Laubbäume im Park

Laubgehölze aus Afrika

Afrikanischer Affenbrotbaum oder Baobab (Adansonia digitata) im Tarangire-Nationalpark, Tansania Afrikanischer Affenbrotbaum oder Baobab (Adansonia digitata) im Tarangire-Nationalpark, Tansania
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Allgemeines

Da der größte Teil Afrikas in den Tropen und Subtropen liegt und im Norden die mediterrane Flora vorherscht, ist die Auswahl an afrikanischen Gehölzen limitiert, und oft handelt es sich um Arten, die frostfrei überwintert werden müssen. An geschützten Orten in klimatisch günstigeren Regionen lassen sich eventuell manche Arten aus der Kapregion auch ganzjährig im Freien halten.

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Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Bleiwurzgewächse (Plumbaginaceae)

CARYOPHYLLACEAE Plumbago capensis porquerolles PD3
Kap-Bleiwurz (Plumbago auriculata) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

CARYOPHYLLACEAE Plumbago capensis porquerolles PD1
Kap-Bleiwurz (Plumbago auriculata), Blüten, im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Plumbaginoideae

Kap-Bleiwurz

Plumbago auriculata (Syn.: Plumbago capensis)

Verbreitung: Südafrika.

Winterhärtezone 10 (sollte möglichst frostfrei überwintert werden).

Wuchsklasse 3: 1-2, seltener bis 4 m.

Die Kap-Bleiwurz ist ein immergrüner Strauch. Sie ist sehr starkwüchsig und kann als Busch oder Kletterpflanze gezogen werden. Ihre langen Triebe wachsen dicht, erst aufrecht und später kaskadenartig überhängend. Die wechselständigen Blätter sind 4-7 cm lang, ganzrandig und spatelförmig. Die Bleiwurz ist einhäusig zwittrig. Blütezeit ist von Mai bis September-Oktober. Die in Trauben stehenden Blüten sind bei der Wildform himmelblau, daneben gibt es Zuchtformen mit dunkelblauen, violetten oder weißen Blüten. Die Früchte sind unscheinbare fünfklappige Kapselfrüchte. Die Blüten werden gerne von Schmetterlingen besucht, die Blätter sind in Südafrika eine Futterpflanze für die Raupen des Kleine Wanderbläulings (Leptotes pirithous) [1; 3; 5].

Die pflegeleichte Kübelpflanze wird von Oktober bis April/Mai in einem Raum überwintert. Sie verträgt zwar leichte Fröste bis -5°C, optimal sind aber Überwinterungstemperaturen von 4-10°C [3].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae)

BIGNONIACEAE kigelia serengeti toerrissen
Leberwurstbaum (Kigelia africana) im Serengeti-Nationalpark, Tansania © Bjørn Christian Tørrissen, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

 

 

BIGNONIACEAE kigelia tarangire PD1
Leberwurstbaum (Kigelia africana) im Tarangire-Nationalpark, Tansania © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

BIGNONIACEAE kigelia katima PD1
Leberwurstbaum (Kigelia africana) bei der Lianshulu Lodge, Katima Mulilo, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Tribus: Coleeae

Leberwurstbaum

Kigelia africana

Verbreitung: Savannen und offene Wälder Afrikas südlich der Sahara, in vielen tropischen und subtropischen Regionen außerhalb Afrikas eingebürgert.

Winterhärtezone 12 (sollte bei mindestens 10ºC überwintert werden).

Wuchsklasse 2(1): 15-18(-25) m.

Der Leberwurstbaum hat eine breit ausladende, lockere Krone mit einem Durchmesser bis zu 20 m. In Gebieten mit ausgeprägter Trockenzeit ist er laubabwerfend, bei ausgeglicheneren Niederschlägen immergrün. Die zunächst sehr glatte, mit dem Alter längsrissig werdende Rinde ist graubraun. Die gefiederten Blätter sind je nach Standort unterschiedlich groß, bei Bäumen auf der Savanne sind sie kleiner als bei solchen, die im Wald stehen. Der Baum ist einhäusig zwittrig. Blütezeit ist von Juni bis August. Die unangenehm riechenden, becherförmigen Blüten mit einem Durchmesser bis zu 13 cm sind violett, gelb oder rot. Sie öffnen sich abends. Die Bestäubung erfolgt u. a. durch Nektarvögel, Großfledermäuse und Affen. Aus den Blüten bilden sich lange, feste, wurstartige Früchte, die an langen Stielen herabhängen und ein Gewicht bis zu 9 (-12) kg erreichen können. Diese haben eine braune, verholzte Schale und weißes, faseriges Fruchtfleisch, in das zahlreiche braune, glatte Samen eingebettet sind. Die Früchte werden von Elefanten, Giraffen und Pavianen gefressen. Für den Menschen sind sie in rohem Zustand ungeeignet oder giftig, getrocknete und fermentierte Samen können jedoch als Würze zum Brauen von Bier verwendet oder in geröstetem Zustand gegessen werden. Früchte, Rinde und Wurzeln enthalten verschiedene pharmakologisch wirksame Substanzen und werden in der afrikanischen Volksmedizin als Heilmittel eingesetzt. In Malawi glaubt man, dass am Haus aufgehängte "Würste" gegen Sturmschäden schützen. Aus den Stämmen werden Einbäume hergestellt [3; 5; 6].

In Mitteleuropa wird der Leberwurstbaum zumeist als Kübelpflanze kultiviert, da er sehr frostempfindlich ist. Als Kübelpflanzen wachsen die Bäume deutlich schwächer und werden selten höher als drei Meter. Die "Leberwürste" können auch bei Kübelpflanzen recht groß werden, bilden sich aber erst, wenn die Pflanzen über zehn Jahre alt sind [3].

Der Leberwurstbaum ist nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)

MALVACEAE adansonia mahango PD1
Kahler Baobab (Adansonia digitata) in der Mahangno-Sektion des Bwabwata-Nationalparks, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

MALVACEAE adansonia messina PD1
Mächtiger, belaubter Baobab (Adansonia digitata) im Musina-Naturschutzgebiet, Limpopo-Provinz, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

MALVACEAE adansonia kronberg PD1
Replik eines Baobabs (Adansonia digitata) auf der Afrika-Savanne des Opel-Zoos Kronberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Bombacoideae

Afrikanischer Affenbrotbaum, Baobab

Adansonia digitata

Verbreitung: In Trockenwäldern, Savannen und Trockensavannen Afrikas südlich der Sahara.

Winterhärtezone je nach Quelle 10-11-13 (muss bei mindestens 1.7-4.5ºC oder mehr frostfrei überwintert werden).

Wuchsklasse 1: bis 25 m.

Der Baobab hat einen nicht sehr hohen, aber enorm dicken Stamm, der einen Durchmesser von über 10 m erreichen kann. Seine Krone ist locker und breit ausladend. Es sind Durchmesser bis zu 38 m bekannt. Sie besteht aus an der Basis ziemlich unförmigen, an ein Wurzelgeflecht erinnernden Ästen, was zur Sage führte, der Baum sei von Gott verkehrtherum eingepflanzt worden, und zum englischen Namen «Upside-down Tree». Der Stamm besteht aus schwammigen wasserspeichernden Fasern und einer 5-10 cm dicken, faserigen Borke, die im Ursprungsgebiet oft von Elefanten geschält wird. Die handgroßen, bei Jungbäumen einförmigen, bei älteren Individuen 5-7-fach gelappten Blätter werden während der Trockenzeit, bei uns im Winter, abgeworfen. Der Baobab ist einhäusig zwittrig. Blütezeit ist von Mai bis Juni. Seine in Grüppchen stehenden, glockenförmigen, nach unten hängenden, weißen Einzelblüten riechen unangenehm. Sie öffnen sich am späten Nachmittag und werden meist von Flughunden bestäubt. Die kugel- bis eiförmigen, bis 12 cm langen Früchte – eigentlich Beeren – hängen an langen Stielen herab. Sie haben eine verholzte, von gelbbraunen Härchen bedeckte Kapsel und weißes, in frischem oder getrockneten Zustand essbares Fruchtfleisch, in dem sich die braunen Samen befinden [3; 5].

Unter mitteleuropäischen Bedingungen kann der Baobab im Freiland nur als Kübelpflanze gepflegt werden. Dabei kann er zwar Blüten entwickeln, erreicht aber nur eine Maximalhöhe von 1.5 bis 2 Metern [3], was natürlich keinen rechten Eindruck von der Mächtigkeit dieses landschaftsprägenden Baums gibt. Die Zoos behelfen sich daher zunehmend damit, dass sie auf ihren Savannenanlagen - zum Teil recht naturgetreue - Nachbildungen von kahlen Baobabs aufstellen, so etwa im Opel-Zoo Kronberg, im Zoo Zürich, im Zoo Frankfurt oder im Zoo Osnabrück.

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Ordnung: Silberbaumartige (Proteales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)

PROTEACEAE leucadendron argenteum ramskop PD1
Echter Silberbaum (Leucadendron argenteum) im Naturgarten Ramskop, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

PROTEACEAE leucadendron argenteum kirstenbosch PD1
Echter Silberbaum (Leucadendron argenteum) im Botanischen Garten Kirstenbosch bei Kapstadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Silberbaumgewächse (Proteaceae)

Echter Silberbaum

Leucadendron argenteum

Verbreitung: Westkap, Südafrika, hauptsächlich am Tafelberg bei Kapstadt.

Winterhärtezone 9-11 (-3,8ºC bis +4.5ºC, erträgt nur kurzfristig Minustemperaturen und sollte frostfrei überwintert werden).

Wuchsklasse 3(2): erreicht eine Höhe von 7-10 (-12) m.

Der Silberbaum ist ein immergrüner Baum mit silbergrauen, lanzettlichen, etwa 15 cm langen Blättern, der im maritimen Klima der Kapregion, hauptsächlich in Höhenlagen von 100-500 m gedeiht. Dabei steht er meistens in Gruppen. Er wächst etwa 50 cm pro Jahr, dürfte also mit 15-20 Jahren ausgewachsen sein und kann dann noch etwa 30 weitere Jahre leben. Seine glatte Rinde ist hell- bis dunkelgrau. Er ist zweihäusig getrenntgeschlechtig. Männliche und weibliche Blüten sind unauffällig. Die eiförmigen, schwarzen Zapfen sind ca. 9 cm lang und haben einen Durchmesser von 6 cm. Der Silberbaum benötigt einen sonnigen Standort, gut drainierten Boden und erträgt Trockenheit. Er ist anfällig für Wurzelfäule (Phytophthora) [4; 5].

Aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 1998 gilt der Echte Silberbaum als gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE) [2].

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Nachfolgend eine Auswahl afrikanischer Laubgehölze nach Größe:

Kleine Laubbäume uns Sträucher (bis 10 m, Wuchsklasse 3):

  • Kap-Bleiwurz (Plumbago auriculata)
  • Nadelkissen (Leucospermum cordifolium, L. glabrum, L. grandiflorum u.a.)
  • Schneeprotea (Protea cryophila)
  • Königsprotea (Protea cynaroides)

Mittelgroße Laubbäume (bis 20 m, Wuchsklasse 2):

  • Echter Silberbaum (Leucadendron argenteum)

Große Laubbäume (über 20 m, Wuchsklasse 1):

  • Leberwurstbaum (Kigelia africana)
  • Afrikanische Affenbrotbaum, Baobab (Adansonia digitata)

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Literatur und Internetquellen:

  1. BAUMKUNDE
  2. HILTON-TAYLOT, C. et al. (1998). Leucadendron argenteum. The IUCN Red List of Threatened Species 1998: e.T30350A9539214. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.1998.RLTS.T30350A9539214.en . Downloaded on 15 May 2020.
  3. MEIN SCHÖNER GARTEN
  4. REBELO, T. (1995)
  5. SOUTH AFRICAN NATIONAL BIODIVERSITY INSTITUTE
  6. URBAN FOREST ECOSYSTEMS INSTUTE

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Gelesen 1173 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 11 Juni 2020 16:20
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx