Donnerstag, 14 Juni 2018 10:33

Geschützte Feuchtgebiete - Camargue

 

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Die Camargue

 

EUR 10 camargue vaccares mejanes
Der Étang de Vaccarès von der Domaine de Méjanes aus, in der Ferne Flamingos © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Rosaflamingos (Phoenicopterus ruber roseus) im Marais A. Lamoureux © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Tamariske (Tamarix gallica) im Parc ornithologique de Pont de Gau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 10 camargue limbarda crithmoides PdG
Salz-Alant (Limbarda crithmoides) im Parc ornithologique de Pont de Gau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Strauch-Melde (Atriplex halimus) im Parc ornithologique de Pont de Gau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Schilfrohr (Phragmites australis) am Ufer des Étang de Ginès © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 10 camargue taureaux sansouie mejanes
Camargue-Stiere auf Salzweide, Domaine de Méjanes © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Camarguepferde in der Kleinen Camargue am Canal du Rhône à Sète © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Nutria (Myocastor coypus) freilebend im Parc ornithologique de Pont de Gau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 10 camargue taureaux gardeboeufs mejanes
Camargue-Stiere mit Kuhreihern (Bubulcus ibis), Domaine de Méjanes © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 10 camargue ibis PdG
Die Heiligen Ibisse (Threskiornis aethiopicus) der Camargue gehen auf Zoovögel zurück, die in der Réserve Africaine de Sigean frei fliegend gehalten wurden. Der Kuhreiher (Bubulcus ibis) hat 1967 die Camargue als ersten Ort in Frankreich spontan besiedelt. Pont de Gau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Gefleckte Weinbergschnecken (Helix aspersa), bei Pont de Gau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

EUR 10 camargue ecrevisse chapeliere
Roter Amerikanische Sumpfkrebs (Procambarus clarkii) im Naturschutzgebiet La Capelière © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Die Camargue ist eine Schwemmebene von etwa 930 km², die hauptsächlich zwischen den beiden Mündungsarmen der Rhone, zum kleineren Teil (Petite Camargue) westlich der Kleinen Rhone liegt. 863 km² stehen seit 1970 als Regionaler Naturpark Camargue unter Landschaftsschutz. Davon sind wiederum 131 km² als Réserve Naturelle Nationale du Vaccarès seit 1927 streng geschützt.

Etwa die Hälfte des Regionalen Naturparks besteht aus einem Mosaik natürlicher Landschaften: Sandstränden, Küstendünen, Quellersteppen, Salzwiesen (Sans-ouïres), Brackwasserlagunen, Flachseen, Süßwasserteichen, Schilfröhrichten und Auenwäldern. Die andere Hälfte nehmen Kulturlandschaften ein: Der Norden des Deltas wird für Gemüse- und Obstkulturen, für den Anbau von Reben, Weizen und Mais sowie in großem Stil von Reis genutzt, an der Mündung der Großen Rhone (Salin de Giraud) und im Süden der Petite Camargue (Salins du Midi) befinden sich großflächige Salinen. Im 19. Jahrhundert wurde gegen das Meer der "Digue à la Mer", ein Abschlussdeich errichtet. Auch gegen die beiden Rhône-Arme ist die Camargue abgedeicht, was zu einer Versalzung der Böden führt.

Vegetation

In der Camargue wurden 1061 Arten Gefässpflanzen, 13 Arten Moose, 157 Arten Algen und Kieselalgen (Diatomeen) sowie 89 Pilzarten gezählt. Charakteristische Bäume  sind die Mittelmeerkiefer (Pinus pinea), der Phönizische Wacholder (Juniperus phoenicea) und auf Salzböden die Französische Tamariske.

Andere weit verbreitete Halophyten sind  der Strandflieder oder Meerlavendel (Plumbaginaceae, Limonium vulgare), dessen Blütenstände, gerne für Trockensträuße verwendet werden, die Strandlilie (Amaryllidaceae, Pancratium maritimum), der bis 90 cm hohe Salz-Alant (Asteraceae, Limbarda crithmoides), die Strauch-Melde (Amaranthaceae, Atriplex halimus) und der einjährige, stammsukkulente Europäische Queller (Amaranthaceae, Salicornia europaea). Die Domäne La Tour du Valat  ist der wichtigste Standort in Frankreich für Cressa cretica, ein halophytisches Windengewächs (Convolvulvaceae). Die stark gefährdete Wasserfalle (Droseraceae, Aldrovanda vesiculosa - Rote Liste: ENDANGERED), eine fleischfressende Pflanze aus der Familie der Sonnentaugewächse, die früher in den Marais de Raphèle vorkam, ist in der Camargue ausgestorben [4].

Weite Flächen der Süßwasser- und der leicht brackigen Sümpfe werden von Schilfrohr (Poaceae, Phragmites australis) eingenommen. Dieses wird stellenweise geschnitten und lokal zur Dachbedeckung verwendet oder zu Schilfmatten ("Paillassons") verarbeitet. Ein Teil der Ernte wird exportiert, hauptsächlich nach den Niederlanden.

Tierwelt

Die augenfälligsten Säugetiere sind die extensiv gehaltenen Camargue-Pferde und Camargue-Rinder und abends Vertreter der 23 vorkommenden Fledermausarten. Die urtümlichen Camargue-Rinder wurden in den 1930er-Jahre im Zoo Berlin für die "Rückzüchung" des Auerochsen eingesetzt und waren in den 1960er-Jahren im Zoo Heidelberg zu sehen.

Die einzige wilde Huftierart ist das Wildschwein. An Raubtieren kommen Rotfuchs, Mauswiesel (Mustela nivalis), Iltis, Dachs und Kleinfleck-Ginsterkatze regelmäßig, Fischotter und Steinmarder gelegentlich vor [7]. Eingeführte Arten sind das Wildkaninchen, dessen Bestände seit einigen Jahren stark abnehmen [6] und die südamerikanische Nutria, die wegen ihrer Grabaktivitäten und weil sie Rhizome des Schilfrohrs frisst, als Schädling betrachtet wird und deren Bestände man mittels Fallenstellens zu regulieren versucht. Der Biber fehlt im Naturschutzgebiet, kommt aber in beiden Rhone-Armen vor, soweit diese von Galeriewald begleitet sind [2].

Die Camargue ist ein ornithologisch bedeutsames Gebiet (IBA FR239). Von 2001-2011 wurden 277 Arten regelmäßig beobachtet. Im Étang de Fangassier brütet eine riesige, 10-22'000 Paare umfassende Kolonie des Rosaflamingos [1]. Flamingos sind auch auf anderen Flachseen und Teichen bei der Futtersuche zu beobachten, auf kürzeste Distanz im Parc ornithologique du Pont de Gau, wo sie angefüttert werden.

Hier haben sich auch Heilige Ibisse angesiedelt. Alle neun europäischen Reiherarten kommen vor und mit Ausnahme des Silberreihers brüten sie auch hier. Hauptsächlich in den Salinen brüten Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Flussseeschwalbe (Sterna hirundo), Lach- und Weißkopfmöwe (Larus michahellis). Selbstverständlich sind Röhrichtvögel, wie Rohrweihe (Circus aeruginosus), Seiden- (Cettia cetti), Cisten- (Cisticola juncidis) und Mariskensänger (Acrocephalus melanopogon) als Brutvögel vorhanden. Limikolen aller Art, darunter Sandregenpfeifer, Kampfläufer und Rotschenkel, nutzen die Camargue als Rastplatz und Kormorane, rund 150'000 Entenvögel, einschließlich etlicher Zwergschwäne und Graugänse, bis rund 30'000 Stockenten gegen 2'000 Kolbenenten und gegen 3'000 Brandgänse, ferner gelegentlich über 30'000 Blässrallen sowie zahlreiche Mäusebussarde überwintern hier [1; 8].

Von den 15 Reptilienarten kommt die früher in Frankreich weit verbreitete, heute als gefährdet geltende Europäische Sumpfschildkröte in der Camargue noch in guten Beständen vor. Rotwangen-Schmuckschildkröten wurden von Privathaltern ausgesetzt, konnten sich aber offensichtlich nicht halten und sind seit über 15 Jahren wieder verschwunden. Seit über 30 Jahren nicht mehr beobachtet wurde die Perleidechse. Die Smaragd- und die Mauereidechse sind dagegen noch weit verbreitet. Die Vipernatter ist relativ häufig, ebenso die Treppen- (Elaphe = Rhinechis scalaris) und die Eidechsennatter. Glatt-, und merkwürdigerweise die Ringelnatter werden dagegen nur gelegentlich angetroffen. Giftschlangen gibt es keine. Von den 10 nachgewiesenen Amphibienarten, darunter Kreuzkröte und Iberischer Wasserfrosch werden nicht alle regelmäßig beobachtet. Ferner kommen 75 Fischarten vor und es sind 3822 Arten Wirbellose, bekannt [1; 7].

Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs wurde anfangs der 1980er-Jahre in die Camargue eingeschleppt. Es handelt sich um eine ausgesprochen invasive Tierart, die zu den problematischsten Neozoen weltweit gehört. Sie bedroht in Europa nicht nur die einheimischen Krebsarten, sonder reduziert auch die Unterwasserflora und verändert dadurch den Lebensraum von Amphibien, Fischen und aquatischen Wiorbellosen in unerwünschter Weise. Ferner führt sie zu einer Bestandeszunahme bei bestimmten Vogelarten, namentlich Reihern [5].

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Literatur und Internetquellen:

  1. BIRDLIFE DATA ZONE - CAMARGUE
  2. CHAZEL, L. & CHAZEL, M. (2013)
  3. DUFFEY, E. (Hrsg. 1982)
  4. LA FAUNE ET LA FLORE DE CAMARGUE
  5. LA TOUR DU VALAT
  6. MASSEZ, G. et al. (Poster, 2012)
  7. PLAN DE GESTION 2016-2020
  8. SALATHÉ, T. (1995)

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Donnerstag, 14 Juni 2018 09:36

PERELADOVA, O. (2013)

Restoration of Bukhara  deer (Cervus elaphus bactrianus Lydd.) in Central Asia in 2000-2011.

Deer Specialist Group Newsletter 25 (März 2013): 19-30.
ISSN 2312-4644

Abstract:

The goal of this study was to monitor the recovery of the populations of Bukhara deer (BD) within its historical distribution area in Central Asia. Restoration activities were based onscientific knowledge gained from a 30 year study of its ecology, behavior and communication. The research methods included: mapping acoustic communication-recording and acoustic analyses of the vocalizations; visual recording of animals in the field; long-term visual observations of individually recognized animals; recording and mapping of traces.

In 1989 there were around 900 BD in all groups, with potential for population growth up to 4000-5000 animals. The Bukhara deer restoration activities (WWF project) included technical support for the nature reserves still inhabited by the species, anti-poaching activities, reintroduction in suitable sites at the limits of the historical distribution, ecological education, local communities involvement, etc. All restoration activities were accompanied by species monitoring. As a result of this scientifically based approach to species restoration the total Bukhara deer number increased from 350 in 1999 to 1900 in 2011; the efficiency and cost effectiveness of the suggested methods were proven by the results obtained.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 21:31

Gebirge (2)

Allgemeines

Auf diesem Datenblatt werden eurasische Gebirge östlich des Urals vorgestellt. Die Gebirge Zentralasiens sind aufgrund ihrer Topografie und ihres extremen Klimas von besonderem Interesse. Der Altai hat eine vielfältige Fauna, weil er die sibirische Taiga mit der mongolischen Wüste verbindet. Die Berge Süd-Zentral-Chinas sind ein Brennpunkt der Biodiversität. Alle drei Gebiete beherbergen zahlreiche Tierarten, die in Zoos gehalten werden.

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Zentralasiens Hochgebirge rund um Tibet

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Die zentralasiatischen Gebirge: (1) Hindukusch, (2) Pamir, (3) Alai, (4) Karakorum, (5) Kunlun Shan, (6) Transhimalaya, (7) Himalaya, (8) Tian Shan, (9) Altai, (10) Nan Shan
Die aus Gebirgsketten, Gebirgsmassiven und Hochplateaus bestehende zentralasiatischen Hochgebirgsregion liegt zu einem guten Teil auf über 3'000 m.ü.M., mit 14 Achttausenden als höchsten Erhebungen. Wie die tertiären Faltengebirge Europas verlaufen die Ketten im Wesentlichen in west-östlicher Richtung und biegen erst im Osten nach Norden oder Süden ab. Wichtige Gebirge sind (höchster Berg): Hindukusch (Tirich Mir, 7'708 m), Pamir (Kongur Tagh, 7'649 m), Alai (Pik Tandykul, 5'544 m), Himalaya (Mount Everest, 8'848 m), EUR-5 everest-LucaGaluzzi www-galuzzi-it
Mount Everest © Luca Galuzzi, www.galuzzi.it
Transhimalaya (Nyainqêntanglha, 7'162 m), Tienschan (Dschengisch Tschokusu, 7'439 m), Kunlun (Liushi Shan, 7167 m), NanShan (Shule Shan, 6'346 m), Karakorum (K2, 8'611 m), Altai (Belucha, 4'506 m) und das Große Schneegebirge Sichuans (Minya Konka, 7556 m).

Eingerahmt von Pamir, Karakorum, EUR-5 tianshan
Aksu-Jabagly-Naturschutzgebiet im Tian Shan, alpine Wiese mit Wachholdersträuchern © Tomiris. Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen“
Transhimalaya, Kunlun- und NanShan-Gebirge sowie den Bergen von Sichuan liegt auf 4000-4500 m Höhe das Hochland von Tibet mit einer Fläche von und 2 Millionen km². Es ist eine kalte Hochgebirgswüste charakterisiert durch großflächige Ebenen mit spärlicher Vegetation, Senken mit Seen oder sumpfigen Talböden, vegetationslosen Schotterböden und versalzten Zonen (DENZAU, 1999).

Das Klima im Zentrum der Region ist extrem kontinental, sehr trocken und mit Temperaturen von -60 bis +40°C. In den Randgebirgen fallen dagegen reichlich Niederschläge, die  letztlich in das Polarmeer bzw. den Indopazifik mit seinen Nebenmeeren fließen oder durch Syr-Darja und  Amu-Darja dem Aralsee zugeführt werden.

Vegetation und Charakterpflanzen

In den niederschlagsarmen Teilen der Region Hochsteppen, Halbwüsten, kalte Gebirgswüsten. Charakterpflanzen sind hier Gräser der Gattungen Stipa, Poa, Elymus,  Seggen (Carex, Kobresia), Salzkräuter (Salsola), Astern, Beifuß (Artemisia), Hornmelde (Krascheninnikovia), Tragant (Astragalus), und und Erbsensträucher (Caragana) (DENZAU, 1999).  An der Peripherie je nach Entfernung vom Meer und Exposition unterschiedliche Pflanzengesellschaften, einschließlich Laub- und Koniferenwälder.

Tierwelt

Zentralasiatischer Luchs, Manul, Schneeleopard, Wolf, Rothund, Rotfuchs, Tibetfuchs (Vulpes ferrilata), Tibet-Braunbär (Ursus arctos pruinosus), Kragenbär, Kiang, Tibetischer Rothirsch (Cervus elaphus wallichi), Weißlippenhirsch, Wild- (und Haus-)yak, Tibetgazelle (Procapra picticauda), Tibetantilope (Pantholops hodgsoni), Sibirischer Steinbock, Markhor, Argali, Blauschaf, Thar, Himalaya-Serau (Capricornis tahr), Himalaya-Goral (Naemorhedus goral), Tibetanischer Wollhase (Lepus oiostolus), Schwarzlippiger (Ochotona curzoniae) und weitere Pfeifhasenarten, Langschwanz- (Marmota caudata),  Himalaya- (M. himalayana) und Menzbiers Murmeltier (M. menzbieri), Ornithologisch bedeutende Gebiete (u.a. Hemis-Nationalpark, IN-007, Khunjrab-Nationalpark, PK001, Klein-Pamir, AF-004, Mount Tuomuer-Nationalpark, CN121, Changtan-Plateau, CN132): Rostgans, Streifengans, Steinadler, Kaiseradler, Bartgeier, Schneegeier (Gyps himalayensis), Turmfalke, Königsglanzfasan , Weißer Ohrfasan, Satyrtragopan , Mauerläufer ...

Literatur und Internetquellen

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Altai

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Gora Belucha und Akkem-Gletscher © Ondřej Žváček, Licensed under CC BY 2.5 via Wikimedia Commons
Der Altai ist ein 2100 km langes, nördlich der Wüste Gobi gelegenes Gebirge im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland, der Mongolei und China, das in die Teilgebirge Russischer, Mongolischer und Gobi-Altai unterteilt wird. Es ist „nur“ etwa so hoch wie die Alpen. Der höchste Berg ist die im Russischen Altai gelegene Gora Belucha (4506 m). Zwischen den Bergketten liegen in EUR-5 kutcherlinskoye-see
Kutscherlinskoye-See im Russischen altai © Ondřej Žváček. Licensed under CC BY 2.5 via Wikimedia Commons
Höhenlagen von 1000 bis 1800 m Ebenen als Relikte glazialer Seen, z.B. das Uimonbecken. Auf  2000 bis 3000 m befinden sich Hochplateaus, wie z.B. die Ukok-Hochfläche.EUR-5 ukok plateau Kobsev
Die Ukok-Hochebene im Altai © Kobsev. Creative-Commons-Lizenz Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen

Mit langen, kalten Wintern und kurzen, bisweilen recht heißen Sommern ist das Klima des Altai stark kontinental geprägt. Die Niederschlagsmengen variieren regional beträchtlich. Die westlichen und nördlichen Teile des Russischen Altai erhalten die höchsten Niederschläge, in Gipfellagen bis 1500 mm. Die südlichen Teile, insbesondere der Gobi-Altai, sind mit einer jährlichen Niederschlagsmenge bis zu 300 mm viel trockener.

Vegetation und Charakterpflanzen

In tiefen und mittleren Lagen des Südens Steppenvegetation. Wald ab 350 m oder höher bis 2400 m. Im Norden fließender Übergang von der Taiga in subalpine Waldvegetation bis auf etwa 1500-1800 m. Die Wälder und Waldsteppen des Altai setzen sich im Wesentlichen zusammen aus kleinblättrigen Laubbäumen wie Hängebirke (Betula pendula), Eberesche (Sorbus sibirica), Traubenkirsche (Padus racemosa) und Espe (Populus tremula) sowie Koniferen, wie Sibirische Fichte (Picea obovata), Sibirische Tanne (Abies sibirica), Sibirische Lärche (Larix sibirica), Sibirische Zirbelkiefer (Pinus sibirica) und, auf Sandböden, Wald-Kiefer (Pinus sylvestris). Darüber bis zur Schneegrenze, die auf 2400 bis 3000 m liegt, Waldtundren mit Zwergbirken (Betula nana), Heckenkirschen (Lonicera hispida), Zwergmispeln (Cotoneaster uniflorus) und Johannisbeeren (Ribes), alpines Grasland oder Moore und, auf den Hochplateaus, Gebirgstundren mit Moosen und Flechten. Die bis über 4000 m hohen Gipfel sind mit Firn bzw. Gletschern bedeckt, wobei die Gletscher eine Ausdehnung von gegen 900 km² haben.

Tierwelt

Die Fauna des Altai unterscheidet sich von jener der Gebirge rund um Tibet dadurch, dass sie Elemente der subarktischen Taiga enthält. Altai-(Zentralasiatischer) Luchs , Manul, Schneeleopard, früher auch Sibirischer Tiger, Wolf, Rothund, Rotfuchs, Korsak, Vielfraß, Zobel (Martes zibellina), Steinmarder, Feuerwiesel, Altaiwiesel (Mustela altaica), Hermelin, Mauswiesel, Dachs, Fischotter, Sibirischer Braunbär, Wildschwein, Sibirisches Moschustier, Maral, Elch, Sibirisches Waldrentier (Rangifer tarandus valentinae),  und Sibirisches (Asiatisches) Reh. ehemals Wisent, Sibirischer Steinbock, Argali. In den Wüsten- und Halbwüstengebieten des Südens Przewalskipferd, Dschiggetai (Equus h. hemionus) und Wildkamel. An Kleinsäugern findet man u.a. Schneehase, Feldhase,  Altai-Pfeifhase (Ochotona alpina), Graues (Marmota baibacina), Sibirisches (M. sibirica) und Steppenmurmeltier (M. bobac), Rotwangenziesel (Spermophilus erythrogenys), Sibirisches Eichhörnchen, Burunduk, Flughörnchen (Pteromys volans), Birkenmaus (Sicista betulina), Feldhamster, Waldlemming (Myopus schisticolor), Steppenlemming. Ornithologisch bedeutendes Gebiete (CN092) Baer-Moorente, Schwarzstorch, Stein-, Kaiser- und Steppenadler, Gänsegeier, Mönchsgeier,  Fischadler (Pandion haliaetus), Wanderfalke,  Altai-Königshuhn (Tetraogallus altaicus), Felsenauerhuhn (Tetrao parvirostris), Haselhuhn, Alpenschneehuhn, Schwarzhalskranich, Sibirischer Uhu, Habichtskauz, Dreizehenspecht (Picoides tridactylus), Unglückshäher (Perisoreus infaustus), Hakengimpel (Pinicola enucleator) und Blauschwanz-Fliegenschnäpper (Tarsiger cyanurus).

Literatur und Internetquellen

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Berge Süd-Zentral-Chinas

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Die Berge Sichuans, Jünnans und Nordburmas sind ein Brennpunkt der Biodiversität
Das als Brennpunkt der Biodiversität definierte Gebiet umfasste ursprünglich 800'000 km². Davon sind nur 64'000 km² noch einigermaßen intakt und nur 26'562 km² stehen unter Schutz. Die Artenvielfalt umfasst ca. 12'000 Gefäßpflanzen, wovon ca, 3'500 endemisch sind, 686 Arten Vögel (36 Endemiten), 300 Säugetiere (36), 70 Reptilien (16) und 84 Amphibien (51).

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Jiuzhaigou-Tal, Sleeping Dragon-Wasserfälle © Chen Si Yuan
Vegetation: Bambuswälder, rund 230 Arten Rhododendren. Endemische Koniferenarten sind der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) und der Taubenbaum (Cathaya argyrophylla).

Tierwelt: EUR-5 Minya Konka Kogo
Minya Konka, nordwestgrat © Kogo, Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen"
Stumpfnasenaffen (Rhinopithecus), Eurasischer Luchs, Riesenpanda, Kragenbär, Kleiner Panda, Nebelparder, Schneeleopard, Leopard, Tiger, Wolf, Buntmarder, Moschustier (Moschus berezowskii), Schopfhirsch, Weißlippenhirsch, Sambar, Takin, Chinesische Serau (Capricornis milneedwardsii), Roter Goral (Naemorhedus baileyi).

Ornithologisch bedeutende Gebiete (u.a. Baishui Jiang-Naturschutzgebiet, CN169), Wolong-Naturschutzgebiet, CN201, Gongga Shan-Naturschutzgebiet, CN219, Wulianfeng, CN266): Bindenseeadler (Haliaeetus leucoryphus), Goldfasan, AmherstfasanBlauer und Weißer Ohrfasan, Grünschwanz-Glanzfasan (Lophophorus lhuysii), Humefasan, Blutfasan, Temminck- und Blyth-Tragopan, Schwarzhalskranich, Kansuhäherling (Garrulax sukatschewi)

Literatur und Internetquellen

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A conservation reassessment of the Critically Endangered, Lorestan newt Neurergus kaiseri (Schmidt 1952) in Iran.

Amphibian and Reptile Conservation 9 (1): 16- 25.

Abstract:

The Lorestan newt (Neurergus kaiseri, Schmidt 1952) is an endemic salamander species to Iran, listed as “Critically Endangered” in the 2006 IUCN Red List due to population declines of 80%, over collection for the pet trade; area of occupancy less than 10 km2, fragmented populations, less than 1,000 adults, and continuing habitat degradation and loss. However, the Red List assessment was limited to surveys only around the type location of N. kaiseri. We conducted a series of field surveys over the previously known region inhabited by N. kaiseri, and over some other areas that appeared to provide suitable habitat for N. kaiseri. Two Iranian provinces of Khuzestan and Lorestan were surveyed with 20 aquatic sites inhabited by N. kaiseri distributed over an area of ~10,000 km² that included 14 new sites, with 11 of these remote from previously recorded sites. We estimate a minimum total population of greater than ~9,000 adult N. kaiseri at the sites we surveyed. The total population of N. kaiseri is certainly considerably greater than 9,000, because we surveyed only a small area of the potential range of N. kaiseri, and because more breeding sites appear during exceptionally wet periods. We consider that N. kaiseri needs greater conservation planning and implementation, habitat and legal protection, and increasing support for the expansion of community conservation programs. Conservation initiatives for N. kaiseri will also benefit many other threatened species including the Iran cave barb (Iranocypris typhlops), spur-thighed tortoise (Testudo graeca), Persian leopard (Panthera pardus ciscaucasica), brown bear (Ursus arctus), Caucasian squirrel (Sciurus anomalus) and saker falcon (Falco cherrug). The information provided by our survey warrants a reassessment of the IUCN Red List conservation status of N. kaiseri. However, to guide this reassessment a conservation action plan should be prepared by the Department of the Environment of Iran, with contributions by Iranian and International experts on all facets of the conservation of Neurergus species especially including the expansion of community conservation programs.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 06:11

SCOTSON, L. (2013)

Kartierung der Bärenverbreitung in der Volksrepublik Laos: von der Forschung zum Artenschutz.

Z. Kölner Zoo 56 (2013), Heft 2: 99-108

Zusammenfassung

Bis vor kurzem war zum Status von Kragenbären und Malaienbären in der Volksrepublik Laos nur wenig bekannt. Sie sind dort gesetzlich geschützt und werden als gefährdet eingestuft. Eine 2010 von „Free the Bears“ initiierte landesweite Kartierungsstudie erbrachte genaue Informationen zur Verbreitung und zu Gefahren für wildlebende Bären, die regional unterschiedlich sind. Beide Arten sind im ganzen Land anzutreffen. Einige Populationen befinden sich in einem besseren Zustand als andere.

Mit dem Ziel die Verbreitung der Bären zu erfassen und ortsspezifische Gefährdungen zu ermitteln, wurden mittels Transektmethode und Befragungen in ländlichen Gemeinden verschiedener Regionen relevante Daten erhoben. Die Bedrohungen unterscheiden sich je nach Untersuchungsgebiet. Im Nordosten richten Bären Ernteschäden an. Deswegen sind sie durch Wilderei seitens der Bauern gefährdet, da der Verkauf von getöteten Problembären mehr einbringt als der Schutz der Felder gegen Wildschaden. Die relativ hohe Bärendichte im Nordwesten macht die Errichtung von Fangzäunen g für einheimische Jäger lohnend, da der Marktwert von Bären rasant gestiegen ist. Jungtiere, Tatzen und Gallenblasen von Bären finden auf dem illegalen Wildtiermarkt reißenden Absatz.

Ausgehend von diesen bedeutsamen Befunden verstärkt „Free the Bears“ die Bemühungen zum Schutz der Bären in der Volksrepublik Laos. Im Nordosten werden derzeit Möglichkeiten geprüft, die Zusammenarbeit von Bauern beim Schutz der Felder zu fördern. Im Nordwesten sollen zusammen mit Bezirksbehörden Forstpatrouillen in von Fallenstellerei gefährdeten Gebieten unterstützt werden, um die Sicherheit des Lebensraums von Bären zu erhöhen.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:31

STAUFFER, C. & ISENBÜGEL, E. (1998)

Die Wiederansiedlung des Przewalskipferdes in der Mongolei.

Wildbiologie International 5/11. 16 Seiten.
Hrsg.: Wildtier Schweiz, Winterthurerstrasse 92, CH-8006 Zürich.

Auszug:

In Menschenobhut hat das Przewalskipferd überlebt: 30 Jahre nach dem Aussterben in freier Wildbahn existiert heute wieder ein Bestand von rund 1800 Wildpferden weltweit. Inzwischen sind in der Mongolei und in China aufwendige Bestrebungen im Gang, um die Ahnen unserer Hauspferde in ihrem Ursprungsgebiet wieder anzusiedeln. Der Wildpark Langenberg der Stadt Zürich züchtet seit 10 Jahren Wildpferde und beteiligt sich am gross angelegten Projekt im Südwesten der Mongolei. Die Chancen stehen gut, dass sich dort langfristig ein genügend hoher, wildlebender Bestand von Przewalskipferden etabliert.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 16:17

PERELADOVA, O. B. & SEMPERE, A. J. (1999)

Bukhara Deer within Its Broken Area - Problems for Species Survival.

IUCN-SSC Deer Specialist News 15: 2-4.

Beginn des Artikels:

The endangered subspecies of red deer – bukhara deer (Cervus elaphus bactrianus) IUCN Red Data Book - is unique in several ways, differing morphologically both from other European subspecies of red deer, and from the Asian  and  American  subspecies (wapitoides). This subspecies possesses specific physiological adaptations to the arid conditions of Central Asia, most notably to the very limited supply and quality of food resources.

Our investigations had shown its specificity in behavior and communication, which appeared to be consistent across different ecological conditions and densities. One of the most vivid examples of this specificity is a stable creation of true leks, which is characteristic only for this subspecies of red deer. According to the most recent genetic analyses carried out by our colleagues from Great Britain, it is shown – together with Kashmir and Yarkand deer – to be a monophyletic and ancient clade, close to the common ancestry of elaphoids and wapitoides. These tests were conducted on samples of hair collected in different riparian forests of Amudaria.

As the only true deer species in the arid zone of central Asia, it has always been strictly associated with the riparian forests of river valleys.  As the most favorable areas  for  agriculture in the surrounding desert, these valleys suffer greatly from anthropogenic influences. Being both sedentary and rare, the number of animals and the distribution of bukhara deer reduced greatly in the 70s and 80s.  Recently, it has come to be under threat of extinction, as a result of a great decrease in numbers in certain populations, and from the elimination of others.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 23:34

NAUMANN C. & NOGGE, G. (1973)

Die Großsäuger Afghanistans.

Z. Kölner Zoo 16: 79-93.

 

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Sika Deer in Mainland China.

In: McCULLOUGH, D. R., TAKATSUKI, S. & KAJI, K. (eds., 2008) Sika Deer – Biology and Management of Native and Introduced Populations: 521-540. Springer Verlag, Tokyo, Berlin Heidelberg, New York. ISBN 978-4-431-0-9428-9.

Verlagstext zum Band:

Sika deer, the graceful spotted deer of Japanese and Chinese art, originally were native to Asia from far-east Russia to Vietnam to the islands of Japan and Taiwan. They are widely raised in captivity to supply velvet antler for traditional medicine. They also were introduced to Europe, North America, and New Zealand, where they compete or interbreed with native deer. Sika deer typically occupy lowland hardwood forests with low winter snow depths, where they thrive in sites disturbed by fire, storm, or logging. In high numbers they can severely impact vegetation though overgrazing, stripping bark from trees and damaging crop fields and forest plantations. Their numbers are high in many parts of Japan, moderate in Russia, and reduced or extinct in the wild in China, Korea, Vietnam, and Taiwan. This book explores their basic biology, behavior, and ecology, including management for sport hunting, conservation or recovery of threatened populations, and resolution of conflict with humans in native and introduced lands.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 12:29

McCULLOUGH, D. R. (2009)

Sika Deer in Korea and Vietnam.

In: McCULLOUGH, D. R., TAKATSUKI, S. & KAJI, K. (eds., 2008) Sika Deer – Biology and Management of Native and Introduced Populations: 541-548. Springer Verlag, Tokyo, Berlin Heidelberg, New York. ISBN 978-4-431-0-9428-9-

Verlagstext zum Band:

Sika deer, the graceful spotted deer of Japanese and Chinese art, originally were native to Asia from far-east Russia to Vietnam to the islands of Japan and Taiwan. They are widely raised in captivity to supply velvet antler for traditional medicine. They also were introduced to Europe, North America, and New Zealand, where they compete or interbreed with native deer. Sika deer typically occupy lowland hardwood forests with low winter snow depths, where they thrive in sites disturbed by fire, storm, or logging. In high numbers they can severely impact vegetation though overgrazing, stripping bark from trees and damaging crop fields and forest plantations. Their numbers are high in many parts of Japan, moderate in Russia, and reduced or extinct in the wild in China, Korea, Vietnam, and Taiwan. This book explores their basic biology, behavior, and ecology, including management for sport hunting, conservation or recovery of threatened populations, and resolution of conflict with humans in native and introduced lands. 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx