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MÜLLER, D. (2010)

Life expectancy of wild ruminants in zoological institutions.

Vet. med. Diss.
Universität Zürich, Vetsuisse Fakultät.

Volltext: https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/54248/1/DM_Dissertation_komplett_110114.pdf

Zusammenfassung:

In der vorliegenden Studie wurden Daten des “International Species Information Systems” verwendet, um die relative Lebenserwartung (rLE;durchschnittliche Lebenserwartung einer Art als Proportion des Altersrekords) von 78 Wiederkäuerartenin Gefangenschaft zu ermitteln. Dieser Wert reflektiert den jeweiligen Haltungserfolg. Die vergleichendeAnalyse der rLE verschiedener Arten ermöglichte es, biologische Merkmale zu identifizieren, die einenEinfluss auf die Lebenserwartung haben. So korrelierte der rLE adulter Weibchen positiv mit dem Anteilan Gras in der natürlichen Äsung einer Art (฀2 = 8.28, p=0.004). Dies bestätigt die Erfahrung aus derZoohaltung, dass Laubäser im Vergleich zu Gras- und Mischäsern mehr fütterungsbedingte Problemezeigen. Höhere rLE erreichten adulte Männchen monogamer Arten (฀2 = 9.92, p=0.007). Dies weistdarauf hin, dass Arten, die daran adaptiert sind, ein Harem oder ein Revier zu verteidigen, intrinsischem,physiologischen Stress ausgesetzt sind, selbst wenn sie nicht in Gesellschaft anderer Männchen gehaltenwerden. Zudem war der rLE beider Geschlechter höher bei Arten, für die ein internationales Zuchtbuchgeführt wird (Weibchen: ฀2 = 8.80, p=0.003, Männchen: ฀2 = 5.52, p=0.019). Dieses Ergebnis zeigt,dass sich ex-situ Zuchtprogramme auch positiv auf den Haltungserfolg einer Art auswirken. Sollten dieErgebnisse dieser Studie in den Haltungsregimen von Wildwiederkäuern berücksichtigt werden, könntederen Haltungserfolg weiter verbessert werden.

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx