Gartenpflanzen

Pflanzen im Bauerngarten

Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) und Leuchtender Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) im Bauerngarten des Museumsdorfs Kürnbach bei Bad Schussenried Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) und Leuchtender Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) im Bauerngarten des Museumsdorfs Kürnbach bei Bad Schussenried
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

In Bauergärten werden Obst, Gemüse, Küchen- und Heilkräuter sowie Zierpflanzen gepflegt. Diese bieten viele Möglichkeiten für die Zoopädagogik, um Themen wie z. B. Genetik, Biodiversität oder Ernährung abzuhandeln. Die hier präsentierte Auswahl ist einstweilen noch etwas kümmerlich, Ergänzungen sind geplant.

 

Zierstauden

Küchen- und Heilkräuter

Gemüse und andere Nahrungspflanzen

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Zierstauden

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Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)

ASTERACEAE rudbeckia fulgida kuernbach PD1
Leuchtender Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) im August im Museumsdorf Kürnbach, Bad Schussenried © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Heliantheae

Leuchtender Sonnenhut

Rudbeckia fulgida

Herkunft: Östliche Vereinigte Staaten.

Standorte: Die Wildform lebt in feuchten, lichten Wäldern, Seggenwiesen und diversen Feuchtgebieten. Im Garten bevorzugen die Stauden einen einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf frischen Böden. Das Substrat sollte sandig-tonig sein. Sie ertragen Temperaturen bis -35°C.

Blütezeit: August-Oktober.

Der Leuchtender Sonnenhut ist eine aufrechte, horstbildende, buschige, (45-) 60-100 cm hohe Staude. Seine Stengel sind verzweigt und haben dunkelgrüne, breit lanzettliche bis ovale Blätter mit rauher, leicht behaarter Oberfläche, die in der Regel grob gezähnt sind. Die körbchenförmigen Blütenstände befinden sich einzeln oder zu mehreren am Ende der Stengel. Sie bestehen aus 50 bis über 500 schwarzbraunen Röhrenblüten und 10-15 gelben bis orangefarbenen, bis 4 cm langen Zungenblüten. Der Blütenstandsboden ist hochgewölbt. Die Pflanzen entwickeln einsamige, ca. 2-4 mm große Schließfrüchte (Achänen) mit kurzen, krönchenförmigen angeordneten Härchen (Pappus) am oberen Ende. Es gibt mehrere Zuchtsorten [3; 6].

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ASTERACAEAE tagetes tenuifolia eriswil erlen PD2
Schmalblättrige Studentenblume (Tagetes tenuifolia) "Goldlgelbe von Eriswil", im Juni im Bauerngarten des Tierparks Lange Erlen, Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Tageteae

Schmalblättrige Studentenblume

Tagetes tenuifolia

Herkunft: Mittelamerika von Mexiko bis Costa Rica.

Standorte: Flussufer.

Blütezeit: Juni-Oktober.

Die auch Gewürz-Tagetes genannte Schmalblättrige Studentenblume ist eine einjährige, buschige Staude, die eine Höhe von 20-70 cm erreicht. Ihre natürlicherweise gelb-orangen, fünfzähligen Blüten haben einen Durchmesser von ca. 25 mm und sind im Gegensatz zu jenen der Aufrechten Studentenblume (Tagetes erecta) wohlriechend. Blüten und Blätter sind essbar. Es gibt mehrere Zuchtsorten, die in verschiedenen Gelb-, Orange- und Rottönen blühen [6].

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Ordnung: Raublattartige (Boraginales)
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)

BORAGINACEAE brunnera macrophylla PD2
Großblättriges Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla), Blüten, Anfang Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

BORAGINACEAE brunnera macrophylla PD1
Großblättriges Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla), Anfang Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

BORAGINACEAE brunnera macrophylla PD3
Großblättriges Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla), Blätter, Anfang Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Boraginoideae
Tribus: Boragineae

Großblättriges Kaukasusvergissmeinnicht

Brunnera macrophylla

Herkunft: Kaukasus.

Standorte: Die Wildform lebt in und am Rand von Eichen- und Fichtenwäldern und an Berghängen von der kollinen bis zur subalpinen Stufe. Im Garten bevorzugen die Stauden einen halbschattigen bis schattigen Standort auf feuchten Böden. Das Substrat sollte sandig-lehmig oder sandig-tonig sein und einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 aufweisen. Sie ertragen Temperaturen bis -40°C.

Blütezeit: April-Mai.

Das Großblättrige Kaukasus-Vergissmeinnicht  ist eine relativ schnellwüchsige, sommergrüne und Rhizome bildende Staude mit buschigem Wuchs, die 40-50 cm hoch und 60 -100 cm breit wird. Die einfachen, dunkelgrünen, sich im Herbst gelb verfärbenden, weich behaarten Blätter sind wechselständig angeordnet, die unteren sind herzförmig, 5-20 cm lang, gestielt, die oberen eiförmig, sitzend. Die Blüten stehen in endständigen Rispen. Sie sind 2-7 mm lang gestielt und ohne Tragblätter. Die Krone ist blau, mit einer ca. 1 mm langen Röhre und ausgebreitetem, fünfteiligem Saum von 4-9 mm, Durchmesser. Die braunen Teilfrüchte sind länglich-eiförmig, kahl, an der Basis mit kragenartigem Ring. Neben der Wildform und Zuchtsorten mit hellblauen Blüten gibt es auch weiß blühende und  buntlaubige Sorten [3; 4; 6].

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Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)

BRASSICACEAE hesperis matronalis bannholz PD1
Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) im Mai, verwildert am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BRASSICACEAE hesperis matronalis bannholz PD2
Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) im Mai, verwildert am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BRASSICACEAE hesperis matronalis auried PD1
Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) im Mai, verwildert im Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Gewöhnliche Nachtviole

Hesperis matronalis

Herkunft: Ursprünglich Südosteuropa und Westasien. Heute in weiten Teilen europas eingebürgert.

Standorte: Die Wildform lebt in Gebüschen,an Flussufern und auf Schuttplätzen vom Tiefland bis zur montanen Stufe. Im Garten bevorzugen die Pflanzen absonnige bis halbschattige Standorte auf gut durchlässigen, Humus- und nährstoffreichen Böden.

Blütezeit: Mai-Juli.

Die Nachtviole ist eine kurzlebige, bzw. ein- bis zweijährige, sehr dicht und aufrecht wachsende Staude, die eine Höhe von 40-50 (30-80) cm und eine Breite von 30-50 cm erreicht. Sie bildet im ersten Jahr eine Blattrosette und im zweiten Jahr einen langen Blütenstengel. Der Stengel ist oft verzweigt und mit einfachen oder zweistrahligen, borstenförmigen Haaren bedeckt. Die grundständigen Blätter sind eiförmig bis lanzettlich, kurz gestielt, bis 15 cm lang, fein gezähnt bis fast ganzrandig. Die zahlreichen, sitzenden Stengelblätter werden nach oben hin kleiner. Die Blüten sind violett, lila oder weiss mit vier 2-3 cm langen Kronblättern. Die Früchte sind 3-10 cm lang und bis zu 3 mm dick. Sie befinden sich auf 1-2 cm langen, aufrecht abstehenden Stielen [4; 5; 6].

Die wohlriechende und hübsch blühende Nachviole wird seit über 500 Jahren kultiviert und hat vor allem im Bauerngarten eine lange Tradition. Früher wurde sie häufig als harn- und schweißtreibende Heilpflanze verwendet. Die Blüten sind zumindest in kleinen Mengen essbar und eignen sich roh oder gezuckert als ausgefallene Dekoration für Süßspeisen [6].

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Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae)

SAXIFRAGALES paeonia officinalis lfeld PD1
Garten-Pfingstrose (Paeonia officinalis), sich öffnende Blütenknospe im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAXIFRAGALES paeonia officinalis lfeld PD2
Garten-Pfingstrose (Paeonia officinalis),Blüte, Ende Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Gemeine oder Garten-Pfingstrose

Paeonia officinalis

Herkunft: Süd- und Südosteuropa von der Iberischen Halbinsel bis zum Kaukasus, Türkei. In der Schweiz im Tessin.

Standorte: Die Wildform lebt an kalkreiche Hängen, auf Trockenwiesen und in lichtem Wald vom Tiefland (in Italien ab etwa 100 m Höhe) bis zur subalpinen Stufe. Im Garten bevorzugen die Stauden einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf feuchten Böden. Das Substrat sollte sandig-lehmig oder sandig-tonig sowie vergleichsweise nährstoffreich sein und einen pH-Wert zwischen 8 und 10 aufweisen. Sie ertragen Temperaturen bis -23°C.

Blütezeit: Mai-Juni.

Die Garten-Pfingstrose ist eine sommergrüne Staude mit buschigem Wuchs, die 60-70 (-100) cm hoch wird. Die Stengel sind unverzweigt, die sehr großen, gefingerten, mittelgrünen Blätter sind wechselständig angeordnet. Die elliptischen Fiederblättchen sind gestielt und fiederteilig. Die angenehm duftenden Blüten weisen 5 grüne bis rote Kelchblätter und 5-10, rote, ovale, 4-8 cm lange Kronblätter auf. Die Staubblätter sind zahlreich, an der Basis in einen Nektarring verwachsen. Es werden 2-3 Fruchtknoten gebildet. Die mehrsamigen Balgfrüchte sind bis 5 cm lang und weißfilzig behaart [3; 4].

Pfingstrosen werden je nach Quelle als ungiftig oder wegen der in ihnen enthaltenen Alkaloide und Glykoside als für den Menschen schwach giftig beschrieben. Bei Hunden und Katzen soll es durch Blüten und Blätter zu klinischen Symptomen kommen, die Wurzeln führen bei Kleinnagern zu schweren Vergiftumgen oder zum Tod. Huftiere meiden Pfingtstrosen in der Regel, allenfalls kann es zu leichten Symptomen kommen. Päonien werden seit Jahrtausenden in der traditionellen chinesischen Medizin gegen eine Vielzahl von Beschwerden wie Gicht angewandt. Auch in Europa und in anderen Teilen Asiens wurden sie in der Volksheilkunde eingesetzt [1; 2].

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Küchen- und Heilkräuter

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Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

ASPARAGALES allium schoenoprasum lfeld PD1
Schnittlauch (Allium schoenoprasum) im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASPARAGALES allium schoenoprasum lfeld PD2
Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Blüten im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASPARAGALES allium schoenoprasum lfeld PD3
Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Blütenknospen im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASPARAGALES allium schoenoprasum papiliorama PD1
Kleine Füchse (Aglais urticae) besuchen Schnittlauchblüten (Allium schoenoprasum) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Lauchgewächse (Allioideae)
Tribus: Allieae

Schnittlauch

Allium schoenoprasum

Herkunft: Eurasien, Nordamerika.

Standorte: Die Wildform lebt auf feuchten Wiesen, in Flachmooren und an Bachufern von der kollinen bis zur alpinen Stufe. Im Garten bevorzugen die Stauden einen sonnigen Standort auf trockenen bis frischen Böden. Das Substrat sollte sandig-lehmig, kiesig-lehmig oder sandig-tonig sein und einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 aufweisen. Sie ertragen Temperaturen bis -29°C.

Blütezeit: Mai-August.

Schnittlauch ist eine relativ schnellwüchsige und langlebige sommergrün Zwiebelpflanze, die 10-40 cm hoch und 10- 30 cm breit wird. Die länglichen Zwiebeln sind von Häuten umgeben. Die Stengel sind nur am Grund beblättert. Die Blätter sind röhrig, rund und glatt. Die Blütenstände sind kugelig, dicht, ohne Brutzwiebeln. Sie werden von den Hüllblättern nicht überragt. Die Blütenstiele sind kürzer als die Perigonblätter, diese sind lebhaft rosa bis rotviolett gefärbt, 8-15 mm lang, zugespitzt, zusammenneigend und werden von den Staubblättern nicht überragt. Die Fruchtkapsen sind meist sechssamig. Im Sommer tragen die Pflanzen braune fachspaltige Kapselfrüchte. Es gibt violett-, rot-, rosa-, weiß- und mehrfarbig blühende Kultursorten [3; 4; 5; 6].

Aufgrund seines Gehalts an die Magenschleimhaut und Erythrozyten angreifenden schwefelhaltigen, nicht-proteinogene Aminosäuren wird Schnittlauch wie andere Allium-Arten als giftig eingestuft, faktisch ist die seit dem Mittelalter als Gewürz kultivierte Pflanze jedoch unbedenklich. Sie ist auch eine willkommene Nektarquelle für Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere Insekten [1; 6]

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BORAGINACEAE borago officinalis bannholz PD1
Borretsch (Borago officinalis), Blüten, im Mai, verwildert am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BORAGINACEAE borago officinalis bannholz PD2
Borretsch (Borago officinalis) im Mai, verwildert am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BORAGINACEAE borago officinalis bannholz PD3
Borretsch (Borago officinalis) im Mai, verwildert am Lehrpfad "Naturvielfalt Bannholz", Wahlern BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Boraginoideae
Tribus: Boragineae

Borretsch

Borago officinalis

Herkunft: Süd- und Osteuropa, Nordafrika, Naher Osten. Eingeschleppt in Nord- und Südamerika, Australien, Neuseeland sowie auf den Azoren und Kanaren. In Mitteleuropa stellenweise verwildert.

Standorte: Die Wildform lebt in Weinbergen, auf Schuttplätzen und Brachen vom Tiefland bis zur montanen Stufe. Im Garten bevorzugen die Stauden einen sonnigen bis halbschattigen Standort und stellen keine besonderen Ansprüche an den Boden. Sie ertragen Temperaturen bis -20°C.

Blütezeit: Mai-August.

Der auch "Gurkenkraut" genannte Borretsch ist eine einjährige, horstbildende Krautpflanze, die eine Höhe von 20-70(-100) cm erreicht. Der fleischige Stengel ist mit steifen, stechenden Haaren besetzt. Die Blätter sind lanzettlich, mit gewelltem, unregelmässig gezähntem Rand, ihre Spreite verschmälert sich plötzlich in einen geflügelten Stiel. Die  rosettenförmig angeordneten unteren Blätter sind bis 10-15 cm lang. Der doldenartige Blütenstand ist oft weit ausladend. Die Blütenkronen sind himmelblau, seltener lila, mit kurzer Röhre und 5 flach ausgebreiteten, fein zugespitzten Zipfeln. Sie haben einen Durchmesser von 2-3 cm. Die von weißen Schlundschuppen umgebenen Staubgefäße sind dunkelblau. Die ca. 1,5 cm langen Kelchzipfel sind schmal-lanzettlich. Es werden etwa fünf Millimeter große und dunkelbraune Klausenfrüchte gebildet [4; 5; 6].

Blüten und junge Blätter können gegessen werden. Ein Übermaß ist jedoch zu vermeiden, denn Borretsch enthält viele Gerbsäuren, Saponine und Schleimstoffe. Wegen dieser Inhaltsstoffe fand er auch Anwendung in der Volksmedizin [6].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

LAMIACEAE salvia officinalis PD1
Echter Salbei (Salvia officinalis) im Mai, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

LAMIACEAE salvia officinalis PD2
Echter Salbei (Salvia officinalis), Blattunterseite, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Nepetoideae
Tribus: Mentheae

Echter Salbei

Salvia officinalis

Herkunft: Algerien und Südliches Europa bis zur Schweiz, hier vor allem im Wallis, entlang des Genfersees und im Genfer Becken verbreitet.

Standorte: Die Wildform besiedelt Trockenwiesen und Felsensteppen vom Tiefland bis zur kollinen Stufe. Im Garten bevorzugen die Stauden einen sonnigen Standort auf trockenen bis frischen Böden. Das Substrat sollte lehmig, sandig-lehmig oder sandig-tonig sein und einen pH-Wert zwischen 8 und 10 aufweisen. Sie ertragen Temperaturen bis -18°C.

Blütezeit: Mai-Juli.

Der Echte Salbei ist ein ausdauernder, immergrüner, buschig wachsender 50-80 (30-100) cm hoher und 60-100 cm breiter Halbstrauch, der stark aromatisch riecht. Die Stengel älterer Pflanzen sind am Grund holzig. Die einfachen, silbrig-grauen Blätter sind gegenständig angeordnet. Sie sind elliptisch, gekerbt und gestielt, haben eine filzige Oberfläche und einen meist einen fein und stumpf gezähnten Rand. Die hellpurpurnen oder violetten Blüten stehen in meist lockeren quirligen Teilblütenständen. Die Tragblätter sind eiförmig bis lanzettlich, kürzer als der Kelch und fallen oft früh ab. Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich braune Klausenfrüchte [3; 4; 5, 6].

Der Echte Salbei dient nicht nur als Gewürz, sondern wird auch bei vielen Beschwerden als Heilpflanze mit innerlichen und äußerlichen Applikationen eingesetzt. Er enthält ätherisches Öl mit Mono- und Diterpenen, darunter das neurotoxische Thujon, weshalb er als leicht toxisch eingestuft wird. Die chronische Aufnahme kann bei Pflanzenfressern zu einer Reizung der Schleimhäute des Magen-Darm-traktes führen, was sich mit einer gesteigerten Salivation, Abdominalschmerzen und Diarrhoe äussern kann [1; 6].

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Gemüse und andere Nahrungspflanzen

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Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)

CARYOPHYLLALES polygonaceae fagopyrum esculentum ballenberg PD1
Buchweizen (Fagopyrum esculentum), Blüte im Juni im Schweizerischen Freilichtmuseum Basllenberg, Bienzwiler, Berner Oberland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

CARYOPHYLLALES polygonaceae fagopyrum esculentum ballenberg PD2
Buchweizen (Fagopyrum esculentum) im Juni im Schweizerischen Freilichtmuseum Basllenberg, Bienzwiler, Berner Oberland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Cucurbitoideae 

Buchweizen

Fagopyrum esculentum

Herkunft: Die Wildform stammt aus Zentral- bis Ostasien. In vielen Ländern kultiviert und manchenorts verwildert.

Standorte: Sonnig bis halbschattig, gerne auf leicht sauren Böden.

Blütezeit: Juli-Oktober.

Der Buchweizen ist ein sogenanntes Pseudogetreide: Er wird ähnlich wie Getreide verwendet,  gehört aber nicht zur Familie der Süßgräser (Poaceae), sondern ist eine einjährige, krautige Pflanze. Die eher schwachen Faserwurzeln reichen bis zu einem Meter tief, wurzeln aber auch gern oberflächlich. An den rot überlaufenen, 50 bis 70 Zentimeter hohen und stark verzweigten Stängeln sitzen herzförmige, ganzrandige Blätter. Ab Juni erscheinen in den Achseln der Hochblätter zahlreiche, in lockeren Trauben stehende, kleine weiße oder rötliche Blüten. Diese locken zahlreiche Insekten an, von denen sie bestäubt werden. Aus den Blüten reifen anschließend essbare, braune, nussähnliche Früchte heran [6].

Buchweizen enthält Rutin, Cyanidin, Leucocyanidin, Chlorogensäure und Fagopyrin. Die jungen Blüten und Samenschalen gelten als stark giftig. Weiße und hellhäutige Tiere, namentlich Pferde und Schafe, werden nach Aufnahme von Fagopyrin lichtempfindlich und können an ungeschützten Hautpartien schlecht heilende Dermatitiden entwickeln. Aus dem Buchweizenmehl werden glutenfreie Pfannkuchen, Grütze oder Fladenbrote, in Graubünden und in der Lombardei Pizokels bzw. Pizzoccheri, in Frankreich Galettes und in Japan Soba-Nudeln hergestellt. In der Naturheilkunde wird Buchweizen wegen seines Gehalts an Rutin bei Venenerkrankungen eingesetzt [1; 6]

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Ordnung: Kürbisartige (Cucurbitales)
Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

CUCURBITACAEAE cucurbita pepo var giromontiina goldenbutter erlen PD1
Zucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina) im Juni im Bauerngarten des Tierparks Lange Erlen, Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

CUCURBITACAEAE cucurbita pepo wien elefant dZupanc
Elefantenkalb mit ausgehöhltem Gartenkürbis (Cucurbita pepo) im Tiergarten Schönbrunn © Tiergarten Schönbrunn / D. Zupanc (Pressefoto)

 

CUCURBITACAEAE cucurbita pepo hann eisbär
Eisbär mit Gartenkürbis (Cucurbita pepo) als Spielzeug und Beschäftigungsfutter im ErlebnisZoo Hannover © Zoo Hannover (Pressefoto)

 

CUCURBITACAEAE cucurbita pepo bremerhaven waschbaer
Ausgehöhlter Gartenkürbis (Cucurbita pepo) zur Beschäftigung von Waschbären im Zoo am Meer, Bremerhaven © Zoo am Meer (Pressefoto)

Unterfamilie: Cucurbitoideae
Tribus: Cucurbiteae

Gartenkürbis

Cucurbita pepo

Herkunft: Mittel- und Ostasien. Gelangte um 1400 über Russland und die Türkei nach Europa.

Standorte: Gartenkürbisse sind sehr frostempfindlich. Sie gedeihen am besten in Kompostbeeten oder auf Komposthaufen.

Blütezeit: Juni-August.

Der Gartenkürbis ist eine von fünf Kürbisarten, die kultiviert worden sind. Es handelt sich um eine einjährige krautige Pflanze, die kletternd oder kriechend wächst, sich mittels Ranken festklammern und eine Ausdehnung bis zu 10 m erreichen kann. Sie hat sehr große, etwas gelappte, einfache Laubblätter mit herzförmiger Spreite und langem Stil. Die Pflanze ist ist einhäusig getrenntgeschlechtig. Die am Vormittag geöffneten Trichterblüten haben eine goldgelbe Krone mit einem Durchmesser von 7-10 cm. Die Kronröhre der männlichen Blüten ist becherförmig und mit Zipfeln versehen. Bei den aus den befruchteten weiblichen Blüten entstehenden Früchten handelt es sich um Panzerbeeren, deren Außenhaut im vollreifen Zustand mehr oder weniger stark verholzt [6; 7].

Der Gartenkürbis ist sehr vielgestaltig. Er hat mehrere Unterarten und Varietäten gebildet, aus denen die unterschiedlichsten Kultursorten mit tennisballgroßen bis 60 kg schweren Früchten herausgezüchtet wurden, so b.B. Zucchetti, Patisson, Spaghettikürbis, Halloweenkürbis, Steirischer Ölkürbis und Zierkürbisse. Letztere sind oft mehrfarbig und haben zum Teil recht bizarre Formen [7].

Fruchtfleisch und Samen der Kürbisse sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Vom Kürbis werden sowohl die nussig schmeckenden Samen, als auch das Fruchtfleisch als Nahrungsmittel genutzt. Aus den Samen mancher Sorten wird ein Öl gepresst. Die  Samen vor allem von weichschaligen Ölkürbiskultivaren finden in der Volksmedizin bei verschiedenen Indikationen. Halloween-Kürbisse sind zum Aushöhlen für Laternen geeignet. Zierkürbisse dienen Dekorationszwecken. Im Zoo wrden Kürbisse als Spielzeug oder Beschäftigungsfutter eingesetzt [6; 7].

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Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

FABACAEAE phaseolus vulgaris var nana erlen PD1
Buschbohne (Phaseolus vulgaris var. nana), im Juni im Bauerngarten des Tierparks Lange Erlen, Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACAEAE phaseolus vulgaris var nana erlen PD2
Buschbohne (Phaseolus vulgaris var. nana), Blüte im Juni im Bauerngarten des Tierparks Lange Erlen, Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus:  Phaseoleae

Gartenbohne

Phaseolus vulgaris

Herkunft: Die mutmaßliche Stammform der Gartenbohne, Phaseolus aborigineus, ist von den südlichen USA über Mittelamerika und die Andenkette bis nach Nordchile verbreitet. Im 16. Jahrhundert wurden die Gartenbohne das erste Mal in Europa nachgewiesen.

Standorte: Sonnige und warme Stadorte. Kühle Witterung und Wind hemmen das Wachstum. Mittelschwere und leichtere Böden sind am besten geeignet.

Blütezeit: Juni-September.

Die Gartenbohne ist eine einjährige, linkswindende Kletterpflanze die je nach Sorte eine Höhe von bis zu 400 cm erreicht. Stangenbohnen (var. communis) benötigen eine Kletterhilfe. Die im 19. Jahrhundert gezüchteten Buschbohnen (var. nana) werden dagegen nur 30-50 cm hoch. An den Wurzeln sitzen stickstoffbindende Wurzelknöllchen. Der Stengel ist verzweigt, die dreizähligen Blätter sind gestielt und bestehen aus breiten, eirunden und zugespitzten Teilblättchen. Die Schmetterlingsblüten können weiß, gelblich oder violett gefärbt sein und stehen in wenigblütigen Trauben. Als Frucht entwickelt sich je nach Sorte eine grüne, gelbe, blaue, gestreifte oder marmorierte Schote die zwischen 10 und 30 Zentimeter lang ist und 2 bis 8 Samen (Bohnen) enthält [6; 7].

Die Gartenbohne enthält Lectine, Trypsininhibitoren, Tannine und cyanogene Glykoside. Die ganze Pflanze ist stark giftig, namentlich die Samen. Beim Schwein treten Vergiftungserscheinungen wie Fressunlust, hämorrhagische Gastroenteritis, tonisch-klonische Krämpfe etc. nach der Aufnahme von 300 g rohen Gartenbohnen pro Tag auf, beim Rind nach Aufnahme von 500 g. Störungen sind aber schon bei viel geringeren Dosen wahrscheinlich. Durch Kochen werden die Gifte zerstört. Die Schoten sind reich an Kohlenhydraten, an Vitaminen der B-Gruppe und sie sind wertvolle Lieferanten für die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Calcium, Eisen und Kupfer. Weiterhin enthalten sie sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere Flavonoide, die krebsvorbeugend und antimikrobiell wirken sollen [1; 7].

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Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)

SOLANACAEAE solanum tuberosum blaue st galler erlen PD1
Kartoffel (Solanum tuberosusm) "Blaue St. Galler", im Juni im Bauerngarten des Tierparks Lange Erlen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SOLANACAEAE solanum tuberosum ackersegen erlen PD1
Kartoffel (Solanum tuberosum), "Ackersegen", Blüten im Juni im Bauergnarten des Tierparks Lange Erlen Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SOLANACAEAE solanum tuberosum ackersegen erlen PD2
Kartoffel (Solanum tuberosum), "Ackersegen", Blüten im Juni im Bauergnarten des Tierparks Lange Erlen Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Solanoideae
Tribus: Solaneae

Kartoffel

Solanum tuberosum

Herkunft: Die Ausgangsformen der heutigen kultivierten Kartoffeln stammen aus dem Andenraum Südamerikas. Nach Europa wurde sie 1573 erstmals eingeführt. Wegen ihrer attraktiven Blüten wurde sie bei uns zunächst nur als Zierpflanze angebaut. Der großflächige Anbau als Nahrungspflanze erfolgte in Deutschland erst ab dem 18. Jahrhundert. Dazu hat wesentlich der preußische König Friedrich der Große beigetragen, der den Wert der Kartoffel als Grundnahrungsmittel für seine Soldaten erkannte und ihren Anbau förderte.

Standorte: Die Kartoffel bevorzugt sandig-lehmige Böden mit einem schwach sauren pH-Wert von 5 bis 6 aufweist. Das Substrat sollte humusreich und frei von störenden Bodenhindernissen sein, damit die Knollen ungestört wachsen können.

Blütezeit: April-Juli.

Die Kartoffel ist eine aufrecht und bis zu einem Meter hoch wachsende krautige Pflanze. An den oberirdischen Laubtrieben mit gefiederten Blättern erscheinen weiße, rosafarbene oder violette fünfzählige Blüten mit gelben Staubbeuteln, aus denen kirschgroße, grüne und ungenießbare Beeren entstehen. Unterirdisch bilden sich Knollen, die durch Tragfäden mit den Wurzelsprossen verbunden sind und als Nährstoffspeicher dienen. Je nach Sorte variieren Knollenform und Farbe des Fruchtfleisches [6].

Darüber, ob die Kartoffel ein Gemüse sei oder nicht, lässt sich trefflich streiten. Die Weltgesundheits-Organisation sagt: „Kartoffeln, Süßkartoffeln und andere stärkehaltige Knollen zählen nicht als Obst oder Gemüse", was aber den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt nicht daran hinderte, die Kartoffel 2003 zum Gemüse des Jahres auszurufen [8].

Die Kartoffel ist giftig, weil sie steroidale Glycoalkaloide und verschiedene Glykoside enthält. Keine Vergiftungen ergeben sich durch einwandfreie Knollen, deren Solaningehalt etwa bei 7 mg/100g Frischgewicht liegt. Knollen mit mehr als 10-20 mg Alkaloid/100g Frischgewicht können zu gesundheitlichen Schäden führen. Die letale Dosis beträgt beim Schaf 250 mg, beim Kaninchen 20-30 mg Solanidin/kg Körpergewicht. Vergiftungssymptome nach Aufnahme von Kartoffelkraut sind beim Rind Anorexie und Obstipation, dann Diarrhoe, Kolik, Speichelfluss, Apathie, Somnolenz, Kollaps, erweiterte Pupillen, geschwollene Augenlider; Hautekzeme besonders an den Beinen, Krämpfe, Lähmung, Anämie und letztlich Tod durch Atemlähmung [1].

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Literatur und Internetquellen:

  1. CLINI TOX
  2. GARTENLEXIKON
  3. HORTIPEDIA
  4. INFO FLORA
  5. LAUBER, K. & WAGNER, G. (1991) 
  6. MEIN SCHÖNER GARTEN
  7. PFLANZEN-LEXIKON
  8. NUTZPFLANZENVIELFALT

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Gelesen 878 mal Letzte Änderung am Montag, 29 Juni 2020 06:52
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx