Lebensräume in Australasien

Gewässer und Feuchtgebiete

Weißwangenreiher (Egretta novaehollandiae) in ihrem Lebensraum. Yalgorup-Regionalpark, Westaustralien Weißwangenreiher (Egretta novaehollandiae) in ihrem Lebensraum. Yalgorup-Regionalpark, Westaustralien
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

(11.0) Allgemeines
(11.1) Neuguinea
(11.2) Australien
(11.3) Neuseeland
(11.4) Nationalparks

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Allgemeines

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Stelzenläufer (Himantopus himantopus) im Lake Thetis einem salzhaltigen Küstensee bei Cervantes in Westaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Die Gipsslandseen sind eine durch Dünen vom Meer getrennte Seenkette im Bundesstaat Victoria. mit Schwarzschwäne (Cygnus atratus) bei Lakes Entrance © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Die Duck Lagoon ist ein überschwemmter Eukalyptuswald am Cygnet River auf Kangaroo Island © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Australische Kasarkas (Tadorna tadornoides) im natürlichen Lebensraum, Lake Thetis, West-Australien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Wildhüter mit gefangenem Barramundi (Lates calcarifer) im Cobourg-Nationalpark, Northern Territory © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Schwarzschwäne (Cygnus atratus) im natürlichen Lebensraum, Lake Bibra, West-Australien © Peter Dollinger, Zoo Office BernZ

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Silberreiher (Casmerodius albus) im natürlichen Lebensraum, Batehaven © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Haubentaucher (Podiceps cristatus) im natürlichen Lebensraum, Yellagong-Regionalpark, Westaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office BernZ

Tierwelt

Die an und auf Gewässern Australasiens lebende Vogelwelt ist u.a. mit 5 Lappentaucher-, 26 Reiher-, 6 Sichler-/Löffler- und über 100 Watvogelarten vertreten. Unter den 42 Arten Gänsevögeln befinden sich ein paar eingeführte, darunter Höckerschwan, Grau- und Kanadagans sowie Stockente, welche mit der in der ganzen Region heimischen Augenbrauenente hybirdisiert. Unter den 43 Rallenarten hat es mehrere, die ihre Flugfähigkeit verloren haben, wie das Grünfuß-Pfuhlhuhn oder die Wekaralle (Gallirallus australis).

Seit der Besiedlung durch die Europäer ist die Süsswasserfauna Australasiens zunehmend gefährdet durch Einflüsse von Rodung und Landwirtschaft, wasserbauliche Maßnahmen, Überfischung sowie Konkurrenz durch und Krankheitsübertragung von eingeführten Fischarten, insbesondere durch den illegal eingeführten Karpfen, der sich in Australien ausgesprochen invasiv verhält.

In den tropischen Regionen konkurrenzieren Moskitofische (Gambusia holbrooki) und Nilbarsche (Tilapia) die heimischen Arten, in Neuseeland die für Zwecke der Sportfischerei eingeführten Bachforellen und Regenbogenforellen (Oncorhynchus mykiss), Bachsaiblinge, Königslachse (Oncorhynchus tshawytscha), Flussbarsche  und Schleien.

Ein gleichartiges Problem bei den Amphibien ist die Gefährdung durch die zur Bekämpfung von Schadinsekten nach Australien eingeführte Agakröte, die aber alle Amphibien frisst, die kleiner sind als sie selbst, und die zudem für Beutegreifer toxisch ist

Das Präsentieren australasischer Süsswasserfauna kann somit nicht nur dazu dienen, einige wichtige Zeugen der Evolution zu präsentieren, sondern auch dazu, auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die durch das Freilassen gebietsfremder Fischarten entstehen.

 

Typische Zootiere

Goldbauch-Schwimmratte

Zwergtaucher, Brillenpelikan, Kormoran, Kräuselscharbe, Silberreiher, Seidenreiher, Elsterreiher, Kuhreiher, Elsterreiher, Rotrückenreiher, Brauner Sichler, Australischer Ibis, Strohhalsibis, Gelbschnabellöffler, Schwarzschwan, Hühnergans, Kastanienente, Augenbrauenente, Rosenohrente, Australien-Moorente, Maoriente, Australische Kasarka, Paradieskasarka, Radjahgans, Saruskranich, Brolgakranich, Regenbrachvogel, Kampfläufer, Maskenkiebitz

Schmalbrust-Schlangenhals-Schildkröte, Parker's Schlangenhals-Schildkröte, Australische Spitzkopfschildkröte (Emydura australis), Rotbauch-Spitzkopfschildkröte, Australische Wasseragame, Mertens-Wasserwaran, Arguswaran (Varanus panoptes), Bindenwaran, Australisches Süßwasserkrokodil, Neuguineakrokodil, Leistenkrokodil

Prachtlaubfrosch, Korallenfinger, Riesenlaubfrosch

Australischer Lungenfisch, Harlekin-Regenbogenfisch, Parkinson-Regenbogenfisch, Schützenfisch

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Neuguinea

Der während der Kolonialzeit „Kaiserin Augusta-Fluss“ genannte Sepik ist mit 1'126 km das längste Fließgewässer auf Neuguinea. Er hat ein Einzugsgebiet von 100'000 km² und mündet im Nordosten der Insel in die Bismarcksee. Der zweitwichtigste Fluss Neuguineas ist der 1'050 km lange Fly, der an der Südküste der Insel in den Papuagolf mündet. Sein Einzugsgebiet umfasst 75'000 km², wovon 45'000 km², entsprechend etwa der Fläche der Schweiz, regelmäßig überschwemmt werden. Das größte stehende Gewäßer in Papua-Neuguinea ist der auf 59 m Höhe gelegene Lake Murray, ein bis 10 m tiefer Flachsee mit je nach Saison 647-2'000 km² Fläche, der zweitgrößte der Lake Kutubu, auf 808 m. ü. M. in einer Hochebene gelegen, mit einer Fläche von 59 km² etwa so groß wie der Starnberger See. In Tieflagen gibt es ausgedehnte Feuchtgebiete mit Mooren, Süsswasser-Sumpfwäldern und Mangroven.

Tierwelt

Neuguinea ist der Verbreitungsschwerpunkt der Regenbogenfische (Melanotaeniidae), von denen es auf der Insel und in Nordaustralien rund 80 Arten gibt. Leichhardts Sägerfische (Pristis microdon) laichen manchmal auch im Süßwasser. Sie sind relativ häufig in den großen Flüssen Fly, Sepik, Ramu, Mamberamo und Digul vertreten. Besonders häufig sind sie im mittleren Fly River bzw. Lake Murray, wo sie die Hauptarme und Altwasser bewohnen.

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Australien

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Der Murchison River ist mit 820 km der längste Fluss Westaustraliens. Aufnahme bei Kalbarri © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die Mündung des Murray River im Coorong-Nationalpark, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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See im Yalgorup-Nationalpark, Westaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Salzsee auf der Yorke-Halbinsel bei Edithburg im Bundesstaat Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Mangroven, Garig-Gunak-Barlu-Nationalpark, Northern Territory © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Mangroven, Garig-Gunak-Barlu-Nationalpark, Northern Territory © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Yellagong Regional Park, West-Australien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Entsprechend dem Umstand, dass Australien der trockenste Kontinent ist, gibt es auch nur wenige bedeutende Binnengewässer. Gerade mal sechs Flüsse haben eine Länge von mehr als 1'000 km: Der Murray River ist der einzige, ständig Wasser führende große Fluss. Mit 2'589 km ist er auch der längste. Sein wichtigster Nebenfluss ist der 1'472 km, mit seinen längsten Zuflüssen 2' 844 km lange Darling River, der jedoch in trockenen Jahren nur wenig, oder gar kein Wasser führt. Der 1'485 km lange Murrumbidgee River ist ein weiterer wichtige Zubringer des Murray. Der Lachlan River (1'399 km) ist ein Nebenfluss des Murrumbidgee. Das Murray-Darling System liegt im Südosten des Kontinents in den Bundesstaaten New South Wales, Victoria und Südaustralien.

Ebenfalls im Südosten liegen der Cooper Creek (1’420 km), der dem Lake Eyre zufließt und der Flinders River (1'004 km), der nach Norden verläuft und in den Golf von Carpentara mündet. Der längste Fluss in Westaustralien ist der Gascoyne (865 km) gefolgt vom Murchison River (820 km).

In Australien gibt es viele Billabongs, das sind stehende oder langsam fließende Gewässer, die sich in der Regenzeit mit Wasser füllen und während der Trockenzeit mehr oder weniger stark austrocknen.

Süsswasserseen im Inland sind selten und meistens klein. Häufiger sind Küstenseen und Lagunen, deren Wasser mehr oder weniger brackig ist. Ferner gibt es im Inneren des Kontinentes eine Anzahl großer, nur periodisch gefüllte Flachseen mit salzhaltigem Wasser, darunter den unterhalb des Meerespiegels gelegenen Lake Eyre im Norden Südaustraliens, der eine Fläche von bis zu 9'660 km² einnehmen kann, 18 mal so viel wie der Bodensee,  dessen Zuflüsse aber monatelang ausgetrocknet sind und ihn nur selten füllen. Ferner die ebenfalls in Südaustralien gelegenen Lake Torrens und Lake Gairdner mit Flächen von bis zu 5'745 bzw. 4'350 km².

Tierwelt

Eines der bemerkenswertesten aquatischen Säugetiere weltweit ist das Schnabeltier, ein eierlegendes Säugetier mit Entenschnabel, Backentaschen, Schwimmhäuten, Biberschwanz und, beim Männchen, Giftsporn, das in klaren Gewässern im Osten Australiens lebt.

Auch unter den rund 280 Fischarten hat es einige bemerkenswerte, vielfach endemische Kreaturen, so den Australischen Lungenfisch (Neoceratodus forsteri), ein lebender Beweis für die frühere Existenz des Südkontinents Gondwana, dessen nächste Verwandte in Südamerika und Afrika leben. Ferner der Schützenfisch (Toxotes jaculatrix), der Barramundi (Lates calcarifer), ein großschuppiger Riesenbarsch, oder zwei Knochenzüngler-Arten (Scleropages jardinii, S. leichhardti). Die dominierende Fischfamilie ist die der Dorschbarsche (Percichthyidae) mit dem Murray-Dorsch (Maccullochella peelii) als prominentester Art. Die meisten Galaxien (Galaxiidae) und Grunzbarsche (Terapontidae) sowie viele Glasbarsche (Chandidae) und Regenbogenfische (Melanotaeniidae) leben in Australien. Die in unseren Gewässern häufigste Familie der Karpfen kommt in Australien natürlicherweise nicht vor.

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Neuseeland

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Der Buller River in der Upper Buller Gorge River auf der Südinsel Neuseelands © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Der Lake Nelson im Nelson Lakes_Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Pukeko (Porphyrio porphyrio melanotus) im Abel Tasman-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der längste Fluss Neuseelands ist der 425 km lange,  mehrfach aufgestaute  Waikato auf der Nordinsel. Der zweitlängste ist mit 338 km der Clutha River/Mata Au auf der Südinsel. In Neuseeland gibt es zahlreiche Seen, auf der Südinsel oft Gletscherseen. Der auf der Nordinsel gelegene Lake Taupō ist mit einer Fläche von 622 km² der größte.

Tierwelt:

Charakteristische Vögel der Feuchtgebiete sind das Pukeko, eine Unterart des Purpurhuhns sowie die flugunfähigen Takahe-Rallen. Diejenige der Nordinsel ist ausgestorben, die ebenfalls ausgestorben geglaubte Art der  Südinsel (Porphyrio hochstetteri) wurde 1948 wieder entdeckt. Sie hat heute einen Bestand von wenigen hundert Exemplaren. Nebst diversen eingeführten, gebietsfremden Gänse- und Entenarten kommt die im Pazifikraum weitverbreitete Augenbrauenente sowie die endemischen Paradieskasarka und Maoriente vor.

Zur heimischen Fischfauna Neuseelands gehören u.a. der Kurzflossenaal (Anguilla australis), verschiedene Schlammfische (Neochanna spp., Galaxiidae), Schläfergrundeln (Eleotridae) und der schmerlenähnliche Torrent-Fisch (Cheimarrichthys fosteri).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

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Die überflutete Tiefebene im Kakadu-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Verwilderte Hausschweine, Schwemmebene im Kakadu-Nationalpark, Northern Territory © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

In Australien gibt es 67, in Neuseeland 7, in Papua-Neuguinea 2 durch das RAMSAR-Übereinkommen geschützte Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung und in Westpapua eines.

Nationalparks mit bedeutenden Gewässern sind in

Australien

  • Kakadu-Nationalpark: Im Northern Territory östlich von Darwin. Bestehend seit 1981, verwaltet von Parks Australia. Fläche 19'037 km². Bier Fluss-Systeme, zahlreiche Billabongs, ausgedehnte Schwemmebenen.
  • Ferner gibt es in Australien Hunderte von Feuchtgebieten, die von den einzelnen Bundesstaaten als Nationalparks oder sonstige Schutzgebiete verwaltet werden.

Neuseeland

  • Nelson Lakes-Nationalpark: In den neuseeländischen Südalpen. Bestehend seit 1956. Fläche 1'020 km². Gebirgsseen Lake Rotoroa (23.5 km²) und Lake Rotoiti (9.2 km²)

West-Papua

  • Wasur-Nationalpark: In der Schwemmebene des Fly. Bestehend seit 1990. Fläche 4'138 km²

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Literatur und Internetquellen

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Gelesen 25548 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 28 September 2023 15:20
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx