Unpaarzeher

Pferderassen

Shetlandpony (Equus ferus f. caballus) im JuraParc Mont d'Orzeires, Vallorbe Shetlandpony (Equus ferus f. caballus) im JuraParc Mont d'Orzeires, Vallorbe
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Unpaarzeher (PERISSODACTYLA)
Familie: Pferdeartige (Equidae)

D NB650

Pferde- und Ponyrassen

Equus ferus f. caballus • Horse Breeds • Races de cheval

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Shetlandpony, Mini-Shetlandpony

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Shetlandpony (Equus ferus f. caballus) im Winterfell im Heimattiergarten Fürstenwalde © Klaus Rudloff, Berlin

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Shetlandpony (Equus ferus f. caballus) im Sommerfell im Zoo Stralsund © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Mini-Shetlandpony (Equus ferus f. caballus) als Reittier für Kinder im Siky Zoo, Crémines © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Mini-Shetlandpony (Equus ferus f. caballus) im Thüringer ZooPark Erfurt © Klaus Rudloff, Berlin

Das Shetlandpony ist eine halbwild lebende, bodenständige Rasse der Shetlandinseln nördlich von Schottland. Die Vorfahren des heutigen Shetlandponies wurden offenbar während der Bronzezeit, vor ungefähr 2500 Jahren, domestiziert. Es handelte sich um etwa 137 cm große Tiere, deren Nachkommen, wie so oft bei Inselformen, verzwergten. Vor etwa 1'000 Jahren kreuzten die Wikinger einige Hengste ein, um wieder größere Tiere zu erhalten. Danach blieb die Rasse weitgehend frei von fremden Einflüssen, und die Tiere wurden wieder kleiner. Im 18./19. und zu Beginn des 20. Jahrhundert wurden Shetties in England als Grubenponies im Kohlebergbau eingesetzt. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts fand dies Rasse eine weltweite Verbreitung als anspruchsloses, genügsames Kinderreitpony. Seit 1891 gibt es ein Zuchtbuch.

Shetlandponies haben einen verhältnismäßig großen "edlen" Kopf mit kurzen spitzen Ohren, einen kurzen, tief angesetzten Hals, einen kräftigen breiten Rücken, eine abschüssige Kruppe mit tief angesetztem Schweif und stämmige Extremitäten. Es gibt sie in allen Farben, Schecken sind ziemlich häufig, Tigerschecken gibt es nicht bzw. sind nicht zugelassen. Ihr Stockmaß liegt oft unter 100, bei den sogenannten Mini-Shetlandponies unter 70 cm, selten überschreitet es 110 cm, wobei der Rassestandard als zulässiges Maximum 107 cm angibt.

Shetlandponies wechseln das Fell den Jahreszeiten entsprechend. Das aus Grannen- und Wollhaaren bestehende Winterfell sorgt dafür, dass die Tiere auch bei Sturmregen eine trockene Haut behalten. Das  lange  Deckhaar lässt den Regen abfliessen, das Unterhaar schützt vor Kälte. Im Gegensatz dazu ist das Sommerfell kurz und seidig glänzend. Mähne und Schweif sollen lang, glatt und üppig sein, der Kötenbehang glatt und seidig.

Zum Reiten gelten Shetlandponies als geeignet für Kinder bis zum vollendeten 8. Altersjahr.

Literatur und Internetquellen

  1. NISSEN, J. (1961)
  2. SCHWEIZERISCHER VERBAND FÜR PONYS UND KLEINPFERDE

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Dartmoorpony

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Dartmoorpony (Equus ferus f. caballus) im Dartmoor-Nationalpark, Devon © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Dartmoorpony (Equus ferus f. caballus) im Dartmoor-Nationalpark, Devon © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Dartmoorpony wurde 1012 erstmalig urkundlich erwähnt. Es wurde früher vielfach mit anderen Rassen, darunter Orientalen, Hackneys und sogar Shetland-Ponies gekreuzt, um ein kleines, stabiles Pony für die Bergwerksarbeit zu erhalten. 1899 wurde ein Zuchtbuch angelegt, in das ab 1957 nur noch Nachkommen registrierter Tiere eingetragen wurden. Das Dartmoor hat sich mit einem Stockmaß von 120 (-127) cm zu einem umgänglichen, kleinen Reitpony entwickelt, das wegen seines guten Charakters und seiner Kinderfreundlichkeit ein ideales „Erstpony“ für Kinder ist. Dartmoorponies gibt es in den Farben Braune, Rappen, Schimmel, Füchse und Dauerschimmel (roans); Schecken werden nicht registriert; übermässige weiße Abzeichen sind unerwünscht.

1965 wurden die ersten Dartmoorponies nach Deutschland eingeführt. Heute gibt es einen registrierten Bestand von 100-130 Stuten und 20-25 Hengsten. Der Schweizerische Pony- und Kleinpferdverband verfügt über 3 Zuchthengste (2021) [1; 2]. Das Dartmoorpony wird nur selten in zoologischen Einrichtunge gezeigt, u. a. in zwei Tierparks in der Nordwestschweiz.

Literatur und Internetquellen

  1. PFERD AKTUELL
  2. SCHWEIZERISCHER VERBAND FÜR PONYS UND KLEINPFERDE

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Islandpony

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Islandpony (Equus ferus f. caballus) im Freilichtmuseum Hjerl Hede, Holstebro © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Islandponies (Equus ferus f. caballus) im Freilichtmuseum Hjerl Hede, Holstebro © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Islandpony soll von Pferden abstammen, die 941 mit den ersten Einwanderern aus Norwegen nach Island kamen. Seitdem ist kaum Fremdblut in die Zucht gekommen, seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es in Island ein formelles Einfuhrverbot für Pferde.

Das Islandpony ist ein hartes und genügsames Gebirgspferd das als Saum- und Reitpferd in unwegsamem Gelände beste Dienste leistet. Es erreicht ein Stockmaß von (115-)130-145 cm. Es hat einen kurzen Hals mit voller Mähne und kurze Beine mit harten Hufen. Es gibt zwei Typen:  Die etwas feineren, eleganteren Ponies keltischen Ursprungs, die vor allem im Norden der Insel verbreitet sind, und, hauptsächlich im Süden, die etwas stämmigeren normannischen Ponies mit großem Kopf, oft mit Ramsnase und Geißbart unter dem Kinn.  Dem gegenwärtigen Zuchtziel entsprechend wird in den letzten Jahren der elegantere Typ als Reitpferd favorisiert. Das Islandpony gibt es in allen Farben mit Ausnahme der Tigerschecken.

Literatur und Internetquellen

  1. ISLANDPFERDE-VEREINIGUNG SCHWEIZ
  2. NISSEN, J. (1961)

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Welshpony, Welsh Mountain Pony

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Welshpony (Equus ferus f. caballus) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Welshpony (Equus ferus f. caballus) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Wie sein Name sagt, kommt das Welshpony aus dem britischen Landesteil Wales. Seine Vorfahren waren die Reitponies der Kelten, in die wahrscheilich bereits während der römischen Beetzung Britanniens Berberpferde eingekreuzt und die vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert durch Einkreuzungen mit weiteren Rassen veredelt wurden. Seit 1902 führt die "Welsh Pony and Cob Society" das Zuchtbuch.

Gezüchtet werden 4 verschiedene Typen. Sektion A, stellt das ursprüngliche Welsh Mountain Pony dar. Die Tiere haben ein Stockmaß bis 122 cm. Sie gehören zu den kleinsten Ponies der Welt, dienten früher als Grubenponies und kommen heute als Reittiere für Kinder und Kutschpferde zum Einsatz. Ponies der Sektion B werden bis 137 cm hoch.  Es sind leichte Ponies mit viel orientalischem Blut, die ein gutes Sprungtalent haben und als Reittiere für Kinder und Jugendliche auch im Turniersport eingesetzt werden. Tiere der Sektion C, sogenannte Welsh Pony Cobs, werden ebenfalls bis 137 cm hoch, sind aber schwerer gebaut, weil auch Kaltblüter eingekreuzt wurden. Sie sind auch als Reittiere für Erwachsene geegnet. Die 137-155 cm hohen und stark bemuskelten  "Welsh Cobs" der Sektion D sind Kleinpferde, die sich als Freizeitpferde für die ganze Familie eignen.

Literatur und Internetquellen

  1. CAVALLUNA
  2. NISSEN, J. (1961)
  3. PFERDE UND PFERDERASSEN
  4. PFERDEWOCHE vom 17.01.2012

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Camarguepferd

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Camarguepferde (Equus ferus f. caballus) auf dem Domaine Paul Ricard, Méjanes, Camargue © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Füchse sind beim Camarguepferd (Equus ferus f. caballus) selten. Hier bei Les Saintes-Maries-de-la-Mer, Camargue © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Camarguepferd ist eine recht primitive Rasse, die als hartes, ausdauerndes, genügsames Reitpferd von feurigem Temperament und gutmütigem Charakter beliebt ist. Es handelt sich um große Ponies bzw. Kleinpferde mit einem Stockmaß von 135-145 cm. Die Tiere haben einen ziemlich schweren Kopf mit kurzen Ohren und großen Augen einen geraden Hals oder Hirschhals, wenig Widerrist und kurze Kruppe, einen umfangreichen Bauch, lange Unterarme und Unterschenkel und starke Hufe. Im Allgemeinen handelt es sich um Schimmel, bei denen die Fohlen schwarz zur Welt kommen. Sie sind nicht sehr schnell, aber in Schritt, Trab und Galopp ungemein ausdauernd.

Es wird angenommen, dass das Camarguepferd vom ausgestorbenen Solutré-Wildpferd abstammt, in das Berber-, iberische und orientalische Pferde eingekreuzt wurden. Hauptsächliches Zuchtgebiet ist die Camargue, wo die Tiere in halbwilden Herden aufgezogen werden.

Literatur und Internetquellen

NISSEN, J. (1961)

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Norwegisches Fjordpferd

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Fjordpferdstute (Equus ferus f. caballus) mit Fohlen beim Schloss Clausholm, Hadsten/Jütland © Peter Dollinger Zoo Office Bern

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Fjordpferd (Equus ferus f. caballus) mit nicht-geschnittener Mähne im Bodenseetoo Reutemühle, Überlingen © Peter Dollinger Zoo Office Bern

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Fjordpferdfohlen (Equus ferus f. caballus) in Norwegen. Bild aus https://fjordhest.net/blogg/

Das Fjordpferd ist mit einem Stockmaß von 135-150 cm ein großes, an der Grenze zum Kaltblut stehendes, urtümliches Pony. Es ist anspruchslos und genügsam und weist eine hohe Ausdauer, Trag- und Zugkraft auf. Es hat einen ziemlich kantigen, recht großen Kopf mit breiter Stirn, kurzen, weit auseinanderstehenden Ohren und großen Nüstern. Der Hals ist kurz und dick, die Schulter steil, der Widerrist niedrig, der Rücken kurz und schmal, die Kruppe kurz. Die Beine sind schmal mit deutlich markierten Sehnen und Gelenken sowie öfter ohne Kastanien. Das Fell ist falbfarben in individuell unterschiedlichen Farbtönen, die Mähne ist zweifarbig und meistens so geschnitten, dass sie aufrecht steht. Es ist stets ein Aalstrich und bisweilen sind Zebrastreifen an den Beinen, selten ein Schulterkreuz, vorhanden [2; 4].

Ursprünglich ist das Fjordpferd eine norwegische Rasse. Bis ca. 1876 wurden fremdrassige Pferde, überwiegend das Norwegische Dolepferd, ein Kaltblut, eingekreuzt, um die damals noch sehr kleinwüchsigen Fjordpferde größer und stärker zu züchten. 1886 wurde eine Rassebereinigung durchgeführt und 1907 wurde das Zuchtbuch geschlossen. Ab 1940 wurden Fjordpferde in nennenswertem Umfang in Deutschland gezüchtet, wobei ursprünglich auch Stuten anderer Rassen von den Fjordhengsten gedeckt und die Fohlen ins Zuchtbuch eingetragen wurden. In Dänemark, wo das Fjordpferd die beliebteste Pferderasse ist, wird es seit 1941 im Rahmen eines Zuchtbuchs gezüchtet [1; 3].

Die Rasse ist in über 20 zoologischen Einrichtungen zu sehen, etwa ein Drittel davon im deutschsprachigen Raum.

Literatur und Internetquellen

  1. FJORDHESTEN DANMARK
  2. FJORDPFERDVEREINIGUNG SCHWEIZ
  3. IG FJORDPFERD E.V.
  4. NISSEN, J. (1961)

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Freiberger

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Freibergerstute (Equus ferus f. caballus) mit Fohlen auf der Weide in den Freibergen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Bei den Freibergern gibt es auch Füchse (Equus ferus f. caballus). Stute auf der Weide in den Freibergen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Freibergerstuten und Fohlen (Equus ferus f. caballus) auf der Weide in den Freibergen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die meisten Freiberger sind sehr umgängliche, gutmütige Tiere © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Freiberger ist ein frühreifes, genügsames, vielseitig verwendbares, leistungsstarkes Zug-, Trag- und Freizeitreitpferd. Das Stockmaß beträgt mindestens 150 cm für Stuten und 152 cm für Hengste. Das Gewicht liegt zwischen 450 und 600 kg. Die meisten Pferde sind Braune, es gibt aber auch Füchse. Der Original-Freiberger ist ein leichtes Kaltblutpferd, der schwerere Burgdorfer Schlag ist in den 1960er-Jahren ausgestorben, die meisten heutigen Freiberger entsprechen dem Warmbluttyp.

Die gezielte Zucht des Freiberges aus dem Jurapferd, einem zähen, anspruchslosen und trittsicheren Gebirgspferd begann 1904. Schwergewichtig wurde die Rasse auf dem Hochplateau der Freiberge und in der Region Bellelay, auf über 1'000 m Höhe, gezüchtet. Sie entwickelte sich rasch zum gefragten Nutzpferd für die Land- und Forstwirtschaft, sowie die Armee, die während des Zweiten Weltkriegs rund 60'000 Pferde einsetzte und welcher der Freiberger heute noch in den Train-Einheiten als Lastenträger im unwegsamen Alpengebiet dient. In den letzten Jahrzehnten nahmen die Bestände ab, machten aber 2016 mit 18'786 Tieren immer noch 17% des schweizerischen Pferdebestands aus. Anfänglich waren auch schwere Kaltbluthengste zur Zucht eingesetzt worden, ab Mitte des 20. Jahrhunderts wollte man durch Einkreuzen von leichteren Vollbluthengsten die Rasse vermehrt auch als Reit- und Freizeitpferde etablieren. Erst 1997 wurde das Zuchtbuch geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur wenige Tiere, die keinen oder nur einen geringen Fremdblutanteil aufwiesen. Ab 2003 begann daher eine Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Original Freiberger Pferdes, bestehend aus dem nachmaligen Eidgenössische Verband des reinrassigen Freibergerpferdes, ProSpecieRara und dem Nationalgestüt in Avenches unter der Bezeichnung "Basis-" oder "Ur-Freiberger" diejenigen Tiere zu fördern, die weniger als 2% nach 1950 eingekreuztes Fremdblut aufwiesen, also dem Kaltbluttyp entsprachen. Die Freibergerzucht wird von der Eidgenossenschaft mit jährlich rund 10 Millionen CHF gefördert. Ein den Zuchtzielen enstprechendes, eingerittenes und eingefahrenes 3.5 -jähriges Pferd erzielt einen Preis von 7'000 CHF und mehr. In öffentlich zugänglichen Tierhaltungen wird der Freiberger nur selten gezeigt oder zur Arbeit eingesetzt, kaum je außerhalb der Schweiz.

Literatur und Internetquellen

  1. AGROSCOPE - STRATEGIEENTWICKLUNG FREIBERGER
  2. HOFMANN, H. (1991)
  3. PRO SPECIE RARA
  4. SCHWEIZERISCHER FREIBERGER-VERBAND

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Haflinger

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Haflingerstute (Equus ferus f. caballus) im schweizerischen Freilichtmuseum Ballenberg, Hofstetten bei Brienz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Haflinger (Equus ferus f. caballus) als Fiakerpferde in Salzburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Haflingerpferde (Equus ferus f. caballus) im Zoo Breslau © Klaus Rudloff, Berlin

Haflinger sind mit einem Stockmaß von 135-145 cm große, muskulöse Ponies. Meistens handelt es sich um Füchse mit heller Mähne und hellem Schweif. Der Kopf ist klein und ziemlich edel, was die Einkreuzung von Arabern erkennen lässt. Der Hals ist kräftig, die Schulter recht steil, Rücken und Lende sind breit, die Kruppe ist oft abschüssig, die Hufe sind klein und hart. Haflinger sind nicht sehr schnell, aber in ausgesprochen trittsicher und daher für das Gebirge geeignet.

Die hauptsächlichen Zuchtgebiete befinden sich im Alpenraum, ursprünglich im Südtirol zwischen Meran und Bozen, wo sich das namengebende Dorf Hafling, eine Gemeinde mit etwa 800 Einwohnern, befindet. Entstanden ist die Rasse im Jahr 1874 mit der Geburt des Hengstes 249 "Folie" aus einer Tiroler Gebirgspferdestute und einem Araberhengst, auf den bis heute alle eingetragenen Hengste und Stuten zurückgehen. Das in Zams geführte erste Zuchtbuch besteht seit 1920, und die organisierte Haflinger-Zucht begann im Jahr 1921 mit der Gründung der ersten Nordtiroler Haflinger Pferdezuchtgenossenschaft. Heute ist die Rasse in über 60 Ländern vertreten. Hauptzuchtgebiete sind Tirol, Salzburg und Vorarlberg. In Deutschland werden Haflinger nicht nur in Bayern, sondern bis hinauf nach Brandenburg und Niedersachsen, gezüchtet. Auch in der Schweiz gibt es einen Zuchtverband, dem auch Liechtenstein angeschlossen ist.

Literatur und Internetquellen

  1. NISSEN, J. (1961)
  2. ORIGINAL HAFLINGERPFERDE DEUTSCHLAND
  3. TIROLER HAFLINGER PFERDEZUCHTVERBAND

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Jütländer (Jydsk oder Jysk Hest)

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Jütländer (Equus ferus f. caballus) auf der Weide in Djursland, Ostjütland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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"Den Jyske Hingst", Bronzeskulptur in Randers von Helen Schous © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Der Jütländer ist das nationale Zugpferd Dänemarks, das heute auch als Freizeitpferd eingesetzt wird. Bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es mehrere 100'000 Jütländer. Heute sind noch etwa 1'000 übriggeblieben. Die Tiere sind mittelgroße Kaltblüter mit kurzem Kopf, breiter Stirn, eher kurzem Hals und breiter Brust, breiter, runder Kruppe und kräftigen, kurzen Gliedmaßen. Meistens handelt es sich um Füchse mit heller Mähne, hellem Kötenbehang und hellem Schweif. Hengste haben idealerweise eine Widerristhöhe von 159-164 cm, Stuten von 157-162 cm. Hengste werden 700-1'000 kg schwer.

Die 1969 errichtete, monumentale Bronzeskulptur "Den Jyske Hingst" von Helen SCHOU im Zentrum von Randers erinnert an die große Bedeutung, welche die Pferdemärkte früher für die Stadt hatten.  Die Carlsberg-Brauerei nutzte Jütländer bis in die 1950er-Jahre als Brauereipferde. Heute hält sie noch vier Wallache für spezielle Anlässe. Ende 2020 wurden diese wegen des Umbaus ihrer Stallungen im Kopenhagener Zoo untergebracht. Jütländer werden auch in verschiedenen anderen dänischen Tierparks und Freilandmuseen gezeigt. Außerhalb Dänemarks gibt es aber wohl keine in öffentlich zugängichen Tierhaltungen.

Literatur und Internetquellen

  1. AVLSFORENINGEN DEN JYDSKE HEST
  2. DANSKE ØLENTUSIASTERØLENTUSIASTERØLENTUSIASTER
  3. NATURHISTORISK MUSEUM AARHUS
  4. NISSEN, J. (1961)

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Pfalz-Ardenner

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Pfalz-Ardenner (Equus ferus f. caballus) im Tiergarten Worms © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Shire Horse (Equus ferus f. caballus) im Thüringer ZooPark Erfurt © Klaus Rudloff, Berlin

 

Der Pfalz-Ardenner ist eine vergleichsweise junge Rasse, die um 1900 entstand. Zur züchterischen Basis gehörten Zuchttiere der französischer Kaltblutrassen, sowie Belgisches, Rheinisches und Bayerisches Kaltblut. Das Zuchtbuch war seit jeher offen und ist es auch heute noch. Das Zuchtziel ist ein attraktives, vielseitig verwendbares Kaltblutpferd mittleren Rahmens und gehobener Gangqualität. Dazu wird nebst der Reinzucht Veredlungszuch betrieben. Zu den zugelassenen Veredlerrassen zählen Ardenner, Bretone, Comtois, Süddeutsches Kaltblut, Rheinisch Deutsches Kaltblut, Schwedischer Ardenner und Sächsisch-Thüringisches Kaltblut. Die Zuchtpopulation liegt bei etwa 8 Hengsten und 60 Stuten

Pfalz-Ardenner haben eine Widerristhöhe von ca. 152 bis 162 cm. Es gibt sie in den Farben Füchse, Braune, Rappen, Schimmel (Rapp-, Braun-und Fuchsschimmel).

Literatur und Internetquellen

  1. PFERDEZUCHTVERBAND RHIEBLAND-PFALZ-SAAR E. V.

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Shire Horse und Clydesdale

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Clydesdale Horse (Equus ferus f. caballus) in Victor Harbor, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Shire Horse (Equus ferus f. caballus) im Thüringer ZooPark Erfurt © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Für Shire und Clydesdale Horses (Equus ferus f. caballus) typischer Kötenbehang © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Wilhelm der Eroberer brachte im Jahr 1066 für die damalige Zeit große Pferde mit einem Stockmaß von etwa 150 cm mit nach Britannien. Die guten Hengste dienten als Kavalleriepferde, die weniger guten und die Stuten wurden zur Arbeit verwendet. Mit dem Verschwinden der Ritter wurden die Pferde nur noch für Zug und Arbeit eingesetzt und daher auf Größe und Stärke selektioniert. Durch Einkreuzen von holländischen Pferden entstand im 17. Jahrhundert in Ostengland das "Black Horse", ein schweres Zugpferd von dunkler Farbe. Die belegte Geschichte des Shire Horse beginnt im Jahr 1755 mit dem “Packington Blind Horse” einem Hengst, der bis 1770 zur Zucht eingesetzt und damit zu einem der Urväter der Rasse wurde. Im 19. Jahrhundert setzte trotz steigendem Bedarf an Arbeitspferden ein Niedergang der Rasse ein, weil die besten Pferde nach dem Kontinent exportiert wurden sowie nach Schottland, wo sie als "Clydesdale" weitergezüchtet wurden. Im Jahr 1878 wurde daher die Englische Shire Horse Society gegründet, deren wichtigstes Ziel die allgemeine Qualitätssteigerung und Konsolidierung der Wagen- und Zuchtpferde war, die fortan als „Shire Horse“ bezeichnet wurden [2; 3].

Das Shirehorse ist ein riesiges, muskulöses, kaltblütiges Arbeitspferd mit einem gutmütigen Charakter und ruhigem Temperament. Es hat eine minimale Widerristhöhe von 172 cm, einen klobigen Kopf mit kleinen Ohren, eine dichte, lange Mähne, einen hoch angesetzten, dicht behaarten Schweif und einen enormen Kötenbehang, der an 1-4 Füssen reinweiß und seidig sein sollte [1; 3].

Literatur und Internetquellen

  1. NISSEN, J. (1961)
  2. PACKINGTON VILLAGE HISTORY GROUP
  3. SHIRE HORSE SCHWEIZ

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 Neue Rasse: Süddeutsches Kaltblut

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Süddeutsches Kaltblut (Equus ferus f. caballus) im Oberschwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Süddeutsches Kaltblut (Equus ferus f. caballus) im Oberschwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Süddeutsche Kaltblut ist eng verwandt mit dem Noriker, einer sehr alten Rasse, die ihren Ursprung in der römischen Provinz Noricum (heute Slowenien, Österreich, Bayern) hatte. Die Bezeichnung „Süddeutsches Kaltblut“ gibt es erst, seit Mitte des 20. Jahrhunderts eine eigenständige Zuchtlinie mit eigenen Zuchtzielen geschaffen wurde. Das Zuchtbuch wird vom Landesverbands Bayerischer Pferdezüchter e.V. geführt, der nicht nur für ganz Deutschland, sondern auch für 8 weitere EU-Staaten und die Schweiz zuständig ist. Es ist offen, bei den Hengsten können solche der Rassen Sächsisch-Thüringisches Schweres Warmblut, Englisches Vollblut und Noriker (Österreichisches Kaltblut) hereingenommen werden.

Das Süddeutsche Kaltblut ist ein mittelschweres, leichtfüßiges Pferd mit einem Stockmaß von 160-167 cm. Es kommt hauptsächlich in der Farbe Fuchs mit hellem Langhaar vor, ferner gibt es Braune, Rappen, Schimmel und Tiger. Es ist vielseitig verwendbar und wird heute weniger in der Landwirtschaft eingesetzt, als zu Freizeitreiten, Dressur, Reittherapie und Fahrsport. Bei der Zucht wird daher nebst ausgeglichenem Temperament, guter Umgänglichkeit, Hufgesundheit und Fruchtbarkeit immer mehr Wert auf Wendigkeit und Eleganz gelegt.

2018 hatte der Verband 142 Hengste und 1'823 Stuten registriert. Nach Zootierliste (2022) wird die Rasse (einschließlich Noriker) in etwa einem Dutzend deutschen und österreichischen Einrichtungen gezeigt.

Literatur und Internetquellen

  1. CAVALLUNA
  2. LANDESVERBAND BAYERISCHER PFERDEZÜCHTER E. V.
  3. NISSEN, J. (1961)

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Gelesen 221 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 01 Juni 2022 09:51
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx