Vipern

Transkaukasische Hornotter

Transkaukasische Hornotter (Vipera transcaucasiana) im Terrazoo Rheinberg Transkaukasische Hornotter (Vipera transcaucasiana) im Terrazoo Rheinberg
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern
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 Neue Tierart

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Schlangen (SERPENTES)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea oder Xenophidia)
Familie: Vipern (Viperidae)
Unterfamilie: Echte Vipern (Viperinae) 

D NT 650

Transkaukasische Hornotter

Vipera transcaucasiana • The Transcaucasian Long-nosed Viper • La vipère transcaucasienne au long nez

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Transkaukasische Hornotter (Vipera transcaucasiana) im Terrazoo Rheinberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung der Transkaukasischen Hornotter (Vipera transcaucasiana)

 

 

 

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Transkaukasische Hornotter (Vipera transcaucasiana) im Zoo Moskau © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Die Transkaukasische Hornotter wurde unlängst noch als Unterart der Sandotter (Vipera ammodytes) angesehen. Sie gilt als potenziell gefährdet, wofür u.a. die Sammeltätigkeit von Hobby-Herpetologen verantwortlich gemacht wird. In Zoos ist sie im Gegensatz zur Sandotter nur ausnahmsweise zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Transkaukasische Hornotter wird als die ursprünglichste Art der ammodytes-Gruppe angesehen. Sie wird ca. 75 cm lang. Ihre Rückenzeichnung gleicht eher der eine Aspisviper als der einer anderen Art der ammodytes-Gruppe. Sie besteht meist aus Querbalken, die über den Rücken verlaufen oder in der Rückenmitte gegeneinander versetzt sind. Das Schwanzende ist grün, auf der Unterseite gelb. Das Horn ist kurz [1].

Verbreitung

Kaukasusregion: Aserbaidschan, Georgien, Iran, Türkei [3; 4].

Lebensraum und Lebensweise

Die Transkaukasische Hornotter besiedelt trockene, mit Eichen, Hainbuchen und Kiefern bestandene Wälder und felsiges Gelände vom Tiefland bis auf eine Höhe von 1'700 m. Im Gebirge wird sie auch auf alpinen Rasen angetroffen. Die Schlangen sind hauptsächlich am Morgen und gegen Abend aktiv. Die Winterruhe beginnt ende Oktober. Im März-April setzt die Paarungszeit ein. Die Art ist ovovivipar. Die 4-10 Jungen werden im August-September geboren [4;].

Gefährdung und Schutz

Bedingt durch Sammeltätigkeit für den internationalen Tierhandel nehmen die Bestände ab. Auch der Lebensraum wird zunehmend eingeschränkt. Im Rahmen einer mittlerweite revisionsbedürftigen Beurteilung aus dem Jahr 2008 wurde die Art deshalb als potenziell gefährdet (Rote Liste: NEAR THREATENED) eingestuft [4].

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich im nationalen und internationalen Tierhandel [4].

Haltung

Die Transkaukasische Hornotter gehört zu den "Gefahrtieren", deren Haltung in manchen deutschen Bundesländern unter sicherheitspolizeilichen Aspekten eingeschränkt oder geregelt ist [2].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur sehr wenigen Institutionen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für zwei etwa gleich lange Tiere mindestens 1.25x so lang und 0.75x so breit sein wie die Gesamtlänge eines Tieres. Die Höhe soll die Hälfte der Gesamtlänge betragen. Für jedes weitere Tier ist das Terrarienvolumen unter Beibehaltung der Proportionen um 20% zu erhöhen. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) schreibt für 1-2 Tiere ein Gehege vor, dessen Grundfläche dem 1.0x0.5-fachen und dessen Höhe der Hälfte der Gesamtlänge eines Tiers entsprechen. In der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2020) ist die Art nicht erwähnt. Es gelten die allgemeinen Bestimmungen für die Haltung von Schlangen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Transkaukasische Hornotter wurde 1913 von dem am am British Museum tätigen belgischen Zoologen George Albert BOULENGER unter der Bezeichnung Vipera ammodytes var. transcaucasiana als Unterart der Sandotter beschrieben. Fritz Jürgen OBST, der Leiter der Naturhistorischen Sammlungen Dresden, trennte sie bereits 1983 von ammodytes ab, aber erst in jüngerer Zeit wurde sie allgemein als eigenständige Art anerkannt [1; 3; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. BRODMANN, P. (1987)
  2. DGHT/DVA (Hrsg. 2014)
  3. THE REPTILE DATA BASE
  4. TUNIYEV, B. et al. (2009). Vipera transcaucasiana (errata version published in 2017). The IUCN Red List of Threatened Species 2009: e.T164708A114549008. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2009.RLTS.T164708A5919515.en . Downloaded on 05 July 2020.

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx