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Schwämme - Gold-Zapfenschwamm

Goldschwamm (Aplysina aerophoba) im Aquarium Piran, Slowenien Goldschwamm (Aplysina aerophoba) im Aquarium Piran, Slowenien
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Stamm: Schwämme (Porifera)
Klasse: Hornkieselschwämme (Demospongiae)
Ordnung: Verongiida
Familie: Suberitidae

D NB 650

Goldschwamm, Goldener Zapfenschwamm

Aplysina aerophoba • The Gold Sponge, or Yellow Tube Sponge • La vérongia

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Goldschwamm (Aplysina aerophoba) im Aquarium Piran, Slowenien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Goldschwamms (Aplysina aerophoba) nach GBIF

 

 

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Goldschwamm (Aplysina aerophoba) im Aquarium Piran, Slowenien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Goldschwamm (Aplysina aerophoba) im Aquarium Piran, Slowenien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Goldschwamm (Aplysina aerophoba). Ausschnitt aus Pfurtschellers Zoologische Wandtafel Nr. 12 - Darstellungen zum Bau von Schwämmen I. Quelle: Humboldt-Universität zu Berlin, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät I, Institut für Biologie, Vergleichende Zoologie. Die Pfeile zeigen die Richtung des Wasserverlaufs an

 

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Verbreitung

Mittelmeer und Nordatlantik: Die Art kommt hauptsächlich im Mittelmeer vor, besiedelt auch die Küsten der Kanaren, Azoren und Kapverden und wurde auch an der westafrikanischen Küste und in der Karibik festgestellt [1; 6].

Biologie

Der Goldschwamm bildet charakteristische, leuchtend gelbe Röhrenmassen, die, wenn man sie aus dem Wasser nimmt, blauschwarz  werden und die Hand ebenso färben. In Alkohol konservierte Exemplare geben die Farbe an die Flüssigkeit ab. Dieser Farbwechsel hat zum Artepitethon "aerophoba" (die Luft fürchtende) geführt. Der Schwamm lässt sich zusammendrücken und fühlt sich gummig an. Er bildet Kolonien, die 40-60 cm (> 100 cm) Durchmesser erreichen können. Aus der massiven Basis wachsen einzelne bis 80 mm hohe und 10-30 mm dicke Schlote die jeweils über eine Hauptöffnung, das Osculum, verfügen, durch die Wasser und Stoffwechselprodukte ausgestoßen werden. Der Schwammkörper enthält als  Skelettelemente verhornte Sponginfasern [1; 2; 4; 5; 6].

Der Goldschwamm lebt auf Meeresböden, oft in Posidonienwiesen, und an Felsküsten bis in eine Tiefe von 10 (-25) m. Er ernährt sich von Phyto- und Zooplankton, das er durch seine Wandporen einstrudelt. Die Fortpflanzung der Schwämme kann sexuell oder asexuell erfolgen. Wie die  meisten Schwämme sind Aplysina spp. Hermaphroditen. Sie besitzen sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane. Die Spermien werden in das Innere des Schwammes entlassen und mit dem Wasserstrom  ausgestrudelt. Spermien von benachbarten Tieren werden wie Nahrungspartikel  eingestrudelt, anschließend kommt es zur inneren Befruchtung. Entwickelte Larven werden  ins Freie entlassen. Die asexuelle Vermehrung besteht darin, dass saisonal an der Schwammoberfläche bis 5 cm lange und 1 cm dicke Auswüchse entstehen, die gegen Ende des Sommers abgestoßen werden und aus denen sich neue Schwämme bilden können [3; 5; 7].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Aplysina aerophoba produziert antivirale Subsztanzen und ist daher Gegenstand biomedizinischer Forschungsarbeiten [5]. Wegen ihrer auffälligen Färbung und Gestalt ist die Art von Interesse für Unterwasser-Fotografen.

Haltung

Für die Haltung in Heimaquarien nicht geeignet [4]. Im deutschsprachigen Raum gibt es keinerlei Mindestanforderungen an die Haltung. Detaillierte Angaben zur Haltung finden sich bei RÜHLE [5].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1833 von NARDO als "Aplysia aerophoba" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Im selben Jahr wurde sie von dem venezianischen Arzt und Naturforscher Giovanni Domenico NARDO, der in Wien die Wirbellosen-Sammlung des K.k. Naturhistorischen Hofmuseums betreute, in die Gattung Verongia verschoben, und ein Jahr später wurde die Gattung  "Aplysia" von ihm  in Aplysina umbenannt. Dies ist die aktuell gültige Bezeichung, Verongia wird aber auch in neuerer Literatur noch angetroffen [7; 8].

Literatur und Internetquellen

  1. GLOBAL BIODIVERSITY INFORMATION FACILITY
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. MARINE SPECIES INFORMATION PORTAL
  4. MEERWASSER-LEXIKON
  5. RÜHLE, S. (2009)
  6. THEODOR, J. (1964)
  7. WORLD PORIFERA DATA BASEWORLD PORIFERA DATA BASE
  8. WoRMS

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Gelesen 7734 mal Letzte Änderung am Dienstag, 21 Dezember 2021 17:40
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