Kapregion

Fynbos

Silberbaum (Leucadendron conocarpodendron ), Kap der Guten Hoffnuing  Silberbaum (Leucadendron conocarpodendron ), Kap der Guten Hoffnuing
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

(10.1) Allgemeines
(10.1.1) Berg-Fynbos

(10.1.2) Küsten-Fynbos 
(10.1.2.1) Westküsten-Strandveld 

(10.1.2.2) Südküsten-Fynbos

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Southern africa fynbos
Karte der Gebiete, die mit Textbeiträgen oder Fotos vorgestellt werden: (1) Westküsten-NP, (2) Tafelberg-NP (3) De Hoop-NR. (a) Rocher-Pan-NR, (b) Fernkloof-NR, (c) Kleinmond-NR; (d) HSalmons-Dam-NR, (e) Kap-Agulhas-NP

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Allgemeines

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Heidekraut (Erica sp.) im Südküsten-Fynbos, Fernkloof-Naturschutzgebiet, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Silberbaum (Leucadendron argenteum), Silvermine-Naturschutzgebiet, heute Teil des Tafelberg-Nationalparks Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Königsprotee (Protea cynaroides), Kirstenbosch, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Flächenmässig und mit über 7’000 Pflanzenarten auch hinsichtlich Biodiversität ist die Kapheide, der Fynbos, das wichtigste Biom der Kapregion. Voraussetzungen sind Jahresniederschläge von 200-800 mm (stellenweise mehr), hauptsächlich im Winter, wasserdurchlässige, nährstoffarme Böden und das regelmäßige Auftreten von Buschfeuern. Großwild ist hier selten, aber die meisten endemischen Vogel-, Reptilien- und Amphibienarten leben im Fynbos.

Die wichtigsten Florenelemente des Fynbos sind Kap-Riedgräser (Restionaceae), Heidekrautgewächse (Ericaceae) und die zweihäusig getrenntgeschlechtigen Silberbaumgewächse (Proteaceae). Sehr häufig sind Korb-(Asteraceae) und Schmetterlingsblütler (Fabaceae) sowie verschiedene Zwiebelpflanzen (Amaryllidaceae, Colchidaceae, Hyacinthaceae, Iridaceae) und Orchideen (Orchidaceae). Ferner sind Vertreter von sieben endemischen oder beinahe endemischen Pflanzenfamilien charakteristisch (Bruniaceae, Geissolomaceae, Grubbiaceae, Penaeaceae, Retziaceae, Roridulaceae und Stilbaceae).

Darüber, wie der Fynbos weiter in verschiedene Vegetationstypen zu unterteilen sei, scheiden sich die Geister. Entweder wird dies anhand der dominierenden Pflanzenfamilien getan, oder aber es wird primär zwischen Küsten- und Berg-Fynbos unterschieden und danach eine weitere Unterteilung vorgenommen.

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Berg-Fynbos

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Berg-Fynbos am Burgers Pass, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Berg-Fynbos auf dem Cedarberg, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Proteen, Salmonsdam Nature Reserve, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Nadelkissen (Leucospermum sp.), Salmonsdam Nature Reserve, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Aspalathus sp. (Fabaceae), Berg-Fynbos, Cedarberg, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kapmanguste (Galerella pulverulenta) im Berg-Fynbos, Kirstenbosch, Kapstadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Puffotter (Bitis arietans), Cedarberg, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Dieser Vegetationstyp, der hauptsächlich auf Sandsteinböden, aber auch auf Granit oder Schiefer vorkommt und etwa von 300 m bis auf 2'200 m hinauf reicht, beginnt im Grenzgebiet von Nord- und Westkap bei Nieuwoudtville und Vanrhynsdorp, erstreckt sich südwärts über den Zederberg und die weiteren Gebirge bis zur Kap-Halbinsel und Hangklip und dann weiter Richtung Osten bis zu den Bergen in der Nähe von Grahamstown im Ostkap, die bereits außerhalb der botanischen Kapregion liegen. Es handelt sich um den am weitesten verbreiteten Fynbos-Typ, von dem auch ein relativ hoher Prozentsatz unter Schutz steht.

Vegetation und Charakterpflanzen

Bäume sind selten. Im Zederberg kommt neben der weit verbreiteten Bergzypresse (Widdringtonia nodiflora) die stark gefährdete Clanwilliams-Zeder (Widdringtonia cedarbergensis) vor, bei Stellenbosch und auf der Kaphalbinsel der ebenfalls stark gefährdete Silberbaum (Leucadendron argenteum). Ferner gibt es Wilde Oliven (Olea europaea subsp. africana) und Aloe-Arten. Entlang von Flüssen stehen Gruppen von Breede-River-Gelbholz (Podocarpus elongatus), Kapweiden (Salix mucronata), Bittermandeln (Brabejum stellatifolium) und weiteren Baum- und Straucharten.
        
Von den über 100 Zuckerbusch-Arten, den Proteen, kommen zahlreiche im Gebirge vor, so die weit verbreitete Königsprotee (Protea cynaroides) oder die auf die höchsten Gipfeln des Zederbergs begrenzte Schneeprotee (Protea cryophila). Andere Proteaceen sind die "Nadelkissen" (Pincushion, Leucospermum spp.). In höheren Lagen dominieren oft Kap-Riedgraswiesen, in denen Orchideen-Arten (z.B. Disa uniflora) massenhaft gedeihen. In tieferen Lagen, namentlich des Zederbergs, findet man den Rooibos (A. linearis) und andere Aspalathus-Arten.

Tierwelt

Obwohl das Westkap relativ dicht besiedelt ist, hat im Berg-Fynbos der Leopard überlebt. Wegen der pro Flächeneinheit geringen Biomasse benötigt er große Streifgebiete: 250 km² reichen gerade für einen Kater und 2-3 Katzen. Beutetiere sind namentlich Bärenpavian, Klippschliefer, Klippspringer, Kap-Greisbock, Rehantilope (Pelea capreolus) und Kronenucker. Weitere Beutegreifer sind Falbkatze, Karakal, Honigdachs, Kap-Fingerotter, Kapfuchs, Kapmanguste und Erdwolf. Ferner kommen Südafrikanisches Stachelschwein und Erdferkel vor. Am Tafelberg wurden Himalaya-Tahre ausgesetzt, deren Eliminierung durch die Nationalparkverwaltung auf Widerstand aus der Bevölkerung stieß.
        
Zu den augenfälligsten Vögeln der Kapberge zählen Kaffernadler (Aquila verreauxii), Schakalbussard (Buteo rufofuscus), Rötelfalke (Falco naumanni), Guineataube und Rotschwingenstar (Onychognathus morio). Puffotter, Bergpuffotter (Bitis atropos), Speikobra (Naja nigricollis), ein gutes Dutzend weitere Schlangenarten und zahlreiche Echsen können angetroffen werden, darunter die endemischen Süd-Felseidechse (Australolacerta australis) und Süd-Gebirgseidechse (Tropidosaura gularis). Bemerkenswerte Amphibien sind der weit verbreitete Gespenstfrosch (Heleophryne purcelli) und der Kap-Gespenstfrosch (H. rosei) vom Westhang des Tafelbergs.

 

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Tafelberg-Nationalpark

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Tafelberg vom Lion's Head aus, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kap-Riedgras-Wiese (Restionaceae) auf dem Tafelberg (ca. 1000 m. ü. M. Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Berg-Fynbos im Silvermine-Naturschutzgebiet, heute Teil des Tafelberg-Nationalparks Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Orangebrust-Nektarvogel (Nectarinia violacea) in Erika-Gebüsch, Kirstenbosch, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Klippschliefer (Hyrax capensis) auf dem Tafelberg, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Südliche Steinagame (Agama atra) im Tafelberg-Nationalparks Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Proklamiert 1998. Zuvor bestanden mehrere von der Naturschutzverwaltung des Westkaps kontrollierte Naturschutzgebiete: Tafelberg, Lion's Head, Signal Hill, Silvermine, Boulders-Pinguinkolonie und Kap der Guten Hoffnung.
Fläche: 22'100 ha
Höhe: 0 - 1085 m.ü.M.
Jahresniederschlag (Kapstadt): 515 mm, 104 Regentage
Temperatur (Kapstadt): min. Monatsmittel 6°C, max. Monatsmittel 27°C

Vegetation: Auf den armen, sauren Sandsteinböden des Tafelbergs und anderer höherer Lagen von Lion's Head bis Cape Point kommt der "Peninsula Sandstone Fynbos" vor. Dies ist der flächenmäßig bedeutendste Vegetationstyp des Parks, der unglaublich artenreich ist. So kommen hier nebst zahlreichen Proteenarten und Restios-Gräsern nicht weniger als 33 Erica-Arten vor, ferner eine endemische Aloe-Art (Aloe commixta).

Tierwelt: Löwen  gibt es seit 1802 auf dem Tafelberg keine mehr, und auch der Leopard und die Braune Hyäne sind seit längerer Zeit verschwunden. Bis vor wenigen Jahren lebten auf dem Gelände des Parks eingeführte Bestände von Himalaya-Tahr, Damhirsch und Sambar. Diese wurden weitgehend oder ganz eliminiert. Es gibt autochthone Populationen von  Kap-Greisbock, Steinböckchen, Kronenducker und Rehantilope. Auf dem Tafelberg wurden Klippspringer, am Kap der Guten Hoffnung Bergzebra, Elenantilope, Kuhantilope und Buntbock wieder eingeführt. Häufig sind Begegnungen mit Klippschliefern und (bisweilen weniger angenehme) mit Bärenpavianen. Ebenfalls sehr häufig zu beibachten sind die Südliche Felsagame (Agama atra), der Schwarze Gürtelschweif (Cordylus niger) und der Kapskink (Trachylepis capensis). Gelegentlich triftt man auch auf eine Puffotter, was harmlos ist, sofern maniicht gleich drauftritt. Zum Nationalpark gehört auch Boulder's Beach bei Simontown, wo sich eine größere Kolonie von Brillenpinguinen befindet.

Weitere Schutzgebiete:

A.S. Le Roux NR, Anysberg NR, Assegaaibosch NR, Biedouw Valley (Zederberg), Boosmansbos Wilderness, Bredasdorp Mountain Reserve, Cederberg Wilderness Area, Ceres Mountain NR, Dassieshoek NR, De Hoop NR, Diepwalle State Forest, Durbanville NR, Fernkloof NR, Garcia State Forest, Gamkaberg NR, Gamkapoort NR, Greyton NR, Groendal Wilderness, Groot Winterhoek Wilderness, Harold Porter National Botanic Gardens, Helderberg NR, Hottentots Holland NR, Jonkershoek NR, Kagga Kamma Private Game Reserve, Kleinmond Coastal and Mountain NR, Kogelberg NR, Limietberg NR, Maanschynkop Provincial NR, Marloth NR, Mont Rochelle NR, Montagu Mountain NR, Oorlogskloof NR, Outeniqua NR, Paardenberg NR, Pat Busch Private NR, Ramskop NR, Roojberg NR, Salmonsdam NR, Swartberg NR, Tafelberg-Nationalpark (), Towerkop NR, Villiersdorp NR, Vogelgat Private NR, Vrolijkheid NR, Ysternek NR

 

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Küsten-Fynbos

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Asteraceen (Vermutlich Arctotis sp.) im Küsten-Fynbos, Kap der Guten Hoffnung, heute Teil des Tafelberg-Nationalparks © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der Küsten-Fynbos erstreckt sich entlang der westlichen und südlichen Küste des Westkaps und mit Unterbrüchen weiter in die Ostkap-Provinz bis Port Elizabeth. Es werden zwei Typen unterschieden: das Westküsten-Strandveld (Sandveld) hauptsächlich auf Sandböden zwischen Redelinghuys im Norden und den Cape Flats südlich von Kapstadt, und der Südküsten-Fynbos auf Kalkfels oder Sand.

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Westküsten-Strandveld

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Kap-Strandveld im Rocher Pan-Naturschutzgebiet bei Velddrif, Westkap © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Purpur-Greiskraut (Senecio elegans), Westküsten-Nationalpark, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kapstrandveld, Strandfontein, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Waffenkiebitz (Vanellus armatus), Kapstrandveld, Strandfontein, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Springbock (Antidorcas marsupialis) im natürlichen Lebensraum, Westküsten-Nationalpark, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Schnabelbrustschildkröte (Chersina angulata), Cape of Good Hope NR, heute Tafelberg-Nationalpark, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Westküsten-Strandveld bildet eine Übergangszone zwischen dem Südküsten-Fynbos und der Karoo. Die Unterlage bilden überwiegend Böden aus Granit- oder Kalkgestein, deren Oberfläche vielfach mit einer tiefen Schicht von spättertiärem oder rezentem Sand bedeckt ist. Dieses "Sandveld" ist nährstoffärmer als das Strandveld auf Granitböden. Der Jahresniederschlag ist gering (50-300 mm). Das Westküsten-Strandveld ist vielfach durch zu häufiges Abbrennen, Überweidung, Expansion des städtischen Großraums von Kapstadt und touristische Entwicklung gefährdet.

Vegetation und Charakterpflanzen

Auf Kapgranit gedeiht eine offene Buschvegetation mit Margeriten- (Chrysanthemoides monilifera), Eisen- (Olea capensis), Dünen-Guarrie- (Euclea racemosa) und Johannisbeerbäumen (Rhus tomentosa), die oft als Unterlage für Schlingpflanzen, wie Cynanchum oder Dipogon dienen. Viele Büsche produzieren fleischige Früchte. Diese werden gerne von Vögeln gefressen, die so für die Verbreitung der Samen sorgen. Generell enthält dieser Vegetationstyp wenig Endemiten und kaum Arten, die gefährdet sind.
        
Im Sandveld dominieren Kap-Riedgräser (Willdenowia, Chondropetalum, Thamnochortus). Kleinwüchsige Sträucher, wie Metalasia, Myrica, Phylica, Staavia, Stoebe, können häufig sein. Aus dem Wachsbeerenstrauch (Myrica cordifolia) wurde früher Wachs für Kerzen, Seifen oder Salben gewonnen. Es kommen deutlich mehr einjährige Blütenpflanzen vor als im Südküsten- oder Berg-Fynbos, daunter viele Korb- (Asteraceae) und Rachenblütler (Scrophulariaceae). Zusammen mit Mittagsblumen (Aizoaceae) und Geophyten (Iridaceae etc.) bilden sie im südafrikanischern Frühling (ab September) eine Attraktion, die viele Touristen anlockt.

Tierwelt

Allgemein, auch in den kleinen Schutzgebieten rund um Kapstadt haben z.B. Karakal, Löffelhund, Kapfuchs, Kapmanguste, Fuchsmanguste, Honigdachs, Stachelschwein, Klippschliefer, Kap-Greisbock, Steinböckchen, Kronenducker und zum Teil Rehantilope überlebt. Im Rondevlei wurden Flusspferde wieder angesiedelt. 

Kap- (Francolinus capensis) und Grauflügelfrankolin (F. africanus), Gackeltrappe (Eupodotis afra), Bokmakiri (Telophorus zeylonus), Kapammer (Emberiza capensis), Weißkehl- (Serinus albogularis) und Gelbbauchgirlitz (Serinus flaviventris) gehören zu den regelmäßig anzutreffenden Vogelarten. Häufige Reptilien sind  die Schnabelbrust-Schildkröte, der Zwerg-Gürtelschweif (Cordylus cordylus), Schwarze (Agama atra) und Stachelige Agame (A. hispida), Großschuppige Schlangengürtelechse (Chamaesaura macrolepis) Kap-Skink (Trachylepis capensis) und die Puffotter.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Westküsten-Nationalpark

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Buntböcke (Damaliscus p. pygargus) im natürlichen Lebensraum, Westküsten-Nationalpark, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF-10-1-13A WesternStrandveld WCNP
Westküsten-Strandveld mit Straußen und Buntböcken im Westküsten-Nationalpark, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Grauducker (Sylvicapra grimmia) im Westküsten-Nationalpark, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Gründung des Langebaan-Naturschutzgebiets 1973, Nationalparkstatus seit 1985, Ramsar-Schutzgebiet seit 1988.
Fläche: Erweiterung ab 1987, heute rund 40'000 ha. Höhe: 0-ca. 50 m.ü.M.
Jahresniederschlag 200-250 mm

Vegetation: Rund 24'000 ha sind West Coast Strandveld, im Landesinnern folgen rund 6'000 ha Hopefield Sand Plain Fynbos. Ferner am Rande der Lagune Salzmarschen.

Tierwelt: Nebst kleineren Tierarten, von denen es überlebende Bestände gab, beherbergt der Westküsten-Nationalpark heute angesiedelte oder wiederangesiedelte Populationen von Kap-Bergzebra, Buntbock, Kuhantilope, Springbock , Elenantilope, Grossem Kudu und Südafrikanischem Strauß. Der Park ist ein ornithologisch bedeutendes Gebiet (IBA ZA084) mit über 250 nachgewiesenenen Arten, darunter zahlreichen See- und Watvögeln.

Weitere Schutzgebiete:

Blaauwberg Conservation Area, Cape Columbine NR, Darling NR, Edith Stephens Wetland Park, Elandsfontein Private NR, Kenilworth Racecourse Conservation Area, Koeberg NR, Macassar Dunes Conservation Area, Milnerton Racecourse NR,Ramskop NR, Robben Island, Rocher Pan NR, Rondebosch Common, Rondevlei NR, Strandfontein Beach, Tafelberg-Nationalpark (Cape of Good Hope NR), Walker Bay NR, Westküsten-Nationalpark, Witzands Aquifer Conservation Area, Zandvlei Estuary NR, Wolfgat NR

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Südküsten-Fynbos

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Südküsten-Fynbos, Kleinmond-Naturschutzgebiet, Westkap, Südafrika © Peter Dollingr, Zoo Office Bern

 

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Südküsten-Fynbos im Fernkloof-Naturschutzgebiet, Westkap, Südafrika © Peter Dollingr, Zoo Office Bern

 

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Südküsten-Fynbos, Kap Agulhas, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Klippschliefer (Procavia capensis), Südküsten-Fynbos, Hermanus, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Jahresniederschlag im Bereich des Südküsten-Fynbos ist etwas höher als an der Westküste. Etwa 85% der Fynbos-Vegetation sind zerstört oder durch gebietsfremde, invasive Pflanzen beeinträchtigt. Große erhaltene Flächen gibt es noch im De Hoop-Naturschutzgebiet sowie im 1999 eingerichteten, mittlerweile 20'000 ha großen Agulhas-Nationalpark, wo es neben Kalkstein-Fynbos auch den seltenen Elim-Fynbos auf Lateritboden und Sandveld-Fynbos gibt.

Vegetation und Charakterpflanzen

Proteen sind dominant, Sie kommen in zahlreichen Arten vor, die je nach Bodenart unterschiedlich sein können. Der Bredasdorp-Zuckerbusch (Protea obtusifolia) ist sehr anpassungsfähig. Der Dünen-Silberbaum (Leucadendron coniferum) kommt auf losem Sand vor, Der Breitblatt-Federbusch (Aulax umbellata) auf Sandböden von Seehöhe bis 500 m, auf Kalkfels findet sich Leucadendron meridianum, im Elim-Fynbos Leucadendron elimense und L. laxum, auf sauren Böden Silberpagode (Mimetes saxatalis) etc..

Nebst zahlreichen Heidekrautgewächsen, Korbblütlern, kurzen Kap-Riedgräsern, Gladiolen, wie der Riversdale Bluebell (Gladiolus rogersii), Watsonien (Cape bugle-lily, W. borbonica) und anderen Geophyten, sind die Mittagsblumen auffällig. Unter den Bäumen sind das "White Milkwood" (Sideroxylon inerme) und der "Wag'n bietje" (Wart ein Weilchen)-baum (Ziziphus mucronata) erwähnenswert.

Tierwelt

Der Südküsten-Fynbos ist das Hauptverbreitungsgebiet des Blaupunkt-Gürtelschweifs (Cordylus = Ninurta coeruleopunctatus) und des Marmorierten Blattfingergeckos (Afrogecko porphyreus).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

De Hoop-Naturschutzgebiet

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Buntböcke (Damaliscus pygargus pygargus) vor weißen Dünen im de Hoop-Naturschutzgebiet, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Elenantilopen (Taurotragus oryx) im de Hoop-Naturschutzgebiet, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Mittagsblumen-Teppiche im de Hoop-Naturschutzgebiet, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Buntbockkalb (Damaliscus p. pygargus) im de Hoop-Naturschutzgebiet, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Schwarze Austernfischer (Haematopus moquini) im de Hoop-Naturschutzgebiet, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Bestehend seit 1957.
Mit einer Landfläche von 340 km² ist das De Hoop-Naturschutzgebiet das bedeutendste Schutzgebiet im Südküsten-Fynbos. Höhe 0-611 m.ü.M.
Jahresniederschlag: ca. 390 mm.
Mittlere Jahrestemperatur 25ºC, mittleres Monatsminimum 3ºC im Juni / Juli, mittleres Monatsmaximum 28ºC im Januar / Februar.

Vegetation: Neben dem "Sand Plain Fynbos" gibt es auch Kalkstein-Fynbos und in einem begrenzten Gebiet, dem Potberg, einem Inselberg aus Sandstein, Berg-Fynbos. Mittagsblumen der Gattung Carpobrotus bilden auf den Sandebenen große Teppiche, andere Arten kommen auch im Bereich der Kalkhügel vor. Nebst Fynbos umfasst das Schutzgebiet auch den de Hoop Vlei, ein vom Meer abgschnittenes brackiges Gewässer mit einem schmalen Seggen- und Riedgürtel.

Tierwelt: Hier leben 89 Arten Landsäugetiere. Kap-Bergzebras wurden wiederangesiedelt und bilden nun einen Bestand von über 50 Tieren. Die Antilopen sind mit Elenantilope, Buntbock, Kronenducker, Rehantilope (Pelea capreolus), Steinböckchen, Kap-Greisbock und Klippspringer vertreten, unter den übrigen Arten befinden sich Falbkatze, Karakal, Leopard, Fuchsmanguste, Schabrackenschakal, Löffelhund, Kapfuchs, Bärenpavian (Papio ursinus), Grüne Meerkatze, Rotkaninchen (Pronolagus rupestris), Kap- (Lepus capensis) und Buschhase (L. saxatilis).

De Hoop ist auch ein ornithologisch wichtiges Gebiet (IBA ZA098) in dem, die Wasservögel am De Hoop Vlei nicht eingerechnet, über 160 Arten vorkommern, darunter Kap-Frankolin (Francolinus capensis), Kapgeier (Gyps coprotheres), Karoo-Trappe (Eupodotis vigorsii), Paradieskranich, Goldbrust-Nektarvogel (Anthobaphes violacea) und Kaphonigfresser (Promerops cafer).

Die Herpetofauna besteht aus 49 Reptilien- und 14 Amphibienarten, darunter Boomslang (Dispholidus t. typus), Südafrikanische Speikobra (Hemachatus haemachatus) und Kapkobra.
        
Weitere Schutzgebiete:

Agulhas National Park, Bontebok National Park, De Mond NR, Fairhill Private NR, Featherbed NR, Fernkloof NR, Geelkrans NR, Goukamma NR, Harold Porter National Botanic Gardens., Kleinmond Coastal and Mountain NR, Pauline Bohnen NR, Riverlands NR (Malmesbury), Settlers Park, Tigerberg NR, Garden Route Nationalpark (Tsitsikamma), van Stadens Wild Flower Reserve

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Literatur und Internet-Quellen:

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Gelesen 19046 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 03 November 2021 17:51
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx