Laub-, Ried- und Beutelfrösche

Madagaskar-Riedfrosch

Madagaskar-Riedfrosch (Heterixalus madagascariensis) im Zoo Breslau Madagaskar-Riedfrosch (Heterixalus madagascariensis) im Zoo Breslau
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Riedfrösche (Hyperoliidae)

D LC 650

Madagaskar-Riedfrosch

Heterixalus madagascariensis • The Blue-back Reed Frog • Le hétérixalus à dos bleu

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Madagaskar-Riedfrosch (Heterixalus madagascariensis) im Zoo Zürich © Sam Furrer, Zoo Zürich

 

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Approximative Verbreitung des Madagaskar-Riedfroschs (Heterixalus madagascariensis)

 

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Madagaskar-Riedfrosch (Heterixalus madagascariensis) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Johannes Pfleiderer, Zoo Leipzig

 

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Madagaskar-Riedfrosch (Heterixalus madagascariensis) im Zoo Breslau © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Madagaskar-Riedfrosch (Heterixalus madagascariensis) im Zoo Breslau © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Madagaskar-Riedfrosch (Heterixalus madagascariensis) bei Mahambo, Madagaskar © Bernard Dupont. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic-Lizenz

 

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Der in einer Heimat Madagaskar nicht gefährdete Madagaskar-Riedfrosch ist in europäischen Zoos nur ganz ausnahmsweise zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Weibchen des Madagaskar-Riedfroschs werden 26-30, selten bis 40 mm lang, Männchen bleiben mit 22-24, selten bis 30 mm etwas kleiner. Die Färbung ist sehr variabel. Die Oberseite ist tagsbüber hellgrau, bläulich, gelb oder weiß und mehr oder weniger stark mit schwarzen Punkten versehen. Nachts ist sie gelbbraun. Von der Schnauze bis hinter das Auge erstreckt sich ein dunkler, meist schwarzer Strich. Der Bauch ist weißlich, die Unterseiten der Extremitäten sind orange. Finger und Zehen sind nicht durch Spannhäute verbunden und haben mittelgroße Haftscheiben [2; 3; 4].

Verbreitung

Madagaskar: Nordost- und Ostmadagaskar und  Nosy Boraha (Ile St Marie) [6].

Lebensraum und Lebensweise

Der Madagaskar-Riedfrosch besiedelt die Ränder von Regenwald, Trockenwälder und Strandwälder sowie Feuchtgebiete vom Meeresspiegel bis auf eine Höhe von etwa 800 m. Er ist ein Kulturfolger, der Reisfelder und sonstiges Agrarland nutzt und in Dörfer und Städte geht. . Die Frösche sitzen tagsüber auf großen Blättern und in Blatttrichtern großer Pflanzen. Ihre Farben können sich je nach Intensität der Sonneneinstrahlung verändern. Wie der Tomatenfrosch und die Buntfröschchen kommen auch die Riedfrösche erst bei heftigen Niederschlägen in Brutstimmung. Gelaicht wird an Pflanzen über Wasser. Die Larven erreichen bis zur Metamorphose eine Länge von 12-18 mm [2; 3; 4; 5; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist weit verbreitet, hat eine hohe Habitattoleran und mutmaßlich einen großen Bestand. Sie wird daher seit 2004, letztmals beurteilt 2016, als nicht-gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) eingestuft [6].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Madagaskae-Riedfrösche befinden sich im Heimtierhandel, allerdings nur in geringer Zahl [6].

Haltung

Ein Terrarium für Madagaskar-Riedfrösche soll ein Wasserbecken enthalten und bepflanzt sein. Das Bodensubstrat kann aus Kie soder Torfmoos bestehen. Als Temperaturbereich werden 22-28 (18-30)ºC und für die Relative Luftfeuchtigkeit 40-70% angegeben [5; 7].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur ganz vereinzelt und sporadisch in europäischen Einrichtungen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1841 von den französischen Zoologen André Marie Constant DUMÉRIL und Marie Gabriel BIBRON vom Pariser Naturhistorischen Museum unter ihrem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben [1; 2].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. GLAW, F. & VENCES, M. (2007)
  4. HENKEL, F.-W. & SCHMIDT, W. (1995)
  5. HERRMANN, H. J. (2005)
  6. IUCN SSC AMPHIBIAN SPECIALIST GROUP (2016). Heterixalus madagascariensis. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T56102A84160399. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-1.RLTS.T56102A84160399.en . Downloaded on 21 April 2021.
  7. REPTILES MAGAZINE vom 03.02.2014

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Gelesen 7957 mal Letzte Änderung am Dienstag, 21 Dezember 2021 17:12
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx