Hunde

Kapfuchs

Kapfuchs (Vulpes chama)  im Tygerberg-Zoo, Kraaifontein, West-Kap Kapfuchs (Vulpes chama) im Tygerberg-Zoo, Kraaifontein, West-Kap
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Raubtiere (CARNIVORA)
Taxon ohne Rang: Landraubtiere (FISSIPEDIA)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)>
Familie: Hunde (Canidae)

D LC 650

Kapfuchs, Kamafuchs

Vulpes chama • The Cape Fox • Le renard du Cap

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Kapfuchs (Vulpes chama) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung desKapfuchses (Vulpes chama)

 

 

 

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Kapfuchs (Vulpes chama) im Hartbeespoort Dam Snake and Animal Park, NW-Proviz, Südafrika © Wolfgang Dreier, Berlin

 

 

 

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Kapfuchs (Vulpes chama) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Kapfuchs (Vulpes chama) mit Perlhuhn als Beute im Etoscha-Nationalpark © Yathin S. Krishnappa. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

 

 

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Kapfuchswelpen (Vulpes chama) im Etoscha-Nationalpark © Susann Eurich, Marbach am Neckar. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

 

 

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Kapfuchsfamilie (Vulpes chama) im Trockental des Auob, Kgalagadi Transfrontier Park, Südafrika © Bernard Dupont. Veröffentlicht auf FLICKR unter der Attribution-ShareAlike 2.0 Generic-Lizenz

 

 

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Der in seinem südafrikanischen Ursprungsgebiet nicht gefährdete Kapfuchs hat etwa das Kaliber eines Korsaks, unterscheidet sich von diesem aber durch viel größere Ohren und einen längeren, buschigeren Schwanz. Wie jener ist er an das Leben in ariden Regionen angepasst. Mit seiner ansprechenden Gestalt eignet er sich als Botschafter für die zum Teil gefährdete Fauna, mit der er seinen Lebensraum teilt. Weil aber für eine vernünftig Präsentation ein Nachttierhaus oder ein intensives Beschäftigungsprogramm während der Besuchszeiten erforderlich ist, ist er in Europa nur ausnahmsweise zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Kapfuchs erreicht eine Schulterhöhe von rund 33 (28-36) cm, eine Kopf-Rumpflänge von 45-62 cm eine Schwanzlänge von 30-41 cm und ein Gewicht von 3-4 (2-4.4) kg. Die Augen sind groß, die Ohren lang. Eine schwarz-weiße Gesichtsmaske ist mehr oder weniger stark ausgeprägt. Der Schwanz ist auffällig lang, dick und buschig. Seine Spitze ist schwarz und über der Viole hat er einen schwarzen Fleck, eventuell ist die ganze Schwanzoberseite schwarz. Ansonsten ist das Fell oberseits silbergrau, unterseits sandgelb oder weißlich gelb. Die Kniekehlen sind schwarz, ansonsten sind die Läufe gelb- bis rotbraun, ebenso wie Kopof- und Halsseiten, Brust und Rückseiten der Ohren [1; 4; 5; 7].

Verbreitung

Südliches Afrika: Angola, Botswana, Namibia, Südafrika, eventuell Lesotho und Swasiland sowie marginal in Simbabwe [2; 7].

Lebensraum und Lebensweise

Der Kapfuchs besiedelt aride und semi-aride Gebiete wie Trockensavannen und Grasländer, Halbwüsten und Wüstenränder, aber auch Gebiete mit höherem Niederschlag und dichterem Pflanzenwuchs wie den Fynbos des Kaplands. Er lebt einzeln oder paarweise, manchmal auch in kleinen Gruppen verwandter Tiere, ist nachtaktiv und verbringt den Tag unter Felsen oder in einem selbstgegrabenen Bau. Jungtiere spielen jedoch auch tagsüber außerhalb des Baus. Die Streifgebiete, überlappen sich, nur die Umgebung des Baus wird als Territorium verteidigt. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, namentlich Käfern und Heuschrecken sowie Kleinnagern, gelegentlich Hasen, Vögeln, Vogeleiern, Reptilien und Früchten. Nach einer Sage der San soll der Kapfuchs Straußeneier dadurch öffnen, dass er sie über spitze Steine rollt, bis sie zerbrechen [1; 2; 3; 4; 7].

Je nach Region ist die Fortpflanzungszeit unterschiedlich. Meistens werden zwischen August und Oktober werden nach einer Tragzeit von 51-52 (49-56) Tagen 1-5 Junge geboren. Diese werden von beiden Eltern betreut und fangen im Alter von 4 Monaten an, selbständig zu jagen [4; 6; 7].

Gefährdung und Schutz

Der Kapfuchs hat eine weite Verbreitung und ist gebietsweise häufig. Bestandszahlen und -trends sind nicht verfügbar, aber die Gesamtpopulation wird als stabil angesehen. Seit 1996, letztmals überprüft 2014, gilt die Art daher als nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [3].

Der internationale Handel ist nach CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Felle des Kapfuchses könne zu Pelzdecken verarbeitet werden, aber der internationale Handel ist zu vernachlässigen. Gebietsweise werden Kapfüchse verfolgt, weil sie angeblich junge Schaflämmer töten. 1998 wurde die Zahl der Abschüsse für den Oranje-Freistaat mit über 2'500 pro Jahr angegeben, was 16% des Bestands entsprochen haben soll [1; 3].

Haltung

Als Höchstalter werden 10 Jahre und 8 Monate angegeben, erreicht von einem in den Zoos von Berlin und Osnabrück gehaltenen Rüden [6]. Die Haltung soll schwierig sein, aber der Kapfuchs sei "in Menschenobhut ein reizender, liebenswerter Pflegling [2].

Haltung in europäischen Zoos:
Die Art wird in Europa nur ganz ausnahmsweise gezeigt, gegenwärtig (2020) ist sie in nur einem Zoo zu sehen. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL soll ein Gehege für ein Paar mindestens eine Fläche von 30 m² aufweisen. Für jedes weitere erwachsene Tier kommen 10 m² zur Basisfläche dazu. Bei Haltung auf gewachsenen Böden ist die Fläche zu verdoppeln.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 2021) schreibt für *Mittelgroße Füchse" ein Außengehege mit einer Grundfläche von 40 m² vor, sowie ein Innengehege von 8 m² oder nur Schlafboxen und Abtrennmöglichkeiten. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2021) sind für ein Paar (Steppenfüchse) ein Außengehege von 100 und ein Innengehege von 50 m² erforderlich, für jedes weitere Adulttier jeweils 10 bzw. 5 m² mehr. Weshalb für diese aus einer Region mit winterlichen Nachttemperaturen bis unter 0ºC stammenden Art, ein Innengehege dieser Größe gefordert wird, ist nicht nachzuvollziehen.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Kapfuchs wurde 1833 von dem britischen Militärarzt und Forschungsreisenden Sir Andrew SMITH als "Canis chama" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Später wurde er in die bereist 1775 von dem aus der Oberpfalz stammenden Kupferstecher und Naturforscher Johann Leonhard FRISCH eingeführte Gattung Vulpes eingeordnet Es gibt keine Unterarten [7].

Literatur und Internetquellen

  1. ANIMAL DIVERSITY WEB
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. HOFFMANN, M. (2015).Vulpes chama. The IUCN Red List of Threatened Species 2014: e.T23060A46126992. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2014-1.RLTS.T23060A46126992.en. Downloaded on 04 December 2020.
  4. MILLS, G & HES, L. (1999)
  5. PUSCHMANN, W., ZSCHEILE, D., & ZSCHEILE, K. (2009)
  6. WEIGL, R. (2005)
  7. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-) 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx