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Löwenrudel ausgebüxt

In manchen südafrikanischen Nationalparks wird, wie im Zoo, die Fortpflanzung der Löwen durch Hormongaben eingeschränkt. Hier ein Löwenpaar im Madikwe-Wildschutzgebiet bei seinem Geschäft vor gaffenden Touristen In manchen südafrikanischen Nationalparks wird, wie im Zoo, die Fortpflanzung der Löwen durch Hormongaben eingeschränkt. Hier ein Löwenpaar im Madikwe-Wildschutzgebiet bei seinem Geschäft vor gaffenden Touristen
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Tierechtler beklagen, dass Tiere, die in die Wildnis gehören, im Zoo ihrer Freiheit beraubt und eingesperrt würden, und fordern deshalb die Abschaffung der Zoos oder unternehmen Tierbefreiungsaktionen.  Dabei übertragen sie menschliche Empfindungen auf die Tiere und übersehen, dass diese kein abstraktes Verständnis von Freiheit oder Gefangenschaft haben und sich deshalb per se auch nicht eingesperrt fühlen. Vielmehr haben Tiere bestimmte physische und psychische Bedürfnisse, und wenn diese unter Zoobedingungen erfüllt sind, keinen Grund, unzufrieden zu sein.

Tierrechtler und selbsternannte "Tierethiker", deren professioneller Hintergrund in aller Regel mit Biologie nichts zu tun hat realisieren auch nicht, dass wildlebende Tiere in der Wahl ihres Aufenthaltsorts alles andere als frei sind. Ihre Ortswahl wird nämlich durch natürliche und vom Menchen errichtete Hindernisse eingeschränkt und durch die für den Menschen unsichtbaren Reviergrenzen der benachbarten Artgenossen limitiert.

"Am 6. Mai 2019 bin ich in Wettingen im Schweizer Canton Aargau zur Tat geschritten. Ich habe den Zaun, der 150 Zuchthirsche im Mooshof von Walter und Pius Benz einsperrt, zerstört." So ein Bekennerschreiben aus der deutschen Tierrechtsszene. 90 der 150 Tiere verließen das Gehege, 40 davon hielten sich aber in unmittelbarer Nachbarschaft auf und waren bald wieder zurück, 50 waren vorerst im benachbarten Wald verschwunden. Am 22. Mai konnte dann das Badener Tagblatt berichten, auch diese seien zwischenzeitlich wieder in ihr angestammtes Gehege zurückgekehrt. Der "Freiheitsdrang" kann also nicht allzu groß gewesen sein.

Am 7. Juni 2019 bewegte die Pressemitteilung, dass ein Rudel von geschätzt 14 Löwen ausgebrochen sei und sich frei herumbewege, die Gemüter. Ausgebrochen nicht etwa aus einem Zoo, sondern aus dem Kruger-Nationalpark in Südafrika. Die Tiere sollen außerhalb des Parks in der benachbarten Provinz Limpopo gesichtet worden sein, Ranger und andere Behörden seien auf der Suche nach ihnen und man hoffe, sie bald einfangen und in den Park zurückbringen zu können. Faktisch gibt es in Südafrika keinen einzigen Löwen, der nicht hinter Gittern lebt. Dies zum Thema "Freiheit" ...

Gelesen 66 mal Letzte Änderung am Samstag, 08 Juni 2019 09:40
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx