Kugel- und Plattfische

Orangestreifen-Drückerfisch

Orangestreifen-Drückerfisch (Balistapus undulatus) in den Meereswelten Fehmarn Orangestreifen-Drückerfisch (Balistapus undulatus) in den Meereswelten Fehmarn
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Kugelfischverwandte (Tetraodontiformes)
Familie: Drückerfische (Balistidae)

D NB 650

Orangestreifen-Drückerfisch

Balistapus undulatus • The Orange Striped Triggerfish • Le baliste ondulé

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Orangestreifen-Drückerfisch (Balistapus undulatus) in den Meereswelten Fehmarn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung des Orangestreifen-Drückerfischs (Balistapus undulatus)

 

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Orangestreifen-Drückerfisch (Balistapus undulatus) in den Meereswelten Fehmarn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Orangestreifen-Drückerfisch (Balistapus undulatus) im Zoo Leipzig © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Orangestreifen-Drückerfisch (Balistapus undulatus) im Zoo Basel © SRF/Zoo Basel (Standbild aus Slow TV)

 

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Orangestreifen-Drückerfisch (Balistapus undulatus) im Centre National de la Mer, à Boulogne-sur-Mer © Hans Hillewaert. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

 

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Orangestreifen-Drückerfisch (Balistapus lineatus = B. undulatus) . Illustration aus P. BLEEKER (1865). Atlas ichthyologique des Indes orientales néêrlandaises Band V, Tafel CCXXIX (Ausschnitt). Public Domain.

 

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Der Orangestreifen- Drückerfisch ist eine wahrscheinlich nicht-gefährdete Art, die im Indopazifik weit verbreitet ist und für aquaristische Zwecke gehandelt wird. In europäischen Zoos und Aquarien ist sie zwar vertreten, aber deutlich seltener zu sehen als manche Balistes-, Balistoides- oder Rhinecanthus-Arten.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Orangestreifen-Drückerfisch erreicht im  Mittel eine Länge von 25 cm, selten 30-35 cm. Anders als andere Drückerarten weist er einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf: Erwachsene Männchen verlieren die orangen Streifen und Punkte zwischen Maul und Auge. Die Rückenflosse weist 3 Stachel- und 24-27 Weichstrahlen auf, die Afterflosse 20-24 Weichstrahlen. Die Grundfärbung ist sehr variabel, sie reicht von beige über grün bis dunkelbraun, darauf befindet sich ein oranges Streifenmuster, vom Maul bis zur Brustflosse auch einige blaue Streifen. Auf dem Schwanzflossenstiel liegt ein großer schwarzer Fleck. Die Flossenstrahlen von Rücken-, After- und Brustflossen sind orange, die Schwanzflosse kann gelb, orange oder grün sein oder diese Farben kombinieren [1; 2].

Verbreitung

Indopazifik: Von der afrikanischen Küste bis in den mittleren Pazifik. Die Art kommt in den Territorialgewässern folgender Länder und abhängigen Gebiete vor: Ägypten, Amerikanisch-Samoa, Australien, Brunei-Darussalam, Chagos-Archipel, China, Cookinseln, Fidschi, Französisch-Polynesien, Guam, Hawaii, Indien, Indonesien, Japan, Jemen, Kambodscha, Kiribati, Madagaskar, Malaysia, Malediven, Marquesas-Inseln, Marshallinseln, Mikronesien, Mosambik, Myanmar, Neukaledonien, Nördliche Marianen, Palau, Papua-Neuguinea, Philippinen, Réunion, Samoa, Saudi-Arabien, Seychellen, Singapur, Somalia, Sri Lanka, Südafrika, Sudan, Taiwan, Tansania, Thailand, Timor-Leste, Tonga, Tuamotu-Archipel, Vanuatu, Vietnam, Weihnachtsinsel [4].

Lebensraum und Lebensweise

Der Orangestreifen-Drückerfisch lebt vorzugsweise in Lagunen und an Außenriffen mit starkem Korallenbewuchs in Tiefen von 5 bis 50 Metern. Er frisst Algen, Fische und Wirbellose aller Art, einschließlich  Stein- und Weichkorallen, Seeigel, Muscheln und Meeresschnecken, Manteltiere sowie Schwämme. Er besitzt sehr kräftige Kiefer, mit denen er auch harte Schalten knacken kann. Erwachsene verhalten sich territorial. Nur zur Fortpflanzung versammeln sie sich in strömungsreichen Riffkanälen, um in Gruben im Sand oder Korallenbruch zu laichen. Das Gelege besteht aus einem einzigen schwammigen Ballen. Es wird von einem, gelegentlich zwei Erwachsenen bewacht. Die Larven schlüpfen nachts [1; 2].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste der IUCN noch nicht beurteilt. In Anbetracht der weiten Verbreitung ist eine Gefährdung unwahrscheinlich.

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Orangestreifen-Drückerfisch befindet sich im Aquarienfischhandel, ist jedoch nicht stets verfügbar. Angebote liegen in Deutschland im Bereich von 50-70 €, in der Schweiz von 50-120 CHF [Online-Inserate 2020].

Haltung

Der Orangestreifen-Drückerfisch ist nur für erfahrene Halter geeignet. Für die Unterbringung wird ein Aquarium von mindestens 3'500 Liter Inhalt empfohlen. Die Wassertemperatur sollte im Bereich von 23-26°C liegen [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 20 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich ein paar wenige im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestnormen. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs fordert für Arten bis 25 cm Länge ein Beckenvolumen von mindestens 1'000 l, wobei die Tiere ohne weitere Artgenossen zu halten sind. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Orangestreifen-Drückerfisch wurde 1797 von dem schottischen Afrika-Reisenden Mungo PARK als "Balistes undulatus" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Balistapus wurde 2820 von dem thüringischen Arzt und Naturforscher Wilhelm Gottlieb TILESIUS von TILENAU eingeführt [3].

Literatur und Internetquellen

  1. FISCHLEXIKON
  2. FISH BASE
  3. GBIF
  4. MEERWASSER-LEXIKON

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx