Prachtfinken und Finken

Hausgimpel

Hausgimpel (Haemorhous mexicanus), Hahn an EXOTIS-Ausstellung Hausgimpel (Haemorhous mexicanus), Hahn an EXOTIS-Ausstellung
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Sperlingsvögel (PASSERIFORMES)
Unterordnung: Singvögel (OSCINES)
Familie: Finken (Fringillidae)
Unterfamilie: Stieglitzartige (Carduelinae)

D LC 650

Hausgimpel, Mexikanischer Karmingimpel

Haemorhous mexicanus • The House Finch • Le roselin familier

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Hausgimpel (Haemorhous mexicanus), Henne an EXOTIS-Ausstellung © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Hausgimpels (Haemorhous mexicanus)

 

 

 

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Hausgimpel (Haemorhous mexicanus), Henne In Privathaltung © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Hausgimpel (Haemorhous mexicanus), Paar in Privathaltung © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Hausgimpel (Haemorhous mexicanus), Hahn wildlebend in North Carolina. Bild: Ken Thomas. Public Domain.

 

 

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Der Haus- oder Mexikanische Karmingimpel ist ein nicht-gefährdeter nordamerikanischer Singvogel, der in Europa vorab in Privathand gehalten wird, aber auch in etlichen Zoos zu sehen ist.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Hausgimpel erreicht eine Gesamtlänge von (12-)13-15 cm und ein Gewicht von 16-27 g. Es besteht ein Geschlechtsdichromatismus: Beim Hahn ist das Gefieder braun mit dunkeln Streifen; an Scheitel, Überaugenstreif, Brust und Steiß weist er von allen Karmingimpeln das leuchtendste Rot auf. Dieses ist je nach Unterart unterschiedlich ausgedehnt und kann bei manchen Exemplaren durch Gelb ersetzt sein. Die Henne ist oberseits dunkler braun, die Unterseite ist hell mit dunkler Streifung [3; 5; 6].

Verbreitung

Nordamerika: Vom südlichen Kanada über die USA bis nach Mexiko. Eingeführt in Hawaii [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Hausgimpel besiedelt vorzugsweise halbtrockenes Buschland und kommt in offenem Waldland, Prärie, Halbwüsten, am Rand von Wüsten und im Chaparral vor. Er nutzt auch vom Menschen geschaffene Landschaften - Agrarland, Parks und Gärten. Er ernährt sich vor allem von Sämereien, nimmt aber auch anderes pflanzliches Material wie Knospen oder Blüten sowie Insekten zu sich. Gebrütet wird von Mitte März bis anfangs August. Es gibt in der Regel nur eine Jahresbrut. Das Gelege, bestehend aus (3-)4-6  blassblauen, spärlich gefleckten Eiern wird während 13-14 (12-17) Tagen allein von der Henne ausgebrütet, die während dieser Zeit vom Partner gefüttert wird. An der Jungenaufzucht beteiligen sich beide Eltern. Die Jungen verlassen das Nest im Alter von 12-19 Tagen [1; 2; 3; 4; 5].

Gefährdung und Schutz

Die auf der mexikanischen Insel San Benito endemisch gewesene Unterart H. m. macgregori ist Mitte 20. Jahrhundert ausgestorben. Ansonsten ist die Art nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN). Sie hat eine sehr weite Verbreitung und ihre Bestände haben in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Der Gesamtbestand wird auf 14.4 Millionen Vögel geschätzt [1; 2].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich im internationalen Tierhandel [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in über 30 Zoos gezeigt, von denen sich zwei Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt das Kleinvogel-Gutachten des BML von 1996 für ein Paar Karmingimpel einen Käfig mit den Mindestmaßen 120x50x50 cm (LxBxH) vor. Für jeweils 2-3 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 1 m² für bis zu 10 Vögel vorhanden sein.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) ist für ein Paar ein Käfig mit den Mindestmaßen 120x50x80 cm (LxBxH) erforderlich. Für jeweils 2 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Den Tieren sind Volieren mit natürlicher Bepflanzung von Sträuchern, Laubgehölzen und Koniferen einzurichten, was bei den vorgegebenen Käfigmaßen nicht möglich ist. Bei Schwarmhaltung ist auf ausreichende Versteckmöglichkeiten zu achten. Eine Badegelegenheit ist erforderlich. Die Vögel dürfen ganzjährig in Außenvolieren gehalten werden, sofern ihnen ein trockener und zugfreier Schutzraum oder überdachter geschützter Volierenteil zur Verfügung steht.

Gemäß Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 1.2.2022) ist für bis zu 4 Finken (explizit genannt nur der Kanarienvogel) ein Käfig mit einer Grundfläche von 2'400 cm²und einer Höhe von 500 cm mit Badegelegenheit vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Fläche um 500 cm² zu erhöhen

Taxonomie und Nomenklatur

Der Hausgimpel wurde 1776 vom deutschen Universalgelehrten Philipp Ludwig STATIUS MÜLLER unter der Bezeichnung "Fringilla mexicana" erstmals wissenschaftlich beschrieben. STATIUS MÜLLER hatte eine deutschsprachige Systematik des Tierreichs veröffentlicht, deren letzter Band eine große Anzahl an Erstbeschreibungen von Tierarten enthielt, darunter den Hausgimpel. Später kam die Art in die 1829 vom Darmstädter Naturforscher Johann Jakob von KAUP aufgestellte Gattung Carpodacus, die vor wenigen Jahren in mehrere Gattungen aufgeteilt wurde. Für mexicanus gilt jetzt die 1837 vom englischen Ornithologen und Künstler William SWAINSON aufgestellte Gattungsbezeichnung Haemorhous. Es wurden zahlreiche Unterarten beschrieben, von denen gegenwärtig eine ausgestorbene und 12 noch lebende anerkannt sind [3; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22720563A132001810. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22720563A132001810.en. Accessed on 17 December 2021.
  2. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2021) DATA ZONE - Haemorhous mexicanus
  3. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  4. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  5. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  6. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)

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Gelesen 3285 mal Letzte Änderung am Montag, 04 April 2022 14:28
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx