Nachzucht, Juvenilfärbung und Oophagie von Mantella laevigata im Vergleich zu anderen Arten der Gattung (Amphibia: Ranidae).

SALAMANDRA, Rheinbach, 36(1):1-24

Zusammenfassung:

In den Jahren 1996-1998 gelang uns die Nachzucht von acht Arten der Madagassischen Giftfrösche der Gattung Mantella (M. laevigata, M. betsileo, M. viridis, M. expectata, M. baroni, M. madagascariensis, M. aurantiaca und M. crocea). Die Fortpflanzung der genannten Arten verlief mit Ausnahme von M. laevigata sehr einheitlich; Gelege von bis zu 130 Eiern wurden unter Moospolster und in andere Verstecke oder offen auf den Ternrienboden gelegt und entwickelten sich bis zum Schlupf der Quappen außerhalb des Wassers. Die Jungtierfärbungen der gezüchteten Arten werden beschrieben und fotografisch dokumentiert. Wir erhielten lebensfähige Hybriden zwischen M. madagascariensis und M. aurantiaca, M. aurantiaca und M. milotympanwn sowie M. madagascariensis und M. expectata. M. laevigata zeichnete sich dagegen durch die Ablage einzelner, relativ großer Eier aus, die in wassergefüllten Kokosnußschalen, meist über dem Wasserspiegel, angeheftet wurden. Mit Hilfe einer Video-Kamera konnte das Paarungs- und Eiablageverhalten von M. laevigata in einer wassergefüllten Kokosnußschale dokumentiert werden, in der sich bereits eine Kaulquappe entwickelte. Die Kaulquappe zeigte bei Ankunft des Pärchens kein erkennbares ,,Bettelverhalten".  Nach der Eiablage suchte die Larve nach dem Ei und begann schließlich, sich durch die Gallerthülle zu beißen. Nach etwa einer Stunde war das Ei bis auf wenige Reste aufgefressen. Fütterungsexperimente bestätigten, daß die Kaulquappen von M. laevigata oophag spezialisiert sind und bis zu 17 Eier pro Tag fressen können. Im Vergleich zu ähnlich großen Quappen einer anderen Art (M. betsileo) ergab sich eine hochsignifikant größere Zahl von pro Tag gefressenen Eiern. Verschiedene Tatsachen weisen darauf hin, daß M. laevigata ein relativ primitives Eifütterungs-und Brutpflegesystem besitzt.

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Larval morphology and development of the Malagasy frog Mantidactylus betsileanus.

SALAMANDRA 49(4): 186–200. ISSN 0036–3375.

Abstract.

The Mantellidae is a species-rich family of neobatrachian frogs endemic to Madagascar and Mayotte. Although tadpoles have been described from many mantellids, detailed studies of their early embryonic development are rare. We provide a documentation of the developmental stages of Mantidactylus betsileanus, a common mantellid frog of Madagascar’s eastern rainforests, based on clutches deposited and raised in captivity. Metamorphosis was completed after 89 days on average. External gills were not recognizable in the embryos, similar to three other, previously studied mantellids, which apparently constitutes a difference to the mantellid sister group, the Rhacophoridae. We also provide updated descriptions of the species’ larval morphology at stage 25 and stage 36, respectively, from captive bred and wild-caught individuals, and report variations in the keratodont row formula from 0/2, 1/1, 1/3 to 1:1+1/3.

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Mittwoch, 27 Januar 2021 11:10

SCHMIDT, A. D. (2002)

The herpetofauna  of the Langjan Nature Reserve (Limpopo Province, Republic of South Africa) (Amphibia, Reptilia).
Die  Herpetofauna  des Langjan-Naturreservates (Provinz Limpopo, Republik Südafrika) (Amphibia,  Reptilia).  

HERPETOZOA  15 (3/4): 121-135.

Kurzfassung:

Das Langjan-Naturreservat ist ein 4774 ha großes Schutzgebiet in der Limpopo Provinz Südafrikas, 130 km nördlich der Provinzhauptstadt Pietersburg gelegen. Während einer Feldstudie von Januar bis April 1998 und drei kürzeren Aufenthalten zwischen 1999 und 2001 konnten innerhalb des Schutzgebietes insgesamt 43 Reptilien- (3 Schildkröten, 23 Eidechsen, 17 Schlangen) und 7 Amphibienarten nachgewiesen werden. Die Anzahl der aus dem Gebiet bekannten Formen erhöht sich damit auf 47 bei den Reptilien und 10 bei den Amphibien. Die von der Autorin im Untersuchungsgebiet nachgewiesenen Arten werden hinsichtlich ihrer relativen Häufigkeit, ihrer allgemeinen Lebensraumansprüche und Verbreitung im Reservat charakterisiert. Neun weitere, bisher nur außerhalb der Reservatsgrenzen nachgewiesene Reptilienarten kommen wahrscheinlich auch im Reservat selbst vor. Die Fundortbeschreibungen ausgewählter Formen werden durch ökologische, zoogeographische oder taxonomische Hin-weise ergänzt. Vier Arten {Psammobates oculiferus, Typhlosaurus lineatus subtaeniatus, Scelotes limpopoensis albiventris, Colopus wahlbergii wahlbergii) verdienen aufgrund ihrer eingeschränkten Gesamtverbreitungsgebiete bzw. Seltenheit besondere faunistische Beachtung.

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Montag, 04 Januar 2021 08:21

HAACKE, W. D. (1984)

The Herpetology of the Southern Kalahari Domain.

Supplement to Koedoe 1984: 171-186.

Volltext: https://www.researchgate.net/publication/47296195_The_Herpetology_of_the_Southern_Kalahari_domain

Abstract:

The herpetofauna of the southrn Kalahari has mixed affinities, as this area lies on a rainfall gradient in a critical area where a transition between the arid south-west and the moister northe-east takes place. As the variation in substrate type is relatively limited, the effect of the rainfall gradient appears to influence and determine the range limits of many taxa in which of 55 recorded reptiles, 11 western taxa overlap or form a parapatric zone with 25 eastern taxa, while the remaining taxa are endemic or wide-ranging.

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Samstag, 12 September 2020 12:48

LAVILLA, E. O. & BRUSQUETTI, F. (2018)

On the identity of Bufo diptychus Cope, 1862 (Anura: Bufonidae).

Zootaxa 4442 (1): 161
ISSN 1175-5326 (Print Edition) & ISSN 1175-5334 (Online Edition)

Abstract:

The enigmatic toad Bufo diptychus was described by Cope (1862) based on a single individual (USNM 5841, now lost) of about 25 mm of SVL, collected during the expedition to La Plata River and tributaries, conducted by Captain Page between 1853 and 1856. As no dwarf species of toad was ever recorded in the surveyed area, and based on some tips that arise from Page’s narrative, we postulate that the description was based on a toadlet. With this hypothesis in mind, we compared Cope’s characterization of B. diptychus with juveniles of all species of Rhinella present in the region, finding an exact match in almost all characters shown by the juveniles of the common “cururú” or “rococo” toad, Rhinella schneideri (Werner 1894). Henceforth, we postulate that R. schneideri is a junior synonym of B. diptychus, under the combination Rhinella diptycha (Cope 1862).

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Mittwoch, 12 August 2020 15:58

Iberischer Wasserfrosch

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Eigentliche Frösche (Ranidae)

D LC 650

Iberischer Wasserfrosch

Pelophylax perezi • Iberian Waterfrog • La grenouille de Pérez

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Iberischer Wasserfrosch (Pelophylax perezi) im Botanischen Garten "Botanicactus", Ses Salines, Mallorca © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Iberischen Wasserfroschs (Pelophylax perezi)) - Dunkelblau autochthone, dunkelgrün eingeführte Populationen. Nicht eingetragen sind die Inseln im Nordost-Atlantik

 

 

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Iberischer Wasserfrosch (Pelophylax perezi) im Botanischen Garten "Botanicactus", Ses Salines, Mallorca © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Iberischer Wasserfrosch (Pelophylax perezi) im Botanischen Garten "Botanicactus", Ses Salines, Mallorca © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Kaulquappe des Iberischen Wasserfroschs (Pelophylax perezi) im Río Ubierna bei Burgos © David Perez. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 3.0 nicht portiert“-Lizenz.

 

 

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Metamorphosierende Kaulquappe des Iberischen Wasserfroschs (Pelophylax perezi) im Río Boeza,Nähe San Román de Bembibre, León © David Perez. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 3.0 nicht portiert“-Lizenz.

 

 

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Bei den Grün- oder Wasserfröschen handelt es sich um einen Artkomplex, zu dem bei uns See-, Teich- und Tümpelfrosch gehören, der aber noch 19 weitere Arten umfasst. Eine davon  ist der Iberische Wasserfrosch, der lange als Unterart von Pelophylax ridibundus angesehen wurde. Da er sich für den normalen Zoobesucher nicht von einheimischen Grünfröschen unterscheidet und er nicht gefährdet ist, ist außerhalb der Ibischen Halbinsel das Interesse, ihn  zu zeigem, kaum vorhanden.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Iberische Wasserfrosch kann leicht mit anderen Wasserfröschen der Gattung Pelophylax verwechselt werden. Er erreicht normalerweise eine Kopf-Rumpflänge von 40-70 mm, einzelne Exemplare können aber länger als 10 cm werden. Männchen sind kleiner als Weibchen und haben kräftigere Vorderbeine. Sie haben graue Schallblasen. Der Durchmesser des Trommelfells entspricht etwa der Hälfte bis Dreiviertel des Augendurchmessers. Die Schwimmhäue sind gut entwickelt. Die Haut ist glatt oder leicht rauh mit sehr variabler Färbung und Zeichnung. Die Grundfarbe des Rückens ist meist grün, kann aber auch braun, gräulich oder dunkelgrau sein. Der Bauch ist weißlich mit einer variablen Anzahl dunkler Flecken [2].

Verbreitung

Europa: Süd- und Südwestfrankreich, Portugal, Spanien. Eingeführt auf Mallorca und Menorca, den Kanaren, Madeira, den Azoren und an zwei Orten in England [3].

Lebensraum und Lebensweise

Lebensraumansprüche: Der Iberische Wasserfrosch besiedelt permanente, stehende Süß- und Brackwasser-Gewässer vom Tiefland bis auf eine Höhe von 2'380 m. Als Kulturfolger nutzt er auch stark verschmutzte Gräben sowie Reisfelder [3; 4].

Biologie: In kühleren Gegenden kann der Iberische Wasserfrosch eine Winterruhe durchmachen, meistens ist er aber das ganze Jahr über aktiv. Er ist ein opportunistischer Jäger der Wirbellose aller Art und gelegentlich kleinere Wirbeltiere frisst. Auch Kannibalismus kann vorkommen. Die Gelege umfassen 800-10'000 pigmentierte, 1-2 mm große Eier, die  in Ballen in stehenden Gewässern abgelegt werden. Die normalerweise 60-70, maximal 111 mm großen Kaulquappen metamortphosieren nach 2-4 Monaten zu 18-25 mm großen Jungfröschen [2; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde 2009 als nicht-gefährdet (LEAST CONCERN) in die Rote Liste aufgenommen, weil sie eine weite Verbreitung und einen mutmaßlich großen, stabilen Bestand hat. Dies wurde im Rahmen einer Neubeurteilung im Jahr 2020 bestätigt, obwohl der Bestandstrend nach unten zeigt. In Frankreich wird sie gebietsweise durch den Seefrosch (Pelophylax ridibundus) verdrängt [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt. Der Iberische Wasserfrosch fällt unter Anhang III des Berner Übereinkommens über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume sowie unter Anhang V der FFH-Richtlinie (92/43/EWG).

Bedeutung für den Menschen

Wie andere Arten des Rana esculenta-Komplexes wird der Iberische Wasserfrosch zwecks Gewinnung von Froschschenkeln gefangen [3].

Haltung

Der Iberische Wasserfrosch kann in einem geräumigen Aqua-Terrarium bei Temperaturen von 20-30ºC gut gehalten werden [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur selten in europäischen Einrichtungen gezeigt, gegenwärtig (2020) aussschließlich in Spanien und Portugal. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Iberische Wasserfrosch wurde 1885 von dem spanischen Arzt und Naturforscher Víctor LÓPEZ-SEOANE als "Rana perezi" erstmals in gültiger Form wissenschaftlich beschrieben. In der Folge wurde er lange als Unterart von Rana ridibunda eingestuft. Heute wird als Gattungsname für die europäischen Wasserfrösche der vom österreichischen Zoologen Leopold FITZINGER 1843 verliehene Namen Pelophylax als korrekt angesehen. Die Bezeichung "Rana" ist allerdings noch häufig anzutreffen [1; 2].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. IUCN SSC AMPHIBIAN SPECIALIST GROUP (2020). Pelophylax perezi. The IUCN Red List of Threatened Species 2020: e.T58692A89704409. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2020-3.RLTS.T58692A89704409.en . Downloaded on 19 December 2020.
  4. HERRMANN, H. J. (2005)

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Mittwoch, 12 August 2020 15:31

Mallorca-Geburtshelferkröte

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Urfrösche (Archaeobatrachia)
Familie: Scheibenzüngler (Alytidae / Discoglossidae)

D EN 650

Mallorca-Geburtshelferkröte

Alytes muletensis • The Majorcan Midwife Toad • L'alyte de Majorque

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Mallorca-Geburtshelferkröte (Alytes muletensis) im Marineland Mallorca, Costa d'en Blanes © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Vorkommen der Mallorca-Geburtshelferkröte (Alytes muletensis)

 

 

 

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Vorkommen der Mallorca-Geburtshelferkröte (Alytes muletensis) nach DODDINGTON & OLIVER (2013), vereinfacht. Dunkelblau: autochthone Vorkommen, dunkelgrün: wiederangesiedelte Populationen; rot: Cova de Muleta,

 

 

 

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Mallorca-Geburtshelferkröte (Alytes muletensis) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Johannes Pfleiderer, Zoo Duisburg

 

 

 

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Mallorca-Geburtshelferkröte (Alytes muletensis), eiertragendes Männchen © Quelle: https://thebestfrogsblog.wordpress.com/2014/08/25/majorcan-midwife-toad-alytes-muletensis/ , keine Angaben zu Autor oder Copyright

 

 

 

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Mallorca-Geburtshelferkröte (Alytes muletensis), Gehegebeschilderung im Marineland Mallorca © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

Weitere Bilder auf BioLib

 

Die Mallorca-Geburtshelferkröte ist eine gefährdete Amphibienart, die auf aktiven Schutz in situ und ex situ angewiesen ist. Die Zahl der Zoos, welche die Art halten, ist zwar klein, aber diese sind engagiert und halten zum Teil recht große Bestände.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Mallorca-Geburtshelferkröte ist eine kleine, gedrungene Kröte mit relativ großem Kopf und großen Augen mit vertikaler Schlitzpupille. Männchen werden ca. 35 mm, Weibchen ca. 38 mm lang. Damit sind sie kleiner als unsere einheimische Geburtshelferkröte. Das Gewicht erwachsener Tiere beträgt etwa 10-11 g. Im Vergleich zu anderen Alytes-Arten ist ihre Haut glatt und ist die Ohrdrüse schwach ausgebildet. Die Grundfarbe ist oberseits gelb oder cremefarben mit dunkelgrünen oder braunen Flecken und bisweilen einem schwarzen Dreieck auf dem Kopf. Der Bauch ist weiß [2; 3].

Verbreitung

Mallorca: Heute beschränkt auf ein kleines Areal in der Serra de Tramuntana im Norden der Insel [6].

Lebensraum und Lebensweise

Die Mallorca-Geburtshelferkröte lebt in Höhenlagen von 10-850 m in Bächen, die in steilen Schluchten verlaufen, einige Bestände auch in vom Menschen gemachten Strukturen wie Wassertrögen auf Viehweiden oder Regenwassertanks. In ihrem natürlichen Lebensraum macht sie keine Winterruhe. Die Nahrung besteht aus Arthropoden aller Art, die sie hauptsächlich nachts fängt. Paarungen fnden im Sommer zwischen Juli und Ende August statt. Gelaicht wird in von den austrocknenden Bächen gebildeten Tümpeln oder anderen stehenden Kleingewässern. Die Gelege umfassen meist 8-12 bis zu 7 mm große Eier. Die Männchen tragen die Gelege, oft von mehr als einem Weibchen, während 3-4 Wochen. Danach kommt es erneut zu Paarung und Eiablage. Die Kaulquappen sind beim Schlupf etwa 18 mm lang und wachsen bis auf eine Länge von 77-88 mm. Die frisch metamophosierten Krötchen habe eine Länge von ca. 20.5 mm. Die Tiere könen ein Alter bis zu 18 Jahre erreichen [2; 3; 4; 7].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde 2009 als gefährdet eingestuft (Rote Liste: VULNERABLE), weil sie ein kleines Areal von weniger als 20 km² hatte und ohne permanente Schutzanstrengungen in ihrem Bestand weiter abnehmen würde. Im Rahmen einer Neubeurteilung wurde sie 2020 in die Kategorie "stark gefährdet" (ENDANGERED) aufgenommen, weil die Lebensraumqualität und die Bestände weiterhin abnehmen. Zu den Gefährdungsursachen gehören die eingeführte Vipernatter (Natrix maura) als Fressfeind und der ebenfalls eingeführte Iberische Wasserfrosch (Pelophylax perezi) als Konkurrent und Fressfeind sowie wasserbauliche Maßnahmen [7].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt. Die Geburtshelferkröte fällt unter Anhang II der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume und ist in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) aufgeführt.

Zoogestützte Schutzprojekte (Beispiele):

  • Der Durrell Wildlife Conservation Trust (Jersey Zoo) betrieb während Jahren ein Wiederansiedlungsprogramm, an dem sich auch die Wilhelma Stuttgart beteiligte und durch das mindestens 10 neue Populationen entstanden. Das Programm wurde 2002 eingestellt, nachdem der Krankheitserreger Batrachochytrium dendrobatidis in einzelnen Beständen festgestellt worden war. Gegenwärtig wird ein neues Programm vorbereitet [3; 7].

  • Das Marineland Mallorca in Costa d'en Blanes informiert nicht nur seine Besucher über die gefährdete Art, sondern hat bis 2020 bereits über 1'000 im Park geschlüpfte Tiere für die Wiederansiedlung zur Verfügung gestellt. Von 2017-2019 trug auch der Barcelona Zoo über 220 Nachzuchten zum Wiederansiedluingsprogramm bei [5; 6].

Bedeutung für den Menschen

Zur Erhaltung der Art werden in situ- und ex situ-Massnahmen getroffen. Eine Nutzung findet nicht statt.

Haltung

Die EAZA Amphibian TAG hat 2015 detaillierte Haltungsempfehlungen mit Angaben zu klimatischen Bedingungen und Fütterung herausgegeben. Für die Aufzucht der Kaulquappen ist mit etwa 1 l Wasser pro Individuum zu rechnen. Entsprechende Infrastruktur voausgesetzt, können bis zu 15 metamorphosierte Individuen auf 0.25 m² Fläche gehalten werden, wovon etwa ein Viertel Wasser sein soll. Im Fall einer Winterruhe werden Temperaturen von 8-14ºC angegeben [3; 4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in weniger als 10 europäischen Einrichtungen gepflegt, auch im Tiergarten Schönbrunn, wo die Nachzucht regelmäßig gelingt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Mallorca-Geburtshelferkröte wurde erst 1979 von den Paläontologen Borja SANCHIZ und Rafel ANDROVER unter dem Namen "Baleaphryne muletensis" als ausgestorbene, subfossile Art erstmals wissenschaftlich beschrieben. Das Artepitheton "muletensis" bezieht sich auf den Fundort des Typus-Exemplars, die Cova de Muleta, eine Höhle in der Nähe von Port de Sóller im Nordwesten Mallorcas. Erst zwei Jahre später wurde festgestellt, dass die Art überlebt hatte, und 1984 wurde sie in die Gattung Alytes gestellt [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIA WEB
  3. EAZA AMPHIBIAN TAG
  4. EUROPÄISCHE REPTILIEN UND AMPHIBIEN
  5. MAJORCA DAILY BULLETIN
  6. MARINELAND MALLORCA
  7. IUCN SSC AMPHIBIAN SPECIALIST GROUP (2020). Alytes muletensis. The IUCN Red List of Threatened Species 2020: e.T977A89697685. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2020-3.RLTS.T977A89697685.en. Downloaded on 19 December 2020.

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Montag, 13 Juli 2020 09:07

MINTON JR., S. A. (1966)

A Contribution to the Herpetology of West Pakistan.

Bulletin of the American Museum of Natural History 134 (Article 2): 27-184.

Inhalt:

The present paper is a report on a collection of approximately 1500 amphibians and reptiles from West Pakistan and an account of natural historyo bservations made on the herpetofauna during a period of aboutfour years.A definitive herpetology of the province must await more complete zoologicale xploration and the examination of larger and more representative collections.

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Dienstag, 19 Dezember 2017 16:32

HEYER, W. R. (1969)

Studies on Frogs of the Genus Leptodactylus (Amphibia , Leptodactylidae). V. Taxonomic Notes on L. latasinus, rhodonotus, romani and wuchereri.

Herpetologica 25 (1): 1-8. April 1969.

Volltext (PDF)

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Dienstag, 19 Dezember 2017 10:35

GIBSON, R. C. & BULEY, K. R. (2004)

Maternal Care and Obligatory Oophagy in Leptodactylus fallax: A New Reproductive Mode in Frogs.

Copeia 2004(1):128-135. 2004. https://doi.org/10.1643/CE-02-091R2

Abstract:

Leptodactylus fallax is an endangered frog (Leptodactylidae) found only on Montserrat and Dominica in the eastern Caribbean. Here we report the first captive breeding of this species and document a unique reproductive strategy with an unprecedented level of maternal care. Male frogs fought and dominant animals occupied a nesting burrow. Males enticed females into the burrow with a trilling bark call (100–120 calls/min). A terrestrial foam nest was produced after 9–14 h. Female frogs remained close to their foam nests and defended them aggressively throughout larval development (42–57 days). Females fed larvae (26–43 per nest) trophic (unfertilized) eggs. Many provisioning events (10–13) were recorded, supplying a total of 10,000—25,000 eggs. Male frogs also remained close to the burrow and defended the site. Trophic eggs were the exclusive food source for the developing larvae, and L. fallax is therefore probably displaying a new form of amphibian endotrophy.

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx