Meere, Inseln, Antarktis

Indischer Ozean

Mahé, Seychellen Mahé, Seychellen
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

(3) Allgemeines
(3.1) Inseln vor der Ostafrikanischen Küste
(3.2) Madagaskar
(3.3) Maskarenen
(3.4) Seychellen
(3.5) Malediven

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Allgemeines

Der Indische Ozean ist der drittgrößte Ozean der Erde. Er ist bis zu 8'047 m tief und liegt im Gegensatz zu Atlantik und Pazifik hauptsächlich auf der Südhalbkugel. Nebst der indonesischen Inselwelt und Sri Lanka, die unter Lebensräume in Süd- und Südostasien vorgestellt werden, ist Madagaskar die wichtigste Insel im Indischen Ozean. Eigenständige Inselgruppen sind Sansibar, Sokotra, die Komoren, die Seychellen, die Maskarenen, der Chagos-Archipel, die Malediven, die Andamanen und Nikobaren sowie die Lakkadiven und Amindiven.

Madagaskar zusammen mit den Komoren, Seychellen und Maskarenen gilt als Brennpunkt der Biodiversität. Von 12'000 hier vorkommenden Gefäßpflanzen sind 9'704, also über drei Viertel, endemisch, von 359 Vogelarten deren 199, von 112 Säugetierarten 84, von 327 Reptilienarten 301 und von den 189 Amphibienarten gar 187 (MITTERMEIER et al., 1999).

Eine Gefahr für die Biodiversität, die im indischen Ozean besonders ausgeprägt ist, ist die seit den 1970er-Jahren bekannte und seither zunehmend auftretende „Korallenbleiche“, ein Ausbleichen der Korallenstöcke. Die Korallenbleiche wird dadurch verursacht, dass die Nesseltiere die mit ihnen in Symbiose lebenden Zooxanthellen (Algen) abstoßen. Der Grund für die Abstoßung liegt darin, dass bei einer Erhöhung der Wassertemperatur die Zooxanthellen anfangen Giftstoffe zu produzieren, welche die Nesseltiere schädigen würden. Aber ohne ihre Symbionten, die sie normalerweise durch Photosynthese mit Energie versorgen, sind die Nesseltiere längerfristig auch nicht überlebensfähig. Sie sterben ab und mit ihnen geht das ganze Oekosystem Korallenriff zugrunde. Im Gebiet der Malediven bleichten 1988, während des „El Niño“-Phänomens in der Nähe der Wasseroberfläche 98 % der Korallenstöcke. Als Folge der globalen Erwärmung ist damit zu rechnen, dass Häufigkeit und Ausdehnung der Korallenbleiche weiter zunehmen wird.

Auch die Biodiversität der Inselwelt ist gefährdet, namentlich durch das massive Wachstum der menschlichen Bevölkerung sowie durch invasive Arten. Von den 594'221 km² des "hotspots" sind nur knapp 10 % noch einigermaßen intakt. Unter Schutz stehen aber nur gerade 11'546 km².

Zoos halten zahlreiche Tierarten aus dieser Region, die eine wichtige Botschafter-Rolle einnehmen können. Hinsichtlich Inselfaunen wird diese Funktion wohl am ausgeprägtesten im Zoo Zürich wahrgenommen, der mit seinem 1.1 ha großen Masoala-Regenwald eine eigentliche Botschaft eingerichtet hat.

Typische Zootiere

Im Ozean: Großer TümmlerSchwertwal, Südafrikanischer Seebär. Brillenpinguin .
Arabischer Bambushai (Chiloscyllium arabicum), Korallenkatzenhai (Atelomycterus marmoratus), Pracht-Röhrenaal (Gorgasia preclara), Netzmuräne (Gymnothorax favagineus), Zebraschnauzen-Seepferdchen (Hippocampus barbouri), Gebänderte Fetzenseenadel (Haliichthys taeniophorus), Grosser Fetzenfisch (Phycodurus (Phyllopteryx ) eques), Feuerfische (Dendrochirus, Pterois), Tentakeldrachenkopf (Rhinopias frondosa), Steinfisch (Synanceia verrucosa), Gelbrücken-Füsilier (Caesio teres), Falterfische (Chaetodontidae), Langflossen-Fledermausfisch (Platax teira), Kaiserfische (Pomacanthus spp.), Riffbarsche (Pomacentridae), Paddelbarsch (Cromileptes altivelis), Barrakudas (Sphyraenidae), Igel- (Diodontidae), Drücker- (Balistidae), Doktor- und andere Korallenfische (Acanthuridae etc.). Ferner Krebse (Putzerganele, Tanzgarnele), Seeanemonen (Blasenanemone, Scheibenanemone), Steinkorallen (Scleractinia), Mangrovenqualle (Cassiopeia andromeda), Gewöhnlicher Krake (Octopus vulgaris), Perlboot (Nautilus pompilius), Riesenmuscheln (Tridacna spp.), Seesterne, Spiralröhrenwurm (Spirobranchus giganteus)

Auf den Inseln: Komoren- und Rodriguezflughund (Pteropus livingstonii, P.rodricensis ), Goodman-Mausmaki (Microcebus lehilahytsara), Alaotra-Halbmaki (Hapalemur alaotrensis), Makis (Lemur, Eulemur), Varis (Varecia spp.), Tankreks (Tenrecidae), Fossa (Cryptoprocta ferox), Schmalstreifenmungo (Mungotictis decemlineata), Küstenreiher (Egretta gularis), Hammerkopf (Scopus umbretta), Witwenpfeifgans (Dendrocygna viduata), Bernierente (Anas bernieri), Höckerglanzgans (Sarkidiornis melanotos), Harlekinwachtel (Coturnix delegorguei ), Madagaskar-Turteltaube (Streptopelia picturata), Afrikanisches Blätterhühnchen (Actophilornis africana), Blaukopferdracke (Atelornis pittoides), Madagaskar-Fluchtvogel (Hypsipetes madagascariensis), Madagaskarweber (Foudia madagascariensis), Strahlenschildkröte (Geochelone radiata), Aldabra-Riesenschildkröte (Geochelone gigantea), Pantherchamäleon (Furcifer pardalis), Taggeckos (Phelsuma spp.), Breitschwanz-Ringelschildechse (Zonosaurus laticaudatus), Madagaskarleguane (Oplurus spp.), Madagaskarboa (Acrantophis madagascariensis), Madagaskar-Hundskopfboa (Sanzinia madagascariensis), Nilkrokodil (Crocodylus niloticus), Goldfröschchen (Mantella aurantiaca), Gelbpunktriedfrosch (Heterixalus alboguttatus), Tomatenfrösche (Dyscophus spp.)

Literatur und Internetquellen

EICHLER, D. (1997)
KING, D. (1996)
MITTERMEIER, R.A., MYERS, N. & GOETTSCH-MITTERMEIER, C. (1999)

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Gelesen 3558 mal Letzte Änderung am Samstag, 23 Juni 2018 15:01
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx