Bartvögel, Tukane und Spechte

Grünarassari

Grünarassari (Pteroglossus viridis) in der Wilhelma Stuttgart Grünarassari (Pteroglossus viridis) in der Wilhelma Stuttgart
© Wilhelma (Pressefoto)
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 Neue Tierart

Ordnung: Spechtvögel (PICIFORMES)
Unterordnung: Spechtartige (PICOIDEA)
Familie: Tukane (Ramphastidae)

D LC 650

Grünarassari

Pteroglossus viridis • The Green Aracari • L'araçari vert

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Grünarassari (Pteroglossus viridis) in der Wilhelma Stuttgart © Wilhelma (Pressefoto)

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Grünarassaris (Pteroglossus viridis)

 

 

 

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Grünarassari (Pteroglossus viridis) in der Wilhelma Stuttgart © Wilhelma (Pressefoto)

 

 

 

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Grünarassaris (Pteroglossus viridis). Illustration aus GOULD, J. (1822-35). A Monograph of the Ramphastidae, or Family of Toucans. Gemeinfrei.

 

 

 

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Wie alle Tukane ist der Grünarassari ein lebhafter, plakativ gefärbter und mit einem auffälligen, großen Schnabel ausgestatteter Vogel, der das Interesse des allgemeinen Zoopublikums findet. Er eignet sich daher bestens als Botschafter für die vielfach bedrohten Waldlebensräume Südamerikas und deren Bewohner. Von den 27 Vertretern seiner Gattung ist er derjenige, der am häufigsten in europäischen Zoos anzutreffen ist.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Grünarassari ist der kleinste Vertreter seiner Gattung. Er erreicht eine Gesamtlänge von 30-40 cm, wo von 10-12 cm auf den Schwanz und bis zu 10 cm auf den Schnabel entfallen, sowie ein Gewicht von 110-160 g. Der Schnabel ist auffällig gelb, rot und schwarz gefärbt und hat weiße oder elfenbeinfarbene "Zähne" am Rand des Oberschnabels. Bei Hahn ist die unbefiederte Gesichtshaut violett-blau bis grünlich-gelb mit einem scharlachroten Fleck über und hinter dem Auge.  Die Henne hat einen kürzeren Schnabel. Das nackte Gesichtsfeld ist bei ihr kastanien- bis rostbraun und auf der Körperunterseite ist sie oft zimtfarben [2; 4; 6].

Verbreitung

Tropisches Südamerika: Brasilien, Französisch-Guyana, Guyana, Surinam, Venezuela [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Grünarassari besiedelt unterschiedliche Lebensräume: Tiefland-Regenwald, Trockenwald, Galeriewälder in Savannen und Plantagen. Die obere Grenze der Verbreitung liegt bei etwa 800 m. Er geht paarweise oder in kleinen Gruppen auf Futtersuche. Die Nahrung besteht aus Palmnüssen, Feigen und anderen Früchten sowie Insekten. Genistet wird bis zu 20 und mehr Meter über dem Boden in alten Spechthöhlen, die von Männchen und Weibchen erweitert werden. Die Gelege von meist 2-4 Eiern werden während 16-17 Tagen von beiden Eltern bebrütet. Die Jungen sind mit 32-47 Tagen flügge [1; 4; 6].

Gefährdung und Schutz

Der Grünarassari hat eine weite Verbreitung. Über den Bestand gibt es keine konkreten Angaben. Die Art gilt nicht als häufig, aber es wird angenommen, dass der Gesamtbestand stabil sei., Die Art gilt daher seit 2004, letztmals überprüft 2016 als nicht-gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE) [1].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Grünarassari befindet sich im internationalen Tierhandel [1]. Von 2001-2019 meldeten Surinam die Ausfuhr von 1'294, Guyana von 534 und Venezuela von 4 Wildfängen. Im selben Zeitraum wurde weltweit der Export von 217 Nachzuchtvögeln registriert. Davon stammten 104 aus Südafrika und 46 aus Singapur [3].

Haltung

Der Grünarassari gehört zu den Tukan-Arten, die in Menschenobhut am häufigsten zur Fortpflanzung gelangen [6].

Haltung in europäischen Zoos: Der Grünarassari wird in rund 30 Zoos gehalten, von denen sich gegen ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine Mindestanforderungen an Gehege für Tukane. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2019) schreibt für ein Paar aller Ramphastidae-Arten eine Außenvoliere von 8 m² / 20 m³ und eine Innenvoliere von 4 m² / 8 m³ vor.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Grünarassari wurde 1766 von Carl von LINNÉ als "Ramphastos viridis" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Pteroglossus wurde 1831 von dem in Berlin tätigen Zoologen Johann Karl Wilhelm ILLIGER eingeführt. Die Art gilt gegenwärtig als monotypisch, manche Autoren stellen jedoch den Schriftarassari (Pteroglossus inscriptus) als Unterart zu P. viridis [2; 4; 5].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Pteroglossus viridis. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22681994A95210922. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22681994A95210922.en . Downloaded on 22 October 2020.
  2. BOETTICHER, H. von (1959)
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  5. DEL HOYO, J., COLLAR, N. J., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A., FISHPOOL, L.D.C. (2014)
  6. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx