Mäuse-Verwandte

Tüpfelgrasmaus

Tüpfelgrasmaus (Lemniscomys striatus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen Tüpfelgrasmaus (Lemniscomys striatus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen
© Klaus Rudloff, Berlin

Überordnung: EUARCHONTOGLIRES
Taxon ohne Rang: Nagetiere und Hasen (GLIRES)
Ordnung: Nagetiere (RODENTIA)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Mäuse (Muridae)
Unterfamilie: Altweltmäuse (Murinae)
Tribus: Kusu-Ratten (Arvicanthini)

D LC 650

Tüpfelgrasmaus

Lemniscomys striatus • The Typical Striped Grass Mouse • La souris rayée

110 011 028 005 lemniscomys striatus erfurt PD(1)
Tüpfelgrasmaus (Lemniscomys striatus) im ZooPark Erfurt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

110 011 028 005 lemniscomys striatus map
Approximative Verbreitung der Tüpfelgrasmaus (Lemniscomys striatus)

 

110 011 028 005 lemniscomys striatus erfurt PD(2)
Tüpfelgrasmaus (Lemniscomys striatus) im ZooPark Erfurt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

110 011 028 005 lemniscomys striatus MD KR1
Junge Tüpfelgrasmaus (Lemniscomys striatus) im Zoo Magdeburg © Klaus Rudloff, Berlin

 

110 011 028 005 lemniscomys striatus MD KR2
Tüpfelgrasmaus (Lemniscomys striatus) im Zoo Magdeburg © Klaus Rudloff, Berlin

 

110 011 028 005 lemniscomys striatus pilsen KR2
Tüpfelgrasmaus (Lemniscomys striatus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz 

Tüpfelgrasmäuse, auch Echte Streifengrasmäuse genannt, werden eher selten gehalten, obwohl es sich um eine das Publikum sehr ansprechende Art handelt, die afrikanische Savannen-Ausstellungen bestens ergänzen würden.

Körperbau und Körperfunktionen

Mit einer Kopf-Rumpflänge von 97-139 mm, einer Schwanzlänge von 96-153 mm und einem Gewicht von 28-67 g sind Tüpfelgrasmäuse größer und kräftiger als die Vielstreifengrasmäusen (Lemniscomys barbarus) und ihre Grundfarbe ist dunkler. Die sehr schöne Zeichnung besteht aus perlenkettenartigen hellen Linien.

Verbreitung

Afrika südlich der Sahara: Angola, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Kongo, Kongo Dem., Liberia, Malawi, Nigeria, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Sudan, Südsudan, Tansania, Togo, Tschad, Uganda [2].

Lebensraum und Lebensweise

Die Tüpfelgrasmaus besiedelt offene Lebensräume, d.h. Grasland, Savannen, offene Wälder, Agrarland bis auf eine Höhe von 1'700 m. Sie ernährt sich von Gräsern, Blättern, Früchten und Insekten. Die Fortpflanzungsperiode richtet sich nach den Regenfällen. Nach einer Tragzeit von im Mittel 23 Tagen werfen die Weibchen ein- bis dreimal jeweils 2-8 Junge mit einem Geburtsgewicht von 3 g. Diese haben bereits ein kurzes Haarkleid [1; 3; 5].

Gefährdung und Schutz

Die Tüpfelgrasmaus ist eine häufig anzutreffende Art in ihrem Verbreitungsgebiet. Das Areal hat sogar zugenommen, da sie aufgrund von Habitatsveränderungen zusätzlichen Lebensraum findet. Deshalb gehört sie, wie im Rahmen einer Beurteilung im Jahr 2016 festgestellt wurde,  zu den nicht-gefährdeten Arten (Rote Liste: LEAST CONCERN) [3].

Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Keine Angaben.

Haltung

WEIGL gibt als Altersrekord für ein im Londoner Zoo gehaltenes Tier 4 Jahre und 10 Monate an [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur in etwa einem halben Dutzend Zoos gehalten. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL soll Tüpfelgrasmäusen ein Gehege von mindestens 0.5 m³ Grundfläche zur Verfügung gestellt werden.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 2019) stellt keine Mindestanforderungen an Gehege für Tüpfelgrasmäuse.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs gilt für kleinere Arten der Mäuseverwandtschaft pauschal eine Mindestfläche von 1 m² pro Haltungseinheit.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Tüpfelgrasmaus wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Mus barbarus" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Lemniscomys wurde 1881 von Édouard Louis TROUESSART, Zoologe und Professor am Muséum national d’histoire naturelle zu Paris, eingeführt [5].

Literatur und Internetquellen

  1. ANIMAL DIVERSITY WEB
  2. RODENT INFO NET
  3. VAN DER STRAETEN, E. et al. (2016). Lemniscomys striatus (errata version published in 2017). The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T11495A115103342. http://www.iucnredlist.org/details/11495/0. Downloaded on 21 May 2018.
  4. WEIGL, R. (2005)
  5. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)

Zurück zu Übersicht Hasen und Nagetiere

Weiter zu Eurasische Zwergmaus (Micromys minutus)

Gelesen 4970 mal Letzte Änderung am Samstag, 01 Juni 2019 12:53
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx