Eigentliche Tauben

Tamburintäubchen

Tamburintäubchen (Turtur tympanistria), Täubin im Zoo Stralsund Tamburintäubchen (Turtur tympanistria), Täubin im Zoo Stralsund
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern
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 Neue Tierart

Ordnung: Taubenvögel (COLUMBIFORMES)
Familie: Tauben (Columbidae)
Unterfamilie: Eigentliche Tauben (Columbinae)

D LC 650

Tamburintäubchen

Turtur tympanistria • The Tambourine Dove • La Tourtelette tambourette

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Tamburintäubchen (Turtur tympanistria), Täubin im Zoo Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Approximative Verbreitung des Tamburintäubchens (Turtur tympanistria)

 

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Tamburintauber (Turtur tympanistria) bei Pietermarutzburg, Südafrika © Alan Manson. Übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz.

 

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Tamburintaube(Turtur tympanistria), Täubin im Zoo Stralsund © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Tamburintäubchen (Turtur tympanistria), Täubin in Privathaltung © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Tamburintäubchen (Turtur tympanistria), Tauber. Illustration aus KNIP, P. & TEMMINCK, C. J. (1811) Les Pigeons. Paris. Gemeinfrei

 

 

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Das Tamburintäubchen ist eine kleine Art aus der Verwandtschaft der afrikanischen Buschtauben, die durch einen deutlichen Geschlechts-Dichromatiusmus auffällt. Sie ist nicht gefährdet und wird in europäischen Zoos nur selten gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Mit einer Länge von 23 cm uns einem Gewicht von 51-85 g ist das Tamburintäubchen um ein Drittel kleiner als die Lachtaube. Es besteht ein deutlicher Geschlechtsdichromatismus: Der Täuber ist von der Stirn über Vorderhals und Brust bis zum Bauch reinweiß, lediglich vom Schnabel bis zum Auge zieht sich ein schwarzes Zügelband, die Oberseite ist olivbraun  mit einigen dunkel-blaugrünen Schillerflecken auf den Flügeln. Bei der Täubin ist die Oberseite etwas heller, die Unterseite verwaschen grau und die Schillerflecken sind stumpfer. Die Iris ist dunkelbraun [2; 3; 4].

Verbreitung

Afrika südlich der Sahara: Angola, Äquatorial-Guinea, Äthiopien, Benin, Burundi, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Guinea, Kamerun, Kenia, Kongo, Kongo Dem., Liberia, Malawi, Mosambik, Nigeria, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Südafrika, Südsudan, Sudan, Swasiland, Tansania, Togo, Uganda; Zambia; Zambia; Zimbabwe, Zentralafrikanische Republik. Eingeführt auf den Komoren [1].

Lebensraum und Lebensweise

Tamburintäubchen leben in feuchten Buschgebieten, Galerie- und Hochwäldern, Baum- und Bananenpflanzungen, Parks und Gärten vom Meeresspiegel bis auf eine Höhe von 3'200 m. Sie werden in der Regel einzeln oder paarweise angetroffen und halten sich zumeist dicht über oder auf dem Erdboden auf. Die Paare beanspruchen Brutterritorien von 2-3 ha. Das Nest wird meist in Stammnähe oder einem Gewirr von Kletterpflanzen 1-10 m über dem Boden gebaut. Die Nahrung besteht aus ölhaltigen Sämereien, Beeren und Kleininsekten. Das Nest befindet sich in niedrigen Bäumen oder Büschen, manchmal direkt am Boden. Das Gelege besteht meistens aus zwei Eiern, selten einem. Die Brut dauert je nach Quelle 13 oder 17-20 Tage, die Nestlingszeit 13-22 Tage [2; 3, 4].

Gefährdung und Schutz

Das Tamburintäubchen hat ein extrem großes Artareal und mutmaßlich einen stabilen Bestand. Es sind keine wesentlichen Risiken bekannt. Die Art gilt daher seit 2004, letztmals überprüft 2016, nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Tamburintaube wird in Teilen ihres Ursprungsgebiets für den lokalen / nationalen Vogelmarkt gefangen [1]. Bei uns ist es in Hobbyhaltungen anzutreffen.

Haltung

Tamburintäubchen sind gegenüber andere Vogelarten verträglich [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wurde bereits in den 1860er Jahren in London und Köln gehalten. Sie war in Zoos nie besonders häufig, gegenwärtig (2023) wird sie nur noch in vier Zoos gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Wildtauben. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2023) schreibt für die Haltung kleiner Tauben eine Voliere mit einer Grundfläche von 1.6 m² und einer Höhe von 1 m vor.

Taxonomie und Nomenklatur

Das Tamburintäubchen wurde 1810 von Coenraad Jacob TEMMINCK vom Naturhistorischen Museum in Leiden als "Columba tympanistria" erstmals wissenschaftlich beschrieben und später in die bereits 1783 von dem niederländischen Arzt und Naturforscher Pieter BODDAERT aufgestellte Gattung Turtur eingeordnet. Die Art gilt heute als monotypisch, früher wurden zwei Unterarten anerkannt [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Turtur tympanistria. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22690635A93280996. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22690635A93280996.en. Accessed on 13 April 2023.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)
  4. RAETHEL, H.-S. (1980)

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Gelesen 11857 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 13 April 2023 15:10
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx