Laubbäume im Park

Laubgehölze aus Nordamerika

Rot-Ahorn (Acer rubrum) in Herbstfärbung im Neuen Botanischer Garten Marburg Rot-Ahorn (Acer rubrum) in Herbstfärbung im Neuen Botanischer Garten Marburg
© Willow, veröffentlicht unter GNU Free Documentation License

 

Allgemeines

Nordamerika ist wie Europa Teil des holarktischen Florenreichs und auf einem großen Teil des Kontinents herrschen vergleichbare klimatische Bedingungen wie in Mitteleuropa. Viele Pflanzengattungen, darunter Ulmen, Linden, Buchen, Eichen, Eschen, Birken, Ahorne, Pappeln und Weiden kommen sowohl in Europa als auch in Nordamerika vor. Manche nordamerikanischen Arten wurden bei uns eingebürgert, so z.B. die Robinie (Robinia pseudoacacia) oder der Essigbaum (Rhus typhina), die sich, stets unter Berücksichtigung ihrer Giftigkeit, zur Darstellung von Savannenbiotopen eignen. In Europa nicht heimische Arten, wie Christusdorn (Gleditsia triacanthos), Tulpenbaum, (Liriodendrom tulipifera), Blumenhartriegel (Cornus florida), Hickory- und Flügelnüsse (Carya und Pterocarya spp.) wirken auf uns exotisch und können in Verbindung mit Tierarten eingesetzt werden, aus deren Ursprungsgebiet es keine bei uns winterharten Bäume und Sträucher gibt.

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Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

FABACEAE gleditsia triacanthos baum BSL PD1
Amerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACEAE gleditsia triacanthos herbstlaub BSL PD1
Herbstlaub der Amerikanischen Gleditschie (Gleditsia triacanthos) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACEAE gleditsia triacanthos stamm BSL PD1
Stamm der Amerikanischen Gleditschie (Gleditsia triacanthos) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)

Amerikanische Gleditschie, Christusdorn

Gleditsia triacanthos

Verbreitung: Östliche und zentrale USA. Eingeführt und verwildert in Süduropa, selten in Mitteleuropa.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 1: Bis 42 m hoch. Strauch oder Baum.

Die Amerikanische Gleditschie ist ein großer, sommergrüner Baum mit im unteren Teil schlanker, nach oben hin breiter werdender, ausladender, unregelmäßig aufgebauter Krone und spitzen, verzweigten, Dornen an Stamm und Ästen. Die Rinde ist dunkelgraubraun, relativ glatt, bei älteren Exemplaren mit langen, flachen Längsrissen. Sie ist mit meist 3 oder mehr büschelförmig angeordneten, spitzen, braunroten Dornen besetzt, daher der Name «triacanthos». Die Blätter sind bis 20 cm lang, meist doppelt gefiedert (an jungen Trieben) oder einfach gefiedert (an älteren Trieben) mit 8 bis 30 Fiederblättchen pro Blatt, die sich im Herbst gelb verfärben. Einige Bäume sind zwittrig, die meisten aber einhäusig eingeschlechtig. Die unscheinbaren, gelbgrünen, zu mehreren in schmalen, 5 - 7 cm langen in hängenden Trauben stehenden männlichen Blüten sind 5-6 mm groß, ihre Staubblätter ragen deutlich aus dem Blütenbecher hervor. Die rotbraunen weiblichen Blüten befinden sich in lockeren, bis 50 cm langen Trauben. Es werden 15-40 cm lange Hülsenfrüchte mit vielen, von essbarem Mark umgebenen, linsenförmigen Samen gebildet, die bis ins Frühjahr in den bis dahin am Baum hängenden Hülsen verbleiben. Die Samen und Früchte sind essbar. Die Vermehrung und Verbreitung des Baums erfolgt durch Samen, die von Säugetieren aufgenommen und mit dem Kot wieder ausgeschieden worden sindIm Zoo wird die Gleditschie wegen ihrer schirmartigen Krone oft als Ersatz für Schirmakazien bei afrikanischen Savannenanlagen gepflanzt [1; 4; 5; 6; 7].

Die Samen werden in der Heimat der Pflanze wie Linsen zubereitet. Daneben finden die gemahlenen Samen auch als Dickungsmittel für Suppen Verwendung. Die Blätter enthalten das Alkaloid Triacanthin, wobei effektive Vergiftungsfälle nicht bekannt sind [8].

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FABACEAE robinia wolgast PD3
Robinie (Robinia pseudoacacia), Blüten anfangs Juni im Tierpark Wolgast © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACEAE robinia wolgast PD2
Robinie (Robinia pseudoacacia) in Blüte im Tierpark Wolgast © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABAL fabaceae robinia pseudoacacia rinde WPFK PD1
Robinie (Robinia pseudoacacia), Rinde, im Wildpark Feldkirch © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)

Gewöhnliche Robinie

Robinia pseudoacacia

Verbreitung: Östliche USA. Eingeführt in Europa, Nordafrika, West- und Ostasien.

Winterhärtezone 3 (erträgt bis -36ºC).

Wuchsklasse 1: Bis 24 m hoch.

Die sommergrüne Robinie, ein ein- oder mehrstämmiger Baum mit graubrauner, gefurchter und tiefrissiger Rinde, wurde in Europa seit dem 17. Jhdt. eingebürgert. Es gibt mittlerweile mehrere Kulturformen. Die 15-20 cm langen Laubblätter bestehen aus 11 bis 15 kurz gestielten, 3-6 cm langen und 1-3 cm breiten, oberseits frischgrünen, unterseits graugrünen Fiederblättchen mit feiner Stachelspitze. Die Nebenblätter sind oft zu kurzen Blattdornen umgestaltet. Der Laubaustrieb erfolgt verhältnismäßig spät, oft erst Ende Mai. Das Herbstlaub ist hell- oder kräftig gelb. Die zwittrigen Blüten sind weiß und stehen in hängenden Trauben. Blütezeit ist im Juni. Die Früchte sind abgeflachte, zwischen den Samen etwas eingedellte, 5-10 cm lange, dunkelbraune Hülsen mit 4-10 Samen. Sie bleiben bis zu 1 Jahr nach der Reife am Baum. [1; 3; 4; 6].

Robinien sind eine gute Bienenweide. Im Zoo werden sie eingesetzt, um Savannenlandschaften zu simulieren. Sie sind aber in allen Teilen stark giftig. Sie enthalten die Toxalbumine Robin und Phasin, die agglutinierend auf rote Blutkörperchen und cytotoxisch wirken, verschiedene Glykoside und andere Gifte. Namentlich bei Equiden ist es dadurch in Zoos wiederholt zu Todesfällen gekommen. Andererseits wird ihr Laub in geringen Mengen von Giraffen gut vertragen und häufig als Nahrungsergänzung zu dem übrigen Futter angenommen [2; 8; 9].

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Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Buchengewächse (Fagaceae)

FAGAL fagaceae quercus rubra baum BSL PD1
Roteiche (Quercus rubra) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FAGAL fagaceae quercus rubra herbstlaub BSL PD1
Herbstlaub der Roteiche (Quercus rubra) im zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FAGAL fagaceae quercus rubra stamm BSL PD1
Rinde der Roteiche (Quercus rubra) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Eichen ( Quercoideae) 

Roteiche, Amerikanische Spitzeiche

Quercus rubra

Verbreitung: Ontario und östliche USA.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 1: Bis 24 m hoch.

Die zu Beginn des 18.Jahrhunderts als Forst- und Parkbaum nach Europa eingeführte Roteiche ist ein meist langstämmiger Baum mit runder, hochgewölbter Krone und lange Zeit glatter, später dünnschuppiger, grauer Borke. Die etwa 10-25 cm langen und bis 10 cm breiten Laubblätter sind im Umriß breit-oval, vorne zugespitzt, am Grunde breit keilförmig, mit kräftiger, vortretender Mittelrippe, oberseits matt- bis dunkelgrün, unterseits etwas heller. Die Herbstfärbung ist bei jüngeren Bäumen prächtig rot, bei älteren Exemplaren eher bräunlich. Die Blüten sind unscheinar. Die Früchte sind 2-3 cm lange, einzeln oder zu zweit stehene, kurz gestielte Eicheln mit flachem Becher. In Mitteleuropa angesiedelte Roteichen können verwildern und sich invasiv verhalten. Sie bilden eine Konkurrenz zur heimischen Traubeneiche (Quercus petraea) [1; 4; 6].

Eichen enthalten in allen Pflanzenteilen, vor allem aber in der Rinde, Gerbstoffe und werden deshalb als giftig eingestuft. Wiederkäuer entwickeln typischerweise eine Nephropathie und gastrointestinale Läsionen, während es bei Arten mit einhöhligem Magen primär zu Magendarm-Symptomen kommt. Größere  Mengen  Eichenlaub oder Eichentriebe können für Rinder tödlich sein. Rohe Eicheln werden nur von Schweinen vertragen [2; 9].

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Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Walnussgewächse (Juglandaceae)

JUGLANDACEAE Carya illinoensis ruelzheim
Pekannussbaum (Carya illinoinensis) in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

JUGLANDACEAE Carya illinoensis ruelzheim PD2
Pekannussbaum (Carya illinoinensis), Blätter, in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

JUGLANDACEAE Carya illinoensis ruelzheim PD3
Pekannussbaum (Carya illinoinensis), Rinde, in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Nussbäume (Juglandoideae)

Pekannussbaum

Carya illinoinensis

Verbreitung: Ursprünglich Nordamerika im Einzugsgebiet des Mississippi. Heute in Kultur auch in Australien, Brasilien, China, Israel, Peru, Südafrika und Hawaii.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Wuchsklasse 1: Bis 45 m hoch.

Der Pekannussbaum hat eine rundliche Krone mit langen Ästen. Sein Stamm kann einen Durchmesser von über 2 m erreichen. Die Borke ist hellbraun bis grau, tief und unregelmäßig gefurcht. Die Triebe sind anfangs behaart, die Knospen gelb und behaart. Die Laubblätter sind 30-55 cm lang und unpaarig gefiedert, die 11-17 einzelnen Fiederblättchen, sind länglich-lanzettlich, zugespitzt, meist mehr oder weniger stark sichelförmig gebogen. Die Pflanze ist einhäusig getrenntgeschlechtig. An einem Exemplar blühen männliche und weibliche Blüten nicht gleichzeitig; damit ist Fremdbestäubung sichergestellt. Die männliche Blüten bilden hängende Kätzchen, die weiblichen stehen zu 2-10 in endständigen Trauben. Die essbaren Nüsse haben eine grüne Hülle. Sie sind spitz, länglich, 3-8 cm lang, zu 3-10 gebüschelt und schmecken ähnlich wie Walnüsse. Kultivierte Sorten haben größere Früchte als die Wildform [1; 4].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae)

BIGNONIACEAE catalpa bignonioides schoten BSL PD1
Gewöhnlicher Trompetenbaum (Catalpa bignoniodes) mit Schoten im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BIGNONIACEAE catalpa bignonioides blatt BSL PD1
Blätter des Gewöhnlichen Trompetenbaums (Catalpa bignoniodes) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BIGNONIACEAE catalpa bignonioides rinde BSL PD1
Rinde des Gewöhnlichen Trompetenbaums (Catalpa bignoniodes) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Tribus: Catalpeaeae

Gewöhnliche Trompetenbaum

Catalpa bignonioides

Verbreitung: Östliche USA.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 2: Bis 18-20 m hoch.

Der sommergrüne Trompetenbaum hat eine breit gewölbte, rundliche Krone mit weit ausladenden Seitenästen. Der Stamm ist meist kurz und dick mit hell graubrauner, dünner, längsrissiger Rinde. Die gegenständigen Laubblätter stehen in 3-zähligen, nur selten auch 2-zähligen Wirteln. Sie  sind 10 bis 20 cm lang, kurz zugespitzt, manchmal gelappt, oberseits frischgrün, auf der Unterseite hellgrün und, mehr oder weniger dicht, kurz und weiß behaart. Beim Zerreiben riechen sie unangenehm. Das Herbstlaub ist hellgelb und fällt früh ab. Die zwittrigen Blüten stehen in 10-15 cm langen, locker und reich verzweigten, aufrechten Rispen. Die Einzelblüten sind fingerhutähnliche, weiße Rachenblüten. Ihre Kronröhre ist innen mit 2 gelben Streifen und purpurnen Flecken, sogenannten Saftmalen, gezeichnet. Diese dienen zum Anlocken von Insekten und weisen ihnen den Weg zum Nektar. Es werden bis zu 40 cm lange und 5-7 mm dicke, bohnenförmige, dünnwandige Kapselfrüchte gebildet. Die zahlreichen Samen sind 2.5 cm lang, bandförmig und haben an beiden Enden haarig ausgefranste Flügel [1; 4; 6; 7].

Der Trompetenbaum enthält in allen Teilen außer dem Samen das Iridoid Catalpin, ist aber nur geringfügig giftig. Das Holz enthält chinoide Verbindungen, die bei Hautkontakt zu einer allergischen Reaktion führen können [8].

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Ordnung: Magnolienartige (Magnoliales)
Familie: Annonengewächse (Annonaceae)

MAGNOLIALES annonaceae asimina triloba ruelzheim PD1
Indianerbanane (Asimina triloba), Blätter, in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Annonoideae
Tribus: Annoneae

Indianerbanane, Dreilappiger Papau

Asimina triloba

Verbreitung: Südöstliche USA.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -25ºC).

Wuchsklasse 2-3: Bis 8-12 m hoch.

Die Indianerbanane ist ein kleinerer, laubabwerfender Baum mit gegenständigen Blättern. Diese sind lang, zugespitzt oval und in den Stiel verlaufend. Das Herbstlaub ist gelb. Blütezeit ist im Mai. Die Blüten sind purpurn. Die kleinen, flaschenförmigen Früchte sind essbar. Sie haben eine glatte, grüngelbe Schale und gelbes, cremiges, mit großen, scheibenförmigen, braunschwarzen Kernen durchsetztes, geschmacklich an einen tropischen Fruchtcocktail aus Banane, Ananas, Mango und Vanille erinnerndes Fruchtfleisch. [4; 5].

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Ordnung: Magnolienartige (Magnoliales)
Familie: Magnoliengewächse (Magnoliaceae)

MAGNOLIACEAE Liriodendron tulipifera ruelzheim blatt
Tulpenbaum (Lyriodendron tulipifera), Blätter, in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

MAGNOLIACEAE Liriodendron tulipifera BSL PD2
Tulpenbaumblatt (Lyriodendron tulipifera) mit beginnender Verfärbung im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

MAGNOLIACEAE Liriodendron tulipifera BSL PD1
Tulpenbaum (Lyriodendron tulipifera),Stamm, im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

MAGNOLIACEAE Liriodendron tulipifera ruelzheim rinde
Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera), Rinde, in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Tulpenbaum

Liriodendron tulipifera

Verbreitung: Östliche und Südöstliche USA.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 3: Bis 65 m hoch.

Der sommergrüne, schnellwüchsige Tulpenbaum gehört zu den größten und schönsten Bäumen des amerikanischen Ostens. Sein Stamm kann einen Durchmesser von 150 cm erreichen und hat im Alter eine hell orangebraune Rinde. Die Laubblätter weisen 4 Lappen und eine gestutzte Spitze auf. Sie sind langstielig, frischgrün, im Herbst leuchtend goldgelb. Die tulpenartigen, fünfzäligen Blüten stehen endständig zwischen den Blätter. Die Hüllblätter sind am Grund bläulich-grün, darüber gelb-orange, dann wieder grünlich. Die 3-5 cm langen Staubblätter sind dick und fleischig. Die 60-100 Fruchtblätter stehen an einem Kegel im Zentrum der Blüte. Die 6-7 cm langen, geflügelten Früchte enthalten 1-2 Samen und sind im Oktober reif [1; 4; 6; 7].

In den USA ist der Tulpenbaum ein wertvoller Forstbaum. Sein Holz findet Verwendung in der Möbelindustrie und der Bauschreinerei. Pro Jahr werden rund 1,2 Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert. Dünnere Stämme und Abfallholz sind ein wichtiger Rohstoff für die Zellstoff- und die Papierindustrie. Nach Europa wurde er um 1650 als Zierbaum eingeführt. Es gibt mehrere kultivierte Sorten, die zum Teil deutlich kleiner bleiben. In den USA ist der Tulpenbaum ein wertvoller Forstbaum. Sein Holz findet Verwendung in der Möbelindustrie und der Bauschreinerei. Pro Jahr werden rund 1,2 Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert. Dünnere Stämme und Abfallholz sind ein wichtiger Rohstoff für die Zellstoff- und die Papil kleiner bleiben als die Wildform [4; 6].

Der Tulpenbaum ist giftig. U. a. enthält er in Holz und Rinde das Alkaloid Glaucin [8].

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Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Berberitzengewächse (Berberidaceae)

RANUNCULAL mahonia aquifolium lfeld PD1
Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium), Blüten Mitte April, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

RANUNCULAL mahonia aquifolium lfeld PD3
Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium), Blüten Mitte April, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

RANUNCULAL mahonia aquifolium lfeld PD2
Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium), vorjähriges Blatt Mitte April, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

RANUNCULAL mahonia aquifolium lfeld PD4
Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium), Rinde, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Berberidoideae

Gewöhnliche Mahonie

Mahonia aquifolium

Verbreitung: Westliches Nordamerika (Kanada und USA). In Europa gebietsweise verwildert.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 1: Bis 65 m hoch.

Die Mahonie ist ein langsam wachsender, immergrüner Strauch mit vielen Trieben. Sie gleicht etwas der Stechpalme. Ihre ledrigen, bis 30 Zentimeter langen Laubblätter sind unpaarig gefiedert. Die 5-9 (-13) bis 8 cm langen Einzelblättchen sind oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits heller. Sie haben einen zum Teil stark gewellten Rand und auf beiden Seiten je 10-20 Stachelzähne. Beim Austrieb sind sie oft kräftig kupferrot gefärbt und auch im Herbst und Winter – vor allem nach strengem Frost - rot getönt. Blütezeit ist von April-Mai (März-Juni). Die zwittrigen Blüten sind dreizählige, goldgelbe, in aufrechten Trauben stehende Glöckchen. Sie duften nach Honig und sind eine wichtige Futterquelle für viele Insekten, da das Nektarangebot um diese Zeit noch gering ist. Die Staubblätter können bei Berührung durch ein Insekt explosionsartig in Richtung Narbe schnellen und dabei ihren Blütenstaub am Besucher festheften. Die erbsengroßen, stark sauren Früchte reifen ab August. Sie sind dann purpurschwarz mit bläulichem Reif. Sie enthalten 2-5 rotbraune Samen [5].

Es gint verschiedene Kulturformen, die zum Teil durch Hybridisierung mit anderen Mahonia-Arten enstanden sind [5].

Die Mahonie gilt als schwach giftig. Der Genuss der Früchte ist aber unbedenklich. Bisweilen werden sie zur Herstellung von Marmeladen, Gelées oder Likören verwendet, in Amerika auch zu WQein verarbeitet. In der Wurzel enthalten die Pflanzen bis zu 1,5% Berberin sowie diverse weitere Alkaloide. Der Alkaloid-Gehalt der Früchte liegt nur bei 0,05%. [5; 8].

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Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Hanfgewächse (Cannabaceae)

ROSALES Cannabaceae celtis occidentalis Lahr PD2
Laub des Amerikanischen Zürgelbaums (Celtis occidentalis) im Stadtpark Lahr © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ROSALES Cannabaceae celtis occidentalis Lahr PD3
Ausgebildete Blätter des Amerikanischen Zürgelbaums (Celtis occidentalis) im Stadtpark Lahr © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ROSALES Cannabaceae celtis occidentalis Lahr PD1
Rinde eines Amerikanischen Zürgelbaums (Celtis occidentalis) im Stadtpark Lahr © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Tribus: entfällt, die Familie umfasst nur 11 Gattungen

Amerikanischer Zürgelbaum

Celtis occidentalis

Verbreitung: Südöstliches Kanada, östliche USA.

Winterhärtezone 2 (erträgt bis -45ºC).

Wuchsklasse 2 (1): Meistens bis 12 m hoch, gelegentlich bis 25 m.

Der Amerikanische Zürgelbaum hat eine unregelmäßige, gewölbte Krone mit ziemlich langen, bogenförmigen Ästen. Der Stamm wiest eine rötlich-graue, rauhe Borke mit im Alter Warzen und kurzen geflügelten Leisten auf. Die Zweige haben keine Dornen, die Triebe sind braun und haben lange, weiße Seidenhaare. Die ovalen bis eilanzettlichen, oben glänzend dunkelgrünen, unten matt gelblichgrünen, wechselständigen  Blätter messen 6-10 x 3-5 cm. Sie sind ganzrandig, können aber namentlich an der Basis Zähne haben. Die Blattstiele sind 1-2 cm lang. Der Baum blüht im April und Mai. Die kleinen, weißgrünen Blüten sind eher unscheinbar, aber aufgrund ihres hohen Pollengehaltes bei Bienen und anderen Insekten sehr beliebt. Die süßlich schmeckenden, essbaren Steinfrüchte sind klein, beerenartig und hart und färben sich bei Reife purpurn. [1; 4; 6].

Der Amerikanische Zürgelbaum ist in Europa ein beliebter Parkbaum, der in 20 Jahren etwa 4 m hoch wird. Wegen seiner Toleranz gegenüber Trockenheit wird er auch häufig als Straßenbaum verwendet. In der traditionellen Medizin der nordamerikanischen Indianer werden Abkochungen aus der Rinde als Mittel gegen Menstruations- und Halsschmerzen eingesetzt. Das Holz ist eschenähnlich und wird für Bidhauerarbeiten und Musikinstrumente, früher auch zur Herstellung von Peischenstielen verwendet [4].

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Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Maulbeergewächse (Moraceae)

MORACEAE maclura pomifera laub BSL PD1
Laub des Osagedorns (Maclura pomifera) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Tribus: Moreae

Osagedorn, Milchorangenbaum

Maclura pomifera

Verbreitung: Südliche und zentrale USA.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Wuchsklasse 2: Bis 18 m hoch.

Der kleine, sommergrüne Osagedorn hat einen kurzen Stamm mit tief gefurchter, orange-brauner Borke und eine unregelmäßige und offene Krone mit dornenbewehrte Ästen. Die gestielten Laubblätter sind eiförmig bis eiförmig-lanzettlich, 5-12 cm lang, zugespitzt, an der Basis breit keilförmig bis schwach herzförmig, oberseits dunkelgrün, glänzend, unterseits blassgrün und vor allem auf den Nerven behaart. An Kurztrieben sind die Blätter kleiner, schmaler und stehen in Quirlen. Die Pflanze ist zweihäusig getrenntgeschlechtig. Die männlichen Blüten haben 4 Staubblätter und stehen in kurzen Ähren oder Trauben. Die weiblichen Blüten bilden dichte Köpfchen. Bei den tennisballgroßen Früchten handelt es sich effektiv um einen Fruchtverband, bei dem weit über 100 Einzelfrüchte zu einem Gesamtgebilde heranwachsen [1; 4; 6, 7].

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Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Altingiaceae

ALTINGIACEAE liquidambar styraciflua herbstlaub BSL PD2
Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua) im Herbst im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ALTINGIACEAE liquidambar styraciflua herbstlaub BSL PD1
Herbstlaub des Amerikanischen Amberbaums (Liquidambar styraciflua) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

JUGLANDACEAE Carya illinoensis ruelzheim PD3
Pekannussbaum (Carya illinoinensis), Rinde, in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Juglandoideae

Amerikanischer Amberbaum

Liquidambar styraciflua

Verbreitung: Ursprünglich Nordamerika im Einzugsgebiet des Mississippi. Heute in Kultur auch in Australien, Brasilien, China, Israel, Peru, Südafrika und Hawaii.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Wuchsklasse (1) 2 : Erreicht im natürlichen Areal eine Höhe bis 42 m, in Mitteleuropa nur von 18-20 m.

Der Amberbaum ist ein sommergrüner Großbaum mit meist schmaler, kegelförmiger Krone mit durchgehendem Mitteltrieb. Ältere Exemplare gehen mehr in die Breite. Der graurindige Stamm ist tief gefurcht und auch die älteren Triebe tragen breite Korkleisten. Die Blätter sind lang gestielt, fünfzählig gelappt und 10-20 cm lang. Sie ähneln somit jenen des Ahorns. Wenn man sie zerreibt, verbreiten sie einen angenehmen, süßlichen Duft. Das Laub ist vor allem im Herbst, wenn es sich leuchtend rot färbt, sehr dekorativ. Der Amberbaum ist einhäusig mit getrenntgeschlechtigen, unscheinbaren Blüten, die in kugelförmigen Blütenständen vereint sind. Die männlichen Blütenstände blühen aufrechtstehend, während die weiblichen Blüten herabhängen. Blütezeit ist im Mai. Die kugeligen, verholzten und stacheligen Fruchtkapseln sind bis 3 cm groß. Die Früchte werden im August-September reif. In Nordamerika ist der Amberbaum forstwirtschaftlich sehr wichtig. Das aus dem Stamm gewonnene Harz dient der Herstellung von Parfümen, Klebstoffen und Ölen sowie als Komponente von industriell hergestellten Kaugummis. Das Holz wird in der Möbel- und Papierindustrie verwendet. 1681 wurde er erstmals als Zierbaum nach Europa eingeführt. Es gibt zahlreiche Zuchtformen mit unterschiedlichen Blattformen und -farben [1; 4; 6; 7].

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Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)

SOLANACEAE Lycianthes  rantonetti porquerolles PD2
Enzianstrauch (Lycianthes rantonnetii) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

SOLANACEAE Lycianthes  rantonetii porquerolles PD1
Enzianstrauch (Lycianthes rantonnetii), Blüten, im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Solanoideae

Enzianstrauch

Lycianthes rantonnetii

Verbreitung: Östliche USA. Eingeführt in Europa, Nordafrika, West- und Ostasien.

Winterhärtezone 10 (muss frostfrei überwintert werden).

Wuchsklasse 3: Bis 2 m hoher Strauch.

Der Enzianstrauch ist auch als Blauer Kartoffelstrauch bekannt. Er ist starkwüchsig und bildet während der ganzen Vegetationsperiode neue Blüten und Triebe. Seine Laubblätter sind elliptisch, ganzrandig und zugespitzt. Seine blauen oder weißen fünstrahlig-sternförmigen Blüten sind mit leuchtend gelben Staubblättern geschmückt. Blütezeit ist von Mai bis Oktober. Da er nicht winterhart ist, muss er vor dem ersten Frost in ein mäßig helles und 5 bis 12 °C kühles Winterquartier verlegt werden. Die im Handel als Kübelpflanzen angebotenen Exemplare werden oft als Hochstämmchen gezogen. Die Pflanze enthält in allen Teilen Solanin und gilt als schwach giftig [5].

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Nachfolgend eine Auswahl nordamerikanischer Laubgehölze nach Größe:

Kleine Laubbäume und Sträucher(bis 10 m, Wuchsklasse 3):

  • Pazifischer Blüten-Hartriegel (Cornaceae: Cornus nuttallii)
  • Rispen-Hartriegel (Cornaceae: Cornus racemosa)
  • Seidiger Hartriegel (Cornaceae: Cornus sericea)
  • Ahornblättriger Schneeball (Adoxaceae: Viburnum acerifolium)
  • Schneeglöckchenbaum (Styracaceae: Halesia carolina)
  • Amerikanischer Judasbaum (Fabaceae: Cercis canadensis)
  • Erlenblättrige Felsenbirne (Rosaceae: Amelanchier alnifolia)
  • Weinblatt-Ahorn (Sapindaceae: Acer circinatum)
  • Federbuschstrauch (Hamamelidaceae: Fothergilla gardenii)
  • Virginische Zaubernuss (Hamamelidaceae: Hamamelis virginiana)
  • Enzianstrauch (Solanaceae: Lycianthes rantonnetii)

Mittelgroße Laubbäume (bis 20 m, Wuchsklasse 2):

  • Blüten-Hartriegel (Cornaceae: Cornus florida)
  • Schwarzer Tupelobaum (Cornaceae: Nyssa sylvatica)
  • Zucker-Birke (Betulaceae: Betula lenta)
  • Schwarzeiche (Fagaceae: Quercus marilandica)
  • Gewöhnlicher Trompetenbaum (Bignoniaceae: Catalpa bignonioides)
  • Amerikanischer Zürgelbaum (Celtis occidentalis)
  • Osagedorn (Moraceae: Maclura pomifera)
  • Spätblühende Traubenkirsche (Rosaceae: Prunus serotina)
  • Amerikanische Ulme (Ulmaceae: Ulmus americana)
  • Silber-Ahorn (Sapindaceae: Acer saccharinum)
  • Amerikanischer Amberbaum (Altingiaceae: Liquidambar styraciflua)

Große Laubbäume (über 20 m, Wuchsklasse 1):

  • Amerikanische Gleditschie, Christusdorn (Fabaceae: Gleditsia triacanthos)
  • Gewöhnliche Robinie (Fabaceae: Robinia pseudoacacia)
  • Rotrerle (Betulaceae: Alnus rubra)
  • Schwarzbirke (Betulaceae: Betula nigra)
  • Papier-Birke (Betulaceae: Betula papyrifera)
  • Amerikanische Buche (Fagaceae: Fagus grandifolia)
  • Amerikanische Weißeiche (Fagaceae: Quercus alba)
  • Roteiche (Fagaceae: Quercus rubra)
  • Färbereiche (Fagaceae: Quercus velutina)
  • Ferkelnuss (Juglandaceae: Carya glabra)
  • Pekannussbaum (Juglandaceae: Carya illinoinensis)
  • Schuppenrinden-Hickorynuss (Juglandaceae: Carya ovata)
  • Spottnuss (Juglandaceae: Carya tomentosa)
  • Schwarznussbaum (Juglandaceae: Juglans nigra)
  • Tulpenbaum (Magnoliaceae: Liriodendron tulipifera)
  • Immergrüne Magnolie (Magnoliaceae: Magnolia grandiflora)
  • Weißesche (Oleaceae: Fraxinus americana)
  • Rotahorn (Sapindaceae: Acer rubrum)

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Literatur und Internetquellen:

  1. BAUMKUNDE
  2. CLINI TOX
  3. GEHÖLZE - WSL
  4. JOHNSON, H. (1974)
  5. MEIN SCHÖNER GARTEN
  6. MITCHELL, A. (1975)
  7. SCHNEIDER, H. & ZULAUF, R. (2016)
  8. WWW.GIFTPFLANZEN.COMPENDIUM
  9. ZOO SAARBRÜCKEN

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