Rochen

Kuhnasenrochen

Kuhnasenrochen (Rhinoptera bonaus) im Zoo Rotterdam Kuhnasenrochen (Rhinoptera bonaus) im Zoo Rotterdam
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern
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 Neue Tierart

Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Teilklasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
Taxon ohne Rang: Rochen (Batoidea)
Ordnung: Stechrochenartige (Myliobatiformes)
Familie: Kuhnasenrochen (Rhinopteridae)

D NT 650

Atlantischer Kuhnasenrochen

Rhinoptera bonasus • The Cownose Ray  • La raie à mufle américaine

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Atlantischer Kuhnasenrochen (Rhinoptera bonasus) im Seaquarium, Le Grau-du-Roi © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Atlantischer Kuhnasenrochen (Rhinoptera bonasus). Geht südwärts noch etwas weiter (bis zur La Plata-Mündung

 

 

 

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Atlantischer Kuhnasenrochen (Rhinoptera bonasus) im Zoo Rotterdam © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Atlantischer Kuhnasenrochen (Rhinoptera bonasus) im Zoo Rotterdam © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Atlantischer Kuhnasenrochen (Rhinoptera bonasus) im Montgomery Zoo (AL) © Montgomery Zoo

 

 

 

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Atlantischer Kuhnasenrochen (Rhinoptera bonasus). Zähne und Maulskelett präsentiert im Greater Cleveland Aquarium, Cleveland (OH) © James St. John, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution 2.0 Generic-Lizenz.

 

 

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Die Gattung Rhinoptera umfasst 7 Arten, davon sind eine stark gefährdet, eine gefährdet und vier potenziell gefährdet. Von den vier Arten, die in europäischen Zoos und Schauaquarien vertreten sind, ist der Atlantische Kuhnasenrochen mit Abstand am häufigsten zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

An ihrer doppelhöckerigen Schnauze mit der markanten Einkerbung sind Kuhnasenrochen leicht von anderen Rochenarten zu unterscheiden. Sie haben einen abgeflachten, rautenförmigen Körper mit zu spitz zulaufenden Flügeln umgebildeten Brustflossen, der deutlich breiter als lang ist, und einen langen, peitschenartigen Schwanz. Unter- und Oberkiefer sind mit flachen Zähnen besetzt, die einen plattenfömigen Kauapparat bilden. Die Zähne sind extrem hart und darauf ausgerichtet, Schalentiere zu zerquetschen. Beim Atlantische Kuhnasenrochen können die Männchen eine Breite von 90 cm, die Weibchen von 70 cm erreichen. Oberseits sind die Tiere braun oder olive gefärbt, unterseits weiß oder gelblich weiß [2; 6].

Verbreitung

Westatlantik: Amerikanische Küste von den USA bis Brasilien, in jüngerer Zeit bis zum Rio de la Plata, Nordküste von Kuba, von den meisten Karibikinseln nicht nachgewiesen. Die Art kommt in den Territorialgewässern folgender Staaten vor: Argentinien, Belize, Brasilien, Costa Rica, Französisch-Guyana, Guatemala, Guyana, Honduras, Kolumbien, Kuba, Mexiko Nikaragua, Panama, Suriname, Trinidad und Tobago, Uruguay, USA, Venezuela [2; 4].

Lebensraum und Lebensweise

Der Atlantische Kuhnasenrochen besiedelt Sandküsten, Buchten und Ästuare bis in eine Tiefe von ca. 20 (-50) m. Er geht auch ins Brackwasser. Er schwimmt im offenen Wasser, sucht seine Nahrung aber am Boden. Diese besteht aus Wirbellosen, vornehmlich Muscheln. Die Tiere werden wird mit 4-8 Jahren geschlechtsreif. Die Art ist lebendgebärend, wobei meist nur ein einzelnes Jungtier geboren wird. Dieses hat eine Spannweite von 25-40 cm. Über die Dauer der Trächtigkeit besteht Unklarheit. Vermutlich kommt es nur zu einem Wurf pro Jahr. Gleich nach einer Geburt kommt es wieder zur Paarung. Die Tiere unternehmen in großen Gruppen saisonale Wanderungen. Das Höchstalter dürfte bei etwa 18 Jahren liegen [2; 4; 6].

Gefährdung und Schutz

Gestützt auf eine mittlerweile revisionsbedürftige Beurteilung wurde der Atlantische Kuhnasenrochen 2006 als potenziell gefährdet in die Rote Liste der IUCN aufgenommen. Dies deshalb, weil sein Auftreten in oft großen Gruppen, die späte Geschlechtsreife und geringe Fortpflanzungsrate die Art anfällig für eine Übernutzung machen [4].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Atlantische Kuhnasenrochen wird im Rahmen der gewerblichen Fischerei nicht gezielt befischt, sondern nur als Beifang angelandet [4].

Haltung

Kuhnasenrochen sollten nur durch erfahrene Meerwasseraquarianer in Großaquarien gehalten werden. Die Wassertemperatur sollte 29°C nicht übersteigen [5]. Die Welterstzucht glückte 2004 im Ubatuba-Aquarium in Brasilien [1].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 40 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Sechstel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. Die "Mindestanforderungen für das Halten von Fischen zu Zierzwecken" der Schweizerischen Tierschutzverordnung dürften auf Knorpelfische nicht anwendbar sein, jedoch ist für das private Halten von Haien und Rochen eine Bewilligung erforderlich.

In Bayern gelten Kuhnasenrochen als gefährliche Tiere im Sinne des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes und ihre Haltung bedarf einer Bewilligung der Gemeinde.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Atlantische Kuhnasenrochen wurde 1815 von dem amerikanischen Physiker, Naturforscher und Politiker Samuel Latham MITCHILL als "Raja bonasus" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Rhinoptera wurde 1824 von dem niederländischen Arzt und Naturforscher Johan Coenraad van HASSELT in Rahmen seiner Veröffentlichung "Sur les poissons de Java" eingeführt. Da jedoch bestimmte nomenklatorische Voraussetzungen nicht efüllt waren, wurde dies als "nomen nudum" gewertet und als offizieller Namensgeber gilt der französische Naturforscher und Direktor der Ménagerie von Paris, Georges-Frédéric CUVIER (1829) [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BALDASSIN, P.I., GALLO, H.I. & AZEVEDO, V.G.
  2. FISH BASE
  3. GBIF
  4. BARKER, A.S. 2006. Rhinoptera bonasus. The IUCN Red List of Threatened Species 2006: e.T60128A12310195. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2006.RLTS.T60128A12310195.en . Downloaded on 07 September 2020.
  5. MEERWASSER-LEXIKON
  6. VILCINSKAS, A. (2011)

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Gelesen 3692 mal Letzte Änderung am Montag, 07 September 2020 15:15
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx