Fasanenartige

Grosshuhnrassen

Brahmahennen (Gallus gallus f. dom.) im Tierpark Senftenberg Brahmahennen (Gallus gallus f. dom.) im Tierpark Senftenberg
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Hühnervögel (GALLIFORMES)
Unterordnung: Fasanenverwandte (PHASIANI)
Familie: Fasane und Feldhühner (Phasianidae)
Unterfamilie: Fasane (Phasianinae)

D NB650

Großhuhnrassen

Gallus gallus f. dom. • Large Chicken Breeds • Grandes races de la poule domestique

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 Neue Rasse: Appenzeller Barthuhn

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Appenzeller Barthuhn (Gallus gallus f. dom.) Hahn im Wildpark Roggenhausen, Aarau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Appenzeller Barthuhn (Gallus gallus f. dom.), Henne im Wildpark Roggenhausen, Aarau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Appenzeller Barthuhn entstand um 1860 im Ostschweizer Alpenraum durch die Kreuzung von Rebhuhnfarbigen Italienerhühnern mit bart- und rosenkammtragenden Rassen, um einen kälteresistenten und legefreudigen Hühnertyp zu erzielen. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Bestand dramatisch ab und die Rasse drohte auszusterben. 1985 startete ProSpecieRara zusammen mit den letzten verbliebenen Züchtern ein Erhaltungszuchtprogramm.

Auffälligstes Merkmal des Appenzeller Barthuhns ist der von beiden Geschlechtern getragene Bart. Rassetypisch ist auch der breite, kräftig rote Rosenkamm mit ausgeprägten Perlen. Nach Zuchtziel sollen keine sichtbaren Kehllappen vorhanden sein. Der ursprüngliche Farbschlag war schwarz, danach entstanden die rebuhnhalsigen und später die blauen (grauen) Barthühner. Bei allen Farbschlägen ist die Beinfarbe blau bis dunkelgrau. Der Geschlechtsdimorphismus ist stark ausgeprägt: der Hahn weist kräftigere Farben und einen prominenten, sichelförmigen Schwanz auf, während die unscheinbare Henne vor allem durch ihre deutliche Brustwölbung auffällt. Hähne wiegen etwa 2.0-2.3 kg, Hennen 1.6-1.8 kg. Die Legeleistung in der ersten Legeperiode liegt bei etwa 150-190 weißen, ca. 55 g schweren Eiern.

In Zoos ist das Appenzeller Barthuhn nur selten und hauptsächlich in der Schweiz anzutreffen

Literatur und Internetquellen:

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Appenzeller Spitzhaubenhuhn

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Appenzeller Spitzhaubenhahn (Gallus gallus f. dom.) im Zoo Hasel, Rüfenach © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Appenzeller Spitzhaubenhennen (Gallus gallus f. dom.) im Natur- und Tierpark Goldau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Die Appenzeller Spitzhaube wurde vermutlich schon im 15. Jahrhundert aus französischen und niederländischen Haubenhühnern herausgezüchtet. Im 20. Jahrhundert wurde die Rasse sehr selten und wurde vor allem noch im Appenzellerland gehalten. Ab 1983 nahm sich "Pro Specie Rara" der Rasse an. Seitdem nahm der Bestand der lebhaften Hühner wieder zu, und die Rasse ist heute in der ganzen Schweiz verteilt.

Die Spitzhauben sind kleine bis mittelgrosse, zierlich gebaute Hühner. Beide Geschlechter tragen eine schmale, nach vorn gerichtete Federhaube, die an die Haube der Appenzeller Sonntagstracht erinnert. Der Hörnerkamm ist bei den Hennen nur schwach ausgeprägt und häufig von der Haube verdeckt.Es gibt die Farbschläge «Gold», «Gold-Schwarz getupft», «Reinweiß», «Reinschwarz», «Silber-Schwarz getupft»,«Blau» sowie «Chamois-Weiß getupft». Die Hennen legen pro Jahr gut 150 weißschalige, ca. 55 g schwere Eier.

Nach Zootierliste (2022) ist die Appenzeller Spitzhaube in gegen 30 Einrichtungen hauptsächlich im deutschsprachigen Raum zu sehen.

Literatur und Internetquellen:

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 Neue Rasse: Augsburgerhuhn

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Augsburgerhahn (Gallus gallus f. dom.) im Oberschwäbischen Bauernhofmuseum, Illerbeuren © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Augsburgerhenne (Gallus gallus f. dom.) im Oberschwäbischen Bauernhofmuseum, Illerbeuren © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Augsburgerhahn mit Hennen (Gallus gallus f. dom.) im Oberschwäbischen Bauernhofmuseum, Illerbeuren © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Augsburger Huhn entstand um 1870 aus der Kreuzung von französischen La Flèche-Hühnern mit italienischen Lamottas durch einen Züchter aus der Augsburger Gegend. Es ist die einzige Hühnerrasse, die ihren Ursprung in Bayern hat. Als gut an das rauhe Klima angepasstes Zwiehuhn verbeitete es sich rasch in Bayern, im Schwarzwald und im Stuttgarter Raum. 1940 wurde der „Sonderverein der Züchter des Augsburger Huhnes“ gegründet. Da das Augsburger wirtschaftlich mit den in der intensiven Lanwirtschaft gefragten Hybridhühnern nicht mithalten konnte, nahmen die Bestände ab, und um 1990 war es fast ausgestorben.  Dank dem heutigen "Sonderverein der Züchter des Augsburger Huhnes und der Zwerg-Augsburger" und dem 2010 gegründeten "Förderverein Augsburger Huhn" konnte die Rasse erhalten werden. Trotz zunehmender Bestände gilt sie aber immer noch als extrem gefährdet (Kategorie I der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.).

Das Augsburger Huhn ist frühreif und frohwüchsig. Hauptsächliches Merkmal ist der sogenannte Becherkamm. Dieser steht beim Hahn aufrecht, beginnt vorn am Schnabel einfach und teilt sich nach dem 1. oder 2. Zacken. Die Kehllappen sind mittelgroß und dünn, die ovalen Ohrscheiben weiß. Von der Rasse gibt es zwei Farbschläge: den originalen mit reinschwarzem Gefieder mit sattem Grünglanz und den in der ehemaligen DDR entstandenen blau-schwarzgesäumten. Hähne haben ein Gewicht von 3.0 kg, Hennen von 2.5 kg. Die Legeleistung liegt in den ersten zwei Jahren bei etwa 180 weissen, ca. 58 g schweren Eiern.

Die Zoohaltung des Augsburgerhuhns beschränkt sich auf wenige Einrichtungen in Deutschland.

Literatur und Internetquellen:

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Ayam Cemani-Huhn

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Cemani-Hahn (Gallus gallus f. dom) im Zoologisch-Botanischen Garten Mülhausen im Elsass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Cemani-Hahn (Gallus gallus f. dom) im Zoo Heidelberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Cemani-Henne (Gallus gallus f. dom) im Zoo Heidelberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Cemanihuhn stammt ursprünglich aus Java und war auch auf anderen indonesischen Inseln verbreitet. In Europa ist es seit den 1920er-Jahren bekannt. Der gegenwärtige europäische Bestand geht auf eine Ersteinfuhr im Jahr 1998 zurück. Seit 2003 ist es in den Niederlanden, seit 2006 in Deutschland als Rasse anerkannt. Es gibt zwei reinrassige Blutlinien und eine dritte, in die Sumatrahühner eingekreuzt wurden. In ihrem Ursprungsgebiet gelten Ayam Cemani als mystische Tiere, die von Schamanen zu rituellen Zwecken oder auch zur Heilung von Krankheiten eingesetzt werden.

Das Ayam Cemani ist ein kleines Zweinutzungshuhn mit Kampfhuhneinschlag. Die Hähne werden 2, die Hennen 1.4 kg schwer. Es hat nicht nur ein schwarzes Gefieder, sondern auch Kamm und Kehllappen, Augen,  Haut,  Fleisch, Knochen, Krallen und beinahe auch das Blut sind pechschwarz. Dem zugrunde liegt eine genetisch fixierte, Fibromelanosis genannte, übermäßige Pigmentierung, die vor mehreren hundert Jahren durch eine Mutation in Südostasien entstand und heute bei mehr als 25 Rassen vorkommt. Die Legeleistung liegt im 1. und 2. Jahr bei je 120 weißschaligen, ca. 45 g schweren Eiern. Die Hennen haben einen ausgeprägten Bruttrieb.

In Zoos ist das Ayam Cemani recht beliebt, es wird nach Zootierliste (2022) in etwa 40 Einrichtungen gezeigt. Von diesen befinden sich über die Hälfte im deutschsprachigen Raum.

Literatur und Internetquellen:

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 Neue Rasse: Bergischer Schlotterkamm

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Bergischer Schlotterkamm (Gallus gallus f. dom.), Hahn im Zoo Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Bergischer Schlotterkamm (Gallus gallus f. dom.), Henne im Zoo Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Bergischer Schlotterkamm (Gallus gallus f. dom.), Hahn im Zoo Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Bergischen Schlotterkamm gehören zu den ältesten deutschen Hühnerrassen. Er entstand, wie vermutet wurde, im 18. Jahrhundert im Herzogtum Berg aus der Kreuzung von Bergischen Krähern und eingeführten spanischen Hühnerrassen. Das ist aber nicht gesichert. Bis zum Jahr 1896 hatten sich vier Farbschläge entwickelt. Heute ist er mit einem Bestand von rund 300 Tieren als "extrem gefährdet" in Kategorie I  der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. aufgeführt.

Der Bergische Schlotterkamm ist ein mittelgroßes, wetterfestes Nutzhuhn mit langgestrecktem kastenförmigen Körper und einfachem Kamm. Er wird in in den Farbschlägen schwarz, schwarz-weißgedobbelt, schwarz-gelbgedobbelt und gesperbert gezüchtet. Das Gewicht der Hähne liegt zwischen 2.0 und 2.75 kg, das der Hennen zwischen 1.75 und 2.25 kg . Der Name "Schlotterkamm" bezieht sich auf den Kamm der Hennen, der nicht einseitig tief am Scheitel herunterhängen, sondern sich mal auf dieser, mal auf jener Seite des Kopfes befinden soll. Während der ersten Legeperiode produzieren die Hennen 160-200 weiße Eiern mit einem Gewicht von 55 g, danach nimmt die Eizahl ab und das Eigewicht bis 60 g zu.

Nach Zootierliste (2022) sind Bergische Schlotterkämme in 10 Einrichtungen in Deutschland zu sehen, hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen und Rheinland Pfalz.

Literatur und Internetquellen:

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Brahmahuhn

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Brahmahahn (Gallus gallus f. dom.) im Tierpark Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Brahmahenne (Gallus gallus f. dom.) im Tierpark Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Brahmahuhn (Gallus gallus f. dom.) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Brahmas sind imposante Riesenhühner mit typischen Fersenstulpen und Zehenlatschen. Ihr Ursprung ist bis heute nicht geklärt. Es wird angenommen, dass die Rasse aus einer Kreuzung von Cochin-, Malaien- und Chittagong-Hühnern entstanden ist. Angeblich geht der heutige Bestand auf Hühner zurück, die einigen Matrosen am New Yorker Hafen abgekauft wurden. Die Rasse etablierte sich zuerst in Amerika, ab 1850 verbreitete sie sich in Europa, wobei der Adel maßgeblich zu ihrer Popularität beitrug.

Hähne erreichen ein Gewicht von 5 kg und eine Höhe von über 70 cm, Hennen werden 4.5 kg schwer. In Deutschland sind 9 Farbschläge anerkannt: weiß-schwarz, silberfarbig-gebändert, gelb-schwarzcolumbia, rebhuhnfarbig-gebändert, blau-rebhuhnfarbig-gebändert, blau, schwarz, gelb-blaucolumbia und blau-silberfarbiggebändert mit Orangerücken Kamm-, Ohr- und Kehllappen sind in allen Farbschlägen rot. Der Kamm ist wenig ausgeprägt. Die Legeleistung liegt im ersten Jahr bei gut 140, im zweiten Jahr bei etwa 100 gelbbraunen, ca. 55 g schweren Eiern. Die Brahma-Hennen haben einen guten Bruttrieb und sind ihren Küken gute Mütter. Da diese langsam wachsen, sollte ein Schlupf im Frühjahr angestrebt werden.

Im Zoo gehört das Brahmahuhn zu den beliebtesten Hühnerrassen, es wird nach Zootierliste (2022) in etwa 150 Einrichtungen gezeigt. Von diesen befinden sich gegen 100 im deutschsprachigen Raum.

Literatur und Internetquellen:

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Deutsches Lachshuhn

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Deutsches Lachshuhn (Gallus gallus f. dom.), Hahn im Vogelpark Viernheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Hahn und Hennen des Deutsches Lachshuhn (Gallus gallus f. dom.) im Tierpark Bad Mergentheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Vorfahre des Deutschen Lachshuhns ist das französische Faverolles, das im 19. Jahrhundert ein uneinheitliches Gemisch aus einem Landhuhn und eingekreuzten Mastrassen darstellte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde zuerst in England ein einheitlicher Ausstellungstyp gezüchtet. 1915 wurde es in Deutschland zum Lachshuhn und nach dem 2. Weltkrieg zum Deutschen Lachshuhn, einem typischen Zwiehuhn mit einer guten Legeleistung bei gleichzeitig hervorragender Mästbarkeit.

Das Deutsche Lachshuhn ist ein kräftiges Huhn, mit vollem und breitem, aber nicht plump wirkenden Körper. Hähne erreichen ein Gewicht von 3-4, Hennen von 2.5-3 kg. Zeichen für Reinrassigkeit sind Bart, befiederte Außenzehen und fünf Zehen anstatt der üblichen vier. Es gibt mehrere Farbschläge, von denen in Deutschland neben dem lachsfarbigen, bei dem das Gefieder der Hähne aber überwiegend schwarz ist, auch der weiße und weiß-schwarz-columbia-farbige anerkannt sind. Die Legeleistung liegt in den beiden ersten Jahren bei je 140-160 braunen, ca. 55-60 g schweren Eiern. Die Hennen haben einen ausgeprägten Bruttrieb.

Nach Zootierliste (2022) wird das Deutsche Lachshuhn in etwa 30 Einrichtungen gezeigt. Diese  befinden sich mit wenigen Ausnahmen im deutschsprachigen Raum.

Literatur und Internetquellen:

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Faverolles-Huhn

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Faverolles-Hahn (Gallus gallus f. dom.) im Schweizerischen Freilichtmuseum Ballenberg, Hofstetten bei Brienz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Faverolles-Henne (Gallus gallus f. dom.) im Schweizerischen Freilichtmuseum Ballenberg, Hofstetten bei Brienz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Französische Faverolleshuhn entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts um die Gemeinde Faverolles im Département Eure-et-Loir aus heimischen Landhühnern durch Einkreuzen schwerer Fleischrassen wie Brahma, Dorking, Crève-Coeur, Houdan, Coucou de Rennes sowie, möglicherweise, Cochin und Langschan.

Das Faverolles ist ein großes, kräftiges Huhn, bei dem der Hahn 4 kg, die Hennen 3.5 kg schwer wird. Es hat ein dichtes Gefieder mit Bart und üppiger Halskrause. Brust, Bauch und Rücken sind auffallend breit. Es gibt nur zwei Farbschläge: hell-lachsfarben und gesperbert. Bei beiden sind die Augen orange, die Gesichtshaut ist rot, aber unter dem üppigen Kopfgefieder kaum zu sehen, die befiederten Läufe sind hell. Auffallend sind die fünf Zehen. Der rote Einfachkamm ist bei der Henne nur schwach ausgeprägt und deutlich blasser, als beim Hahn. Obwohl primär eine Fleischrasse, ist die Legeleistung mit rund 160 Eiern zu 55-60 g pro Legeperiode recht gut. Die Henne ist eine sehr zuverlässige Brüterin die ihre Küken nach dem Schlupf mit Hingabe führt.

Faverolles sind in Zoos recht selten.

Literatur und Internetquellen:

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Houdan

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Houdan-Hahn (Gallus gallus f. dom.) im Bodenseezoo Reutemühle © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Houdan-Henne (Gallus gallus f. dom.) im Bodenseezoo Reutemühle © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Houdan-Huhn entstand im 19. Jahrhundert im französischen Département Seine-et-Oise durch Einkreuzen von normannischen Crève-Coeurs in die lokale Landrasse. Zuchtziel war ein schnellwachsendes, schweres Huhns mit hervorragenden Fleischqualitäten. Als die ersten Houdan Hühner um 1850 nach England kamen, nahm man sich der Verbesserung und Vereinheitlichung ihres äußeren Erscheinungsbildes an. Später wurden auch Einkreuzungen mit Dorkings getätigt, um noch mehr Gewicht zu bekommen. Der Name «Houdan-Huhn» ist darauf zurückzuführen, dass die Hühner hauptsächlich über den Markt des Städtchens Houdan im Département Yvelines gehandelt wurden.

Der Körperbau der Houdans ist schwer und massig. Hähne erreichen ein Gewicht von 3.5, Hennen von 3 kg. Ihr auffälligstes Merkmal ist die große, volle Haube sowie der deutlich dreigeteilter Bart. Zwei Backenbärtchen umrahmen die Kehllappen des Hahns und säumen den großen Mittelteil des Bartes. Der Kamm bildet sich aus zwei Einzelkämmen, die an ihrem Grund miteinander verbunden sind und deren äußerer Rand einen gewellten Kelch bildet. Die Legeleistung liegt bei 160 weißen, ca. 53 g schweren Eiern. Die Hennen haben einen ausgeprägten Bruttrieb.

Houdans gibt es nur in sehr wenigen Zoos.

Literatur und Internetquellen:

HÜHNER-HALTUNG

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Italiener

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Italiener-Henne (Gallus gallus f. dom.) im Römischen Haustierpark Augst, Kanton Baselland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Italiener-Henne (Gallus gallus f. dom.) im Siky-Park, Crémines © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Italiener-Henne (Gallus gallus f. dom.) im Römischen Haustierpark Augst, Kanton Baselland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Die wildhuhnfarbigen Vorfahren des Italiener-Huhns kamen vermutlich schon mit den Römern nach Mitteleuropa. Die heutige Rasse entstand Mitte des 19. Jahrhunderts aus verschiedenen italienischen Landhuhnschlägen; nach Deutschland wurde sie 1870 erstmals eingeführt. Zuchtziel war ein frohwüchsiges, frühreifes Legehuhn, das über viele Jahre eine gleichbleibende Leistung bringt. Das bekannte Leghorn ist im Prinzip ein weißer Schlag der in den USA aus dem Italienerhuhn gezüchtet wurde. Im deutschsprachigen Raum gelten aber Italiener und Leghorn als eigenständige Rassen, wobei vom Italiener 21 Farbschläge anerkannt sind, von denen 12 seit 2013 auf der Roten Liste stehen. Dass dem so ist liegt daran, dass die ursprünglichen Legerassen zunehmend durch Legehybriden verdrängt wurden.

Das Italiener-Huhn ist lebhaft, wendig, zutraulich und ein guter Flieger. Es hat eine aufrechte Körperhaltung. Die Augen sind bei allen Farbschlägen rot, ebenso die Kehllappen und das ungefiederte Gesicht. Die Ohrscheiben sind weiß, der Schnabel ist gelb oder hornfarben. Der Kamm ist entweder ein Stehkamm mit bis zu fünf Zacken oder ein geperlter Rosenkamm. Das Gefieder liegt fest am Körper an. Hahn und Henne sind sich im Erscheinungsbild sich ähnlich. Hähne werden 3 kg, Hennen 2.5 kg schwer. Die Legeleistung pro Legeperiode liegt über mehrere Jahre bei etwa 180-200 weißen Eiern mit einem Gewicht von 55-60 g. Der Bruttrieb der Hennen ist schwach entwickelt und sie kümmern sich meist auch nicht besonders eifrig um ihre Küken.

Nach Zootierliste (2022) wird das Italienerhuhn in etwa 25 Einrichtungen gezeigt. Diese  befinden sich hauptsächlich im deutschsprachigen Raum.

Literatur und Internetquellen:

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Orpington

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Orpingtonhahn (Gallus gallus f. dom.) im Schweizerischen Freilichtmuseum Ballenberg, Hofstetten bei Spiez © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Orpingtonhenne (Gallus gallus f. dom.) imBodenseetoo Reutemühle, Überlingen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Orpingtonhennen (Gallus gallus f. dom.) im Schweizerischen Freilichtmuseum Ballenberg, Hofstetten bei Spiez © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Orpingtonhuhn ist ein schweres, kompaktes Zweinutzungshuhn, welches gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus der Kreuzung von Croad-Langschan-, Minorka-, Plymouth Rock-Hühnern und weiteren Rassen in England entstand. Um 1888 wurde die neue Rasse erstmalig in Deutschland vorgestellt. Es gibt sie in zahlreichen Farben, von denen die ursprünglichen Farbschläge: blau-gesäumt, braun-porzellanfarbig, gelb, gestreift, rebhuhnfarbig gebändert, rot, schwarz, schwarz-weißgescheckt und weiß auf der Roten Liste von GEH und BDRG stehen.

Orpingtons haben einen großen, massigen und tiefen Rumpf. Hähne erreichen ein Gewicht von 4 kg, Hennen von 3.5 kg.Sie sind stark befiedert und haben einen vollen Flaum, was sie breit erscheinen lässt. Die Farbschläge schwarz und gelb kommen auch mit Rosenkamm vor. Hennen legen in den ersten beiden Jahren bis zu 180 gelb- bis bräunlichschalige Eier mit einem mittleren Gewicht von 53-55 g. Sie sind gute Brüter. Orpingtons sind schlechte Flieger und können einen Zaun von 1.30 m Höhe kaum überflattern.

Die Rasse ist in 30-50 europäischen Zoos vertreten, von denen sich etwa ein Dutzend im deutschsprachigen Raum befinden. Neben der großen Rasse gibt es auch das in Deutschland entstandene Zwergorpington, das in Zoos nur selten zu sehen ist.

Literatur und Internetquellen:

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Paduaner

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Chamois-weißgesäumter Paduanerhahn (Gallus gallus f. dom.) im Zoo de Monaco © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Paduaner (Gallus gallus f. dom.) im Bodenseezoo Reutemühle, Überlingen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Paduaner Huhn ist ein leichtes Landhuhn von mittlerer Größe mit aufrechtem Gang. Vermutlich stammt es von russischen Barthaubenhühnern ab, die in Oberitalien weiter veredelt wurden. Eventuell bestand in England eine  zweite Zuchtbasis mit Haubenhühnern aus Polen. Paduaner sind zugelassen in den Farbschlägen Schwarz, Silber, Gold, Chamois, Blau, Perlgrau und Gesperbert. Typische Merkmale sind die üppige Federhaube und der dichte Bart sowie das bei den meisten Schlägen enganliegende, glänzende Federkleid.

Die Hähne haben einen langen Hals, die Hennen sind etwas gedrungener und haben eine waagerechtere Körperhaltung. Das Gewicht der Hähne liegt im Mittel bei 2-2.5 kg, die Hennen werden meist 1.5-2 kg schwer. Obwohl Paduaner zu den reinen Zierhühnern gezählt werden, produzieren sie während einer Legeperiode bis zu 120 weißschalige Eier mit einem Gewicht von 45- 50 g. Der Bruttrieb ist gering entwickelt, sodass die Eier meist Hennen anderer Rassen untergeschoben werden.

Nach Zootierliste (2022) wird das Paduanerhuhn in etwa 25 Einrichtungen gezeigt. Diese  befinden sich hauptsächlich im deutschsprachigen Raum.

Literatur und Internetquellen:

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Schwedisches Blumenhuhn (Skånsk blommehöna)

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Schwedisches Blumenhuhn (Gallus gallus f. dom.), Hahn in Skansens Djurpark © Udo Schroeter. Übernommen aus flickr unter Attribution-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0) License

 

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Schwedische Blumenhühner (Gallus gallus f. dom.) in Privathaltung in der Schweiz © Toblers Pinzgauer (https://www.toblerspinzgauer.ch)

 

Das Schwedische, richtiger Schonische, Blumenhuhn ist eine alte schwedische Landrasse, die man um 1970 schon ausgestorben glaubte bis im Dorf Vomb in Schonen eine der letzten Herden entdeckt wurde. Der heutige Bestand geht auf drei Haltungen auf Bauernhöfen in Vomb, Tofta und Esarp zurück. Heute wird die Rasse von etlichen hundert Haltern gezüchtet und ist auch außerhalb Schwedens, etwa in Dänemark, Deutschland und der Schweiz verbreitet.

Es gibt zwar Richtlinien, aber keinen eigentlichen Standard für die Rasse. Beim Blumenhuhn erreichen die Hähne ein Gewicht von 2.5-3.5 kg, die Hennen von 2-2.5 kg. Kein Tier sieht aus wie das andere. Die Grundfarben sind Schwarz, Blau, Grau, Braun, Wildfarben oder Gelblich. Die Federspitzen sind weiß und erzeugen das typische Blumenmuster. Die Beine sind gelb oder fleischfarben. 30-40% der Tiere tragen einen Schopf. Die Hennen beginnen mit 20-22 Wochen zu legen, ihre Leistung liegt bei 150-200 cremefarbigen, 45-70 g schweren Eiern pro Jahr.

Die Blommehöna ist außerhalb Schwedens nur in wenigen Zoos zu sehen.

Literatur und Internetquellen:

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Schweizerhuhn

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Schweizerhahn (Gallus gallus f. dom.) im Freilchtmuseum Ballenberg, Hofstetten bei Brienz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Schweizerhuhn (Gallus gallus f. dom.) im Parc animalier de Sauvabelin bei Lausanne © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Schweizerhuhn (Gallus gallus f. dom.), Junghenne im Parc animalier de Sauvabelin bei Lausanne © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Schweizerhuhn von einem Halter in Amriswil (Kt. Thurgau) aus verschiedenen Rassen, hauptsächlich weißen Orpington und Wyandotten, als typisches Zweinutzungshuhn gezüchtet. 1910 wurde ein Rassestandart aufgestellt. Die neue Rasse und erlangte grosse Bedeutung in der Schweiz, wo sie ihre Blütezeit vor und während des zweiten Weltkriegs hatte. Mit fortlaufender Industrialisierung der Landwirtschaft wurde sie durch Hybridhühner verdrängt. 1971 gab es nur noch 6 organisierte Züchter. Als Pro Specie Rara 1991 ein Programm zur Rettung der Rasse startete, waren kaum noch mehr als 50 Tiere aufzutreiben. Seitdem entwickelt sich der Bestand erfreulich positiv.

Das Schweizerhuhn, von dem es auch eine Miniaturform gibt, ist eine nur in weißer Farbe auftretende, mittelgroße, widerstandsfähige Rasse mit waagrechter Haltung, anliegendem Gefieder, relativ kleinen Kehllappen und dunkelrotem, geperltem Rosenkamm, der nach hinten dornartig ausläuft. Die Tiere sind ruhig, zutraulich, frohwüchsig und langlebig. Die Hähne wiegen 2.8-3.5 kg, die Hennen 2.4-2.8 kg. Als Zweinutzungshühner lassen sich die Hähne mästen, und die Hennen sind recht gute Legetiere, die pro Jahr 170 bis 200 mindestens 55 g schwere Eier legen. Die Eier sind crèmefarbig und zeigen manchmal einen leicht lila Schimmer mit weißen Punkten.

Das Schweizerhuhn wird nur in wenigen Zoos und ausschließlich in der Schweiz gehalten.

Literatur und Internetquellen:

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Seidenhuhn

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Seidenhuhn (Gallus gallus f. dom.) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Seidenhuhn (Gallus gallus f. dom.) im CERZA Zoo, Lisieux © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Seidenhuhn (Gallus gallus f. dom.) auf der Pfaueninsel, Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

Das Japanische Seidenhuhn entstand vermutlich vor über 2'500 Jahren in Asien. Es war bereits Aristoteles, bekannt, im Mittelalter brachte Marco Polo Kunde über diese eigenartige Hühnerrasse nach Europa, und 1557 beschrieb es der Zürcher Stadtarzt und Naturforscher Conrad Gessner in seinem Vogelbuch. Nebst der ohnehin schon kleinen Normalvariante gibt es ein Zwergseidenhuhn und von beiden noch solche mit Bart.

Charakteristisch ist das seidige, flauschige Gefieder, das dadurch zustande kommt, dass die Federstrahlen der Konturfedern keine Haken aufweisen. Eine andere Besonderheit besteht darin, dass nicht nur die Läufe, Augen, Schnabel, Kehllappen und der warzenförmige Rosenkamm, sondern auch die Haut, Knochen, und Organe blauschwarz sind. Die Farbe des auch die Läufe bedeckenden Gefieders ist variabel, es gibt mittlerweile 7 Farbschläge, die Ohrscheiben sind türkisblau. Hähne erreichen ein Gewicht von 1.4-1.7 kg, Hennen von 1-1.4 kg. Die Hennen fangen mit 6 Monaten an zu legen. In einer Legeperiode bringen sie es auf etwa 80-100 cremefarbene oder braune Eier mit einem Gewicht von 35-40 g. Sie sind ausgezeichnete Brüterinnen, Mütter und Ammen. Weil Seidenhühner nicht fliegen können, sollten die Sitzstangen nur etwa 30 cm über dem Boden angebracht werden, und ein 60 cm hoher Zaun reicht als Absperrung.

Literatur und Internetquellen:

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 Neue Rasse: Strupphuhn

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Strupphahn (Gallus gallus f. dom.) mit Hennen im Heimatnaturgarten Weißenfeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Strupphahn (Gallus gallus f. dom.) im Heimatnaturgarten Weißenfeld © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Das Strupphuhn heißt so, weil es ein struppiges, mit nach allen Seiten abstehenden Federn versehenes Federkleid besicht. Wo es herstammt, ist nicht gesichert. In England gab es schon zum Ende des 17. Jahrhunderts "Frizzles" genannte Strupphühner. Auch auf dem europäischen Kontinent und in Südostasien traten seit Jahrhunderten immer wieder Hühner mit struppigem Federkleid auf. Der erste Rassestandard wurde 1874 in den USA festgelegt. In Deutschland wurde die Rasse erst 2002 anerkannt.

Strupphähne haben  ein Gewicht von ca. 3.5 kg, Hennen von 2.5 kg. Das Strupphuhn ist eine sehr robuste und gut für die Freilaufhaltung geeignete Legerasse, das in den ersten beiden Legeperioden je ca. 130 cremfarbene oder gelbbräunlichr Eier mit einem Gewicht von 58-60 g produziert. Es gibt bzw, gab eine Reihe von Farbschlägen. In Deutschland sind deren vier anerkannt: schwarz, blau, weiß und gesperbert. Es gibt rein- und spalterbige Strupphühner und auch solche mit glattem Federkleid. Neben dem großen Strupphuhn gibt es auch eine verzwergte Form.

Nach Zootierliste (2022) wird das Strupphuhn in etwa 12 Einrichtungen, mehrheitlich im deutschsprachigen Raum, gezeigt.

Literatur und Internetquellen:

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 Neue Rasse: Thüringer Barthuhn

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Thüringer Barthahn (Gallus gallus f. dom.) im Tierpark am See, Ilmenau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Thüringer Barthahn (Gallus gallus f. dom.) im Tierpark Senftenberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Thüringer Barthahn und -henne (Gallus gallus f. dom.) im Tierpark Senftenberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Thüringer Barthuhn entstand höchstwahrscheinlich in der Kleinstadt Ruhla im Thüringer Wald, wo es anscheinend bereits um 1750 bärtige Haubenhühner gegeben hat. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde es in Reinzucht gehalten, ab 1880 gab es einen ersten Zuchtverein für die damals "Thüringer Pausbäckchen" genannten Hühner, und 1907 wurde in Ruhla die “Vereinigung der Züchter Thüringer Barthühner“, der heutige, 1990  aus dem Zusammenschluss ost- und westdeutscher Vereinigungen entstandene “Sonderverein zur Erhaltung der Thüringer Barthühner und Thüringer Zwerg Barthühner e.V.“ gegründet. Die Rasse konnte sich aber nie überregional als Nutzhuhn etablieren und starb nach dem Zweiten Weltkrieg beinahe aus. Ab den 1970er Jahren nahm die Liebhaberzucht etwas zu. Mit weniger als 1'500 registrierten Zuchttieren gilt sie aber heute als gefährdet und wird in Kategorie III der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen aufgeführt.

Das Thüringer Barthuhn ist ein mittelgroßes Huhn mit einem kleinen Kamm. Die Kehllappen sind klein und werden von einem sehr vollen, länglich-runden Federbart verdeckt, der gleichmäßig und ungeteilt Kehle und Backen bedeckt. Nachdem mehrere Farbschläge ausgestorben sind, gubt es noch die Farben schwarz, weiß, blau, gelb, gesperbert, gold-schwarzgetupft, silber-schwarzgetupft, chamois-weißgetupft und rebhuhnfarbig. Das Gewicht des Hahns beträgt 2-2.5 kg, das der Henne 1.5-2 kg.  Die Legeleistung liegt bei 150 weißen Eiern mit einem Gewicht von ca. 53 g. Der Bruttrieb der Hennen ist bescheiden.

Nach Zootierliste (2022) wird das Thüringer Barthuhn in etwa 12 Einrichtungen in Deutschland gezeigt.

Literatur und Internetquellen:

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Vorwerkhuhn

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Vorwerkhahn (Gallus gallus f. dom) im Tierpark Cottbus © Klaus Rudloff, Berlin

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Vorwerkhenne (Gallus gallus f. dom) im Tierpark Bad Kösen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Vorwerkhenne (Gallus gallus f. dom) im Tiergarten Gotha © Klaus Rudloff, Berlin

Das Vorwerkhuhn wurde ab 1900 vom Hamburger Kaufmann Oskar Vorwerk aus der Kreuzung von Lakenfeldern, Gelben Orpingtons, heimischen gelben Ramelslohern sowie blauen Andalusiern erzüchtet mit dem Ziel, ein außergewöhnlich schönes Zweinutzungshuhn zu schaffen, das auch für die Repräsentation in den damaligen parkähnlichen Gärten der vorstädtischen Villenviertel geeignet war. Das Ergebnis war eine neue Rasse vom Landhuhntyp mit gleicher Farbe und Zeichnung in beiden Geschlechtern: goldgelber Körper, schwarzer Schwanz und Hals, schieferblaue Läufe, rotes Gesicht und weiße Ohrscheiben. Hähne werden bis 3, Hennen bis 2.5 kg schwer. Die Legeleistung liegt bei 180 gelben, ca. 60 g schweren Eiern pro Jahr. Die Hennen brüten oft nicht.

Nur wenige Vorwerkhühner überlebten den Zweiten Weltkrieg und die Rasse war dabei, auszusterben. 1999 wurden deshalb im Haustierpark Arche Warder ein Zuchtring und ein Zuchtbuch zu ihrer Erhaltung gegründet.

In Zoos ist das Vorwerkhuhn recht beliebt, es wird nach Zootierliste in etwa 65 Einrichtungen gezeigt.

Literatur und Internetquellen:

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Gelesen 672 mal Letzte Änderung am Dienstag, 05 Juli 2022 15:04
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx