S

SIART, B. (2012)

Visual acuity in the larvae and adults of the assassin bug Platymeris biguttatus (Reduviidae, Heteroptera, Insecta).

Diplomarbeit (Mag. rer. nat) Universität Wien. 45 Seiten.

Zusammenfassung:

Ziel dieser Diplomarbeit ist es die Entwicklung des optischen Auflösungsvermögens der räuberischen Raubwanze Platymeris biguttatus (Reduviidae) zu erforschen. Zu diesem Zweck werden morphologische Untersuchungen der wichtigsten Augenparameter sowieVerhaltensversuche in Form eines Wahlversuches und eines optokinetischen Versuchesdurchgeführt. Augenparameter wie Facettendurchmesser, Interommatidialwinkel und die Anzahl der Facetten pro Auge werden für alle fünf Larvalstadien sowie die adulten Tiere untersucht. Wanzen im dritten Larvalstadium sowie adulte Tiere werden im Wahlversuch verwendet. In dem optokinetischen Versuch werden ausschließlich adulte Tiere verwendet. Der Wahlversuch basiert auf der Annahme, dass Wanzen der Spezies Platymeris biguttatus photonegatives Verhalten zeigen und von dunklen Stimuli angezogen werden, wenn sie einer hellen Umwelt ausgesetzt werden. Die Wanzen werden in einer V-förmigen Arena ausgesetzt und können entweder in einen Gang laufen, an dessen Rückwand ein dunkler Stimulus angebracht ist, oder in einen anderen Gang ohne einen solchen Stimulus. Der optokinetische Versuch basiert auf dem Experiment von Bernd Hassestein (1949). Die morphologischen Daten zeigen, dass der Facettendurchmesser und die Anzahl der Ommatidien während der Larvalentwicklung mehr oder weniger kontinuierlich anwachsen. Der Interommatidialwinkel hingegen scheint sich nicht derart kontinuierlich zu entwickeln. Die Anzahl der Facettennimmt von 105 im ersten Larvalstadium auf durchschnittlich 880 bei den Adulten zu. Während der Larvalentwicklung vergrößert sich der Facettendurchmesser von 34 μm auf 69μm, und der Interommatidialwinkel im anterioren Anteil des Auges schrumpft von 10,4° auf 3,7°. Im Wahlversuch wählen die adulten Wanzen signifikant häufiger jenen Gang, in dem der dunkle Stimulus fixiert ist, bis hinunter zu Stimulusgrößen die einen Sehwinkel von 1,5°einschließen. Ist eine graue Rückwand in jenem Gang angebracht, der keinen Stimulus enthält, verringert das die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wanze den Gang mit dem Stimulus wählt deutlich. Tiere, die sich im dritten Larvalstadium befinden, wählen nur bei einem Stimulus der 15° breit ist signifikant häufiger den Gang mit Stimulus. Im optokinetischen Versuch zeigen adulte Versuchstiere signifikante Reaktionen auf Streifenmuster, die aus schwarzen und weißen Streifen von je 1,5° Breite zusammengesetzt sind. Besonderheiten der Entwicklung der Augenparameter und die Aussagekraft der Verhaltensversuche werden besprochen.

siart-biblio

Gelesen 147 mal
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx