Alpenpflanzen

Eurasische Alpenpflanzen

Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum) im Jardin botanique alpin "Flore-Alpe", Champex-Lac VS Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum) im Jardin botanique alpin "Flore-Alpe", Champex-Lac VS
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

Allgemeines

Die hier vorgestellten Pflanzen kommen im eurasischen Teil des Holarktischen Florenreichs vor, der auch die Atlasregion Nordafrikas miteinschließt.

lineblack1px

Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldengewächse (Apiaceae)

APIACEAE Bupleurum angulosum Champex PD1
Pyrenäen-Hasenohr (Bupleurum angulosum) im Jardin botanique alpin "Flore-Alpe", Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Apioideae
Tribus: Bupleureae

Pyrenäen-Hasenohr

Bupleurum angulosum

Verbreitung: Spanien und Frankreich - Pyrenäen und Kantabrisches Gebirge in Höhenlagen von 700-2'200 m auf kalkhaltigen Böden.

Standorte: Bevorzugt werden sonnige Standorte auf frischen Böden. Die Stauden ertragen Temperaturen bis -23ºC.

Blütezeit: Juli-August.

Das Pyrenäenhasenohr ist eine 20-30 cm hohe Staude mit einfachen, blaugrünen, wechselständig angeordneten Blättern. Die unteren sind lanzettlich, ganzrandig und parallelnervig, die oberen sind oval bis rundlich und umschließen den Stengel. Die fünfzähligen Blüten sind leuchtend grüngelb und radförmig. Sie sind in Doppeldolden angeordnet. Die Früchte sind einsamige Schließfrüchte (Achänen) [2; 3].

lineblack1px

APIACEAE Eryngium alpinum Champex PD1
Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum) im Jardin botanique alpin "Flore-Alpe", Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Apioideae
Tribus: Saniculeae

Alpen-Mannstreu

Eryngium alpinum

Verbreitung: Frankreich, Italien, Österreich, Schweiz - Jura, Alpen, Dinarisches Gebirge, vozugsweise zwischen 1'200- 2'500 m ü. M., auf kalkhaltigen Böden.

Standorte: Die Stauden bevorzugen einen sonnigen Standort auf trockenen Böden. Sie ertragen Temperaturen bis -45ºC.

Blütezeit: Juli-August.

Das auch Alpen- oder Blaudistel genannte Alpen-Mannstreu wurde 1561 vom Berner Professor ARETIUS am Niesen im Berner Oberland für die Wissenschaft entdeckt und beschrieben. Es handelt sich um eine 50-70 cm hohe und 30-60 cm breite, sommergrüne Staude. Die wechselständig angeordneten Blätter sind mittelgrün, handförmig geteilt, geschweift und gestielt. Die distelartigen Blüten sind blass blau-violett. Sie sitzen dicht gedrängt in einem bis 6 cm hohen, kopfig-zylindrischen Blütenstand. Dieser ist von über 20 vielspaltigen, langborstigen, blauen Hüllblättern umgeben und überragt [2; 3; 5; 6; 7].

lineblack1px

APIACEAE Eryngium bourgatii Champex PD1
Mittelmeer-Mannstreu im Jardin botanique alpin "Flore-Alpe", Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
 

Unterfamilie: Apioideae
Tribus: Saniculeae

Mittelmeer-Mannstreu

Eryngium bourgatii

Verbreitung: Pyrenäen, Iberische Halbinsel, Marokko, Libanon, Türkei auf kalkhaltigen Böden.

Standorte: Die Stauden bevorzugen sonnige Standorte auf steinigen Berwiesen mit trockenen Böden. Sie ertragen Temperaturen bis -29ºC.

Blütezeit: Juli-August.

Das Mittelmeer-Mannstreu ist eine sommergrüne Staude mit buschigem Wuchs. Es wird 15 bis 45 cm hoch. Die Stengel sind ab der Mitte verzweigt. Die grundständigen Blätter sind graugrün, gestielt, tief geteilt und haben stachelige Abschnitte. Die distelartigen Blüten sind kräftig blau-violett und stehen in sehr dichten fast kugeligen Köpfen. Die Früchte sind einsamige Schließfrüchte (Achänen) [2; 3; 5; 7].

lineblack1px

Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)

ASPARAGALES ASPARAGACEAE muscari armeniacum lfeld PD1
Armenische Traubenhyazonthe (Muscari armeniacum) im April, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASPARAGALES ASPARAGACEAE muscari armeniacum lfeld PD2
Armenische Traubenhyazonthe (Muscari armeniacum) im April, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Scilloideae

Armenische Traubenhyazinthe

Muscari armeniacum

Verbreitung: Südosteuropa, Vorderasien, in Mitteleuropa oft verwildert.

Standorte: Rasenhänge auf Fels oder Schotter, Waldrändern und in Juniperus-Gebüschen in Höhenlagen von 700-2'400 m..

Blütezeit: März bis Mai.

Traubenhyazinthen sind ausdauernde krautige Geophyten mit einer eiförmigen, braun umhüllten Zwiebel als Überdauerungsorgan. Sie haben meist 2-7 schmale, grundständige, fleischige Laubblätter. Der Blütenstand ist eine entständige Traube mit zahlreichen dreizähligen, meist blauen Blüten. Die Blüten sind zwittrig, die obersten jedoch steril. Nach der Befruchtung bilden sich Kapselfrüchte mit schwarzen, kugelförmigen Samen. Nach der Samenreife sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab. Außer durch Samen vermehren sich Traubenhyazinthen auch durch Tochterzwiebeln [4; 7].

lineblack1px

Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)

IRIDACEAE crocus albiflorus niederhorn PD1
Frühlingssafran (Crocus albiflorus) auf dem Niederhorn in ca. 1'900m Höhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

IRIDACEAE crocus albiflorus niederhorn PD2
Frühlings-Safran (Crocus albiflorus) auf dem Niederhorn in ca. 1'900 m Höhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Crocoideae
Tribus: Croceae

Frühlings-Safran

Crocus albiflorus

Verbreitung: Text.

Standorte: Text.

Blütezeit: Text.

Text [2; 3].

lineblack1px

Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)

ASTERACEAE Anthemis tinctoria Champex PD1
Färberkamille (Anthemis tinctoria) im Jardin botanique alpin "Flore-Alpe", Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Anthemideae
Tribus: Anthemideae

Färberkamille

Anthemis tinctoria

Verbreitung: Europa, West- und Zentralasien, eingebürgert auf den Kanaren, Tamanien und Nordamerika.

Standorte: Die Färberkamille ist kalkliebend. Sie bevorzugt sonnige Standorte auf Trockenrasen, Äckern, an Wegrändern und auf Ödland der kollinen und montanen, stellenweise subalpinen Stufe und erträgt Temperaturen bis -23°C.

Blütezeit: Juli-September.

Die Färberkamille ist eine sommergrüne, in der oberen Hälfte graufilzig behaarte, vergleichsweise kurzlebigen Staude mit buschigem Wuchs. Sie wird 30-60 (20-90) cm hoch, 45-50 cm breit und ist oben meist verzweigt. Die wechselständig angeordneten Blätter sind ungestielt, verkehrt eilanzettlich und fiederschnittig. Die Blütenköpfe stehen einzeln. Sie haben einen Durchmesser von ca. 25-40 mm. Die Zungenblüten sind goldgelb, ausgebreitet, die Röhrenblüten dunkler gelb. Der Blütenboden ist halbkugelig. Die Früchte sind einsamige Schließfrüchte (Achänen) ohne Flugschirm. Sie werden 2-3 mm lang. Neben der gelb blühenden Wildform gibt es auch Sorten mit cremeweißen, blassgelben oder zweifarbigen Blüten [3; 4; 6; 7].

lineblack1px

ASTERACEAE Adenostyles alpina Champex PD1
Grüner Alpendost (Adenostyles alpina) im Jardin botanique alpin "Flore-Alpe", Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Senecioneae

Grüner Alpendost

Adenostyles alpina (= glabra)

Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa.

Standorte: Bachufer, Wälder, Hochstaudenfluren hauptsächlich der subalpinen (montanen-alpinen) Stufe.

Blütezeit: Juni-September.

Der Grüne Alpendost ist eine 30-80 cm hohe Staude. Ihre großen Blätter sind unterseits nur auf den Nerven behaart, ohne abwischbaren Filz, der Rand ziemlich regelmässig gezähnt. Alle Stengelblätter sind gestielt. Die Blütenköpfchen weisen meist nur 3 purpurfarbene Röhrenblüten und 3 Hüllblätter auf. Sie sind zu einem doldenrispigen Gesamtblütenstand vereinigt. Die Früchte sind ca. 3 mm lang und haben einen 4-5 mm langen Flugschirm. Die Gattung Adenostyles ist in den Alpen mit drei Arten vertreten [4; 5; 6].

lineblack1px

ASTERACEAE Helichrysum thianschanicum Champex PD2
Tienschan-Schwefellicht (Helichrysum thianschanicum) im Jardin botanique alpin "Flore-Alpe", Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Gnaphalieae

Tienschan-Schwefellicht

Helichrysum thianschanicum

Verbreitung: Zentralasien - China (Xinjiang), Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan.

Standorte: Trockene, steinige Hänge und Sanddünen bis in eine Höhenlage von 3'000 m.

Blütezeit: Juli-August.

Das Tienschan-Schwefellicht ist eine immergrüne, polsterförmig wachsende Staude aus der Strohblumen-Verwandtschaft, die 30-60 cm hoch wird. Die einfachen, silbrig-grauen Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie sind lanzettlich, ganzrandig und gestielt und haben eine weich behaarte Oberfläche. Die vielzählige Blüten sind leuchtend grüngelb und radförmig. Sie sind in Dolden angeordnet und duften angenehm duften. Die Früchte sind einsamige Schließfrüchte (Achänen) mit einem aus etwa 40 Härchen bestehenden Flugschirm [3; 8].

lineblack1px

ASTERACEAE Leontopodium alpinum Champex PD1
Edelweiss (Leontopodium alpinum "Helvetia) im Jardin botanique alpin "Flore-Alpe", Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASTERACEAE Leontopodium alpinum CH NP PD1
Edelweiss (Leontopodium alpinum) im Schweizerischen Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Asteroideae

Alpen-Edelweiß

Leontopodium alpinum (= nivale)

Verbreitung: Gebirge Mittel- und Südeuropas - Alpen, Apennin, Pyrenaen, Jura.

Standorte: Sonnige, humusarme, steinige Rasen und Felsbänder der (subalpinen bis) alpinen Stufe bis auf 3'000 m, auf Kalkböden.

Blütezeit: Juli-September.

Das Alpen-Edelweiß ist der einzige in Mitteleuropa heimische Vertreter der etwa 40 in den Gebirgen Europas und Asiens verbreiteten Edelweiß-Arten. Es ist eine 3-20 cm hohe und bis 20 cm breite, unverzweigte, rosettenbildende  Staude. Zum Schutz gegen UV-Strahlung ist die ganze Pflanze weissfilzig und spinnwebig behaart. Die Stengel sind gleichmäßig beblättert. Die schmal-lanzettlichen, gegen die Basis verschmälerten Blätter werden bis 5 cm lang und 8 mm breit. Die zu 2-10 doldig gehäuften Blütenköpfchen sind 5-7 mm lang und etwa gleich breit. Die röhrenförmigen Einzelblüten sind eingeschlechtig, die weiblichen Blüten sind grünlich und die männlichen gelblich. Der Gesamtblütenstand ist von 5-15 sternförmig ausgebreiteten, strahlend weißen Hochblättern umgeben. Die Früchte sind ca. 1 mm lange einsamige Schließfrüchte (Achänen) mit kurzem Haarkranz (Pappus). Es gibt mehrere kultivierte Sorten [4; 5; 6; 7].

lineblack1px

ASTERACEAE Ptilostemon afer Champex PD1
Elfenbeindistel (Ptilostemon afer) im Jardin botanique alpin "Flore-Alpe", Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae

Elfenbeindistel

Ptilostemon afer

Verbreitung: Balkan, Türkei.

Standorte: Steinige, felsige oder tonige Berghänge, Geröll trockene Flusstäler der kollinen bis alpinen Stufe. Die Pflanzen ertragen Temperaturen bis -29°C.

Blütezeit: Juli-August.

Die Elfenbeindistel ist eine zwei bis mehrjährige Staude, die eine Höhe 50 bis 120 cm erreicht. Sie hat einfache, wechselständig angeordnete Blätter. Diese sind fiederspaltig und ganzrandig. Die hellpurpurnen, radförmigen, vielzähligen Blüten sind in Schirmtrauben angeordnet. Die Früchte sind einsamige Schließfrüchte (Achänen) [3].

lineblack1px

Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)

CAMPANULACEAE campanula rhomboidalis champex PD1
Rautenblättrige Glockenblume (Campanula rhomoidalis) im Jardin botanique alpin "Flore-Alpe", Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Campanuloideae

Rautenblättrige Glockenblume

Campanula rhomboidalis

Verbreitung: Mittel- und Südeuropa - Pyrenäen, Jura, Westalpen.

Standorte: Wiesen der montanen und subalpinen Stufe. Die Pflanzen ertragen Temperaturen bis -29°C.

Blütezeit: Juni-August.

Die Rautenblättrige Glockenblume ist eine ausdauernde, 30-50 (20-16) cm hohe Staude mit aufrechten, unverzweigten, nur spärlich behaarten, aber reich beblätterten Stengeln. Die wechselständigen Blätter sind eiförmig bis breit-lanzettlich, 2-5 cm lang, mehr oder weniger sitzend, grob und spitz gezähnt. Die grundständigen Blätter sind zur Blütezeit nicht mehr vorhanden. Die blass-blauen, glockenförmigen, nickenden, 1-2 cm langen Blüten sind in Rispen angeordnet. Die Früchte sind nickende Porenkapseln [2; 3; 4; 6].

lineblack1px

CAMPANULACEAE Campanula rotundifolia Champex PD1
Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) im Jardin botanique alpin "Flore-Alpe", Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Campanuloideae

Rundblättrige Glockenblume

Campanula rotundifolia

Verbreitung: Eurasien - in Europa von der Arktis bis zum Mittelmeer, Sibirien, Südgrönland. Eingeführt in Neuseeland.

Standorte: Bevorzugt werden sonnige bis halbschattige Standorte auf Wiesen oder in felsigem Gelände der kollinen bis subalpinen, stellenweise alpinen Stufe, auf trockenen Böden.

Blütezeit: Juni-August.

Die Rundblättrige Glockenblume ist eine sommergrüne Staude mit sterilen Blattrosetten, die teppichartig wächst und 15- 30 (10-40) cm hoch wird. Die Stengel sind in etwa gleichmäßig mit länglich-eiförmigen bis lineal-lanzettlichen Blättern versehen, von denen die untersten deutlich gestielt sind. Die grundständigen Blätter sind lang gestielt, rundlich bis herzförmig mit gezähntem Rand. Die glockenförmigen, 1-2 cm langen Blüten sitzen einzeln auf dünnen Stielen, sie sind in Rispen angeordnet. Ihre Krone ist blau bis violettblau. Die Blütenknospen sind meist aufrecht. Die Früchte sind nickende, meist kahle Porenkapseln [2; 3; 4; 6].

Die Rundblättrige Glockeblume ist eine bevorzugte Nahrungspflanze der Raupen des Glockenblumen-Mönchs (Noctuidae:  Cucullia campanulae) [11].

lineblack1px

CAMPANULACEAE Campanula scheuchzeri CH NP PD1
Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri) im Schweizerischen Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Campanuloideae

Scheuchzers Glockenblume

Campanula scheuchzeri

Verbreitung: Gebirge Mittel- und Süeuropas, z.B.- Alpen, Jura, Schwarzwald

Standorte: Rasen der (montanen), subalpinen und alpinen Stufe

Blütezeit: Juli-August.

Die Scheuchzers Glockenblume ist eine sommergrüne Staude, meist ohne sterilen Blattrosetten und Stengel oft nur mit einer Blüte, die ansonsten der Rundblättrigen Glockenblume sehr ähnlich ist [2; 6].

Die Scheuchzers Glockeblume ist eine bevorzugte Nahrungspflanze der Raupen des Glockenblumen-Mönchs (Noctuidae:  Cucullia campanulae) [11].

lineblack1px

Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)

GENTIANACEAE Gentianella campestris Lauenensee PD1
Feldenzian (Gentianella campestris) im Jardin alpin, Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
 

Feldenzian

Gentianella campestris

Verbreitung: Mittel- und Nordeuropa in Mittelgebirgen und den Alpen von der kollinen bis zur subalpinen, stellenweise alpinen Stufe (600-2'800 m ü. M.), vereinzelt auch im Tiefland.

Standorte: Kalkarme magere Rasen und Weiden, Waldlichtungen und Wegränder.

Blütezeit: Juli-Oktober.

Der Feldenzian ist eine 5-15 (3-20) cm hohe, ein- oder zweijährige Krautpflanze. Ihre beblätterten Stengel sind im unteren Teil verzweigt. Die grundständigen, in einer Rosette angeordneten Blätter und die mittleren Stengelblätter sind spatelförmig, die oberen Stengelblätter eiförmig bis lanzettlich. Die Blüten stehen einzeln am Ende der Stengel und Zweige. Ihre vierteilige Krone ist violett [2; 5; 6].

lineblack1px

Ordnung: Lippenblütlerartigen (Lamiales)
Familie: Lippenblütengewächse (Lamiaceae)

LAMIACEAE Lavandula angustifolia Champex PD1
Echter oder Schmalblättrige Lavendel (Lavandula angustifolia) im Jardin alpin, Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
 

LAMIACEAE lavandula angustifolia lfeld PD1
Echter oder Schmalblättrige Lavendel (Lavandula angustifolia) Gartenpflanze, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
 

LAMIACEAE lavandula angustifolia lfeld PD2
Echter oder Schmalblättrige Lavendel (Lavandula angustifolia), Gartenpflanze, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Nepetoideae

Echter oder Schmalblättriger Lavendel

Lavandula angustifolia

Verbreitung: Mittelmeerraum von der Iberischen Halbinsel bis zum Balkan und Griechenland, nördlich der Alpen stellenweise angesiedelt.

Standorte: Gut besonnte, trockene und felsige Hänge, Felsensteppen und Trockenmauern von der Küste  bis zur Waldgrenze auf ca. 1'800 m, meist auf kalkreichen Böden. Die Pflanzen ertragen Temperaturen bis -18°C.

Blütezeit: Juli-August.

Der aromatisch riechende Echte Lavendel ist ein immergrüner 20-60(-100) cm hoher und 60-100 cm breiter Halbstrauch mit aufrechten Zweigen. Seine gegenständigen Blätter sind schmal-lanzettlich, bis 4 cm lang und 5 mm breit, mit umgerolltem Rand und, besonders unterseits, durch Sternhaare graufilzig. Die violetten Lippenblüten sitzen am Ende der Zweige in ährig angeordneten Scheinquirlen. Die Krone ist ca. 1 cm lang, mit vorn erweiterter Röhre, aufwärts gebogener, zweiteiliger Oberlippe und dreiteiliger Unterlippe. Die vier Staubblätter ragen nicht aus der Krone heraus. Die Früchte sind sogenannte «Klausenfrüchte», die zur Reife in Teilfrüchte zerfallen. Diese sind eiförmig, glatt und, ca. 2 mm lang. Der Echter Lavendel ist nicht nur eine beliebte Zierpflanze, sondern wird wegen seines Gehalts an wohlriechenden ätherischen Ölen zur Gewinnung von Duftstoffen genutzt, wobei die Lavendelfelder der Provence auch eine touristische Attraktion sind. Wegen des hohen Zuckergehalts seines Nektars ist er auch eine gute Bienenweide. Es gibt mehrere Kulturformen [2; 3; 4].

lineblack1px

LAMIACEAE Thymus praecox polytrichus Champex PD1
Alpen-Thymian (Thymus praecox polytrichus) im Jardin alpin, Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Nepetoideae

Alpen- oder Langhaariger Thymian

Thymus praecox polytrichus

Verbreitung: Gebirge Süd- und Mitteleuropas von Tallagen bis (hauptsächlich) zur subalpinen und alpinen Höhenstufe. In Deutschland  nur in Südbayern.

Standorte: Geröll, felsiges Gelände, Weiden.

Blütezeit: Juni-September.

Der Alpenthymian ist ein 3-10 cm hoher, kriechender Halbstrauch mit langen, sterilen Ausläufern. Die Stengel sind unter dem Blütenstand fast rund bis stumpf-vierkantig und mehr oder weniger gleichmäßig behaart, weiter unten auf zwei Seiten deutlich schwächer behaart oder kahl. Die gestielten Blätter sind 1-3mal so lang wie breit, bis 12 mm lang, unterseits mit kräftigen Seitennerven, oberseits behaart, an den Blühtrieben nach unten kleiner werdend, etwas lederig. Der Blütenstand ist kugelig. Die Blüten haben einen glockigen, zweilippigen Kelch. Die Krone ist rosa- bis purpurfarben und ebenfalls zweilippig [2; 4; 6].

lineblack1px

LAMIACEAE Thymus pulegioides Champex PD1
Breitblättriger Thymian (Thymus pulegioides) im Jardin alpin, Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Nepetoideae

Breitblättriger oder Arznei-Thymian

Thymus pulegioides

Verbreitung: Beinahe ganz Europa.

Standorte: Trockenrasen, magere Wiesen und Weiden, Böschungen, Kiesgruben oder felsiges Geländer der kollinen bis subalpinen Höhenstufe.

Blütezeit: April-August.

Der Breitblättrige oder Arznei-Thymian ist eine zum Feld-Thymian (Thymus serpyllum) gehörende Kleinart. Er ist ein ausdauernder, buschiger, 8-25 cm hoher  Halbstrauch ohne kriechende, nicht-blühende Triebe. Der Stengel ist unter dem Blütenstand scharf vierkantig mit dicht behaarten Kanten, dazwischen kahl oder deutlich weniger behaart. Die Blätter sind breit-oval dünn, bis 20 mm lang und meist 1-2.5-mal so lang wie breit. Sie duften aromatisch und färben sich oft dunkelrot. Die kleinen, rosafarbenen bis violetten Blüten sind lippenartig geformt und etagenartig in Quirlen zu einem meist zylindrischen Blütenstand angeordnet. Wie das Laub verströmen sie einen angenehmen Duft. Die Art ist eine ertragsame Medizinalpflanze, sie gilt wegen ihres Gehaltes an Gerbstoffen und ätherischen Ölen in geringen Mengen als gutes Futterkraut [1; 2; 3; 6; 7].

lineblack1px

Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Liliengewächse (Liliaceae)

LILIACEAE tulipa kaufmanniana garten PD1
Seerosen-Tulpe (Tulipa kaufmanniana) im März, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

LILIACEAE tulipa kaufmanniana garten PD2
Seerosen-Tulpe (Tulipa kaufmanniana) im März, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

LILIACEAE tulipa kaufmanniana garten PD3
Seerosen-Tulpe (Tulipa kaufmanniana) im März, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Lilioideae

Seerosen-Tulpe

Tulipa kaufmanniana

Verbreitung: Text.

Standorte: Text.

Blütezeit: JText.

Text [2; 3].

lineblack1px

Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

ROSACEAE Dryas octopetala Champex PD1
Weiße Silberwurz (Dryas octopetala)im Jardin alpin, Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ROSACEAE Dryas octopetala Champex PD2
Weiße Silberwurz (Dryas octopetala) im Jardin alpin, Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Dryadoideae

Weiße Silberwurz

Dryas octopetala

Verbreitung: Gebirge Mittel- und Südeuropas von den Pyrenäen über die Alpen und Appenninen bis zu den Rhodopen. Ferner die arktischen Regionen (Tundra) Europas, Asiens und Nordamerikas.

Standorte: Felsschutt, Felsen, steinige Rasen der subalpinen und alpinen Stufe, gewöhnlich auf Kalkböden.

Blütezeit: Juni-Juli (je nach Lage Mai-August).

Die Weiße Silberwurz ist ein immergrüner, liegender Zwergstrauch mit bis 50 cm langen Zweigen und bis zu 10 cm langen, aufrechten, drüsig behaarten Kurztrieben. Die Blätter sind gestielt, ca. 10-25 mm lang, ungeteilt, eiförmig bis eilanzettlich, mit gezähntem Rand, unterseits weissfilzig. Die Blüten sitzen einzeln auf 5-10 cm hohen Stielen. Sie haben einen Duchmesser von ca.20-40 mm, sind weiß und meist mit 8 ovalen, milchweißen Kronblättern. Der Griffel ist zur Fruchtzeit 2-3 cm lang, dicht und federig behaart, einen Schopf bildend [2; 3, 4, 5, 6].

lineblack1px

Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)

CRASSULACEAE Sempervivum tectorum Champex PD1
Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) im Jardin alpin, Champex-Lac VS © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CRASSULACEAE Sempervivum tectorum B Friedr priv KR1
Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) in Privatgarten, Berlin-Friedrichsfelde © Klaus Rudloff, Berlin

CRASSULACEAE Sempervivum tectorum B Friedr priv KR2
Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) in Privatgarten, Berlin-Friedrichsfelde © Klaus Rudloff, Berlin

Dach-Hauswurz

Sempervivum tectorum

Verbreitung: Gebirge West-, Mittel- und Südeuropas von den Zentralpyrenäen über das Massif central bis in die Alpen und Apenninen. Im übrigen Europa z.T. verwilderte Gartenpflanzen. Sie ist von der Alpen-Hauswurz (Sempervivum alpinum) nicht scharf zu trennen.

Standorte: Sonnige Felsen, Mauern, Trockenwiesen, mit Reet, Ziegeln oder Steinplatten eingedeckte Hausdächer, Flachdächer mit Kies. Vorzugsweise auf feuchten Böden von der kollinen bis zur alpinen Stufe. Die Pflanzen ertragen Temperaturen bis -23°C.

Blütezeit: Juli-August (-September).

Die Dach-Hauswurz ist eine immergrüne, sukkulente Staude mit teppichartigem Wuchs. Sie wird 14-40 (10-60) cm hoch und 30-60 cm breit. Die Stengel sind dicht beblättert und haben eine grundständige Rosette. Die bis 5 cm langen, ungestielten Rosettenblätter sind sehr starr, auf den Flächen kahl, am Rand bewimpert, blaugrün, meist mit roten Spitzen. Die Blüten sind trüb-hellrot, bisweilen weiß und haben einen Durchmesser von 2-3 cm. Die meist 12 Kronblätter sind allmählich zugespitzt und 2.5-4-mal so lang wie die Kelchblätter [2; 3, 4, 5, 6, 7].

Der Dach-Hauswurz sagte man früher magische Kräfte nach. So sollte sie beispielsweise das Haus vor Blitzeinschlägen schützen. Karl der Große verordnete daher, dass jeder Bauer auf seinem Dach eine solche Pflanze haben müsse. Auch als Heilpflanze war sie geschätzt und wurde bei Magengeschwüren, Übelkeit und zur Blutreinigung angewendet [7].

lineblack1px

Literatur und Internetquellen:

  1. CLINI TOX
  2. GREY-WILSON, C. & BLAMEY, M. (1979/1999)
  3. HORTIPEDIA
  4. INFO FLORA
  5. KOHLHAUPT, P. (1964)
  6. LAUBER, K. & WAGNER, G. (1991)
  7. MEIN SCHÖNER GARTEN
  8. FLORA OF CHINA
  9. GARTENLEXIKON
  10. PFLANZEN-VIELFALT
  11. PYRGUS.DE

Zurück zu Pflanzen im Zoo

 Weiter zu Krautige Feld- und Wiesenpflanzen

Gelesen 1278 mal Letzte Änderung am Montag, 10 Mai 2021 15:50
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx