Kugel- und Plattfische

Gelbsaum-Drückerfisch

Gelbsaum-Drückerfisch (Pseudobalistes flavimarginatus) im Aquarium du Limousin, Limoges Gelbsaum-Drückerfisch (Pseudobalistes flavimarginatus) im Aquarium du Limousin, Limoges
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern
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 Neue Tierart

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Kugelfischverwandte (Tetraodontiformes)
Familie: Drückerfische (Balistidae)

D NB 650

Gelbsaum-Drückerfisch

Pseudobalistes flavimarginatus • The Yellowmargin Triggerfish • Le baliste à marges jaunes 

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Gelbsaum-Drückerfisch (Pseudobalistes flavimarginatus) im Underwater Observatory, Eilat © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Gelbsaum-Drückerfischs (Pseudobalistes flavimarginatus)

 

 

 

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Gelbsaum-Drückerfisch (Pseudobalistes flavimarginatus) im Underwater Observatory, Eilat © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Gelbsaum-Drückerfisch (Pseudobalistes flavimarginatus) im Aquarium de Paris, (Cinéaqua) © Matthieu Sontag, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic-Lizenz.

 

 

 

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Gelbsaum-Drückerfisch (Pseudobalistes flavimarginatus) nebst zwei anderen Fischarten. Illustration aus P. BLEEKER (1865). Atlas ichthyologique des Indes orientales néêrlandaises Band V, Tafel CCXXIV. Public Domain.

 

 

 

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Der Gelbsaum- Drückerfisch ist eine wahrscheinlich nicht-gefährdete Art, die im Indopazifik weit verbreitet ist und zur Ernährung sowie für aquaristische Zwecke gehandelt wird. In europäischen Zoos und Aquarien ist sie zwar vertreten, aber deutlich seltener zu sehen als die meisten Balistes-, Balistoides- oder Rhinecanthus-Arten.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Gelbsaum-Drückerfisch hat einen hochrückigen und seitlich stark abgeflachten Körper. Er erreicht eine Länge von 60 cm. Das kleine Maul ist mit kräftigen, meißelähnlichen Zähnen besetzt. Die Rückenflosse weist 3 Stachel- und 24-27 Weichstrahlen auf, die Afterflosse 22-25 Weichstrahlen. Die Grundfärbung des Körpers ist meistens gelblich bis orangefarben, bisweilen auch rötlich. Darauf liegt ein netzartiges Muster, das durch die großen, hell umrandeten Schuppen entsteht. Das Gesicht ist nicht gemustert. Rücken-, Schwanz und Afterflosse haben einen gelben oder orangen Rand, ansonsten ist die Farbe der Flossen sehr variabel. Wie alle Drückerfische kann auch diese Art mittels des 2. Rückenstachels den 1. Rückenstachel aufrecht fixieren. Die Art ähnelt stark dem Riesen-Drückerfisch (Balistoides viridescens), wird aber nicht ganz so groß und unterscheidet sich von jenem durch die gelben Flossensäume und das Fehlen der Schnurrbartzeichnung. [1; 2; 5].

Verbreitung

Indopazifik: Von der afrikanischen Küste bis in den mittleren Pazifik. Die Art kommt u. a. in den Territorialgewässern folgender Länder und abhängigen Gebiete vor: Ägypten, Amerikanisch-Samoa, Australien, Cookinseln, Fidschi, Französisch-Polynesien, Französische Südterritorien in der Mosambikstraße, Guam, Indien, Indonesien, Japan, Jemen, Kiribati, Kokos-(Keeling)Inseln, Komoren, Korea Rep., Madagaskar, Malaysia, Malediven, Marshallinseln, Mauritius, Mikronesien, Mosambik, Myanmar, Neukaledonien, Niue, Nördliche Marianen, Ost-Timor, Palau, Papua-Neuguinea, Philippinen, Réunion, Salomonen, Samoa, Saudi-Arabien, Seychellen, Somalia, Sri Lanka, Südafrika, Taiwan, Tansania, Thailand, Tonga, Tuamotu-Archipel, Vietnam, Weihnachtsinsel [4].

Lebensraum und Lebensweise

Der Gelbsaumdrückerfisch besiedelt innere Küstenriffe (Korallenriffe), Flussmündungen und Lagunen in Wassertiefen von 2-50 m, oft über Schlickböden. Erwachsene leben außerhalb der Laichzeit einzeln oder paarweise. Jungtiere bilden Gruppen. Die Fische ernähren sich von den Spitzen von Korallenzweigen, Meeresschnecken, Krebstieren, Foraminiferen, Manteltieren und Seeigeln. Sie schwimmt oft in einer Schräglage und schlafen, indem sie sich auf eine Seite legen. Sie können deutlich wahrnehmbare Geräusche erzeugen. Die Art ist eierlegend, die Männchen besetzen zur Laichzeit Territorien mit geeigneten Nestplätzen. Die Weibchen kümmern sich um ihr Gelege, das Nestterritorium wird von den Paare bewacht und verteidigt [1; 2].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste der IUCN noch nicht beurteilt. In Anbetracht der weiten Verbreitung ist eine Gefährdung unwahrscheinlich.

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Gelbsaum-Drückerfisch wird gebietsweise zur Fleischgewinnung gefangen, wobei Einfahrnetze zur Anwendung gelangen. Vermarktet wird er frisch oder gesalzen und getrocknet. Er  befindet sich gelegentlich im Aquarienfischhandel. Angebote liegen in der Schweiz im Bereich von 80 CHF [Online-Inserate 2020].

Haltung

Der Gelbsaum-Drückerfisch ist nur für erfahrene Halter geeignet. Für die Unterbringung wird ein Aquarium von mindestens 10'000 Liter Inhalt empfohlen. Die Wassertemperatur sollte im Bereich von 22-27°C liegen [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in einigen wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich gegenwärtig (2020) keine im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestnormen. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs fordert für Arten bis 60 cm Länge ein Beckenvolumen von mindestens 10'000 l, wobei die Tiere ohne weitere Artgenossen zu halten sind. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Gelbsaumdrückerfisch wurde 1829 von dem deutschen Natur- und Afrikaforscher Wilhelm Peter Eduard Simon RÜPPELL als "Balistes flavimarginatus" erstmals wissenschaftlich beschrieben und kam später in die 1865 von dem niederländischen Arzt und Ichthyologen Peter BLEEKER aufgestellte Gattung Pseudobalistes [3].

Literatur und Internetquellen

  1. FISCHLEXIKON
  2. FISH BASE
  3. GBIF
  4. MEERWASSER-LEXIKON
  5. WOOD, E. & AW, M. (2002)

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Gelesen 404 mal Letzte Änderung am Dienstag, 15 September 2020 07:16
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx