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Art

Dafür, was unter einer Art zu verstehen ist, gibt es verschiedene Definitionen. Der biologische Artbegriff beschreibt eine Art als potenzielle Fortpflanzungsgemeinschaft, die alle Individuen umfasst, die sich unter natürlichen Bedingungen miteinander paaren und fruchtbare Nachkommen zeugen können. Eine Kreuzung mit anderen Arten ist nicht möglich, bzw. es entstehen in seltenen Fällen nur unfruchtbare Nachkommen.

Innerhalb einer Art können Unterarten differenziert werden. Diese umfassen Populationen phänotypisch ähnlicher Individuen, die ein geographisches Teilgebiet des Areals der Art bewohnen. Unterarten können aufgrund topografischer Hindernisse deutlich voneinander getrennt sein, sodass es nur selten zu einer Vermischung kommt. Wo dies nicht der Fall ist kann es Hybridzonen oder fließende Übergänge gebengeben. Man spricht in solchen Fällen von einer Kline.

Mit dem Aufkommen der Molekulargenetik wurden die bewährten Konzepte des biologischen Artbegriffs und  der geografischen Unterarten teilweise verlassen und genetischen Befunden, wie Unterschieden bei Mitochondrien und Mikrosatelliten  untergeordnet. Als relevant wird dabei angesehen, wie lange die Populationen schon genetisch getrennt waren. Dies führte dazu, dass zahlreiche Unterarten zu vollen Arten aufgewertet wurden, was wiederum die Zoos und den Freiland-Artenschutz vor Probleme stellt, zumal die Molekulargenetiker nicht einheitlich vorgehen. In manchen Fällen ist das Zuerkennen des Artstatus an eine Population durchaus nachvollziehbar, in anderen, etwa beim Grossen Kudu (Tragelaphus strepsiceros) ist es absolut widersinnig.

Bei Arten die sich ausschließlich ungeschlechtlich oder eingeschlechtlich fortpflanzen, kommt ein morphologischer Artbegriff zur Anwendung, d.h. die Art wird definiert als Gesamtheit aller Individuen, die in ihren wesentlichen Merkmalen übereinstimmen.

Literatur:

SCHÜRER, U. (2012)

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx