Ostafrika

Grasländer und Trockensavannen

Trockensavanne im Nairobi-Nationalpark, Kenia Trockensavanne im Nairobi-Nationalpark, Kenia
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

OAF-03-00-02 karte
Wichtige Naturschutzgebiete in Steppe und Trockensavanne
Die nördliche Steppen und Trockensavannen erstrecken sich südlich der Sahara als etwa 200 bis 400 km breites Band vom Atlantik bis zum Roten Meer. In Ostafrika gibt es zusätzlich eine Abzweigung, die von Nord nach Süd über rund 2000 km in etwa dem Ostafrikanischen Graben folgt. Die Zone ist charakterisiert durch 250 - 1000mm Niederschlag im Jahresmittel und 6-10 aride Monate. Bei einem Jahresniederschlag von unter 700 mm bei einer Trockenzeit von wenigstens 8 Monaten resultiert eine Dornsavanne mit Akazienarten und bis kniehohem Gras, bei höherem Niederschlag Je nach Bodenbeschaffenheit holzreiche Savannen, die von grobfiedrigen, zur Schirmform neigenden und kaum dornentragenden, laubabwerfenden Bäumen dominiert wird oder Steppe mit knie- bis hüfthohem Gras.

In den einzelnen Schutzgebieten können oft mehrere dieser Vegetationstypen angetroffen werden

lineblack1px

Trockensavannen

Nationalparks und andere Schutzgebiete

Nairobi-Nationalpark, Kenia

OAF-03-02-01 trockensavanne nairobi np zebra
Grantzebras (Equus quagga boehmi) im Nairobi-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

OAF-03-02-02 trockensavanne nairobi np
Weißbartgnus (Connochaetes taurinus albojubatus) und Kuhreiher (Bubulcus ibis) im Nairobi-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Höhe 1’533-1’760 m.ü.M.
635 (Ebenen) -889 (höhere Lagen) mm Niederschlag / Jahr
Mittlere Monatstemperaturen 17-21°C, Jahresmittel 19°C.

Der Park besteht überwiegend aus Grasland, mit oder ohne Besatz mit Akazien. Stellenweise findet sich Hochland-Wald oder Busch und entlang eines permanenten Flusses Galeriewald. Künstliche Wasserbecken tragen als Lebensraum für weitere, früher im Gebiet unbekannte Vogelarten zur Erhöhung der Biodiversität bei.

Charakterpflanzen

Der Wald im Westen des Parks wird von Oliven- (Olea africana), Muhuhu- (Brachylaena hutchinsii) und Calodendrum-Bäumen (Calodendrum capense) dominiert, ferner hat es Croton-Sträucher (Croton dichogamus). In den Flusstälern Fieberakazien und Kandelaber-Euphorbien.

Tierwelt

Mit Ausnahme des Elefanten finden sich hier, unmittelbar am Stadtrand von Nairobi, die "Big Five": Löwe, Leopard, Spitz- und Breitmaulnashorn sowie Kaffernbüffel. Die Säugetierliste enthält 79, die Vogelliste 516 Arten (Important Bird Area KE036), darunter den vom Aussterben bedrohte Weißrückengeier. Unter den Reptilien befinden sich Nilkrokodil, Felsenpython, Speikobra, Puffotter, Panther- und Glattrand-Gelenkschildkröte.

lineblack1px

Serengeti-Nationalpark, Tansania

OAF-03-01-01 kurzgras serengeti zebra
Grantzebras (Equus quagga boehmi) auf Kurzgrassteppe im Serengeti-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

OAF-03-01-02 kurzgras serengeti topi
Topis (Damaliscus lunatus) auf Kurzgrassteppe in der Nähe von Seronera, Serengeti-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

OAF-03-01-03 Lebensraum akaziensavanne seronera elefant
Afrikanische Elefanten in Akaziensvanne bei Seronera, Serengeti-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Höhe ca. 1500 – 3648 m.ü.M.
Ca. 800 mm Niederschlag / Jahr.
Mittlere Monatstemperaturen tags 21-26°C, nachts 9-14°C.

Im Osten hauptsächlich Kurzgrassteppe, im Westen Ebenen mit längerem Gras, Akaziensavannen und stellenweise dichtem Dornbusch. Galeriewald am Grumeti River. Ferner Kopjes und felsige Hügel.

Tierwelt

wei Galagos und fünf tagaktive Primatenarten, darunter Husarenaffe (Erythrocebus patas), Afrikanischer Wildhund, Löwe, Leopard, Gepard, Serval, Karakal, Falbkatze, je 2 Ginsterkatzen- und Zibetkatzenarten, 6 Mangustenarten, Löffelhund, 3 Schakalarten, Tüpfelhyäne, Erdwolf, Baum- und Klippschliefer, Afrikanischer Elefant, Spitzmaulnashorn, Steppenzebra, Warzenschwein, Buschschwein, Giraffe, Kaffernbüffel, 23 Antilopenarten etc., Nilkrokodil. Es wurden 523 Vogelarten nachgewiesen (Important Bird Area TZ009).

Charakterpflanzen

Fingerhirse (Digitaria macroblephora), Rotgras(Themeda triandra) und Dropseed (Sporobolus ioclados) gehören zu den dominierenden Gräsern. Charakteristische Bäume und Sträucher sind je nach Gebiet Schirmakazie (Acacia tortilis), Fieber-Akazie (Acacia xanthophloea), Leberwurstbaum (Kigelia africana), Würgefeige (Ficus thonningii), Wilde Dattelpalme (Phoenix reclinata), Kandelabereuphorbie (Euphorbia candelabrum), Myrrhenstrauch (Commiphora africana), Zahnbürstenbaum (Salvadora persica), Wüstendattel (Balanites aegyptia). Im Dornbusch hauptsächlich Flötenakazie (Acacia drepanolobium).

lineblack1px

Ngorongorokrater (Ngorongo-Schutzgebiet), Tansania

OAF-03-01-04 Lebensraum kurzgras rhino ngorongoro
Spitzmaulnashörner (Diceros bicornis) auf Kurzgrassteppe im Ngorongoro-Krater © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

OAF-03-01-05 Lebensraum ngorongoro hyaene
Tüpfelhänen (Crocuta crocuta) umgeben von Weißbartgnus (Connochetes taurinus albojubatus) auf Kurzgrassteppe im Ngorongoro-Krater © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

OAF-03-01-06 kurzgras ngorongoro balearica
Grauhals-Kronenkraniche (Balearica regulorum) auf auf Kurzgrassteppe im Ngorongoro-Krater © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

OAF-11-02-04 ngorongoro 2
Fieberakazienwald (Acacia xanthophloea) am Magadisee im Ngorongorokrater © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Höhe ca. 1500 – 3648 m.ü.M.
1'210 mm Niederschlag / Jahr
Temperatur (am Kraterboden) min. 2°C, max. 35°C.

Im Inneren des Ngorongorokraters hauptsächlich Grasland. Kleinere Teile werden vom alkalischen Magadi-See, dem Gorigor-Sumpf und zwei Wäldern (Lerai und Laiyanai Forest) eingenommen. Außerhalb des Kraters Akaziensavanne und im Osten Gebirgswald.

Tierwelt

Steppenpavian (Papio cynocephalus), Grüne Meerkatze, Löwe, Leopard, Gepard, Serval, 3 Mangustenarten, Löffelhund, 3 Schakalarten, Tüpfelhyäne, Afrikanischer Elefant, Spitzmaulnashorn, Steppenzebra, Warzenschwein, Kaffernbüffel, 10 Antilopenarten, Kaphase, Stachelschwein etc., Giraffe, Impala, Topi und Nilkrokodil fehlen im Krater, Giraffen kommen aber innerhalb des Schutzgebietes vor. Es wurden über 500 Vogelarten nachgewiesen, auffällig sind im Grasland namentlich Strauß, Sekretär, Grauhals-Kronenkranich, Koritrappe und verschiedene Kiebitze (Important Bird Area TZ013).

Charakterpflanzen

In der Trockensavanne Schirmakazie (Acacia tortilis) und Balsambaum (Commiphora africana), im Lerai-Wald Fieber-Akazie (Acacia xanthophloea) und Schlangenwurz (Rauvolfia caffra), im Laiyanai-Wald Seidenakazie (Albizia gummifera), Säulenbaum (Cassipourea malosana) und Acacia lahani. Als Folge der Überweidung findet eine Veränderung des Artenspektrums der Gräser statt und es breiten sich krautige Pflanzen aus der Familie der Asteraceae aus.

Literatur:

ESTES, R.D., ATWOOD, J. L. & ESTES, A. B. (2006)

lineblack1px


Tarangire-Nationalpark, Tansania

 

OAF-03-03-01 trockensavanne tarangire ele
Afrikanischer Elefantenbulle Loxodonta africana) im Tarangire-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

OAF-03-03-02 trockensavanne tarangire gir
Massai-Giraffe (Giraffa camelopardalis tippelskirchi) in Akazien-Savanne, Tarangire-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

OAF-03-03-03 baobab tarangire
Baobabs (Adansonia digitata) - Abendstimmung im Tarangire-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Höhe 1’100-1'500 m.ü.M.
Temperatur min. 4°C, max. 40°C.
Jahresniederschlag 767 mm, Trockenzeit Juni-Oktober.

Vegetation und Charakterpflanzen

Mosaik von Grassavanne und Buschsavanne mit vereinzelten Inselbergen ("Kopjes") und schwarzerdigen Gras- und Sumpfgebieten aus feiner, schwarzer Vulkanerde, die in der Regenzeit große Feuchtbiotope bilden.

Vegetation und Charakterpflanzen

Im Norden überwiegend Schirmakazien (Acacia tortilis) dazwischen Affenbrotbäume oder Baobabs (Adansonia digitata). die wie andernorts auch ziemlich unter den Elefanten zu leiden haben. Ansonsten hat es Leberwurstbäume (Kigelia africana) sowie Acacia–Commiphora- und Combretum–Dalbergia-Savannen. In den saisonalen Sumpfgebieten stehen Wüstendatteln (Balanites aegyptia).

Tierwelt

Nicht ohne weiteres sicht- aber dafür umso spürbarer ist die Tsetsefliege, die als Überträger der Rinderseuche Nagana und der Schlafkrankheit des Menschen dafür gesorgt hat, dass Tarangire von Hirten gemieden wird und sich die Wildtiere hier erhalten konnten. Unter den Säugetieren sind neben den „Big Five“ die Büschelohrbeisa (Oryx beisa callotis), der Kleine Kudu, fünf Arten Mangusten und das Schlichtborstenhörnchen (Xerus rutilus) bemerkenswert. Die Zahl der Vogelarten dürfte 450 übersteigen (Important Bird Area TZ010) und nach Angaben der Nationalpark-Verwaltung bei etwa 550 liegen.

 

Zurück zu Übersicht Ostafrika

Weiter zu Savannen und Trockenwälder

Gelesen 740 mal Letzte Änderung am Freitag, 12 Juni 2020 15:48
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx