Laub-, Ried- und Beutelfrösche

Prachtlaubfrosch

Prachtlaubfrosch (Litoria splendida) im Zoo Perth Prachtlaubfrosch (Litoria splendida) im Zoo Perth
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)

Familie: Laubfrösche (Hylidae)
Unterfamilie: Australische Laubfrösche (Pelodryadinae)

D LC 650

Prachtlaubfrosch

Litoria splendida • The Magnificent Tree Frog • La rainette arboricole splendide

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Prachtlaubfrosch (Litoria splendida) im Zoo Zagreb © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Prachtlaubfroschs (Litoria splendida)

 

 

 

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Prachtlaubfrösche (Litoria splendida) im Zoo Zagreb © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Prachtlaubfrosch (Litoria splendida) im Featherdale Wildlife Park, Doonside NSW © Johannes Pfleiderer, Zoo Duisburg

 

 

 

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Der Prachtlaubfrosch ist  ist eine nicht-gefährdeter Frosch aus Australien, der stark dem Korallenfinger (Litoria caerulea) gleicht. Obwohl eine spektakuläre Art, wird er in europäischen Zoos - im Gegensatz zum Korallenfinger - nur sehr selten gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Prachtlaubfrosch ähnelt stark dem Korallenfinger (Litoria caerulea). Wie jener erreicht er eine Kopf-Rumpflänge von über 10 cm, hat einen stark abgerundeten Kopf und einen plumpen, massigen Körper sowie auffällig große Haftscheiben an Fingern und Zehen. Die Haut ist glatt, in der Nacken- und Schultergegend verdickt und mit großen Drüsenporen ausgestattet. Sie ist oberseits hellgrün und weist zerstreute gelbe oder weiße Tupfen auf. Bauch und Innenseiten der Beine sind überwiegend weiß bis hellgelb [2].

Verbreitung

Australien: Im Norden von Westaustralien (Kimberley Range) und anschließendem Northern Territory [4].

Lebensraum und Lebensweise

Die Art kommt in unterschiedlichen Typen von Feuchtwäldern vor, ferner als Kulturfolger  auch auf Agrarland, wo sie Viehtränken nutzt, und im Siedlungsgebiet, wo sie in Gartenteichen laicht. Tagsüber ruhen die Frösche in Höhlen, Felsspalten, in und an Gebäuden einschließlich öffentlicher Toiletten. Die Forpflanzungsperiode beginnt mit dem Einsetzen des Monsuns. Ein Weibchen legt bis zu 6'500 einzelne Eier im Wasser ab, die dort zuboden sinken. Die Entwicklung der Kaulquappen dauert 1-4 Monate je nach Zeitpunkt der Eiablage [4; 5].

Gefährdung und Schutz

Aufgrund einer mittlerweile revisionsbedürftigen Beurteilung wurde die Art 2004 als nicht-gefährdet (LEAST CONCERN) in die Rote Liste aufgenommen, weil sie eine relativ weite Verbreitung und einen mutmaßlich großen, stabilen Bestand hat [4].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird in einigen australischen Zoos gezüchtet. Im Heimtierhandel ist sie als Folge der restriktiven australischen Ausfuhrpoliti kaum anzutreffen [4].

Haltung

Für die Haltung wird ein geräumiges Terrarium mit Kletterästen, widerstandsfähigen Pflanzen und einem kleinen Wasserbehälter empfohlen. Die Umgebungstemperatur sollte zwischen 18 und 32ºC liegen [5].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur ganz wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen gegenwärtig (2020) keine im deutschsprachigen Raum liegt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Prachtlaubfrosch wurde erst 1977 von einem australischen Herpetologen-Team (TYLER, DAVIES & MARTIN) unter dem Namen Litoria splendida wissenschaftlich beschrieben. 1985 wurde er in die Gattung Pelodryas, 2016 von einer Autorengruppen in die Gattung Dryopsophus und im selben Jahr von einer anderen in die 1838 von Johann Jakob von TSCHUDI eingeführten Gattung Ranoidea eingeteilt. Die IUCN und AMBHIBIA WEB führen ihn aber nach wie vor unter Litoria [1; 2; 3; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. DUELLMAN, W. E., MARION, A. B. & BLAIR HEDGES, S. (2016)
  4. HERO, J.-M., ROBERTS, D. (2004). Litoria splendida. The IUCN Red List of Threatened Species 2004: e.T41111A10400522. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2004.RLTS.T41111A10400522.en . Downloaded on 13 August 2020.
  5. HERRMANN, H. J. (2005)

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Gelesen 8077 mal Letzte Änderung am Dienstag, 21 Dezember 2021 17:15
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx