Plattschweif-Sittiche

Schmucksittich

Schmucksittich (Neophema elegans) im Welt-Vogelpark Walsrode Schmucksittich (Neophema elegans) im Welt-Vogelpark Walsrode
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Ordnung: Papageienvögel (Psittaciformes)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien (Psittacinae)
Tribus: Plattschweifsittiche (Platycercini)

D LC 650

Schmucksittich

Neophema elegans • The Turquoise Parrot • La perruche turquoisine

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"Euphema" (= Neophema) pulchella, elegans und splendida. Illustration aus BROINOWSKI, G. (1890) The birds of Australia. Volume 3, Plate 43. Gemeinfrei

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Schönsittichs (Neophema pulchella)

 

 

 

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Schmucksittich (Neophema elegans) in Bellawood Parrots at Ravenswood Sanctuary, Westaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Schmucksittich ("Euphema elegans" = Neophema elegans). llustration aus GOULD, J. et al. (1848) The birds of Australia. Volume 5, Plate 38. Gemeinfrei.

 

 

 

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Der in Australien in zwei getrennten Teilarealen vorkommende Schmucksittich ist nicht gefährdet. Er wird in Europa zwar recht oft gezüchtet, aber nicht sehr häufig in Zoos gezeigt, wobei er in Mitteleuropa fast nur in kleineren Tier- und Vogelparks zu sehen ist.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Schmucksittich erreicht eine Gesamtlänge von ca. 22 cm, wovon 11-12 cm auf den Schwanz entfallen, und eine Flügellänge von 11 cm. Hähne werden ca. 44-51 g schwer, Hennen ca. 41-47 g. Grundfarbe des Gefieders ist olivgrün. Zügel, Unterbauch und Steiß sind gelb, die Bauchmitte beim Männchen oft orange-gelb. Es ist ein breites blaues Stirnband vorhanden, auch Flügelbug und die äußeren mittleren Flügeldecken sind blau. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel grauschwarz, und die Füße sind braungrau. Bei Jungvögeln kann das blaue Stirnband fehlen [1; 4, 5; 6, 7].

Verbreitung

Australien: Südost- und Westaustralien in den Bundesstaaten Westaustralien, Südaustralien, Victoria und New South Wales sowie auf Kangaroo Island und Phillip Island [2].

Lebensraum und Lebensweise

Der Schmucksittich besiedelt offene Landschaften mit spärlichem Baumbewuchs, namentlich offene Trockenwälder der gemäßigten Zone, und Trockenbusch, nutzt aber auch andere Lebensräume, etwa mit einzelnen Bäumen bestandenes Agrar- oder Weideland. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen von Gräsern und Kräutern, es werden aber auch Grünzeug, Beeren und kleinere Früchte gefressen. Genistet wird in Stamm- oder Asthöhlen etwa 3-12 m über dem Boden. Das Gelege besteht aus 4-5(-7) ca. 21x18 mm großen Eiern, die allein vom Weibchen während ca. 18-19 Tagen ausgebrütet werden. Die Jungen verlassen das Nest mit etwa 30-35 Tagen [1; 4; 5; 7].  

Gefährdung und Schutz

Der Schmucksittich hat eine sehr weite Verbreitung und sein Bestand nimmt anscheinend zu. Er gilt daher seit seiner ersten Beurteilung im Jahr 2004 als nicht-gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [2].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

In Australien werden Schmucksittiche kaum genutzt, laut IUCN befinden sie sich aber im internationalen Tierhandel [2]. Von 2001-2018 wurden jedoch keine Ausfuhren von lebenden Wildfängen oder von Nachzuchtvögeln aus Australien registriert. Im selben Zeitraum wurden weltweit bei der Ausfuhr 5'303 Nachzuchtvögel registriert. Davon stammten 2'579 aus den Niederlanden, und 1'729 aus Belgien [3].

Haltung

Schmucksittiche wurden bereits 1859 im Londoner Zoo gezeigt und kamen 1874 erstmals nach Deutschland [1]. Als Höchstalter in menschlicher Obhut werden 14 Jahre und  11 Monate angegeben [8]. Volieren für ein Paar sollten wenigstens 2 m lang sein und über einen angeschlossenen, frostfreien Schutzraum verfügen. In größeren Volieren ist eine Gemeinschaftshaltung mit anderen australischen Sittichen, Prachtfinken und Weichfressern möglich. Unter sich sind Schmucksittich-Hähne recht unverträglich [1].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in weniger als 20 Zoos gezeigt, von denen sich etwa die Hälfte im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels ein Käfig mit einer Grundfläche von 0.5 m² und einer Höhe von 50 cm erforderlich, der in mindestens 80 cm Höhe aufzustellen ist, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 0.5 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2019) sind Schmucksittiche mindestens paarweise zu halten. Für 6 (!) Vögel ist ein Käfig mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 0.5 m² und einer Höhe von 60 cm vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 0.05 m² zu erweitern. Dies ist für die Art sicher nicht adäquat. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 2 x 1.5 m Fläche und einer Höhe von 2 m sowie einen frostfreien Schutzraum von 1 m² / 1 m Höhe vor. Je weiteres Paar sind die Flächen um 50% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Schmucksittich wurde 1857 von dem englischen Ornithologen und Illustrator John GOULD als "Nanodes elegans" erstmals wissenschaftlich beschrieben. 1891 fasste der italienische Arzt und Ornithologe Graf Tommaso SALVADORI Adlard die in verschiedenen Gattungen untergebrachten Grassittiche zur neuen, bis heute gültigen Gattung Neophema zusammen. Der Schmucksittich ist eine monotypische Art [5].

Literatur und Internetquellen

  1. ASMUS, J. & LANTERMANN, W. (2012)
  2. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Neophema elegans. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22685197A93062831 . https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22685197A93062831.en. Downloaded on 20 April 2020.
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DE GRAHL, W. (1979/82)
  5. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1997)
  6. FORSHAW, J. M. & COOPER, W. T. (1981)
  7. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  8. YOUNG, A. M., HOBSON, E. A., BINGAMAN LACKEY, L. & WRIGHT, T. F. (2012)

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Gelesen 778 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 17 Februar 2021 08:40
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx