Südfrösche und sonstige Frösche

Grünes Marmorkrötchen

Grünes Marmorkrötchen (Scaphiophryne marmorata) Grünes Marmorkrötchen (Scaphiophryne marmorata)
© Peter Janzen, DGHT

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Engmaulfrösche (Microhylidae)
Unterfamilie: Tomatenfrösche (Dyscophinae)

D VU 650

Grünes Marmorkrötchen

Scaphiophryne marmorata• The Green Marbled Burrowing Frog• La grenouille des terriers verte

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Grünes Marmorkrötchen (Scaphiophryne marmorata) © Peter Janzen, DGHT

 

 

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Approximative Verbreitung des Grünen Marmorkrötchens (Scaphiophryne marmorata)

 

 

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Grünes Marmorkrötchen (Scaphiophryne marmorata) im Mantadia-Andasibe-Nationalpark, Madagaskar © Frank Vassen, European Commission, Unit ENV.D3, Brüssel. Übernommen aus Flickr unter der 2.0 Generic (CC BY 2.0)-Lizenz

 

 

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Grünes Marmorkrötchen (Scaphiophryne marmorata) im Ranomafana-Nationalpark, Madagaskar © Franco Andreone calphotos. Übernommen aus http://calphotos.berkeley.edu unter der Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5.-Lizenz.

 

 


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Das in seiner Heimat gefährdete Grüne Marmorkrötchen wird regelmäßig, wenn auch in geringer Zahl, aus Madagaskar exportiert. Es ist aber in Zoos nur selten anzutreffen, weil es sich für den Schaubetrieb wenig eignet, denn es hat die Eigenschaft, sich tagsübe einzugraben und so für die Besuch kaum sichtbar zu sein.

Körperbau und Körperfunktionen

Beim Grünen Marmorkrötchen werden die Männchen 32-36 mm, die Weibchen 35-44 mm lang. Die Tiere haben einen kleinen Kopf mit stark hervortretenden Augen, eine waagrechte Pupille, ein schlecht sichtbares Trommelfell, eine stark granulierte Haut und verbreiterte Fingerscheiben. Die Grundfarbe oberseits ist grün oder oliv mit großen, individuell sehr variablen, schwarzbraunen Flecken. Die Gliedmaßen sind dunkel gebändert. Der Bauch ist oft schwarz-weiß marmoriert [2; 4; 5].

Verbreitung

Madagaskar: Zentrales Ostmadagaskar von Zahamena südwärts bis Andasibe [7].

Lebensraum und Lebensweise

Das Grüne Marmorkrötchen besiedelt hauptsächlich Regenwälder, Sekundärwälder und Trockenwälder in Höhenlagen von 100-1'000 m. Es ist ein Kulturfolger, der Ackerland und Weiden nutzen kann, aber In baumlosen Gebieten fehlt. Die Tiere sind nachtaktiv, über ihre Lebensweise ist wenig bekannt. Die Fortpflanzung wird durch das Einsetzen der Regenzeit stimuliert. Die schwarzen, ca. 1 mm großen Eier werden frei ins Wasser abgelegt und schwimmen an der Oberfläche [2; 4; 5; 6; 7].

Gefährdung und Schutz

Seit 2004, letztmals überprüft 2016, ist das Grüne Marmokrötchen als gefährdet eingestuft (Rote Liste: VULNERABLE), obwohl es gebietsweise noch häufig ist. Dies, weil sein Areal kleiner als 15'000 km² ist, sein Lebensraum zusehends schwindet und deshalb eine Abnahme der Bestände vermutet wird [7].

Der internationale Handel ist seit dem 3. Januar 2017 nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Es gibt keine Informationen über eine lokale Nutzung der Art in Madagaskar. Sie befindet sich im internationalen Tierhandel, die Ausfuhrzahlen sind aber bescheiden. Die CITES-Handelsstatistik weist für die Jahre 2017-2019 insgesamt 591 exportierte Wildfänge aus. In selben Zeitraum wurde weltweit kein Handel mit Nachzuchttieren registriert [3; 7].

Haltung

Für die Haltung von 4 Tieren wird ein Terrarium mit einer Grundfläche von 40x60 cm und einem kleinen, flachen Wasserbecken als ausreichend erachtet. Das Bodensubstrat, bestehend aus Falllaub, Torfmoos und Sand sollte eine Dicke von etwa 6 cm haben [8]. Grüne Marmorkrötchen sind für die Haltung im Schaubetrieb wenig geeignet, weil sie sich eingraben und daher nur selten zu sehen sind [7].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur ganz wenigen Institutionen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Das Grüne Marmorkrötchen wurde 1882 von dem am am British Museum tätigen belgischen Zoologen George Albert BOULENGER unter seinem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. Es diente als Typusart für die von BOULENGER eingeführte Gattung Scaphiophryne [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. CITES COP 17, Proposal for amendment of Appendices I and II
  4. GLAW, F. & VENCES, M. (2007)
  5. HENKEL, F.-W. & SCHMIDT, W. (1995)
  6. HERRMANN, H. J. (2005)
  7. IUCN SSC Amphibian Specialist Group. 2016. Dyscophus guineti. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T57805A84178457. http://www.iucnredlist.org/details/57805/0. Downloaded on 30 November 2017.
  8. SCAPHIOPHRYNE CARE SHEET

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Gelesen 7013 mal Letzte Änderung am Freitag, 21 Januar 2022 17:03
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx