Prachtfinken und Finken

Gouldamadine

Gouldamadine (Erythrura gouldiae) im Zoo Basel Gouldamadine (Erythrura gouldiae) im Zoo Basel
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Sperlingsvögel (PASSERIFORMES)
Unterordnung: Singvögel (OSCINES)
Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
Unterfamilie: Papageiamadinen (Erythrurinae)

D LC 650

Gouldamadine

Chloebia (= Erythrura) gouldiae • The Gouldian Finch • Le diamant de Gould

227 049 005 001 chloebia gouldiae Dieter Gillessen augsbg
Gould-Amadine (Erythrura (Chloebia) gouldiae) im Zoo Augsburg © Dieter Gillesen / Zoo Augsburg

 

227 049 005 001 chloebia gouldiae map
Approximative Verbreitung der Gould-Amadine (Erythrura (Chloebia) gouldiae)

 

227 049 005 001 chloebia gouldiae fuessen PD
Gould-Amadine (Erythrura = Chloebia gouldiae) im Allgäuer Reptilienzoo ,Füssen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

227 049 005 001 chloebia gouldiae wilhelma KR1
Gouldamadine (Erythrura (= Chloebia) gouldiae), Henne in der Wilhelma Stuttgart © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

227 049 005 001 chloebia gouldiae john gould
Rotköpfige, als Amadina mirabilis bezeichnete Morphe der Gouldamadinen (Chloebia gouldiae), kolorierte Lithographie aus Birds of Australia (1849-69) von John Gould und Henry C. Richter. Gemeinfrei

 

 

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Die Gouldmadine hat in der Wildbahn nur noch einen sehr kleinen Bestand. Wegen ihrer Buntheit ist sie bei Privathaltern sehr beliebt und wird auch sehr häufig in Zoos gezeigt, wo sie sich als Botschafter für Natur- und Artenschutz in Australien eignet oder, in Gesellschaft von anderen Arten, die Biodiversität Nordaustraliens illustrieren kann

Körperbau und Körperfunktionen

Die 11 cm, einschließlich der fadenförmig verlängerten mittleren Schwanzfedern 13-14 (-15) cm lange und 11.5-16 g schwere Gouldamadine ist ein außerordentlich bunter und kontrastreich gefärbter Vogel. Der Schnabel ist hornfarben, zur Spitzte hin rötlich, bei gelbköpfigen Vögeln gelb. Die Läufe und Zehen sind fleischfarben, der schmale nackte Augenring ist hellblau, die Iris ist braun. Das Gefieder weist grüne, gelbe, blaue, weiße, rote und schwarze Partien auf. Es gibt im Freiland drei Farbvarianten, eine schwarz-, eine rot- und – sehr selten - eine gelbköpfige. Durch Zucht in Liebhaberhaltungen sind zahlreiche weitere Farbvarianten entstanden. Die Geschlechtsunterschiede sind geringfügig. Die Hennen sind etwas blasser und ihre Farben weniger leuchtend als bei den Hähnen (unser Bild ist nicht typisch) [1; 4; 7; 8; 9].

Verbreitung

Australien: Im Norden des Kontinents in den Bundesstaaten Westaustralien, Northern Territory und Queensland [2].

Lebensraum und Lebensweise

Die Gouldamadine lebt in den offenen Monsun- und Trockenwäldern im Norden Australiens deren Böden mit Gras bewachsen sind, meistens nicht weiter als 4 Kilometer von Quellen oder Billabongs entfernt, die auch in der Trockenzeit noch Wasser führen. Sie ernährt sich überwiegend von Grassamen, nimmt aber gelegentlich auch kleinere Invertebraten. Das Gelege besteht aus bis zu 6 Eiern, die Brutdauer beträgt 14, die Nestlingsdauer 22-24 Tage [4; 7; 9].

Gefährdung und Schutz

Mit einem Bestand von nur noch etwa 2'400, auf 11 Teilpopulationen verteilten Erwachsenen, am Ende der Trockenzeit noch weniger, gilt die Gould-Amadine seit 2016 als potenziell bedrohte Tierart (Rote Liste: NEAR THREATENED). Zuvor wurde sie als stark gefährdet beurteilt, nachdem aber die früheren Bestandsabnahmen aufgehört haben, wurde sie neu eingestuft [2].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich laut IUCN im internationalen Tierhandel [2]. Allerdings ist die Ausfuhr von Wildfängen aus Australien seit Jahrzehnten verboten.

Haltung

Gouldamadinen sind friedliche Vögel, die in Gruppen und auch zusammen mit anderen Prachtfinken gehalten werden können [9].

Haltung in europäischen Zoos: Wildfarbene Gouldamadinen werden in etwa 100 Zoos gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Einige wenige weitere Einrichtungen halten Zuchtformen. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt das Kleinvogel-Gutachten des BML von 1996 für ein Paar Gouldamadinen einen Käfig mit den Mindestmaßen 80x40x40 cm (LxBxH) vor. Für jeweils 2-3 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 1 m² für bis zu 30 / 15 Vögel vorhanden sein.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2020) ist für ein Paar ein Käfig mit den Mindestmaßen 80x40x40 cm (LxBxH) erforderlich. Für jeweils 2 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Für die Schwarmhaltung sind Volieren erforderlich. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum von mindestens 1 m² Grundfläche vorhanden sein.

Gemäß Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2020) ist für bis zu 4 Prachtfinken ein Käfig mit einer Grundfläche von 2'400 cm²und einer Höhe von 500 cm mit Badegelegenheit vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Fläche um 500 cm² zu erhöhen

Taxonomie und Nomenklatur

Die schwarzköpfige Morphe war vom englischen Naturforscher John Gould 1844 entdeckt und zu Ehren seiner früh verstorbenen Frau Elizabeth (1804-1841) "Amadina gouldiae" benannt worden. Die rotköpfige Morphe galt zu jener Zeit als eigene Art und ist in GOULD's Werk "The Birds of Australia" als "Amadina mirabilis" beschrieben. Die heute noch verwendete Gattungsbezeichnung Erythrura wurde 1837 vom englischen Ornithologen und Künstler William SWAINSON eingeführt. In der neuen Checkliste, in der Arten und Gattungen, wo immer es geht, gesplittet werden, wird die Gouldamadine von Erythrura getrennt und mit dem 1863 vom sächsischen Zoologen Heinrich Gottlieb Ludwig REICHENBACH aufgestellten Namen Chloebia versehen [3; 4; 6].

Literatur und Internetquellen

  1. BIELFELD, H. (2008)
  2. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Chloebia gouldiae. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22719744A94642482. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22719744A94642482.en . Downloaded on 01 February 2020.
  3. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  4. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  5. DÜRIG, N. (2013)
  6. GOULD, J. (1840-1848)
  7. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  8. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  9. PRACHTFINKEN-LEXIKON

Gefährdung und Schutz:


Zurück zu Übersicht Sperlingsvögel

Weiter zu Rotkopf-Papageiamadine (Erythrura psittacea)

Gelesen 1317 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 31 Dezember 2020 07:38
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx