Aufzucht und Wiederansiedlung von Wechselkröten durch die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen

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Aufzuchtbehälter für Wechselkröten in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen © Florian Brandes, WASS Sachsenhagen

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Einen Tag alte Laichschnur der Wechselkröte © Florian Brandes, WASS Sachsenhagen

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Metamorphosierende Quappen der Wechselkröte in Aufzuchtbehälter © Florian Brandes, WASS Sachsenhagen

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Junge Wechselkrötchen in Aufzuchtbehälter © Florian Brandes, WASS Sachsenhagen

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Auswilderung von jungen Wechselkröten © Lars Kaletta, WASS Sachsenhagen

 

Das Verbreitungsgebiet der Wechselkröte (Bufotes viridis) erreicht seine nordwestliche Grenze in Ost-Niedersachsen. Geeignete Lebensräume sind dort selten, und als Folge von Lebensraumzerstörung und -zerschneidung ist der Bestand im Lauf des 20. Jahrhunderts um 80% zurückgegangen. Die Vorkommen beschränken sich auf isolierte Sekundärhabitate, die alle außerhalb von Naturschutz- oder Fauna-Flora-Habitat-Gebieten liegen. 2019 gab es nur noch 7 Vorkommen in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel, in denen insgesamt 106 Adulttiere gezählt wurden. Bei nur zwei Vorkommen konnte eine Fortpflanzung nachgewiesen werden. Die Art gilt somit nach der Roten Liste Niedersachsens als regional vom Aussterben bedroht.

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Wolfenbüttel hat deshalb ein Projekt zum Erhalt der Wechselkröte in Niedersachsen und dem Aufbau einer vitalen, langfristig überlebensfähigen Population aufgegleist. Seit dem Frühjahr 2019 beteiligt sich nebst der Ökologischen NABU-Station Aller/Oker  die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen an diesem Projekt, indem sie im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde Jungkröten aufzieht.

Das Vorgehen besteht darin, dass bei einer der beiden noch reproduzierenden Populationen Laichschnüre entnommen werden und so das sehr verlustreiche Quappenstadium ex situ überbrückt wird. Dadurch kann aus den Eiern eine größere Anzahl Jungkröten heranwachsen als diese in der Natur der Fall wäre wäre. Jungkröten und metamorphoierende Quappen werden dann zur Stützung noch vorhandener Bestände an Standorten im Landkreis Wolfenbüttel ausgewildert, an denen in den letzten Jahren Populationsrückgänge zu verzeichnen waren. Auch am Entnahmestandort werden Individuen ausgewildert, um den Verlust durch die Laichentnahme auszugleichen.

Begleitet werden diese Maßnahmen von Habitatverbesserungen, die gewährleisten sollen, dass sich die Populationen möglichst langfristig erhsalten und wachsen können. Zusätzlich werden neue Laichgewässer geschaffen, um Jungkröten und Quappen neu anzusiedeln.

Bereits im ersten Projektjahr konnten bis zum 22.08.2019 insgesamt 867 Jungkröten und zusätzlich über 3.000 Quappen ausgewildert werden, die alle einer einzigen, im Mai entnommenen Laichschnur entstammen. 2020 wurden 349 und 2021 weitere 585 Jungkröten ausgewildert.

Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 05 August 2021 08:00

POSSO-TERRANOVA, A. & ANDRÉS, J. (2018)

Multivariate species boundaries and conservation of harlequin poison frogs.

Molecular Ecology 27 (17): 3432-3451.

Abstract:

In this study, we present an iterative method for delimiting species under the general lineage concept (GLC) based on the multivariate clustering of morphological, ecological and genetic data. Our rationale is that distinct multivariate groups correspond to evolutionarily independent metapopulation lineages because they reflect the common signal of different secondary defining properties (environmental and genetic distinctiveness, phenotypic diagnosability, etc.) that imply the existence of barriers preventing or limiting gene exchange. We applied this method to study a group of endangered poison frogs, the Oophaga histrionica complex. In our study case, we used next-generation targeted amplicon sequencing to obtain a robust genetic data set that we combined with patterns of morphological and ecological features. Our analyses revealed the existence of at least five different species in the histrionica complex (three, new to science), some of them, occurring in small isolated populations outside any protected areas. The lineage delimitation proposed here has important conservation implications as it revealed that some of the Oophaga species should be considered among the most vulnerable of the Neotropical frogs. More broadly, our study exemplifies how multiple-amplicon and multivariate statistical techniques can be integrated to successfully identify species and their boundaries.

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Keeping and Breeding of the Titicaca giant frog (Tematobius culeus) in the Aquazoo Löbbecke Museum.

Zool. Gart. N. F. 89:37-55

Abstract:

The article is about the Titicaca giant frog Telmatobius culeus. It describes the problems which have brought the species to the brink of extinction. The keeping, breeding ans development of tadpoles and frogs in the breeding station of the Aquazoo Löbbecke Museum are described.

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Der Deutsche Wildgehegeverband gab einen „Spendenfrosch“ in Auftrag, mit dem Zoos, Tier- und Wildparks gezielt Geld für Amphibienschutz sammeln konnten, hier im Arche Noah Zoo Braunschweig © Peter Dollionger, Zoo Office Bern

 

12 0 0 2 braunschweig
Amphibienteich im Arche Noah Zoo Braunschweig © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Im Rahmen des vom Weltzooverband 2008 ausgerufenen Jahrs des Frosches sowie des Jahres der Biodiversität 2010 waren die Anstrengungen der Zoos, Tier- und Wildparks in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Förderung der lokalen Biodiversität durch Wiederherstellen und Unterhalten von Lebensräumen für Amphibien besonders bemerkenswert. In besonderen Fällen wurde auch die Wiederansiedlung lokal ausgestorbener Arten, wie des Kammmolchs oder des Laubfroschs angegangen. Dazu arbeiteten die Zoos eng mit lokalen Naturschutzorganisationen und Behörden zusammen. Das Herrichten und der Unterhalt von Amphibienbiotopen geschah oft im Rahmen von Aktionstagen mit Hilfe von Schulklassen, Zoo- und Naturfreunden als freiwilligen Helfern. Dabei handelte es sich um nachhaltige Maßnahmen, denn in der Regel bestehen diese Biotope heute noch.

Indirekte Massnahmen zum Schutz einheimischer Amphibien waren von konkreten Projekten losgelöste PR-Aktionen, wie "Der Lurch des Jahres" der DGHT, sowie Forschungsarbeiten.

Im Rahmen der Amphibienkampagne der EAZA sammelten Zoos 410'803 € zur Unterstützung von in situ-Projekten. Weitere über 40'000 € kamen 2008/2009 für das Schutzprogramm der Zoos, Tier- und Wildparks im deutschsprachigen Raum zusammen. Koordiniert durch den Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) konnte dieses bis 2016 Projektförderungen im Umfang von 192'668 € vergeben. Ab dann wurde das Programm durch die Stiftung Artenschutz verwaltet.

 

Beispiele

Zoo Augsburg Patenschaft für Laubfrosch-Biotop ...mehr
Zoo Augsburg Amphibien-Lebensraum im Zoo ...mehr
Tierpark Bischofswerda Erhalten eines Amphibienbiotops ...mehr
Aquazoo Düsseldorf Lebensraum für Amphibien schaffen ...mehr
Natur- und Tierpark Goldau Wiederansiedlung des Laubfroschs ...mehr
Natur- und Tierpark Goldau Schaffen neuer Lebensräume im Park ...mehr
Kölner Zoo Amphibienschutz im Nüssenberger Busch ...mehr
Kölner Zoo Regionale Erhaltung der Wechselkröte
...mehr
Kölner Zoo Information und Laichbiotop im Zoo ...mehr
Zoo Landau Aufwertung eines Teichgebiets ...mehr
Vogelpark Marlow Ein Platz für Frösche ...mehr
Tierpark Nordhorn Wir helfen Fröschen und Kröten ...mehr
Tiergarten Nürnberg Zucht und Wiederansiedlung ...mehr
Tiergarten Schönbrunn Sichere Amphibienwanderung ...mehr
Tiergarten Schönbrunn Amphibienkartierung ...gesperrt
Tiergarten Straubing Zucht und Ansiedlung von Gelbbauchunken
...mehr
Zoo Wuppertal Schutz der Geburtshelferkröte ...mehr
Wildnispark Zürich-Langenberg Amphibienschutz im Wildnispark ...mehr
Wildpark Eekholt Bildungsarbeit mit Amphibien ...mehr

 


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Goliath frogs build nests for spawning – the reason for their gigantism?

Journal of Natural History  53(21-22): 1263-1276.
doi:org/10.1080/00222933.2019.1642528

Abstract:

In contrast to its popularity, astonishingly few facts have become known about the biology of the Goliath Frog, Conraua goliath. We herein report the so far unknown construction of nests as spawning sites by this species. On the Mpoula River, Littoral District, West Cameroon we identified 19 nests along a 400 m section. Nests could be classified into three types. Type 1 constitutes rock pools that were cleared by the frogs from detritus and leaf-litter; type 2 constitutes existing washouts at the riverbanks that were cleared from leaf-litter and/or expanded, and type 3 were depressions dug by the frogs into gravel riverbanks. The cleaning and digging activities of the frogs included removal of small to larger items, ranging from sand and leaves to larger stones. In all nest types eggs and tadpoles of C. goliath were detected. All nest types were used for egg deposition several times, and could comprise up to three distinct cohorts of tadpoles. Nests seemed to be clustered. Camera trapping revealed that nests are guarded by adult frogs at night. The breeding nests may allow the frogs to deposit their eggs away from the torrent rivers, and potential egg and tadpole predators. As nest construction, at least in some cases, requires the removal of large and heavy items, we hypothesize that this can only be achieved by decent sized frogs, possibly explaining the unique size of the species.

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Dienstag, 08 Juni 2021 14:28

Goliathfrosch

smiley happy  

 Neue Tierart

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Goliathfrösche (Conrauidae)

D EN 650

Goliathfrosch

Conraua goliath • The Goliath, or Giant Slippery, Frog • La grenouille géante

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Erwachsener Goliathfrosch (Conraua goliath) in Südwest-Kamerun © Marvin Schäfer, Frogs and Friends, Berlin (Pressefoto)

 

 

 

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Approximative Verbreitung desGoliathfroschs (Conraua goliath)

 

 

 

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Junger Goliathfrosch (Conraua goliath) in Südwest-Kamerun © Marvin Schäfer, Frogs and Friends, Berlin (Pressefoto)

 

 

 

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Erwachsener Goliathfrosch (Conraua goliath) in Südwest-Kamerun © Marvin Schäfer, Frogs and Friends, Berlin (Pressefoto)

 

 

 

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Skelett eines Goliathfroschs (Conraua goliath) im Muséum d'Histoire Naturelle de Genève. Gemeinfrei.

 

 

 

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Lebensraum des Goliathfroschs (Conraua goliath) am Mpoula River bei Penja, Südwest-Kamerun © Marvin Schäfer, Frogs and Friends, Berlin (Pressefoto)

 

 

Weitere Bilder auf BioLib

Der bis 3.3 kg schwere Goliathfrosch ist der größte lebende Froschlurch. Wegen starker Bejagung und Lebensraumverlusts gilt er mittlerweile als stark gefährdet. Über seine Biologie im natürlichen Lebensraum ist wenig bekannt und in europäischen Zoos ist er nur sporadisch anzutreffen.

Körperbau und Körperfunktionen

Mit einer Kopf-Rumpflänge von 17-32 cm und einem Gewicht von 660-3'250 g ist der Goliathfrosch der größte lebende Vertreter der Froschlurche. Weibchen werden etwas schwerer als Männchen, die nur auf 2'700 g kommen. Der Körper ist flach und breit, der Kopf dreieckig. Die Augen könen einen Durchmesser von beinahe 2.5 cm haben. Die Hinterbeine sind sehr lang, die Vorderbeine kurz und kräftig. An allen Füßen befinden sich gut entwickelte Schimmhäute. Die Haut ist auf der Oberseite körnig und grünlich braun, am Bauch ist sie heller gelblichgrün [2; 3].

Verbreitung

Zentralafrika: Äquatorial-Guinea (nur Festland), Südwest-Kamerun, möglicherweise Gabun [4].

Lebensraum und Lebensweise

Lebensraumansprüche: Der Goliathfrosch lebt in oder an schnell fließenden, sauerstoffreichen, etwa 20ºC warmen  Bächen und Flüssen in Höhenlagen von 100-700(-1000) m, die von Primär- oder Sekundärwald umgeben sind [3; 4; 5].

Biologie: Obwohl der Goliathfrosch vor über 100 Jahren für die Wissenschaft entdeckt wurde, war über seine Lebensweise wenig bekannt. Ein Forscherteam aus Kamerun und Deutschland unter Leitung des Museums für Naturkunde Berlin und Frogs & Friends e.V. entdeckte erst kürzlich im Rahmen eines durch deutschsprachige Zoos und Zooverbände geförderten Projekts, dass der Goliathfrosch Teiche für seine Eier und Kaulquappen baut. Er ist damit die erste bekannte afrikanischen Amphibienart, von der eine aktive Brutpflege bekannt ist. Die Frösche heben kleine Teiche mit einem Durchmesser von etwa 1 m und einer Tiefe von etwa 10 cm entlang der Flussufer aus. Dabei bewegen sie manchmal Steine mit einem Gewicht von bis zu 2 kg. Sie deponieren dann mehrere Gelege von jeweils einigen hundert 3.5 mm großen, braungrauen Eiern in diesen Teichen und bewachen sowohl Eier als auch die jungen Kaulquappen. Die Kaulquappen wachsen bis zu einer Länge von 4.5 cm. Die Metamorphose ist nach 89 Tagen abgeschlossen. Die fertigen Jungfrösche messen dann 1.4 cm [5; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde 1986 als gefährdet eingestuft und gilt seit 2004, letztmals überprüft 2018 als stark gefährdet (Rote Liste: ENDANGERED), weil ihre Bestände drastisch abgenommen haben und ihr Lebensraum zunehmend beeinträchtigt wird [4].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt. In Kamerun ist er als einzige Amphibienart nach nationaler Gesetzgebung geschützt.

Bedeutung für den Menschen

Wie z. B. auch der Nordamerikanische Ochsenfrosch wird der Goliathfrosch zwecks Fleischgewinnung bejagt, wozu Gift, Netze, Fallen oder Schlingen eingesetzt werden. Laut IUCN wird er auch für den internationalen Tierhandel gefangen [2; 4].

Haltung

Der Goliathfrosch gilt als schreckhaft. Die Haltung erfolgt in einem Aquaterrarium, wobei das Wasserbecken  eine Tiefe von mindestens 30 cm haben sollte. Als Bodensubstrat ist grober Kies geeignet. Steine im Flachwasser dienen als Sitzposition. Die Umgebungstemperatur sollte 20-28º betragen [5].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art war in Europa stets selten. Nach dem Jahr 2000 war sie nur noch in Chester und Pilsen zu sehen. Für Details siehe Zootierliste. Legendär ist die Einfuhr von 10 Individuen, die der damalige Duisburger Zoodirektor Wolfgang GEWALT 1975 selbst in Kamerun gefangen hatte, wobei er sich bei dieser Gelegenheit eine Filariose zuzog. 

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz, wo das Halten der Art durch Privatpersonen bewilligungspflichtig ist, in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Goliathfrosch wurde 1906 von dem am British Museum tätigen belgischen Zoologen George Albert BOULENGER als "Rana goliath" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Conraua wurde 1908 von Fritz NIEDEN, Herpetologe am Berliner Museum für Naturkunde, eingeführt. Die Art ist monotypisch [1; 2].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. ANIMAL DIVERSITY WEB
  4. IUCN SSC Amphibian Specialist Group. 2019. Conraua goliath. The IUCN Red List of Threatened Species 2019: e.T5263A96062132. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2019-1.RLTS.T5263A96062132.en . Downloaded on 08 June 2021.
  5. HERRMANN, H. J. (2005)
  6. SCHÄFER, M., S.J. TSEKANÉ, F.A.M. TCHASSEM, S. DRAKULIĆ, M., KAMENI, N.L. GONWOUO & M.-O. RÖDEL (2019)

 

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Distribution and current status of herpetofauna in the Gediz Delta (Western Anatolia, Turkey).

Herpetology Notes 11: 1-15 (2018) (published online on 10 January 2018)

Abstract:

In  this study, we conducted an inventory of amphibians and reptiles between 2013 and 2016 in the Gediz Delta (İzmir, Turkey). The field results were combined with existing records. According to the data obtained, a total of 35 herptile species live in the region, comprising 7 amphibians  (2 urodeles, 5  anurans) and 28  reptiles (6 chelonians,  10 lizards and  12 snakes). Five species (Lissotriton vulgaris, Triturus ivanbureschi, Heremites auratus, Platyceps collaris and Telecopus fallax) were recorded  for the first time in the Gediz Delta during the study. A chorotype  classification and potential threats of the species are also presented.

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Donnerstag, 22 April 2021 07:23

VENCES, M. & KNIEL, C. (1998)

Mikrophage und myrmecophage Ernährungsspezialisierung bei madagassischen Giftfröschen der Gattung Mantella.

SALAMANDRA, Rheinbach, 34(3): 245-254.

Zusammenfassung:

Eine Analyse des Mageninhalts von 15 Exemplaren (vier Arten) der Gattung Mantella (Anura: Ranidae: Mantellinae) zeigte eine mikrophage und myrmecophage Spezialisierung dieser Frösche. Von 774 identifizierten Beutetieren waren 74% Ameisen, 94% hatten Gesamtlängen von 1-4 mm, und keines war größer als 5 mm. Die Ergebnisse experimenteller Beutewahlversuche waren weniger eindeutig. Im Vergleich zu aposematischen Dendrobatiden (Dendrobates histrionicus, D. leucomelas, Phyllobates bicolor) zeigten Mantella-Arten eine deutlich schwächere Bevorzugung kleiner Beute, obwohl die mittlere Länge der Beutetiere, die von einer zusammengefassten Gruppe aller untersuchten Mantella-Arten gefressen wurden, signifikant geringer als die einer Vergleichsgruppe anderer Anuren der Gattungen Rana, Bufo, Mantidactylus, Colostethus und Heterixalus war. Möglicherweise ist die Mikrophagie von Mantella weniger durch ein eingeschränktes Beutewahlspektrum als durch das tagsüber stattfindende, aktive Umherstreifen bei der Nahrungssuche bedingt. Nach der verfügbaren Literatur sind alle Anuren, die bekanntermaßen Hautalkaloide enthalten, mikrophag; die meisten sind spezialisierte Ameisenfresser. Dies weist darauf hin, dass der Ursprung der Alkaloide bei Froschlurchen generell in einer Aufnahme über Arthropoden-Nahrung (Ameisen), wie sie für Dendrobatiden kürzlich nachgewiesen wurde, liegen könnte.

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Sonntag, 18 April 2021 09:09

Nordamerikanischer Ochsenfrosch

smiley happy  

 Neue Tierart

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Eigentliche Frösche (Ranidae)

D LC 650

Invasive EU

  Nordamerikanischer Ochsenfrosch

Rana catesbeiana (=Lithobates catesbeianus) • The American Bullfrog • L'ouaouaron

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Nordamerikanischer Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) im Zoo de la Citadelle, Besançon © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Iberischen Wasserfroschs (Pelophylax perezi)) - Dunkelblau autochthone, dunkelgrün eingeführte Populationen. Nicht eingetragen sind die Inseln im Nordost-Atlantik

 

 

 

403 016 040 032 lithobates catesbeianus besancon KR3
Nordamerikanischer Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) im Zoo de la Citadelle, Besançon © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Nordamerikanischer Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) im Zoo de la Citadelle, Besançon © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Nordamerikanischer Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

403 016 040 032 lithobates catesbeianus kaulquappe USGS
Kaulquappe des Nordamerikanischen Ochsenfroschs (Rana catesbeiana). Bild: US Geological Survey. Gemeinfrei.

 

 

 

403 016 040 032 lithobates catesbeianus BREHM
"Ochsenfrosch (Rana mugiens)" = Rana catesbeiana. Illustration aus BREHMS THIERLEBEN (1882-1887). Gemeinfrei.

 

 

 

Weitere Bilder auf BioLib

Der Nordamerikanische Ochsenfrosch ist einer der größten Frösche. Er ist nicht gefährdet und stammt aus dem östlichen und mittleren Nordamerika, wurde aber in verschiedenen Ländern eingebürgert. Auch in Deutschland gibt es Vorkommen, nicht aber in den anderen deutschsprachigen Ländern. In Europa gilt er als invasive Art im Sinne der Unionsliste. Seine Haltung ist somit verboten bzw. nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Nordamerikanische Ochsenfrosch erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 9-15(-20) cm und ein Gewicht bis 500, gelegentlich bis 800 g, eventuell mehr. Die Weibchen werden im Mittel etwas größer als die Männchen. Er ist das stark vergrößerte Abbild unseres Teichfroschs, von dem er sich, nebst seinem Kaliber, auch durch das sehr große Trommelfell, die fehlenden Rückendrüsenleisten und die beim Männchen fehlenden seitlichen Schallblasen gut unterscheiden lässt. Sein Maul ist tief gespalten, die Iris ist waagrecht und vom Hinterrand des Auges zieht sich eine Drüsenfalte bis zur Schulter. Die Zehen der Hinterfüße sind durch Schwimmhäute verbunden. Die Oberseite ist olivgrün und meist mit großen, dunkelbraunen oder schwarz gewölkten Flecken und einer längs auf der Rückenmitte verlaufenden, gelben Linie gezeichnet. Die Unterseite ist gelblichweiß. Die  Kaulquappen werden bis 17 cm groß und können leicht jenen der einheimischen Knoblauchkröte oder Geburtshelferkröte verwechselt werden [2; 3; 6; 8].

Verbreitung

Nordamerika: Kanada, Mexiko, USA. Eingeführte Populationen in Argentinien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Dominikanischer Republik, Ekuador, Frankreich, Griechenland (Kreta), Großbritannien, Indonesien, Italien (hauptsächlich in der Poebene), Jamaika, Japan, Kolumbien, Kuba, Malaysia, Niederlande, Peru, Philippinen, Puerto Rico, Singapur, Spanien, Taiwan, Thailand, Uruguay, Venezuela [4]. In Deutschland gibt es etablierte Bestände in Baden-Württemberg (Rheinauen), Einzelfunde in Rheinland-Pfalz und unbeständige Vorkommen in Nordrhein-Westfalen [7].

Lebensraum und Lebensweise

Lebensraumansprüche: Der Nordamerikanische Ochsenfrosch besiedelt stehende oder langsam fließende Gewässer wie Seen, Flach- und Kleinseen, Weiher, Tümpel, Stauseen, Gartenteiche, Reisfelder, Flussufer und Bewässerungskanäle. Er erträgt auch stark verschmutztes Wasser und kommt in Hawaii auch im Brackwasser vor [1; 5; 6; 8].

Biologie: Wie unsere Grünfrösche lebt der Nordamerikanische Ochsenfrosch fast ausschließlich im oder am Wasser und kann in kälteren Gegenden auch eine Winterruhe unter Wasser durchmachen. Er ernährt sich hauptsächlich von Insekten, Schnecken und Krebstieren, grössere Exemplare fangen aber auch Fische, Amphibien (einschließlich kleinere Artgenossen), kleine Schlangen, junge Wasserrvögel und Kleinsäuger. Die Fortpflanzungsperiode fällt auf Frühling und Frühsommer. Die Männchen verhalten sich territorial und lassen nächtelang ihre an das Brüllen eines Ochsen erinnernden Stimmen erschallen. Die Paarung findet im Wasser statt. Die Weibchen produzieren bis zu 20'000 Eier mit einem Durchmesser von 1.2-1.7 mm, die als Oberflächenfilm auf dem Wasser schwimmen. Die Larven schlüpfen nach 8 Tagen und brauchen 3 Monate bis 3 Jahre bis zum Abschluss der Metamorphose. Die Jungfrösche messen 3.1-5.9 cm [3; 6; 8].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde 2004, letztmals überprüft 2015 als nicht-gefährdet (LEAST CONCERN) in die Rote Liste aufgenommen, weil sie eine weite Verbreitung und einen großen, zunehmenden Bestand hat [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt. Erwerb und Abgabe, Haltung, Zucht, Aufzucht, Transport und Freilassen von Nordamerikanischen Ochsenfröschen sind nach Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 betreffend invasive Arten verboten.

Bedeutung für den Menschen

Wie Arten des Rana esculenta-Komplexes wird der Ochsenfrosch zwecks Gewinnung von Froschschenkeln gefangen, wozu Netze, Kescher oder die Angel, nach BREHM auch die Schrotflinte eingesetzt werden. Er wird zu diesem Zweck auch kommerziell gezüchtet und findet in Sezierkursen im Rahmen des Schul- bzw. Hochschulunterrichts Verwendung [3; 5].

Haltung

Bill CONWAY, ein ehemaliger Direktor des New Yorker Bronx Zoos hat unter dem Titel "How to exhibit a bullfrog" einen sehr lesenswerten Artikel geschrieben, in  dem er darlegt, dass im Zoo auch eine sehr gewöhnliche Tierart attraktiv präsentiert werden kann und werden sollte [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art ist in europäischen Einrichtungen heute eine Rarität, die nur noch in etwa einem halben Dutzend Zoos gezeigt wird. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Nordamerikanische Ochsenfrosch wurde 1802 vom englischen Arzt und Naturforscher George Kearsley SHAW, der als Kustos am Britischen Museum tätig war, als Rana catesbeiana, seinem heute noch - bzw. wieder - gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. 2006 wurde er in die Gattung Lithobates gestellt, was aber nach einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2016 zu Paraphylie-Problemen führe. Gegenwärtig findet man in der Literatur beide Bezeichnungen [1; 2].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. BREHM, A. E. (1882-1887)
  4. CONWAY, W. G. (1973)
  5. IUCN SSC Amphibian Specialist Group. (2015). Lithobates catesbeianus. The IUCN Red List of Threatened Species 2015: e.T58565A53969770. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2015-4.RLTS.T58565A53969770.en . Downloaded on 18 April 2021.
  6. HERRMANN, H. J. (2005)
  7. NEHRING, S. & SKOWRONEK, S. (2017)
  8. NIETZKE, G. (1969/1972)

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Samstag, 17 April 2021 07:34

GLAW, K. (2007)

Die Gattung Mantella - Erfahrungen und Probleme bei Haltung, Zucht und Forschung.

In: DOLLINGER, P. (2007) Amphibien brauchen unsere Hilfe. Verh.ber. WAZA-Amphibienkurs Chemnitz, 27-30.06.2007: 51-52.

Zusammenfassung:

In den Jahren 1995 bis 2001 wurden im Rahmen verschiedener Forschungsarbeiten Frösche der Gattung Mantella am Zoologischen Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig Bonn gehalten. Es wurden verschiedene Arbeiten zur Taxonomie, zur Fortpflanzungsbiologie, zur Soziobiologie und Larvalentwicklung im Rahmen von Staatsexamens- und Diplomarbeiten angefertigt. Grundlage für diese verschiedenen Fragestellungen war eine stabile Zucht der Tiere. Im Verlaufe des o.g. Zeitraumes gelang es uns acht Arten dieser Gattung (M. aurantiaca, M. crocea, M. betsileo, M. viridis, M. expectata, M. mada-gascariensis, M. baroni und M. laevigata) erfolgreich zu züchten. Wichtige Faktoren für die erfolgreiche Zucht waren die Umstellung der Tiere auf die Jahreszeiten der Nordhalbkugel sowie eine spezielle Einrichtung und gute Belüftung der Terrarien. Eine Herausforderung war, dass es zu diesem Zeitpunkt noch keine umfangreichen Freilandarbeiten und keine DNA-Taxonomie zu dieser Tiergruppe gab. Der Aufbau der Haltungsanlage basierte in erster Linie aus Erfahrungen eigener Terrarienhaltung und Beobachtungen anderer Terrarianer. In den Jahren der Haltung konnten wir auch durch Erfahrungen aus eigenen Reisen nach Madagaskar viele Haltungsbedingungen verbessern und in den Jahren vor der Auflösung der Zuchtgruppen sehr kontinuierlich züchten.

glaw-biblio

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx