Lebensräume in Nordamerika

Gewässer und Feuchtgebiete

Emerald Lake im Yoho-Nationalpark, Britisch Kolumbien, Kanada Emerald Lake im Yoho-Nationalpark, Britisch Kolumbien, Kanada
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

(10.0) Allgemeines
(10.1) Stehende Gewässer

(10.2) Fließgewässer
(10.3) Moore
(10.4) Feuchtwiesen und Riede
(10.5) Sumpfwälder
(10.6) Mangroven

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Entwässerungssysteme und wichtige geschützte Feuchtgebiete - zum Vergrößern auf Bild klicken

 

 

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Vor 7700 Jahren der brach Vulkan Mount Mazama in Oregon in einer gewaltigen Eruption aus und stürzte danach in sich zusammen. Im Krater zurück blieb ein See von 8 km Durchmesser und mit 593 Meter der tiefste See der USA © Thomas Althaus, Detligen

 

 

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Rotlachs (Oncorhynchus nerka), Männchen und Weibchen. Foto: US Fish and Wildlife Service

 

 

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Gefleckter Knochenhecht (Lepisosteus oculatus). Foto: Brian Montague, US Fish and Wildlife Service

 

 

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Seestör (Acipenser fulvescens), Batchawana Bay,Lake Superior (Ontario, Kanada). Seestöre leben in Seen und großen Flüssen, gelegentlich im Brackwasser, gehen aber nicht ins Meer. Foto: Fungus Guy

 

 

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Florida-Rotbauch-Sumpfschildkröten (Pseudemys nelsoni) Loxahatchee National Wildlife Refuge, Florida, USA

Allgemeines

Nordamerika kann grob ist in vier Entwässerungssysteme mit unterschiedlichen Fischfaunen gegeliedert werden: das arktische, das pazifische, dasjenige des Golfes von Mexiko, und das atlantische.

In den Flüssen und Seen im Einzugsgebiet des Arktischen Ozeans, von der Hudson Bay bis nach Alaska, kommen z.B. die Arktische Äsche (Thymallus arcticus) und der Seestör (Acipenser fulvescens) vor, von dem die meisten Populationen gefährdet sind. Zu den gefährdeten Arten zählen auch die Kurzkiefer-Maräne (Coregonus zenithicus) und der Dolly-Varden-Saibling (Salvelinus malma).

Auf der Pazifikseite leben die Pazifischen Lachse (Oncorhynchus spp.), die zum Teil reine Süsswasserfische sind, zum Teil im Alter von wenigen Monaten ins Meer wandern und erst zum Ablaichen wieder in ihr Geburtsgewässer zurückkehren. Kalifornische und mexikanische Goldforelle (Oncorhynchus aguabonita, O. chrysogaster), Gila- und Apacheforelle (O. gilae, O. apache) aus dem Gila- bzw. Colorado River und die weit verbreitete Rotkehlforelle (O. clarkii) leben nur im Süsswasser. Zu den wandernden Arten gehören Regenbogenforelle (O. mykiss), Keta- (O. keta), Silber- (O. kisutch), Rot- (O. nerka) und Königslachs (O. tshawytscha).

Rio Grande, Mississippi und andere Gewässer im Einzugsgebiet des Golfs von Mexiko sind ein Schwerpunkt des Vorkommens der Knochenhechte (Lepisosteus oculatus, L. osseus, L. platystomus, L. spatula). Die warmen Gewässer der im Süden der USA sind bevorzugter Lebensraum des Weißen Katzenwelses (Ameiurus catus). Auch der Sonnenbarsch ist häufig. Von hier stammt auch der Koboldkärpfling (Gambusia affinis), der im Zuge der Bekämpfung der Malaria auch in anderen Kontinenten ausgesetzt wurde und sich dort als invasive Art herausgestellt hat, die einheimische Arten gefährden kann.

Typische Vertreter der Fischfauna der Großen Seen und des dem Atlantik zufließenden St. Lorenzstroms sind der Bach- und der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus fontinalis, S. namaycush), Schwarz- und Forellenbarsch (Micropterus dolomieu, M. salmoides) und der Löffelstör (Polyodon spathula). Vom Lachs (Salmo salar) gibt es reine Süsswasserpopulationen. Diejenige des Ontariosees und seiner Zuflüsse, die vom Atlantik durch die Niagarafälle separiert war, ist jedoch bereits vor 1900 ausgestorben. Die Langkiefer-Maräne (Coregonus alpenae) wurde in den 1970er Jahren um letzten Mal im Huron-See gesehen. Die Kurznasen-Maräne (Coregonus reighardi) kam früher iin den Großen Seen vor, ist heute aber möglicherweise auch ausgestorben.

Da die menschliche Bevölkerung Nordamerikas sehr ungleich verteilt ist und sich weite Gebiete aus klimatischen Gründen nicht für Ackerbau eignen, andernorts aber dank künstlicher Bewässerung eine intensive Landwirtschaft betrieben wird, ist der Zustand der Gewässer des Kontinents sehr unterschiedlich. Währenddem im Norden viele Flüsse und Seen nahezu unberührt sind, ist der Zustand vieler Gewässer im Südosten Kanadas und in den USA bedenklich. Starke Besiedlung und Industrialisierung führte vielfach zu hoher Schadstoffbelastung, Landwirtschaft und Elektrizitätsgewinnung haben Wasserregimes zur Folge, die sich negativ auf Wassertiere und -pflanzen auswirken, und es wurden gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten eingeschleppt, die sich invasiv verhielten, wie etwa der Sumpfbiber aus Südamerika, Pythons aus Südostasien, das Meerneunauge oder die Dreikantmuschel.

Es bietet sich daher an, im Rahmen einer Nordamerika-Ausstellung auch auf den Zustand der Gewässer einzugehen.

Typische Zootiere

Waschbär, Nordamerikanischer Fischotter, Karibische Seekuh, Kanadischer Biber, Nutria (eingebürgert). Braunpelikan, Nashornpelikan, Kormoran, Kuhreiher, Nachtreiher, Rosalöffler, Kubaflamingo, Schneegans, Kaisergans, Zwergschneegans, Ringelgans, Kanada- und Zwergkanadagans, Trompeterschwan, Zwergschwan, Herbstpfeifgans, Spießente, Löffelente (Anas clypeata), Krickente (Anas crecca), Blauflügelente (Anas discors), Stockente (Anas platyrhynchos), Schnatterente (Anas strepera), Brautente (Aix sponsa), Bergente (Aythya marila), Schellente (Bucephala clangula), Büffelkopfente (Bucephala albeola), Plüschkopfente (Somateria fischeri), Eiderente (Somateria mollissima), Gänsesäger (Mergus merganser), Kappensäger (Mergus cucullatus), Schwarzkopf-Ruderente( (Oxyura jamaicensis), Kanadakranich, Teichhuhn (Gallinula chloropus), Europäischer Austernfischer (Haematopus ostralegus), Amerikanischer Stelzenläufer (Himantopus mexicanus), Regenbrachvogel (Numenius phaeopus), Kampfläufer (Philomachus pugnax), Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula), Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea). Schmuckschildkröte (Trachemys scripta), Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis), Nordamerikanischer Kupferkopf (Agkistrodon contortrix), Mississippi-Alligator, Schlammteufel (Cryptobranchus alleganiensis), Großer Armmolch (Siren lacertina), Axolotl (Ambystoma mexicanum), Tigersalamander (Ambystoma tigrinum / mavortium), Coloradokröte (Bufo (Incilius) alvarius), Gefleckter Knochenhecht (Lepisosteus oculatus), Schlanker Knochenhecht (Lepisosteus osseus), Bachsaibling (Salvelinus fontinalis), Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus), Westamerikanischer Kreuzwels (Arius seemanni).

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Stehende Gewässer

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Lake Minnewanka, Banff National Park, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Die fünf Großen Seen (Great Lakes) im Einzugsgebiet des St. Lorenzstroms, d.h. Oberer See, Huronsee, Michigansee, Eriesee und Ontariosee bilden zusammen die größte zusammenhängende Süßwasserfläche der Erde. Zusammen sind sie etwa so groß wie die alte Bundesrepublik (244'300 km²). Ihre Wasserspiegel liegen zwischen 183 und 75 m.ü.M., wobei das Wasser die größte Differenz, jene zwischen Erie- und Ontariosee in Form der 58 m hohen Niagarafälle überwindet. Die mittlere Tiefe der Seen beträgt zwischen 19 und 145 m.

        
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Kanadabiber im natürlichen Lebensraum. Five Lakes Valley, Jasper NP, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Ein zweiter Komplex großer Seen, bestehend aus Athabascasee (7’850 km²), Großem Sklavensee (27'048 km²) und Großem Bärensee (31’153 km²), gehört zum Fluss-System des Mackenzie Rivers in Nordwestkanada. Diese Seen liegen auf einer Höhe von 213 bzw. 156 m und ihre mittlere Tiefe beträgt zwischen 20 und 72 m. Auch im Fluss-System des Nelson gibt NAM-10 Lk louise
Lake Louise, 1750 m.ü.M., Jasper National Park, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
es eine Reihe von Seen bzw. Flachseen, deren größte der Winnipegsee (ca. 24’400 km², mittlere Tiefe 12 m), Winnipegosissee (ca. 5’164 km², mittlere Tiefe 12 m), Manitobasee (ca. 4’700 km², Maximaltiefe 7 m) und Cedar Lake (1'353 km², Maximaltiefe 10 m) sowie der zur Elektrizitäts-Gewinnung aufgestaute Lake of the Woods (4'390 km²) sind.

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Großer Salzsee, Uta, USA. Foto emily Allen, Wikimedia Commons
Der Große Salzsee ist ein im Mittel nur 4.5 m tiefer, abflussloser Flachsee in der Wüste des Großen Beckens, der hauptsächlich vom Bear River gespiesen wird. Seine Fläche schwankt stark, im Mittel liegt sie bei 4’400 km². Sein Salzgehalt ist extrem hoch, er liegt zwischen etwa 9 % im Süden und bis zu etwa 27 % im Norden. Die Fischfauna ist daher bescheiden, doch leben im See verschiedene Salzwassergarnelen sowie der der Salinenkrebs (Artemia salina), welche die Nahrungsgrundslage für zahlreiche Watvögel bilden.

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Fließgewässer

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Der Mississippi bei St. Louis. Foto: US Geological Survey
Der Mississippi weist mit 2'981'076 km² das drittgrößte Wassereinzugsgebiet der Erde auf. Der 3'778 km lange Strom entspringt dem Lake Itasca (Minnesota) und mündet in den Golf von Mexiko. Sein größter Nebenfluss, der Missouri ist deutlich länger als sein eigener Oberlauf. Zusammen haben Missouri und Unterlauf als Mississippi-Missouri eine Länge von 6'051 km. Das zweitgrößte Fluss-System Nordamerikas, das 1'743’058 km² in die Beaufortsee entwässert, bildet der Mackenzie River NAM-10 dawson falls
Dawson Falls des Murtle River. Wells Gray Provincial Park, Britisch Kolumbien, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
mit seinen Quellflüsse Athabasca und Finlay River. Gerechnet ab der Quelle des Finlay beträgt seine Länge 4'260 km.

        
Das Fluss-System des Nelson River, zu dem der Red River of the North und der NAM-10 nigel creek
Der Nigel Creek, ein Zufluss des Nord-Sakatchewan im Banff National Park, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Saskatchewan River gehören, hat mit 1'093'442 km² das drittgrößte Einzugsgebiet in Nordamerika. Mit einer mittleren Abflussmenge von 3'486 m³/s ist der Nelson der bedeutendste Süßwasser-Zubringer der Hudson Bay. Mit nur 1'420 m³/s ist der Zufluss aus dem Albany River, mit knapp 1'000 km der längste Fluss der kanadischen Provinz Ontario deutlich bescheidener. Das Einzugsgebiet des Sankt-Lorenz-Stroms, dessen Länge sehr unterschiedlich angegeben wird, ist mit 1'030'000 km² fest ebenso groß wie das des Nelson. Der Sankt-Lorenz verbindet die Großen Seen mit dem Atlantik.

        
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Der Kootenay River mit umfangreichen Kiesbänken. Kootenay-Nationalpark, Britisch Kolumbien, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der Yukon ist mit 3120 Kilometern der fünftlängste Fluss auf dem nordamerikanischen Kontinent und hat ein Einzugsgebiet von 854'700 km², das er in die Beringsee entwässert. Der rund 2'000 km lange Columbia River ist der wasserreichste aller nordamerikanischen Flüsse, die in den Pazifischen Ozean münden. Sein Einzugsgebiet umfasst 668’217 km². Andere wichtige Zuflüsse des Pazifiks sind der Fraser River (Länge 1'375. Einzugsgebiet 248’035 km² in Britisch Kolumbien und der Sacramento (Länge 607km, Einzugsgebiet 69'930 km²) in Kalifornien.

        
Der wegen seines rot gefärbten Wassers so genannte Colorado ist mit 2'333 km Länge und einem Einzugsgebiet von 703'132 km² der wichtigste Fluss im Südwesten des Kontinents. Er mündet in den Golf von Kalifornien.Der in den USA Rio Grande, in Mexiko Río Bravo genannte Fluss gilt mit 3’034 km als der drittlängste Fluss der USA. Er hat ein Einzugsgebiet von 607'965 km² und mündet in den Golf von Mexiko. Wegen des relativ geringen Abstandes der Wasserscheide zur Küste sind viele bekannte, in den Atlantik mündende Flüsse, wie Delaware, Hudson Potomac oder Susquehanna bezüglich Länge, Einzugsgebiet und Wasserführung von geringerer Bedeutung als die zuvor genannten.

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Moore

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Der Shore Pine Bog Trail im Pacific Rim-Nationalpark, Britisch Kolumbien, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Permafrostboden verursacht Staunässe. Die Böden von Tundra und Taiga sind daher sehr sumpfig. Einen erheblicher Teil der Tundra machen Flachmoore mit Moosen, Wollgras und Seggen aus. In der Taiga bestehen riesige Flächen aus Hochmooren. Diese sind auch im Bereich der kühlen Regenwälder eine häufige Erscheinung, so etwa im Pacific Rim-Nationalpark. Im Gebirge nehmen sie kleinere Flächen ein, kommen aber in den Rocky Mountains bis hinunter nach Wyoming und in den Appalachen bis West Virginia vor. (HALSEY, L. A., VITT, D. H. & GIGNAC, K. D., 2000)

        
Vegetation: Nebst Torfmoos (Sphagnum) gedeihen in den Hochmooren der Westküste z.B. Seggen (Carex), Stinkkohl (ein Aronstabgewächs, Lysichitum americanum), Sonnentau (Drosera rotundifolia), Gagelstrauch (Myrica gale), Grönländische Porst (Rhododendron groenlandicum), Moosbeere und Immergrüne Heidelbeere (Vaccinium oxycoccos, V. ovatum) sowie Lorbeerrose (Kalmia polifolia). Charakterbäume sind die zwergwüchsige Nutka-Scheinzypresse (Chamaecyparis nootkaensis) und die Dreh- oder Küstenkiefer (Pinus contorta).

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Feuchtwiesen und Riede

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Kanadagänse (Branta candensis) auf Riedwiese beim Lake Vermilion, Banff-Nationalpark, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Sümpfe sind zeitweise stark vernässte, schlammigen Böden mit stehendem Wasser, auf denen sich, im Gegensatz zum Moor, kein oder nur wenig Torf ausbildet. Ihr Wasser ist in der Regel nicht oder nur wenig sauer. Sie kommen bei verlandenden Seen, in der Umgebung der weitgehend natürlichen, von Altwassern begleiteten Wasserläufe etwa des Felsengebirges von Colorado bis Kanada, oder an Stellen mit hohem Grundwasserspiegel vor.  NAM-10 trachemys
Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta), Coombs, Vancouver Island, BC, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Durch den Abbau von Nitrat und Phosphor tragen sie zur Wasserqualität der Flüsse und Seen bei. Riedflächen und Feuchtgebiete mit ursprünglich krautiger Vegetation pflegen zu Verwalden, wobei es zur Ausbildung von Bruchwäldern kommt.

        
Vegetation: Feuchtwiesen und Riede sind die artenreichsten Feuchtgebiete. Binsen (Juncus) und Sauergräser, wie Seggen (Carex), Schuppenseggen (Kobresia) oder Sumpfbinsen (Eleocharis) dominieren die Pflanzengesellschaften. NAM 10 ardea herodias blue talthaus
Kanadareiher (Ardea herodia) im Schilf. Everglades National park, Florida © Thomas Althaus, Detligen
Unter den Blütenpflanzen finden sich Pfingst-Veilchen (Viola nephrophylla), diverse Orchideen (z.B. Liparis, Epipactis, Ameorchis, Cypripedium) und der ursprünglich aus Asien stammende Kalmus (Acorus calamus). Weiden (Salix) und Zwergbirken (Betula nana) sind mit die ersten Holzpflanzen, die im Zuge der Verwaldung in die Wiesen- und Riedflächen eindringen. (LUNA, T. et al., 2010).NAM 10 ardea herodias white talthaus
Weiße Farbphase des Kanadareihers (Ardea herodias) im Everglades Nationalpark © Thomas Althaus, Detligen

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Mississippi-Alligator (Alligator misissippiensis) im Everglades Nationalpark, Florida, USA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Ein ganz spezielles offenes Feuchtgebiet sind die Everglades, ein nur wenige cm tiefer, 60-80 km breiter, sehr langsam fliessender Strom, der sich vom Okeechobee-See in Nordflorida bis zur Südspitze der Florida-Halbinsel erstreckt und der fast völlig mit "Gras" bewachsen ist. Durch teilweise Trockenlegung, die Entnahme von Wasser für die Landwirtschaft und als Trinkwasser für die angrenzenden Städte und massive Belastung durch Düngemittel und Schwermetalle ist das ökologische Gleichgewicht des ganzen Systems gestört, weshalb die Everglades heute auf der Liste des gefährdeten Welterbes stehen. Nur der südliche Teil NAM-10 everglades ibis
Schneesichler (Eudocimus albus) im Everglades Nationalpark, Florida, USA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
steht als Everglades Nationalpark unter Schutz.

        
Vegetation: Die weiten Flächen sind mit Binsenschneiden (Cladium mariscus) bewachsen, daneben gedeihen hier z.B. Sumpflilien (Crinum pedunculatum), Prunkwinden (Ipomoea sagittata), Orchideen und die insektenfressenden Wasserschläuche (Utricularia cornuta). Bei den offenen Wasserflächen handelt es sich teilweise um künstlich angelegte Kanäle, daneben findet man Tümpel, die von den Alligatoren ausgehoben wurden. An erhöhten Stellen hat es kleine Bauminseln ("hardwood hammocks") mit Königspalmen (Roystonea regia), Weihrauchkiefern (Pinus elliotii), Weißgummibäumen (Bursera simaruba) und Florida-Würgefeigen (Ficus aurea). (DE GOLIA, J.,1993)

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Sumpfwälder

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Tillandsien. Cypress Board Walk, Loxahatchee National Wildlife Refuge, Florida, USA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Zwischen den Everglades und den trockeneren Gebieten entlang der Ostküste befanden sich ursprünglich ausgedehnte Sumpfzypressenwälder (Taxodium distichum), die aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts weitgehend abgeholzt wurden. Heute sind nur noch wenige dieser Sumpfwälder erhalten. Darunter diejenigen des Loxahatchee-Wildschutzgebiets, der zeitweilig trocken fällt, in dem das Wasser aber auch bis zu einem Meter tief stehen kann, des Big Cypress Swamp-Schutzgebiets oder des NAM-10 anhinga
Amerikanischer Schlangenhalsvogel (Anhinga anhinga), Loxahatchee National Wildlife Refuge, Florida, USA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Corkscrew Swamp-Schutzgebiets in der Nähe von Naples, das den größten Zypressenurwald der USA beherbergt.

        
Vegetation: Neben des Sumpfzypressen kommen in den Sumpfwäldern der südlichen USA z.B. auch Wasserapfel (Annona glabra), Karolina-Weide (Salix caroliniana), Gagelstrauch (Myrica cerifera) und Knopfbusch (Cephalanthus occidentalis) vor. Als Unterwuchs sind Farne häufig, darunter der bis 3.5 m hohe Lederfarn (Acrostichum). Charakteristisch sind die vielen Tillandsien, darunter das Spanische Moos (Tillandsia usneoides), das Ballmoos (T. recurvata), T. fasciculata und T. utriculata. (CANNING, P., et al., undat.)

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Mangroven

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Mangroven in den Everglades, Florida, USA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Von den rund 50 Mangrovenarten kommen in Nordamerika nur deren drei vor: Die Schwarze (Avicennia germinans), die Rote (Rhizophora mangle) und die Weiße (Laguncularia racemosa) Mangrove. Mangrovensümpfe gibt es nur nur in Südflorida, wo sie eine Fläche von rund 2'000 km² einnehmen, sowie, in kleineren Beständen von Schwarzen Mangroven. im Süden von Louisiana und Texas. Zur ihrer Begleitflora gehören Knopfmangrove (Conocarpus erectus, ein Flügelsamengewächs), Mahagoni (Swietenia mahagoni), Weißgummibaum (Bursera simaruba).

        
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Mangroven mit Reihern , Everglades, Florida, USA. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Mangroven erfüllen wichtige ökologische Funktionen: als Wasserfilter, als Lebensraum und Kinderstube für Diamant-Klapperschlange (Crotalus adamanteus), Spitzkrokodil (Crocodylus acutus) und zahlreiche Meereslebewesen sowie als Schlaf- und Nistplatz für viele Vogelarten, wie Braunpelikan, Rosalöffler, Schmuckreiher (Egretta thula), Fischadler (Pandion haliaetus) etc.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Einige Nationalparks: USA: Isle Royale-NP, Yukon Delta Nat. Wildl. Refuge, Innoko National Wildlife Refuge, Koyukuk Nat. Wildlife Refuge, Nowitna National Wildlife Refuge, Denali-NP, Yukon Flats Nat. Wildlife Refuge, Kouchibouguac-NP, Holly Springs National Forest, Apalachicola National Forest, Loxahatchee Nat. Wildlife Refuge, Everglades NP, Everglades Wildlife Mgmt. Area, Big Cypress National Preserve, Okefenokee Nat. Wildlife Refuge
Kanada: Wood Buffalo-NP, Upper Canada Migratory Bird Sanctuary, Réserve faunique Assinica

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Literatur und Internetquellen

CANNING, P., CLARK, K., EDWARDS, A. B., GARDNER, J., GILMOUR, C. & WIEDEMANN, H. (undat.)
COSEWIC (2006)
DE GOLIA, J. (1993)
HALSEY, L. A., VITT, D. H. & GIGNAC, K. D. (2000)
LUNA, T., VANCE, L.K. & C. McINTYRE(2010)
SANDERSON, I. T. (1962)
SKY WORELL, G. (1985)
STEPHENSON, M. (1983)
ZÖLLER, L. (Download 2012)
Fisheries and Oceans Canada

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Gelesen 566 mal Letzte Änderung am Samstag, 08 Februar 2020 17:01
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx