen. An Großtieren kommen Wolf, Luchs, Schneeleopard, Asiatischer Wildesel, EUR-8 gobiB MSchoenpflug
Urwildpferde im Gobi B-Naturschutzgebiet © M. Schönpflug / Kölner Zoo
Kropfgazelle und Sibirischer Steinbock vor. Das Wildkamel (Camelus ferus) ist hier ausgestorben. Es wurden 28 Nagetierarten nachgewiesen. 97 Vogelarten verbringen das ganze Jahr oder Teile des Jahres im Schutzgebiet. Die Reptilienfauna ist unbedeutend; die häufigste Art ist die Gobi-Krötenkopfagame (Phrynocephalus versicolor).

Im Rahmen der International Takhi Group beteiligen sich mehrere Zoos an der Wiedereinbürgerung des Przewalskipferdes und der Erforschung der Wildfauna der Gobi B sowie Maßnahmen zu ihrem Schutz.

Kala-Meili-Naturschutzgebiet

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Kropfgazellenbock (Gazella subgutturosa) im Kala-Meili-Naturschutzgebiet © Waltraut Zimmermann, Kölner Zoo
China

Das 17’000 km² große Kala-Meili-Naturschutzgebiet liegt in der Dsungarischen Gobi, südlich der Gobi B. Es beherbergt stabile Bestände an Asiatischen Wildeseln (Equus hemionus hemionus) und Kropfgazellen. In den Bergen leben Argali (Ovis ammon) und Sibirische Steinböcke. Für das Przewalskipferd gibt es ein Wiederansiedlungsprojekt.

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Subtropische Wüsten und Halbwüsten

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Dromedar in der Wüste von Katar © Thomas Althaus, Oltigen

 

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Nubischer Steinbock (Capra nubiana) im natürlichen Lebensraum in der Negev-Wüste bei Mitzpe-Ramon, Israel, auf ca. 900 m.ü.M.. © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Syrischer Klippschliefer (Procavia capensis syriaca) im natürlichen Lebensraum im En Gedi-Naturschutzgebiet am Toten Meer © Klaus Rudloff, Berlin

Obwohl in der Übergangszone von Afrika und Eurasien gelegen, sind Fauna und Flora der subtropischen Wüsten und Halbwüsten ziemlich artenarm, was durch die enorme Trockenheit bedingt ist. In Saudi-Arabien liegt die jährliche Niederschlagsmenge bei nur etwa 70 mm, wobei während mehrerer Monate überhaupt kein Regen fällt. Auch hier gibt es enorme Temperaturschwankungen von unter Null bis etwa 50ºC. Die Steinwüsten sind praktisch vegetationslos. In den Sand- und Halbwüsten ist ein bescheidenes Pflanzenwachstum möglich. Zu den spärlichen Bäumen und Strächern der Region gehören Akazien (wie Acacia tortilis, A.raddiana, A. etbaica, A. famesiana), Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua), Manna-Tamariske (Tamarix nilotica) und andere Tamariskenarten, Christusdorn (Ziziphus spina-christi), Arabischer Bocksdorn (Lycium arabicum) und Dattelpalme (Phoenix dactylifera). Typische Stauden und Kleinsträucher sind Schafgarben (Achillea fragrantissima), Beifuß (Artemisia sieberi, A. herba-alba, A. judaica, A. monosperma), Goldkamille (Matricaria aurea), Saxaul (Haloxylon persicum), Gänsefuß (Anabasis articulate), Weißer Ginster (Retama raetam) und Steppenraute (Peganum harmala). An Gräsern finden sich u.a. Klettgräser (Aristida spp.), Schwingel (Festuca spp.) und Pfriemengräser (Stipa spp.).

 

Tierwelt: Wüstenigel (Paraechinus aethiopicus), Goldschakal, Wolf, Rotfuchs, Wüstenfuchs, Sandfuchs, Honigdachs, Indischer Mungo, Ägyptischer Mungo, Weissschwanzmanguste, Kleinfleck-Ginsterkatze, Streifenhyäne, Falbkatze, Sandkatze, Karakal, Leopard, Asiatischer Gepard, Klippschliefer, Asiatischer Wildesel, Dromedar, Arabische Oryx, Dorkas-, Edmi- (Gazella gazella) und Kropfgazelle, Wildziege, Nubischer Steinbock, Markhor, Wildschafe (Ovis orientalis subspp.), Arabischer Thar (Hemitragus jayakari), Kaphase (Lepus capensis), Euphrat-Pferdespringer (Allactaga euphratica), Kleine Wüstenspringmaus, Sinai-Stachelmaus, Rennmäuse (Gerbillus, Meriones), Fette Sandratte, Goldhamster, Weißschwanzstachelschwein, Kaiseradler (Aquila heliaca), Schmutzgeier, Sandflughuhn (Pterocles orientalis), Rennvogel (Cursorius cursor), verschiedene Lerchenarten (z.B. Alaemon alaudipes, Ammomanes cinctura, A. deserti, Calandrella brachydactyla, C. rufescens, Eremophila bilopha, Rhamphocoris clotbey) und Steinschmätzerarten (Oenanthe deserti, Oe. finschii, Oe. moesta), Weissohrbülbül (Pycnonotus leucotis), Wüstenrabe (Corvus ruficollis).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Shaumari-Semireservat

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Arabische Oryx im Shaumari-Semireservat. Ab 1978 wurden Oryx in einem Zuchtgehege vermehrt. 1983 konnten 31 Tiere in das Reservat entlassen werden. © Zoo Zürich
Jordanien

500-600 m.ü.M.

Shaumari ist ein 22 km², eingezäuntes Reservat, in dem verschiedene in Jordanien ausgestorbene Tierarten angesiedelt wurden, wie Arabische Oryx, die zum Teil von VdZ-Zoos zur Verfügung gestellt wurden, Kropfgazellen und Onager. Im Reservat wurden mehr als 193 Pflanzenarten nachgewiesen. Es ist ein Important Bird Area (JO010), in dem auch Graue Kraniche überwintern.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 07:21

Grasländer

(7.0) Allgemeines
(7.1) Puszta
(7.2) Zentralasiatische Steppen

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Allgemeines

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Großtrappen (Otis tarda) im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel. Foto www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at
Im Inneren des Kontinentes, wo der Einfluss des Meeres geringer ist, wird das Klima zunehmend trockener. Anstelle des Waldes entwickelte sich hier ein riesiger Graslandgürtel. Dieser reicht von der Walachischen Tiefebene Bulgariens und Rumäniens über Moldawien, die Ukraine und Russland nach Tibet und bis in die Mongolei.

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"Aueroxen" im Penzezug, Hortobágy Nationalpark © István Sandor
Im Norden gibt es eine Übergangszone zur Taiga, im Süden schließen Halbwüsten an, etwa im Bereich der Gobi. Eine Exklave ist die durch die Karpaten abgetrennte Puszta des pannonischen Beckens. Ursprünglich eine Waldsteppe, setzte hier ab dem 16. Jahrhundert durch menschliche Einwirkung eine weitere Versteppung der Landschaft ein. Auch das tibetische Hochland hat weitgehend Steppencharakter.

Der Lebensraum Steppe ist mit seiner Tier- und Pflanzenwelt bedroht durch Umwandlung in Ackerland oder Weinberge, Überweidung, illegale Jagd, nicht nachhaltigen Wasserverbrauch, Erdölförderung und Bergbau. Schutzgebiete machen nur einen kleinen Teil der Fläche der Eurasischen Grasländer aus. Die charakteristischen Biozönosen sind, namentlich im europäischen Teil, nur noch in Restbeständen vorhanden. Verschiedene Zoos beteiligen sich deshalb an Projekten zum Schutz von Arten oder Gebieten der eurasischen Steppe. Die im Zoo gehaltenen Steppentiere helfen mit, die Naturschutzbotschaft zu vermitteln.

Vegetation und Charakterpflanzen

Die prägenden Pflanzengesellschaften der Steppe bestehen aus Gräsern, darunter Schwingelarten (Festuca spp.), Pfriemengräser (Stipa spp.), Quecken (Agropyron spp.) oder Steppensegge (Carex stenophylla). Dazwischen gedeihen Wucherblumen (Leucanthemum spp.), Kuhschellen (Pulsatilla spp.), Tulpen (Tulipa spp.), Zwergschwertlilien (Iris spp.), Steppendisteln (Carduus spp.) und viele andere Steppenblumen. Man findet daneben vor allem Moose und Flechten, aber auch niedrigere Sträucher wie die Heidekrautgewächse, verschiedene Halophyten auf Salzböden und vereinzelte Waldinseln in günstigen Lagen.

Typische Zootiere: 

Feldhase (Lepus europaeus), Ziesel (Spermophilus citellus), Eurasische Zwergmaus (Micromys minutus), Mongolische Rennmaus (Meriones unguiculatus), Feldhamster (Cricetus cricetus), Steppenfuchs (Vulpes corsac), Wolf (Canis lupus), Przewalskipferd (Equus (ferus) przewalskii), Kiang (Equus kiang), Trampeltier (Camelus bactrianus), Hausyak

Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis), Grau- (Ardea cinerea), Seiden- (Egretta garzetta) und Nachtreiher (Nycticorax nycticorax), Zwergdommel (Ixobrychus minutus), Weißstorch (Ciconia ciconia), Löffler (Platalea leucorodia), Graugans (Anser anser), Rothalsgans (Branta ruficoliis), Moorente (Aythya nyroca), Rebhuhn (Perdix perdix), Steppenadler (Aquila nipalensis), Gänse- (Gyps fulvus), Mönchs- (Aegypius monachus), Bart- (Gypaetus barbatus) und Schmutzgeier (Neophron percnopterus), Jungfernkranich (Anthropoides virgo), Graukranich (Grus grus), Wachtelkönig (Crex crex), Feldlerche (Alauda arvensis), Blaukehlchen (Luscinia svecica), Vierzehenschildkröte (Testudo horsfieldii), Wiesenotter (Vipera ursinii)

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Nationalparks und andere Schutzgebietelineblack1px

Puszta

Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel

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Am Rand des Pannonischen Beckens: Grasland bei St. Margarethen, Burgenland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Höhe 115- ca. 125 m.ü.M., 9'700 ha.

ca. 600 mm Niederschlag / Jahr
Mittlere Monatstemperaturen: min. ca. - 5, max. ca. 20˚C

Die Biotope des Nationalparks sind der Neusiedler See mit seinem Schilfgürtel, periodisch austrocknende Salzlacken, Mähwiesen, Hutweideflächen und kleinflächige EUR-07 grasland feldhase
Feldhase (Lepus europaeus) im Seewinkel bei Aptelon, Burgenland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Sandlebensräume.

        
Tierwelt: Großer Abendsegler (Nyctalus noctula), Ziesel, Zwergmaus, Ährenmaus (Mus spicilegus), Feld- und Nordische Wühlmaus (Microtus arvalis, M. oeconimus),Feldhamster, Feldhase, Fischotter, Rotfuchs, Rothirsch, Reh, Wildschwein. Important Bird Areas AT001 und AT004. Hier brüten u.a. Zwergtaucher, Purpur- (A. purpurea) und Silberreiher (C. albus), Rohr- ( Botaurus stellaris) und Zwergdommel, Weißstorch, Löffler, Graugans, Kolbenente, Weihen (Circus aeruginosus, C. pygargus), Großtrappe (Otis tarda), Wachtelkönig, Kleines Sumpfhuhn (Porzana parva), Rohrschwirl (Locustella luscinioides), Blaukehlchen, Mariskensänger (Acrocephalus melanopogon).

Hortobágy-Nationalpark

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Przewalskipferde (Equus ferus przewalskii) im Sommer, Hortobágy-Nationalpark © Vera Warmuth / Kölner Zoo
Höhe 86-98 m.ü.M., 52'000 ha.

ca. 640 mm Niederschlag / Jahr
Mittlere Monatstemperaturen: min. -6, max. 25˚C

Tierwelt: Die Hortobágy Puszta wird mit Hauspferden, Szilajrindern, Zackelschafen und Wollschweinen beweidet. Im Semireservat Pentezug leben Urwildpferde und Heckrinder.
        
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Przewalskipferde (Equus ferus przewalskii) im Winter, Hortobágy-Nationalpark © Attila Korbely / Kölner Zoo
Die Hortobágy Puszta ist ein Important Bird Area (HU032). Hier brüten u.a. Zwergscharbe (Phalacrocorax pygmeus), Purpur- (Ardea purpurea), Rallen- (Ardeola ralloides) und Nachtreiher, Zwergdommel, Weißstorch, Löffler, Graugans, Moorente, Rotfußfalke (Falco vespertinus), Großtrappe (Otis tarda), Zwergsumpfhuhn (Porzana pusilla), Weißbart- (Chlidonias hybridus) und Trauerseeschwalbe (Ch. niger), Schwarzstirnwürger (Lanius minor) und Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola).

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Zentralasiatische Steppen

Altyn Emel-Nationalpark

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Wildpferde (Equus (ferus) przewalskii)im natürlichen Lebensraum. Altyn Emel NP, Kasachstan © Henning Wiesner, Andechs
Höhe: 480 - 2'882 m.ü.M.

Altyn Emel ist gebirgig. In den tieferen Lagen hat es teilweise unterschiedliche Steppentypen, teilweise Wüsten und zu einem kleinen Teil Wald. Wegen der unterschiedlichen Landschaftsformen ist die Pflanzenvielfalt hoch, es wurden 634 Arten Gefäßpflanzen nachgewiesen.

Tierwelt: Die Wirbeltierfauna setzt sich aus 70 Säugetier, 280 Vogel- (wovon 155 Brutvogel-), 25 Reptilien-, 4 Amphibien- und 28 Fischarten zusammen. Unter den Säugetieren befinden sich Steinmarder, Steppeniltis, Fischotter, Turkmenischer Kulan, Kropfgazelle, Argali, sowie eine kleine Gruppe wiedereingeführter Przewalskipferde. In diesem Important Bird Area (KZ101) fallen die zahlreichen Geier (Schnee-, Gänse, Mönchs-, Bart- und Schmutzgeier), Falken (Saker, Rötel-, Turm- und Baumfalke) und sonstigen Greifvögel auf, ferner Krauskopfpelikan, Kragentrappe (Chlamydotis undulata), Blauracke und Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos).

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 09:06

Laubwälder

Als sich am Ende der letzten Eiszeit die Gletscher in die Alpen und nach Skandinavien zurückzogen, entstand in Mitteleuropa eine Taiga mit birkenreichen Föhrenwäldern, die sich erst zu Mischwäldern mit Haseln, Eichen, Ulmen und Linden und danach in den tieferen Lagen zu Laubwäldern weiterentwickelte.

(4.0) Allgemeines
(4.1) Buchenwald
(4.2) Wälder auf Schuttböden
(4.3) Wälder auf feuchtnassen Böden
(4.4) Flussbegleitende Auenwälder
(4.5) Wärmeliebende Laubmischwälder
(4.6) Waldränder und Hecken
(4.7) Heiden

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Allgemeines

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Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) in ihrem natürlichen Lebensraum. Naturschutzgebiet Elfenau, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Im klimatisch günstigen Pfälzerwald gedeihen viele Esskastanien und Hainbuchen. Aufnahme aus dem Wild- und Wanderpark Silz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Noch zur Römerzeit war Germanien, im Gegensatz zum bereits weitgehend entwaldeten Mittelmeergebiet im Wesentlichen von geschlossenem Wald bedeckt, in dem menschliche Siedlungen und Felder Inseln bildeten. Ab dem 7. Jahrhundert wurde der Wald der tieferen Lagen großflächig gerodet. Zahlreiche Ortsnamen wie Reute, Reutte, Reuthe, Reith, Rüti, Rütti, Rott, Walsrode, Wernigerode, Reutlingen, Bayreuth, Rodenkirchen, weisen heute noch auf dies Rodungstätigkeit hin, Schwanden, Schwendt, Schwändi und ähnliche auf Brandrodungen. Bis ins 19. Jahrhundert nahmen die Waldflächen ab, was übrig blieb wurde übernutzt, von den Schutzwäldern in den Alpen einmal abgesehen. Mit dem Österreichischen Reichsforstgesetz von 1852, dem preußische Schutzwaldgesetz von 1875 und dem Eidgenössischen Forstgesetz von 1876 setzte eine Trendwende ein. Heute ist knapp ein Drittel Deutschlands, gut ein Drittel der Schweiz und knapp die Hälfte Österreichs von Wald bedeckt. Dies schließt allerdings die Nadelwälder der montanen Zone ein, die in der Schweiz und vor allem in Österreich einen erheblichen Teil der Waldfläche einnehmen.

Zum Thema "Waldsterben" siehe unter Mittelgebirge.

Vegetation und Charakterpflanzen

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Buchenmischwald im Frühjahr mit Teppich aus Buschwindröschen (Anemone nemorosa). Steinhölzliwald, Bern-Liebefed © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Großflächiges Gehege für Dam- und Muffelwild in Buchenwald. Wildparadies Cleebronn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Monotoner, artenarmer Fichtenforst, dunkel und daher mit wenig Unterwuchs. Poing, Bayern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Diese Wälder waren vorerst durch Eichen dominiert. Als Folge der Abkühlung des Klimas in der Jungsteinzeit und Bronzezeit wurde die wärmeliebende Eiche größtenteils durch die Buche ersetzt. Dieser Buchenwald erstreckte sich über ein Gebiet mit den Eckpunkten Göteborg – Danzig – Ljubljana – Grenoble – Brest – Bristol – Brüssel.

Die Rotbuche (Fdominiert andere Baumarten und tendiert in tieferen Lagen dazu, reine Bestände zu bilden. Im unteren Montanbereich (800-1000 m.ü.M.) gedeihen dazwischen Weißtannen (Abies alba) und Bergahorn. Im mittleren Montanbereich (1000-1400 m.ü.M.) kommt es zu einer starken Durchdringung auch mit Fichten, Eschen  und Bergulmen.

Andere Baumarten können sich an Spezialstandorten durchsetzen: In wärmeren, kollinen Grenzlagen können sich Eichen-Hagebuchenwälder ausbilden, auf Schuttböden gedeihen vermehrt Ahorne und Linden, in feuchten Mulden Traubenkirsche und Esche, auf Torfböden Bruchwälder und entlang der Flüsse Auenwälder.

Aus forstwirtschaftlichen Gründen wurden auch in den tieferen Lagen viele Laubwälder durch Monokulturen von Fichten oder anderen Koniferen ersetzt, in denen nur wenige Tierarten ein Auskommen finden. Die verbleibenden Laubwälder sind je nach Art der Bewirtschaftung unterschiedlich artenreich. Eigentliche Urwälder gibt es in Mitteleuropa nur wenige. In jüngerer Zeit wird allerdings vermehrt auf einen naturnahen Waldbau geachtet, der nicht nur der Holzproduktion, sondern auch der Erholungsfunktion dient, und in dem die Biodiversität deutlich höher ist, als in den klassischen Wirtschaftswäldern.

Typische Zootiere:

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Amselhahn (Turdus merula) auf Bergahorn, Bad Ragaz, Kt. Graubünden, ca. 510 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Braunbrustigel, Wolf, Rotfuchs, Marderhund (Ostasien, in Europa eingeführt, Baummarder, Dachs, Fischotter, Wildkatze, Eurasischer LuchsWildschwein, Rothirsch, Sikahirsch (Ostasien, in Europa eingeführt), Europäischer Damhirsch , Europäisches Reh, Sibirisches (Asiatisches) Reh Feldhase, Wildkaninchen, EichhörnchenEuropäischer Biber, Siebenschläfer, Gartenschläfer, Zwergmaus, Schwarzstorch, Baumfalke , Wanderfalke, Haselhuhn, Turteltaube, Sperlingskauz, Uhu, Waldohreule, WaldkauzHabichtskauz,  Schwarzspecht, Sommergoldhähnchen, Erlenzeisig, Grünfink, Buchfink, Kernbeißer, Eichelhäher, Elster.

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Buchenwald

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Reh (Capreolus capreolus)im Könizbergwald, Schweiz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) im natürlichen Lebensraum. Elfenau, Kt. Bern, ca. 510 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kleiber (Sitta europaea) auf Rotbuche im natürlichen Naturschutzgebiet Elfenau, Kt. Bern, , ca. 510 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Wälder mit Buchen als alleiniger oder dominierender Baumart gibt es in Mitteleuropa vom Tiefland bis auf etwa 1000 m.ü.M., darüber sowie in Nordosteuropa folgen Mischwälder. Von Natur aus würde der Buchenwald rund zwei Drittel der Waldfläche Deutschlands einnehmen. Nach der 2. Bundeswaldinventur des BMELV sind aber effektiv nur 15.8 % Buchenwälder mit oder ohne Beimischung anderer Arten. Die Buche wächst sowohl auf sauren wie auch auf kalkreichen Böden.

In den Buchenwäldern finden über 6'000 verschiedenen Tierarten ihren jeweils geeigneten Lebensraum. Je nach Standort, Bodenbeschaffenheit und Klima bilden sich im Buchenwald unterschiedliche Pflanzengesellschaften aus, wie etwa Waldhainsimsen-Buchenwald auf sauren, Waldmeister-Buchenwald auf tiefgründigen oder der Lungenkraut-Buchenwald auf kalkhaltigen Böden. Für Wirbeltiere ist die Zusammensetzung der Flora im Buchenwald ziemlich unerheblich. Wichtiger ist die Altersstruktur der Baumpopulation:

Beim Heranwachsen einer neuen Baumgeneration bieten Jungwuchs und Dickungen Nahrung für insektenfressende Vögel, Rehe und Hasen. Im Stangenholz sinken sowohl Art- als auch Individuenzahl ab und erreichen in ca. 50-jährigen Baumbeständen den tiefsten Wert. Mit steigendem Alter und Stammdurchmesser wird der Wald für Spechte interessant, die hier ihre Nisthöhlen zimmern. Verlassene Spechthöhlen und Faulhöhlen, die sich bei Stammverletzungen oder dem Abbruch von Ästen bilden, werden von anderen höhlenbrütenden Vögel genutzt und dienen als Schlafhöhlen für Kleinsäugetiere.

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Wälder auf Schuttböden

Auf Schutthalden unterhalb von Felswänden kann sich die Buche nur knapp oder gar nicht behaupten, weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Schuttpioniere, wie Sommer- und Winterlinde, Berg- und Spitzahorn, Bergulme und Esche sind hier im Vorteil. Vielfach sind die Bäume bis weit hinauf mir Efeu bewachsen. Je nach Standort dominieren am Boden Moose, Hirschzunge, Lerchensporn, Leberblümchen, Alpendost, Schneehainsimse oder Geißbart.

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Wälder auf feuchtnassen Böden

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Erlenbruch, Darss, Mecklenburg-Vorpommern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Auf Torfböden mit dauernd hohem Grundwasserstand gedeihen Bruchwälder. Diese sind besonders häufig in Norddeutschland (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) und in Nordosteuropa. Die dominierende Art des Erlenbruchwalds ist die Schwarzerle (Alnus glutinosa), beim Birkenbruchwald ist es die Moorbirke (Betula pubescens), vergesellschaftet mit Kiefer oder Bergföhre. Eine Vorstufe der Bruchwälder sind Gebüsche mit Strauchweiden, wie der Grauweide und Ohrweide, sowie Strauchbirke, Lorbeerweide und Gagelstrauch.

Tierwelt: Fischotter, Wildschwein, Biber, Europäische Sumpfschildkröte, Bruch- und Waldwasserläufer (Tringa glareola, T. ochropus). Bruchwälder sind wichtige Lebensräume für Amphibien.

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Flussbegleitende Auenwälder

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Aare-Altwasser mit Weichholz-Aue, Naturschutzgebiet Häftli, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Auwald mit Gießen am Rand der Oberrheinischen Tefebene. Petite Camargue Alsacienne, St. Louis, Oberelsass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Auenwälder werden mehr oder regelmäßig überschwemmt. An Standorten, die bis zu 4 Monate im Jahr unter Wasser stehen, gedeiht die Weichholzaue mit Grauerle ( Alnus incana), Silberweide (Salix alba) und Schwarzpappel (Populus nigra) als dominierenden Baumarten. An Standorten mit hohem Grundwasserspiegel, die aber nur bei Spitzenhochwassern überschwemmt werden, wächst die Hartholzaue mit Esche (Fraxinus excelsior), Ulme ( Ulmus sp.), Stieleiche (Quercus robur) und Bergahorn (Acer pseudoplatanus). Durch wasserbauliche Eingriffe und das Anpflanzen exotischer oder standortfremder Bäume sind die mitteleuropäischen Auenwälder bedroht.

Tierwelt: Typische Arten sind Laubfrosch, Teichmolch, Turteltaube, Waldohreule, Grau-, Grün- und Kleinspecht (Picus canus, Picus viridis, Dendrocopos  minor), Wendehals (Jynx torquilla), Pirol (Oriolus oriolus), Nachtigall (Luscinia megarhynchos), Sprosser (L. luscinia), Gelbspötter (Hippolais icterina), Trauer- und Halsbandschnäpper (Ficedula hypoleuca, F. albicollis), Kleiber (Sitta europaea), Schwanz-, Blau- und Weidenmeise (Aegithalos caudatus, Parus caeruleus, P. montanus).

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Wärmeliebende Laubwälder

Hainbuche (Carpinus betula)
Hainbuche (Carpinus betula) im Pfälzer Wald © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Edelkastanie (Castania sativa)
Edelkastanie (Castania sativa) im Pfälzer Wald © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

An Standorten, die für die Buche zu warm und zu sommertrocken sind, gedeihen Hagebuchen-(Hainbuchen-), Eichen-Hagebuchen-, Trauben- und Flaumeichenwälder (Quercus petraea, Q. pubescens) oder, natürlicherweise nur auf der Alpensüdseite, Kastanien- (Castanea sativa) und Hopfenbuchen-(Ostrya carpinifolia) Mischwälder. Solche Wälder enstehen auch dort, wo der Wald als Niederwald oder Mischwald bewirtschaftet wird, d.h. wo alle oder die meisten Bäume alle 10-30 Jahre als Brennholz geschlagen werden und die Waldverjüngung hauptsächlich durch Stockausschlag erfolgt.

Tierwelt: Ein Charaktervogel für den Eichen- bzw. Eichen-Hagebuchenwald ist der Mittelspecht (Dendrocopos medius), ferner leben hier: Turteltaube, Kuckuck (Cuculus canorus), Wendehals, Grauspecht, Heckenbraunelle (Prunella modularis), Baumpieper (Anthus trivialis), Garten- und Mönchsgrasmücke (Sylvia borin, S. atricapilla), Zilpzalp (Phylloscopus collybita), Waldlaubsänger (Ph. sibilatrix), Garten- und Waldbaumläufer (Certhia brachydactyla, C. familiaris), Kleiber, Wachholderdrossel (Turdus pilaris), Pirol, Goldammer (Emberiza citrinella).

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Waldränder und Hecken

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Artenreicher Waldrand, Naturlandschaft Köniztal, 620 m.ü.M., Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Ökologisch wertlos: abrupter Übergang von Fichtenforst zu Wiese anstelle eines gestuften Laubwaldrands. Köniz, Kt. Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Hecke, Naturschutzgebiet Auried, 491 m.ü.M., Kt. Freiburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Eingriffeliger Weissdorn (Crataegus monogyna), Naturschutzgebiet Auried, Kt. Freiburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Goldammer (Emberiza citrinella), Auried, 491 m.ü.M., Kt. Freiburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Waldränder

Waldränder sind nicht nur ein ästhetisches Landschaftselement, vielmehr sind sie wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl von Arten und bilden eine Brücke zwischen Wald und Kulturland bzw. Steppe. Ein ökologisch wertvoller Waldrand besteht aus einem 15-20 m breiten, stufigen, lockeren und artenreichen Waldmantel, in dem z.B. Eichen, Esche, Ahorne, Wilde Birne, Kirschbaum, Hagebuche, Mehl-, Vogel- und Elsbeere sowie Traubenkirsche gedeihen.

Es folgt ein 5-10 m breiter Strauchgürtel mit Faulbaum, Hasel, Holunder, Kornelkirsche, Liguster, Schneeball, Weiß- und Schwarzdorn, Pfaffenhütchen, Hartriegel, Heckenkirsche, Berberitze und Hundsrose. Den Übergang zum Grasland bildet ein 5-10 m breiter Krautsaum, der auch - möglichst besonnte - Kleinstrukturen, wie vegetationsfreie Flächen, Ast- und Steinhaufen, Tümpel etc. enthält. Leider entsprechen viele Waldränder nicht diesem Idealbild, das Lebensraum für Igel, Hermelin (Mustela erminea), Haselmaus (Muscardinus avellanarius), Reh, Grünspecht, Grasmücken, Neuntöter (Lanius collurio), Blindschleiche, Zauneidechse (Anguis fragilis) und viele andere Arten bietet.   

Hecken

Hecken entsprechen in etwa dem Strauchgürtel des Waldrandes und idealerweise haben sie beidseits einen Krautsaum. Sie strukturieren das Kulturland und bilden Korridore oder Trittsteine zwischen Waldgebieten. Ökologisch wertvoll sind Hecken, wenn sie eine dichte Schicht aus einheimischen Straucharten bilden, einen hohen Anteil an Dornensträuchern haben und der sie umgebende, nur extensiv bewirtschaftete Krautsaum wenigstens drei Meter breit ist.
       
Häufige Heckensträucher: Pfaffenhütchen (Evonymus europaea), Feldahorn (Acer campestre), Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), Roter Hartriegel (Cornus sanguinea), Liguster (Ligustrum vulgare), Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Roter Holunder (Sambucus racemosa), Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus), Rotes Geißblatt (Lonicera xylosteum), Salweide (Salix caprea), Hasel (Corylus avellanaria), Hundsrose (Rosa canina), Traubenkirsche (Prunus padus), Schwarzdorn (Prunus spinosa), Weißdorn (Crataegus monogyna), Eberesche (Sorbus aucuparia), Mehlbeere (Sorbus aria).

Tierwelt: In Hecken leben u.a. Spitzmäuse, Igel, Hermelin, Mauswiesel (Mustela nivalis) und verschiedene Kleinnager. Typische Heckenbrüter sind Dorn- (Sylvia communis), Garten und Mönchsgrasmücke, Neuntöter und Goldammer (Emberiza citrinella).

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Heiden

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Wachholderheide, Naturschutzgebiet Tillenberge bei Nordhorn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Bentheimer Landschafe des Tierparks Nordhorn, Tillenberger Heide © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Königsbrunner Heide bei Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Thymian, Königsbrunner Heide bei Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Heiden auf sauren Böden

Die Heiden Norddeutschlands waren ursprünglich Eichen- oder Buchenwälder auf sandigem Untergrund, deren Böden durch langandauernde Übernutzung verarmten. Auf diesen Flächen siedelten sich Spezialisten wie Heidekräuter (Ericaceen), Besenheide (Calluna vulgaris) und Wacholder (Juniperus communis) an, wodurch es zu einer weiteren Verarmung und Versauerung des Bodens kam.

Vegetation: Es gibt unterschiedliche Heide-Gesellschaften: Die Typische Sandheide mit Besenheide (Calluna vulgaris) und Wacholder (Juniperus communis), die Flechtenreiche Sandheide mit verschiedenen Rentierflechten (Cladonia) und Moosen, die Lehmheide mit Dreizahn (Danthonia decumbens), Seggen (Carex pilulifera), Schwingel (Festuca) und Borstgras (Nardus stricta), die Heidelbeer-Sandheide mit Heidel- (Vaccinium myrtillus) und Preiselbeeren (V. vitis-idaea) und die Feuchte Sandheide mit Pfeifengras (Molinia caerulea), Glocken-Heide (Erica tetralix) und Rasiger Haarsimse (Scirpus cespitosus).

Die Tillenberger Heide wird vom Tierpark Nordhorn gepflegt, der zu diesem Zweck auch eine Herde Bentheimer Landschafe einsetzt.
        
Heiden auf kalkhaltigen Böden

In Süddeutschland entstanden Heiden im Lechtal auf dem Schotter von Gletschermoränen, der nicht durch eine Lössschicht abgedeckt wurde. Der Boden der Lechtalheiden ist kalkhaltig und damit unterscheidet sich die Vegetation deutlich von jener der norddeutschen Heiden. Es finden sich hier unterschiedliche Lebensgemeinschaften, so lichte Schneeheide (Erica carnea)-Kiefernwälder, Magerrasen, Halbtrockenrasen, Auwälder, Moore.
     
Vegetation: 20 Orchideenarten, Enziane (Gentiana), Kugelblumen (Globularia), Flockenblumen (Centaurea), Astern (Aster), Küchenschellen (Pulsatilla), Sumpf-Gladiole (Gladiolus palustris), Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), Regensburger Zwergginster (Chamaecytisus ratisbonensis), Klebriger Lein (Linum), Akelei (Aquilegia), Silberdistel (Carlina acaulis), etc..

Tierwelt: Vielfältige Insektenfauna, Zauneidechse, Mauereidechse, Blindschleiche, Schlingnatter, Ringelnatter, Kreuzotter, Grasfrosch, Springfrosch, Laubfrosch, Erdkröte, Wechselkröte....

Der Zoo Augsburg beteiligt sich in der Königsbrunner Heide an einem Beweidungsprojekt mit Urwildpferden und Rothirschen.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 08:32

Mischwälder

 

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Mischwald am Vorarlberger Sulzberg mit Buchen, Ahorn, Eschen Pappeln, Fichten u.a. © Friedrich Böhringer. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic-Lizenz

 

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Mischwald im Bialowieza-Nationalpark, Polen © Frank Vassen, European Commission, Unit ENV.D3, Brüssel.Veröffentlicht auf Flickr unter der 2.0 Generic (CC BY 2.0)-Lizenz

 

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Wisente (Bison bonasus) im natürlichen Lebensraum. Bialowieza-Nationalpark © Bernd Schildger, Tierpark Bern

Allgemeines

Zwischen den sommergrünen Laubwäldern und den Nadelwäldern des Nordens befindet sich eine Übergangszone, in der sich Laub- und Nadelholzbestände mosaikartig durchdringen oder wo sich Mischbestände von Laub- und Nadelbäumen gebildet haben. Dasselbe gilt für die übrige Pflanzenwelt und wir finden hier Tiere beider Ökozonen. Ähnliche Mischwälder gibt es auch in der montanen Stufe der mitteleuropäischen Gebirge.

Zum Thema "Waldsterben" siehe unter Mittelgebirge.

Typische Zootiere

Braunbrustigel, BraunbärWolf, Rotfuchs Marderhund (Ostasien, in Europa eingeführt), Europäischer Nerz, Feuerwiesel, Steinmarder, Baummarder, Buntmarder (Ostasien), Dachs, Fischotter, Wildkatze, Eurasischer LuchsWildschwein, Rothirsch, Sikahirsch (Ostasien, in Europa eingeführt), Europäischer Damhirsch, Europäisches Reh, Sibirisches (Asiatisches) Reh, Elch, Wisent, Feldhase, Schneehase, EichhörnchenEuropäischer Biber, Siebenschläfer, Gartenschläfer, Zwergmaus.

Schwarzstorch, Wespenbussard, Wanderfalke, Haselhuhn, Sperlingskauz, Uhu, Waldohreule, Waldkauz, Bartkauz, Habichtskauz, Sperlingskauz, Raufusskauz , Schwarzspecht, Sommergoldhähnchen, Erlenzeisig, Grünfink, Buchfink, Gimpel, Eichelhäher, Elster, Kolkrabe.

Europäische Sumpfschildkröte, Zauneidechse, Ringelnatter, Glattnatter, Kreuzotter, Teichmolch, Kammmolch, Erdkröte, Kreuzkröte, Wechselkröte, Laubfrosch, Rotbauchunke, Wasserfrosch, Seefrosch, Grasfrosch

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

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Weiher im Bialowieza-Nationalpark, Polen © Frank Vassen, European Commission, Unit ENV.D3, Brüssel.Veröffentlicht auf Flickr unter der 2.0 Generic (CC BY 2.0)-Lizenz

 

EUR 03 laubfrosch bialowieza vassen
Laubfrosch (Hyla arborea) im Bialowieza-Nationalpark, Polen © Frank Vassen, European Commission, Unit ENV.D3, Brüssel.Veröffentlicht auf Flickr unter der 2.0 Generic (CC BY 2.0)-Lizenz

 

EUR 03 wisente bialowieza vassen
Wisente (Bison bonasus) im Bialowieza-Nationalpark, Polen © Frank Vassen, European Commission, Unit ENV.D3, Brüssel.Veröffentlicht auf Flickr unter der 2.0 Generic (CC BY 2.0)-Lizenz

Bialowieza-Nationalpark

Polen

135 - 197 m.ü.M., 5'316 ha.

Unterschiedliche Waldtypen: Von Linden und Hagebuchen dominierter Laubwald (Tilio-Carpinetum), Eichen-Kiefern-Mischwald, Fichten- und Kiefernwald, Erlenbruch, Niedermoore. Viele Bäume sind über 200 Jahre alt. Ferner vom Menschen geschaffene Lichtungen.

Tierwelt: 59 Säugetierarten, darunter Ostigel (Erinaceus roumanicus), Wolf, Rotfuchs, Dachs, Baummarder, Iltis, Amerikanischer Nerz (Mustela vison), Fischotter, Luchs (Braunbär und Wildkatze fehlen), Wildschwein, Wisent, Rothirsch, Reh, Elch, Feld- und Schneehase, Eichhörnchen, Biber, Gelbhals- (Apodemus flavicollis) und Rötelmaus (Myodes glareolus), Siebenschläfer. Rund 250 Vogelarten (Important Bird Area PL046), wovon rund 180 (im Nationalpark selbst 117) Brutvögel. Darunter, nebst obgenannten "Typischen Zootieren", Schreiadler (Aquila pomarina), Wachtelkönig, Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana), Mittelspecht (Dendrocopos medius), Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos), Dreizehenspecht (Picoides tridactylus), Grauspecht (Picus canus), Halsbandschnäpper (Ficedula albicollis), Zwergschnäpper (Ficedula parva).

Die Herpetofauna setzt sich aus 7 Reptilien- und 12 Amphibienarten zusammen.

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 08:17

Taiga

Allgemeines

Über die Auswirkungen des sich anbahnenden Klimawandels wird heftig und kontrovers diskutiert. Sicher ist, dass jede größere Veränderung zum Teil drastische Auswirkungen auf die polare und subpolare Flora und Fauna haben wird.

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Borealer Fichten-Kiefernwald am Vänersee, Schweden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Borealer Kiefernwald am Vänersee in Västergötland, Schweden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Elchbulle (Alces alces), Sarek, Norrbotten © naturvardsverket.se

 

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Wolf (Canis lupus) in Schweden © naturvardsverket.se

Vegetation und Charakterpflanzen

An den Tundrengürtel im hohen Norden, wo Bäume bestenfalls in Zwerg- oder Kümmerformen vorkommen, schließt sich der gewaltige Koniferenwald an, der in Skandinavien aus Kiefern und Fichten mit eingestreuten Birken und Espen (Populus tremula), Grau- und Grünerlen (Alnus incana, A. viridis) besteht. Weiter im Osten kommen Tannen (Abies sibirica) und Lärchen (Larix sibirica, Larix gmelinii) sowie die Sibirische Zirbelkiefer (Pinus sibirica) dazu.

Typische Zootiere

Braunbrustigel, BraunbärWolf, Rotfuchs, Polarfuchs, Vielfraß, Europäischer Nerz, Feuerwiesel, Baummarder, Dachs, Fischotter, Eurasischer LuchsNordchina- und Amurleopard Sibirischer Tiger, Schneeleopard, Wildschwein, Rothirsch, Sikahirsche (Ostasien, in Europa eingeführt), Europäisches Reh, Elch, Waldrentier, Wisent, Schneehase, Eichhörnchen, Europäisches Gleithörnchen, Sibirisches Streifenhörnchen, Europäischer Biber, Zwergmaus, Schellente, Zwergsäger, Wanderfalke, Auerhuhn, Birkhuhn, HaselhuhnGerfalke, Grauer Kranich, Raufusskauz, Sperlingskauz, Uhu, Waldohreule, Sperbereule, Bartkauz, Habichtskauz, Schwarzspecht, Erlenzeisig, Buchfink, Gimpel, Fichtenkreuzschnabel, Kolkrabe, Tannenhäher, Elster.

Weitere Tierarten

Taiga-Pfeifhase (Ochotona hyperborea), Rötelmaus (Myodes glareolus), Birkenmaus (Sicista betulina), Waldlemming (Myopus schisticolor), Zobel (Martes zibellina), Sibirisches (Asiatisches) Reh, Waldschnepfe (Scolopax rusticola), Sumpfohreule (Asio flammeus), Bunt-, Klein- (Dendrocopos major, D. minor) und Dreizehenspecht (Picoides tridactylus), Seidenschwanz (Bombycilla garrulus), Hauben- und Weidenmeise (Parus cristatus, P. montanus), Bergfink (Fringilla montifringilla), Birken- und Polarbirkenzeisig (Acanthis flammea, A. hornemanni), Unglückshäher(Perisoreus infaustus) etc.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Tiveden-Nationalpark

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Borealer Kiefernwald, Tiveden-Nationalpark, Schweden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Borealer Kiefernwald, Tiveden-Nationalpark, Schweden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Borealer Kiefernwald bei der Trollkyrka im Tiveden-Nationalpark © Wiglaf, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

Schweden, Västergötland, Örebro Län. Am Nordwestende des Vättersees.

Gegründet 1983, 1'353 ha, 2017 auf knapp 2'000 ha erweitert. Höhe ca. 180-210 m.ü. M.

Tiveden ist einer der besterhaltenen Koniferenwälder Schwedens, gelegen in einem felsigen Gelände und dominiert von bis zu 200 Jahre alten Kiefern. Innerhalb des Parks befinden sich ca. 30 Kleinseen mit einer Gesamtfläche von 153 ha und etwa 200 ha Moore.

Vegetation: Tiveden weist Elemente der süd- und der nordschwedischen Pflanzenwelt auf. Obwohl in Südschweden gelegen, kommen hier z. B. noch Zwerg- oder Polarbirken (Betula nana) vor.

Tierwelt: Die Dichte von Rotwild und Elch ist tief. Luchs, Biber und seit 2013 Wölfe sowie als ungebetener Gast der nordamerikanische Waschbär kommen vor. Typische Vogelarten sind Sterntaucher (Gavia stellata), Prachttaucher (Gavia arctica), Schellente, Auer- und Haselhuhn, Grauer Kranich, Bartkauz, Raufußkauz, Dreizehenspecht, Kolkrabe, Eichelhäher. Die Herpetofauna ist mit vier Arten, Waldeidechse (Zootoca vivipara), Erdkröte, Grasfrosch und Moorfrosch (Rana arvalis), bescheiden. Dagegen wurden im Park 775 Käferarten nachgewiesen.

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Naturschutzgebiet Sveafallen

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Nadelwald gemischt mit Birken und Weiden, Naturschutzgebiet Sveafallen, Schweden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Borealer Kiefernwald an Kante einer früheren Flussrinne, Naturschutzgebiet Sveafallen, Schweden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Gletschermühle im Naturschutzgebiet Sveafallen, Schweden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Schweden, Värmland, Örebro Län, Gemeinde Degerfors.

Gegründet 1974, 88 ha. Höhe ca. 110-200 m. ü. M.

Sveafallen ist vor allem geologisch interessant, weil es hier sehr viele Gletschermühlen und fünf alte, zum Teil durch hohe Felswände begrenzte Stromrinnen gibt. Die kleinsten Gletschermühlen bilden nur kleine, dezimetergroße, schalenförmige Vertiefungen im Fels, während die größten 1 - 4 Meter breit sind und 8 - 10 Meter tief sein können. Bisher hat man über 200 Kessel gefunden, aber jährlich werden weitere entdeckt und von Vegetation und Erde freigelegt.

Vegetation: Die Vegetation besteht aus Nadelwäldern auf felsigem Untergrund, in denen Kiefern vorherrschen. Es gibt auch ein paar waldbewachsene Sumpfgebiete. In einigen Teilen des Gebiets wird der Wald durch gezielte Maßnahmen offengehalten, um eine gute Übersicht und Aussicht über das Gelände zu gewährleisten. Charakteristische Krautpflanzen sind das Felsen-Leimkraut  (Atocion rupestre) und das Kriechende Netzblatt (Goodyera repens) eine Orchidee, die in der Nähe der Gletschermühlen wächst.

Tierwelt: Dürfte zumindest hinsichlich der kleineren Arten ähnlich wie die des 70 km südlich gelegenen Tiveden-Nationalparks sein.

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 08:08

Polareis, Tundra

Allgemeines

Über die Auswirkungen des sich anbahnenden Klimawandels wird heftig und kontrovers diskutiert. Sicher ist, dass jede größere Veränderung zum Teil drastische Auswirkungen auf die nordpolare Fauna haben wird, so auf den Eisbären, Weiß- und Narwal sowie verschiedene Robben.

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Spitzbergen-Rentier (Rangifer tarandus platyrhynchus) im Nordenskiöld-Land-Nationalpark, Svalbard © Haakon Hop, Norsk Polarinstitutt

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Moschusochse (Ovibos moschatus) im Dovrefjell-Nationalpark, Norwegen © Pethr

Die an das Polarmeer anschliessende Tundraregion erstreckt sich in Eurasien über nahezu 3 Millionen km², was mehr als dem Sechsfachen der kombinierten Fläche von Deutschland, Österreich und der Schweiz entspricht. Im Winter ist der Tundraboden gefroren. Im Sommer taut er oberflächlich auf. Darunter befindet sich aber eine 50-100 m dicke Schicht von Permafrostboden.

Vegetation und Charakterpflanzen

Dies und die lange Dauer der Polarnacht bewirken, dass sich die Vegetation der Tundra primär aus Moosen und Flechten zusammensetzt. Daneben hat es Gräser, wie Seggen (Carex), Schwingel (Festuca ovina, F. supina) und Reitgräser (Calamagrostis), mehrjährige Blumen, wie Vergissmeinnicht (Myosotis), Storchenschnabel (Geranium), Ehrenpreis (Veronica) oder Schafgarben (Achillea) und Zwergsträucher, darunter Weiden, Birken, Heidel- und Preiselbeeren und Zwergwachholder.

 Typische Zootiere:

Nebst Robben und Meeresvögeln: Schneehase, Eisbär, Polarwolf, Polarfuchs, Hermelin, Rentier, Moschusochse, Gerfalke, Schneegans, Zwergschneegans, Zwergblässgans, Nonnengans, Ringelgans, Rothalsgans, Zwergschwan, Plüschkopfente, Eiderente, Grauer Kranich, Schneekranich, Regenbrachvogel, Austernfischer, Rotschenkel, Kampfläufer, Goldregenpfeifer, Sandregenpfeifer, Schneeeule.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Schutzgebiete: Liste (noch zu bearbeiten)

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Literatur und Internetquellen

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx